nehmen bequemer ist . . . kürzer. Zu viel Umstände . . . Beschimpfungen . . . und so weiter.
Ich: Was sagen denn die Arbeiter dazu?
Jaurös: Das ist merkwürdig. Wer ablehnt, würde sich auch bei unseren Arbeitern schaden. Die Arbeiter sind noch mit dem Gedanken vertraut, daß ihr Manu als Champion mit den Konservativen kämpst.
Ich: Also billigen Sie das Duell?
Jaurös: Durchaus nicht! Ich mißbillige es. Ich hoffe, es wird schwinden.
Ich: Thut Ihre Partei systematisch etwas dagegen?
Jauräs: Das nicht .... Systematisch etwas dagegen . . . Nein!
So das Parteihaupt in Frankreich. Die französischen Sozialisten behandeln den Zweikampf wie die deutschen Sozialisten den Alkohol. Sie empsinden ihn als Uebel, doch sie greifen nicht fest zu.
In Frankreich ist Ablehnung fast unmöglich. In England bekanntlich die Annahme. Jedenfalls herrscht in beiden Ländern Klarheit.
Deutschland . . . steht in der Mitte.
Ale „Kandelei^.
Unser Berliner parlamentarischer Miterbeiter schreibt: „Gott sei Tank, daß die Handelet ein Ende hat!" Mit diesem ingrimmigen, noch durch ein Kraftwort verstärkten Ausruf verließ einst Caprivi das alte Reichstagsgebäude in der Leipzigerstraße. Damals wogte der Kampf um die Militärvörlage, und Frhr. v. Huene vom Zentrum hatte es übernommen, einen Ausgleich aus „mittlere Linie" herbeizuführen, für den freilich die große Mehrheit seiner politischen Freunde unter Leitung des Dr. Lieber nicht zu haben war.
Es wiederholt sich alles — in der Politik mag sich bie „Handelei" seitdem recht oft wiederholt haben, denn das Reden allein thut's nicht, und die Parlamentarier wollen nicht nur überzeugt, sondern „genommen" sein. Das heißt: Die Regierung muß zeigen, welch' unermeßlichen Wert sie legt auf die wohlwollende Unterstützung des patriotischem" Herrn L., des „einsichtigen" Herrn Y., des „so eminent sackvcrständigen" Herrn Z. Früher war es Gewohnheit, nach der Gegenleistung zu fragen, die etwa das Zentrum erhielt, wenn es der Regierung in schwerer Stunde seinen mächtigen Beistand lieh. Die Frage ist abgenutzt. Man merkte nichts von Gegenleistungen, wenigstens keiner solchen, die der Größe des geleisteten Dienstes entspräche. Selbst Dr. Liebers Annahme, daß er in ein hohes Reichsamt hätte gelangen können, ist nur eine Selbsttäuschung gewesen. Niemals ist daran gedacht worden, ihm ein derartiges Amt anzubieten. Die Gegenleistung existiert nicht, sie ist eine ins alte Eisen geworfene Fabel. Wie kommt es denn aber, daß Männer, die zuerst mit räuber Bestimmtheit erklären: „Wir thun dies auf keinen Fall", mit ebensoviel Bestimmtheit schließlich doch den von der Regierung gewünschten Weg einschlagen, nachdem allenfalls des besseren Scheines halber ein paar Kleinigkeiten am Entwurf geändert worden sind? Wirft die von dem einen und anderen Regierunasvertreter geübte Kunst, Vorschläge einleuchtend und annehmbar zu machen, soviel stärker, weil unmittelbarer, im kleinen Kreist als im Parlament, vor allem Volk? Etwas mag ja dies Gegenüberstehen Auge in Auge, die gleich die Hauptpunkte erfassende Rede und Gegenrede, die sofortige Widerlegung und Beschwichtigung jedes neu auftauchenden Bedenkens zum Erfolg beitragen. Aber der eigentliche Zauber liegt darin für den zum Vertrauensmann erkorenen Parlamentarier, daß leitende Staatsmänner mit ihm wie mit einem Gleichberechtigten, ja noch mehr, wie mit einem noch größere Macht Besitzenden unterhandeln. Das schmeichelt dem Selbstbewußtsein — und welcher Parlamentarier von Ruf und Einfluß wäre der Empfindung der Eitelkeit, dem stolzen Gefühl, daß ohne ihn die Maschine ins Stocken gerät, ganz unzugänglich? Tas ist die Stelle, wo sie sterblich sind. Tas ist die Gegenleistung, wenn man sie so nennen will, daß die Regierung Personen, bei denen sie eine maßgebende Stimme in der Fraktion voraussetzt, zu intimen Besprechungen entbietet, ihre Sorgen enthüllt und Aufschlüsse gewährt, wie sie sonst nur Mitglieder der Regierung unter sich besprechen. Und nun soll der ins Vertrauen Gezogene, zum Mitwisser ganz diskreter Mitteilungen Gemachte raten, helfen. Je komplizierter die Situation, ein um so ehrenvollerer Respekt vor dem Scharfsinn und dem Einflußvcrmögen des Beraters kommt in dem Umstande, daß man sich ihm nähert, eine Begegnung mit ihm herbeizuführen sucht, zum Ausdruck. Nichts wird im allgemeinen so gerne, so freigebig gewährt wie der „gute Rat". In anderen Lagen des Lebens verpflichtet solch ein Rat oft zu weiter nichts. Bei politischen Unterhandlungen aber der erwähnten Art ist mit dem Rat- schlag die thätige Mitwirkung an der Ausführung verknüpft.
Zu den Zeiten, da die Regierung einen Menschenkenner par excellence wie Herrn v. Boetticher zur Ver- fügung hatte, vollzogen sich Verständigungen mit den parlamentarischen Führern um vieles glatter und rascher, als jetzt. Herr v. Boetticher besaß eine unwiderstehliche Liebenswürdigkeit; er kannte die meisten Abgeordneten persönlich und er wußte brillant Bescheid über ihre tleincn und mitunter auch großen Schwächen. „Boetticher wird das schon machen", sagte Fürst Bismarck, und zu manchem parlamentarischen Erfolg des Altreichskanzlers hat in der Thal sein Staatssekretär den Weg geebnet. Ter reservierte, ernste Graf Posadows kuMsl nicht der Mann für Unterhandlungen, Staats.sekrctöF^Z-rhr. v. T h i e l m a n n , obwohl durch die Schule des Diplomaten gegangen, ist es erst recht nicht, lund ob es Graf Bülow ist, das muß sich erst noch zeigen beim_ Zolltarifentwurf.
Ohne „Handeln" geht es nun einmal nicht in der Politik. Wollte die Regierung nur auf die Kraft ihrer Gründe vertrauen und „in den Wolken des Olymps" bleiben für die Parlamentarier, gar manches würde gescheitert fein, 000 nach anfänglich unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten zur Ueberraschung des großen Publikums urplötzlich Line günilige Wendung erhielt mid friedlich in den Hafen gelenkt wurde. 1
Deutsches Keich.
Berlin, 6. 9tov. Unter der Spchmarke „D e r K a i s e r und der Er b g r o ß h e r zo g von Baden" meldet der „Lönigsb. Allg. Ztg." ein Korrespondent:
Zu den Gerüchten von Differenzen zwischen dem Kaiser und dem Erbgrogherzog von Laden, die das plötzliche Ausscheiden des letzteren aus dem Kommando des rikini- schen Armeekorps veranlaßten, erfahre ich eine Randb»
merküng zu einem solche Behauptungen behandelnden Zeitungsausschnitt, die von einer sehr hoch stehenden Persönlichkeit herstammt. Tie hier geübte Kritik war ebenso kurz, wie energisch. Sie enthielt nämlich nur ein einziges Wort, und dieses lautete: Blech!
— Ter preuß. Finanzminister und der Minister des Innern haben eine Verfügung erlassen, welche die Wiederaufnahme solcher deutscher Namen, die in einen polnischen umgewandelt worden sind, sehr erheblich erleichtern wird.
— Ter „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Kronenordens erster Klasse an Professor Anton v. W e r n e r, des Sterns zum Kronenorden zweiter Klasse an Professor Joseph Joachim.
— Tie Kinderarbeitskommission des Reichstags setzte im § 8 für die Verwendung der Kinder beim Austragen von Waren und sonsttgen Botengängen das Schutzaller auf zwölf Jahre statt zehn und die Uebergangs- zeit auf zwei Jahre statt fünf fest. Tie Kommission änderte den § 9, Sonntagsruhe betreffend, dahin ab, daß Abs. 1 lautet: „An Sonntagen und Festtagen dürfen Kinder vorbehaltlich der Bestimmungen im Absatz 2 nicht beschäftigt werden." Abs. 2 lautet ncrch dem Kommissionsbeschlusse: „Für die öffentlichen theatralischen Vorstellungen und sonstigen öffentlichen Schaustellungen bewendet es auch an Sonntagen und Festtagen bei den Bestimmungen des § 6."
— Ter Bundesrat hat in der heutigen Sitzung u. a. einer Reihe von Ausschußanträgen zugestimmt, so dem Anträge betr. Gewährung von Zoll frei h eit an die bei dem Teutschen Reiche beglaubigten Botschafter, Gesandten u sw., dem Anträge betr. Ergänzung der Vorschriften über Rückvergütung der B r a u st e u e r bei der Ausfuhr von Bier, ferner dem Ausschußantrage betr. Zoll und Salz- ste uer, sowie hiem Ausschußantrage betr. Abkommen mit Frankreich über die gegenseitige Behandlung der Handlungsreifenden vom 2. Juli 1902. Auch dem Ausfchußantrage über den Entwurf der Bekanntmachung bett. Bestimmungen für den Kleinhandel mit Garn wurde vom Bundesrat die Zustimmung erteilt.
■— Tie Wiener ,Leit" meldet: Anläßlich des Reich s- de fizits taucht in Deutschland der schon vor Jahren ventilierte und seinerzeit vom Reichstag gegen die eine Stimme des Grafen Moltke abgclehnte Vorschlag auf, die „Staatskrüppel" zu besteuern, Ivie es in Oesterreich, Frankreich und der Schweiz geschieht. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Angehörigen der „Gemeinen" in ganz Teutschland eine monatliche Zulage an den aktiven Soldaten zahlen, deren untere Grenze 3 bis 5 Mk. beträgt, in wohlhabenden Gegenden aber, bei der Garde, der Kavallerie und Artillerie bedeutend höher steigt; das Ein- jährigenjahr kostet bei der Linieninfanterie 4000 Mk. Minimum. Es ergiebt sich daraus, daß der vom Dienst Bereite, bezw. seine Angehörigen eine sehr bedeutende Ersparnis machen und auf dieser Basis taucht der Vorschlag einer progressiven Krüppelsteuer mit dem Maximalsatz von 3 Proz. aus. Selbstverständlich würden diejenigen Wehr- iflichtigen, welche erwerbsunfähig sind, oder der Unterstützung bedürfen, von der Wehrsteuer zu befreien sein. Tie Oeffentlichkeit steht jedoch auf dem Standpunkte, es sei eine Ehre zu dienen, die man — auch nur formell — nicht mit Geld abkaufen könne, und so wird der Reichstag, falls ein diesbezüglicher Antrag erfolgt, keinesfalls für das Projekt zu haben sein.
— Ter antisemitische Volksbund (Böckel, Förster und v. Mosch) hat nach der „Staatsbürgerztg." im vergangenen Jahre 361 Versammlungen in Teutschland abgehalten. Dieser Deutsche Volksbund hat am Sonntag auf feinem 4. Bundestag in Berlin beschlossen, Reichstags- kandidaturen auszustellen in Pyritz, Sternberg, Marburg, „sowie in einigen anderen Kreisen". Tie „erforderlichen" Geldmittel, so berichtet die „Staatsbürger^.", murren bewilligt. Zugleich erklärte der Bundestag den Deutschen Volksbund dauernd als Burenhilfsbund.
München, 6. Nov. Nach soeben aus Berlin hierher gelangten Meldungen werden die bayerischen Zentrumsabgeordneten ohne Rücksicht auf den Bauernbund sürdieVerständigungüberdenZolltarif timmen.
— Ta auch in diesem Winter die Verdien st Verhältnisse der Arbeiter namentlich in größeren Städten teilweise schwieriger zu werden drohen, traf das Ministerium des Innern Anordnungen, daß die im letzten Budget genehmigten, aber noch nicht zur Ausführung gelangten Staatsbauten thunlichst rasch in Angriff genommen werden und auch bei Bauten aus Kreisdisttikts- und Kom- munalsonvs aus ein gleiches Verfahren hingewirkt werde. Auch soll darauf Bedacht genommen werden, daß die Arbeiter bei Vollendung der betreffenden Bauten nicht plötzlich entlassen, sondern bei an bereit Bauten thunlichst weiter beschäftigt und in erster Linie inländische Arbeiter berücksichtigt werden.
Ausland.
Lyndon, 6. Nov. Der König begab sich heute nachmittags nach Sand ring Ham.
Paris, 6. Nov. Präsident Loubet verlieh dem bäurischen Geschäftsträger v. d- Thann, der dem Vernehmen nach für den Gesandtschaftsposten in Rom in Aussicht genommen ist, das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion.
— Ter radikale Deputierte Gebet wirb im Kongrega- tionsausschuß ben Antrag stellen, baß jebe Kong re- gation als aufgelöst zu betrachten fei, wenn ihr von ber Kammer ober vom Senat bie Bewilligung verweigert wirb.
— Abg. Stein wird namens ber Allbeutschen morgen bie angekündigte Interpellation wegen der vom Botschafter Rumbold behaupteten Aeußerung des öst erreicht- chen Kaisers, im Burenkriege stehe er mit feinen Sympathieen ganz aus der Seite Englands, einbringen. Diese zweifellos fälschlich dem Kaiser unterschobenen Worte, die dem Kaiser eine Gesinnung zumuten, die in Oesterreich nur in den Kreisen der Spekulation und der Börse geteilt werde, seien geeignet, die größte Beunruhigung in der Bevölkerung hervorzurufen. Tie Anfrage geht dahin, ob der Ministerpräsident geneigt sei, gegen diesen offenkundigen Mißbrauch mit Worten des Kaisers Stellung zu nehmen, oder den Kaiser über diese Angelegenheit auf- zuklären, und ein sofortiges Dementi zu veranlassen.
Budapest, 6. Nov- Dem „Pester Lloyd" zufolge haben die maßgebenden Kreise über die militärischen Forderun gen sich dahin geeinigt, daß für dieses Jahr nur die Ermächtigung zur Einberufung von 6000 Mann Ersatzreservisten zur aktiven Dienstleistung erteilt wird. Ein Dritteil soll nach einem Jahr, ein zweites Drittel nach zwei, das letzte Drittel nach dreftahriger
Tienstzeit entlassen werden. Das das nächste Jahr betrifft. werde die Heeresverwaltung verlangen, baß das Retrutenkontingent bes Heeres für bas nächste Jahr um 21 900 Mann erhöht werde.
Konstantinopel, 6. Nov. Tas Schatzamt gab bie Anweisung, alle Rückstände ber in Deutschland lebenden Witwen und Waisen der früher in türkischen Tiensten stehenden Deutschen auszuzahlen. Seit zwei Jahren waren die Pensionen nicht mehr gezahlt worben.
— Tie Meldung aus fernen, daß der italienische Geschwaderkommandant auf der Auslieferung sämtlicher Piraten bestehe und drohe, weitere Ortschaften zu bombardieren und daß ferner m e h r e r e e n g l i f ch e Kriegsschiffe in Hodeida eintrafen, ruft auf der Pforte große Erregung hervor. Tas Gerücht, daß England ein drohendes Ultimatum wegen der noch nicht erledigten Forderungen der englischen Untertanen in Hodeida gestellt habe, bestätigt sich nicht. — Ter neuerlichen Beschießung des türkischen Hafens Midi durch die Italiener liegt nach amtlichen türkischen Depeschen folgender Thatbestand zu Grunde: Ter Kommandmit des italienischen Kreuzers „Piemonte" veranlaßte den mit ber Verfolgung ber Piratenschiffe betrauten türkischen Fregattenkapitän Riza-Bey, zum Zwecke einer Aussprache an Bord der „Piemonte" zu kommen. Riza entsprach dieser Aufforderung und der ztommandant der „Piemonte" legte ihm ein Protokoll vor, worin festgelegt wurde, daß die Türkei innerhalb drei Tagen die italienischen Forderungen zu erfüllen hätte, widrigenfalls bie Italiener zu einer Beschießung schreiten konnten. Riza sollte das Protokoll mit seiner Unterschrift beglaubigen, was er jedoch ah- lehnte. Der italienische Kommandant hiell Riza infolge dieser Weigerung 26 Stunden gefangen, woraus Riza unterzeichnete. Tie Türken haben durch ihre Säumigkeit am meisten Schuld an der Haltung Italiens. In Midi selbst ist kaum noch viel zu bombardieren, die Bevölkerung hat den Hafenort längst geräumt. In Bezug auf die elenden, übrig gebliebenen Hütten der Seeräuber, welche bie Italiener beschießen, meinte ein Staatsmann makftiös: „LeS Italiens cherchent Midi ä quatorze heures."
Johannesburg, 6. Nov. Mtlner erhielt ein Kabeltelegramm des Auswärtigen Amts, in bem daS Bedauern ausgesprochen wird, daß es nicht in der Lage sei, daS Anerbieten, ein B u r e n k o n t i n g e n t für den Dienst im Somalilande zu bilden, anzunehmen.
New York, 6. Nov. Die Siegesnachrichten Castros sind anscheinend unbegründet. Drei Brücken der deutschen Eisenbahn in Venezuela wurden in bie Luft gesprengt.
Aus Hluöt uni) Kan-.
Gießen, den 7. November 1902.
- Das Fest der goldenen Hochzeit feied unfer Mitbürger ber Rentner Karl Sarnes mit seiner (Baltin Frau Elis e Sarnes, geb. Kastner.
- Verschwunden und wiedergefunden. Der atud. phiL Th. H., dessen Verschwinden wir kürzlich meldeten, ist in Schlesien wieder aufgetaucht. Er schrieb von dort aus an seine Eltern und bat um Reisegeld für die Rückreise. Wie uns mitgeteilt wird, ist er einiger unbedachtsamer Hand- lungen wegen angeklagt worden, durch fein Verschwinden wollte er sich den Folgen derselben entziehen.
(:) Friedberg, 6. Nov. Am 3. d. MtS. wurde der Winterkursus der Großh. landw. Schule in Friedberg mit 60 Schülern, der höchsten Frequenzzahl feit Bestehen der Anstalt, durch den Direktor Dr. o. Peter eröffnet. ftreiSrat Fey, Bürgermeister Sandmann und Eltern der Schüler hatten sich zu dieser Feier eingefnnben, welche erkennen ließ, daß die Landwirte hiesiger Gegend immer mehr die Bedeutung einer landwirtschaftlichen Schulung erkennen und daß die Erfolge der Schule von den Landwirten gewürdigt werden.
8t. Darmstadt, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Der Großherzog wird sich, einer Einladung des Frhr. v. Heyl folgend, heute abend 8 Uhr mittelst Sonderzug nach Worms zur Jagd begeben. Großfürst SergiuS kehrt heute nachmittag, Prinz Heinrich heute abend hierher zurück.
Bensheim, 5. Nov. In der gestrigen Stadtoerordneten- Sitziing setzte die Versammlung den Ansangögehall deS neuen Bürgermeisters auf 6000 Mark (4500 Mk. pensionsfähig, 500 Mk. RepräsentationSgehalt und 1000 Mk. Wohnungsvergütung) fest, mit der Maßgabe, daß daS Gehatt von drei zu drei Jahren um 300 Mk. steigt, sodaß dasselbe nach Zurücklegung von 12 Dienstjahren 7200 Mk. (wovon 5700 Mk. pensionsfähig) beträgt. Betreffs der Wahl deS Bürgermeisters wurde ll. ,St. fi.* beschlossen, daß demnächst ein Könkurrenzausschreiben erlassen werden soll.
d. Marburg, 6. Noobr. Aus dem gestern hier abgehaltenen Unterverbandstag der Raiffeisen- Genossenschaften des Kreises Marburg teilte auf eine Anfrage hch der Untcroerbandsdircktor für den Kreis Kirch- Hain, Landgerichtsrat Klingenbiel von hier, mit, daß man davon abgesehen habe, ein Kornhaus für die beiden Kreise Marburg und Kirchhain zu bauen, daß aber mit dem Ban eines kleineren Kornhauses für den KreiS Kirchham in Kirchhain im Frühjahre begonnen werden würde.
Frankfurt a. M., 6. Nov. Hier vereinigen sich in den nächsten Tagen die Vettreter der amtlichen Statistik des Reiches und der deutschen Bundes st aaten, um btt bei den großen Zählwerken der letzten Jahre (Berufs-, Gewerbe-, Volkszählung rc.) gewonnenen Erfahrungen behufS Verwertung bei künftigen Aufnahmen sestzulegen und für eine Reihe fortlaufender, bezw. periodisch wiederkehrender Arbeiten gemeinsame Grundsätze auszustellen. Außerdem sollen bie vorbereitenden Maßnahmen für den im Jahre 1903 in Berlin stattfindenden Kongreß des internationalen Statistischen Instituts, das zum ersten Male seit feinem Bestehen auf deutschem Boden tagt, besprochen werden.
Vermischtes.
• Der Selb st mord des Hauptmanns MatteS erregt in dem Berliner Vorort Groß-Lichterfelde Aufsehen. MattheS war seit April d. I. an der Kadettenanstall als Lehrer thäkiq und stand im 38. Lebensjahre. Vorher war er Hauptmann im Füsilier-Regt. Nr. 39 in Düsseldorf. Seine Frau mnd ihn im Schlafzimmer tot auf dem Teppich liegend vo.. MatlhcS hatte sich durch einen Revolverschuß getötet. lieber die Grunde der traurigen Thal ist noch nichts


