152. Jahrgang
Zweites Blatt.
Aie hcuttge Yommer umfaßt 10 Seite«.
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die Kolonialverwaltung, wie es scheint, leider zurückge- kommen.
Unser unterm 5.
Heute
Volitische Tagesschau.
Alls dem Reichstage.
Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt November:
Nr. 261
Erscheint täglich aufeet Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Üesflschea Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.
biolaNonsdruck u. Verlag b«i Brüh l'schen iintvers.-Buch- u.Slein- dructecei lPietsch Erben) lUöafhon, GxvedUtoa und Druckerei:
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Donnerstag 6. November 1002 ve-«g»pret»i monat l ich 76 Ps^ oierteU jährlich Mk. 2.20, durch Adhole- u. Zweigstellen nwnatlich 6o PI., durch diePost Alk. 2.— vieriel- jäbrL auslchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer viS vormittag- 10 Uhr, ßctlenprct»; lokal l»Ps^ auSivärtS 20 Psg. Verantwortlich,
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Deutsches Reich.
Bersin, 5. Nov. Ter Kaiser hörte heute vormittag die Vortrüge d»es Chefs des Generalstabs der Armee und des Cbefs des Militärkabinetts. Heute abend 11 Uhr betzab er sich nach Kiel, um von dort die Rerse nach England anzutreten. Im Gefolge befinden sich Oberhof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg, Kommandant des Hauptquartiers Gcneraladjutant General der Infanterie v. Plessen, Generaladjutant Generalleutnant von Scholl, Flügeladjutant Oberstleutnant v. Plüskow und Oberstabsarzt Tr. Jlberg. Ferner begleiten den Kaiser der Chef des Marinekabinetts Vizeadmiral Freiherr v. Senden- Bebran und Flügeladjutant Kapitän zur See v. Gramme. Zur Reise sind der Silberschatz und auch größere Ausrüstungen für die kaiserliche Messe von Berlin per Bahn nach Kiel abgcsandt worden. Tie kostbaren Gegenstände wurden sofort nach ihrer Ankunft in der Hafenstadt mittelst zweier Dampfer an Bord der Kaiseryacht „Hohenzollern" gebracht. Kaiser Wilhelm wird am Samstag früh in Port Viktoria laitben und sich von dort nach Sandringham begeben. Ter Kaiser wird in Saorudle eine Parade über das 1. Garde- Regiment, dessen Ches er ist, abhalten. Ter Aufenthalt Kaiser Wilhelms in England wird eine Woche dauern. Eine Zusammenkunft mit dem König von Portugal ist nicht beabsichtigt.
— Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in Bestätigung anderweitiger Meldungen folgendes: Tem Vernehmen nach ist für den durch die Versetzung des Fürsten zu Eulenburg in den einstweiligen Ruhestand für den erledigten Posten des Botschafters in Wien der bisherige Botschafter in Rom, Graf Karl v. Wedel in Aussicht genommen, der durch den bisherigen Gesandten in München, Graf vonMvnts, ersetzt werden soll.
— Ter „Neichsanz." meldet amtlich, daß dem Präsidenten des kaiserl. Patentamtes v. Huber aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Reichsdienst der Charakter als Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen und der Geh. Oberregicrungsrat int vortr. Rat des Reichsamts des Innern Hauß zum Präsidenten des Patentamtes unter Verleihung des Charakters als Wirkt. Geh. Oberregierungsrat ernannt worden ist.
— Tie Kinderarbeitskommissivn des Reichstages nahm den Paragraph 5 mit Hinzufügung der Bestimmung an, daß zwischen dem Schul-Ünterrichtsschluß und dem Arbeitsbeginn mindestens eine einstündige Pause liegen und den arbeitenden Kindern mindestens eine zwei- stündige Mittagspause gewährt werden muß. Tie Kommission änderte sodann den Paragraph 6 dahin ab, dß die Beschäftigung der Kinder überhaupt (auch solcher über 12 Jahre) bei theatralischen Vorstellungen, sowie Schaustellungen verboten sein und bei den vorgesehenen Ausnahmen außer der Verwaltungsbehörde auch die Schulaufsichtsbehörde gehört werden soll. Tie Kommission nahm unverändert den Paragraph 7 betr. Gast- und Schankwirtschaften an.
Leipzig, 5. Nov. Ter König besuchte heute nachmittag zum ersten Male als Rector magnificentissimus die hiesige Universität. Er hörte die Vorlesungen des Geh. Rats Professor Wach, des Geh. Rats Professor Wundt und des Professor Hauck.
Stuttgart, 5. Nov. Tie Handelskammern des Landes traten heute hier zum 2. württembergischen Han- delskammertag zusammen. Neben Verhandlung über die Kartellbewegung und die staatliche Gebäudebrandver- ,icherung wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die gegen die von der Kammer der Abgeordneten bei der Steuerreform beabsichtigte hohe Belastung des Gewerbes Verwahrung einlegt. Für die kaufmännischen Fortbildungsschulen wurde die Empfehlung der Z w an g s ein fü h ru n g beschlossen.
München, 5. Nov. Ter preußische Minister Budde, welcher heute vormittag nochmals mit dem Ministerpräsidenten Frhrn. v. Crailshein konferierte, folgte sodann einer Einladung o. Crailsheims zum Frühstück. Er reiste am Nachmittag nach Stuttgart.
Ausland.
L o n d o n, 5. Nov. In Glasgow verlor der bisherige Bürgermeister Chisholm seinen Sih und ein ganz junger sozialistischer Journalist Namens Scott Gebson gewann ihn. Chisholm erhielt 2981, Gibson 4093 Stimmen. Gibson hatte die städtische Verwaltung der Extravaganz in Ausgaben für öffentliche Arbeiten und auch der Verschwendung bei Festlichkeiten bezichtigt. Er warf z. B. den Stadtvätern vor, daß sie auf städtische Kosten Champagner zum Frühstück gaben, auf der Eisenbahn in der ersten Klasse fuhren, teuere Zigarren rauchten und dergl. Es wurden auch zwei Arbeiterkandidaten zu Gemeinderäten gewählt.
— Tem Reuterschen Bureau wird aus Johannesburg gemeldet, die Entscheidung des obersten Gerichtshofes, die Krügers Proklamation betr. Einstellung der Zahlung von Pachtgeldern und Zinsen während der Feindseligkeiten für ungiltig erklärt, werde für viele den Ruin bedeuten und große Verkäufe von Grundeigentum nach sich ziehen. Tie Banken würden darum angegangen, den üblen Folgen der Entscheidung nach Möglichkeit entgegenzuwirken.
— Schalk Burger war heute im U n t e r h a u s e ; er war durch Chamberlain eiugeführt, mit dem er eine lange Unterredung hatte. Ter Finanzsekretär des Schatzamtes erklärt aus eine Anfrage, vor einigen Jahren
war der Reichstag glücklich beschlußfähig. Von vollbesetztem Haus nicht zu reden. Wer der Besuch reichte aus, durch das Hülfstorps der rasch herbeizitierten, noch in Berlin .gebliebenen, aber angenehmer beschäftigten „Stimm-Kollegen" die Kartell-Antrage zum Zolltarif- aesetz abzulehnen. Graf Kanitz, der kons. Führer, hat die industriellen Kartelle und Syndikate zum Gegenstand seines besonderen Studiums gemacht, und geriet sein heutiger Vortrag länger, als der Graf in Aussicht gestellt hatte, so war manches interessant und unterrichtend. Zutreffend machte Graf Kanitz darauf aufmerksam, daß gerade das wichtigste Syndikat, das Kohlensynditat, von dem gegen die Kartelle gerichteten sozialdemokratischen Antrag gar nicht getroffen werde, weil die Kohle zollfrei ist. Eine gewisse Einsa)ränkung des Syndikatswesens, durch ein besonderes Gesetz, sei notwendig. Aog. Gothein (fr. 23er.) erklärte, er verspreche sich von einem Kartellgesetz garnichts. Nach der namentlichen Wstimmung über die Kartell-Anträge, die in Verbindung mll dem neuen Zolltarif den Kartellen den Verkauf an das Ausland zu billigeren Preisen als im Inland erschweren sollten, ergriff Wg. Stadthagen (Soz.) das Wort zur Begründung eines wetteren Antrags zur Sicherung der Recytsprechung in Zolltarif streitig leiten, durch Entfcheidung der zuständigen Landgerichte. Einen radikaleren „hausleerer" als den Abg. Stadthagen giebt es kaum in einem deutschen Parlament. Schon der Aufruf dieses gefürchtetsten Tauerredners genügt, einen fluchtartigen Ausbruch zu veranlassen. Und auch manches Mitglied der äußersten Linken richtet sich in Voraussicht des Kommenden darauf ein, schon vorher aus dem Saale zu verschwinden, denn hält man selbst gerne und ohne Beschwerde lange Reden, so ist man umso weniger geeignet, und geneigt, andere mll dieser Eigenschaft begabte, anzuhören. Auf sozialdemokratischen Partei
tagen wird stramme Disziplin geübt, mit der Begrenzung der Redezeit; es scheint säst, als wollten sich die unterdrückten Geister im Reichstag schadlos halten. Wir warteten ebenfalls das letzte Wort Stadthagens nicht ab und begaben uns in die Wandelhalle. Es wurde auch heute wieder unter den Parlamentariern erörtert, wieweit wohl die „Verständigung" über den Zolltarif gediehen sein möchte? Soviel ist augenscheinlich: nur einen kleinen Kreis von Wgeordneten yat die Regierung ins Vertrauen gezogen. An Versuchen fehlt es nicht, die Herren, von denen vermutet wird, sie gehören zu den „Eingeweihten", mit mehr oder minder gut gespielter Harmlosigtell zu sondieren. Wer die Interpellierten lassen nichts herausholen aus der verschwiegenen Brust. Fragen, wie „Wissen Sie etwas werden mit der Gegenfrage beantwortet: „Wissen Sie ettoaä?" Abgeordnete von reizbarem Temperament, unmutig darüber, daß sie nicht zu dem intimen Kreise gebeten worden sind, trösten sich und andere mit der kategorischen Meinung: „An der ganzen Sache ist überhaupt nichts!" 9tun, es wird sich bald zeigen, ob daran etwas ist. Bereits in den nächsten Tagen soll das Geheimnis vor den Fraktionen enthüllt werden, auf deren Unterstützung die Regierung rechnet zur Erreichung des Zieles.
Schema F in den Kolonien.
Aus Kolonialkreiscn wird uns geschrieben:
Ueber das nunmehr der Verwirklichung entgegengehende Projekt der Schaffung eines eigenen deutschen Ko- lonialbeamtenstandes wird der Reichstag bei der Etatsberatung Gelegenheit haben, seine Ansicht zu äußern. Es ist in die Rcichsrechnung für 1903 die zur Ausbildung von zunächst zehn Beamten — für Ostafrika — erforderliche Summe eingestellt. In Betracht kommen, wie die „Nordd. Allg. Ztg." oereits im Spätsommer dieses Jahres andeutete, vorzugsweise Bewerber, die die vorgeschriebenen Prüfungen des mittleren Justiz-, Verwaltunas- und Zolldienstes bestanden, und einige Jahre im praktischen Dienst sich bewährt haben. Voraussetzung für die Annahme ist vollkommene Gesundheit und die Befähigung zur selbstständigen ^Bearbeitung von — Rechnungsfachen. Tas spezifisch preußische „Schema F." soll also nicht zu kurz kommen, und gerade dies ist der Punkt, an dem die parlamentarische Kritik voraussichtlich einsetzen wird. Besteht schon daheim das berechtigte Verlangen, daß der Beamte nicht alles vorwiegend unter dem Gesichtspunkt des „Reglements" betrachtet, so gilt dies in noch höherem Maße von den „draußen" thätigcn Verwaltungsorganen. Ein offener Blick für die Erfordernisse des praktischen, des kolonial- wirtschaftlichen Lebens, die Erkenntnis, daß in den Schutzgebieten das Heil am wenigsten vorn „grünen Tisch" kommen kann, das ist es, was von jungen Kolonialbeamten verlangt und wofür eine gewisse Garantie gegeben werden muß. Selbstverständlich darf der Dienst einer geordneten Struktur nicht entbehren, aber diese findet sich auch in den überseeischen Geschäftshäusern, in denen „Schema F." gleichwohl eine unbekannte Größe ist. Je kaufmännischer der Kolouialbcamte empfindet, und anordnet, desto gedech- licher für das Schutzgebiet wird sein Wirken sicb gestalten. Schematismus und Formalismus ist in der Verwaltung unserer Kolonien nachgerade genug vorhanden, als eine weitere „Auflage" erwünscht erscheinen könnte. Von der Absicht, den Bedarf an angehenden Kolonialbeamten znm Teil aus geeigneten jungen Kaufleuten zu decken, ut
waren alle Bleistifte für den öffentlichen Dienst ausländischen Ursprungs, aber jetzt sei das Stcllionary Office in der Lage, englische Bleistifte au beziehen. Tie Tele- graphenbleistifte indessen, die in England hergestellt werden, seien entweder erheblich teurer oder weniger zu fried en- stellend als diejenigen, welche in Deutschland hergestellt werden. Sie werden noch von auswärts bezogem.
— Chamberlain wohnte heute nachmittag in der University College School der Enthüllung eines Denkmals aus Anlaß der glücklichen Beendigung des» Krieges in Südafrika bei. Aus eine ihm überreichte Adresse führte er bezüglich Südafrikas ans: Wir wünschen die Vergangenheit zu vergessen und nur in die Zukunft zu schauen. Begegnet man uns in diesem Sinne, was, wie ich unzweifelhaft glaube, der Fall sein wird, so bin ich, überzeugt, daß den neuen Besitzungen des Königs in Südafrika eine Zukunft bevorsteht, wie sie zur Zeit selbst die sanguinischsten Propheten nicht vorhersehen.
Rom, 5. Nov. Nach Blättermeldungen hatten die Piraten der Insel Midi zehn Schaluppen, die mit sehr! guten Waffen ausgerüstet waren. Lier Schaluppen der Italiener richteten unter den Piraten ein wahres Blut-^ bad an. Trei Schaluppen der Seeräuber wurden in dem Grund gebohrt. Die türkischen Behörden lieferten den Italienern drei Piraten aus.
Wien, 5. Nov. (Land tag sw ah len.) Unter den in Wien gewählten Kandidaten befinden sich der Bürgermeister Lueger, die beiden Vizebürgermeister Strobach und Neumayer und Prinz Lichtenstein. In den übrigen Städtebezirken von Mederösterreich sind gewählt worden: 2 Christlich-Soziale, 1 Teutschfortschrittllchcr, 5 Deutsche Vol^- Partei, 1 Sozialdemokrat und 1 Parteiloser. Tie Christlich-Sozialen haben inWien sechs Mandatevon den Teutschfortschrittlichen gewonnen, in den übrigen Städtebezirken jedoch, ohne die Stichwahlen zu berücksichtigen, vier Mandate verloren. Ter Besitzstand der Teutschen Dolkspartei ist unverändert geblieben. Bei den Landtagswahlen in den Städtebezirken Oberösterreichs wurden 7 Teutschfortschrittliche, 6 Teutschvvlkliche, 2 Konservative und 1 Parteiloser gewählt. Ter Besitzstand bleibt unverändert, nur die Konservativen verlieren ein Mandat.
— Tie Regierung hat heute im Abgeordnetenhause die neue Wehrvorlage eingebracht. Tie Bestimmuntzen der alten Vorlage wurden völlig fallen gelassen.
— Tas Herrenhaus nahm die beiden letzten zur Beratung gestellten Paragraphen des Ter min Handelsgesetzes nach den Beschlüssen der Herrenbauskommission an und genehmigte das Gesetz auch in dritter Lesung. Kottelinsky sowie der Berichterstatter Fürst Lobkowitz; sprachen die Hoffnung aus, das an das Abgeordnetenhaus zurückzuverweisende Gesetz werde dort eine Fassung erhalten, welche den agrarischen Jnteresssen mehr entspreche, als das vom Herrenhause votierte Gesetz.
— Morgen werden den Parlamenten die neuen Wehrvorlagen unterbreitet werden, welche eine Erschwerung der zurückgezogenen Vorlagen bedeuten. Anstatt der früher geplanten Einberufung der Evsatzreserven wird jetzt die Erhöhung des Rekrutenkontrngenteß- gefordert, und zwar um 20 000 Mann für die gemeinsame Armee, 3000 Mann für die Honveds und 4500 Mann für die österreichische Lairdwehr. Ueberdies sollen von der am 1. Oktober einberufenen Ersatzreserve 600 Mann zurückbehalten werden, solange bis dieselbe durch die aus dem neuen Rekrutenkontingent schon geschulten Leute ersetzt werden können, was etwa ein bis einundeinhalb Jahre dauern dürste, da die Erhöhung des Rekrutenkontingentes erst vom L März 1903 an gelten soll.
Johannesburg, 5. Nov. Die Erwartungen einet großen Besserung des Arbeitererfatzes erfüllten sich nicht im Laufe des Sommers. Tie Anzahl Der im Oktober angekommenen Arbeiter ist geringer als im September. Einer Schätzung zufolge stehen noch 3500 Stampfwerke still. Nur in wenigen Bergwerken arbeiten die volle Anzahl Stampfen, aber auch diese sind selten während der ganzen Arbeitszeit in Betrieb. Tieser langsame Fortschritt beeinflußt im allgemeinen das Wfblühen der Minen- mdustrie in der Stadt sehr nachteilig.
Petersburg, 4. Nov. Zum Vormund der beiden Kinder des Großfürsten Paul Alexandrowitsch, der zwölfjährigen Großfürstin Maria und des elfjährigen Großfürsten Temetrius, hat der Zar den Großfürsten Wladimir ernannt. Die Kinder des Großfürsten Paul werden von, ihrer Großmutter, der Königin der Hellenen, erzogen werden; sie reiften schon vor mehreren Wochen von hier nach der Krim und befinden sich jetzt vermutlich, schon längst in Athen. Tie Gemahlin des Großfürsten Paul, die geschiedene Frau v. Pistohllors, ist, keine Russin, und evangelischer Konfession.
Ans Stadl und Land.
Gießen, den 6. November 1902.
•* Gedenktage. Zu Proßnitz in Mähren wurde am 7. November 1846 der Komponist Ignaz Brüll geboren. In Wien erhielt er den ersten Unterricht im Klaoierspiel und in Komposition. Nach mehreren Konzertreisen als Pianist widmete er sich seit 1878 in Wien ausschließlich der Opernkomposition. „Das steinerne Herz" und „das goldene Kreuz" sind die bekanntesten Werke und letzteres gilt^als eine der besten deutschen Spielopern.
"Hofnachrichten. Aus Darmstadt, 5. Nov^ wivd uns geschrieben: An der heutigen Hoftafel nahm außer den hier anwesenden Herrschaften, wie schon gemeldet, die nachmittags von Frankfurt a. M. eingetroffene Prinzeß Friedrich Karl von Hessen teil. Sic besuchte auch mit
tot den poltL u. allgem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MMZ
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