Ausgabe 
6.5.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 105

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sesstschea Landwirt die Siebener ZamUle«. blätter viermal m der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brü h l'schen Unwers.-Bucb-a.Stem- bruderei (Piets ch Erbens Redaktion, Erpedttion und Druckerei:

Echulsiratze 7.

iebref.f für Depeschen: rXn;,tiger Gieße«.

^trnf >r chcmscblußNr.51.

Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 6. »W1»M

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

big genesen hier ein.

** Darmstadt, 4. Mai. Großherzogin Victoria Me­litta siedelt zu Beginne des Juni von Schloß Fabron bei Nizza nach Ko bürg über und bezieht die Villa Edinburg.

* Wiesbaden, 4. Mai. Zu bem von uns bereits ge­meldeten Kindesmord ist noch mitzuteilen, daß das bete. Dienstmädchen die Leiche des im Februar 1901 geborenen Kindes schon über 3 Monate in einer Schachtel bei sich führt. Obwohl das Mädchen bestreitet, das Kind getötet zu haben sie giebt an, es sei während ihrer Abwesenheit erstickt hat man sichere Anhaltspunkte dafür, daß ein vorsätzlicher Mord vorlregt, und zwar nimmt man an, daß noch eine zweite Person hierbei beteiligt gewesen ist.

Vermischtes.

Berlin, 3. Mai. Ein schwerer Unfall während

Aus Atuöt uüü Vutül.

Gießen, den 6. Mai 1902.

* Landessynode. Nach neuerlichem Benehmen des Ober­konsistoriums mit dem Landessynodalausschuß wird die Lan­dessynode nicht, wie die ,D. Ztg." mitteilt, vor Herbst zu- ammentreten.

- Eiseubahndienstuachrichten. Zum Bahnmeister werden ernannt: Diätar Wilh. Joost zu Nidda. Zugang von anderen Verwaltungen: Bahnmeister Pfeiffer von Nieder­olm nach Londorf, Bahnmeister Diätar Joost von Darm- tadt nach Nidda. Abgang zu anderen Verwaltungen: Bahnmeister Sah lfeld von Nidda nach Worms. Versetzt: Bahnmeister Riese von Hünfeld nach Vilbel, Hertig von Vilbel nach Limburg, Schütz von Limburg nach Elm, Müller von Elm nach Lauterbach, Nhodc iwn Friedberg nach Burghaun, Vielwerth von Büdingen nach Friedberg, Schmidt von Gelnhausen nach Büdingen. Uebertragen ist: den Bahnmeister-Diätaren Burggraf die Verwaltung der Bahnmeisterei 83 in Au, Sander die Verwaltung der Bahn­meisterei 34 in Sterbfritz, Peter die Verwaltung der Bahn­meisterei 16 m Gießen.

Oeffentliche Lesehalle. Im April wurden 1848 Bände ausgeliehen.. Von diesen Bänden kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 427 , Erzählende Litteratur 888, Vers- dichtungen 38, Litteraturgeschichte 18, Jugendschristen 200, Länder- und Völkerkunde 41, Kulturgeschichte 11, Geschichte und Biographien 79, Naturwissenschaft, Technologie 63, Seewesen 11, Hauswirtschaft 15, Philosophie und Religion 23, Staatswissenschaft 8, Fremdsprachliches 17 Bände. Nach aus­wärts kamen 54 Bände.

PreutzljcheS Abgeordnetenhaus.

Berlin, 5. Mai.

Im Abgeordnetenhause erklärte heute der Minister v. Hamm er stein im Laufe der Debatte über die Peti­tion des Landesvereins preußischer Volksschul­lehrerinnen um Abänderung des Vereins- g e s e tz e s (Zulassung der Frauen zu politischen Vereinen), daß die Verfügung des Polizeipräsidenten von Berlin gegen Zulassung von Frauen zu politischen Versammlungen für das ganze Land und ohne Unterschied für alle Parteien gelte. In öffentlichen politischen Versamm­lungen dürften die Frauen nur als Zuschauerinnen anwesend ein, würden also zur Schweigsamkeit verurteilt.

27,9 v. H. der Kontore gewähren noch besondere Pausen außerhalb der Mittagspause, unb bei 44,0 v. H. der Kontore mit englischer Tischzeit fanden noch Frühstücks- und Mit­tagspausen von zusammen Vi bis 1 Stunde statt. Eine Verlängerung der Arbeitszeit zu gewissen Zeiten des Jahres erfolgte bei 20,4 v. H. der Kontore. Ain Sams­tag fanden bei 2,0 v. H. Verlängerurigen und bei 7,9 v. H. Verkürzungen der Arbeitszeit statt Sonntagsarbeit kam in 33,0 v. H. der Kontore vor, die in der Mehrzahl (70 v. H.) nicht über zwei Stunden hinausging. In 33,78 v. H. der Kontore wurde regelmäßig, in 6,1 v. H. auf Wunsch Urlaub gegeben. In Großstädten und Großbetrieben wird häufiger Urlaub gewährt als in Kleinbetrieben und kleinen Städten. In den Kontoren des Geld- und Medit- handels fanden sich relativ die günstigsten VerhältmQe.

(zum Teil um 500 Prozent), für die Papierindiistrie, Kuhlen- Industrie, Tabakinduftrie, Lederindustrie usw. *>ei der großen volkswirtschaftlichen Wichtigkeit des ibcrfid)erung£-' wesens ist eine Aufklärung des Publikums sehr erwunftytt. zumal die Bestimmungen der Versicherungspolicen seitens der Versicherungsnehmer ruenig Beachtung finben. Um das berechtigte unb wichtige Interesse dieser zu wahren^ ist der obengenannte Schutzverband als eine Gegenorgani- sation der Versicherten gegriinbet worden. Wär geben hier den 8 1 der Satzungen desselben wieder:

§ 1. Der Verband bezweckt die Wahrnehmung der Interessen der Feuerversicherungsnehmer un allgemeinen bei den Regierungen und gesetzgebenden Faktoren und gegenüber den Ve^iicyerungsanpalten, namentlich in Be­zug auf die Gestaltung Der Versicherungsbebingungen und des Versicherungsvertrages, die Festsetzung der Prämien und Die Feststellung Der Brandschäden, lohne die Förderung des Feuerschutzes und Fenerlv;chwesens.

Im Anschluß an diese kurzen Andeutungen weisen wir unsere Leser nochmals aus den zweifellos hochwichti- gen Vortrag hin. Derselbe dürfte manche wertvolle Auf- klärung in einer weiteste Kreise interessierenden, von dem Einzelnen aber wenig beachteten Materie bringen.

el. Schotten, 4. Mai. Unser jüngster Verein, der Radfahrer -Verein", erfreute uns heute durch einen: hohen musikalischen Genuß. Aus Anlaß seines Stift­ungsfestes hatte er die Königsteiner Militärmusikschuler zu einem Konzert gewonnen. Ain Samstag abend fanb großer Kommers statt. Am Sonntag morgen wurden einige' Ständchen gebracht, wobei auch wieder unseres verehrtem Geheimrats Schönfeld gedacht wurde. Hohen rnnsikali- scheu Genuß geivährte das schöne Konzen nm Sonntag,' nachmittag in der Turnhalle. Abends fanb Ball statt, wobei kunstvolle, sehr ansprechende uno exakt ansgeführte' Reigen von altiven Mitgliedern des Vereins gefahren wur-, den. Wenn auch die Dauerfahrt, die für Sonntag morgen; vrogesehen war, wegen des schlechten Wetters ansfaUech mugle, so werden sich doch alle Teilnehmer am Feste mit Freude dieses genußreichen Tages erinnern. - Heute fand im GafthauseZur Traube" der Bezirkstag der Kriegervereine für den Bezirk Schollen statt. Trotz, des unfreundlichen Wetters hatten sich sämtliche Vertreter, eingefunden. Der Vorsitzende des Bezirks, Bürgermeister Vie h l-Rainrod, eröffnete die Sitzung mit einem Hoch auf Den Kaiser und den Großherzog. Alle Anträge, die für den Verbandstag in Grünberg auf der Tagesoronung' stehen, wurden angenommen. Besonders freudig begrüßt: wurde der Anttag des Präsidiums, eine Krieger-Zeit­ung für Hessen ins Leden zu rufen, die gleichzeitig Amts­blatt DerHassia" sein soll. Als Vertrerer sur Den Dele- giertentag in Grünberg wurde der Bezirtsoorsitzende ViehL beftimmt

t Nieder-Moos, 4. Mai. .Hier und in der Um-i gegend ist ein Zirkular verbreitet worden, in dem mit­geteilt wird, daß die Errichtung einer M olkerei - Ge - n o s s e n s ch a f t in Die Wege geleitet ist, und zum Beitritt aufgefordert wird. In dem Zirkular werden Die Vor­teile Dargelegt, Die eine Molkereigenossenschaft biete. Haupt-, zweck ist, eine höhere Verwertung Der Milch herbeizusuhrenö Kommt Das Projekt zu stände, so ist das gewiß ein Vorteil' für Die ganze hiesige Gegend.

,f" M uscheuyei m, 3. Mai. Die Arbeiten an der Straße von hier nach Tr a i s - M ü nz en b e r g gehen in diesem Jahre so langsam vorwärts, daß, salls tein be­schleunigteres Tempo eingeschlagen wird, die Straße wohl schwerlich in diesem Jahre fertig werden wird. Tie ganze Anlage, Die sich an und für sich keiner allzu großen Be­liebtheit erfreut, gerät Dadurch noch mehr in Ml,ftreDtt, Dazu kommt noch. Daß Die Grundbesitzer, Deren Gelände von der Straße Durchschnitten wird und die es schon im vorigen Frühjahr hergeben mußten, immer noch auf Ver­gütung warten. An luem die Sache liegt, weiß niemand. Von Der Bürgermeisterei wird erklärt, oer Kreisgeometer sei mit Arbeit ,o überhäuft. Daß er Die erforderlichen Messungen noch nicht habe vornehmen können. In Trais- Münzenberg haben Die beteiligten Geländebesitzer bereits im vorigen Herbst ihre Vergütung erhalten. Tort hat Geo­meter Bischof von Lich Die Vermeisungsarbeiten vorge- nommen . Könnte Das bei uns nicht auch geschehen? Tas neue Grundbuch wird in stürze ferliggesteltt fein; von der . Feldbereinigung Dagegen, Die im Winter Die Gemüter so , sehr bewegte, hört man roemg mehr.

* Büdingen, 4. Mai. Gestern Abend traf Fürst Bruno : von Psenburg-Büdingen, von Bern kommend, vollstän-^

der Fahtt hat sich gestern Vormittag in dem Hamburger Zug. abgespielt, der Berlin früh morgens verläßt. Eine Mutter gl mit zwei Kindern befand sich in dem Zuge, als zwischen den ic I Stationen Nauen und Paulinenaue das ältere der beiden

Eisen- und Maschinenindusttie. _

Nochmals Dr. Lieber.

Auf die Vielerörterte Frage, ob Dem verstorbenen Dr. Lieber thatsächlich ein hohes Regierungsarnt angeboten worden ist, kam dieser Tage derRhein .Courier" nochmals zurück. Ein Camberger Korrespondent des Blattes erklärte Die Thal suche, Daß dem Zenttiunsführer der Oberpräsi­dentenposten von Hessen-Nassau angeboten wor­den sei, bleibe trotz aller offiziösen Dementis bestehen. Frau Dr. Lieber könnte das leicht feststellen, und sie sei auch von vielen Zeitungen darum angeganaen worden, aber sie wolle ihren Namen nicht dazu ^ergeben . Der Korre­spondent schreibt u. a.:

Mir hat ein naher Verwandter des Dr. Lieber, der sein Hausarzt und intimer Freund war, folgendes über diesen speziellen Fall mitgeteilt: Nachdem eine Vor­besprechung Dr. Liebers mit einem hohen Würdenträger (Den Namen desselben wußte mein Getvährsmann nicht mehr) im Auftrage des Kaisers über irgend eine Ehrung Dr. Liebers stattgefunden hatte, aber resultatlos verlausen war, wurde L. zum Kaiser befohlen. Derseloe erkundigte sich ebenfalls huldvoll nach seinen Wünschen und bot ihm Orden und schließlich auch den Oberpräsidentenpvsten in Cassel an. Aber Lieber dankte für alles und bemerkte, er wolle einfacher Privatmann bleiben. Da habe der Miser schließlich gesagt:Aber, Herr Doktor, das Bild Ihres Kaisers nehmen Sie doch an?" Dagegen konnte Lieber nichts einwenden. Am fol­genden Tage sei ein Flügeladjutant in den Reichstag zu chm gekommen und habe gefragt, wann er das Bild offiziell überreichen dürfe. Lieber aber habe eine offizielle Feier obgelehnt und gebeten, ihm das Bild einfach zuzu­senden. Und so besaß er dasselbe mit Der eigenhänDigen Unterschrift des Kaisers."

dtunmehr nimmt Der Hausarzt des Verstorbenen, Dr. med. Finck, in einer Zuschrift an denRhein. Cour." per­sönlich das Wort und stellt mit seiner Namens-Unter­schrift fest, daß ihm Dr .Lieber mitgeteilt habe, daß nach der Annahme der Flottenvorlage ihm hohe Orden und hohe Aemter angeboten worden seien und daß sich ein Bild des Kaisers mit eigenhän­diger Widmung und Unterschrift in den Hän­den der Familie befindet .Daß der Kaiser persön - lich das Anerbieten gemacht habe, wird in der Zuschrift nicht behauptet.

Arbeitszeit der Gehilfen und Lehrlinge im Handelsgewerbe.

In der aroeiter>ai^.. chcli Mteiiung des Kaiser!. Statistischen Amts ist Die Erhebung über die Arbeitszeit der Gehilfen und Lehrlinge im Handelsgewerbe, soweit es sich um Kontore und Betriebe hande.t, die nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind, abgeschlossen und veröffentlicht worden.

Die Stichprobenerhebung erftreeft sich auf 13673 Kon­tore, in denen 69 686 Personen, 64560 männliche und 5126 weibliche, als Gehilfen oder Lehrlinge beschäftigt waren; 19,2 v. H. Der Gesamtzahl Der männlichen und 1,8 v. H. der Gesamtzahl Der weiblichen Personen waren Lehrlinge. Bei 1663 Betrieben mit 10 459 Personen betrug die Ar­beitszeit 8 Stunden Mid weniger, bei 5155 Bettieben mit 30071 Personen über 8 bis 9 Stunden, bei 2085 Be­trieben mit 7042 Personen über 10 bis 11 Stunden und bei 730 Betrieben mit 1822 Personen mehr als 11 Stunden. Die Arbeitszeit der Lehrlinge ist in einem Teil der Betriebe grundsätzlich länger als die der Gehilfen. Von den männ­lichen Gehilfen arbeiten nur 10,6 v. H., von den weiblichen 13,7 v. H. Länger als 10 Stutiden, dagegen von den männ­lichen Lehrlingen 19,4 und von den weiblichen 22,0 v. H. Im allgemeinen verkürzt sich die Arbeitsdauer mit der Größe der Stadt A.nd des Betriebes. Die ungeteilte Ar­beitszeit (englische Tischzeit) ist zur Zeit noch in sehr ge­ringem Umfange (bei 3,2 v. H. der betriebe) eingefuhrt. Sie ist im wesentlichen als eine Besonderheit norddeutscher Großstädte -,u betrachten. Die Betriebe mit geteilter Ar­beitszeit fangen in Der Regel die Arbeit früher an und endigen sie später als die Konttre mit englischer Tischzeit; aber auch die ersteren schließen fast durchweg (bis aui l,o v. H.) vor ober um 8 Uhr. Bei englischer Tischzeit schließt die Mehrzahl Der Kontore (54,5 v. H.) schon vor oder um 5 Uhr abenoS. Die Dauer Der Mittagspause «chwankt in der großen Meüw-hl der Fälle zwischen ein und zwei Junten;

** Turner isch es. Der vom hiesigen Turnverein am Himmelfahrtstag geplante Turngang nach der Saal­burg verspricht, wie uns mitgeteilt wird, sehr interessant zu werden. Um auch älteren Turnern und Turnfreunden Gelegenhett zu geben, sich daran zu beteiligen, soll bis Bad-Nauheim Die Bahn benutzt und Dann marschiert wer­den. Die Rückkehr erfolgt per Bahn über Homburg v. b. H., F-riedberg oder für gute Fußgänger zu Fuß nach Bad- Nauheim (siehe das heutige Inserat). Wir wünschen den Turnern zu ihrem Turngang besseres Wetter, als es uns die letzten Tage brachten. ,

** Vortrag. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, findet am Samstag, den 10. Mai, abends im Cafe Ebel auf Anregung der Großh. Handelskammer und des D e t a i l l i st e n v e r e i n s ein Vortrag des Herrn Dr. Prange vom Deutschen Feuerversicherungs-Schutz-Ver- bande statt, worauf wir an dieser Stelle ausdrücklich Hin­weisen. Tie Mobiliarfeuerversicherungsfrage ist in den letzten beiden Sitzungen der Großh. Handelskammer einer eingehenden Beratung unterzogen worden. Tiefe war er­sucht worden, bei der Regierung dahrn vorstellig zu wer­den daß den in der zweiten Ständekammer am 20. Febr. einstimmig angenommenen Anträgen Der Abg. Köhler- Langsdorf und Ullrich u. Gen. bett, einer staatlichen Mobiliarfeuerversicherung im Großherzogtum Hessen statt- geqeben werde. Die Stellungnahme der Kammer ist aus den bett, in unserem Blatte veröffentlichten Protokoll­auszügen über die 2. und 3. Sitzung derselben zu entnehmen. Die Veranlassung, eine Verstaatlichung auch des Mobiliar- feuerversicherungsweseus ins Auge zu fassen, gab die That- jadje' daß die Privatfeuerversicherungsanstalten manche Obi eite, die in besonders feuergefährlichen Betrieben oder Gebäuden untergebracht sind, überhaupt nicht, oder nur ui ganz außerordentlich hohen Sätzen aufnehmen, während die Landesbrandverficherung zur Aufnahme jedes Ge­bäudes verpslichttt ist. Ausschlaggebend ist jedoch gewesen, die Thatsache eines feit 1900 bestehenden Syndikats sämt- lübet namhaften in Deutschland arbeitenden in- und aus­ländischen Privatfeuerversicherungs-Gesellschasten (ca. 45). tiefer Zusammenschluß brachte Die einseitige Fe^setzung eines Minimaltarifs und eine ganz bedeutende Erh.hi'.ng der Prämiensätze mit sich besonders für Die Textilmsustrie

Politische Tagesschau.

Stau ArürLge zur ZolltLrifvorlage.

D-w Zenttalverband Der Industriellen sowie der Verein der Eisen- und Stahlindusttiellen haben zu gleicher Zeit dem Reichstag eine Reihe von Anträgen zur Zoll­tarifvorlage eingereicht. Wie der Handelsvertragsverein mutcilt, enthalten die beiden Eingaben nicht nur Anttäge auf Zollerhöhung für eine große Zahl von Fertig­fabrikaten, sondern vor allem charakteristisch ist, daß auf feine Reihe unentbehrlicher Rohstoffe und Halbfabrikate Zölle oder ^ollerhöhungen gefordert werden. So wird für Blei und Zink die Einführung eines Zolles in Höhe von 10 Mark für die Tonne gefordert. Ein gleich hoher Zoll wttd gefordert für Salzsäure, Schwefel­säure und Salpetersäure. Die Regierungsvorlage hat für alle genannten Stoffe Zollfreiheit vorgeschlagen. Außerdem werden Zollerhöhungen von dem Zentral- oerbanb gefordert u. a. für Kleie, Zement, Soda, eine große Zahl feiner seidener, baumwollener Gewebe, grobe Baumwollgarne, Jutegarne, Lederkernstücke, Papier- zellstoss, eine Anzahl Steinmetzarbeiten, eine Reihe von Thoruvaren, rohes opttsches Glas, Bergzeugstahl, seinen Draht, dünne Bleche, eine Reihe von Artikeln der Klein-