Ausgabe 
8.4.1902 Erstes Blatt
 
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Wetter

Höchste Temperatur am 6. bis 7. April 4-

Niedrigfte , 6. 7.+

Gegen Lchuupfeu: Formau-Aether-Watte (Tose 30 Pfg). 2025

11,60 c.

2,3° C.

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Sonnenschein Bew. Hunmet

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Vermischtes.

Spandau, 7. April. Ein großer Krawall hat hier während der Nacht stattgefunden. Er nahm gegen 10 Uhr seinen Anfang auf dem außerhalb der Alt­stadt gelegenen Budenplatz. Tie Polizeibeamten waren nicht im stände, die Ruhe tvieder herzustellen, und ordneten deshalb vorzeitig die Schließung der Schaubuden und Schankzelte an. Nunmehr zog ein Trupp von etwa 500 Menschen nach dem Ntarktplatze vor daZ Rathaus und die Polizeiwache. Ein Hause versuchte in die Polizeiwache einzudringen uird konnte nur mit Gewalt zurückgehalten werden. Schließlich sah sich die Polizei genötigt, vom ö. Garde-Regiment Hilfe zu requirieren. Hiernach wurde die tumultuarische Menge nach verschiedenen Richtungen auseinandergetrieben, aber erst nach 1 Uhr war die Ruhe wiederhergestellt. 10 Personen wurden sistiert, jedoch bis auf einen wieder freigelassen.

* Krefeld, 7. April. Beim Zurechtweisen eines Gastes wurde der Wirt erstochen. Ter Thäter, ein junger Bursche, wurde verhaftet.

* Genua, 7. April. Ter 23 jährige Friseur Cruchi, ein wiederholt bestraft Anarchist, ist nach Ermord­ung seiner Frau und seines Kindes slüchtig ge­worden.

* B u d a p e st, 7. April. Tie Blätter melden aus Mohacs: Aus der Tonau kippte ein Fährboot um, aus dem mehrere Wagen sich befanden. Fünf Personen ertranken.

* Ueber eine Blutth at, die mit der von Beck in Königsberg verübten viel Aehnlichkeit hat, wird aus Lodz gemeldet: Am Ostersonntag meldete man der Po­lizei, dcH im Korridor eines Hauses eine Kiste bemerkt wurde, in welcher man die Leiche eines Menschen vermutete. In dem Hause wohnte ein gewisser Iwan, ein Wiann von 37 Jahren, der bis vor kurzem Dtilitärseldscheer war, und ein im höchsten Grade ausschweifendes Leben führte. Attt seiner Frau lebte er beständig in Unfrieden und unterhielt der Reche nach verschiedene Liebesverhältnisse. So stau er auch gegenwärtig m Verkehr mit der 23 jährigen Apol­lonia T. Auf Grund obiger Meldung machte sich di Polizei auf die Suche nach Iwan und fand chn auch bald. Der Verbrecher wurde nach seiner Wohnung gebracht und antwortete auf die Frage nach seiner Frau, sie liege in der Kiste. Auf weiteres Befragen schilderte er den Hergang wie folgt: Am Gründonnerstag beendigte seine

Frau gegen Mittag chre Wäsche und legte sich aus die Couchette, um auszuruheu Auf seine Bitte, ihm Thee zu bereiten, antwortete sie mit Schimpfworten,, so daß er sich selbst daran mackste, den Ssamowar aufzustellen. Zu diesem Zwecke ergriff er ein kleines Beil und fing an, Holz klein zu spalten, wobei er sich mit seiner Frau fortwährend zankte, und durch ihre Schimpfereien schließ- lich dermaßen aufgebracl;t wurde, daß er ihr mit dem Beil einen Schlag versetzte. Die Waffe ttaf die Frau an der linken Schläfe und tötete sie auf der Stelle. I. band die Leiche in ein großes, wollenes Tuch und schob sie unter das Bett. Dann brachte er seine Geliebte zu sich in die Wohnung und verbrachte mit chr auch den ganzen olgenden Tag. In der 97ad)t hörte seine neunjährige Tochter, wie er zu der Person sagte:Mit meiner Frau habe i ch ein für allemal abgerechnet, jetzt ist alles Dein." Am Samstag nacl)mittag zog er die Leiche unter dem Bett hervor, wickelte eine Wachstuch-Tischdecke darum und ver­barg sie in einer leeren Eierkiste, die er dann in den Korridor stellte. Dort war es eng und dunkel, so daß die Kiste von den übrigen Einwohnern nicht gleich be­merkt wurde. I. war mit seiner Frau siebzehn Jahre verheiratet gewesen, er ist 37 Jahre, sie war 34 Jahre alt.

* Wegen Mordversuchs wurde in Berlin der Almosenempfänger Krantz verhaftet, der seine Logis­wirtin, die 26 Jahre alte Kutschersfrau Hertrampf, mit Beilhieben über den Kopf schwer verletzt hat. Krantz, der , vor Jahren zum Krüppel geworden, von der Stadt ändige Unterstützungen bezieht, und sich ab und zu durch ettelausteilen und Austragen einen kleinen Nebenverdienst verschafst, wohnte seit etwa sechs Monaten bei den Her- trampfschen Eheleuten in dem Seitenflügel, dritte Etage, )es genannten Hauses in Schlafstelle. Ta Krantz sehr un­beholfen und von seinen Angehörigen verlas,en war, ge­währten ihm die jungen Eheleute für ein Billiges auch Kost und sorgten auch sonst für eine Bessergestaltung einer Lebensführung, obwohl ihnen der gewaltthätige Krantz durch sein mißmutiges und unzufriedenes Wesen )iese Sorge nicht immer leicht machte. Wiederholt kam es zu Reibereien zwischen dem Ehepaar und ihrem Logis­gast, in deren Verlauf dem letzteren mit der Hinaus- weisung gedroht wurde. Krantz hatte trotz seiner 56 Jahre noch ein leichtempfängliches Herz für Frauen. Als eine Frau, die er in letzter Zeit sehr verehrt hatte, ihm den Abschied für immer erteilt hatte, geriet K. in große Wut, die er wieder an seinen Wirtsleuten und deren zwei kleinen Kindern auszulassen suchte. Darauf kündigte ihm Frau Hertrampf, die Schlafstelle für den 1. Mai und hängte den Vermietzettel an der Hausthür aus. Kaum war der Kutscher Hertrampf nach seiner Dienststelle in der Hochstraße gegangen, so stürzte sich Krantz, der einen jener Vermietzettel an der Thür bemerkt hatte, auf Frau Hertrampf und suchte sie durch Drohungen zur Zurück­nahme der Kündigung zu bewegen. Als die sehr schwäch­liche Frau seinem Wunsche nicht nachkam, griff K. nach einem Küchenbeil und versetzte damit, und zwar mit dem stumpfen Ende des Beils, der Frau einen wuchtigen Schlag auf den Hinterkopf. Gegen die auf die Hilferufe der Frau herbeigeeilten Hausbewohner schwang K. seinen dicken Knotenstock und suchte dann noch die laut auf­schreienden Kinder niederzuschlagen. Frau H. lief blut- übersttömt die Treppen hinunter und hinter ihr K., der noch einmal auf sie eingeschlagen hätte, wenn ihn nicht unten Polizeibeamte in Empfang genommen hätten. K. gebarte sich alsdann, als wenn er geistig nicht normal wäre. Seine Angabe, daß er früher geistesunzurechnungs- fähig gewesen wäre, wird von einer Seite

unterstützt, von anderer wieder in Abrede ge­

teilt. lieber seinen Geisteszustand wird die Un­tersuchung Aufklärung geben. Frau H., deren Verletz­ungen nicht lebensgefährlich sind, befindet sich in ihrer Wohnung in ärztlicher Behandlung.

landwirtschaftlichen Produkte, und es sei notwendig, hierin einen Ausgleich herbeizuführen, d. h. die Güter- und Pacht­preise an ein angemessenes Verhältnis zu den Preisen der Produkte zu bringen; damit wäre eine Reduktton der heutigen abnorm hohen Bodenprcise unvermeidlich. Conrad fährt derselbe (der Rückgang des Grundwirtes,»

allein auf einem Rückgang der Preise der landwirtschaft­lichen Produkte oder auf einer Veränderung des Zins­fußes während die Produktion dieselbe geblieben ist, so wird dadurch der Volkswohlstand nicht berührt, denn der Vorteil des Grundbesitzers bildet den entsprechenden gleichen Nachteil für die Konsumenten, die für chre Be­dürfnisse entsprechend mehr ausgeben müssen, wie der Landwirt mehr einnimmt.

An und für sich hat also das Land kein Interesse daran, den Wert des Grund und Bodens hochzuhalten, so lange die Bewirtschaftung desselben dadurch nicht be­einträchtigt wird. Erst dann leidet die Gesamtbeit, wenn der Landwirt nicht mehr im slande ist, Gebäude, Melio­rationen, Jiiventar in dem bisher leistungsfähigen Stande zu erhalten und an den Erträgen keinen Anreiz zur weiteren Kapitalsanlage findet, durch welche die (Erträge erhöht werden können."

Bei der Erörterung der Frage, woher es kommt, daß fber Bauer die gegenwärtige Depression besser überstanden hat, als der Großgrundbesitzer, bespricht Conrad seine drei Punkte: 1. sind die Produkte der bäuerlichen Wirtschaft, die Viehprodukte, im Preise ge­stiegen, während die Getreidepreise gesunken sind, 2. trifft die Erhöhung der Löhne am meisten den Großgrundbesitzer, und 3. sind die Lebensbedürfnisse des letzteren relativ höher gestiegen, als die des in seiner Bedürsnislosigkett verharren­den Bauern.

Ta alle diese Momente nicht vorübergehender Natur sind, vielmehr im großen und ganzen sich in der Zukunft noch mehr verschlimmern dürften, erscheint es uns hoff­nungslos und volkswirtschaftlich wie politisch falsch, da­gegen durch Schutzzoll an^ukämpfen. Es wird dadurch nicht Gesundung hcrbeigeführt, sondern gerade das Gegen­teil" t . c

Von den Viehzöllen verspricht sich Conrad wenig oder gar keinen Vorteil für die Produzenten, weil die Preise hier noch in einem höheren Maße lokalisiert sind als für Getreide, uni) die Qualität mehr ins Gewicht fällt, außerdem aber die ausländische Konkurrenz nur beschränkt ist. Be­sonders überflüssig erscheint ihm der Zoll auf Schafe:

Man hat geglaubt, diese Sätze (bisher 1 Mk. pro Stück, bei Lämmern 50 Pfg.) noch verdoppeln zu müssen, wohl nur -um diese Tiere gegenüber den anderen nicht zu exceptionell zu behandeln."

Bezüglich des Zolles auf ausländische Futtermittel heißt es:

Es ist sehr zu beklagen, daß die eingeschlagene Zoll­politik nicht auf eine Ermäßigung der Preise, sondern auf eine Erhöhung hinzielt und damit die Viehzucht, die man auf der einen Seite auf Kosten der Konsumenten zu fördern sucht, dann wieder auf Kosten der Landwirtschaft selbst zu erschweren trachtet. Nochmals muß darauf auf­merksam gemacht werden, daß jede Verteuerung des Brot­getreides die Kaufkraft der Bevölkerung für tierische Produtte entsprechend schwächt und zwar ebenso zum Nachteil einer gesunden Ernährung wie zum Nachteil der Viehzucht.

Wessen Interessen die Regierung bei ihren zollpoli- ttschen Maßnahmen in erster Linie zu berücksichtigen habe, erscheint Conrad nicht zweifelhaft:

Darüber kann kein Zweifel sein, daß eine Zunahme des heimischen Wohlstandes nur von der Industrie und dem Handel zu erwarten ist und nur von ihr eine lohnende Beschäftigung der steigenden Bevölkerung, mit der wir zu rechnen haben. Daß die Zollpolitik deshalb in erster Linie die Interessen der letzteren ins Auge zu fassen hat, unterliegt keinem Zweifel."

Ten Wünschen des Auslandes gegenüber beim Abschluß neuer Handelsverträge sollte die Regierung sich nachgiebig 'zeigen:

Nicht aus Rücksicht für das Ausland, sondern im wohlverstandenen eigenen Interesse, um dort eine offene Thür zu erlangen, wo sie sowohl politisch, wie wirtschaft­lich so außerordentlich wünschenswert wäre."

'! - -

genehmigt und der Verwaltung Entlastung erteilt. Die auf atfiÜ Prozent festgesetzte Dividende wurde sofort zahlbar gestellt. In den Aussichtsrat wurden die im regelmäßigen Wechsel auS- fcheidcnden Mitglieder, Wirkl. Geh. Rat Tr. Paul Mischer, Geh. RegierunqSrat Hugo Lem, beide hier, und Kaufmann Adolf Woer- mann-Hamburg wiedergewählt; ferner Generalkonsul Albert de Liagre, Konsul Friedrich Jay, Kommerzienrat Jules Faoreau, sämtlich zu Leipzig, Kommerzienrat Emil Kirdorf zu Weckendorf und der frühere Geschäftsinhaber, Geh. Baurat Alfred LeM, hier, neu gewählt. Außerdem wurde die beantragte Erbohuug des Kommanditkavitals auf Mk. 150 Mill, durch Ausgabe von Alk. 20 Mill, neuen Kommanditanleilen mit Twideudenberechtigungi für em Vierteljahr des laufenden Geschäftsjahrs beschlossen Die neuen Kommaiiduanteile sind von einem unter Führung des Bank- haufes S. B l e i ch r o e d e r stehendcii Konfortium übernommen und werden den bisherigen Kommanditisten zum Cvurse von 160 Proz. dergestalt angeboten werden, daß mif je nom. Alk. 8400 alte Anteile ein neuer Anteil von nom. Mk. 1200 entfällt. Die An­träge wegen einiger Aenderungen der Statuten, in der Haupt- fache, um diese mit den thatjächlich schon bisher befolgten Vor­schriften des Handelsgesetzbuches vom 10. Mai 1897 in Einklang; zu bringen, erlangten gleichfalls die Genehmigung der General­versammlung.

Der Aufsichtsrat der Farbwerke vorm. Meister, LueiuS & Brüning in Höchst a. M. beschloß in seiner am 5. April abge­haltenen Sitzung, der am 3. Alai stattfindenden Generalversanuw- lung pro 1901 eine Dividende von 20 P r o z. vorzuschlagen.

Die Dividende der Italienischen Mcridioualbahu soll 30 Lire = 6 Prozent betragen; im Vorjahr wurden 6»/» Prozent gezahlt.

Rheinisch-westfälisches Kohlcnshndikat. Gute ganze An­zahl von Syndikatszechen ist fest entschlossen, die Zustimmung, zur Erneuerung des Vertrags nur dann zu erteilen, wenn die sämtlichen größeren außenstehenden Zechen dem Kohlensyndikat beitreten.

Leipziger Bank in Konkurs. Wie am Schluß eines aus­führlichen Berichts der Zionkursverwaltung mitgeteilt wird, werden die Gläubiger üisgesamt nicht weniger als 60 Prozent und nicht mehr als 65 Prozent sicher erhalten, so daß noch 3035 Pro-, zur Verteilung gelangen werden.

Argentinische Anleihen. Die argentinischen Anleihen machen, den Besitzern der betreffenden Schuldverschreibungen fortwährend» Sorgen. Der neuerliche Rückgang wird auf das fortgesetzte Steigen des Goldagio zurückgeführt. Die sich seit längerer Zeit befehdenden Nachbarrepubliken Argentinien und Chile werden zwar nicht müde, zu versichern, daß ihnen die Erhaltung des Friedens außerordentlich am Herzen liege, aber diese Versicherungen werdet/ in ihrem inneren Wert einigermaßen dadurch beeinträchtigt, daß die Rüstungen auf beiden Seiten in einem geradezu beängstigenden Tempo fortgesetzt werden. Beide Staaten würden unseres Er­achtens weitaus besser daran thtm ihre Finanzen zu konsolidieren, als sich unterm einem an sich ganz nichtigen Vorwand in kriege­rische Aktionen zu stürzen, was, abgesehen von allem unnützen Blutvergießen, enormes Geld kostet, das beide Staaten nicht haben, sondern sich wieder leihen müssen. Sollte es soweit kommen, dann! würden die europäischen Geldleiher gut daran thun, chre Geld­quellen hermetisch zu verschließen.

Spanische Auslaudsrcute. Die spanischen Exterieurs haben in den letzten Tagen eine nicht unwesentliche Steigerung erfahren. Die Hausse ging, wie üblich, von Paris aus. Atan ist der Ansicht, daß die vom Finanzminister ausgesprochene Unantastbarkeit der Exterieurs vielleicht von der Kottes wiederholt werden wird.

Deutsche Staatsfonds. Die Deutschen Staatsfonds waren, in der letzten Zeit etwas abgeschwächt. Es besteht jedoch nach wie vor die Ansicht, daß beim Wiedereintreten der großen Geldflüssig­keit wofür sich bereits Anzeichen bemerkbar machen der Privatdiskont ist abermals auf 1/« Prozent zurückgegangen dies 3prozentigen heimischen Staatsfonds noch zu weiteren Steigerungent berufen sein werden.

Elberfelder Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer u. Cie. Der Reingewinn für 1901 beträgt Mk. 4164 516 (i. Vor­jahre Alk. 3 583 522). Der Aufsichtsrat beschloß 20 Proz. Dividende! auf das Grundkapital von 14 Alillwnen Mk. Im Vorjahre wurden» 18 Proz. aus 12 Millionen Mk. Kapital verteilt.

Rückgang des Silbcrpreises. Der niederste Kurs des Silbers war in London im vergangenen Jahre 24 15/16 d pro« Unze, der höchste 29 9/16 d. Der letzte Kurs lautete auf 24 3/16* er steht also noch unter dem niedrigsten des vergangenen Jahres und hat damit eilten überhaupt noch nicht dagewesenen Tiefstand! erreicht.

Bergwerk Nordstern. Jüngst zirkulierte an der Berliner! Börse das Gerücht, der preußische Staat werde die Zeche »Graff Moltke", die dem Bergwerk Nordstern gehört, erwerben. Wir hoben davon keine Notiz genommen, registrieren aber heute das offizielle, Dementi des Handelsministeriums.

Allgemeine Deutsche Kleiubahu - Gesellschaft. Dep Termin zum Beitritt zur Schutzoereinigung Jteht nur noch bis zum! 10. April den Obligationären offen.

Türkische Staatsschuldenverwaltung. Den Haupttreffer von Fr. 600 000 bei der jüngsten Ziehung der Türkenlose gewann die Türkische Staatsschuldenoerwaltung.

Gingesantt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt Die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Herrn Heinrich Schneider in Utphe erwidere ich auf seinen Artikel in Nr. 79 Ihres geschätzten Blattes Folgendes:

1. Wenn der neue Pächter des Utpher Gutes ohne Aussicht auf höheren Gewinn aus Zöllen mehr Pacht bezahlt wie der seitherige Pächter, ist dies für mich umsomehr ein Beweis, daß nicht alle Leute an den Rückgang der Landwirtschaft glauben.

2. Ich habe der Gräfl. Renckammer weder einWucher- g e s cy ä f t schlimmster Sorte", noch sonst eine Sünde vorgeworsen; sie hat nur das gethan, was bei höheren Ge­treidepreisen so ziemlich alle Gutsbesitzer thun werden.

3. Es sind nicht e i n z e l tt e leichtsinnige Bieter m Utphe, die den Preis der Pachten in die Höhe treiben, sondern meistelts Bauertt, und ich glaube sogar, die größere Mehr-

Tli-o-ne. Biscuits Cakes-Tobrife Z

Trotz vielfachen Anfeindungen bef)nt sich der Konsum in Kaffee weiter aus, wobei neben den Verbesserungen, welche die Technik in der Herstellung gerösteten Kaffees gemacht hat, auch die billigen Preise der letzten Jahre mttgewtrkt haben. Ein weiteres Fortschritt ist in dem Umstand zu suchen, daß dem Kaffee heutzu­tage nicht soviel geringwertige Surrogate mehr zugefetzt werden. Man nimmt höchstens eine Kleinigkeir von Pfeiffer u. Dillers voll­ständig löslicher Kaffee-Effenz dazu, um eine hübsche Farbe zu er­zielen und den Geschmack und das Aroma etwas zu verbessern. Welchen Umfang der Kaffee-Verbrauch angenommen bat, geht ans der Thatsache hervor, daß Deutschland lährlrch für ungefähr 170 Müll Mark Roh-Kaffee einführt.

zahl derselben in Utphe.

So lange mir Herr Schneider nicht nachweist, daß die von mir empfohlenen Hilfsmittel für die Bauern von meinen Parteigenossen bekämpft werden, sind seine tempe- rainentDoUen Ausführungen gegen meine Partei P han - t a s i e g e b i l d e; er mag seine Parteifreunde im Hessischen Landtag fragen, ob die Sozialdemokraten nicht alle, von der Regierung geforderten Auswenduttgen, die sämtlichen Landwirten zugute kommen, bewilligt hat.

Die Versammlung in Hungen beweist gegen meine Aus­führungen über Zölle nichts; sie hat nur bewiesen, daß ge­wisse Leute über größere Lungenkraft wie wir, verfügen.

Ueberzeugt hat mich Herr Schneider mit seinen Ausführungen allerdings nicht; das ist nicht Verstocktheit meinerseits, son­dern es liegt daran, daß Herr Schneider um mein Zahlen­material (z. B. daß 25 000 Großgrundbesitzer soviel an Zollen einsteckeii, wie 4 Millionen Bauern) wie die Katze um den heißen Brei herumgeht.

7. Zum Schluß will ich noch bemerken, daß ich jedenfalls mit mehr Bauern, und auch aus zahlreicheren Bezirken zu- sammenkomme, wie Herr Schneider; ganz bestimmt weiß ich aber, daß ich über diewirtschaftlicheLage derjenigen, denen die Opfer auferlegt werden sollen, besser orientiert bin als er. Wäre ihm diese Lage bekannt, würde er aus Billigkeitsgründen die Zollgegner doch etwas gerechter be- urteilen, wie es ihm sonst beliebt

Gießen, den 6. April 1902.

E. Krumm.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berlin, 7. April. Ter Börsenvorstand beschloß, daß unter der Voraussetzung, daß die Zuteilungsbriefe für die russische 4proz. Anleihe von 1902 am 8. April abends versandt werden, sür diese Anleihe ab 9. April nur Notiz per Erscheinen stattsindet Als Erscheinungstag für die an der Börse gehandelten Stücke wurde der 15. April festgesetzt

Berlin, 7. April. In der heuttgen ordenttichen General­versammlung der Tiskonlogesellschaft in Berlin, m welcher 4949 Stimmen vertreten waren, wurde die Bilanz nebst Gewmn- und Verlustrechnung für das verflossene Geschäftsjahr einftimmig

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 9. April geschlossen. Donnerstag den 10. Aprü*)r Die verkaufte Braut." Freitag den 11. April, abends halb 8 Uhrr Der Troubadour". Samstag den 12. April:.Luise". Sonntag den 13. April, nachmittags halb 4 Uhr:Der Trompeter von Säkkingen." Abends 7 Uhr:Norma".

Schauspielhaus.

Mittwoch den 9. April *):Im weißen Rößl." Donners tag den 10. April, abends halb 8 Uhr:Alt-Heidelberg". Freitags den 11. April:Iphigenie auf Tauris". Samstag den 12. April: Hüttenbesitzer." Sonntag den 13. April, nachmittags halb 4.Ubr: Flachsmann als Erzieher". Abends 7 Uhr: Neu emstudiert: ,211W Frankfurt". Montag den 14. April:Rosenmontag."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

April

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NW.