Ausgabe 
7.7.1902 Zweites Blatt
 
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Vermischtes.

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Gerichtssaal.

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Unerreichter Insectentödter!

Kaufe aber nur in Flaschen? wo Plakate aushängeu.

tötet wurden.

* DerDividenden könig" scheint unbestritten Mr. Rockeseller bleiben zu wollen. Nach einer Statistik über die Inkassos von Kupons, die am Ende des letzten kleine amerikanische Rentiers gemacht

Monats einige l------ --------- , , -

haben, hat nacf} französischen Blattern Rockeseller 15000000 Kupons einkassiert! An zweiter Stelle kommt Pierpont Morgan, der eine Vermehrung des Vermögens um 10 000 000 hat einschreiben können. 10 000 000 wurden K. Vanderbilt eingezahlt, während George Gould sich mit " . Auch Rüssel Sage und

Nachbarstaaten. Nach dem Monatsbericht der Arbeiter- Kolonie Neu-Ulrichstein befanden sich Ende Juni in der Kolonie 47 Mann stellen- resp. arbeitslos, darunter 6 aus dem Großherzogtum Hessen. Am 5. Juli ließ sich in der Nähe der Burckhardt'schen Ziegelhütte zwischen Alzey und Kettenheim eine weibliche Person von dem Frühzug WormsI Alzey überfahren, sodaß der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde. Bei einer Felddlenstübung zwischen Reinheim und Ober-Ramstadt schoß sich dec Dragoner Schlosser vom 23. Dragoner-Regiment aus Morchheim eine Platzpatrone in den Unterleib. Der Schwerverletzte wurde per Bahn nach dem Garnisonlazaret in Darmstadt gebracht. Das Dienst­mädchen Albert in Frankfurt, das sich, wie wir gestern meldeten, beim Feueranmachen m der Küche der Wirtschaft Zum Wolfseck" des Petroleums bediente, welches explodierte, sodaß das Mädchen starke Brandwunden erlitt, ist im Heilig-1 geisthospital gestorben. Das Schöffengericht in Worms verurteilte den Weinhändler R. Wolff wegen Weinfälschung zu einer Geldstrafe von 200 NU., event. 40 Tagen Ge­fängnis. Der Beschuldigte hatte Wein durch Zusatz von wässeriger Zuckerlösung und Citronensäure unter Anwendung von Rosinen, Weinhefe und Weinsteinsaure (sonst nichts?) verfälscht und diesen gefälschten Wein unter der Verschweigung der Pantscherei in den Handel gebracht. In Wiesb aden explodierte auf noch unaiffgeklärte Weise in den Kellerräumeu der chemischen Färberei von Thüle ein Benzinfaß, wobei zwei Arbeiter schwere Brandwunden erlitten. Der herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, den Brand alsbald zu löschen.

* Zwei schwere Ech e n b a h n u n f ä ll e haben sich am Samstag zugetragen. Uns wird darüber ^gemeldet:

Bützow, 5. Juli. Heute fuhr der von Stettin kom­mende Personenzug Nr. 4 über das Haltesignal hinaus und rannte dem Rostocker Schnellzug in die Flanke. Ein Kind wurde tötlich, elf Reisende wurden schwer verletzt, eine Anzahl anderer Passagiere erlitt leichteres Kontusionen und konnte später die Fahrt fortsetzen.

Amtlich wird hierzu gemeldet:

Schwerin, 5. Juli. Auf der Station Bützow fuhr heute der einfahrende Zug Nr. 4 (Neubrandenburg-Rostock) dem dort nach Rostock hin ausfahrenden Schnellzug Nr. 45 (Hamburg-Lubeck-Rostock) in die Flanke. Ein Wagen des Zuges 45 wurde umgestürzt, andere beschädigt. Die Lo­komotive des Zuges 4 ist gleichfalls beschädigt.

Der andere Unfall ereignete sich in denVer einig­ten Staaten. Ein Telegramm berichtet wie folgt:

N e w y o r k, 5. Juli. Nach einer Meldung derTimes" hat sich in der Nähe von Gloversville im Staate Newyork I ein Bahnunglück ereignet, bei dem 16 Personen ge -

Penaten entgegen. An der Ecke der Wolf- und Lichersira^ sollen dieselben mit einem Stein gegen ein Haus geworfen und eine ausgelöschte Laterne angezündet haben. Sc»tatet wenigstens die Anzeige, die ein ^wohner der Dolfstr st gegen die Angeklagten erhob und die«zur Folge hatte, daß je ein Strafzettel gegen die ^ei Ruhestörer erlasten wurde. Hiergegen erhoben dieselben Einspruch, und zwar mit dem Erfolg der Freisprechung. - Auf dem hreftgerr Markte am 15. April hatte em Metzger und Vieh­händler von auswärts seines ungebührlichen Betragens wegen von einer größeren Anzahl Viehhändler ge­hörige Tracht Prügel bekommen. Gegen einen derfttarr obgleich dieser nur seinen rabiaten Gegner fe>tgehalten ihatte und später zu seiner Verteidigung angeblich mit ) einem Stock in der Luft herumfuchtelte, wobei wohl der Gegner am Kopfe getroffen worden sein konnte hatte der Verletzte Anzeige erhoben. Trotzdem der Angeklagte wegen Körper­verletzung vorbestraft ist, vertritt der Amlsanwalt die An­sicht, das; nicht dieser, sondern sein Gegner auf dec-An» tlagebanl gehöre, hält indes trotz allem die Notwehr als überschritten und beantragt eine Geldstrafe von 10 Mk. Das Gericht aber erkemtt auf Freisprechung. Ein hiesige Tagelöhner hatte mit seinem Bruder em Tauschgeschäft vereinbart, dahingehend, daß er diesem sein Fahrrad gegen eine Taschenuhr abtrat. Als er aber horte, daß aus die Uhr noch Zahlung zu leisten sei, gedachte er das Geschäft rückgängig zu machen. Tie in einer hiesigen Wirtschaft ge­pflogenen Verhandlungen führten zu Meinungsverschieden­heiten, die später auf der Straße in Thatlichketten aus­arteten. Der sich als geprellt erachtende Bruder geriet hierbei so in Harnisch, daß er seinem Gegner einen Fußtritt versetzte und ihm in den Finger biß, auch dessen zwei- iäbriaes Söhnchen, das inzwischen mit der Mutter hinzu- gekommen war - ebenfalls einen leichten Fußtritt gab. Inzwischen haben sich die Brüder wieder versöhnt und machen von dem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch, um ihren angeklagten nächsten Blutsverwandten, wenn möglich, vor Strafe zu schützen. Da indes em wetterer Zeuge in der fragt Angelegenheit genauer Auskunft zu geben vermag, erhält der Angeklagte, unter Zubilligung mildernder Umstände, eine Gesamtgeld strafe von lo JJct

_ Berli n, 5. Juli. In der Samstag^Vechandlung des Prozesses Sanden haben sich die Freunde und d i e F r a u des Ex-Bankdirektors über dessen Charakter geäußert. So wurde der 82jährige Frhr. v. Berg als Zeuge vernommen. Erkennt den Kommerzienrat Sanden seit sehr langen Jahren und preist dessen Mildthatigkett, Opfersinn, Wohlthätigkeitssinn und persönliche Anspruchv- loftgkett. - Zeuge Prediger La Roche: Er kemtt den Angeklagten Ed. Sanden feit 11 Jahren als em en Mann, dec nicht nur den gewöhnlichen Ansprüchen an Gerechtigkeit und Anstand entsprach, sondern der ganz besonders edel und hilfsbereit war. Er hatte einen starken Optimismus in allen Dingen, war ein außerordentlich treuer Familien­vater, der eigentlich den ganzen Tag in Arbeit versenkt war. Persönliche Bedürfnisse hatte er gar nicht; er habe keinerlei exorbitanten Aufwand getrieben, nie em Protzen- tum zur Schau getragen, nie gezeigt, daß er sich in höhere Gesellschaft brängen möchte. Gerade das habe ihn m dem i Sandenschen Hause stets so angeheimelt, m welchem auf der einen Sette ein fo g eistlicher Zug wehte, und auf der anderen Sette ein so inniges Familienleben ob­waltete. Kommerzienrat Sanden war äußerst gutmütig und ließ vieles machen, bloß um Leute, die es nötig hatten, etwas verdienen zu lassen. Beispielsweise gab er einmal einem Maler, bloß wett derselbe in Bedrängnis war, den I Auftrag, ein Gemälde zu malen, und schickte ihn zu diesem

Behuf e nach Italien. Er konnte eigentlich niemand etwas ab schlag en, und er hat vieles ausgegeben lediglich aus dem Ni oliv heraus, Leuten Brot zuzuwenden. Stab, theol. Friedrich, der frühere Hauslehrer in dem Sandenschen Hause schließt sich der Bekundung des Pastors La Roche an. Dasselbe Urteil giebt der Zeuge Fetzer, Schwieger- vater des Angeklagten Ed. Sanden, über diesen ab. Er bestätigt auf Befragen gleichzeitig, daß fern Schwiegersohn im Gegensatz zu chm selbst immer sehr optimistisch war und in allen Dingen diesen optimistischen Standpunkt verttat.

I Auf weiteres Befragen erklärt der Zeuge, daß seine ^achter 16000 Mk. mit in die Ehe bekommen und aus der Katastrophe I nichts weiter gerettet habe als das Haus Grolmannstr. 14.

Er sei berett, dies zu beschworen. Auch Fr au Saud en, die Ehefrau des Kommerzienrats, wird über dieses Thema vernommen. In den 27 Jahren ihrer Ehe habe fte von ihrem Ehencanne nie eine Aeußerung vernommen, die daraus hätte schließen lassen, daß er keinen tattren Cha^ ratter und keine lautere Gesinnungsweise habe. Er sei stets opferwillig, hochherzig, anspruchslos, und selbstlos und ! überaus fleißig gewesen, habe immer und immer für die iBank gearbeitet und das ganze Familienleben dec Baur zum Opfer gebracht! Der Haushalt umfaßte zwar em Per­sonal von 78 Leuten, er sei aber keineswegs üppig ge­wesen. Richtig sei es, daß ihr Ntann im Gegensatz zu chrem Vater stets sehr optimistisch war. WSe anspruchslos er wag, gehe wohl daraus hervor, daß man ihm immer ferne An- iügc heimlich wegnehmen mußte, wenn er sie nicht zu lange tragen sollte. Einmal habe er seinen Schneider mit dem Auftrag betraut, einen Anzug zu wenden; dieser konnte der Aufforderung aber nicht entsprechen, da der Anzug schon einmal gewendet war. Auf Befragen erklärt die Zeugin, daß sie noch niemals in London mar, und weist den aus- tauchenden Gebauten, daß sie etwas bei Seite gebracht haben fönnte, entschieden zurück. Sie wohne jetzt Fürtherstr. 1, vier Treppen hoch zu einem Mietspreis von 1900 Mark, werde jetzt aber die Wohnung aufgeben müssen, weil sie

der tödlich Verwundete auf die Straße, wo er heute auf-I gefunden wurde. Es ist der Tapezierer Metzler aus Speyer, während die flüchtigen Walzbrüder aus Dortmund getarnten, fein sollen. .

Mainz, 5. Juli.Das verhängnisvolle Markstück". Unter diesem tiefgründigen Titel schreibt eine dortige Zeitung von einem lustigen Reinfall zweier vorwitzigen Buben. Der eine, 12 jährig, fand zu Hause in einem Kasten ein Atarkstüch von dem er annahm, daß der Vater es nicht mehr vermissen würde. Er lud einen Freund zur Bierreise ein, die in ein Lokal der Neustadt führte. Hier wurde Bier und Schnaps getrunken und Käse­brot gegessen, bis die Mark zu Ende war. Als sie aber 1 bezahlt werden sollte, war sie falsch. Darob allgemeines Entsetzen Polizei reumütige Beichte Aufklärung, daß das Martstück, weil es falsch war,, in einen besonderen Kasten gelegt war Papa Rohrstock Schluß!

Mainz, 6. Juli. Gestern ging ein Unteroffizier, der von einer Schießübung kam, durch die Schustergasse. Das Gewehr trug er am Riemen. Plötzlich ging dasselbe los. Der Schuß ging glücklicherweise in die Höhe. .Vermutlich war das Gewehr nicht richtig gesichert.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den

-l. Gießen, 4. Juli. Schöffengericht. Unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Gebhardt verhandelle heute das Schöffengericht zunächst in der Strafsache gegen drei hiesige Schulmädchen, von denen das eine inzwischen kon-1 firmiert und, weil auswärts sich befindend, vom Erscheinen im heutigen Termin entbunden ist, wegen Diebstahls und Hehlerei, sowie gegen die Mutter der letzteren, eine hier wohnende, von ihrem Ehemann getrennt lebende Hausiererin, wegen des letztgenannten Delikts. Das jüngste der in Rede steheiiden drei Schulmädchen, welches mit den beiden an­deren Angeklagten ein und dieselbe Schulklasse besuchte, ver­mehrte seit Januar d. I. viel im Hause der mitangettagten Hausiererin und ließ sich, vermutlich von der letzteren I beeinflußt, dazu hinreißen, im Februar d. I. em er hiesigen Rentnerin, bei welcher sie fett etwa drei Jahren leichtere Dienste besorgt, zweimal je ein Fünfmarkstück und fpätec aus deren Kommode ein Zwanzigmartstück zu entwenden. Das auf diese unlautere Weise erworbene Geld wurde alsdann zum Teil von den drei Angettagten, wohl auch m Gemein­schaft mit der vierten, vernascht und auf andere Weise ver­geudet, floß aber wohl zum größten Teil in die Tasche der Hausiererin, die zur Beschaffung der nötigen Konfirmation^ lleider für ihre Tochter angeblich noch mel Geld brauchte. I^lls die Sache ruckchar wurde und zur Anzeige bei der Polizei tarn, verwickelte sich die angellagte Hausiererin in Widersprüche und gedachte sogar die Kinder zu der fauchen Aussage zu verleiten, daß man das bett. Geld ihr ge-, stöhlen habe. Das Gericht verurteitte die angeklagte Hau­siererin, dem Antrag hes Staatsanwalts gemäß, zu zwei Wocken Gefängnis, billigt aber, im Einklang mit der An- tlaaebehörde, den übrigen Angeklagten mildernde tim|tanbe m und läßt es bet der Minimalstrafe, des gerichtlichen Ver­weises beroenbeiL Drei junge hiesige Kaufleute I hatten in der Grünbergersttaße anfangs Januar d. I. mit noch anderen Personen an einem Fäßchen Freibier lütt guti I Licf> gethan und wanderten nachts um l1/?. Uhr den heimlichen

Kirche und Schule.

Darmstadt, 5. Juli. Stand der evangelischen D i a k 0 n i s s e n s a ch e im Jal;re 1901. Nach, der Statistik gab es 1901 im ganzen 75Diataissenmutterhäuser mit 14 501 Schwestern, die auf 5211 Arbeitsfeldern thätig sind. Auf Deutschland fallen 49 Häuser mit 11879 Schwestern ; Berlin! tiHein hat fünf Mutterhäuser mit 737 Schwestern. Das! Arbeitsgebiet der Diakonissen geht über das dec Kranken­pflege weit hinaus. Von den 14 501 Diakonissen waren im Habre 1901 in der Gemeindepflege, deren 'tufgabe neben her Krankenpflege besonders die Armenfürsorge ist, 3697 Schwestern, in Kleinlinderschulen 1008, in Siech n- und Versorgungshäusern 693, in Erziehungsanstalten und ^chu- ta 522, in Mägdeanstalten 217, m der Magdalenen- und

Unterbrechung. ,

Markt Heid enfeld, 4. Juli. Eine ruchloie Blut­that ist hier verübt worden. Drei aus Aschaffenburg ge­kommene Handwerksburschen kampierten unweit Oberndors in einem schattigen Walde. Vor Müdigkeit verftel der Eine derselben in einen tiefen Schlaf, welchen die beiden An­deren zur Ausplünderung ihres Reisekollegen weidlich aus- nichten. Dabei erwachte der Beraubte und setzte sich seinen hinterlistigen Angreifern gegenüber zur Wehre. Diese aber überwältigten ihr armes Opfer, brachten ihm unzählige Messerstiche bei, schleppten den Besinnungslosen über bie ________________

Landrstaße in ein Getreidefeld und ergriffen dann die Flucht. 7^ Mttlionen begnügen mußte. Auch Rüssel <-age und Als das entflohene Bewußtsein zurückgekehrt war, kroch Mrs. Hotty Green haben jeder mehr als 7 000 000 erhalten.

------- - ' r --------c 1 * Der flüchtig gegangene Bank- und Los­geschäftsinhaber H. Schwandner, in Nürnberg, hat schon vor mehreren Tagen den Nürnberger Staub von seinen Pantoffeln geschüttell. Die Uebeigabe eines Effekten- Postens von über 20 000 Mark seitens einer Kundin hat dem Manne offenbar die willkommene Gelegenheit geboten, sich feinen Verlegenheiten und feinen Pflichten als Fa-1 mttienvater mit gefüllten Taschen zu entziehen. Ob er noch andere Depots angegriffen hat, ist noch nicht er­mittelt; viel wird er kaum gehabt haben, denn |em eigent­liches Geschäft war das Losgeschäft, und der TitelBankier", den er sich als epitheton omans beigelegt hat, sollte offenbar nur auf seine Branche fordernd wirken.

* Zur Ehescheidung des Fürsten von Mo­naco. Aus Paris wird berichtet: Die erste Kammer des Pariser Zivilgerichts hat gestattet, daß das Urteil des | !Obergerichts von Monaco, wonach die Güt er t r enn un g, des Fürsten und der Fürstin von Monaco zu Gunsten des Ersteren zu erfolgen hat, in Frankreich vollstreckt werde. Das' Urteil des Gerichts in Monaco stützt sich darauf, daß die Fürstin sett dem August 1900 alle Beziehungen m dem Fürsten abgebrochen und alle Annäherungsversuche beharrlich abgelelstit, daß sie sich geweigert hat, mit dem Fürsten im Fürstentum oder in Paris zu erscheinen, daß die Fürstüi zum letzten Male im Januar 1901 m Monaco war, das füvflliche Schloß aber einige Tage vor dem Ein­treffen des Fürsten verlassen, daß die Fürstin sich geweigert hat, das Hotel des Fürsten in Paris zu bewohnen, daß diese Handlungen eine s chw ere Beleidigung des Fürsten bilden und die Trennung von Tisch und Bett rechtfertigen.

Gefanaenenpflege 167, ht Krippen 150, in der Pflege von Blöden und Epjleptischen 87 thatig. Was dre Zahl der Schwestern Mibetrifft, so ist die der kath. Kirche großer als die der evangelischen. Z. B. in Berlin allein standen im Jahre 1900 737 coang. 357 kath. Schwestern gegenüber, was in keinem Verhältnis steht zu der geringen Zahl der Katholiken. Dem chronischen Schwestemmangel auf^ evan­gelischer Seite versucht der seit 1894 von Professor Zimmer gegründeteEvangelische Diakomeverern" zu steuern, der ohne Mutterhausorganisation selbständig und frei berufslose Frauen zurttcchlichen Wohlfahrtspflege" in Töchterheimen ober Krankenhäusern ausbilbet. Ein zweiter Versuch wirb von Pastor Richter in Liegnitz ver»- mittelst ber Ausbilbung unb Anstellung von Schwestern burch biekirchlichen Diozesanverbänbe" gemad)t. Im Gegensatz zu ben katholischen Orbensschwestern haben bie evangelischen SckMestern bie persönliche Freiheit auch bes Austritts. Wenn sie in ben Ehestand treten, begleitet sie der Segen bes Mutterhauses. Auch ber Pflicht ber Pietät gegen ihre hilfsbebürftigen Eltern ober bereu Stellvertreter werben sie nicht entzogen. Sie bürfen zu deren persönlichen Pflege ins Elternhaus zurückkehren.

ihr zu teuer sei. _________________________________

Schiffsnachrichten.

Red Star Linie" Andverpen.

$et P-std'-mpserP-nnl-nd" der Red Star Linie in Ant- werpen ist laut Telegramm am 3. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen.

p erflog em Der sich heute uachmittag 2 Uhr in Bewegung setzende Zug, an dem neben sämtlichen hiesigen Vereinen über 50 auswärtige Turnvereine vertreten waren, bot mit feiner Farbenpracht unb überraschenben Reichhaltigkeit einen überwaltigenden Anblick. Die Eröffnungsrede auf dem hübsch gelegenen Festplatz hielt Beigeordneter Flach dahier, welche den Zweck der Turuerei zum Gegenstand hatte. Im Namen des Gaues stattete Helm- Gießen seinen herzlichsten Dank über die gastliche Aufnahme in unserem Städtchen ab, seine Rede klang in einem stürmisch applau­diertenGut Hett" der Stadt Butzbach aus. Hieran reihten sich die Stabübungen und Vereinsturnen unter Musik­begleitung. Am Abend folgte die feierliche Preisverteilung unb bie Aufführung des FestspielsGermaniens Kinder einft unb jetzt".

L Nidda, 5. Juli. In Fauerbach-Oberlais ist ein von dem KreiFbautechniker Kraft ausgeacbeitetes groß­artiges Wasserleitungs-Projett nahezu fertiggestellt. Be­reits in acht Tagen wird die Gemeinde Fauerbach chr Wasser aus ben reichhaltigen Quellen bei Oberlais be­ziehen. Bedeutende technische Schwierigkeiten standen ber Ausführung der Anlage entgegen, boch konnten sie be- settigt werden, daß bie langersehnte Anlage nunmehr fertig wird. In Geiß-Nibda ergab eine in sehr trockener Jahresett vorgenommene Messung einer Quelle ein über» | raschenb günstiges Resultat. 58000 Stier liefert sie pro Tag, also nach genauer Berechnung des Bedarfs noch einen lieber schuß von ungefähr 15 000 bis 18 000 Litern. Auch hier wirb die Leitung bald gebaut. Mch in ben ersten Aufangsstabien stecken gegenwärtig bie Wasserleitungs-Ent­würfe zu Schwickartshausen. Wünschen wir auch hier besten Erfolg.

Offenbach, 5. Juli. Eine weithin hörbare Explosion ereignete sich heute vormittag wenige Mi­nuten vor 11 Uhr in ber Photochemischen FabrikHelios" an ber Sprenblingertadsttatze. In einer isoliert stehenben Holzbaracke, in der Blitzlicht angefertigt wurde, arbeitete der 22 Jahre alle Jakob Lacroix, in Dietzenbach wohnhaft. Plötzlich erfolgte eine t an on en schußartige Detonation, unb die Baracke flog in alle Richtungen auseinander. L. erlitt so schwere Verletzungen, daß er nach wenigen Äcinuten seinen Geist aufgab. Ucbcr die Entstehungsursache ver­lautet nichts Genaues, da sämtliche Sicherheitsvorrichtungen und polizeilichen Vorschriften peinlich genau befolgt waren. Der Bettieb der Fabrtt erleidet durch den Unfall keinerlei

Ccibnia 'Waffeln

Zu haben bei Hofl. J. Koux. Marktplatz No 6. 3505