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6.3.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 85

Erscheint tLgltch

außer Sonntags, Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen Landwirt die Siebener Familien- -lütter viermal in der Woche beigelegt.

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Anzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Donnerstag 6. März 1903*

GietzenerAnzeiger

w General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich7b Pf., viertel­jährlich Mk. 2J2O; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- mhrl. ausschl. Bestellg. Innahme von Anzeige» ir die Tagesnummer ;g vormittags 10 Uhr. ,UIenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. verantwortlich: uy den polit. u. allgem. Zeil: P. Witiko; für ^Stadt und Land" und »Geriä)tssaal":R.Di 1t- mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Are heutige Kummer umfaßt 10 Seite».

Ausland.

Deutsches Keich.

Berlin. 5. Mörz. Der Kaiser konferierte heute Vor» mütag nut dem Retchzkanzler. Für den Abend hatte sich der Kaycr beim Reichskanzler zum Diner anaesaqt. Das Mahl trug einen rem privaten Charakter; es war nur ein Hemer intimer Kreis geladen, u. a. die Fürsten Lichnowskn und Henckel von Donnersmarck, ReichstagsprSsident Graf Balle,tretn und mehrere Universitätsprofessoren.

Mim,ter v. Thielen hat Verbesserungen des Rett- ^^s'vesens bei Eisenbahnunfällen angeordnet, darunter die Aufstellung von yilfszugen mit Gerätschastswagen und einem Arzttvagen an 75 größeren Stationen, sowie die Verbesser­ungen des Telephons im Unfallmeldedienst.

Metz, 5. März. Der Kronprinz traf heute Nach- r xllCt ®m offtzieller Empfang fand nicht statt doch hatten sich auf dem Bahnhof der Bezirkspräsident von Lothringen Graf Zeppelm-Aschhausen, der kommand. General des 16. Armeekorps Generaloberst Graf Haeseler, der Gouver- neur von Metz, Generalleutnant Stötzer und Polizeidirektor Baumbach zur Begrüßung emgefunden. Vor dem Bezirks- prastdmm wurde er von der Frau Bezirksprasident Gräfin Zeppelm-Aschhau,en begrüßt. In der sechsten Stunde be- ^chte der Kronprinz den General Haeseler und hierauf den Bischof Benzler. Sodann fuhr der Kronprinz bei dem General Stötzer und dem Kommandeur der 34. Division Prinz Heinrich XIX, Reuß, vor.

Politische Tagesschau.

Die Regier««« wird ungeduldig.

Man schreibt uns aus Berlin, 5. März:

Die Regierung wird nachgerade desgrausamen Spiels", das die ' Zolltaristommission treibt, überdrüssig. Staats­sekretär Graf Posadowsky warnte in oer heutigen Sitzung vor weiterer Verschleppung; man möge nicht bei jeder einzelnen Position lange Er­örterungen pflegen. Die Regierungsvertreter in der Zoll- tarifkommissiou beschränkeii sich in letzter Zeit auf wenige und kurze Erklärungen. Aber dies System, dem angeblich eine Vereinbarung zu Grunde liegt, wirkt bis jetzt nicht erziehlich. Die Kommission führt unter sich die endlosen Prinzipien-Gefechte auf, über Zweckmäßigkeit und Verwerf- lichkert hoher landwirtschaftlicher Zölle, und überläßt den Herren von der Regierung, sich, so gut es geht, mit der Zu­schauer-Rolle abzufinden. Abg. Graf Kanitz (Lons.) em­pfand wohl ein menschliches Rühren, als er heute dem Grafen Posadowsky beipflichtete in dem Wunsch rascherer Durchberatung des Tarifentwurfs. Doch Frhrn. von Wangenheims Parole lautet:Peinlichste Prüfung".

Beim Zare« zu Gaste.

D. B. Hd. meldet vom 5. d. M. aus Paris: Präsident Lo u b e t empfing gestern die amtliche Einladung des Zaren, Rußland zu besuchen. Der Präsident wird wahr schein lick), feüie Reise am 27. Mai an treten und vier Tage in Rußlano verweilen.

Nach dem abschlägigen Bescheid, der den serbischen Ma­jestäten aus Petersburg zu teil geworden Ist, toirt) man in Belgrad jetzt mit besonders trüber Miene dreinblicken. Die Tage der Obrenowitsch werden in Petersburg als ge­zählt betrachtet. Die Familie Karageorgewitsch, die durch iwn.mißglückten Putsch eines ihrer Mitglieder (vgl. unsere heutige Morgenausgabe) streben wieder von sich reden macht, hat für ihre Ansprüche auf den serbischen Thrvn die Unterstich^mg Rußlands nicht zu gewärtigen. Des Zaren Gunst genießt die Familie des Fürsten von Montenegro. Ein Vertreter desHerrn der schwanen Berge" unternahm wiederholt in besonderer Mission Reisen nach Petersburg, und kurz darauf konferierte regelmäßig der russische Ge- smidte in Belgrad mit dem König von Serbien. Es läßt sich wohl denken, daß Frau Draga eine derartige Regelung der Thronfolgerfrage aufs äußerste bekämpft, da sie die künftige Leitung der Geschicke Serbiens ihren Verwandten Vorbehalten will. Ihr Einfluß auf Alexander hat sich bisher mit absoluter Sicherheit bewährt. In Petersburg kann man warten, ob die Zeit nicht doch einen Wandel herbeiführt. Des Zaren eigenhändiges Einladungsschreiben an Herrn Loubet ist ein Stachel für das serbische Königs- Paa^, sich das Wohlwollen Rußlands zu verdienen. Gerade das Selbstbewußtsein der Frau Draga wird durch die Zurücksetzung empfindlich berührt sein. Freilich, Fnurk- reich hat sich die Ehre der russischenrückhaltlosen" Freund­schaft auch ein Erkleckliches kosten lassen. In Petersburg, Peterhof usw. wird es im Mai hoch hergehen; ,chiefgerührt" von den, man kann wirklich sagen: Huldbeweisen, bezau­bert und für alles empfänglich, was die russischen Minister etwa an neuen Plmren Vorschlägen, wird Herr Loubetzurlück- kehren. Man weiß an der Newa außerordentliche geschickt und sein Vas Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, m der Art, daß Frankreich sogenannteVertrauensbeweise" von Rußland empfängt, deren Effekt zum Vorteil des letzteren ist. Wenn ein Vertreter der französischen Republik rn Petersburg zu Gast war, dann bringt er nichts mit von der Reise außer Ehren und Auszeichnungen aber hat manches, an eingegangenen politischen Verbindlichkeiten, zurückgelassen. Was und wieviel, das stellt sich dann später heraus, als eine Ueberraschung, der die Franzosen längst nicht mehr die pikante Seite abzugewinnen vermögen. b

Kopenhagen, 5. März. Im Folkething brachte der Ministerpräsident heute den Antrag auf Genehmigung des dänisch-amerikanischen Abkommens, betreffend Abtretung der dänisch-westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten ein.

London, 5. März. Das Unterhaus lehnte mit 208 gegen 207 Stimmen eine Bill ab, welche für Berg­arbeiter den achtstündigen Arbeitstag ein­führen will.

Brüssel, 5. März. Die deutschen Vertreter zur Zucker­konferenz erhielten heute die telegraphische Weisung aus Berlin, das Abkommen in dem bereits veröffentlichten Wort­laut zu unterzeichnen. Um 5 Uhr nachmittags traten die Vertreter zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, die bis 7 Uhr dauerte. Das internationale Abkommen ist unterzeichnet. Graf De Smet de Naeyer dankte den Vertretern für ihre Mitwirkung und äußerte die Zuversicht, daß ihr Werk gute Früchte für die Menschheit tragen werde. Graf Wallwitz brachte dem Vorsitzenden und der englische Vertreter des Sekretariats den Dank der Versammlung dar.

Rom, 5. März. Der Papst empfing heute die aus Anlaß seines Jubiläums unter der Führung mehrerer Kar- dinäle und Bischöfe hier eingetroffenen französischen Pilger und richtete eine Ansprache an dieselben, in der er sie auf­forderte, dahin zu streben, daß unter allen Katholiken Ein­tracht und Einigkeit herrsche, damit Frankreich befreit und dasJoch der Freimauerei ab geschüttelt werde; daß sei der heißeste Wunsch seines Herzens.

Wien, 5. März. Nach dem ,N. W. T." hat die Ver­lobung des Prinzen Mirko von Montenegro mit der Kousine des Königs Alexander, Frl. Konstantinovics, förmlich stattgefunden.

In einer gemeinschaftlichen Konferenz der parlamen­tarischen Kommission der Klubs der Jungtschechen, der kon­servativen Großgrundbesitzer und der böhmischen Agrarier sprach Hoftat Cernatzky vom Finanzministerium über die Maßnahmen zum Schutze der Zuckerindustrie und der Landwirtschaft während der Uebergangsperiode bis zum Jnslebentreten der Brüsseler Konvention und nach derselben. Nach eingehender Beratung wurde beschlossen, an den Minister­präsidenten und an den Finanzminister eine Deputation zu entsenden, welche dieselben ersuchen soll, ihren Einfluß dahin auszuüben, daß den Verhältnissen der Uebergangszeit derart Rechnung getragen werde, daß eine dem ganzen Wirt­schaftsleben drohendeKatastrophe verhindert werde; ferner soll eine Enquete von Vertretern der Zuckerindustrie, der Landwirtschaft und des Zuckerhandels eingeleitet werden.

Konstantinopel, 5. März. Chika Pascha, Bruder des früheren Großveziers Djevad Pascha, fft heute gleichzeitig mit drei anderen Offizieren verhaftet worden.

Der österreichisch-ungarische Bo tschafts- sekretär O. Franz wurde vorgestern, als er nach dem Pildiz-Kiosk ritt, von türkischen Soldaten arg be­drängt; er entging der gefährlichen Sitution nur dadurch, daß er seinen Hauptangreifer durch einen wohlgezielten Schlag kampfunfäh ig machte.

Mivz Keiurich in Amerika.

Milwaukee, 5. März. Zu Ehren des Prinzen Hein­rich hat die Stadt ein glänzendes Feftgewand angelegt. Ter Prinz, der um 4 Uhr nachmittags eingetroffen war, hat die Reise nach dem Osten um 10 Uhr wieder angetreten. Mährend des sechsstündigen Aufenthaltes unternahm der Prinz eine Rundfahrt zuerst nach dem Geschäftsviertel. Auf den Straßen hatte sich eine ungeheure Menschenmenge an­gesammelt. Evans und Bürgermeister Rose fuhren in dem prinzlichen Wagen mit, der von Polizei und einer Kavallerie­eskorte umgeben wurde. In der Mhe des Bahnhofes grüßten 1200 deutsche Kriegsveteranen, die aus den verschiedensten Städten Wisconsins herbeigeeilt waren, den Prinzen. Unter Geschützsalut und stürmischen Huldigungen traf der Prinz im überfüllten Ausstellungsgebäude ein, wo er mit einem deutschen Lied begrüßt wurde. Hierauf hielt der Bürger­meister von Milwaukee ein Begrüßungsansprache, worin er darauf hinwies, daß die Bevölkerung Milwaukees größtenteils aus Deutschen bestehe und den Einfluß her­vorhob, den das besonnene deutsche Element hier gegenüber dem ungestümen Yankee habe und den Prinzen herzlich willkommen hieß. Im Namen der deutschen Bevölkerung sprach der frühere Kongreßabg. Deusler: Tie Heimatserinnerungen sind unauslöschlich. Wenn Ew. Kal. Hoheit zurückgekehrt sind, möge das teure Vaterland Ihr Zeugnis hören, daß wir nimmer vergessen, wes Namens wir sind.

Im Namen der zwanzig zum deutschen Veteranenbund Wisconsin zusammengeschlossenen Vereine sprach Kapitän Court, der die Zwecke und Ziele des Dcteranenbundes erläuterte und mit der Versickz-erung schloß: Wir teilen innig den Wunsch des Kaisers nach Freundschaft zwischen Deutschland und Amerika.

An diese Reden schlossen sich neue Gesangsvorträge an. Als der Prinz sich erhob, erschallten brausende Hochrufe. Von dem Ausstellungsgebäude begab sich der Prinz durch die prächtig illuminierte Stadt nach dem Hotel Pfister, luo ein glänzendes Bankett stattfand. In der Mitte des reich­geschmückten Saales schwebte das aus Blumen gebildete Modell derHohenzollern"» Nach, den Toasten auf den

Präsidenten Roosevelt und Kaiser Wilhelm, sowie nach dem Toast auf den Prinzen erwiderte dieser, es sei für ihn ein Vergnügen, feinen Tank für den ihm in Milwaukee bereiteten herzlichen Empfang auszusprechen. Besonders erfülle ihn die Freude, daß die Stadt, wie er soeben gehört, ihre Entwickelung zum größten Teile dem deutschen Element der Bevölkerung verdanke. Er betrachte dieses Element als eines der stärksten Bande zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Der Prinz schloß mit einem Hoch auf das Wohl m«nd weitere Gedeihen der schönen Stadt Milwaukee. Alsdann überreichte der Bürgermeister von Milwaukee dem Prinzen ein prächtiges Album. Bei der Abfahrt des Prinzen hielt eine dichte Zuschauermenge den Bahnhof besetzt und begrüßte den Prinzen mit begeisterten Zurufen.

Chicago, 5. März. Der Zug mit dem Prinzen Hein­rich traf um 12 Uhr 15 Min. abends von Milwaukee hier ein und setzte, nachdem die Ueberführung von den Geleisen der Chicago-Milwaukee- und St. Paul-Bahn aus diejenigen der Lakeshose-Michigan-Southern-Bahn erfolgt war, um 12 Uhr 45 Min. die Fahrt fort.

Cleveland, 5. März. Prinz Heinrich ist heute Vor­mittag nach 9 Uhr hier eingetroffen. Tausende waren am Bahnhofe versammelt, als der Zug eintraf. Der Mayor erhielt eine Einladung, den Wagen des Prinzen zu betreten und den Willkommengruß zu entbieten. Der Prinz lehnte es ab,.zur Menge zu sprechen, weil sein Hals etwas ange­griffen ist.

A s h t a b u l a (Ohio), 5. Marz. Prin^ Heinrich ist 10 Uhr 35 Min. vormittags eingetroffen uno setzte die Reise nach kurzem Aufenthalte fort.

Erie, 5. März. Der Zug mit dem Prinzen Heinrich traf 11 Uhr 50 Min. in. Ter Aufenthalt dauerte fünf Minuten. Die überaus zahlreiche Menge brach in Hochrufe aus. Ter Prinz erschien am Fenster und grüßte die Menge.

N e w y o r k ,5. März. Prinz Heinrichs Zug langte gegen 3 Uhr in Buffalo an. Der Prinz wurde im Bahnwagen vom Mayor Macknight begrüßt, während der Gesangverein Orpheus" ein Lied fang und eine Militärkapelle spielte. Nach der Begrüßung trat der Prinz auf die Plattform und wurde von einer großen Menschenmenge mit Hochs empfangen. Um 3 Uhr begab sich der Prinz nach den Niagara- Fällen. Die Beamten der Zentraleisenbahn von Buffalo erklären, die Reise des Prinzen Heinrich quer durch den Staat Newyork würde durch das Hochwasser in keiner Weise beeinträchtigt werden. Der LiederkranzArion" veran­staltete in der Liederkranzhalte eine Abendunterhaltung zu Ehren der Offiziere derHohenzollern".

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Von anderer Seite wird gemeldet: Die ununterbrochene! Reihe von Festlichkeiten und Besichtigungen beginnt bereits beim Prinzen ein Gefühl der Abspannung hervorzu­rufen. Er äußerte, daß er sich ermüdet fühle. Indessen wird das festgesetzte Programm nach Möglichkeit durch­geführt. Prinz Heinrich hat bis jetzt 12 Staaten durchreist. Die ganze Reise erstreckt sich auf 13 Staaten, abgesehen von dein kolumbischen Distrikt. In Chicago waren von feiten des Bundesgeheimdienstes außerordentliche Vor­sichtsmaßregeln getroffen. Der Polizeichef blieb sogar beim Ballfeste im Auditorium-Hotel mit einigen Leuten, die geladene Revolver bei sich hatten, unausgesetzt in nächster Nähe des Prinzen. Nach der Rückkehr nach Newyork findet am 10. ds. im deutschen Theater eine Gala- Vorstellung statt, zu der Prinz Heinrich sein Erscheinen nach­träglich in Aussicht gestellt hat. Prinz Heinrich überbringt dem Kaiser Wilhelm als Geschenk des Präsi­denten Roosevelt ein mit einem Kostenaufwand von 2000 Dollars in Sonderdruck hergestelltes Exeniplar des vom Präsidenten Roosevelt verfaßten Buchest Die Jagd auf Großwild".

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Die heutigen letzten amerikanischen Telegramme lauten:

Niagara-Fall, 6. März. Als Prinz Heinrich hier ein* traf, überreichte ihm der Bürgermoister mit einer Ansprache eine Adresse, die. die Beschlüsse des Stadtrats enthielt und in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Besuch des Prinzen ein Pfand für die deutsch-amerikanische Freundschaft sein werde. Namens der Deutschen überreichte Dr. Scheider eine Adresse, worin es heißt, das Hohenzollernhaus möge das Mekka aller friedlichen Nationen und für die ganze Welt werden. Eine Abordnung des Landtags der kanadischen Provinz Ontario überreichte dem Prinzen eine Adresse, in der die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Prinz bei einer anderen Gelegenheit Kanada besuchen möchte.

Rochester (New-Pork), 6. März. Prinz Heinrich traf kurz «nad) 8 Uhr abends hier ein und reifte nach einem Aufent­halt von 20 Minuten nach Syracuse weiter. Bürger­meister Rodenberg und der Präsident der Handelskammer hielten Ansprachen.

Folgende Einzelheiten von der Abreise aus Milwaukee und von der Eisenbahnfahrt nach Buffalo werden noch ge­meldet: Dienstag Abend 10 Uhr 15 Min. verließ der Zug des Prinzen unter den stürmischen Abschiedsgrüßen des Pub- likmns Milwaukee. Mächtige elektrische Scheinwerfer sandten dem Zuge bis auf dem halben Wege nach Chicago ihre Lichtfluten nach. Prinz Heinrich, der sich ermüdet fühlte und sich zu Bett begeben halte, kam nach Mitternacht in Chicago an, wo er mit einem Chorak empfangen wurde. Bis nach 1 Uhr war es ihm nicht möglich zu schlafen. Kaum begann um 6 Uhr der Morgen zu grauen, so hörte er in Toledo (Ohio) schon wieder das Geschmetter der Blechmusik, deren Tomvirkung noch durch einen Chor von 1500 Marin ver-