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Mars, Satzteile, •Matur [8492 ahnhofatr, 30.
Montag V.JuU L»«S
ISS. Jahrgang
Erstes Blatt.
Nr. 156
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Familien, blätter viermal in der
Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag bi. Brüh l'sche- Uniüerl, Buch-u.Stei. btuderrt (Pietsch Erben) EKedafm. Expedition uw. Druckerei:
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Anzeiger Gießen.
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Verantwortlich: für den volii. u. allgem. Teil: P. Witiko; für „Stadt und Land' und „Gerichtssaal': Curt Plato; für ben Anzeigenteil: Hans Beck.
Metzener Anzeiger
** General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Am 6. Juli verschied ««erwartet unser hochverehrter lkhef, Herr Provi^zialdirektor Geheimerat v. Bechtold. Seine unbegrenzte Herzensgüte, seine stets sich gleich bleibende wohlwollende Fürsorge für die ihm anvertrante« Interessen, seine wahrhaft väterliche Grsinnung gegen die ihm unterstellten Beamten sichern ihm ein dauerndes dankbares Andenken.
Die Beamten der Grotzh. Proviuzial-Direktion Oberhesseu «ud des Grotzh. Kreisamts Gtetzen.
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en werde in Erkenntnis dessen, daß gegenseitige Be-
Ueber das Heiraten der Militärpersonen
halten hatte. Es ergab sich daraus die Notwendigkeit der Neuwahl des Präsidiums, das nunmehr aus zwei Zen-
Kapkolonie zeitweilig die Verfassung aufzuheben, Stellung nimmt. Chamberlain bemerkt darin, daß Ivie SuspenÄerung Der Verfaisung einer verantwortlich verwalteten Kolonie ol)iie Beispiel sei und nur durch einen Akt des Reichsparlaments möglich gemacht loerden könne, lleberdies habe nur die Minderheit der Mitglieder des Kap- Parlaments die Petition unterzeichnet und seien alle Minister der Kolonie dagegen. Ein Jndemnitäts-gesetz sei erforderlich, um die während des Kriegszustandes getroffenen Anordnungen zu s ankiionieren und die Ausgaben nachträglich zu bewilligen, welche ohne Ermächtigung des Parla-
— Die jüngsten kaiserlichen Kinder, Prinz Joachim und Prinzessin ViktoriaLuise, haben nunmehr Schloß Hausbaden bei Badenweiler verlassen und sich m Begleitung ihrer Lehrer und Erzieherin nach Cadinen begeben.
— Ein amerikanisches Geschwader wird, dem „Lok.-Anz." zufolge demnächst einer Einladung des Prinzen Heinrich folgend, zum Besuch in Kiel eintreffen.
— DerdeutscheBurenhilfsbundhat beschlossen, die noch vorhandenen Mittel in Höhe von etwa 250 000 Mark derart zu verwenden, daß zum Rücktransport und zur Versorgung der gefangenen mittellosen Deutschen öO 000, zur Unterstützung der invaliden, kranken und hilfsbedürftigen Burenkämpfer und ihrer Familien, fowie zur Rückbeförderung bedürftiger Familien 80 000 und zur Unterstützung von Witwen und Waisen bis zu 80 000 Mk. bewilligt werden.
-4 Die polnischen Mitglieder des Posener Provinzial la ndtages hatten, wie wir am Freitag telegraphisch meldeten, eine Teilnahme beim Empfang des Kaisers abgelehnt. Jetzt bringt der Krakauer „Czas" eine Erklärung der genannten polnischen Mitglieder, die an den kaiserlichen Hofmarschall gerichtet ist und das Fernbleiben der Polen motiviert. Die Polen seien druck) die neuen Verordnungen und durch die vom Kaiser erhobenen Anschuldigungen tief gekränkt; jetzt würden die Polen mit ihrer Trauer alle Empsangsfreude stören. Sie fühlen sich nicht schuldig und wollen trotz aller feindseligen Verordnungen auch künftighin treue Unterthanen des Kai
sers sein. ....
— In der, wie wir am Samstag meldeten, polizeilich aufgelösten Versammlung, in der Graf Pückler sprach, hatte sich dieser edle Herr über sein letzten Prozeß ui scharfen Redewendungen ergangen. Nebenbei schimpfte er auch über die Juden. Das ihn verurteilende Erkenntnis des Glogauer Gerichts erklärte er für unhaltbar. Er sei Herr seines Grund und Bodens und könne auf diesem cüles nach Belieben kurz und klein schlagen. Falls er wirklich die ihm in erster Instanz zuerkannte Strafe verbüßen müsse, werde er nach seiner Freilassung weiter demolier e n. Eine Schande sei es, wie in Preußen Ed e ll eu t e behandelt würden. Unbedingt müsse ein Sohn aus adeligem Geschlecht von der Behörde anständiger behandelt werden als ein Proletarier. (Lärm.) Es sei notwendig, daß sich alle Söhne des Lichts zu einer festen Phalanx zusammenscharten, um alles niederzutreten, was sich chnen in den Weg stelle. Hier löste der Polizeileutnant die Versammlung auf. Es entstand großer Lärm. Die Antisemiten sangen: Deutschland, Deutschland über alled. W Graf Pückler eine Viertelstunde später in einer Droschke sortsuhr, wurde er lange Zeit von einer großen Menge verfolgt, mit dem Rufe: Haut den Dreschgrafen, er hat die Arbeiter beschimpft. .
— Die „M Allg. Ztg." schreibt: „Nach einem ungarischen Blatte soll der polnische Maler A d a l b e r t K o s s a k erzählt haben, er müsse wegen der polnischen ^ache aus Berlin fort, und er habe darüber auch mit Kaiser Wilhelm gesprochen, der ihm gesagt l)abe: „Lieber Freund! Ich würdige Ihre Situation und bedauere aufrichtig Ihre Abreise. Seien Sie überzeugt, daß ich Sie allzeit gerne Wiedersehen werde!" Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß an dieser angeblichen Unterredung des Kaisers mit Herrn Kossak kein wahres Wort ist."
Düsseldorf, 6. Juli. Zahlreiche Teilnehmer an dem internationalen Schiffahrtskongreß in Düsseldorf trafen in der vergangenen )cacht in Bremen ein, befich- tigten die Hasenanlagen und die Stadt und folgten enter Einladung des Senats zum Frühstück im Rathause. Bei demselben hich Bürgermeister Dr. Gröning die Gäste willkommen. Ministerialdirektor Schultz- Berlin brachte einen Trinkspruch aus den Bremer ^enat aus, Staatsrat Timoness-Petersburg einen solchen auf den zweiten Vorsitzenden des Kongresses, Oberbaudirektor Franzius-Bremen. Um iy2 Uhr fuhren die Gäste nach Bremerhaven weiter. Heiite werden die Herren, wie uns aus Bremerhaven gemeldet wird, eine Fahrt durch den Kaiser Wilhelm-Kanal unternehmen, an der sich auch Staatsininister v. Thielen und der Staatssekretär Gras Posadowsky beteiligen werden.
Kiel, 6. Juli. Der gestern herrschende heftige böige. Wind richtete mehrfach Schaden an. Ein Torpedoboot wurde
ab. Der Großherzog von Sachfen.Weimar ist gestern mittag abgercist. - Heute vorm^tag ,<md an Bord der Hohenzollern" Gottesdienst statt. Um U.4o Uhr st ar - tetem zur Wettfahrt auf der Lübecker Bucht über 40 Boote in sechs Abteilungen, darunter „Meteor"^mtt dem Kaiser und dem Prinzen Heinrich an Bord. Es herrschte böiger Nordwestwind Die Kaiserin unternahm heute vormittag mit den Prinzen EitelFriedrich, Albert' ^^lst Wilhelm und Oskar einen Spaziergang an Der
Reichskanzler ist heute nachmittag. rmch.^rlin cck>- ercift. Heute nachmittag trafen hier die an der Nord andsreise des Kaisers teilnehmenden Herren ein
des preußischen Heeres ist eine neue kaiserliche Verordnung ergangen, aus der die wichtigsten Bestimmungen hervorgehoben sein mögen: .
Die Erlaubnis zur Verheiratung eines Osfiziers oder Sanitätsoffiziers mit geringerem Gehalt nls demje^^g^ eines Hauptmanns (Rittmeisters) erster Gehaltsklasse darf nur dann nachgesucht werden, wenn Zuvor der Nachweis geführt ist, daß der Offizier oder Sanitätsoffizier cm außer- g b“Ä Wnn ÄÄÄ - ’SÄS'. on" «ster'duÄ aud) Disiriktsosfizier der Landgenbarmerte Mit einem Gehalt von Kaiserden, ^achmittag w r begaben. Abends
3300 Marl iäbrlicb 2100 Mark, bei einem Oberleutnant und die Kaiserin und auch die prinz ° Rreis-
^eutnant emswli^lich Oberjäger und Feldjäger des Reiten- sand im Kurhaus ein Festessen des MuW unb m
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bei einem Stabsarzt zweiter Gchattsllalse, einem Ober- dte feiethdie tein to e i un g beä Sla tl e r 8rt eD )
und Assistenzarzt jährlich 750 Mk. Die Erlaubnis zur Ver- Denkm als. und des Parks dahier am 20. Ang heiratung ernes in einer etatsmäßigen Stelle des Heeres | nehmen.
Iverwendeten Offiziers zur Disposition, dessen Pension yvllll|uj£ Q]/ngf5|u)(IlL weniger als 3000 Mark jährlich betragt, dars nur, dann
nachgesucht werden, wenn zuvor so viel außerdienstliches Frhr. v. Buol-Berenberg f. Einkommen nachgewiesen wird, daß dieses und die Pension
Die Nachricht von dem Hinscheiden des Frhrn. v.! zusammen jährlich mindestens den bezeichneten Betrag er- Buol-Berenbera ruft die Erinnerung wach an eineireichen. Der Antrag auf Erteilung der Heirats-Erlaubnis der traurigsten Episoden, oie der deutsche Reichstag auf den wird, sofern derselbe nicht unmittelbar dem Kaiser vor- Blättern seiner Geschichte zu verzeichnen hat. Der Reichs- zulegen ist, mit den monatlichen Gesuchslipen eingereicht, tagspräsident v. Levetzow hatte sich am 23. März 18951 ------
vom Reichstage die Ermächtigung ausgebeten, dem früheren Sluföebana der Verfassung in der Kapkolonie.
Reichskanzler Fürsten Bismarck zu seinem 80. Ge-1 y mni-lnnil>nt pj» Meiü-
burtstage die Glückwünsche des Reichstages ausdrücken zu Am Samstag Ebamberlains an
dürfen. Diese Ermächtigung wurde vorzugsweise durch das buch ausgegeben, welches die ^^P .
Verhalten des Zentrums mit 163 gegen 146 Stimmen ab° den Gouverneur der ftODtotonie
gelehnt, worauf alsbald in sehr würdiger Weise Präsident Chamberlain zu.der Litte Gouverneur- i n d er v. Levetzow fein Amt als Präsident niederlegte Diesemdie Werkakiuua aui^u-- Beispiele folgte sofort der an einem schweren Grippe-Anfall erkrankte, in der Schweiz w,eilende zweite Vizepräsident Dr. Bürcklin, sobald er von dem Vorfall Kenntnis er-
trumsmitgliedern und einem Fortschrttlsmann zusammengesetzt wurde. Zum Präsidenten wurde am 27. März der bisherige erste Vizepräsident Frhr. v. Buol-Beren- berg gewählt, und dieser hat denn sein Amt bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahre 18Ö8 bekleidet. Er gehörte I lich yx bewilligen, welche oyne ^umcyrigung dem Reichstage als Mitglied der Zentrumspartei seit dem ments gemacht feien, ^te ^eic^t9rcSlcrunS. 9 Jahre 1884 an; er war damals Landgerichtsrat zu Mann- Hoffnung hin, daß Pas ^^rlament legliche Bitterk^ heim, seit 1881 Mitglied des badischen Landtages und ver- und jeglichen Raoenzwiit bei der Erörterung dieserö^ag fügte somit über ausreichende parlamentarische Kenntnisse vermeiden werde in Erkenntnis dessen, daß gegense 9 und Erfahrungen, dennoch konnte er als Präsident einen schuldigungen bezüglich des Vergangenen zu nichts Gutem Vergleich mit seinem ausgezeichneten Vorgänger nicht aus- dienen tönnten. Reichsregierung sei der ^iicht,dß d halten, zumal ein stetig zunehmendes Ohrenleiden ihn auch zeitweilige Aushebung der Verfassung ohne Befragung der körperlich für die Leitung der oft sehr aufgeregten Ver- gegenwärtigen Volk^ertretung nicht zur Beichwichtigung Handlungen ungeeignet machte. Unter seinem Vorsitz fand des Rassenhasses, sondern vielmehr zur Erzeugung von . ß- ant 21. März 1896 das große Festmahl von etwa 400 vergnügen und Erregung suhren werde. Die Annahme sei i früheren und damaligen Mitgliedern des Reichstages in nicht zu rechtfertigen, daß das Parlament der ^wonie die der großen Wandelhalle statt zur Erinnerung an den Tag, Genehmigung der zur Beruhigung dev Landes notigen Maß- an dem vor 25 Jahren der erste deutsche Reichstag zu-! nahmen verweigern werde, ^aher stimme die Reichs sammengetreten war. Frhr. v. Buol brachte damals in einer regierung den Ministern der Kolonie bahm bei, daß es sehr bemerkenswerten Rede das Hoch auf den deutschen angebracht sei, das Parlament der Kolonie sobald al;-mog- Kaiser, die deutschen Fürsten und die freien Städte aus, lich einzberuusen. Die Reichsregierung schließe sich dieser während der Reichskanzler Fürst zu H o he n loh e-Schil- Anschauung um so bereitwilliger an, als sw.versichert sei, lingsfürst in sehr geschickter und erfolgreicher Vermitte- daß der ernste Wunsch bestehe, weiteren Streit zu vermeiden lung zwischen ben Parteianschauungen aus der Rechten und und die durch den Krieg erregten Leidenschast-en zu be- auf der Linken mit sehr warmen Worten den Fürsten Bis- ruhigen.
marck als den treuen Diener seines kaiserlichen Herrn
eigentlichen Schöpfer des deutschen Reiches feierte. Bei Iftoutfrhoc ^ptfh
den Neuwahlen im Jahre 1898 mußte Frhr. v. Buol wegen ylUljUjtiX gUlUJ,
seines Gehörleidens aus jedes parlamentarische Mandat ver-1 < ■ g c>uli. Aus Travemünde wird ge-
zichten. Er verfiel bald längerem Siechtum, dem er jetzt Ter^Kais er und die Kaiserin, die Prinzen
in Baden-Baden erlegen ist. Er hat erst vor wenigen Mo- riebridi und Heinrich, der Reichskanzler
naten sein 60. Lebensjahr vollendet. Seine Witwe ift eine Lu r a; Bülow und die Herren des Gefolges verweilten Tochter des bekannten früheren langsahrigen preußischen ' vormittaa an Bord des „Meteor". Der Kaiser Gesandten am Bundestage, v. Savigny; aus der Ehe ist I ber amerikanischen Yacht „dtahma" einen Besuch
nur eine einzige Tochter hervorgegangen. I ... m »n « (*>rrrhf pti#9ßeimar ist


