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7.6.1902 Erstes Blatt
 
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Samstag 7. Juni LSOS

153. Jahrgang

Erstes Blatt

S

DiePartie" mit Morgan.

der

Vereine

Dr. Barth (frs. VgZ kündigt an, daß seine Freunde diesen Antrag Jahr für Jahr wiederholen würden. Das jetzige Wahlrecht sei die Quelle perfidester Wahl- beein flussun gen. Die Vermehrung der Bevölkerung in den verschiedensten Wahlkreisen sei höchst ungleich. Die Steuerleistung der 140 kons. Wahlkreise betrage nicht so viel, wie die Steuerleistung Berlins allein. An dieser Wahlkreiseinteilung liege es, daß wichtige Meliorations­werke, wie die Kanalvorlage stecken blieben. Redner hofft, daß die Regierung nicht länger der Reaktion den Steigbügel halten, sondern eine Reform für Wahrheit, Frei­heit und Recht anbahnen werde. (Beifall links.) Abg. Fritzen-Borken (Ztr.) lehnt namens seiner Partei den Antrag ab. Dieselbe Erklärung giebt Abg. v. Löbell (kons.) ab. Abg. Nölle (natl.) plädiert für den Antrag. In den industriellen Wahlkreisen sei die Bevölkerungsziffer o gewachsen, daß eine Aenderung nötig geworden sei. Dr. Wiemer (frs. Bp.) erklärt, seine Freunde hielten unbe­dingt daran fest, daß auch für die Landtagswahl das all­gemeine gleiche und direkte Wahlrecht das allein richtige sei. Die jetzigen Mehrheitsparteien sollen nicht ihre politische Macht vor Recht gehen lassen. Abg. Frhr. v. Zedlitz (frk.) lehnt namens seiner Partei den Antrag ab. Tr. Barth (frs. Bg.) beklagt die Haltung des Zentrums, das stets für Parität und Gerechtigkeit emzu- tretcn vorgebe. Ter Antrag auf Verweisung des Antrages an eine besondere 14er Kommission wird abgelehnt, ebenso der Antrag selbst. '

wegen Haftpflicht und Unfallversicherung mit derZürich", wegen Lebensversicherung mit demDeutschen Anker", über die Sterbetasse des Deutschen Kriegerbundes entspann sich eine lebhafte Debatte über daS V o r t ra g s w e s e u im Verbände, in deren Verlaus die Befriedigung über die von

dem Präsidium veranlaßten Vorträge in den Vereinen all­gemein Ausdruck fand und unter Zurückweisung der von einem Delegierten voraebrachten Beanstandung der ent­stehenden Kosten dem Präsidium der Dan! des Verbandstages ausgesprochen wurde. Der von den: Präsidium vorgelegte Voranschlag wurde einstimmig genehmigt. Desgleichen wur-

Nr. 131

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Üesstschen Landwirt die Siegener Famttten- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u. Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanschluß Nr. 51.

Bekanntmachung.

Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauen­seuche wird die Abhaltung des auf den 10. Juni ds. Js. in Hohensolms anstehenden Viehmarktes an die Beding­ungen geknüpft, welche durch meine den Markt in Wetzlar betreffende Bekanntmachung in Nr. 64 des Kreisblattes von 1902 veröffentlicht worden sind.

Der Auftrieb beginnt um 9 Uhr vormittags.

Aus der Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen darf Rindvieh nicht aufgetrieben werden.

Wetzlar, den 31. Mai 1902.

Der Königliche Landrat.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

83. Sitzung vom 6. Juni.

Die Gesetzentwürfe betr. die evangelischen Kirchenver­bände im Bezirk Cassel, betr. die Vertragsverhält­nisse der Main-Neckar-Ba.hu und betr. die Aen­derung von Ämtsgerichtsbezirken werden in dritter Lesung e n d g i l t i g a n g e n o m m e n. Es folgt der Antrag der Abgg. Dr. Barth (frs. Vgg.) und Dr. Wiemer (frs. Bp.), die Regierung um anderweite Feststellung der Wahlbezirke, entsprechend den in den letzten 40 Zähren empLtretensu^KerschiebuugLN der Bevölkerung, zu ersuchen.

Parlamentarisches.

Berlin, 6. Juni.

Die Zoll kom Mission genehmigte die Positionen 336 Graphit, 337 Speckstein unverändert und genehmigte in Position 338 unverändert die Sätze für Bleistifte, Farb­stifte und Kohlenstifte, geschnittene oder geformte Kreide ungesüßt 20 Mk., in rohem und weißem Holz gefaßt 25 Mk., setzte ober den Preis für dieselben mit Fassung aus anderem Holz re. von 45 aus 40 Mk. nasch, einem Anträge Kanitz herab. Srie Kommission nahm sodann unverändert die Position 339 bis 344, Firnisse, Lacke, Kitte an und begann die Beratung der Positionen Aether, Alkohole, flüchtige Oele. Davon luneben die Positionen 345 bis 350 angenommen. Die Positionen 350 bis 360 betreffend Zölle aus Chemikalien verschiedener Art, Toiletteartikel und k ü n st l i ch e D ü n g e- mittel werden nach unerheblicher Erörterung angenom­men. "Nächste Sitzung am 10. Juni.

Bei der heutigen Beratung des Süßstofsgcsetzes nahm die Zuckerkommission mit unwesentlichen Aender- ungen gegen zehn Stimmen der Freisinnigen, Sozialdemo­kraten, sowie der beiden Zentrumsabgeordneten MÜller- und Speck, den von den Abgg. Tr. Paasche, Staudy, Gras Carmer, Gamp und Prinz Arenberg eingebrachten umfang­reichen K o m p r o m i tz a n t r a g an, der auf ein Verbot der privaten Saecharin fab ri ti o n mit Aus­nahme einiger vom Bundesrat besonders konzessionierter Betriebe und auf Verstaatlichung der Saccharin- industrie hinausläust. In der Debatte erklärte Staats­sekretär v. Thielmann, da die Regierung zu dem An­träge noch nicht Stellung genommen habe, könne er nur für seine Person sagen, er stehe dem "Antrag wohl­wollend gegenüber. Er sei der Ansicht, daß ihm die Re­gierung wohl auch zustimmen werde. Als Termin des In­krafttretens des Cüßstofsgesctzes wurde der 1. April 1903 bestimmt. Die Zuaersteuerkommission nahm heute nach­mittag die zweite Lesung des Zuckersteuergesetzes vor, nahm mit 16 gegen 12 Stimmen debattelos den gestern verworfenen Antrag Arenberg, betreffend Wiedereinführung der Pro­duktion s ko n t in g en t i e r un g und sodann eine Re­solution an, nach, der künftig außer der Besteuerung des Rübenzuckers auch eine solche des Stärke­zuckers ins Auge gefaßt werden soll. Die Kommission beriet sodann Artikel 2 der Vorlage und setzte mit 19 gegen 9 Stimmen die Verbrauchsabgabe ab 1. September 1903 ans 12 Mk. und ab 1. September 1905 auf 10 Mk. fest. Gin Antrag Hermes, der die Verbrauchsabgabe auf 14 Mk. festsetzte, wurde mit 14 gegen 14 Stimmen ab gelehnt. Mi­nister v. Rheinbaben und Staatssekretär Gras Posadowsky hatten mit Rücksicht aus die Finanzlage des Reiches die Aufrechterhaltung von 16 Mk., eventuell den Antrag Hermes empfohlen. Die Kommission nahm ferner einen Antrag Speck an, der besagt der Ein gängszoll für Zucker, für den keine Prämie gewährt wird, wird während der Dauer der Konvention zum höchsten, nach dem Ver­trag zulässigen Satze erhoben. Die Kommission geneh­migte sodann mit 19 gegen 9 Stimmen die Brüsseler Konvention mit ber'Maßgäbe, daß die Ratifikation nicht vor der Veröffentlichung des Zuckersteuevgesetzes imReichs- geestzblatt erfolgt. Gegen die Konvention stimmten die Kon­servativen, ferner Komierowski (Pole), Müller-Fulda und Pingen (Zentr.). Damit ist die zweite Lesung beendet. Wie verlautet, findet Dienstag die Plenarberatung statt.

Tie Kommission ib. preuß. Abgeordnetenhauses für den Gesetzentwurf betr. Vorbereitung zum höheren Verwaltungsdienst beschloß einstimmig, die Verhandlung jetzt abzubrechen. Der Minister des Innern und der Finanzminister hatten den Wunsch ausge­sprochen, daß, wenn auch an ein Z u st a n d e k o m m e n d e s Gesetzes nicht zu denken sei, doch über einige neue Vorschläge zur Ab kür zun g des Vorbereitungsdienstes be . Juristen, über den obligatorischen Vorbereitungsdienst bei bestimmten Verwaltungsbehörden und über Aufnahme der Juristen in den Verwaltungsdienst bi Mutiert werde, um der Regierung eine Unterlage für die nächstjährige Vorlage zu geben. Minister Frhr. v. Hammerstein teilte mit, daß der Schluß des Landtages für Ende nächster Woche in Aus­sicht genommen sei.

Im bayerischen Abgeordneienhanse

hat der Abg. Heim, Nealschullehrer in Ansbach, bei der Vorlage des Postbautengese tzes die Regierung in seiner urwüchsig-bajuwarischen Manier aufgefordert, endlich mit dem Brauche zubrechen, nur hum anistis ch vorgebildete Bautechniker in den höheren Staatsdienst gelangen zu lassen. Er sagte:

An dem Mangel an tüchtigen technischen Hilfskräften trägt der Staat die Mitschuld. Wenn einer die Deklinationen und Kon­jugationen nicht gelernt hat, dann kann er nicht bauen bei uns. Ju Amerika z. B., das uns an Tüchtigkeit in Bezug auf das Bauen gewiß nicht nachsteht, fragt man sicher nicht, ob einer Latein kann, sondern ob er bauen kann. Bei uns aber können die Xientc Latein und können nichts bauen. Co lange man bei uns nicht die tüchtigsten, berufensten technischen Hilfskräfte, das sind diejenigen Leute, die die Real- und Industrieschule und das Poly­technikum besucht haben, zum Staatsdienste zuläßt, wird es nicht beßer in dieser Beziehung. Mit den Lateinern kommen wir noch vollständig in den Dreck herunter. Wir brauchen Leute, deren Vorbildung sie befähigt, aud) das praktische 2eben rasch zu erlassen, und dazii ist der Marrn mit der tech­nischen Schule weit geeigneter als derjenige mit der hurnamsli-

Aus Berlin, 6. Juni, wird uns geschrieben:

TerMorganismus", über den man sich zu Beginn nächsten Woche auch im Reichstag unterhalten wird, greift weiter um sich. Bekanntlich sind nicht alle engli­schen Schifsahrtslinien dem Trust angeschlossen; einige, darunter die Cunardlinie, verhielten sich ablehnend, und noch jüngst wurde gemeldet, daß ein englischer Gegen- Schifsahrts-Trust gebildet und von der Negierung subven­tioniert luerbeft soll, in der der altbekannten Cunardlinie die führende Stelle zugedacht sei. Ein Londoner Privat- Telegramm derVoss. Ztg." meldet aber, daß Morgan, gutem Vernehmen nach, sich das Verfügungsrecht über 51 Prozent der Cunard-Altien gesichert habe. Die Cunard- Linie werde an das Morgan-Syndikat verkauft werden, falls die englische Negierung der Gesellschaft keine beson­deren Vorteile gewähre. Die letztere Bemerkung ist nicht ganz klar; wohl aber steht außer Zweisel, daß Herr Mor­gan die größten Anstrengungen macht, das geplante eng­lische Konkurrenz-Unternehmen zu durchkreuzen. Es wirb interessant sein, ben Gang dieserPartie" zu versolgen.

Politische Tagesschau.

Der Reichskanzler Graf Biilow

hat sich kürzlich vom allgemeinen deutschen Standpunkte aus gegen den politischen Pessimismus aus­gesprochen. Den Anlaß dazu bot der Umstand, daß er auf den Pessimisnius hingewiesen wurde, der in nationalen Blättern bei der Beurteilung der inneren und der aus­wärtigen Verhältnisse Deutschlands zum Ausdruck gekommen ist. Ter Reichskanzler hat sich nach derSchlesischen Ztg." in dieser Frage dem Sinne nach folgendermaßen geäußert:

Bei einem Teile der nationalen Presse bestehe ein Hang zu künstlicher Schwarzseherei, den er nicht als berechtigt anerkennen könne. Gerade die nüchterne Be­urteilung des allgemeinen Zustandes der einzelnen Groß­mächte müsse doch seststelleu, daß keine mit dem Gange ihrer öfteutlichen Angelegenheiten, im Jnnerii wie nach außen, so zufrieden sein könne, wie gerade Tentschlanb. Ter vorteilhafte Abstanb gegen bie Verhältnisse in an­deren Staaten sei doch so bedeutend, daß ein Vergleich ernstlich kaum in Frage komme. Rußland mit seinen inneren Zuckungen, England mit den Nachwehen des südafrikanischen Krieges, Frankreich, dessen innere Ent­wickelung nach dem Rücktritte Waldeck-Rousseaus wieder vor einem Fragezeichen stehe, Oesterreich-Ungarn in seiner ethnograpyi,chcn und poliftschen Zerrissenheit böten deine Bilder, die in uns das Gefühl erwecken könnten, als Nation oder politische Macht hinter den anderen zu­rückzustehen.Ich muß", sagte der Reichskanzler wört­lich,es als geradezu grotesk bezeichnen, wenn ein Deutscher die Zujtände seines Vaterlandes trostlos nennen will."

schen Bildung Allein in dieser Beziehung teilt der Minister ich darf nicht sagenDickköpfigkeit" - die Anschvuung, die uns nicht paßt. Alan sollte die Leute mit technischer Vorbildung auch zum Staatsdienste zulassen ... Allein der Staat sagt, du kannst dieunregel mäßig en Verba nicht und hast den Ho r az nicht gelesen, also kann ich dich nicht b rauchen. Das kostet uns sehr viel Geld.

Die Worte sind natürlich cum grano salia aufzunehmen. Abg. Heim hat einen einseitigen Standpunkt. Warum soll das Erlernen der, man kann wohl sagenarchitektmrrsch* durchgebildeten lateinischen Sprache ein Hindernis für die Entwicklung zum Baumeister sein? Minister v. Crails­heim versprach, den Leuten mit Realbildung auch den Zu­gang zum Staatsdienst zu eröffnen, und diese Zusage ist icher zu begrüßen, da der Wunsch des Abg. Heim damit erfüllt ist, ohne daß die bösen Lateiner in den Orkus beförbert zu werden brauchten. Bei uns in Hessen aber haben wir mit rein technisch ausgebildetenUnlateinern" bekanntlich die allerbesten Erfahrungen gemacht. Der beste unter ihnen hat es sogar bis zumEhren-Lateiner" gebracht!

Ans Stadt und Kand.

Gießen, den 7. Juni 1902.

** Auszeichnungen. Der Groß'herzog hat dem Oberinspektor der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger, Kapitän Georg Wolfgang Pfeifer zu Bremen das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Das Ehrenzeichen für Mtt- glieber freiwilliger Feuerwehren wurde dem Mitgliebe der reiwilligen Feuerwehr zu Bretzenheim Hartmann ver- liehen. ,

** In der Gemäldeausstellung im Haus am Branb ist neu ausgestellt ein Porträt von K. L t o ck m a y e r, Malsch. Gleichzeitig sei barauf hrngewresen, baß bie erst seit LM Tagen ausgestellte Kollettion von Prof. L u b w i g D e 11 m a n n nur noch kurze Zeit aus­gestellt bleibt, weshalb wir auf bie gegenwärtige reich­haltige Ausstellung nochmals besonbers aufmerksam machen.

** Bri eftaub enklnb Gießen. Morgen findet das erste biesjährige Preisfliegen von Brieftauben statt. Tie Tour ist Regensburg-Gießen. Zur Richtig­stellung der Sknkunft werden die Meldungen im Vereins- lokal Franz Wigandt, Neirenweg, von morgens 9 bis abends 7 Uhr entgegengenommen.

** Zur Ve rl e guu g b e r Hir sch- und der En ged Apotheken wirb uns von beteiligter Seite mitgeleitt, daß der Plan zu ber Dislokation ber Apotheken besteht,, aber erst verwirllicht werben kann, wenn bie behördliche Genehmigung dazu erfolgt ist, was bisher entgegen früherer Mitteilung, die uns von einem hiesigen Berichterstatter zu- ging, noch nicht Sb er Fall ist. Es wäre zu wünschen, daß sowohl bas Ministerium wie auch bie städtische Verwaltung keine Schwierigkeiten machten, da mit der .Verwirklichung dieser Idee eine Decentralisation unserer Apotheken er­reicht wirb, bie im Interesse ber gesamten Bevölkerung liegt.

** Krieger käme rabschaft Hassia. Am 1. Juni fand, wie berichtet, in Grünberg der De le giert eu- t a g der Kriegerkämerabschaft Hassia statt, dem am Sams­tag Nachmittag eine Sitzung des Gesamtpräfidiums vorher­ging. Die Stabt Grünberg machte ihrem Namen Ehre. Umgeben von grünen Fluren und Wäldern prangte sie im Innern im Schmucke grüner Tannen. Vertreter des Vor­standes des Kriegervereins empfingen die Gäste am Bahn­hofe. Um 3.45 Uhr begann am Samstag die Sitzung des Präsidiums, die sich außer mit laufenden Geschäften ein­gehend mit bet Frage beschäftigte, wie sich ber LcmdeS- vetbanb ben neuerbingS entstehenden Spezial-Waffen- v er ein en unb ber durch sie bewirkten Zersplitterung des Ktiegcrvereinswesen verhalten soll, "Mends 9 Uhr begann in der neuen geräumigen und schön geschmückten Turnhalle ein geselliges Zusammensein bei Konzert, Liedervorträgen unb lebenben Bilbern. Es war kein Plätzchen mehr frei.

GletzenerAnzeigerW

General-Ameis« v

Mr den sollt, u. allgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW

und fröhliche Fesistimmung herrschte bis lange nach Mitter­nacht. Am Montag Morgen um 9 Uhr eröffnete der Vor­sitzende Oberstleutnant Cramolini bie Verhandlungen mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog, an welch' letzteren sofort ein Huldigungstelegramm ab geschickt wurde. Nach der Begrüßung der Versammlung durch den Großh. Bürgermeister wurde in die Tagesordnung eingetteten. Es waren vertreten 38 Bezirke mit 1943 Stimmen. Zunächst wurden die verschiedenen Berichte, der Rechenschaftsbericht des Schriftführers, der Kassenbericht, Providentiabericht und der Bericht über das Jahrbuch erstattet, unter Bezugnahme auf die den Vereinen durch den gedruckten Jahresbericht bereits gewordenen Mitteilungen. Die Vorstandswahl ergab durch Alklamation einstimmige Wiederwahl der ausscheiden- den Kameraden Wa l d e ck e r lTarmstadt), Meyer (Gießen) und Se y l c r (Bingen). Tie Wahl des Ortes für ben nächsten Verbanbstag in Rheinhessen siel auf Bingen. Nach ver­schiedenen Mttteilungen über die Prinz Ludwig-Stiftung, die Ernst Ludwig und Viktoria Melita-Stistung, den Kyff- Häuser-Bund und die rückständigen Bcittäge einiger wenigen zu dem Kyffhänser-Tcnkmal, über die SS er träge rstpflicht und Unfallversicherung mit derZürich",