Nr. 55
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Donnerstag 6. März 10018
152 Jahrgang
Erstes Blatt.
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HMk. 2.20; durch ..bhole- u. Zweigstellen monatlich 85 Pf.; durch
GietzenerAnzeiger«
** General-Anzeiger v
v ■*’' für den polit. u. allgem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen MM
** zeigenteil: Hans Beck.
Volklische Tagesschau.
Eine Strafbeforderung?
Der Ministerialdirektor im preußischen Kultusministerium Dr. Kügler ist dieser Tage zum Präsidenten des preußischen Ober-VerwaltungSgerichtS ernannt worden.
Dr. Kügler gehörte zu den »liberalen Geheimräten" im alten Sinne, denen eß ernst mit ihrem Liberalismus war. Er war bei allen übrigen Parteien verhaßt. Daß preußische Ober-VerwaltungSgericht kann aber einen Mann wie Kügler auch brauchen und es ist zu hoffen, daß er auf seiner neuen Stellung einen günstigen Einfluß üben wird. Von gewisser Seite wird nun behauptet, Dr. Kügler sei bei seinem Chef, dem Kultusminister Studt unbeliebt und werde darum an anderem Orte kalt gestellt. Dabei ist jedoch folgendes zu be- rückstchttgen: Der preußische Ministerialdirektor bezieht 15 000, der Präsident deL Oberverwaltungsgerichts 20 000 Mk. Gehalt. Der Ministerialdirektor kann jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden, der Präsident des Ober- verwaltungsgerichts ist unabsetzbar. Eine Rangaufbesserung dagegen erfährt Dr. Kügler nicht. Denn er war bereits Wirtlicher Geheimer Rat. Es war ein ungewöhnlicher Zustand, daß ihm ein Unterstaatssekretär übergeordnet war, der nur den Titel eines Wirklichen Geheimen OberregierungS- ratS hatte.
Jetzt berichten nationalliberale Blätter, daß als Nachfolger Kügler ein Mann genannt werde, der die »schwersten Besorgniffe rechtferttge und die tteffte Beunruhigung Hervorrufen müffe. Wer dieser Mann ist, deutet die »Germ." bereits an." Man nennt ihn einen Regierungspräsidenten, »der früher einmal als Ministerialrat dem Kultusministerium angehört hat und deffen Großvater als Philosoph in der Ge- (Seschichte der ersten Hälfte deS vorigen JahrhunderS einen bekannten Namen hatte". Eß handelt ftch sichtlich um den Präsidenten Hegel in Gumbinnen.
deren
Boa der PrtvMreise.
Ein Berliner Matt, das den Rekord ber Reise-Bericht- «statttmg geschlagen zu haben sich selber rühmte, brachte dieser Tage eine auffallende Noti-, die sich beklagt über die kränkende Nachlässigkeit, mit der von der arneri- kanischen Presse die Prin-eureise behandelt werde. Diese Notiz lautet:
Die Anti-Duell Liga in Frankreich.
In der „VeritL Franyaise" findet sich eine Veröffentlichung des Herrn I. du Boury, der auf Anregung deS Jnfanten Don Alfonso von Spanien schon seit anderthalb Jahren mit größtem Eifer der Förderung der Anti-Duell-Aktion in Frankreich sich widmet. Nachstehendes ist in Kürze der Jnhatt der erwähnten Veröffentlichung: Die
»Wenn es auch richttg ist, daß die hiesige Presse über die Prinzenreise wenig und dies an wenig hervorragender Stelle bringt, so trägt doch auch wesentlich da« Prinzip hierzu bet, Dinge, die nicht mehr das aktuellste TagesintereNe beanspruch«», stets bei* läufig zu behandeln. Zweifellos werden diejenigen, welche die Teünahme an dem Prefsebankett der Staatsregierung ablehnten oder nur mit innerer Reserve daran tellnahmen, die Bedeutung der Reise weiterhin a b z u s ch w üch e n suchen, aber es kann auch jeden Tag wieder eine andere Parole ausgegeben werden. In politischen Kreisen außerhalb der Presse steht man genau sowie zuvor zu der Prinzenreise, dak heißt mtt abwartender Sympathie, deren Befestiguna durch den Takt des Prinzen, auch nicht durch hämischen Klatsch von gewisser Seite erschüttert werden kann. 3n diesen speziell amerikanischen Kreisen herrscht allerdings häufig dre Ansicht, daß vielleicht ein bedeutenderer Anlaß zu der Prinzen- relse hatte gewählt werden können. Immerhin verkennen sie nicht, daß weit mehr als ephemere Folgen resultieren werden. Sie be= trachten pch selbstverständlich als den gesuchten und gebenden Teil, erkennen aber genug ihrer, eignen Vorteil, um ihrer Rolle nicht abhold zu scm. Das zweifellose Ergebnis der ganzen Prinzenreise wrrd em doppeltes sein: eine Stärkung der Gefühle der amerika- mschen Deutschen für den Zusammenhang mit der allen Heimat und untereinander biß tief in die Unionsstaaten hinein, sowie eine deutliche und de sh alb ersprießliche Scheidung !?"e,I»°""rikanischen Elemente, die zu einem bauend !me $(!Ao e *n e n m,t Deutschland in Wirtfchafts- und Wellpolitik geneigt find, und denen, die es nicht sind. Mehr konnte von der Reise auch nicht erwartet werden." '
Die ganze Auslassung macht den Eindruck, als habe das Berliner Sensatwnsblatt in seiner Wichtigthuerei wieder einmal etwas erfinden wollen, um von sich im In-- und AuS- lande reden zu machen. Eine aus Italien kommende Zeitungsnotiz aber verdient verbreitet zu werden als Zeichen dafür wie allenthalben dieses internationale Ereignis besprochen wird. Es ist eine wichtige Aufklärung über die
Reffe des Prinzen Heinrich, die ein italieni- sches Blatt gibt, mdem eS eine Deutung ausschließt, die wie eß scheint, schon begonnen hatte, die Welt zu beunruhiaen Das Blatt läßt sich unter der Spitzmarke „ Erfundene Vermählung" Folgendes aus Berlin telegraphieren' »Berlm, 28. Februar, 12 Uhr 5 Mn. Man stellt hier die Nachricht entschieden in Abrede, daß Prinz Heinrich nach Amerika gegangen sei, um sich mit Fräulein Roosevelt der Tochter des Präsidenten, zu verloben." Besonders dankbar für diese Aufklärung werden vor allen andern die Prinzessin Heinrich und ihre Kinder sein, die nun wieder ruhig athmen können, und ohne Zweifel wird Prinz Heinrich selber nach dieser dankenswerten journalistischen That nicht sögem, auch die Redakteure der italienischen Presse an Bedeutung den kommandierenden Generälen gleichzustellen.
Gegner des Duells in Deutschland und Oesterreich streben in erster Linie den gesetzlichen Schutz der persönlichen Ehre an; die eben gegründete Anti-Duell-Liga in Frankreich greift zur Selbsthilfe durch Errichtung privater fakultativer Ehrengerichte für die Mitglieder der Liga. Diese letztere wird ihre Mitglieder nach Bezirken (rayons) gruppieren, und jeder dieser Bezirke wird selbst seinen Ehrengerichtshof wählen. Zum weiteren Ausbau dieser Organisation traten letzthin Delegierte der Departements in Paris zu einer Beratung zusammen. Es wurde beschlossen, allen Gegnern des Duells, aus welchem Grunde immer sie dasselbe verwerfen, folgende Grundzüge der Organisation mitzuteilen:
1. Die Gegner des Duells oraanifieren sich nach Bezirken um die Hauptstadt jedes derselben. Dieser engeren organisierten Gruppe kommt das Recht zu, die Mitglieder des Ehrengenchtshofs für ihren Bezirk zu wählen.
2. Die provisorischen Kommissare eines jeden Bezirks werden die Aufstellung eines geschäftsführendeu BureauS veranlassen, bestehend auÄ Präsident, Vizepräsident, Schriftführer und Kassierer. Im Interesse der Sache mögen die Vorstände der einzelnen Be° Sirte in steter Fühlung bleiben. Sie werden auch die Liste ans- teUen derjenigen, welche etwa für die Wahl in den Ebrenaerichtshof n Bettacht kommen. Die Vorschlagsliste soll doppelt so viel Namen bezeichnen, als gewählt werden.
8. Das Wahlrecht steht allen Mitgliedern zu, die Wahl kanu durch Einsendung der Stimmen oder durch Stimmzettel in einer Versammlung erfolgen. Die Amtsdauer eines Ehrenrichters ist fünf Jahre.
4. Oberstes Prinzip des Ehrengerichtes ist es, nie auf AuS- tragung einer Ehrensache mit Ser Waffe zu beschließen; Aufgabe desselben aber ist eS, den Thatbestand festzustellen und nach Kräften die Aussöhnung der Gegner auf loyalem Weae herbeizusühren. In allen Fällen aber enffchetdet dasselbe durch sein gefälltes Urteil end- gllttg für beide Telle.
6. Wer das Ehrengericht ansprechen will, wendet sich an den Präsidenten des betreffenden Bezirkes. Das Ehrengericht soll in kürzester Zett konstituiert werden. Dabei kommen zwei Fälle in Betracht.
». Beide Gegner rufen das Ehrengericht an. In diesem Falle hat jeder das Recht, aus der gegebenen Liste einen Richter zu wählen: den dritten bestimmt der Präsident in Gegenwart der beiden Parteien durch das Los. Dieser dreigliedrige Gerichtshof wird jede Partei einzeln vernehmen und bann nach Recht und Gewissen urteilen.
b. Nur einer bet beiden Gegner verlang ein ^hrerlgecichü In diesem Falle wählt er etnen Richter, die beiden anderen be- sttmmt der Präsident durch das Los. Ist nun derjenige, welcher daS Ehrengericht veranlaßt hat, der Beleidiger, so haben die Richter Art und Form der Beleidigung zu ermitteln und ibn zu verhalten, daß er selbst sein Unrecht wieder gutmache. Wenn aber der Beleidigte den Gerichtshof anruft, so haben die Richter die Angelegenheit gewissenhaft xu prüfen und den Thatbestand festtustellen. Kann die Beleidigung nicht gerechtfertigt werden, so wird das Ehrengericht den: äteletingten sein Recht anerkennen und für feine Ehrenhaftigkeit eintreten.
6. Im Einverständnis mit den Parteien wird das Ehrengericht entscheiden, inwieweit daS Urtell publiziert werden soll.
7. Das Ehrengericht hat nicht über den Anlaß eines Streites selbst zu urteilen, sondern nur über die Haltung der Parteien in einer solchen Angelegenheit und darüber, ivas zur Austragung derselben zu geschehen habe.
8. DaS Ehrengericht ist nicht verpflichtet, immer dem Ruse der Parteien Folge zu geben, braucht auch feine Gründe anzugeden un Weigerungsfälle.
Zugleich hat sich in dieser Versammlung der Ehren- gerichtßhof für Paris konstituiert; Adel, Milttär, Gelehrte, Abgeordnete, Journalisten sind darin vertreten.
Neöer de» Anvau der Kartoffel im Aelde «ud im Karte».
(Schluß.)
Ist bas Wetter günstig, wachsen die Kartoffeln fteudig und zeigt sich auch noch kein Unkraut, so ist trotzdem jetzt schon ein Behacken der Kartoffeln notwendig. Eß ist ein Irrtum zu glauben, man müsse erst dann hacken, wenn sich Unkraut zeige. Die Hacke düngt, sagt ein altes Bauern- sprichwort. Aber durch öfteres Behacken, alle acht Tage etwa, bebält der Boden seine natürliche Feuchtigkeit, er wird nicht von der Sonne ausgebrannt. Durch öfteres Hacken erspart man ans den meisten Boden das Begießen; durch jene scheinbar unnötige Arbeit hat die Oberfläche des Bodens niemals eine Kruste, die Pflanzen wachsen freudiger — die Hacke düngt.
Hält man es für nötig, den Kartoffeln jetzt noch künstlichen Dünger zu geben, so ist es die höchste Zeit. Tie Büsche sind etwa einen Fuß hoch geworden, man häufle die Büsche bei trockenent Wetter nun an. Dabei soll eine tüchtige Hacke voll Erde zwilchen die Kartossel- stengel gestreut werden, man teile die Stengel dabei etwas auseinander. Die Knollenbildung wird durch diese Behandlung gefördert. Unkraut, das sich fischen den Stengeln zeigt, pflücke matt vor dem Anhäufeln sorgfältig heraus. Sehr empfehlenswert ist es, das Anhäufeln oberflächlich nach 8—10 Tagen zu wiederholen, einmal um die Kruste, bie sich wieder um die Kartoffelstaude gebildet hat, zu lockern, dann auch um Unkraut, das sich wieder zeigt, zu zerstören. Das zweite Behäufeln darf, wie schon gesagt, nur oberflächlich geschehen, bamit die Saugwurzeln der Kartofselstaude, hie noch unter der Oberfläche des Bodens liegen, nicht zu sehr verletzt werden. — In der Folge pflücke man das Unkraut, welches sich nun noch zeigen sollte, forgsältig heraus.
Ein so behandeltes Kartosselbeet liefert schon anfangs Juli, man behauptet, bereits vom 18. Juni an reife Kartoffeln, wenn die bekannten Frühkartoffeln: Frühe Kost, Perle von Erfurt, Kaiserkrone n;m. zum Pflanzen gebraucht worden sind, Frühkartoffeln, die auch m der Regel eine reiche Ernte liefern.
.Eine andere Methode, aus kleinen Flächen große Ernten
zu machen und gut ausgebildete ausgereifte Kartoffeln zu erhalten, ist die Methode von Gülich. Auf einer Fläche von 1 Quadratmeter soll nur ein Kartoffelstock wachsen. Welche Raumverschwendung, denkt mancher, und doch bewährt sich das Verfahren im kleinen ausgezeichnet. Ich weiß das aus eigener Erfahrung und unsere großen Kartoffelzüchter, die eine besonders wertvolle Neuzüchtung entdeckt haben, und dieselbe rasch vermehren wollen, benutzen das erwähnte Verfahren des Gutsbesitzers Gülich. Es werden in vielen Fällen dabei aus einem Pfund Kartoffeln 50 Pfund geerntet.
Tas Verjähren ist folgendes: Das gut gedüngte und gut vorbereitete Land wird mit abgewelkten Kartoffeln,^ die wie rohe Eier zu transportieren sind, so daß die hervorgetretenen Keime nicht verletzt werben, von Mitte März ab belegt, so daß eine Pflanzkartossel von ber anderen ein Meter entfernt liegt. Tie Pflanzkartoffel wird also nicht in die Erde gesteckt, sondern oben auf gelegt und mit so viel Erde bedeckt, daß bie Kartoffel vor Nachtfrösten geschützt ist. Es bildet sich also über jeder Kartoffel ein klernes Erdhaufcken, Ivie ein kleiner Maulwurfshausen. Tiefer kleine Erdhaufen wird von der Früh- jahrsfonne rasch durchwärmt, die ausgetretenen Keime entwickeln sich rasch weiter, die Kartoffel wächst. Man erkennt das bei einiger Aufmerksamkeit daran, daß die wachsende Kartoffel bte sie umgebende Erde sprengt, es bilden sich in dem fleincn Erdhügel Risse, Sprünge. Sobald man das bemerkt, vergrößert man ine Erdhügel, indem man rund herum bei der Hacke Erde heranzieht^ und damit den Erdhügel erhöht, und auch breiter machtt Es bilden sich nun infolge des weiteren Wachstums nach ca. 8—12 Tagen wieder Sprünge in dem Erdhügel und man wiederholt das Verfahren indem man die obere Schicht Erde um den Erdhügel herum herbeizieht, dabei alles Unkraut zerstört und den Erdhügel weiter erhöht.
Mittlerweile ist die Jahreszeit soweit vorgeschritten, daß inan nun die Kartoffelkeime durchbrechen läßt, ohne fürchten zu müssen, daß die zu tage tretenden Keime erfrieren. Das Anhäufeln von Erde wird fortgesetzt von Woche zu Woche. Dabei ist es von Wichtigkeit, daß man die Kartoffelstengel nach außen auseinander legt und Erde zwischen die Stengel bringt, so daß diese Stengel gleichmäßig nach allen Seiten etwas auswärts und abwärts gebogen sind. Der Knollenansatz wird sehr dadurch gefördert und außerdem verhindert, daß ber Regen die Samensporen des Kartoffelpilzes — wenn er entstehen sollte — nicht von den Blättern des Kartoffelkrautes an den Stengeln entlang in die Erbe zu den jungen Kartoffeln führt, sonderit baß jene Keimjporen auf d:n Erdhügel abfließen und dort zu Grunde gehetl.
Tie Vorzüge dieser Anbaumethode, welche viel Raum erfordert, und nur im kleineren Maßstabe durchführbar ist, müssen jedem im Pflanzenbau Erfahrenen einleuchten. Tie Pflanzkartoffel wirb a u f den Mutterboden gelegt, sie hat also einen Spatensticy Hef gedüngten guten Boden unter sich. Nach und nach wird aus der UmgebunF öO Zentimeter im Umkreis nur Mutterboden über die wachsende Saatknolle gehäuft. Tie Wurzeln der Pflanze können sich nach allen Richtungen in gutem Kulturboden entwickeln. Der Erdhügel wird von jedem Sonnenstrahl durchwärmt, bei eintrelenden starken Gewitterregen läuft das überflüssige Wasser ab und sammelt sich in der Umgebung des Erdhügels. Die Pflanzkartoffel, ihre Wurzeln und die jungen Kartoffeln liegen über diesem ange- sammelten Wasser. Dieftr Zustand ist noch wertvoller bei längeren Regenperiöden, die den Kartoffeln so nach^ teilig sind. Bei dieser Pflanzmethode schadet der überflüssige Regen der Kartosfelpflanze viel weniger, jeder durch die Wolken brechenoe Sonnenstrahl trochiet den Hügel leichter ab und erwärmt ihn wieder. Die Kartoffel gedeiht sicherer, wird weniger leicht krank, liefert mehr dicke und gut ausgereifte Knollen und vor allem größeren Ertrag. — Bei dem jedesmaligen Anhäufen kann Kunstdünger in angemessenen Quantitäten gegeben werden.
^n dem Gesagten ist so ziemlich alles mitgeterlt, waA sich über den Kartosfelbau im Kleinen sagen läßt. Die Sortenwahl für den Anbau ist schwierig. Hier beivährt fid). die eine, dort die andere. Die beste für einen besttmmten Boden und eine bestimmte Lage laßt sich, für jede Gegend nur durch vergleichende Anbauversuche feststellen.
Wir haben im vergangenen Jahre eine sehr reiche Kartoffelernte gehabt, vielleicht die reichste seit 25 Jahren. Das Gedeihen der Kartoffel ist außerordentlich abhangia vom Wetter. Borherrscheno waren Sommer, die in regelmäßigen Zwischenpausen nicht andauernde, aber kurze, warme Regenmengen bringen, scheinen der Enttvickelung der Kartoffeln am günstigsten zu sein. Diese Beobachtung darf uns nicht dazu fuhren, lässig beim Anbau dieser lohnenden Frucht zu werben. Nur wenn die Regsamkeit und die Einsicht des Menschen zu Hilfe kommt den günstigen Wirkungen der Naturkräfte, ringen wir auch beim start off et- bau dem Boden die höchsten Erträge ab.
Das BLumeumedium Anna Rothe verhaftet.
Die geharnischten Worte des Kaisers über die Machenschaften der Gesundbeter und Spiritisten und derlei Dunkelmänner haben ihren ersten greifbaren Erfolg zu verzeichnen. Das Blumenmedium Anna Rothe, jene vielgereiste und durch ihre Wunderseaneen zu einem Jdealmedium gestempelte Dame aus dem „Geisterreich" ist, wie wir bereits mitteilten, von ber Kriminalpolizei samt ihrer Sippe verhaftet worden. Es war am Samstag abend, als sich eine Gesellschaft von acht Herren und sechs Damen, in den eleganten Räumen des Mediums zu einer Seance cinfanb. Nicht alles Gläubige. In der Tafelrunde befand sich em Berliner Kriminaltommffsar


