Ausgabe 
7.3.1902 Erstes Blatt
 
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bafi er neben Löber gesessen und gehört, was dieser gesagt; auch behaupte er, daß Heß über den Acker mit Löber ver­bandelt, bevor die Bürgermeisterei etwas davon erfahren, er müsse Löber der Unwahrheit zeihen. Wenn Löber ich sur die Stadt interessiere, warum habe er nicht die Ruckftuhl Iche Besitzung der Stadt angeboten, von der er für 26 000 JM. Bauplätze verkauft.

Stadtv. Schmall: Es sei ihm vorgeworfen worden, die schmutzige Wäsche Huhns gewaschen zu haben. Nach der beutiaen Erklärung des Bürgermeisters sei die Wasche nicht rD schmutzig; ebenso sei es mit der Löber'schen Angelegenheit aeroefen. So schwere Anschuldigungen seien noch nicht gegen Stadtverordnete geworfen worden; er wünsche, daß man m Iukunft sich vorher über den Sachverhalt genauer informiere und auch nicht in Abwesenheit der Betreffenden verhandle, sondern dem Grundsatz huldigen solle, alle beide zu hören, ctuabardt's Karte sei für Löber nicht belastend; letzterem sei nicht ein Pfennig in die Tasche geflossen, er habe im Inter­esse der Stadt handeln wollen. Betreffs der angeblichen Unterredung Möser's mit Schaumberger warne er, auf Ge- schästskniffe Wert zu legen. Auch in der Auswahl der Ver­trauensleute solle die Stadt vorsichtig sein. Wenn Löber auch noch den Rest der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu ent­kräften vermag, dann habe der kreisende Berg ein Mauslem geboren. Es sei unerquicklich, so schwerwiegende Vorwurfe in einer öffentlichen Versammluug zu erheben.

Bürgermeister Mecum erklärt, er habe gegen Herrn Huhn Vorwürfe nicht erhoben, sondern nur Bedenken über dessen Eintritt in die Baudeputatton gehabt; aus eiaener Initiative habe er gegen den Bodenwucher ge- Än; »enn ». Schmall sage, solche Vorwurft eien früher nicht erhoben worden, so erwidere er, daß auch solche Spekulationen und solches Anlugen des Bür­germeisters nicht vorgekommen. .

9 Stadtv. Löber: Jetzt sehe er, welchen kleinlichen und infamen Beeinflussungen der Bürgermeister Gehör schenke. Wenn er für das Ruckstuhlsche Haus 23 000 Ma^ rechne, dann koste ihm der Quadratmeter Gelände noch 5 Mark, und für 6 Mark habe er ihn verkauft. Das Geschäft, das er dabei gemacht, bestehe darin,, daß er noch ein Baukapital vorschieße, das so rasch Zm,en nicht trage. Ter Bürgermeister möge nur zugveifen, wenn er das Gelände haben wolle. Auf eine Zwischenbemerkung des Bürgermeisters bedient sich Stadtv. Löber des Wortes Gemeinheit" und erklärte weiter: Nachdem chm Genug- thuung nicht gewährt und eine Untersuchung abgelehnt worden sei, werde er eine gerichtliche Aufklärung Hervey führen, indem er hiermit dem Bürgermeister sage, daß er pflichtwidrig und verleumderisch gegen ihn gehandelt habe. Stadtv. Löber verließ hierauf den Sitzungssaal.

Stadtv. Krumm: Als Stadtv. Hanau s. Z. in aller Ruhe über den Sachverhalt sich erkundigt, habe Löber alles als erlogen bezeichnet, auch betr. des Heßschen Ge­ländes Hätte man von einem anderen Stadtverordneten gesagt, er habe Gelände gekauft, so seien jedenfalls Zweifel geäußert worden; Herr Löber aber sei auf dem Gebrete

der GeländeerwerbungHans Dampf in allen Gassen . Er hätte sich nicht an der Debatte beteiligt, wenn Stadtv. Schmall ihn nicht als Schutzpatron einiger Bauspeku.anten bezeichnet hätte. Schmalls Anklage sei ohne Unterlage. Schon der Verdacht, daß ein Stadtverordneter Einsicht in Pläne erhält, sollte ihn veranlassen, ,ich nicht in Sachen zu verwickeln, die Mißtrauen erregen. In der Stesansmark habe ein Privatmann Gelände im großen gekauft und kaufe noch mehr, und zwar durch Vermittelung eines Stadt­verordneten. Er frage, ob dies der Stadt bekannt sei und ob sie sich nicht auch dort Gelände sichern wolle.

Bürgermeister Mecum erklärt, daß ihm diese An­käufe bekannt seien; der Versuch, ebenfalls Gelände zu erhalten, sei an den hohen Forderungen der Eigentümer 8^ ^Stadtv. Petri glaubt nicht, daß Stadtv. Löber bei dem Anlauf der Müllerschen Wiese einen Vorteil für sich geschaffen hat; etwas unklar erscheine allerdings die Sache betr des Heß'schen Ackers. Doch könne man nicht soweit gehen, einem Stadtverordneten die Berechtigung abm- sprechen, Gelände zu erwerben; er bedauert, daß bie Angelegenheit nicht eingehender geprüft wurde, ehe sie in die Oeffentlichkeit kam. _£ .

Bürgermeister Mecum erklärt, daß er dem Stadtv. Löber den Grundstücksanlauf nicht zum Vorwurf gemacht, sondern nur deshalb, weil er die Preise so hoch getrieben; auch aus dem Ankäufe des Ruckstuhl'schen Hauses habe er ihm keinen Vorwurf gemacht.

Stadtv. Schmall wendet sich gegen Stadtv. Krumm bezüglich des Vorwurfs, er wolle Zensur üben und em­pfiehlt Krumm, solche derMitteld. Sonntagsztg.", deren Inhalt besonders in Wahlzeiten der Wahrheit ins Ge­sicht schlage, angedeihen zu lassen.

Stadtv. Krumm erklärt, daß er und seine Freunde sich nur gegen Leute wendeten, die Grundstücksspekula­tionen im großen übten, gegen Leute, die ein Stück ®e* lande kaufen, um ihren Besitz zu arrondieren, lasse ,ich sagen. Wenn Lern Stadt ). Huhn Vorwürle gemacht wurden, so hätten alle Interesse daran, daß Aufklärung erfolgt, und nicht der Mantel der christlichen Stächsten- liebe darüber gehängt wird. Den Stadtv. Schmall ent­gegne er, daß er nur für das in derMitteld. Sonntags- zeitung" Stehende einstehe, das seine Unterschrift trage; es werde Schmall nicht gelingen, nachzuweifen, daß er die Unwahrheit gesagt, im übrigen hege ihm an dem Urteil Schmalls, einerlei ob dasselbe günstig oder un­günstig laute, nichts. , . .

Stadtv. Dr. Schäfer: Stadtv. Lvber habe dem Bür­germeister zugerufen, er habe pflichtwidrig gehandelt, ihm auch das WortGemeinheit" zugerufen. Was der Bürger­meister hiergegen thue, sei seine Sache, daß aber der erste Beamte der Stadt der Pflichtwidrig keil geziehen werde, müsse die Versammlung zurückweisen; er bitte deshalb, dem Bürgermeister durch Erheben von den Sitzen em Vertrauensvotum zu geben. Für die einstimmig erfolgte Kundgebung des Vertrauens spricht hieraus Bürgermeister Mecum seinen Dank aus.

Schluß folgt.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, 6. März 1902.

** Erlaubniserteilung. Ter Großher^og M >em Regierungs- und Baurat Stahl, Mitglied der Kgl. Eisenbahndirektion in Halle a. d. S., die Erlaubnis fcur Annahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser ver­liehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse erteilt.

** Versendung von Paketen wahrend der Ost er zeit. Tie Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Paketadresse ist, wie uns von feiten des Staatssekretärs des Reichs-Postamts mitgeteilt wird, für die Zeit vorn 23. bis einschließlich 30. Mrz im inneren deutschen Verkehre nicht gestattet. , , ,

Vilbel, 5. März. Veranlaßt durch die Heilerfolg«, welche die vorn hiesigen Sprudel abgegebenen Bäder erzielten, ist man soeben mit der Er weite r un g der Badeanstalt beschäftigt. Es stehen in der kommenden Saison nunmehr 7 Badewannen zur Verfügung der Pa­tienten. Die Zahl der in der letzten Saison abgegebenen . Bäder beläuft sich auf über 1500.

Landwirtschaft.

Butzbach, 5. März. Die gestern hier abgehalten« Stutenkörung war außerordentlich zahlreich und von einem ausgezeichneten, selten schönen Pferdematerial be­schickt. Im ganzen wurden 18 Stuten gekört. Vorgesehen zur Prämiierung waren nur 14, bei den vielen vorzüg­lichen Pferden aber nahm man noch 4 weitere PrL- miierungen außer der festgesetzten Zahl vor. Einige prä- miierungssähige Tiere mußten zurückgestellt werden, und sollen bei der nächstjährigen Prämiierung wieder vor- geführt werden. Für nächstes Jahr soll die Zahl der Prämien für den hiesigen Körbezirk erhöht werden.

Beerfelden, 5. Wlärz. In den letzten Tagen ist hier die Maul- und Klauenseuche im Stall eines hiesigen Handelsmannes wieder aufgetreten. Wieder sind die Viehmärkte geschloffen, die erst vor kurzem eröffnet wurden. Ties bedeutet für die meisten hiesigen Geschäfts­leute einen ganz empfindlichen Schaden. Auch die Mol­kerei dürste in Mitleidenschaft gezogen werden.

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