Ausgabe 
7.8.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 183

erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Familien­blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver- lag der Brühl'schea Univers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch (Srben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schul st raße 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt. 153. Jahrgang

Donnerstag 7. August LDOA

Gietzeim Anzeiger

** General-Anzeiger**

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

BezngSpretSr monatlich 7b Pf., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. ZweigsteNen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- jährt ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12Ps* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. aUgem* Teil: P. Wittko; für Stadt und Land* und .Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Die heutige Ammner umfaßt 8 Seiten.

nicht

mahles W handeln. Ein audexeK GraüM wurde M

anlagen zu besichtigen.

München, 6. Ang. Die Kammer der Abgeordneten lehnte mit den Stimmen des Zentrums gegen die Stimmen der übrigen Abgeordneten die von der Kammer der Reichsrate wiederhergestellten Fi Kun st zwecke im Kultusetat heute nochmals Tie Forderungen sind hiermit endgiltig gestrichen.

München, 6. Aug. Die Auflösung der Ver­lobung des bayrischen Herzogs Siegfried mit der Erzherzogin Maria Annunziata erregt einigess Aufsehen; der Herzog ist ein eleganter Reiter und liebens­würdiger Kavalier, soll aber nicht in glanzenden Verhält­nissen leben. Die Nachricht ruft, nicht wegen irgend welcher Analogien, sondern lediglich aus geschichtlichen Gründen, die Erinnerung an die Auflösung der Verlobung wach^ die seiner Zeit König Ludwig II. mit der Tante des Herzogs! Siegfried, Herzogin Sophie in Bayern, eingegangen war. Ter junge König war nach seiner ganzen physischen Anlage ein Bräutigam von ganz besonderer Eigenart, und es ist unter solchen Umständen nicht zu verwundern, daß die Charaktere als so wenig zu einander passend befunden wur­den, daß um dieses Grundes willen das Verlöbnis selbst in diesen Kreisen und zwar durch die Initiative des Königs! gelöst wurde, in denen sonst die sogenannte Kvnvenienz mehr als in der bürgerlichen Gesellschaft ein Wörtchen zu sagen hat. Die Herzogin verlobte sich bald nachher mit dem Herzog Ferdinand von Alenoon und Ludwig II. ließ sich nicht abhalten, selbst als Beglückwünschender in einer Gesellschaft zu erscheinen, in der das Brautpaar anwesend

orderungen für ab.

W e l s h e i m aufgedeckt. Hier stieß man auf liegende HocLr; in einem der Gräber tagen Reste eines glockenförmigen Bechers. Der Redner hofft noch auf reiche Ausbeute aus diesem Felde. Ein drittes Grabfeld ist bei Westhofest ausgcdeckt, hier mischen sich fchou Gegenstände auss Metall in die Funde, wenn auch nur in geringem Maßss. Ferner referierte Prof. v. Steinen au der Hand von Licht­bildern über Kunst-Tätowierungen der Marquesas-Jnsu- laner, Geheimrat Fritsche führte der Versammlung Volks- Darstellungen auf altegyptischen Deubnälern vor, Prof. Kohlmann schilderte Bilder der Insel Abydos und Prof. Waldeyer sprach, über Geschlechts-Unterschiede der Gehirn­bildung. Nachmittags machten die Teilirehmer einen Aus­flug nach, Heinrichenburg, um die dortigen Hebewerke zu besichtigen. ,

Tie Geheimnisse des Hirtenknaben. Den Hirtenknaben imTannhäuser" sollte kürzlich in Frank­furt a. M. die Soubrette Frl. Hohenleitner singen. Tiefe Dame hat, wie ein findiger Reporter heraus klaubte, ihre Ferien an den oberbayerischen Seen verbracht, sich dort erkältet, oder hatte unterwegs den Anschluß versäumt. Kur^ gesagt: sie war verhindert und konnte die ,^roße" Partie nicht singen. Nun war Holland in Not!" Ter andere Hirtenknabe" war auch noch nicht zurück. Selbst die ge­wiegtesten Diplomaten, die in der Verwaltung der Frank­furter Oper sitzen, wußten keinen Rat. Um nun einer solchen großen" Rolle wegen keine .Vorstellung absagcn zu müssen, verfiel man auf eine geradezu geniale Idee. Man stopfte einen Hirtenknaben in der Gestalt einer reizenden Statistin aus, stellte ihn, mit den nötigen Anweisungen versehen, an seinen traditionellen Platz rrnd ließ Frl. Boss enber g^er hinter der Bühne die Partie singen. Das hat die gutmütige Künstlerin auch, gethan, aber da sie am gleichen Abend die Venus sang, verstellte sie ihre Stimme, was einen merkwürdigen Eindruck machte. Tas Ganze ifc keine erfundene Geschichte. Es ist alles, denN. N." zu- folge, wortwörtlich wahr und geschehen im FrankfuM^ Qperntzau-s.

Em deutsch-englischer Vertrag?

Das Neueste, was man aus den gestrigen Verhand- kungen des englischen Unterhauses zu hören bekommt, ist die geheimnisvolle Antwort eines englischen Ministers auf die Frage eines Wgeordneten wegen eines geheimen VertrageszwischenEnglandundDeutjchland zur Aufteilung der portugiesischen Besitz­ungen in Afrika. Es wird gemeldet:

Bei der zweiten Lesung des Etats kritisierte Gi b s o n - Bowles die Politik der Regierung und sagte, es sei wichtig, daß England eine starke Regierung habe, denn es gingen Bewegungen in Europa vor, die auf die Aufteilung der portugiesischen Besitzungen Europa hindeuteten, den England aber aufrecht zu erhalten Wünsche. Italien habe die Sache des Statusquo im Stiche gelassen und sei zur anderen Partei übergegangen. Er glaube, es werde nur kurze Zeit dauern, brs Italien Schritte zur Besitzergreifung von Tripolis thün werde. Obgleich Balfour erklärt habe, der Regierung sei von einer romanischen Liga nichts bekannt, so habe die Presse des Festlandes sich dahin geäußert, daß eine

Feuilleton.

Auf dem Anthropologenkongreß zu Dort­mund sprach, wie wir bereits kurz erwähnten, in fesselnder Weise der Generalsekretär Geheimrat Prof .Dr. Ranke (München) über die wissenschaftlichen Leistungen auf athro- palogischem Gebinte innerhalb des letzten Jahres. Ganz besonders zu gedenken ist unter den neuesten Forschungen aus dem Gebiete der körperlichen Anthropologie einer her­vorragend wichtigen Untersuchung von Marchand über das Hirngewicht desMenschen. Es wird hier über 1234 Gchirnwägungen (mit den weithin Hirnhäuten gewogen) berichtet, wobei ip erster Linie die Wachstumsverhältnisse des Gehirns nach Alter und Geschlecht ermittelt werden sollten. Indem Marchand seine Ermittelungen mit denen der älteren Autoren vergleichend betrachtet, erhalten wir eine Übersicht über alle bisher in der betreffenden Be­ziehung über Gehirngewichte des europäischen Menschen gewonnenen Resultate. Unter letzteren stehen Aenan die Ergebnisse über das mittlere H.rrngenncht (zunächst für dre hessische Bevölkerung, da die Wägungen in Mar- bur g angeführt sind) der Erwachserren im Lebensalter von 15 bis 50 Jahren (also vor der Altersvermrnderuug); das­selbe betrug: für erwachsene Männer 1405 Gramm, für erwachsene Frauen 1275 Gramm. Das anfängliche Hrrn- gewicht (der Neugeborenen) verdoppelt sich ungefähr im Laufe der ersten dreiviertel Jahre, es verdrerfacht srch noch vor Ablauf des dritten Lebensjahves'; von da ab erfolgt die Zunahme immer langsamer. Sie ist beim weiblichen Ge­schlecht geringer als beim männlichen. Serne destmtwe Größe erreicht das Gehirn beim männlichen Geschlecht zwischen dem 19. und 20. Jahre, beim weiblichen zwischen dem 16. und 18. Jahre. Eine Verkleinerung des mittleren Gehirngewichts infolge der se­nilen Atrophie (Altersschrumpfung» tritt beim Manne im 8., beim Weibe bereits im 7. ez enn ium ein, doch> finden in dieser Beziehung sehr große inbiüibuelle Verschiedenheiten statt- 2u der. Kindheit erfolgt dre Zu-

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Aug. Zu dem Aufenthalt des Kaisers in Stettin am 12. August wird noch gemeldet, daß der Kaiser an diesem Tage mit dem Torpedoboot Sleipner von Swinemünde auf der Werft des Vulkan eintreffen wird. Nach Beendigung des Stapellaufs gedenkt der Kaiser die Maschinenbau-Anstalt auf dem Oberhof des Vulkans zu be­sichtigen und dann die Weiterreise nach Neugattersleben anzutreten. Am 25. August findet hier im Beisein des Kaisers die Enthüllung des Rolandsbrunnens in der Sieges- Allee statt. Das Kaiserpaar trifft am 15. August in Düssel­dorf ein. Nach! einer Rundfahrt durch die Stadt besichtigt der Kaiser die Truppen der Garnison und begiebt sich, so­dann mit der Kaiserin in die Ausstellung. Der Polizei­präsident v. Windheim hat den Magistrat dcwon in Kenntnis gesetzt, daß der König von Italien am 27. August in Potsdam eintriffl. Am 28. August begiebt sich der Kaiser mit seinem Gaste nach, Berlin, wo feierlicher Einzug statt­sind en sott.

DerReichs-Anz." veröffentlicht die Ernennung des Geh. Oberfinanzrat Dambois in Berlin zum wirkl. Geh. Oberfinanzrat und Unterstaatssekretär im Finanzmini­

sterium.

Geheimrat Löhning sendet der ,Moss. Ztg." fol­gende Berichtigung: Richtig ist, daß ichn i cht zu den Ultra­montanen gezählt werden kann, ich habe zu der Zen^ trumspartei keinerlei Beziehungen Aber zutreffend ist es, daß ich Nichtpraktikant sei. Ich bin >olik und erfülle meine kirchlichen Pflichten.

Bremerhaven, 6. Aug. Mit dem Lloyddampfer Oldenburg" trafen hier 55 aus der Insel Ceylon gefangen gehaltene deutsche Burenkrieger ein, und zwar 7 Offiziere und 48 Mann Der König von Belgien ist heute an Bord der YachtAlbertas hier eingetroffen, uni unter Führung des Oberbaudirektors Franzius die Hafen-

nahme des mittleren Hirngewichtes entsprechend dem Körper­wachstum bis zu einer Körperlänge von ungefähr 70 Centi- meter, von da an ist sie unregelmäßiger, doch ist das mittlere Hirngewicht der Männer unter Mittelgröße (150 bis 160 Zentimeter) etwas niedriger als das der normal größten Individuen, ebenso das des Weibes unter 145 Centi- meter. Die geringere Größe des weiblichen Gehirns ist nicht abhängig von der geringeren Körperlänge, denn das mittlere Gehirngewicht des Weibes ist ohne Ausnahme geringer als das der Männer von gleicher Größe. Diese letzteren Sätze und vor allem der letzte bezüglich! des weiblichen Geschlechtes, wider­sprechen den bisherigen Ergebnissen der Frauenforschung. Man hat nach Bischoff u. a. Gehirnwägungen wie nach zahl­reichen Bestimmungen des Gehirnraumes des Scbädels (Ka­pazität) den Frauen, bisher ein, in Beziehung aus die gesamte Körperentwickelung etwas schwereres Gehirn als den Mannern zugeschrieben, was für die Frauenfrage in manchen Richtungen Verwertung gefunden hat. Marchand fugt diesen Ergebnissen seiner Wägungen und Kalkulationen die Worte bei- Die geringere Größe des Gehirns beim weiblichen Ge­schlecht ist eben der Ausdruck einer a n d e r e n (z a r t e r e n) Organisativn des weiblichen Körpers an der sich das Gehirn ebenso wie andere Organe ^telligt. Sie ist vielleicht, bei sonst ganz gleichartiger Beschüssenh eit, nur durch! eine größere F einhe it der markhattigen teiEmraett riefen in der Versammlung, namentlich unter den anwesenden ^Damen, lelchnste Bewegmm bervor. - Dc. Köhl-Worms sprach über neu entdeckte sternzeitlrche Gräberfelder und W-Hnplätze in i>er Umgrtnmg bon 5&rm8". Im letzten J-chre ist wieder em »ä Gräberfeld bet Alzey aefunb,en worden; em Grab war ausgestaUÄ mit Resten ansgeslorbener Tiere. Der untere Tecl des Skeletts der dort bestatteten Lerche war bis zum Becken bedeckt mit Knochenrcsten eines jetzt nrcht mehr bekminten Wiederkäuers, es schiene sich um die Reste eines Toten-

romanische Liga und Allianz zwischen Frankreich, Italien und Spanien mit Rußland im Hinter­gründe fei. England habe keine Allianz in Euro­pa, und kaum eine Freundschaft. Lord Salisbury habe sich mit Frankreich und Spanien überwor- f e n, sich! der Türkeientfremdet und einerseits weder vermocht, Rußland Widerstand zu leisten, noch an­dererseits eine Verständigung mit ihm zu erreichen. Er habe Deutschland durch unterwürfige Nach­giebigkeit geschmeichelt. (Davon ist in Deutsch^- Üand nicht das Geringste bekannt. D. Red. d.Gieß Anz.") Nachdem er Lord Salisbury wegen der Bewilligung der Entschädigung im Falle des DampfersBundesrat" getadelt hatte, ersuchte Gibson Bowles um Aufklärung über einen geheimen Vertrag mit Deutschland und sagte, er habe Veranlassung, anzunehmen, daß der Vertrag auf Anstellung der portugiesischen Besitzungen i n A f r i k a zwischen England und Deutschland gehe. Ferner erbat Redner Auskunft über die Zusammensetzung des neuen Ministeriums.

Im weiteren Verlaufe der Beratung bringt Joses Wal­ten die chinesischen Angelegenheiten zur Sprache. Cranborne berührt in seiner Erwiderung die Entschädigungsfrage und sagt, er sei gegenwärtig nicht im stände, eine Erklärung darüber abzugeben, ob der Vorschlag der englischen Regierung, China die Zahlung zu erleichtern, Erfolg gehabt habe oder nicht. Bezüglich Der Besetzung Shanghais durch die fremden Truppen erklärt Cranborne, es fei kein Grund vorhanden, die Truppen länger in Shanhai zu belassen, für England sei es aber unmöglich, allein seine Truppen zurückzuziehen. Die Re­gierung habe gehofft, daß die Verhandlungen über den Abschluß eines Handelsvertrags mit China bereits früher zu einem erfolgreichen Ergebnis fuhren würden. Das wich­tigste sei, die Abschaffung der Likinzölle zu sichern. Die Regierung hoffe, daß für alle Fragen, die jetzt noch beraten würden, oie' Lösung gefunden werden würde. Der Redner führt sodann ans, Äigländ habe seine Stellung in China keineswegs verloren. In Eisenbahnkonzessionen stehe Eng­land ebenso günstig da, wie irgend eine andere Macht. Auf die Rede Gibson Bowles übergehend, sagt Cranborne, er könne dem Hause versichern, daß fich oie Regierung mit Frankreich, Spanien oder oer Türkei keines­wegs überworfen habe. Gibson Bowles habe ge­sagt, es gebe einen geheimen Vertrag mit Deutsch­land. Wenn ein solcher Vertrag bestehe, so sei er eben geheim, woraus folge, daß er dem Hause darüber keine Aufklärung geben könne. Das Haus brauche nicht zu glauben, daß die Stellung Englands in Europa irgendwie unsicher sei, im Gegenteil, England stehe hoch da, und stehe auf freundschaftlichem Fuße mit allen.Verbündeten in allen Teilen der Welt.

Major Seeley giebt seinem Bedauern darüber Aus­druck, daß England hinter anderen Mächten zurückstehe bezüglich der Einführung neuer Erfindungen für Zwecke des Heeres und der Flotte. Balfour erwidert, England könne größeren Fragen auf dem Gebiete des Heeres- und Flottenwesens nicht zu volle Aufmerksamkeit schenken. Die Regierung sei sich der Wichtigkeit der Frage voll bewußt. In Beantwortung einer bezüglichen Anfrage erklärt Cran­borne, die deutsche, französische und japanische Regie­rung seien von der englischen Regierung benachrichtigt worden, daß England bereit sei, seine Truppen aus Shang­hai zurückzuziehen, vorausgesetzt, daß die Mächte dasselbe thun würden.

Politische Tagesschau.

Die Vorbildung höherer Verwaltungsbeamten.

Der Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten wid­met Eugen Richter in seinerFreis. Ztg." einen Leit­artikel, der sich speziell mit der Vorbildung der höheren Kommunalbeamten befaßt. Er schreibt:Es han­delt sich bei der Vorbildung der höheren Verwaltungs- beanckan doch nichtblos um die Heranbildung von Re- gierungs afsesfo reu, Regierungsraten und allen- faW Landräten. Von noch weit größerer Bedeutung ist die Frage der Vorbildung der höberen Kornmunalbearn- ten". Richter erinnert an' die Wohnung s fragen, bie Fragen, welche sich auf den Arbeiterschutz beziehen, die der kommunalen Beschlußfassung vorbehaltene anderweitige Regelung der Grund- und Gebäudesteuer, der Gewerbe­steuer, die Einführung von Umsatzsteuern, die zahlreichien Fragen, welche das Gewerbe betreffen, und fragt:Wie viel oder wie wenig Verständnis für alle diese Dinge bringt nach! Maßgabe seiner Fachbildung der normale Ge­richtsassessor mit, wenn er sich bald nach seinem Examen um eine Stelle in der höheren Verwaltung der Kommune bewirbt? Richter spricht sich dann für die Trennung des Verwallungs- und des Justihweseus aus: ^Nicht erst der Referendar (in Hessen Accessfft) oder gar der Assessor, sondern schon der junge Mann, der die Uni­versität bezieht, muh sich entscheiden, ob er sich, mehr für die Verwaltung oder mehr für das Justizwesen eignet Danach muß auch schon das Universitätsitudium ein­gerichtetwerden". Zum Schluffe seines Artikels faßt Richter der bekannllich selbst einst Regierungsassessor aewesen ist, die gegenwärtigen Zustände dcchin zusammen, baß für die Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten in diesen Ressorts, soweit nicht Techniker oder Justitiarien in Frage kommen, überall nicht in genügender Weise gesorgt sei Auch für die Vorbildung zu den zahlreichen Synbikats- stellen, die gegenwärtig die Handelskammern, die Landwirtschaftskammern, die Berufsgenos­senschaften erfordern, müsse in umfassenderer und besserer Weise als. bisher Sorge getragen werden.