Ausgabe 
8.7.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 157

«rscheint tSgNch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Siegener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.

VU-rattonsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch- u. Stein­druck 'rei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: ^chrrlstraße 7.

filFMe für Depeschen: An «etger Gieße«.

K^rnsprechanschluß Nr.bl.

Zweites Blatt. 153. Jahrgang

Dienstag 8. Juli 1903

Metzener Anzeiger

** General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Vezvg«pret»r monatlich 7bPs., vierteb» jährlich Mk 2.20; durch Abhole- u. ; weigstellen monatlich 6b Pf.; durch diePost Mk. 2. viertel jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. aügem. Steil: P. Wittko- für »Stadt und Staub' und -Gerichtssaal*: Eurt Plato^ für den An­zeigenteil: Hans Beck.

$)te Heutige Mmmer umfaßt 8 Seiten.

Kein Zosskompromiß.

Gin Berliner Blatt hatte berichtet, daß alsZugeständ­nis an die Agrarier"' zur Herbeiführung eines Kompro­misses für den Zolltarif die Erhöhung des für Gerste im Tarifentwurf vorgesehenen Zolles um 60 Pfg. beabsich­tigt sei. Wie dieNat.-Ztg." zuverlässig erfahrt, ist die Mitteilung unbegründet. Die Reichsregierung hat bisher überhaupt keine Veranlassung gehabt, sich mit der " < ge zu beschäftigen.

Ai Das Dementi war zu erwarten, denn nichts könnte ' *it zur Verwunderung Anlaß geben, als wenn nach all

. feierlichen und kategorischen Erklärungen, daß die Hze des Entgegenkommens erreicht sei, doch über die ize hinausgegangen würde. Zudem: Der Appetit iv mt beim Essen. Was bei der Gerste recht ist bekannt­lich plaidiert besonders eifrig das bayrische Zentrum für die Erhöhung des Gerstenzolls erscheint den Agrariern des Ostens billig in Bezug auf den Roggen- und den Weizenzoll. Das gäbe nach dem berühmten Muster der preußischen Kanalpolitik ein ganzes BündelKompensa­tionen", auf daß keiner sich zurückgesetzt fühll.

Die Versuche, eineVerständigung" zu erzielen, d. h. leitende Staatsmänner für eine Erhöhung der Getreide­zollsätze zu gewinnen, sind keineswegs aufgegeben; sie werden vielmehr mit einer Zähigkeit und einer Frische sortgesetzt, die man nur an eine Sache wendet, die schwierig rst, aber nach menschlicher Berechnung schließlich glücken muß In der Oeffentlichkeit macht sich die Agita­tion für diese Zollerhöhungen neuerdings weniger be­merkbar. Das hat zu der Annahme verleitet, die Land­wirtschaft beginne, sich mit dem Erreichbaren abzufinden. Desto eifriger wird, tote gesagt, im Stillen gewirkt, werden Vorbereitungen getroffen, um die agrarfreundlichen Mit­glieder des Reichstages zu einem unbedingten unverbrüch­lichen Entweder Oder zu sammeln. Entweder die Zu­stimmung der Regierung zu dem bekannten Getreidezoll- Kompromißanttag oder Ablehnung des gesamten Zolltarif­entwurfs. Graf Posadowsky hat in der Zolltarifkom­mission geäußert, die Lage sei viel ernster, als man denke. Der Ernst der Lage wird unseres Erachtens weniger durch die Schwierigkeiten herbeige führt, die das Ausland einem zu hoch geschraubten Zolltarif machen könnte, als durch die geschilderte eigenartige Sammlungs-Politik.Wenn es erst soweit ist, daß die Dinge zum Klappen kommen", so sagte uns ein Parlamentarier,bann werden die dramatischen Svenen, die im preußischen Abgeordnetenhaus bei den Kanal- Projekten sich abspielten, sich munter und harmlos aus- nehmen gegen tue Ereignisse, die im Reichstag bevor­stehen !"

Die Empfindungen in unseren agrarischen Kreisen wegen der Weigerung der Regierung werden mit dem Wort Erbitterung" noch schwach gekennzeichnet. Ein solcher KampfAller gegen Alle", wie er im Spätherbst anhebt, wird noch nicht dagewesen sein sett Begründung des Reiches. Fallen die landwirtschaftlichen Zölle, weil sie der agrari­schen Mehrheit nicht genügen, dann soll, so liegt es im Plan auf Seiten der Rechten, jeder Zoll auf industrielle Erzeugnisse, ohne Ausnahme, abgelehnt werden. Das wäre dann das Ende desMarmorblocks", aus dem Graf Posa­dowsky im Geiste einewundervolle Bildsäule" erstehen sah: kurz und klein in Stücke geschlagen....

Die Urlaubsreisen der Staatssekretäre und preußischen Minister haben begonnen. Man hört diesmal nichts davon, daß einer der Ressortchess auf den Urlaub Verzicht leistet. Begreiflicherweise; jedes Mitglied der Regierung, das in der Front steht beim Kamps um den Zolltarif, wird seine Kraft soviel als möglich stärken müssen. Weder eine neue große, d. h. vollständige Kanalvorlage für Preußen, noch eine neue Steuer-Vorlage für das Reich kommen, wie wir zuverlässig erfahren, für den nächsten Parlamentsabschnitt m Betracht. Graf Bütow wünscht, daß sich die ganze Kraft und das ganze Interesse auf den Zolltarifentwurf konzen- trieren.

Politische Tagesschau.

Chamberlain in neuer Beleuchtung.

Richt häufig hat sich Herr Chamberlain ät den letzten Jahren des Beifalls zu erfreuen gehabt. Jetzt aber wird er ihm fast uneingeschränkt gespendet zu seinem, fast überraschend maßvollen und vernünftigen Bescheid wegen der zeitweiligen Aufhebung der Verfassung in der Kapkolou ie. Chamberlain hat den Befür­wortern der Verfassungs-Aufhebung, die damit einen Schlag zu thun gedachten gegen das holländische Element in der Kolonie, nicht nachgegeben, sondern zur Vermeidung weiteren Streites, zur Beruhigung der durch den Krieg erregten Leidenschaften geraten. Das ist ein lluger Entschluß den sicherlich das Käpparlarnent durch Mäßigung anerkennt, und der auch dazu beiträgt, den Engländern bei den Buren im allgemeinen Sympathien zu verschaffen. Fast könnte man glauben, Chamberlain habesich gehäutet", bessere, mildere Regungen, als bisher zu beobachten, hätten in ihm die Ober­hand gewonnen. Aber ein Mann wie Chamberlain ist nicht sentimental". Lord Miln er gehörte zu den Befürwor- tem der Verfassungs-Suspension. Wer weiß ob nicht Cham­berlain Veranlassung hatte, Lord Milner ein Bein zu stellen und ihn durch die Ablehnung zur Einreichung des Ent­lassungsgesuches ju bringen? Ein solches durfte kaum aus- blerben. Chamberlain versteht es, Personen in hoher Stel­lungwegzubeißen", wenn sie ihm irgendwie unbequem sind. Insbesondere soll der Kolonialsekretar emguter Hasser" sein und eine ihm angethcme Kränkung nicht ve»-- gessen.

Aber just als Mr. Chamberlain Herrn Milner ein Bein stellte, fiel er selber, wenn auch nicht besonders ge­fährlich, auf die Rase. Er hat nämlich am gestrigen Montag m London einen schweren Unfall erlitten. Als er sich gestern nachmittag in einem zweirädrigen Cab von West­minster nach dem Athenaeumllub begab, stürzte das Pferd. Chamberlain wurde heftig vorwärts ge­schleudert und erlitt eine schwere Stirnverletz­ung. Er wurde ins Krankenhaus verbracht, wo die Wunde verbunden wurde. Bei dem Unfall zerbrach Chamberlain mit dem Kopfe die vordere Fensterscheibe seines Wagens und wurde an der Stirn und Wange erheblich verletzt. Er stteg mit blutübersttömtem Gesicht aus und wurde von zwei Schutzleuten in einem Wagen zum nächsten Arzt und dann in das Ehering Croß Hospital gebracht. Der Privatsekretär Chamberlains gab bekannt, der Minister werde voraussicht­lich zwei Tage außer Stande sein, den Berufsgeschäften nachzugehen. Die Wunde läuft quer über die Stirn und wurde mit vier Nadeln genäht. Der Schädel ist unverletzt.

Anschluß an den ostafiatischen Zweibund?

Die Bedeutung des Besuchs König Viktor Ema­nuels am Zarenhose liegt vielleicht wesentlich nach, der Seite der außer europäisch en Politik hin. In Europa selbst haben Italien und Rußland politisch und wirtschaft­lich zu wenig Berührungspunkte, als daß die Monarchen­zusammenkunft hier Wirkungen herbeiführen könnte. Anders läßt sie sich an im Hinblick auf Ostasien. Italiens Stell­ung dort war bisher nicht gerade rühmlich; das schwwhliche Ausgeben des Besitzanspruchs auf die San-Mun-Bai ist noch in Erinnerung, ebenso ist unvergessen, wie wenig freund­schaftlich sich England in dieser Sache Italien gegenüber verhielt. Es war die letzte große und vielleicht die er­greifendste Rede des greifen Cr ispi, als er in der italie­nischen Kammer darlegte, wie diese die Autorität Italiens schädigende diplomatische Niederlage wesentlich auf die Ver­trauensseligkeit der italischen Regierung England gegenüber zurückzuführen sei. Möglicherweise will Italien in Zu­kunft, da der englischeFreund" in China versagte, dort sich auf d as starke Rußland stützen. Denn wenn Italien im wirtschaftlichen Wettbewerb um den ostasiatischen Markt mit den anderen Mächten auch nur annähernd Schritt halten will, kann es auf die Dauer eines territorialen Stützpunktes in China nicht entbehren, umsoweniger, als seine Schiffsverbindungen dorthin noch unzureichend sind und z. B. von denen des kleinen Holland überflügelt wer­den. Den territorialen Stützpunkt aber dürfte China der italienischen Regierung nur bewilligen, wenn Rußland und mit ihm Frankreich dieser Forderung Beistand leihen. So erscheint es nicht ausgeschlossen, daß sich Italien mit dem Gedanken an eine Annäherung, wenn nicht späterhin eines förmlichen Anschlusses an den ostasiatischen Zweibund Ruß­land-Frankreich trägt

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Juli. Aus Travemünde wird ge­meldet: Die kaiserliche Familie war heute vor­mittag auf derIduna" zusammengetroffen, nachdem der Kaiser vorher an Bord derHohenzollem" den Vortrag des Geh. Ober-Regierungsrats v. Balentini vom Zivil­kabinett gehört hatte. Der Kai fer hat heute dieNord - landreise angetreten.

Der Kaiser und die Kaiserin treffen von Wil- helmshöhe kommend am 15. August in Düsseldorf ein. Von dort tritt das Kaiserpaar die Reise per Schiss rhem- auswärts an.

Nach einer Meldung aus Passau liegt die greife Herzogin-Witwe Friederike von Anhalt im Sterben.

Das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen traf heute zum Besuch des Prinzen und der Prinzessin Heinrich in Kiel ein.

Die Zolltarifkommission beriet heute die den Schluß des fünften Abschnittes (Experimentsstoffe) bil­denden dreizehn allgemeinen Anmerkungen und nahm die­selben gemäß der Vorlage mit einer kleinen redaktionellen Aendernng bei Anmerkung 9 an.

Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei beschloß in einer gestern im Reichstagsgebäude abgehaltenen gut besuchten Sitzung, im Oktober d. I. einen allge­meinen nationalliberalen Delegiertentag nach Berlin einzuberufen.

Kiel, 7. Juli. Etwa hundert Teilnehmer an dem in­ternationalen Schiffahrtskongreß trafen von Rendsburg kommend um 4 Uhr nachmittags in Holtenau ein. Nach Besichtigung der Kanalanlagen fuhren die Teilnehmer in mehreren Dampfern zur Besichtigung der Howaldtwerke und der Germaniawerft nach Kiel. Heute abend findet in der Seebadeanstalt ein Festessen statt.

Düsseldorf, 7. Juli. In der heute hier abgehaltenen Generalversammlung des Verbandes deut­scher Müller wurde aus Antrag des Mühlenbesitzers Schüler-Lippstadt, nachdem er die Behandlung der Mühlen­gerechtigkeiten in Lippstadt seitens der königl. Generalkom­mission geschildert hatte, folgende Resolution einstimmig angenommen:Der Verband deutscher Müller, besorgt um die Rechte seiner Mitglieder im Königreich Preußen, bittet das preußische Staatsministerium, die Loslösung der Wasser­bauangelegenheiten vom Ministerium der öffentlichen Ar­beiten nicht vorzunehmen, im Falle einer notwendigen Los­lösung aber die lieber Weisung der Wasserbaucmgelegeriheiten an das Ministerium für Landwirtschaft zu unterlassen und statt dieser Ueberweifung ein Ministerin m für Mass erbauangelegen he iten einzurichten."

Bayreuth, 7. Juli. AmtlichesWahlergebnis. Bei der am 3. Juli vorgenommenen Reichstagsersatzwahl

im Wahlbezirk 2 Bayreuth entfielen von 13 874 abgegebenen! gütigen Stimmen auf den Schneidermeister Karl Hügel, in Bayreuth (Soz.) 4598 Sttmmen, auf den Oekonomierat August Hagen in Bayreuth (natL) 3911, auf den Land­wirt Christian Feustel in Langenbruck (B. d. L.) 3286 und auf den Kaufmann und Stadtverordneten Oskar Günther in Plauen (fr. Vp.) 1164 Stimmen. Zwischen den ersten beiden findet also Stichwahl statt.

Ausland.

London, 7. Juli. Einem wo h Begründeten, im Um» lauf befindlichen Gerüchte zufolge wird mit Rücksicht auf dew bemerkenswerten Fortschritt in dem Befinden des Königs die Krönung zwischen dem 11. und 15. August statt- finben können. Der Krankheitsbericht von heute vor­mittag besagt: Der König hatte 9 Stunden natürlicher Schlaf. Die Besserung schreitet ununterbrochen fort Dis Wunde scheidet ungehindert Eiter aus, bereitet aber weniger! Schmerz beim Verbinden.

Unterhaus. Balfour führt aus, es sei behauptet worden, da ß die internationale Stellung Englands die einer g e fäh rlich en Vereinsamung sei, und daß England begierig nach jeder ihr angebotenen Allianz unter jederlei. Bedingungen greifen müsse. Diese Auffassung sei nicht die der Regierung. In Beantwortung einer Anfrage erklärt der Erste Kommissar der öffentlichen Arbetten und Bauten Akers Douglas, er hoffe, daß die zur Krönung errichtetes Tribünen noch zu dem Zweck benutzt werden könnten, für den sie errichtet worden seien. Er sei nicht dafür, daß man sie entferne.

Die Demission Salisburys ist im Prinzip beschlossen, wird aber nicht vor der KiHnungsfeier statt-, finden. Als Nachfolger werden Balfour und der Mi­nister des Auswärtigen Lansdowne genannt.

Aus Kapstadt wird gemeldet: Hier und in Dur­ban sind Unruhen vorgekommen anläßlich der Rückkehr, der Kolonialtruppen. Diese begingen derartige Ausschl-, tungen, daß mehrere von ihnen verhaftet und abgeurteilt werden mußten.

Oberhaus. Der nnterftaatt-fefretär des Kolonial amtes Onslow er Härt, 400 kriegsgefangene Buren seien aus St. Helena am Kap eingetroffen, 400 von Ceylon dorthin abgegangen. Diese Gefangenen hätten sämllich den Treu-, eid geleistet. Das Kriegsamt werde Vorkehrungen für die Herbeischaffung der übrigen Kriegsgefangenen in solche Anzahl treffen, als dies mit den Lebensunterhaltungsver­hältnissen in Südafrika vereinbar sei. Gefangene, die sich weigerten, Untertanen des Königs zu werden, würde die Rückkehr nach Südafrika nicht gestattet, jedoch erklärte sich die Regierung 6 er eit, seitens der (befangenen eine formeller Erklärung entgegenzunehmen, die gleichbedeutend mit der-, jenigen fei, welche die Duren, die sich in Südafrika ergaben, abgegeben hätten, in den Fällen, wo sie sich zu einem} förmlichen Eide nicht hätten verstehen wollen. Die aus- ländischen Kriegsgefangenen hätten keinen Anspruch nach Südafrika zurückbefördert zu werden.

Paris, 7. Juli. Wie das Blatt ,Memorial diplo- matique" berichtet, tauchte bald nach der Proklamation des! Friedens in Südafrika die Idee auf, in Ka pftadt eine große Ausstellung englischer Kolonialpra- dukte zu veranstalten. Dieser Gedanke fand großen An-, klang, und es wurde unter dem Vorsitz Milners ein Komitee gekittet, das sich mit dieser Angelegenheit zu befassen hatte. Die Ausstellung soll vom November 1902 bis März 190)4 stattfinden.

Petersburg, 7. Juli. Kaiser Nikolaus beabsichtigt^ 200 Privatpersonen aus allen Ständen der Bevölkerung Rußlands zu empfangen. Zu dieser überraschenden Med- düng wird noch berichtet: Der Zar habe feit einigen Monaten eifrig die soziale Frage studiert und sorgfältig äie darauf bezügliche Sitteratur verfolgt. Mit größter Auf-, merksamkeit habe er besonders ein unter dem Pseudonym X" veröffentlichtes Buch,Das neue Rußland", gelesen, das in ruhigem Tone die soziale Frage in Rußland' erschöpfend behandele. Der Zar sei dann zu der lieber^ zeugung gelangt, daß der Verfasser ihm bei Ausführung feiner Pläne zur Hebung Rußlands wertvolle Hilfe leisten könne, und habe Befehl gegeben, den wirllichen Namen des Autors zu ermitteln. Der Verleger des Buches habe ver«, sprochen, den Namen des Verfaffers zu nennen, wenn dieser feine Erlaubnis erteile .

Krste Kammer.

Es liegen heute Berichte verschiedener Ausschüsse des Hauses vor. In den meisten Fallen wird Beitritt zu den Beschlüssen der zweiten Kämmer beantragt. Dagegen bean­tragt der vierte Ausschuß bezüglich des von der zweiten Kammer angenommenen Antrags des Abg. Möllinger bett, die Erteilung von Wirtschaftserlaubnissen, bejjen Ableh­nung, da der Ausschuß der Ansicht ist, daß, solange ein anderer, besserer Modus nicht gefüllten ist, um der großen Vermehrung von Wirtschaften zu begegnen, die Erteilung von Wirtschaftserlandnissen an die Bedürfnis^ frage geknüpft werden muß

Bezüglich des Beschlusses ter zweiten Kammer bett, die Errichtung von Irrenanstalten in Gießen und Alzey beantragt der erste Ausschuß der ersten Kammer den Beitritt, jedoch mit der Maßgabe, daß in Frage 1 a Ziffer 3 die Worte:mit der Maßgabe, daß zunächst die Anstalt in Gießen in Angriff genommen und fertiggestellt wird" gestrichen und vor die Zahl von 120 000 Mk. die Worte:je 60 000 Mk. zusammertt eingeschoben werden. Lin Mitglied des Ausschusses (Frhr. Heyl zu Herrnsheim) hat gegen die Wahl von Alzey ge­stimmt, ist abex sonst völlig mit dem Antrag einverstanden.-