Mittwoch 7. Mai 190»
153» Jahrgang
GietzenerAnzeiger
M General-Anzeiger v
Schulstraße 7. tldresie für Depeschen: Anzeiger «letzen. FtrnsprechanschlußNr.bl.
Nr. 106
trf*ei«t täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Sesflscheu Landwirt die Siebener Zamilien- btätter viermal in der Woche beigelegt.
-Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untverf.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition
]fir ben^oltt. n. allgem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen AM
Ve-ng-pret-» monatlich 7bPf^ viertel- jährlich Ml. LLO; durch Aohole- il HweigfteÜ« monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk.S.— vicnei^ jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeige» für bie Lag eSnu miner bis vormittags 10 Uhr.
ZeilenpreiS: lokal auswärts 20 Pfg. verantwortlich:
und Ausfuhr
Ueberblick, wie Ein
Einfuhr
1804*.
92p,.
6890 134
so B r c
genbe Waarengattungen hervor
Menge (0
7 422 344 7 234 414
7 843 651 7 009 618
Menge (0 8 448 901 8 901 872 8 380 449 9 027 444 8 771 901
Wert (Mill. Mark) 1370m 1299^ 1483» 1390,,
Wert (Mill. Mark) 1109« 107287 1198" 1052M
I. Quartal.
1902
1901
1900
1899
1898
1897 Von
lieber die deutsche Ein- und Ausfuhr im I. Quartal bt I., deren Hauptzahlen wir schon mitgeteilt haben, liegt jetzt die amtliche Uebersicht vor. Verglichen mit der entsprechenden Zeit der Vorjahre, ergiebt sich für die Ausfuhr sowohl in Menge wie Wert ein Zurückbleiben nur gegen bas Jahr 1900, währenb gegen das, den Tiefpunkt der Depression bedeutende Jahr 1901 ein erfreulicher Zuwachs zu verzeichnen ist. 2)ic. Einfuhr ist der Menge nach gegen bas Vorjahr zwar zu- ruefgegangen, im Werte aber stark gestiegen und sogar um fast bas Doppelte wie die Ausfuhr. Nachstehend zunächst ein
' ' int i. Viertel der letztes
Baumwolle u. Baumwollwaaren 124 157 119 239 180 813
Drogen, Apotheker- und Farb-
ivaarcn ....... 321 038 293 779 303907
Eisen und Eisenwaaren . . . 53 864 105 781 198 085
Erbe, Erze, edle Metalle ... 1 230 303 1 500 080 1 433 161
Getreide......... 1404 444 1 321 866 1355 623
Seide und Seidenwaaren... 1 755 1 564 1 863
Kohle, Koks rc. ...... 2 868 710 2 898 945 2 250 760
Wolle und Wollenwaaren . . 76 499 49 060 85 081
Bemerkenswert ist die starke Zunahme der Einfuhr von Drogen re., ebenso von Getreide, sowie Wolle und Wollenwaaren, andererseits der weitere Rückgang der Einfuhr von Eisen und Eisenwaaren, sowie von Erzen. In der Mengen- Ausfuhr ist besonders stark die Zunahme bei Eisen (73()383 t gegen vorjährige 457 841 1) und Materialwaaren rc. (482 380 t gegen 394 806 t), dagegen bie Abnahme bei Erden, Erzen rc (988 253 t gegen 1053 474 t) und Kohlen und Koks (4 328141 t gegen 4 727144t). Die Menge wird durch die billigen Massenartikel beherrscht, während in den
< Nr. 1278), Pofessor Henry Tho des geistreiche Abhandlung ,,D i e d e u t s ch c b i l d'e u d e K u n st" (Nr. 1283,1284) und Xavier de Maistres rührende Erzählung „Tie junge Sibirierin" <Nr. 1288). Mark Twains humorvolle „Erzählungen und Plaudereien (Nr. 1285—1287) dürfen ohne Zweifel auf zahlreiche Käufer rechnen, Hermann verrjchs Schauspiel „Anna-Lise" (Nr. 1279) ist noch heute ein beliebtes Nepertoirstück der meisten de»ltschen Bühnen, und Robert Tabori, einen der nrodernsten ungarischen Erzähler, mit seinem auf einer höchst phantastischen Idee ausgebauten, originellen Roman ,,Tas Leben in Fortsetzungen" (Str. 1280—1282) in Teutschland bekannt gemacht zu haben, ist als ein entschiedenes Verdienst der „Volksbücher" zu bezeichnen. — Preis jeder Nummer geheftet und beschnitten 10 Pfennig, jedes Bändchen ist einzeln mustich.
Knaus, Leibt, Trübner, Piglhein, Se g an- tini und Böcklin aufs glücklichste zum Aufdruck. In ihrer knappen, aber eindringlichen Fassung sind diese Ab- handlungen dem weiten Kreise des kunstfreundlichen Publikums als Einführung in die Kunst unserer grasten zeitgenössischen Meister aufs angelegentliche zu empfehlen.
Tas April-Heft der „Kunst" (München, Bruck- mann, Preis vierteljährlich 6 Mk.) hat nachstehenden Inhalt: Nicolaus Gysis (26 Abbildungen mit einem Essay Fr. von Ostini'S); Wiener Ausstellungen (die letzten Tarbiet- ungen der dortigen „Secession" und des „Hagenbundes" behandelnd, auf welch letztere Ausstellung im Hinblick aus )ie darin betätigte Raumausgestaltung am Schluß des Heftes noch einmal zurückgekommen wird); Zum 70. Geburtstag Wilhelm Busch s (ein hübscher Aussatz von Theodor Pixis, von den Münchener Jahren des Jubilars in launiger Weise berichtend, mit einer Reihe bislang unveröffentlichter Zeichnungen Buschs aus dem Karrikaturen- Album der einstigen Künstler-Bereinigung „ Jung- München"); Münchener Frühjahr-Ausstellungen 1902, I.: Secession (18 Abbildungen mit einem Aussatz von Tr. Georg Habich); Tie Grenzboten und die moderne Kunst (eine höchst interessante Erwiderung Prof. Konrad Langes auf einen Angriff, den Joh. Grünow, der Herausgeber der Grrenz- boten, anläßlich der im Februar-Hefte der „Kunst" erschienenen Besprechung der Kaiser rede vom 18. Dezember gegen ihn gerichtet hat); Künstlerisches von der Berliner Elektrischen Hochbahn (23 Abbildungen mit Text von Leo Nacht); Mogens Ballinis Werkstatt (ein Aufsatz Joh. Jürgensens, über des genannten Künstlers keramische Arbeiten orientierend, 31 Abbildungen); Historische Stilarten und illustrative Darstellung der Vorzeit (ein Vortrag Gerhard Munthes mit 11 Proben eigenen Schaffens), Margarethe von Brauchitsch (10 Abbildungen von Nadelarbeiten der genannten Künstlerin); Silberarbeiten von E. Voet-Haar- lem (11 Abbildungen-; Zur Rettung unserer alten Bauten (Aufsatz von H. Muthesius-London, in klarer, eindringlicher Weise gegen den Unfug historischer Rekonstruktionen sich richtend); La Sociste Moderne des Beaux-Arts in Paris (5 Abbildungen mit Text von H. FranLi.
Feuilleton.
Pflanzengeo graphische Tafeln. Herausge- geben von Dr. Adolph Hansen, Prof, der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in Giesten. Steglitz- Berlin. Verlag der Neuen Photographischen Gesellschaft, Ä.-G. Bis vor nicht langer Zett war die Pflanzengeographie fast ausschließlich ein Spezialgebiet wissenschaftlicher Forschung. Seitdem man sie aber nicht nur nach klimatischen und geographischen Gesichtspunkten behandelt, sondern auch philologische und biologische Grundsätze auf sie anwendet, Ist es eine i)7otwendigkeit, besonders bei ihrer Bedeutung für das Studium unserer Kolonien, ihr eine ihrer Wichtigkeit entsprechende Stellung im Unterrichte einzuräumen. Ein bedeutendes Hindernis für die Einführung der Pflanzengeographie in den Unterricht war das Fehlen guter, natura getreuer Landschafts- resp. Vegetationsbilder zur Veranschaulichung und Belebung des Unterrichtes. Was an solchen Bildern bisher vorhanden ist, ist meist für den Unterricht nicht zu brauchen, entweder weil die Bilder Phantasiestücke sind nunö der Wirklichkeit nicht entsprechen, oder weil es kleine Abbildungen aus botanischen Werken sind und deshalb für den Schulgebrauch ungeeignet sind. Diesem Mangel nun Helsen die Hansen'schen Tafeln ab. Die Bilder sind in Schwarzdruck nach photographischen Aufnahmen in der Größe von 100 : 75 Ctm. hergesrellt. Sie sind die Früchte jahrelanger Arbeiten. Ter Erfolg entspricht denn auch der aufgewandten Mühe. Die uns vorliegende Tafel 5 stellt in Bezug auf plastische Wirkung und Vervollkommnung der technischen Reproduktion ein Meisterwerk dar. Jeder Tafel ist eine kurze Erläuterung beige fügt, um das Verständnis zu erleichtern. N-
Würdigungen von Hans Rosenhagen. Preis kartonniert 3 Mk. Verlag von Hermann Nabel in Berlin. Hans Rosenyagen, der bekannte Berliner Kunstkritiker, hat in ben „Würdigungen" eine Anzahl von Aussätzen vereinigt, die Künstler-Charakteristiken in freier und anregender Form vorftellen. Die besondere Fähigkeit Rosenhagens, das Wesentliche der Kunstwerke zu erfassen und die Empfindung davon auf den Leser zu übertragen, kommt in dreien gedrängten Monograpchieu von Ehodowiecki« Menzel,
— „Wosstdlo'K Opern-Bibliothek^. Populärer Führet durch Poeüe und Musik von Walcher Wossidlo. Verlag von Rühle u. Welwling, Leipzig. Bis jetzt liegen davon 90 Nummern resp. Bändchen (4 20 Psg.) fertig vor und fortlaufend wird das schöne Unternehmen ergänzt. Nicht allein alle auf den verschiedenen Re- pertotren befindlichen klassischen, sondern auch alle beachtenswerten oder Aufsehen erregenden neuen Opern, z. B. die von d'Albert, Humperdinck, S. Wagner, Kienzl, i'eoncavallo, Mascaante ?c. rc. finden, jedes für sich m geschmackvoll ansestatteten Bändchen, liebevolle, ausführliche und durch zahlreiche Noten-Beifpiele versehene Erläuterung. Für deii Provinzler, der aus dem Gebiet der Oper heimisch bleiben oder heimisch werden, der sich ein Urteil darüber bilden will, ist die Sammlung besonders wertvoll. Die Verlags- bandlung, Rühle u. Wendlmg in Leiprig-R., Heinrichstraße IL versendet das vollständige Verzeichnis der Sammlung aus Wunsch aratis.
Jahre sich gestaltet haben, Ausfuhr
Meyers Volksbücher (Verlag des Bibliograpbischen Instituts in Leipzig und Wien, herausgegeben von Dr. Hans Zimmer) bringen in einer soeben neu erschienenen Serie zwei Bändchen, die von vornherein des lebhaftesten Interesses sicher sein dürsen: in den Nummern 1271 und 1272 bietet Richard Koehlich, der frühere Chefredakteur des „Deutschen Radsahrerbundes", in knapper Form, aber dabei völlig erschöpfend, ein gut illustriertes, neben den technischen Fragen auch die Hygiene des Radfahrens, das Renn- und Verbandswcjen. die ©portUUexatur usiv. besprechendes „H and- buch des g e | a nx t c n Radfahrwesen s", und die Nummern 1273—1277 enthalten das deutsche „Handelsgesetzbuch", von einem praktischen Juristen mit Anmerkungen und einem Sachregister versehen. Neben diesen beiden, praktischen Zwecken dienendeu Werken enthält die neue „Dolköbücher"°Serie noch ein halbes Dutzend sorgfältig ausgewählter unterhaltender und belehrender Schriften,, so Brehms sessclnde Schilderung der ,,Will)- und Hauskatzen" < Nr. 1278), Pofessor Henry Tho des geistreiche Abhandlung
war damit klar und bestimmt vorgezeichnet. Meine Aus- i gäbe bestand darin, dem kaiserlichen Willen, insoweit es meine Kräfte gestatteten, gerecht zu werden. Ms ich nach China kam, hatten sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen England und Rußland schon ;,u kleinen Konflikten verdichtet. Auf beiden Seiten wurde der Wunsch laut, die Deutschen sollten Partei ergreifen. Hier galt es daher, klärend und beruhigend zu wirken. Und dieser Haltung, deren Wert pater noch mehr zur Geltung kommen dürfte, verdanke ich zum großen Teil die Zuneigung, die mir von den Truppen anderer Mächte bezeugt wurde. Die gemein- amen geistigen Beziehungen, die zwischen Deutschland und Frankreich bestehen, haben während der Ereignisse in China in mehrfacher Weise Ausdruck gefunden. Die französischen Truppen kämpften stets gern an unserer Seite. Der Revanchegedanke ist in der neuen französischen Generation nicht mehr lebendig. Diese hat erkannt, daß die Einheit Deutschlands, die im .Kriege von 1870 begründet werden sollte, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, und daß die Lebensinteressen der ftanzöfischen 9iation heute vor allem bie Sicherung und Nutzbarmachung ihres großen Kolonialreiches erheischen." — Daß der Revanchegedanke tot fein soll, daran erlauben wir uns doch noch ein wenig zu zweifeln, ebenso daran, baß ber Beruf ber Deutschen in Gegenwart unb Zukunst darin bestehe, zwischen den anbeien Mächten zu vermitteln unb bebrohliche Schärfen za milbern. Das kann boch nur bann unjec Beruf sein, wenn wir entweder darum ersucht werben, ober wenn unser Interesse es verlangt.
Die Bauernunruhen in Rügland.
Nach Telegrammen des Reuterscheu Bureaus aus Petersburg ist ber Umstand besonders bedenklich, baß sich bei einigen Truppen teilen Wider strebenzeigte, gegen bas Voll vorzugehen. So mußten zahlreiche Mannschaften vom Dragoner-Regiment Sumy Nr. 3 ver- schiebenen Truppenteilen in entfernten Provinzen zugewiesen werden, weil sie sich bei ben Unruhen in Moskau geweigert hatten, aas bas Volk zu schießen. In Petersburg soll eine Abteilung bet Flotte, bic währenb ber Stu- bentenunruhen des vorigen Monats versagt patte, ebenfalls aufgelöst werben. Der Ernst ber Bauernanruhen in Süd - rutzlanb ist aas ber Thatsache ersichtlich, daß General Dragomirow, Generalgoaverneur von Kiew, Poyarkow, Vizevirektor des Polizeidepartements, und andere Beamte mit Herrn v. Plehwe, dem Minister des Innern, in Charkow and ^Pultawa zasammengekommen waren. Die Zuckerfabriken in Woronesch haben durch bie Unruhen am meisten gelitten. Die Fabrit auf bein Gute Oldenburg wurde vollständig geschleift. Es scheint sich za bestätigen, baß der Bauernaufstand durch die Verbreitung ber Gerüchte veranlaßt würbe, daß ber Zar besohlen habe, bie Bauern sollten ben nach ber Aufhebung ber Leibeigenschaft ben Adeligen verbliebenen Grundbesitz unter sich teilen. Diese Gerüchte wurden offenbar absichtlich von Agitatoren aus ben Hauptstädten und von Mitgliedern ber revolutionären Partei verbreitet. Diese Partei war besonders im Süd- : westen Rußlands sehr stark vertreten. Die erste Folge war, batz bie früheren Leibeigenen, bie niemals davon über» : zeugt worben waren, baß bic Verteilung eine enbgUtige ■ gewesen sei, Komitees bübeten, unb zwar unter Vorsitz
Volttische Tagesschau.
EmfLhruug zweiteilign Rückfahrkarte«.
Der Blättermeldung, baO bie 45 tägigen RüvftaHrkarteu toieber aufgehoben werben sollen, ist von amtlicher Seite bereits nachdrücklich widersprochen worden. Mit dem System der Rückfahrkarten selber soll nicht gebrochen werden; doch ist, tote bie „Voss. Ztg." von unterrichteter Seite erfährt, — anscheinend um Betrügereien vorzubeugen — die Einführung zweiteiliger Rückfahrkar- len geplant. Das Blatt schreibt:
In einem unlängst ben Eisenbahndirektionen zugefertigten Erlaß des Eifenbahnministers war es von diesem u. a. auch für zw eckmä ßig bezeichnet worden, eine Aenderung des Systems der Rückfahrkarten eintreten zu lassen. Diejenigen Eifenbahndirektionen, denen Fahrkartendruckereien unterstehen, wurden veranlaßt, eingehende Ermittelungen darüber anzustellen, ob der Herstellung doppelteiliger Rückfahrkarten nach gegebenem Muster mit den im Gebrauch besindlichen Maschinen Schwierigkeiten begegne unb worin biesc bestehen würben. Die neuen Karten follten nötigenfalls aus etwas schwächere Pappe gebrückt unb in ber Mitte zusammen- gefaüet werben. Uebereinanbergelegt sollten beibe Teile der Form, Größe unb Stärke ber Ebmonsonschen Karten ungefähr entsprechen. In Ausführung btefer ministeriellen Bestimmung werben nun einer Mitteilung ber Eisenbahndirektion Altona zufolge demnächst u. a. von Hamburg unb Altona aus für verschiebene Bertehrsbeziehungen zweiteiligeRücksahrkarten zur Ausgabe gelangen, Die aus je einem Abschnitt für bie Hin- unb Rückfahrt bestehen. Für bie Hinfahrt haben bie neuen Karten nur bann Giltigkeit, wenn beide Abschnitte Zusammenhängen. Die Einprägung bes Datumstempels erfolgt lebiglich auf betn Abschnitt für bie Rückfahrt. Bei Beenbigung ber Hinfahrt toirb ber für biefe bestimmte Abschnitt vom Bahnsteig- fchaffner losgetrennt unb abgenommen, so baß ber Rei- • enbe für bie Rückfahrt nur im Besitz bes für sie bestimmten Abschnittes verbleibt.
Graf Walderfee über die Ehina-Expeditio».
Eine dem „Dresdener Anzeiger" nahestehende Per- Jönlichkeit, die mit Feldmarschall Grafen Walderfee während eines Dresdener Aufenthalts eine Unterredung hatte, teilt >em genannten Blatte nachstehende Aeußerungen des Vtar- schalls über bie Ehina-Expebitivn unb bie Weltlage mit: „Roch ehe bie Einzelheiten bet beutschen China-Expedition feftgefteltt waren, (tanb es für ben beutschen Kaiser fest, baß er eine ersprießliche Lösung ber chinesischen Wirren nur burch bic Herstellung eines Einvernehmens ber maßgebenden Mächte erzielen könne. Dieses Einvernehmen in der Praxis auch an der Stelle w sichern, wo bestehenbe Gegenfätze unb Rivalitäten ernste Reibungen veranlassen uub beit Weltsrieben gesährben konnten, bas ist bas, was ber Kaiser von mirer- to artete. Er, ber in Wahrheit ein Friebenskaiser ist, er wollte, baß Teutscylanb nicht allein zur Wahrung seiner Ehre unb seiner nationalen Interessen eiitgreife, sonbern auch in ber ausgesprochenen Absicht, zwischen ben Gegensätzen zu vermitteln unb bedrohliche Schärfen zu milbern. Der Beruf ber Deutschen in ber gegenwärtigen und künftiger: Entwickelungsperiobc ber Völker
rer Ocmeindebeamten. Diese gingen zu den Gutsbe- itzern und befahlen ihnen, den Grundbesitz z«. räumen, den sic den Bauern vorenthalten hätten. Die Verwalter der Gutsbesitzer wurden verjagt, unb dann, gingen bic Dauern daran, das Land und das bewegllche Hab und Gut zu verteilen. Den Adeligen tteßert sie ettoa 15 bis 20 Morgen Land. Das ganze Vorgehen war in seiner Art ganz formell und planmäßig; die Bauern verfuhren mit dem größten Ernste. Erft als die Behörden sich ein» mischten, begann Zerstörung imb Brandstiftung. Das ganze Vorkommnis ist ein Beleg für die fabelhafte Unwissenheit der russischen Bauern. . ... n
Deutschlands Außenhandel im 1. Aierteljayr 1902.
6 070 568 849,B 7 857 770 917,.
44 Positionen, in die das Hauptschewa die sämtlichen Maaren cingliedert, verzeichnen der Menge nach eilt Anwachsen: bei der Ausfuhr 25, bei .der Einfuhr 23, dem Werte nach 23 bezw. 20. Von der Einfuhr heben roic fob
1902
124157
1901 (Tonnen) 119 239
1900
180 813
321 038
293 779
308907
53 864
105 781
198 085
1 230 303
1500 080
1 433 161
1404 444
1321 866
1 855 623
1 755
1 564
1863
2 868 710
2 898 946
2 350 760
76 499
49 060
85 081


