7
7.
8. Pr. mit 56.1,3 P. Hch. Bauer, Lauterbach.
Höchste Temperatur am 7. bis 8. Juli 27,0° C.
Nieorigste , * 7. „ 8. „ 8,3° C.
mit 64.1,2 P. K. Kreiling, Wieseck. 3. Pr. mit 60.1,3 P. Jakob Lippert, Butzbach. 4. Pr. mit 57.5,6 P. G. Hönes, Bad-Nauheim. 5. Pr. mit 57.4,6 P. H. Schmitt, Gießen. 6. Pr. mit 57.1,6 P. W. Diehlmann, 9tieder-Wöllstadt. 7. P. mit 56.2,3 P. Ferd. Hein, Friedberg. 8. Pr. mit 56.1,3 P. Hch. Bauer, Lauterbach. 9. Pr. mit 55.5,6 P. Will). Koller, Friedberg. 10. Pr. mit 55.2,3 P. Hch.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Sport.
Butzbach, 7. Juli. Beim G a u t u r n f e st vom 5.-7. Juli erhielten Preise:
A. Oberstufe (34 Bewerber).
1. Preis mit 65.1,3Punkten L.Noll, T.V. Gießen. 2.Pr.
Uhr statt
Bei dem Vereins-- und Riegenturnen erhielten Preise: Derr . Preis mit 30.5,6 P. M.T.V. Gießen. 10. Pr. mit 30.1,2 P. Turnverein Großen-Linden. 11. Pr. mit 30 P. T.V. Lollar. 12. Pr. mit 30 P. T.V. Gießen (an 2 Pferden). 14. Pr. mit 28.9J2 P. T.V. Großen-Linden. 19. Pr. mit 28 P. T.D. Gießen (Zöglinge).
Wilh. Frank, Lollar. 37. Pr. mit 53.4,6 P. Ernst Vollert, Ufmget, 38. Pr. mit 53.3,6 P. Joh. d'Amor, Usingen. 39. Pr. mit 53.2,6 P. Ludwig Pepp ler, T.V. Gießen. 39. Pr. mit 53.2,6 P. Friedrich Jung, Klein-Linden. 39. Pr. nut 53.2,6 P. Hch. Rohrbach, Lollar. 40. Pr. mit 53.1,6 P. Wilh. Gimbel, Lauterbach. 41. Pr. mit 52.4,6 P. Hans Krämer, Butzbach. 43. Pr. mit 52.1,6 P. Wilh. -^"9^ Leihgestern. 44. Pr. mit 52 P. L. Kohlermann, M.T.V. Gießen. 45. Pr. mit 51.3,6 P. Karl Hartmann, Bad Nauheun. 45. Pr. mit 51.3,6 P. Karl Wenzel, T.V. Gießen. 46. Pr. mit 50.5,6 P. H. Kraft, Lauterbach. 46. Pr. mit 50.5,6 P. Konrad Wahl, Schlitz. 47. Pr. mit 50.4,6 P. Rich. S ch u b e ck e r, 3EV. Gießen. 47. Pr. mit 50.4,6 P. Gg. Paul, Butzbach. 47. Pr. mit 50.4,6 P. Friedr. Sommerlad, Butzbach. 48. Pr. mit 50.3,6 P. Karl Schmidt, Biedenkopf. 49. Pr. mit 50.2,6 P. Herrn. Sommer, Ufingen. 50. Pr. mit 50.1,6 P. Wilh. Heß, Nieder-Wöllstadt. 50. Pr. mit 50 1,6 P. Fritz Wilhelm, Usingen. — Die Preisverteilung fand um
* Die Sage von. Flavio Gioia, dem Erfinder "des Kompass es. Aus Rom wird einem Berliner Blatte geschrieben: Amalfi bereitet sich, das sechste Lentenarium eines seiner Mitbürger zu feiern, Flavio Gioios, dem man die Erfindung des Kompasses zuschreibt. Zwar streiten die Gelehrten sich darüber, ob Flavio wirklich der Erfinder dieses Instrumentes sei, und es liegen auch Beweise dafür vor, daß die Chinesen nicht nur das Pulver, sondern- auch die Magnetnadel seit 2000 Jahren bereits kennen. Das alles aber hindert nicht, daß man in Amalfi an Gioia glaubt, und die ältesten Leute manches von ihm zu erzählen wissen, was ihnen ihrerseits einst ebenfalls die ältesten Leute mit- geteilt haben. Danach lebte Flavio am Anfang des Trecento und war ein „Damaschinatore", ein Tamascierer, arm, aber so zufrieden, daß er den aanzen Tag sang, und deswegen den Beinamen „Gioia" erhielt, d. h. „Freude". Eines Tages nun verliebte sich Gioia in die schöne Angela, deren Vater Domenico Mulo ein Thnnfischfänger war und qeschworen hatte, seine Tochter nur einem Seemanne zu geben, wie er selbst war. „Dann werde ich Fischer", sagte der Verliebte. „Ihr", anttoortete der Vater, „steuert mir erst eine Barke bis Castelletto, und dann sprechen wir wieder." Castelletto aber ist eine im Meere verlorene Insel, die heftige Strömungen umfließen, sodaß eine Lan- duna unmöglich schien mtd der Later Anaelas von Flavio > Unmögliches zu verlangen glaubte. Aber <)-lavro verlor den Mut nicht, sang in seiner Werkstatt weiter und erfchien eines Tages mit einem wunderlichen Instrument: In einer Kufe schwamm eine auf einem Stück Kork angebrachte ^tahlnadel.
Hiermit schiffte er sich mit einem Segelboot ein und kün- oigte allen Leuten an, er werde nach Castelletto fahren, ohne von dem kürzesten Wege, der geraden Linie, abzu- weichen. Anfangs hielt man ihn für verrückt, und als ihm die Fahrt gelang, für einen Hexenmeister, und so groß war die Furcht vor seiner unheimlichen Kunst, daß sich die Leute vor ihm bekreuzigten, wenn sie ihm begegneten, und )er brave Mulo noch immer zögerte, ihm seine^ Tochter zu geben. Aber endlich überzeugte sich der alte Seemann doch davon, daß der Kompaß mit Teufelsspuk nichts zu thun hatte, und einen Monat später läuteten die Glocken von Amalfi die Hochzeit Flavios mit Angela ein.
Vermischtes.
* Arau Humb ert ist, wie man der ,^8oss. Zig." aus Paris schreibt, auf dem besten Wege, die volkstümlichste Persönlichkeit Frankreichs zu werden, dürfte es sogar schon sein. Nicht bloß, daß ihr Name jeden Tag taufendfach in allen BlÄtern wieder kehrt und die Kammer ihr eine ganze Sitzung gewidmet hat, auch Litteratur und Kunst haben sich, ihrer schon angenommen. Die Bilder- und Witzblätter verherrlichen und verspotten sie um die Wette, in allen Schaubuden und Guckkasten aus den Messen werden ihre Heldenthaten unzählige Male vorgeführt. Volks- und VLrkelsänger preisen oder verspotten sie. Sie herrscht in Feuilleton und Roman. — feilte loben alle Blätter den Roman ,/L'Arriviste", weil er sich in Humbert-Krisen bewegt — wie auf den Brettern. Besonders die Montmatre-Bühnen, die auf dem toten Punkt angekommen waren, haben durch sie einen neuen Aufschwung erhalten. Erfolg überall. Selbst wenn nur ein Teil von all dem wahr ist, was die Blätter täglich von chren Ränken und Kniffen erzählen, bleibt der Fall HMnbert noch lange eine Fundgrube für Roman- und Bühnendichter. Frau Humbert verstand es meisterlich sich mit Glanz aus den schwierigsten Lerlegenhetten zu reißen, die Enthüllung chres Gaunerspiels zu verhindern, oft im letzten Augenblick, wenn schon alles verloren schien. Ist es . nicht reizend, daß ein wegen seines Guthabens beunruhigter GlÄibiger ihr noch wettere Summen borgt, als er kann, nm das erste Geld zurückzuholen? Wenn sie mit einem mißtrauisch gewordenen Gläubiger verhandelt, lassen sich die Brüder Crawford anmelden, der Gläubiger beeilt sich 'die Hausherrin zu bitten, sie sofort zu empfangen, und hört nun die im Nebenzimmer laut und aufgeregt geführte Auseinandersetzung. Natürlich endigt sie dergestalt, daß der Gläubiger sicher gemacht wird und auf die 100 Millionen an Eisenspind und die baldige Erledigung der ganzen Sache schwört. Ein anderer Gläubiger wird ob seiner sieben Millionen beruhigt, als er einen Crawford mit seinem Sekretärs freilich im Dämmerlicht, Zinsscheine von den Wertpapieren des Koffers abschneiden sieht. 1879 weiß sie einem Massen- ver matter eine Million herauszuschwatzen. Aber die Eigentümer fordern plötzlich ihr Geld, der Massenverwalter wird verhaftet, Frau Humbert als Mitschuldige verhört. Der diesmalige Richter läßt sich nicht verblüffen durch ihr anmaßendes Auftreten, ihr Prunken und Drohen mit Beziehungen zu hohen und höchsten Personen. Sie fällt in Ohnmacht, als der Richter auf Verhaftung deutet, lvenn nicht binnen kurzem die Mttlion beschafft wird. Frau Humbert sieht schon die gerichtliche Oeffnung ihres Eisenspindes, faßt sich aber schnell, lockt einem Notar unweit Paris die notwendige Mttlion heraus und befreit den Massenverwalter durch ihren Einstutz bei Hochvermögenden aus Gefängnis und Untersuchung. Marchand aus Dünkirchen, der mit seinem Vater der ^rnnbert elf Millionen vorgeschossen hat, erzählt: Zuerst waren es 200000 Frcs., um den Rechtsstreit mit den Crawford zu Ende zu führen. Dann liehen wir Geld zu 5 v. H., um Frau Humbert aus den Spänben der Wucherer zu befreien. Wir waren nun einmal vom Triebwerk erfaßt, und konnten nicht mehr widerstehen. Frau Humbert ist eine Hexe, eine Zauberin, ihr ist nicht zu entrinnen, wenn man sich einmal mit ihr eingelassen hat." Sie verstand es, einen Geldleiher durch den anderen sicher zu machen inü) zu überrumpeln. Wenn sich einer sträubte, bot ein anderer Geld an und verbürgte sich für alles.
erfahren sollte. Heber die Entsendung des Sekretärs nach Kassel äußerte sich der Zeuge dahin, daß Schmidt sich dagegen gesträubt habe, daß eine derartige Kontrolle der Leipziger Bank gegenüber auch insofern nicht angängig sei, als letztere von den eventuellen Bankverbindungen Kassels keine Kenntnis haben dürfte. Auf eine Frage des Angeklagten Schroeder erfiärt Zeuge Sumpf, daß er sich wohl besinne, am 22. Juni 1901 zu ihm bei der Zusammenkunft in Berlin gesagt zu haben, wenn Kassel noch ein bis zwei Millionen bekomme, würden alle Unternehmungen in Gutem betrieben und die Verlegenheiten zu Ende sein.
In Bezug auf das Geschäft mtt der Berliner Finanz- und Handelszettung weist Sachverständiger S ch l i e p e r nach daß aus dttsem mit drei Millionen zu Buch stehenden Konto, wofür die Kasseler Treber-Herren eintraten, der Leipziger Bank etwa eine Million zugeflossen seien. Dadurch war die Auszahlung einer Dividende von 25 Prozent für Kassel ermögllcht worden. Nach Exner mußte dies Geschäft und anbere gemacht werden, um eine Fusion durchzuführen. Exner giebt zu, daß durch drei Transaktionen der Trust-Separat-Konten durch die im Frühjahr 1900 abgeschlossenen Geschäfte 11 Millionen, 22,4 Millionen und 21 Millionen, im Ganzen 54,4 Millionen von der Schuld der Konten Kassels weggenommen und aufandere Konten übertragen seien. Am 2. Januar 1901 bittet, laut Korrespondenz, Exner seinen Freund Schmidt, in England zu versuchen, ob er nicht für die Trebergesellschaft und für die Tochtergesellschaften einen größeren Kredit im Auslande erlangen könne. Er solle auch in geeigneter Weise in England, Frankreich und Belgien sondieren, ebenso möge er aber daraus achten, daß die Kreditgeber nicht in Beziehungen zur Berliner Grotz- fttranz ständen. Die Verhandlung wird hierauf bis morgen vertagt. ________________
B. Unterstufe (141 Bewerber).
1. Pr. mit 64.4,6 P. W. Schmidt, Lauterbach. 2. Pr. mit 64.1,6 P. Karl Wagner, Krofdorf. 3. Pr. mit 62.3,6 P. Balth. Tort, Großen-Buseck. 4. Pr. mit 62 P. Alfred Held, Butzbach. 5. Pr. mit 61.4,6 P. Konr. Lcichum, Bad-Nauheim. 6. Pr. nut 61.3,6 P. Karl Pfau, Lollar. 7. Pr. mit 61.1,6 P. Hch. Hofmann, Wieseck. 8. Pr. mit 60.4,6 P. Hch. Müller, Großen-Buscck. 9. Pr. mit 60.3,6 P. Gg. Freitag, Butzbach. 10. Pr. mit 60.2,6 P. Will;. Salzmann, Bad-Nauheim. 11. Pr. mit 60.1,6 P. Karl Möller, Bad°Nauheinu 11. Pr. mit 60.1,6 P. Hch. Balser, Nieder-Wöllstadt. 12. Pr. mit 60 P. Karl Gries, Bad-Nauheim. 12. Pr. mit 60 P. Gg. Bücking, Alsfeld. 13. Pr. mit 59.4,6 P. Hch. Hüttenberger, T.V. Gießen. 14. Pr. mit 59.2,6 P. Adam Grünewald, Lauterbach. 15. Pr. mit 59 P. Adam Schmidt, T.V. Gießen. 15. Pr. mit 59 P. Kasp. Rinninsland, Lauterbach. 16. Pr. mit 58.5,6 P. Gg. Tickhaut, Alsfeld. 17. Pr. mit 58.4,6 P. Karl Wack, Bad-Nauheim. 18. Pr. mit 58.2,6 P. Lorenz Schmalz, T.V. Gießen. 19. Pr. mit 58.1,6 P. Karl Schneider, Lollar. 19. Pr. mit 58.1,6P. Karl Kreiling II., Wieseck. 20.Pr. mit 58 P. Andr. Mauser, Butzbach. 21.Pr.mit57.5,6P. Ph. Hörr, Lannsbach. 22. Pr. mit 57.4,6 P. Otto Pfeifer, Launs- bach? 23. Pr. mit 57.3,6 P. Hch. Adam, Anspach. 23. Pr. mit 57.3,6 P. Hch. Sauer, Ufingen. 24. Pr. mit 57.1,6 P. Karl Köhler, Lauterbach. 25. Pr. mit 56.5,6 P. Karl Bender, Krosdorf.^ 25. Pr. mit 56.5,6 P. Karl Hieronimus, Friedberg. 26. Pr. mit 56.2,6 P. Gustav Weller, Wieseck. 27. Pr. mit 56 P. Gg. Häuser, Butzbach. 27. Pr. mit 56 P. Ludwig Lotz, Wieseck. 28. Pr. mit 55.5,6 P. Hch. Weber, Klein-Linden. 29. Pr. mit 55.4,6 P. Wilh. F e r t sch, Ai. T^Z. Gießen. 29. Pr. mit 55.4,6 P. Robert Köhler, Wetzlar. 29. Pr. mit 55.4,6 P. Joh. Becker, Wieseck. 30. Pr. mit 55.2,6 P. Phil. Kreiling, Heuchelheim. 31. Pr. mit 54.5,6 P. August Nicolai, Ufingen. 31. Pr. mit 54.5,6 P. H. Winter, Lannsbach. 32.^Pr mit 54.3,6 P. Ernst Kreiling, Wieseck. 33. Pr. mit 54.2,6 P. Friedrich Geißler, Lollar. 34. Pr. mit 544,6 P. Ehr. Hoge!, Laubach. 35. Pr. mit 54 P. Hch. Prediger, Kirchhain. 36. Pr. mit o3.o,6 P. Karl Müller, Nieder-Wöllstadt. 36. Pr. mit 53.5,6 P. Fritz Philippi, Ufingen. 36. Pr. mit 53b,6 P. Reinhold Weigel, Biedenkopf. 36. Pr. mit 53ch,6 P. Wilhelm Tesch, Wetzlar. 36. Pr. mit 53.5,6 P.
Umoersttäts-Nachrichteli.
— Professor Dr. Gareis. Man schreibt aus München vom 5. d. Bits.: Zu Beginn seiner heutigen Vorlesung über „Deutsche Rechtsgeschichte und Grundzüge des deutschen Privatrechts" wurde Professor Dr. Gareis von seinem Auditorium mit stürmischen Getrampel begrüßt. Im Anschluß daran hielt er nun ungefähr folgende Ansprache: „Ich bin auf meinen schon lang gehegten Wunsch hierher berufen worden dnrch das Vertrauen Sr. kgll Hoheit des fürstlichen Regenten meines Heimatslaates und eines Ministers. Eine lange, weit bekannte akademische Lehrthätigkeit uiid eine große schriftstellerische T h ä t i g k e i t war dieser Berufung vorangegangen. Es beruht diese Berufung wohl auf der Eigenart, t> i e meinen Vorlesungen eigen ist. Diese Eigenart zeigt sich namentlich in einer gewissen Richtung auf das Praktische, kleine Herren! Sie werden in dieser Vorlesung schon des Ceueren gesehen haben, wie ich immer, so sehr der Stoff eigentlich doii dem Praktischen abliegt, auf die praktische Seite Gewicht gelegt und auf die Be- deutling für das jetzt geltende Recht Bezug genommen habe. Tie weitere Eigenart besteht darin, daß ich immer bestrebt war, die Zuneigung und das Vertrauen meiner Zuhörer nir zu erwerben (lebhafter Beifall!), jener Herren, die bestimmt ind, dereinst für Staat und Recht zu wirken. An den Universitäten, an denen ich bisher wirken durfte, in Würzberg, Bern, Gießen und zuletzt in Königsberg, ist es mir gelungen, diese Zuneigung imd Sympathien meiner Zuhörer mir zu erwerben. Dröge mir dies auch hier zuteil werden mit der Hilfe Gottes und meiner Bemühungen!"
— In Betreff des Deutschen Jnristen-Tages 1902 hat, wie man uns schreibt, unlängst unter dem Vorsitz des Reichsbank- Präsidenten eine Zusammenkunft sämtlicher Ausschüsse, die bis da- in mehrere Wochen getagt haben, um ihre Aufgabe zu erfüllen, tattgefunben. Der nächste Juristentag, soll stattsinben in Berlin am 10., 11. und 12. September. Begrüßungsabend: Dienstag, den 9. September 1902. Sonnabend, der 13. September, ist für einen Ausflug ins Auge gefaßt. Als Verhandlungsgegenstände sind in Aussicht genommen: 1. Zweckmäßigkeit von Zwischenprüfungen, 2. Ausdehnung der Haftpflicht auf Fahrzeuge, welche unabhängig von Schienensträngen auf öffentlichen Straßen durch elementare Kraft fortbewegt werden. 3. Vorschläge für Revi- ion des Strafgesetzbuchs, 4. Rechtliche Behandlung der Ringe ober Kartelle, 5. Anerkennung und Schutz bes Rechts am eigenen Bilde. 6. Rechtskraft der Entscheidungen der Verwaltungsbehörden. 7. Abgrenzung von Richterrecht und Parteibetrieb im Zivilprozeß, 8. Möglichkeit gesetzlicher Befreiung des Grund und Bodens von den daraus haftenden Schulden und Lasten, 9. Beibehaltung, beziehungsweise Einführung der Strafbarkeit fahrlässiger falscher eidlicher Aussage vor Gericht. 10. Aenderung der Vorschrift des B.-G.-B. § 313, wonach die Verpflichtung zur Ueber- treibung eines Grundstuckseigentums an gerichtliche ober notarielle Beurkundung des Vertrages geknüpft ist. 11. Beurteilung der amtlich veröffentlichen Entwürfe eines Preußischen Gesetzes zum Schutze der Baufarberungen. Die Beratungen bes Gesamt-Ausschusses haben ein Bllb gegeben davon, daß sowohl die wissenschaftliche Seite des Juristen-Tages als auch die festlichen und Vergnügungs- Veranstaltungen von Erfolg begleitet fein werden.
— Auch in Zürich ist es jetzt, aus zunächst rioch nicht bekannten Gründen zur Maßregelung eines Hochschullehrers gekommen. Dem Schriftsteller und Ethiker Proseffor Dr. S a i t s ch i l, der am schweizerischen Polytechnikum wirkt, ist durch Verfügung des eidgenössischen Schulrates plötzlich die Fort- setzung seiner Vorlesungen über Kunst, Kultus und Religion im Mittelalter untersagt worden. Das Kolleg war sehr stark besucht und bald märe es gegen den Schulratsprälidenten zu einer feindlichen Teinonstratian gekominen. Eine Studentenversammlung beschloß aber, wohl mit Hinblick auf die Situation in Bern, davon abzusehen und den Petitionsweg zu betreten.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrtt stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Das Sprengen des BrandPlatzeS.
Von Zeit zu Zeit sieht man den Sprengwagen auf dem Brandplatz emsig hin- und hersahren. Aber glauben Sie nur nicht, Herr Redakteur, daß er etwa die staubigen Patthieen des genannten Platzes sprengt — beileibe nicht; er sprengt nur die gepflasterten Teile des Brandplatzes. So hat denn der Wind leichtes Spiel. Jii haushoheil Wolken jagt er den Staub empor, wirbelt ihii den Spaziergängern ober vielmehr allen benen ins Gesicht, die diese Staub- und Dr . . . wüste passieren müssen, er bringt in die einften Fugen ber Fenster und überzieht die Möbel und was er onst im Zimmer findet mit seinem einförmigen Grau. Sagen Sie mir bitte, Herr Redakteur, ist bas vielleicht Absicht? Will man bie Anwohner bes Brandplatzes wieder vertreiben? Tenn auch sonst herrschen die dörflichsten Zustände dott. Glauben Sie, es gäbe vor den neuerbauten Häusern dort ein Trottoir ober wenigstens einen chauffierten Weg? Herr Redakteur, helfen Sie uns wenigstens und drucken Sie diesen fliotschrei ab; vielleicht wird dann gesprengt werden. Das wäre bie Hauptsache. Dafür verzichten wir gern auf Trottoir und sonstige Kleinigkeiten, wie Beleuchtung 2C. Ja, wir schwören Ihnen, baß wir lieber riskieren, cm Bein zu brechen (sehen Sie sich bie Gegend einmal abends an, bann werben Sie finden, daß es durchaus nicht so einfach ist, die Hausthüren zu sinden, als den ganzen Tag hindurch eine dichte Staubatmofphäre zu atmen.
Pieper, T.V. Gießen. 11. Pr. mit 55.3,6 P. W. Hönes, Bad- 9rauheim. 12. Pr. mit 55.1,6 P. Ehr. Savelsberg, T.V. Gießen. 13. Pr. mit 54.3,6 P. Karl Rees, Butzbach. 14. Pr. mit 54.1,6 P. Wilh. Brau n, L.V. Gießen. 14. Pr. mit 54.1,6 P. Fritz Hartmann, Bad-Nauheim. 15. Pr. mit 53.5,6 P. Fritz Jünge, Kirchhain. 16. Pr. mit 53.1,6 P. Th. Plank, T.V. Gießen. 17. Pr. mit 52.2,3 P. Anton B e r g h o f, T.V. Gießen. 18. Pr. mit 51.2,3 P. Karl Bender, Wetzlar. 19. Pr. mit 51.1,2 P. Ernst (Seit}, T.V. Gießen. 20. Pr. mit 51.1,6 P. Ehr. Schmidt, T.V. Gießen.
Auszug aus den Kirchkudiiiheru btt Stabt Sitßtu.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte. Markusgemeinde. Den 29. Juni. Dem. Schreiner Heinrich Männche ein Sohn, Hans Karl Wilhelm, geb. den 19. Mcii. Dem Schneider Heinrich Heinze eine Tochter, Elisabeth, geb. den 19. April. Dem Taglöhner August Schaumburg ein Sohn, Karl Georg, geb. den 3. April. Lukasgemeinde. Den 29. Juni. Em unebel. Sohn, Friedrich Wilhelm, geb. den 8. Juntt Dem Schlosser Karl Menk eine Tochter, Lina Kacharine, geb. den 19. Mai. Dem Geometer 1. Kl. Heinrich Volz eine Tochter, Erna Karola, geb. den 3. Juni. Dem Kalkwerksbesitzer Karl Haas ein Sohn, Friedrich August Karl, geboren den 29.April. Johannes- gemeinbe. Den 29. Juni. Dem Schmied Heinrich Herbert ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 7. Mai. Dem Schreiner Julius-^ Ludwig Sack eine Tochter, Emstine Auguste Frieda Erna, geb. den 5. Juni.
Beerdigte. Den 29. Juni. Marie Brückmann, geb. Stohr, Ehefrau des Maschinisten Jean Brückmann, 54 Jahre alt, starb den 27. Juni. Lukasgemeinde. Den 80. Juni. Elise Fischer, geb. Werner, Witwe des Kaufmanns Johannes Fischer, 73 Jahre alt, starb den 28. Juni.
Man warte nicht bis die noch vorrätige Seife aufgebraucht ist, onbem nehme sofort die „Patent-Myrrholm-Seife" in Gebrauch, wenn sich aufgesprungene, rissige Haut, Sommersprossen, Kitesser, Hautröte usw. einstellen. Diese ärztlich so warm empfohlene hygienische Toilettenseife übt durch das „Myrrholin" auf alle jene Zustände einen äußerfft günftigen Einfluß aus und wird die Wirkung von keiner anderen Seife übertroffen. Man verlange überall, auch in den Apotheken, nur die „Patent-Aryrrholin-Seife" und bestehe darauf, nur diese zu erhalten.
Hainichen i. Sa. Das Technikum zu Hainichen,, eine höhere und mittlere Fachschule für Maschinen- und Elektrotechnik, hat zur Zeit eine Jahressregnenz von 432. Die auffallend schnelle Entwicklung in einer Zeit des industriellen Niedergangs läßt erkennen, daß die Anstalt auf gesunder Basis errichtet wurde, daß die Grwidsätze, nach welchen gearbeitet wird, und die Einrichtungen des Technikums vielseitig Anerkennung gefunden haben. Tie sehr reichhaltigen Sammlungen von Lehrmitteln verschiedenster Art wurden durch Neiianschaffungen erweitert. Für das kommende Wintersemester liegen bereits 9leuanmelbungen iu größerer Zahl vor, sodaß eine weitere Zunahme der Frequenz gefiebert erscheint.
Tas Wintersemester 1902/03 beginnt am J5. Oktober, der Vorunterricht am 22. September.
Jede rocirere Auskunft bezüglich des Technikums, sowie Programme erhält man kostenfrei durch die Direktion.
Pfui wie garstig
ruft mancher aus, wenn er unter der Fliegenplage des Sommers leidet und zusehen muß, wie sich dieses Geschmeiß überall unangenehm bemerkbar macht. Tas samose „Cri" fleißig staubfein in den Räumen verteilt, räumt gewaltig unter den Quälgeistern auf, zumal wenn man gründlich zu Werke geht.
— Große ethnographische Schaustellungeu werden gegenwärtig in C a ft a n s Panoptikum in Frankfurt a. M.. einer ber hervorragendsten Sehenswürdigkeiten Mitteldeutschlands, vorbereitet. In neuen großen Sälen werden sremde Völkerschaften, interessante ethnographische Sammlungen, Abnornntäten und sonstige periodische Sehenswürdigkeiten in der nächsten Zeit zur Vorführung gelangen. Für das Panoptikum selbst treffen in jeder Woche neue Gruppen und Figuren ein, sodaß das Etablissement, das sich der Gunst des Piwlikums bereits in hohem Maße erfreut, binnen kurzem das reichhattigste und originellste Unternehmen dieser Art sem wtrd.
Juli
Barometer aus 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute
-1
OJ C
B'
-
0
Relative Feuchtigkeit
Q E s 'S •E jQ
3
Windstärke
Wetter
7.
216
749,2
27,0
10,8
41
N
4
Sonnenschein
7.
925
749,6
20,4
12,3
69
NW.
0
KlarerHimnrel
8.
72s
751,2
18,4
12,2
78
W
4
Sonnenschein


