Ausgabe 
7.7.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 156

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag bc. Brühl'sche" Univers. Buch-u.Stei. btuderpt (Pietsch Erben) Reüakr > u. Expedition UNL Druckerei:

Schnlstratze 7.

Adresse für Depeschen: «uzetger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Montag 7. Juli 1902

GietzenerAnzeiger

w General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen

Ve»ugSpreiSr monatlich 7b Pf., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für tue Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprers: lokal 12Pf, auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und finnir und Gerichrssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Politische Wochenschau.

DieVerlängerungdesDreibundes bildet trotz aller Reden das einzia reale politische Ereignis der letzten Woche. Wenn Graf Bülow seinerzeit geäußert hatte, daß das Fortbestehen unseres Bündnisses für Deutschland keine absolute Notwendigkeit mehr sei, so hat uns die Aufnahme der Nachricht, der Vertrag zwischen Deutschland, Oesterreich und Italien sei von neuem unterzeichnet worden, deutlich bewiesen, wie sehr unser politisches Empfinden mit der Existenz des Bündnisses verknüpft ist. Selten ist eine Maß- nahtne der Regierung so allgemein sympathisch begrüßt worden, wie diese, obgleich die Erneuerung Ueberraschungen irgend welcher Art gar nicht gebracht ha,. Nach all' den offiziösen Mitteilungen der leKen Zeit war absolut nicht mehr daran zu zweifeln, daß ein Einverständnis der be­teiligten Mächte wiederum erzielt werden würde, und doch empfindet man es in Deutschland mit freudiger Genug- thuung, daß die Verlängerung des Bundes zur Thatsache geworden ist. Nicht nur Deutschland! Die politischen Zei­tungen Frankreichs, soweit sie nicht Sonderinteressen verfolgen, begrüßen die erfolgte Unterzeichnung ebenso wie die öffentliche Meinung Englands, und man darf dar­aus den Schluß ziehen, daß, der Dreibund seinen Zweck, ein Friedensbund für Europa zu sein, vollkommen erfüllt hat, und das Bedürfnis nach Frieden thatsächlich weiter besteht. In der Pariser Depuiiertenkammer hat der Minister des Aeußern, Delcasse, auf eine Anfrage, ob die Erneuerung des Bündnisses Einfluß auf die Bezieh­ungen Italiens zu Frankreich habe, deutlich erklärt, daß die vollzogene Erneuerung Frankreich in keiner Weise bedrohe, da sich Italien niemals zu einer Angriffs­politik gegen Frankreich herbeilassen würde. Damit ist auch von unseren, stets argwöhnischen Nachbarn der offen­sive Charakter des Bundes verneint worden, und diese Meinung giebt uns eine weitere Gewähr für den Ausbau unserer sozialen und wirtschaftlichen Ausgaben unter dem Schutze des Friedens, wenn auch eines stark bewaffneten und unablässig wachsamen Friedens. Gewissermaßen um dem Bündnisverträge das aller Welt sichtbare Siegel aufzu­drücken, kündigt Italiens König seinen Besuch in Deutsch­lands Hauptstadt an, nachdem er vorher mit dem Zaren zusammenzutresfen ist. Diese kurze Aufeinanderfolge im Zusammensein Viktor Emanuels mit Kaiser Wilhelm und Kaiser Nikolaus ist nicht ohne Bedeutung.

Einen unangenehmen Beigeschmack würde für unsere wirtschaftlichen Verhältnisse der neuerliche Abschluß des Dreibundes erhalten, wenn die Wiener Meldung sich be­wahrheitete, daß Italien vor der Unterzeichnung Gewißheit Mer das Schicksal der H a n d e l s v e r t r ä g e von Deutsch­land und Oesterreich verlangt hätte, diese Gewißheit ihm aber vom Grafen Bülow nur bedingungsweise zugestanden worden sei. Die deutsche Regierung soll sich dabei nun wieder auf den unmöglichen Standpunkt gestellt haben, daß äußere und innere Polittk sich im wesentlichen nicht berührten, daß es also wohl anginge, im Falle eines An­griffs Hilfe vom Bundesgenossen zu verlangen, dem man etwa durch einen Zollkrieg vorher das Fell über die Ohren gezogen hat. Solch ein Standpunkt muß unter den heutigen Verhältnissen, wo Handel und Verkehr die bedeutendsten Rollen im Leben der Staaten spielen, wo auf tausend verschiedenen Wegen der Güteraustausch der Nationen stattfindet, wo das mächttge Anwachsen der Han­delsflotten den untrüglichsten Beweis für die Ausdehnung des Handels und. damit für die ^Notwendigkeit eines auch wirtschaftlich guten Verhältnisses der Völker untereinander liefert, auf das entschiedenste bekämpft werden. Der Spruch: ,^cht der Bauer Geld, so hat's die ganze Welt", ist, will man ihn einseitig anwenden, der reine Hohn aus die thatsächlichen komplizierten und sich immer weiter aus­dehnenden Beziehung^ im Welthandel. Und darum wäre die Annahme des Zolltarifs unter allen Umständen von den verderblichsten Folgen. Sie müßte, wie etwa ein Stoß in den Ameisenhaufen, eine ungeheure Ver­wirrung Hervorrufen, und zweifellos würden vielfach die unter großen Mühen für den Handel geknüpften Fäden schonungslos auseinander gerissen werden. Auch Italien hat gleich Deutschland und Oesterreich die Unmöglichkeit eines treuen, politischen Zusammenhaltens zwischen wirt­schaftlich feindlichen Staaten in neuester Zeit ener­gisch betont, und es ist daher anzunehmen, daß sich obige Wiener Meldung, wonach Graf Bülow in Bezug auf die Handelsverträge nichts Bestimmtes zugesagt, Italien aber trotzdem den Rückzug angetreten hätte, nicht bestätigt.

Die gegenwärtig guten Beziehungen im politischen Leben der Völker werden, was Frankreich und Deutschland angeht, wohl kaum eine TrMung erfahren durch die be­kannten Ausführungen des Generalobersten v. Los über die Heere beider Länder, zumal offiziös recht vernehmlich abgewinkt worden ist. Es ist hierbei der Husar mit dem greisen General durchgegangen, und man wird ihm dies bei verständigen Leuten und das wollen doch auch unsere westlichen Nachbarn sein umso weniger übel nehmen, als ja die Husaren zu allen Zeiten sich großer Beliebtheit erfreuten und noch erfreuen. Daß das viele Reden nickst immer von Nutzen ist, beweist auch der Fall des Berner Professors Vetter. Wir haben uns in dieser Angelegen­heit von vornherein auf die Sette des ehrlichen Schweizer Professors gestellt und stehen noch heute bei ihm. Es ist wahrlich kein Zeichen von innerer Kraft und lleberzeugungs- stärke, wenn diefreien Schweizer" den Passus in der be­kannten Nürnberger Rede:Die Schweiz sei eine geistige Provinz Deutschlands", nicht vertragen können. Die deutsch sprechende Schweiz kann stolz darauf sein, als ein Teil des großen Ganzen deutscher Kultur angesehen zu werden, und der Ausdruckgeistige Provinz" ist durchaus richtig gewählt. Niemand wird den Schweizern ihre natio­

nale Eigenart absprechen wollen, aber der Dünkel, als etwas von deutscher Kultur Unabhängiges dastehen zu wollen, muß entschieden zurückgewiesen werden. Ist einer ihrer größten Dichter, Gottfried Keller, in seinem Empfinden nicht etwa urdeutsch? Es ist in hohem Grade bedauerlich, daß seine Landsleute sich nicht bemühen, ihm nachzueifern, sich vielmehr in anttdeutschen Gefühlen ergehen. Die ganze Erregung beweist das eine, daß die Herren Schweizer nicht viel Sympathien für uns übrig haben. Wenn die Rede in Frankreich gehalten wäre, hätte sie eine solche Aufregung sicher nicht hervorgerusen. Wtt haben es aber glücklicher­weise nicht nötig, den Schweizern in irgend einer Hinsicht nachzulaufen. Viel Staub wirbelt auch der Fall Ch r o u st an der Würzburger Universität auf, der gegenwärtig in ein neues Stadium getreten ist. Wir werden morgen in einem besonderen Artikel daraus zurückkommen. (Vgl. auch Uni- versitätsnachrichlen.)

Im übrigen scheint auch das Ausland in die offizielle stille Zeit der Politik eingetreten zu sein; die Aufregung in England hat sich gelegt, nachdem das Befinden des Königs Eduard VII. sich stetig bessert. Eduard hat fein Prestige durch das thatkräftige Mitwirken zur Herbei­führung des Friedens in SMafrika entschieden gebessert, und auch sein Verhalten während der schweren Krankheit hat ihm viele Sympathien im Auslande erworben, wo­durch manches Kapitel aus vergangenen Tagen ausgelöscht worden ist. Zwischen England und Rußland ist nunmehr auch das Mandschurei-Abkommen ratifiziert wor­den, und die zur Zeit noch bestehenden Meinungsverschieden­heiten über die Beibehaltung der fremden militärischen Mitdirektoren an der Chinesischen Nordbahn werden sich, wie allmählich die übrigen Schwierigkeiten in China aller Voraussicht nach auch auf gütlichem Wege beseitigen lassen. Nur dasschöne Spanien" scheint infolge seiner kleri­kalen Mißwirtschaft nickst zur Ruhe kommen zu können. Es heißt, der Rücktritt des Ministers Sagasta stände un­mittelbar bevor, an dessen Stelle ein Ultramontaner treten solle. Dann aber würde dem Lande der innere Friede noch nichjt beschieden sein. Möge dem König Alfons der thatkrafttge Ratgeber erstehen, der ihn und fein Land vor den Erschütterungen konfessionneller Kämpfe behütet

Aus Stad! und Kund.

Gießen, den 7. Juli 1902.

** Dem evangelischen Pfarrer Gustav Fey zu Altheim ist der Charakter als Kirchenrat erteilt worden.

** Gegen die Unterbietungen bei staat­lichen Arbeiten ist seitens des Großh. Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, folgende Verfügung erlassen worden: Das Großb. Ministerium sieht sich ver­anlaßt, zu bestimmen, daß bei der Entscheidung über die Zuschlagserteilung aus Angebote für Arbeiten und Liefer­ungen, deren Endsummen 20 Prozent und mehr unter dem bauamtlichen Kostenvoranschlag bleiben, stets eine be­sondere Prüfung der Angebote und chrer Preisansätze nach der Richtung einzutteten hat, welche in dem Erlaß, das Verdingungswesen betreffend, vorgeschrieben ist. Mit dieser Maßregel wird beabsichtigt, eine Grenze festzusetzen, von welcher bei Unterbietungen nur bei dem Vorhanden­sein ausreichender Gründe bei staatlichen Arbeitsvergeb­ungen zu berücksichtigen sein werden. Die erwähnte Prüfung solcher Angebote hat in jedem solchen Falle statt- zufinden, sei es, daß die unteren Behörden zur selbständi­gen Zuschlagserteilung befugt sind, sei es, daß die unteren Behörden nach den bestehenden Bestimmungen die Geneh­migung der oberen Behörden einzuholen haben."

**Vsö" usw. in Telegrammen. Eine weitere :leine Erleichterung in der Austaxierung von Telegram­men ist soeben durch eine Verfügung des Staatssekretärs >es Reichspostamts angeordnet worden. Sie lautet: Die Ausführungsbestimmung § 7 h der Telegraphenordnung, wonach bei Ziffernausdrücken wiei/gö",V26" usw., die in der deutschen Umgangssprache cns Stundenzeitangaben angewendet werden, der Bruch und die nachfolgende ganze Zahl gesondert als je ein Wort zu taxieren sind, wird aufgehoben, derartige Ziffernausdrücke sind fortan nur als ein Wort zu zahlen, vorausgesetzt, daß sie einschließ­lich des Bruchstrichs nicht mehr als fünf Zeichen enthalten. Mehr kommen wohl auch kaum vor.

** Amerikanische Gepäckabfertigung. Seit einigen Jahren werden int Staatseisenbahn-Ver­kehr Versuche gemacht mit einem einfacheren s2Cb fertig» ungs-Verfahren für das Freigepäck der Reisenden, wie das- elbe in den Vereinigten Staaten mit Erfolg ein­geführt worden ist. Nach einem neuerlichen Erlasse des Ei send ahn Ministers soll das amerikanische Verfahren jetzt auch auf den Verkehr im Nordostsee-Verband ausgedehnt werden, wie dies die beteiligten Eisenbahndirektionen be­antragt hatten. Der Minister erklärt es ferner für unbe­denklich, daß das neue Abfertigungsverfahren auch in an­deren direkten Verkehren angewendet werde, sofern dies ür zweckmäßig gehalten werde und die mitbeteiligten frem- >en Eifenbahnverwaltungen einverstanden feien. Mit den amerikanischen Mtttelkuppelungen, Über welche der Güterwagen-Ausschuß Bericht erstattet hat, sollen nach einem wetteren Erlasse des Ministers noch fernere Versuche angestellt und festgestellt werden, ob die vorgeschlagenen Kuppelungsketten sich zum Ersätze der vorhandenen Schrau­benkuppelungen eignen und ob durch sie eine sichere Ver­bindung zwischen den mit Zughaken und Kuppelungs­köpfen ausgerüsteten Wagen herbeigeführt werden kann.

E. Der gestrige Sonntag, der sich durch sonniges Wetter auszeichnete, ohne durch allzugrotze Hitze zu be- lästtgen, wurde von allen, die nicht durch widrige Umstände oder berufliche Thätigkett verhindert wurden, zu Aus­

flügen in die nähere und weitere Umgebung benutzt. Die Turner zogen nach Butzbach, um dort ihre Kräfte mit ben Brudern aus dem Gau Hessen und der Wetterau zu messen. Die GesellschaftEhattia" feierte am Nach- mittag ihr 1. Stifttrngsfest im Jagdschlößchen Duten- Hofe n. Die in musikalischen und deklamatorischen Vor­trägen und dem üblichen Tanz bestehende Unterhaltung- sowie die bekannte vorzügliche Bewirtung ließen bald eine natürliche Fröhlichkeit aufkommen. In solche wurden auch die Teilnehmer an der Partie versetzt, die derLügentisch" ber Sauer in das herrliche Bieberthal, über Rodheim, Him­berg, Königsberg, Grube Morgenstern nach Bubenrod und zurück nach der Rehmühle und Bieber unternahm. Die in der Neuzeit unentbehrlichen Begleiter solcher Ausflüge, die Photographen, waren, augenscheinlich mit Erfolg, bemüht, die freudestrahlenden.Gesichter im Bilde für die Nachwelt festzuhalten. Schiffenberg, For st garten, Sinne- rob, Arnsburg, Windhof, Heuchelheimer M u h l ch e n, P h i l 0 s 0 p h e n w a l d, Liebigshöhe rc. waren ebenfalls gut besucht, und wer nicht weit wandern wollte oder konnte, ergötzte sich am Nachmittag und Abend an den Klängen der Badischen Grenadier-Kapelle in Steins Garten.

e. Bad Nauh eim, 7. Juli. (Eigener Draht­bericht.) Im hiesigen Walde hat sich gestern mittag 12 Uhr eine junge Russin erschossen. Die Dame ist. etwa 28 Jahre alt. Sie kam von Wiesbaden, wo sie sich als Frau von Sosnoska aus Petersburg ins Fremdenbuch eingetragen hatte. Papiere wurden nicht vor- gefunben. An barem Gelbe hatte sie nur sechs Mark bei sich.

e Bad Nauheim, 6. Juli. Das Sanitätsamt des 18.Armeekorps in Frankfurt a.M. zeigte der hiesigen Bürger­meisterei an, daß sich die Medizinalabteilung des Kriegs­ministeriums dahin ausgesprochen habe, daß die Errich­tung eines besonderen Militärkurhauses in Bad Nauheim wünschenswert sei, weil die Zahl der Militärkurgäste von Jahr zu Jahr zunehme, im Jahre 1804 14 und im Jahre 1901 93 betragen habe. Es ist in Aus­sicht genommen, ein Hans zu kaufen oder für mehrere Jahre mit ben erforderlichen Inventuren zu mieten, in welchem 25 kurbedürftige Soldaten nebst einem Aufsicht führenden Unteroffizier Unterkunft finden können. Bis jetzt hat die Militärverwaltung die kurbedürftigen Soldaten in der Stadt einlogiert und für jeden Mann 3 Mark pro Tag für volle Pension bezahlt; die Leute waren auch immer bestens untergebracht. Im Winter besuchten die Soldaten das städtischeKonitzkystift". Gestern wurde das neue Juhalationsgebäude eröffnet. Zahlreiche Beamte aus Darmstadt kamen, doch den Vertreter der auswärtigen Blätter hat man nicht geladen, durch einVersehen". Die Herren tränten ihren Champagner allein.

Bad-Nauheim, 6.Juli. Unterhaltungen vom 7. bis 12. Juli. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 78 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Montag den 7. Juli, nach­mittags von 47 und abends von 810 auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109 aus Karlsruhe. Dienstag den 8. Juli, nachmittags von 4'/z61/2 und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle. OperetteDas süße Mädel." Mittwoch den 9. Juli, nachmittags von 41/, bis 6 ,/3 und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung der Terrasse. Eintritt 50 Psg., Kinder 25 Psg. (große Kurkarten, große Saisonkarten und Tageskarten frei.) Abends 8 Uhr Theatervorstellung: SchauspielAlt-Heidelberg." Donnerstag den 10. Juli, nachmittags von 47 und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des 2. Hannov. Ulanen-Regiments Nr. 14 aus St. Avold. Bei gutem Wetter spielt die Kurkapelle nachmittags von 4l/26J/2 Uhr am Teichhaus. Eintritt frei. Abends 810" Uhr im Saale Tanz. Freitag den 11. Juli, nachmittags von 4,/2 bis 6 i/z und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung (Gastspiel Adalbett Matkowsky): Dramatisches GedichtDas Leden ein Traum". Samstag den 12. Juli, nachmittags von 4!/2 bis 6*/2 und abends von 810 Uhr auf der Terrasse Kon­zert der Kurkapelle. Abends Solisten-Konzert. Abends 8 Uhr Theater-Vorstellung (Gastspiel Adalbett Matkowsky): Lustspiel Kean" oderGenie und Leidenschaft". Vorläufige An­zeige: Sonntag den 13. Juli Konzett der Kapelle des Pommerschen Füsilier-Regiments Rr. 34 aus Bromberg.

8 Butzbach, 6. Juli. Am Samstag Nachmittag unh Sonntag Morgen trafen zur Feier des Turnfestes des Gaues Hessen die Mitglieder des Kampfgerichts und Gauausschusses, die Preisturner, sowie Slborbnungen von über 50 auswärtigen Vereinen und viele andere Gäste ein, darunter auch Kreisvertreter Sch muck-Darmstadt unv> M. Weller Bockenheim. Gestern abend wurde die Feier eingeleitet durch einen Kommers in der hübsch dekorierten Festhalle, wobei das Vorstandsmitglied des festgebenden Turnvereins Butzbach, Professor Warn ms er hier, die er- chienenen Gäste und Turner bewttlkommnete. Sodann folgten in angenehmer Abwechselung unter Musikbegleitung hübsche turnerische Darbietungen der Mädchen und Knaben, Turnerinnen und Turner (Reigen, Keulenschwingen, Pyra­miden). Dazwischen trug unser GesangvereinOrpheus" die erhebenden LiederBruderweihe" undBlitzende Speere" vor, während Lehrer Storch in »chwungvoller Rede einen Rückblich auf die Turn fache des hiesigen Vereins warf. Zum Schlüsse konzertierte die ganze Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 168, sodaß nur zu schnell die schönen Stunden der Vorfeier