Ausgabe 
8.2.1902 Erstes Blatt
 
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nichts". (Sehr richtig.) Aber der leitende Staatsmann muß sich gegenwärtig halten, daß wir nicht in einem isolierten, auch nicht in einem rein agrarischen Staate leben, und daß die Tinge im Leben häufig und sogar meistens nicht so oder so, sondern so und so sind. Ich verhehle auch nicht, daß mich bei der freimütigen Tar- leaung des Standpunktes der verbündeten Regierungen die Hoffnung leitet, zu verhindern, daß von den Vertretern und Freunden der ländlichen Interessen die Verabschiedung der Tarisvorlage durch unannehmbare Mehrforderungen, wie durch die Vermehrung und Erhöhung der Minimal­zolle vereitelt werde. Ich sage als ehrlicher Steuermann, das Schiss der Tarifvorlage kann sich wohl über Wasser halten, aber bei einer noch schweren Ladung werden die Wellen am Ende wohl nicht den Schiffer, aber den Kahn verschlingen. Freisinnige Blätter haben in der Hoff- nung auf die Erfüllung ihrer antiagrarischen Tendenzen mich früher mit der Sonne ihres Wohlwollens beschienen, jetzt machen sie Wind. (Heiterkeit.) Aber den Mantel gebe ich nicht her, mag der Wind blasen, wie er will. Selbst­verständlich wäre und ist meine Aufgabe, die Tarisvorlage in der nach langwierigen und schwierigen Beratungen mit Mühe erreichten Abmessung im Reichstag zu vertreten. Und glaubt man denn, daß abgesehen von den von mir selbst gesagten ernsten Mahnungen, die ernsten Mahn­ungen, die außer von den Bevollmächtigten süddeutscher Bundesstaaten vom Staatssekretär des Innern und einer Reihe preußischer Minister an die Vertreter der Landwirt­schaft gerichtet worden sind, nicht auf völliger Ueberein- stimmung mit dem Reichskanzler und Mi.nisterpräsiden- ten beruhen ? So wenig ich mich je hinter die Krone zurück­gezogen habe oder zurückziehen werde, so wenig denke ich daran, meine Mitarbeiter und Kollegen dem Feuer auszusetzen und mich selber hinter der Front zu halten. (Lebhaftes Bravo.) Und deshalb versichere ich Ihnen, daß icy als wahrer Freund der Landwirtschaft von ganzem Herzen wünsche, es möge der Tag nicht kom­men, an dein sich herausstellte, daß die eifrigen Bemüh­ungen der verbündeten Regierungen und meine eifrigen und redlichen Bemül)ungen für die Landwirtschaft an dem Mangel klugen M abhaltens, entschlossener und einigerUnter st ützung derRegierung ge­scheitert seren. Helfen Sie, daß wir dahin nicht kommen, wirken Sie für eine geschlossene Schlachtordnung aus dem Boden der Tarifvorlage. Tas ist mein Rat, das ist mein aufrichtiger Wunsch! So trinke ich auf das Wohl der deutschen Landwirtschaft und ihrer Ver­tretung!

Vermischtes.

G um binnen, 7. Febr. Der frühere Unteroffizier, Dragoner Marten, befindet sich nach wie vor in Einzel- haft im Militärgefängnisse zu Danzig und wird mit Säcke­nähen beschäftigt. Seine Unschuld an der Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk beteuert er fortgesetzt. Gegenwärtig werden wieder Zeugenvernehmungen durch das Divisionsgericht abgehalten.

"Oldenburg, 7. Febr. Durch Einbruch wurden aus den Geschäftsräumen der Zentralgcnofienschaft des olden- burgischen landwirtschaftlichen Kons um Vereins 8000 Mark gestohlen.

Ebingen, 7. Febr. Heute Nacht ist hier die Wirt­schaftZum Paradies" niedergebrannt, wobei eine 82 Jahre alte Frau in den Flammen um kam. Em anfangs vermißtes kleines Mädchen wurde später am anderen Ende der Stadt aufgefunden, wohin es sich aus Angst geflüchtet hatte. Der Schaden ist groß.

* Ballenstedt, 7. Febr. Heute Nachmittag vier Uhr fand die Beisetzung des Hauptmanns v. Sigsfeld statt. Die Einsegnung der Leiche nahm Oberhofprediger Schubart vor, der auch die Grabrede hielt. Dem Leichenzuge voran schritt die Kapelle des Jnf.-Reg. Prinz Louis Ferdinand, 2. Magdeburgisches Nr. 27 aus Halberstadt und die Ballen­stedter Stadtmusikkorps. Hinter dem Sarge folgten der Bruder des Verstorbenen, Oberstleutnant v. S i g s f e l d, als Vertreter des Kaisers der kommandierende General des 4. Armeekorps v. Klitzing, der auch einen Kranz des Kaisers überbrachte, als Vertreter des Herzogs von Anhalt, Oberjägermeister von der Tann und Oberhofmarschall v. Rechenberg, ferner Deputationen des Luftschifferbataillons, der Telegraphenabtcilung, der zweiten Garde-Ulanen, der Lüneburger Dragoner, viele aktive und Reserveoffiziere, der Ballenstedter Kriegerverein, und eine Ab­teilung Militär. Die hiesige Bevölkerung beteiligte sich un­gemein zahlreich an dem Leichenbegräbnis, dem auch der Gefährte des Verunglückten Dr. Linke beiwohnte. Am Grabe sprach Hauptmann Weber von der bayerischen Lustschiffer- Abteilung.

"Ulm, 7. Febr. Bei der Wiblinger Schwadron des Manen-Reg. 19 machten vier Leute des älteren Jahrgangs in der Nacht von Samstag den Versuch, einen Rekruten zu prügeln, der jedoch nach mehrfachen Mahnrufen seinen Säbel ergriff und einen derAngreifer in die Herzgegend stach. An dem Aufkommen des Schwerverletzten wird ge­

zweifelt. Die Beteiligten wurden verhaftet. Strenge Unter­suchung ist eingeleitet worden.

<Äu5fng tii5 dru älanfcesamtsrrgißnn dkl Statt chlkhkll.

Aufgebote.

Januar. 30. Augusl Atberl Julius Hammer, Geschäftsreisender in Franksurt a. 3)1, mit Elise Hammer, geborene Senkel, dahier. 31. Georg Heinrich Johann Louis Karl Wittich, Lokomotivheizer dahier, mit Maria Elisabethe Anna Strauch in Alsfeld. Februar. 3. August Johannes Emil Robert Mader, Schuhmacher dahier, mit Anna Elisabeth Werner IncqclbfL 3. Adam SchmM, Postschaffner dahier, mit Marte Weller Hierselbst. 4. WÜHelnr Atzbach, KulMrarbeiter m Hausen, mit Katharina Frei dahier. 5. Jakob Hoffmalin, Gymnasial-Obcrlehrer in Eisenberg, mit Pauline Luise Meline Hunsinger dahier, 5. Friedrich Wilhelm Stüber, Sergeant in Bockenheirn, mit Marie Margarethe Kreiling dahier. 7. (xrang Schild, Tabakspinner dahier, mit Katharine Alüller hierjelbst.

Eheschließungen.

Februar. 3. Karl Philipp Gustav Klös, Pfarrverwalter in Münster, mit Lina Gockus in schlitz, ö. Emil Kirchcnbauer, Ge­schäftsführer in Leipzig, mit Christiane Adolfine Geisse ur Straß­burg i. E.

Geborene.

Januar. 25. Dem Schutzmann Wilhelm Gemmecker eine Tochter, Wilhelinine. Februar. 1. Dem Kasernenwärter Wilhelm Schuck ein Sohn, Karl. 2. Tem Ingenieur Otto Wegerdt eine Tochter, Klara. 2. Tem Oberlehrer an der höheren Mädchenschule Dr. Friedrich Sommerlad eine Tochter, Anna Elfe. 3. Tem Tag- löhner Heinrich Barschel eine Tochter. 2. Dem Kaufmann Fried­rich Emil Bender ein Sohn. 4. Dem Buchhalter Heinrich Gühckc ein Sohn.

Gestorbene.

Januar. 31. Marie Dauernheim, 58 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. Februar. 2. Klara Wegerdt, geb. Bender, 25 Jahre alt, Ehefran des Jngeniers Otto Wegerdt dahier.

Haarkrankheiten

Wie mannigfach und unangenehm sind und wirkeii dieselben und wie oft wird mancher damit Behaftete zum Gespötte seiner Mit­menschen und zum unglücklichen Versuchskaninchen von allerlei in den Zeitungsspalten usw. angepriesenen Medikamenten und Präpa­raten, die eine Masse Geld kosten und doch nicht halten, was sie großspurig versprechen. Anders ist es mit Oberweyers Herbaseifc. Zahlreiche Aerzte usw. haben sich lobend über die Wirksamkeit der Seife ausgesprochen: greisen wir von den vielen Attesten folgende Zeilen eines der ersten Aerzte in B. E. heraus, der da schreibt. Senden Sie gesl......(folgt Bestellung) Ihrer Herbasetse,

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1186

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Nachfrage derArbcltgcber:! Schlosser, lSchmied,lSchreiner, 2 Schreinerlehrlmge, 2 Köchinnen, 2 Dienstmädchen._____________

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Birklar, sowie der­jenige des MartwaldeS Birklar für das Jahr 1902/03 liegen vom 10. Februar ab acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeisterei-Bürcau zu jedermanns Einsicht offen.

Birklar, am 8. Februar 1902.

Großherzogliche Bürgermeisterei Birklar.

Müller. 1207

ZaglilittpchtMg.

Montag, 10. Febr. d. I., nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeindejagd auf sechs Jahre auf dem Bürgermeisterei- Bureau dahier verpachtet werden. 1013

Allendorf a. Lahn, 1. Febr. Großherzogl. Bürgermeisterei

Allendorf a. Lahn. _________Volk._________ Holzversteigerung im

griehirdjrotr Semeindkwalb Donnerstag den 13. Fe­bruar, vonoormittags9%Uhr an soll in den Distrikten Wal- bersberg und Reilsberg nach- verzeichnctes Holz versteigert werden:

191 rm Nadel-Knüppel, 4000 Wellen Nadel-Reisig, 54 rm Nadel-Stöcke.

Der Anfang ist tm Walbers- berg am Bersröderweg.

Reiskirchen, 7.Februar 1902. Gr.Bürgermeisterei Reiskirchen.

Wagner. 1203

BteilOlMileWW im Gemeindewald Nieder­kleen, Freitag d. 14. d. M.

Beginn vormittags 10 Uhr im DistriktPfingstweide 3a". Eichen: 14 rm Derbholz. Buchen: 19,5 rm Derbholz. Weichholz: 346 rm Reiser. Nadel: 219rm Derbholz, 37 rm Stöcke und 621 rm Reiser. Groß-Rechtenbach, den 7. Febr. Das Bürgermeister-Amt. 1193

An- nni BremihchoechigerW.

Im Ettingshausener Gemeinde­wald, Distr. Riedstein, Böchers- köpfel, Bruch und Gabriels- zimmerplatz kommt Freitag, den 14. Februar, morgens 9 % Uhr, folgendes Holz zur Versteigerung:

26 Stück Eichen - Stämme, Bauholz, 14,50 fm.

78 Stück Eichen-Stämme, Grubenholz, 15,52 fm.

643 StückFichten-Derbstangen 34,15 fm.

380 StückFichten-Reisstangen, 5,35 fm.

3 Stück Birken-Stämme, 1,22 fm.

13 rm Nadel-Scheitholz. 240,9 Nadel-Knüppel.

25 Eichen-Reisig.

814 Nadel-Reisig.

235 Nadel-Stöcke.

Der Anfang ift morgens 9 l/z Uhr am Eichen-Stamm- holz am Gabrielszimmerplatz. DasEichen-Stammholz ist ohne Rinde gemessen. 1201 Ettingshausen, 7. Febr. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei

Ettingshausen.

Keil, Beigeordneter.

Solzversteigerung Donnerstag den 13. d. M., vormittags 10 Uhr, kommt im hiesigen Gemeindewald-Distrckt Haide und Heidelbeerberg,nach­stehendes Stammholz zur Ver­steigerung:^ 1163

4 Eichen-Stämme von 28 bis 32 cm Durchm. = 2 fm.

125 Nadel-Stämme, darunter 10 Lerchen von 16 bis 34 cm

Durchmesser 42 fm. 287 Nadel-Derbstangen,14 fm 71 Nadel-Reisstangen, 2 fm.

Anfang auf der Haide.

Freitag den 14. d. M., vormittags 11% Uhr, kommt im Distrckt Bodenhardt nach­stehendes Eichen - Schnittholz zur Versteigerung:

30 Eichen-Stämme von 34 bis 62 cm Durchmesser 40 fm.

Anfang amEbersgönser Weg. Pohl-Göns, den 7. Febr. 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei

Pohl-Göns. Sch epp.

Solzversteigerung

Freitag den 14. Februar d. I. soll im Rödgener Ge­meindewald folgendes Holz ver­steigert werden:

Stämme:

30 Eichen 2,2 m lang (Gar­tenpfosten),

35 Fichten 14,27 fm. Derbstangen:

181 Fichten ---- 12,14 fm.

Brennholz:

34 rm Buchen-Scheiter,

73 -Knüppel,

10 , Eichen-

15 Nadel-

2540 Buchen-Wellen,

900 Eichen- ,

1050 Nadel-

13 rm Buchen-Stöcke,

9 , Nadel-

Die Zusammenkunft ist mor­gens 10 Uhr am Weg nach Annerod bei der Anlage.

Rödgen, 7. Februar 1902. Großh.Bürgermeisterei Rödgen. 1197 Stein.

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