Ausgabe 
6.6.1902 Zweites Blatt
 
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Vormittags

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thanen betrachtet werden.

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Telephonischer Kursbericht

stattfinden.

Märkte.

von um

40/ Italien. Rente 4*/3% Portugiesen .0/ Portugiesen, . 1% C. Türken . Türkenlose . . .

4°/o Urieeh. Monopol

3u/o Mexikaner 4,/g /u Chinesen . Electric, öclackert Nordd Lloyd . , Kreditaktien , . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber.iner Handelsges. Oesterr. Staatobahn Lombarden , , Üutthar.ibahn . . Laura.lütte , . , Bochum ...» Harpener . . .

426 Oesterr. Goidretne . 4',,26 Oesterr. öiiberrente 4% Ungar, boldrtnte .

3V8% 3°/o aV/o 3°/0 3 */a°/o 3'/, 26

. 102.05 . 93.00 . 101.85 . 92.55 . 99.90 . 99.25 . 103.00

101.70 . 101.60 . 102.70 . 46.45 . 29.70

. 217.10 . 187.40 . 140.70 . 146.20 . 157.50 . 150.75 . 19.20 . 168.50 . 205.30 . 198.60

. 178.6P

Reichsanleihe do.

Konsole . do . .

Hessen Oberbessen

In der Johanueskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten Johannesgemeinde.

Vormittags 9>/, Uhr: Pfarrer Euler.

DriesKallen öer Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Hess. Laudesztg. Alan mertt's, daß bei Ihnen noch keine Veterinär-Mediziner existieren.

1902.

. 25.80

. 90.40

. 109.00

Aum südafrikanischen Iricde».

Rotterdam, 6. Juni. DasNeue Journal" berichtet aus dem Haag: -Die letzten Meldungen aus Südafrika lgssen voraussehen, daß verschiedene Kommandan­ten, die augenblicklich in der Kapkolonie operieren, den Frieden nicht anerkenn en und den Krieg sort-i se tzen werden. Auch unter den TranLvaalern und Oranje­buren giebt es zahlreich>e Unzufriedene. Alle, die kein Eigen­tum besitzen, wollen den Krieg fortsetzen. Man könne auf eine kommunistische Bewegung, ähnlich derjenigen von 1870 in Paris, sich gefaßt machen.

Lissabon, 6. Juni. Der Kriegchninister forderte die Gouverneure der Städte, in welchen Buren-Emigran­ten einquartiert sind, auf, eiligst eine Liste derselben mit Angabe des Alters und des Geschlechts und des gewünschten Bestimmungsortes einzureichen. Ein Transportdampfer führt diejenigen nach Südafrika zurück, welche die Rück­kehr wünschen. Die Emigranten sollen als englische Unter­

werbung, indem der Fiskus auf jeden Spekulationsgewinn verzichte, des Geländes im Heerdwegvierkel, das unter Ver­waltung des Finanzministeriums steht, zugestanden werde. Die Minorität des Ausschusses beantragt, nur 300000 Mk. zu bewilligen. Stadto. Kramer will die ganze Summe be­willigen, möchte aber, daß die Stadt oder das Land nun auch irgend einen Einfluß auf das Theater erhalte, damit e§ nicht mehr ganz und gar nur in den Händen des Generaldirektors Werner liege, denn diese Direktion habe in gar mancher Beziehung Zustände geschaffen,die zum Himmel schrieen." Schließlich werden die 365 000 Mk., für die als Gegenleistung durch das Ministerium ein Gelände von 9431 Quadratmeter der Stadt überlassen wird, mit 23 gegen 15 St. bewilligt, nachdem dem Majoritätsantrag eine noch etwas mildere Form gegeben worden war. Heute vormittag fand in dem Hause Hermannstraße 47 die feierliche Eröffnung des ersten Seminars für Volksschullehrerinnen im Großherzogtum statt. Damit wird, wie Ministerialrat Dr. E i s e n h u t h in seiner Festrede erwähnte, ein Versprechen, welches die Regierung bei Ausgabe des neuen Schulgesetzes 1874 gegeben hat, eingelöst und einem dringenden Bedürfnis der Neuzeit abgeholfen.

b Mainz, 5. Juni. Die hiesige städtische Sparkasse hat den Zinsfus für bei ihr aufgenommenen Gelder von 4V2 und 4'/4 Prozent auf 4 Prozent herabgesetzt. Diese Maßregel hängt mit der allgemeinen Besserung des Geld- marktes zusammen.____________________

Gottesdienst in der Synagoge Südanlage.

Israelitische Religionsgemeinde.

Samstag, den 7. Juni 1902.

Vorabend: 7" Uhr. Morgens: 8"° Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. Schrifterklärung.

Sabbathausgang: 930 Uhr.

-Frankfurt a. JA., 6. Ium

Man verlange Überall:

oells vorzügliche Kronen-Papier-W äs ehe md achte beim Einkauf auf die nebenstehende Schutzmarke.

8 Bukbach, 6. Juni. Der gestrige V r e y m a r k t brachte, Lurch die Wltterung günstig beeinflußt, unserem Städtchen wieder lebhaften Verkehr. Sowohl von Händlern rote von Landwirten waren Schweine, namentlich jüngere Ferkel, in großer Anzahl auf- getrieben; obwohl die Preise gegen früher infolge der m letzter Zeit reduzierten Nachfrage etwas gedrückt waren, blieben nur wenige Schweine unverkauft. , ,

X. Lichenrotl), 4. Juni. Der heutige V i e h m a r k t, der sog. Sommerinarkt, war gut befahren, allerdtngs nur nut Schweinen. Aufgetrieben waren etwa 200 Stück. Ferkel kosteten das Paar,

vor und in derselben Austeilung der heil. Kom­munion.

8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

9l/s Uhr: Hochamt mit Predigt und Ministration. (Fest des hell. Bonifatius, des Patrones unserer Pfarrkirche.)

2l/i Uhr: Festandacht mit Segen.

Sonntag den 8. Juni.

6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. 7 Uhr: Die erste heil. Meße,

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

2. Sonntag nach Trinitatis, den 8. Juni. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mathäus- gememde.

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Vormtttags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein.

Nachmittags 21/, Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Vogt.

Nacbstkünstigen Sonntag, den 15. Juni, nachmittags 3 Uhr: Festgottesoienst aus Anlaß der Jahresversammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes. Pfarrer Dingeldey aus Darmstadt.

8 bis 10 Wochen alt, 55 bis 60 Mk., 10 bis 15 Wochen alt, 65 bis 80 Mk. Es wurde hierin fast Alles verkauft. Dagegen war der Handel in Einlege°(Herbst)Schweinen mfolye des Futtermangels nicht besonders günstig, obwohl die Preise mcht hoch waren. Las Paar kostete 90 bis 100 Mk., bessere Qualität 105 bis 12o Alk. Viele blieben unverkauft. Besonders gesucht waren Zuchtschweine zur Aufzucht von Sommerferkeln, die sämtlich verkamt wurden, das Stück für 70 bis 80 Mk. Auch einige fette Schweine waren aufgetrieben, die von den Metzgern der hiesigen Gegend bald an­gekauft waren. Der Preis für das Pfund Lebendgewicht betrug 46 bis 47 Pfg., für das Pfund Schlachtgewicht 57 bis 60 Pfg: allgemeinen sind die Preise etwas zuruckgegangen. Der Handel war ziemlich gut. Ter Umstand, daß die Ernteaussichten nicht besonders günstig sind und die Futtervorräte zur Neige gehen, hielt manchen vom Kaufen ab.

Gerichtssaal.

Berlin, 5. Juni. Prozeß Sanden und Genossen. In der heutigen Verhandlung wird die Erörterung der Bilanzen fortgesetzt. Angeklagter Heinrich Schmidt betont, daß er eine dieser Bilanzen, obgleich sie seine Unterschrift mtt- gettagen und obgleich sie dechargiert worden sei, nicht kenne. Sachverständiger Geh. Rat Hecht kann es kaum annehmen, daß ein Direktor eine Bilanz mit seiner Unterschrift passieren und sich dafür Decharge erteilen lasse, ohne sie angesehen und geprüft zu haben. Bei der Bilanz pro 1899 werden vom Sachverständigen Kommerzienrat Lucas ziemlich dieselben Bemängelungen gemacht, wie bei den Bilanzen der Vorjahre. Otto Sanden bemerkt, wenn sich sein Bruder über manche Verhältnisse offener ihm gegen- i'iber ausgesprochen hätte, dann würde vieles besser geworden sein, und erwürbe nicht schon Jahre hier sitzen. Seit 4 bis 5 Jahren sei er außerdern so leidend gewesen, daß er an keiner Aufsichtsratssitzung mehr t e i l n a h m. Kommerzienrat Lucas setzt auseinander, daß hier mit fiktiven Konten gearbeitet worden sei und der Angeklagte sich mit kühnem Sprunge über alle Schwierigkeiten hinweggesetzt habe, um durch Buchungen und künstliche Rechnungskonstruttionen die fiktiven Konten verschwinden und als reelle Forderungen erscheinen zu lassen. Die Angeklagten suchen auch hier die Berechtigung der bemängelnden Buchungen nachzuweisen. Heinrich Schmidt wird zum Vorwurfe gemacht, daß er nicht für Abschreibung auf die der Preußischen Hypothekenaktten- bank gegen Anhalt u. Wagner Nachf. zustehenden Forderungen ge­sorgt habe. Schniidt bestreitet, daß er dazu verpflichtet gewesen sei, Abschreibungen oorzunehnien. Eduard Sanden erklärt, daß er die Forderurlgen von Anhalt u. Wagner voll bewerten zu dürfen vermeiMe, weil er volles Vertrauen zu dieser Firma gehabt und nie daran gedacht habe, daß diese zusammenbrechen könitte. Staatsanwalt Beeck wirft dem Angeklagten Eduard Schmidt vor, daß er als Revisor bestellt war uiid 2 Jahre überhaupt nicht vevl- diert habe. Eduard Schniidt entgegnet, er habe wegen seines schwerleidenden Zustandes sich nicht aller Pflichten entledigen können. Alsdann werden auch die Geschäftsberichte der Preußi|chen Hypothekenatttenbank beanstandet. Eduard Sanden behauptet, er habe nie bewußt Fälschungen begangen oder zum Nachteil der ®e= fellschaft gehandelt. Auf Befragen der Rechtsanwälte Bollert und Bernstein erklärt Lucas, daß mit den Bilanzverschleierungen wahr­scheinlich die Absicht verfolgt wurde, die schlechte Situation der Bank nach mißen hin zu verdecken und den Zusammenbruch auf- zuhalten. Morgen wird die Verhandlung forlgesetzt.

mittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für dieLukasgemeinde.

Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 7. Juni.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

. . 113.60

-Anl. 44.30

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Das in Nr. 124 Ihres geschätzten Blattes vorn 30. Mai ent­halteneEingesandt" veranlaßt uns zu folgender Erwiderung: Es ist uns wohl bekannt, daß auch die Versicherungsgesellschaften volle Versicherungen übernehmen, und es ist von uns niemals etwas Gegenteiliges behauptet worden. Wie selten jedoch solche Vollver­sicherungen in der Praxis erfolgen, gebt am besten daraus hervor, daß nach unseren Wahrriehmungen 6/10 aller bei Versicherungs­gesellschaften versicherten Gastwirte unvollständig versichert iiid. Wir können den Beweis hierfür jederzeit erbringen umso­mehr, als wir bereits Hunderte von Polizen der verschiedensten Ge- ellschaften in Händen hatten und uns nicht entsinnen können, daß auch nut eine dieser Urkunden einen vollständigen Ver- icherungsschutz gewährte. Dabei bezahlen die Kollegen fast immer wett höhere Prämien für ihre unvollständigen Versicherungen, als ie bei uns für eine volle Versicherung zu zahlen hätten, und dies bildet den besten Beweis für die Billigkeit der Haftpflichtkasse Deutscher Gastwirte. Es dürfte auch jedem denkenden Leser ein­leuchten, daß unsere auf Selbsthilfe beruhende Kasse, welche im Nebenamt kostenfrei geleitet wird und nur ganz mäßige Unkosten hat, mit weit geringeren Beiträgen auskommen kann, als die Ver­sicherungsanstalten mit ihrem großen Beamten-Apparat und ihren Millionen von Mark betragenden Unkosten für Verwaltung, Aktionäre usw. Schließlich wollen wir noch daraus aufmerksam machen, daß der größte Teil der ersten Jahresprämie den Herren Versicherungsvertretern zufließen soll, und es ist daher auch erklär­lich, weshalb der Einsender des Artikels in Nr. 124, der sich als Vertreter einer Prioat-Versicherungsanstalt bezeichnet, unsere Haft- pflichckasse 51t schädigen sucht. Die Haftpflicbttasse Deutscher Gast­wirte, welche nach Jahresfrist bereits ein Vermögen von 17 000 Mark besitzt und außerdem noch über einen Garantiefond von ca. 60 000 Mark verfügt, braucht zedoch solche Anfeindungen nicht zu fürchten, und wir glauben, daß das Eingesandt unserer Haftpflicht- taffe, wie schon in anderen ähnlichen Fallen, nur von Nutzen sein dürfte.

Haftpflichtkaffe Deutscher Gastwirte.

47,26 äussere Argentiner.

Tendenz: schwächer.

große Schmerzen verursachte, sodaß sein Befinden Besorgnis er- regt. Das heute Morgen ausgegebeue Bulletin besagt, daß insofern eine geringe Befferung eingetreten sei, als sich das Herz wieder etwas gekräftigt habe. Dem plötzlichen Anfall von gestern Abend folgte ein tiefer Schlaf, der mit kurzer Unter­brechung noch jetzt andauert. DaS allgemeine Schwäche gefühl ist sehr bedeutend.

Sibyllenort, 6. Juni. Prinz Georg von Sachsen ist heute vormittag hier erngetrosfen.

L 0 nd 0 n, 6. Juni. Tie letzten Meldungen aus Peking berichten über eine gro ße Ausdehnung des Ans­tandes in der Provinz Kwangsi. Der ameri­kanische Konsul in Kanton berichtet, daß General Su die Stadt Lungchu verlassen hat, nachdem er längere Zeit die Rebellen in Schach gehalten hat. Die Aufständisch^ mar- chieren in westlicher und nördlicher Richtung.

London, 6. Juni. Miß Alice Roosevelt, die Tochter des Präsidenten der Bereinigten Staaten, ist hwate eingetroffen.

London, 6. Juni. DieWestminster Gazette" teilt mit, daß die seit kurzem umlaufenden, einander wider- prechenden Gerüchte, wonach eine große englische Dampfschiff svereinigung von der Regierung subventioniert werden, soll, um mit dem amerikani- chen Trust konkurrieren zu tonnen, eine sehr reelle Grund­lage haben. Zwischen den Regierungen von England und Kanada, sowie anderer Kokonien und einem mächtigen Syn­dikate von Kapitalisten seien Verhandlungen im Gange zum Zwecke, eine Tampferlinie zu errichten, deren Schiffe größer, schneller und besser ausgerüstet sein sollen, al§ diejenigen, über die der amerikanische Trust verfügt.

Paris, 6. Juni. In politischen Kreisen glaubt man, daß die Bemühungen des Senators Co mb es, das Mi­nisterium zu konstituieren, bald zum Ziele führen werden. Tie Hauptschwierigkeit bildet noch die Frage des Finanz­portefeuilles. Rouvier soll sich bereit erklärt haben, es zu übernehmen, jedoch wenig dazu geeignet sein, das von den Radikalen geplante Projekt der Ausführung der progressiven Einkommensteuer zu unterstützen. Der neu­gewählte sozialistische Deputierte de Pressenssö erklärt in derAurore", er und seine Freunde seien fest entschlossen, alles auszubieten, um trotz der Amnestie und unbekümmert um die nationalistischen Drohungen die Dreyfus-Af- faire in der Kammer zur Sprache zu bringen und Treyfus zu seinem Recht zu verhelfen.

Madrid, 6. Juni. Der König unterzeichnete ein kret bezüglich der Emission einer ö o/o Hmortisablen inlän­dischen Anleihe von nominal 338400000 Pesetas. Der Emissionspreis beträgt 90,50, die Subskription erfolgt am 20. Juni.

Wien, 6. Juni. Bei Besprechung des Toastes Kai­ser Wilhelms in Marienburg schreibt dieNeue Freie Presse": Diese Rede sei zweifellos eine Ankündigung daß die die antipolnische Politik in Preußen sich noch mehr verschärfen, aber auch eine poli­tische Rückwirkung auf Oesterreich ausüben werde. Mit größter Wahrscheinlichkeit sei zu erwarten, daß die polnischen Mitglieder der Delegationen in der Debatte über das Kriegs-Budget das Wort ergreifen und auf die Angriffe Kaiser Wilhelms erwi­dern werden.

Sofia, 6. Juni. Hier tritt neuerdings das Gerücht auf, daß Fürst Ferdinand nach seiner Rückkehr aus Peters­burg Bulgarien zum Königreich proklamieren werde. Ein Veto der Großmächte sei nicht zu erwarten.

Chicago, 8. Zum. Em Fleisch-Krawall veranlaßte die Polizei, von ihren Revolvern Gebrauch zu machen. Verwundet wurden 150 Personen, darunter viele tötlich. Tie Mlliz mußte aufgeboten werden. Obgleich die New-Yorker und Chicagoer Gerichte Einhalts-Befehle gegen den Fleischtrust erlasieu, halten die exorbitanten Preise an. Die Fleischnot in Chicago wird durch deu Streck der Eis« und Fleisch-Fahrer verstärkt.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

8. Tarmstadt, 6. Juni. Zweite Kammer. Fort­setzung der Beratung der Main-Neckar-B ahn-Vor­lage. Abg. Morneweg führt aus, die Vorlage biete gegenüber dem älteren Vertrage außerordentliche Vorteile. Dies scheine für die Gegner des Vertrages der Grund zu sein, an dem 1896er Vertrage zu rütteln. Abg. Cramer fordert von der Regierung Aufklärung über die Stellung der Arbeiter bei der Uebernahme in die preußische Versicherungs­kasse. Oberfinanzrat Rothe erklärt, die Regierung habe den Arbeitern alle Vorteile gesichert und gewähre ihnen durch Stundung der zu zahlenden Beiträge jede Erleichterung. Abg. Leun giebt zu, daß in Hessen manche Verbesserung im Eisenbahn­wesen eingetreten sei; schildert aber eine Reihe von Fällen, in denen Beamte benachteiligt worden seien. Ein Regicrungsoertreter stellt demgegenüber fest, daß in solchen Fällen jerdezeit eine Gnadenkaution zugebilligt worden sei. Finanzminister G n a u t h hofft, daß durch Annahme des Vertrages die freundschaft­lichen Beziehungen zwischen Preußen, Baden und Hessen noch gebessert werden würden. Nach weiteren Erörterungen einer Reihe von Abgeordneten über die von Gnauth gestellte Kabinetsfrage und einer Erwiderung desselben wird die Abstimmung über die Vorlage auf nächsten Dienstag vertagt.

Dresden, 6. Juni. Das Befinden des Königs hat sich seit gestern verschlimmert. Zn der vergangenen Nacht it Oberhosmarschall Graf Vitzthum von Eckstaedt nach Sibyücnort abgereist. Gestern hatte der König einen neuen Anfall, der

Arbeiterbewegung.

Lemberg, 5. Juni. Die Bauarbeiter und Maurer nahmen heute früh die Arbeit wieder überall auf.

Stuttgart, 5. Juni. In Sachen des Straßenbahn- ftr eit 5 ist das Ministerium des Innern eifrig bemüht, eine Ver­ständigung herbeizuführen. Ein heute gefaßter Gemeinderatsbeschluß geht dahin, beim Amtsgericht den Antrag zu stellen, eine rechtliche Entscheidung darüber zu schaffen, ob wegen der Nichteinhaltung des zwischen der Stadt und den Straßenbahnen geschlossenen Vertrages der betr. Paragraph des genannten Ver­trags in Geltung trete, nach dem die Stadt befugt fei, die Straßen­bahn in eigene Regie zu übernehmen. Ter Ausstand dauert zu- nächst noch fort.

Kandel and Verkehr. Volkswirtschaft.

Gegen das Jobbertum. Diesmal hat die Presse ihre Schuldigkeit gethan. Als die Anzeichen sich mehrten, daß der Friedensschluß zwischen England und Transvaal nur eine Frage von Tagen sei, unternahmen es die Jobber, die Kurse der Mmen- attien und einiger Spekulationspapiere rapide hinauf zu schrauben. Dies gelang auch. Da nun aber die meisten großen Blätter in ihrem Handelsteil vor einer Ueberspekulation warnten und auf die noch nicht weit zurückliegenden schlimmen Erfahrungen hinwiesen, so ist die erwartete Mitwirkung des Privatkapitals ausgeblieben und statt des erhofftengroßen Boom" macht sich allenthalben Realisationslust geltend. Blau will mit gutem Recht erst abwarten, wie sich die Verhältnisse auf den verschiedensten Gebieten weiter entwickeln. D-e Haussiers, die die Papiere in die Höhe getrieben haben, finden nun keine Käufer zu den gestiegenen Kursen.

Harpener Bergbau-Akt.-Ges. Berliner Blättern zu­folge trägt sich die Gesellschaft mit einer Kapitalerhöbmig. Ob da­bei die Ausgabe neuer Aktien ober von Obligationen in Frage kommt, soll in einer demnächst stattfindenden Beratung innerhalb der Verwaltung beschlossen werden. Es soll sich jedoch nur um einen verhältnißmäßig geringen Betrag neu zu beschaffenden Kapi­tals handeln. Tas Geld soll zum Ankauf von Grubenseldern ver­wendet werden. Vorläufig wird nun die ganze Geschichte vom Verwaltungsrate dementiert.

Fahrzeugfabrik Eisenach. Die Bilanz schließt mit einem Betriebsverlust von Mk. 385,710 ab. Dazu kommen die Unkosten, Zinsen, Provisionen, Abschreibungen, Zuweisungen auf Delkredere­konto Mk. 50,000, so daß insgesamt ein Verlufl von Mk. 1,313,854 entstanden ist. Für das Vorjahr wurden 4 Proz. Dividende ver­teilt. Tas ungünstige Ergebnis wird von der Verwaltung auf die schlechte Lage der Fahrrad- und Motorwagenindustrie und auf den zu späten Eingang der längst erwarteten größeren Aufträge in Kriegsmaterial zurückgeführt. Die am 1 Februar vorliegenden Aufträge beziffern sich auf Alk. 2,046,533. Infolge der Unterbilanz, wird die Gesellschaft einer Rekonstruktion zu unterziehen sein, doch solle,i hierüber erst eingehende gründliche Vorberatungen