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7.11.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 26S

Ursche»«» »«glich

äuget bonnlagS, Dem (ßiegenex Anzeiger werden Im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Familien« Hättet viermal in der

Woche beigelegL ßiolallonSdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Ünivers.-Buch- u.6tetn* druckerei (Pietsch Erdens ItedakNon, Expedition und Druckerei:

Schutstrahe 7. ttbiefle tür Depeschenl

Anzeiger »letze«. FernsprrchanichtiißAr 5L

Zweites Blatt.

152. Jahrgang

jährlich

Abhole-

monathd)

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen

Freitag 7. November 19012

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& monatlich vbPs^ oierteh

die Post Alk. 2. viertel* sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen füx die lageflnuininex diS oormUtag- 10 Uhr. ßetlenprel»; lokal 12Ps^ auSiväNS 20 Psg, verant worilich, füx den poltt. u. öligem, keil P Witiko: füx Sladl und L'anb* und ®end)t6|aal* Lari Plato, füx den Am zeigenteil: Han» Beck.

' ) Wit. 2.20, durch bhole- u. Hiveigsiellen loimtlid) 66 Ps., durch

Politische Tagesschau.

Kaiser WUHclm auf der Reise nach England.

Ter Kaiser traf am Donnerstagvormittag in Kiek ein. Zur Begrüßung hatten sich dort auf dem Bahnhöfe u. a. eingefunden: die Prinzen Heinrich und Albert von Preußen und Staatssekretär v. Tirpitz. Bald darauf begab er sich nach dem Exerzierplätze vor der Matrv-senkaserne. Im Exerzierschuppen begrüßte der Kaiser die Rekruten und begab sich nach der geschmückten Tribüne. Es erfolgte sodann die Vereidigung. Ter Kaiser hielt eine kurze Ansprache. Ter Monarch wies auf die Bedeutung des Mdes hin, ermahnte zur Treue gegen Kaiser und Reich, wie sie stets seine Marine bewiesen habe. Rühmend betonte er nament­lich das mannhafte, entschlossene Verhalten des Komman­danten und der Besatzung des KanonenbootesPanther vor Haiti gegen das RebellensckiffCrete-ä-Pierrot". Ter Kaiser forderte die Rekruten auf, oern Beispiel dieser Kame­raden nachzueifern. Sodann begab sich der Kaiser zur Frühstückstcuel in die Ossizier-Specseanstalt und nach dem Essen zur Barbarossa-Brücke. Don dort fuhren der Kaiser und Prinz Heinrich sowie der Staatssekretär des Reichs- marineamts v. Tirpitz, zur Germaniawerft. Auf der Unter» hofewerft wurde der Kaiser von dem Tirektor der Werft, Kontreadmiral Darandon, begrüßt und aus die Werft ge­leitet.

Ter Aufenthalt Kaiser Wilhelms in Sandringbam wird voraussichtlich bis zum 15. Nov. dauern. Alsdann begiebt sich der Kaiser zur Jagd nach Lowther Cartle zum Earl os Lonsdale. Heber den Zeitpunkt der Rückreise ist bisher noch keine Bestimmung getroffen.

Zu den Landlagswahlen.

Im Landkreise Tarmstadt hat Bürgermeister Senßfelder seine Kandidatur zurückgezogen. Zuchtinspek­tor D e t t w e i l e r wird jetzt noch als Kandidat genannt neben Dr. Lahr. Mer auch den seitherigen Mg. Backes wollen viele nicht fallen lassen, obwohl einige behaupten, ein Lehrer gehöre nicht als Vertreter eines Landwirtschaft treibenden Bezirkes in die Ständekammer." Doch warum soll ein Stand, der 3000 Glieder zählt, und seine ganze Kraft für das Wohl des Vaterlandes einsetzt, so gut tote jeder andere, im Landtag nicht vertreten sein? Tie Sozial­demokraten behaupten, daß sie dort nur eine Stimme weniger haben, als die anderen Kandidaten. Ta die So­zialdemokraten bei der Wahl bis zum letzten Mann an­wesend sein werden, liegt es nahe, daß, wenn die Wahl­männer der bürgerlichen Parteien sich bei der Stichwahl nicht aus einen Kandidaten einigen, der Kandidat der Sozialdemokraten, der Einlassierer der Darm­städter Ortskrankenkasse, Otto Friedrich, zum Mgeordneten gewählt werden wird.

In M i ch e l st a d t ist, da der bisherige Abgeordnete jenes Wahlkreises dem Vernehmen nach eine Wiederwahl abgelehnt hat, der Beigeordnete W. Kredel als Landtags- Kandidat aufgestellt worden, und nach denN. Hess. Volks­blättern" dürste dessen Wahl auch gesichert sein.

Mechanische Abstimmung.

Man schreibt uns ferner aus Berlin, 6. November: Tie elektrische Abstimmungsmaschine, von 6er in einigen Zeitungen die Rede war, .scheint as der r e u z z t g." angethan zu haben. Tas konservative Organ erklärt heute abend u. a:Wir würden nicht dagegen sein, wenn jetzt durch einen Zusatz zur Geschäftsordnung dem Präsidenten gestattet würde, in gewissen Fällen nament­liche Abstimmungen durch die Maschine vorzuneh- m e n." Eine Zustimmung von konservativer Seite zu dieser Umwälzung im Parlament war gewiß am wenigsten zu er­warten! Statt ungefähr in dreißig Minuten eine Entschei­dung im Zeitraum von nur dreißig Sekunden, das hat in der That viel für sich. Mer es muß bei alledem doch die zur Mehrheit ausreichende Zahl von Mgeordneten zur Stelle sein, um die Abstimmungs-Knöpfe zu bedienen. Tas ist der Haken, den die sonst nützliche und wohl erwägens- werte alte Neuerung hat. Und bJ der Zerstreutheit, an der mancher Reichsbote leidet öfters ertönt bei nament­lichen Abstimmungen zu grenzenloser Heiterkeit einJa", wennNein" gemeint ist, und umgekehrt kann ein Truck des falschen Knopfs nicht ausbleiben, was bei diesem System rasch wie der Blitz, schwer zu korrigieren ist und unter Um­ständen zum Verhängnis für eine Vorlage wird.

Ein voreiliger Boykott.

Voreilige Boykotts tragen sich allenthalben aus den verschiedensten Anlässen tagtäglich zu, deren Tragweite im kritischen Augenblicke von den ,Veranlassern nicht immer genügend erwogen wird.

Es sind jetzt mehrere Monate ins Land gegangen, seit­dem die jenseits der russischen Grenze wohnenden Polen den Entschluß faßten, die deutschen Fabrikate zu ver­drängen zu Gunsten solcher aus Oesterreich, Frankreich, selbst aus Holland und England., Tas Wettrennen dieser Konkurrenten um die Gunst der russisch-polnischen Kundschaft hat nicht lange gedauert. Einer nach dem Andern verlor sen Geschmack an dem Verkehr mit den slavischen Geschäfts­leuten und zog sich zurück. Nur Oesterreich ist noch auf dem Platze, weil dessen Handelsagenten und Fabrikreisende yum Teil selbst Slaven sind oder doch die Art, mit solchen amzugehen, kennen. Tie im Westen erworbene geschäft­liche Routine verfängt bei den Slaven nicht, ihnen kann man nur durch eine besondere Behandlung beikommen, und

5>ie heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.

diese ist nicht anders als durch häufige Reisen nach. Russisch-Polen, die nicht eben zu den Annehmlichkeiten zählen, in Erfahrung zu bringen. Noch eins kommt hinzu. Tie deutschen Geschäftsleute sind infolge jahrelanger Bezieh­ungen über den Geschmack der Polen hinsichtlich, dieser und jener Warengattung, beispielsweise in oer Damenkonfektion, vollkommen orientiert Was die nichtdeutschen Firmen liefern, entspricht oft nicht dem Geschmack des polnischen Publikums, sodaß die Lagerbestände 6es Geschäftsmannes sich in unerwünschtem Maße häufen. AN das hat zu Un- zuträglichkeiten geführt und läßt das Verlangen nach deutschen Fabrikaten und Waren wieder rege werden. Es ist eben in vielen Fallen ein Unding, anderen eine Zwangs­jacke anlegen zu wollen. Von einer Wiederholung dieses Experiments «dürften sich die Polen im eigenen Interesse hüten.

Minister Budde auf Reifen.

TieMünch. Attg. Ztg." meldet al» Ergebnis der Be­sprechungen des preuß. Ministers Budde mit dem bayr. Mi­nisterpräsidenten Grafen v. Crailsheim die erneute Be­stätigung der Thatsache, daß die p r euß is ch-h e s sisch e Bahngemein schäft gewillt ist, mit den süddeutschen Bahnverwaltungen gleich gute Beziehungen zu pfle­gen, wie seinerzeit Minister v. Thielen, und daß vollstes Vertrauen zu den Intentionen der Amtsführung Buddes gehegt werden darf. Ter Umstand, daß Minister Budde von München nach Stuttgart ging, könne ein beweiskräf­tiges Argument dafür sein, wie überhaupt der Eindruck des preußischen Besuches der sei, daß die Grundlagen des vorbehaltlosen Einvernehmens mit den süddeutschen Ver­waltungen in natürlichem Wachstum seien, das in der föderativen Grundlage des Neick)es feste Wurzeln habe und in der nüchternen Erkenntnis, daß ein freundnachbar- l ich es Zusammenarbeiten aller Beteiligten unmittelbar für die respektiven Finanzen und bann auch dem Reiche von Vorteil sein werde, und daß in dem großen Konkurrenz­kämpfe, der dem deutschen Gewerbesleiße international im nächsten Jahrzehnt bevorstehe, durch die energische Zu- sammenwirkuiig aller Verkehrsmittel abgetoiefen werde. Tie Pfälzischen Bahnen seien nur nebenbei erwähnt worden. Für sie gebe es nur zwei Möglichkeiten, daß sie entweder Privatunternehmen bleiben, oder vom bay­rischen Staate übernommen werden. Bezüglich der Main- Kanalisation von Offenbach nach Aschaffen­burg bestätigt sich erfreulicherweise die Hoffnung, daß die Verhandlungen, welche nie geruht haben, sondern nur durch die Amtsniederlegung Thielens unterbrochen sind, bald wieder ausgenommen und hoffentlich bald erfolg­reich beendet werden.

TieM. N. Nachr." Horen, daß es bezüglich der Main- Kanalisation nicht zu bestimmten Mmachungen gekommen fei. Gras Crailsheim habe aber aus der Unterredung die Ueberzengung gewonnen, daß die beiden Regierungen sich schließlich auf einer annehmbaren Mittellinie zujam- mensinden werden. Die Verhandlungen, die nur der Rück­tritt Thielens unterbrochen habe, würden bald wieder auf­genommen werden. Tie Redensarten, daß die bayrische Regierung unterlegen sei, seien haltlos. In der Konferenz zu Anfang dieses Jahres seien von den Eisenbahndiret- tionen Mainz und Frankfurt a. M. Berechnungen aufgestellt worden, gegen die als zu hoch die bayrische Verkehrs­behörde Einspruch erhob. Tie bayrischen Aufstellungen seien dann preußischerseits nachgerechnet worden, und in diesem Stadium sei durch Thielens Rücktritt dann ein Stillstand in den Verhandlungen eingetreten.

Minister Budde hatte am 5. d- M. gleich nach seiner Ankunft in Stuttgart eine Besprechung mit dem Präsiden­ten der toürttemb. Staatseisenbahnen Staatsrat v. Balz. Daß der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten auch den süddeutschen Hosen seine Aufwartung macht, und bei dieser Gelegenheit zugleich als Ches der größten deutschen Eisen- bahnverwaltung Fühlung mit den süddeutschen Verwal­tungen nimmt, ist, so schreibt anscheinen6 offiziös der StuttgarterSchwab. Merkur", ein ersrenliches Zeichen der* gegenseitigen bundessreundlichen Beziehungen. Gestern sand in Stuttgart beim Staatsminister der auswärtigen Angelegenheiten ein Frühstück statt, an welchem die Staats­minister, die Gesandten Preußens und Bayerns, sowie höhere Beamte 6er Verkehrsanstaltenvertoaltung teilnah­men. Heute, Freitag, wird der Minister nach Karlsr uh e weiter reisen.

Aus dem österreichischen Abgeordneteuhause.

Landesverteidigungsminister Graf v. Welfersheimb brachte am 6. d. M. eine Regierungsvorlage ein, mit der die Bewilligung der Rekruten kontingente pro 1903 für das Heer und die Kriegsmarine von 125 000 Mann, von denen 71 562 Mann auf die diesseitige Reichshälfte entfallen, und ferner des Rekrutenkontingents für die Land­wehr von 14 500 Mann verlangt wird. In der fortgesetzten Beratung der Dringlichkeitsanträge wird der Antrag Klvsac betr. gewissenlose Behandlung der Soldaten durch Militärärzte verhandell. Durch Klofaes Be­gründung wies der Landesverteidigungsminister Graf Wel- sersheimb Angriffe auf die Armee, welche unter dem Schutze der Immunität oorgebracht würden, zurück; unter den ob­waltenden Umständen fönnte die Armee und die Angehö­rigen derselben durch nichts in diesem Hause verletzt wer­den, und fallen Beleidigungen auf die Betreffenden zurück, welche sie vorgebracht haben. Diese Worte entfesselten bei den Czechen, den Alldeutschen un6 den Sozialdemokraten einen großen Sturm gegen den Minilter, auf welchen von allen Seiten eiugeschrieen wird: Wir lassen uns das nicht gesallen! Tas ist eine Provokation! Wir wer­den wie Rekruten behandelt! Nur langsam

legte sich der Lärm. Später erfiärte Gras Welfersheimb, daß er für das, was er gesagt habe, Wort für Wort ein­stehe und dabei bleibe. Darauf erneuerter großer Lärm; Tazyinsky ruft: Wir werden uns bei der Rekrutenvorlage Wiedersehen! Als der Vicepräsident Zaczek den Schluß der Debatte als angenommen bezeichnet, entsteht ein furcht­barer Lärm seitens aller Radikalen, welche gegen die Präsidententribüne stürmen und mit den Fäusten auf 6 e n Präsidententisch schlagen mit dem Rufe: Es giebt keine Verhandlung! Endlich giebt Zaczek nad) nimmt nochmals die Abstimmung vor und erklärt, der Schluß der Debatte sei abgelehnt. Jro ruft: Die Ersatz­reservisten werden ebenso abgelehnt werden, und wenn fie mit dem § 14 kommen, werden wir ein kleines Revo - lutiönchen machen! Nach Ablehnung des Tringlichkeits- antrags Klofac wird die politische Debatte über die Er­klärung des Ministerpräsidenten begonnen, die in Ruhe vor sich ging. _______

Zur Duellfrage.

Die deutsche Burschenschaft hat bekanntlich im letzten Semester für ihre Angehörigen sestgestellt, daß die ver­schärfte Säbelmensur auch bei den schwersten Be­leidigungen im stände sei, 6ie Pistolenmensur zu ersetzen. Sie hat weiter beschlossen, im Einvernehmen mit der übrigen schlagenden Studentenschaft analoge auf die Beseitigung des Pistolenunsugs abzielende Vereinbarungen mit dem deutschen O f f i z i e r k o r p s anzubahnen. Das- wurde vielfach begrüßt, ist aber einstweilen kaum ausführ­bar, wenn nicht Korps und Burschenschaften einig vorangehen. Neun weist der Herausgeber derHochschul- Nachrichten", Dr. von Salvisberg, in einem ArtikelZur Tuellfrage" im Oktoberheft gen. Zeitschrift darauf hin, daß zwischen Korps und Burschenschaften feit 1817' immer noch ein schweres V e r r u f s v e r h ä l t n i s be­steht" und daßdank einem eingebildeten Traditionen­kultus recte traditionellem Einbildungskultus" daran trotz mehrfacher Anregungen seitens Alter Herren aus beiden Lagern noch nichts geändert wurde. Mau darf sich somit von dem in Frage stehenden Tuellantrag nicht viel ver­sprechen, es sei beim, daß, wie Dr. v. S. sagt, beide Parteien sich daraus besinnen, daß hoffnungsvolle junge Menschenleben mehr bedeuten alsolle Kamellen".

Auch das jüngste traurige Studentenduell in Ka rlsruhe kommt auf dieses Konto, indem der Kösener, bezw. Hniversitäts-SC.-Verband den Weinheimer, bezw. Polytechniker SE.-Verband nicht anerkannt und zudem der Karlsruher SC. im schweren Waffenverruf des Kösener SC. stecken soll. Daher die Erbitterung un6 die traurige Thatsache, daß es zwischen den beiden Karlsruher Duellan­ten zu jenen häßlichen, studentenunwürdigen Thätlichkeiten kam, die die folgende schwere Pistolenforderung angeblich! motivierten. Dem tödlichen Austrag derselben stellt borgen. Aussatz in einem Zusatz den neuesten Fall aus der Skanda'lchronik Münchens gegenüber, in dem zwei Herren, von denen der eine, ein hoher Ju ftiz- beamter, (also Staatsanwalt!) die Frau des andern verführt und entehrt hat, sich, um nicht gegen denguten Ton" und Ehrenkomment zu verstoßen, ebenfalls auf Pistolen gefordert, aber, wie berichtet wird, absichtlich'in die Luft geknallt haben. Tie Ohrfeige eines Studenten, eines noch unfertigen Men­schen, kostet somit, so sagt Dr. v. S. wörtlich, ein Menschenleben, der hinterlistige Faustschlag dagegen eines lüsternen Buhlen in die Familienehre des Nebenmenschen wird durch zwei Löcher in der Natur ausgewogen und der Schuldige funktioniert wo möglich nach wie vor als Vertreter von Recht und Gesetz, als Hüter von öffentlicher Ordnung und Moral.

Solch unhaltbaren Zuständen gegenüber wäre es als eine sittliche That zu begrüßen, wenn die deutsche Stu­dentenschaft sich unter Hinlvegsetzung über kleinliche, mit­unter sogar gegenstandslose Händel im Sinne des burschen- schastlichen Antrags auf dem Wege einer Revision 6es Pauk- und Ehrenkomments zunächst in eigenen Kreisen dem Pistolenunfug ein Ende machen wollte. Mit dem Offizierskorps dürfte eine Einigung als­dann nicht schwer zu erzielen sein. Deshalb, so schreibt der Artikel derH.-N.", fort mit Verruf und ungehörigem Dünkel!

Sozialistenduell.

Unter dieser Aufschrift schreibt Alfred Kerr imTag": Wie die Leser wissen, hat sich (in Paris) Geranlt-Richard, Sozialistenführer, mit einemAristo" geschlagen. Derselbe Gerault-Richard schlug sich im vorigen Frühling mit dem Bürgermeister von Algier. Ich hatte damals mit Jaurös ein grundsätzliches Gespräch über diesen merfroürbigen Punkt. Ich ber'chte nach meinen Tagebüchern.

Jaurös: Ich bin nicht ganz unparteiisch; ich selber habe mich vor wenigen Jahren duelliert.

Ich: Schön; würden Sie heut annehmen ober ab» lehnen?

Jaurö s (zögernb): Das kommt braus an.

Ich: Es kommt draus an?

Jaure s: Das Duell, müssen Sie wissen, hat in Frank» reich eine revolutionäre Vergangenheit ....

Ich: Was würde denn sein, wenn einer ablehnt?

Jaurös: Er würde dermaßen mit Verachtung über» schüttet in der Kammer, daß er nicht gern länger . . .

Ich:--?

Ja urös: Wenn ich eS psychologisch erklären soll: die Forderungen bei uns werden angenommen, well das An-