Ausgabe 
6.2.1902 Zweites Blatt
 
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-e- Bad-Nauheim, 5. Febr. Das Hessische Feuer­wehr fest, das in den Tagen vom 19.21. Juli in Bad- Nauheim gefeiert wird, dürste großartig werden. Die Nauheimer freiwillige Feuerwehr arbeitet unter der Leitung ihres tüchtigen Kommandeurs, Gemeinderats Fritz, bereits an den Vorbereitungen zu der Feier. Die hiesigen Vereine werden offiziell zu dem Feste eingeladen und auch ersucht, Vertreter in das Festkomitee zu entsenden. Die ausgedehnte Geschäftsführung wird von diesem Komitee besorgt werden, und da man in Nauheim, wo alljährlich ein internationales Badepublikum von über 20,000 Personen verkehrt, es recht gut versteht, Feste zu feiern, so werden die braven Wehr­männer Hessens, die in den Julitagen Nauheim besuchen, sich sicher dort nicht langweilen. Man schätzt die Zahl der ftemben Feuerwehrmänner schon jetzt auf etwa 2000, denn viele kommen, um bei dieser Gelegenheit auch das in den letzten 15 Jahren so mächtig aufgeblüte Bad-Nauheim mit seinem interessanten Badeleben kennen zu lernen. Infolge des milden Winters wurde hier an den vielen staatlichen und privaten Neubauten noch keinen Tag gefeiert, und so dürften die Arbeiten an den Badehäusern, der Usabrücke und am jjeuen Inhalatorium Ende April zu Ende gehen.

-o- Hartmannshaiu, 5. Febr. Heute weilte der Unter­suchungsrichter hier wegen des jüngst gemeldeten Einbruchs­diebstahls. Die Untersuchung verlief jedoch ergebnislos. BiS jetzt fehlt trotz des dringenden Verdachtes jede greifbare Unterlage.

d. Sichenhausen, 5. Febr. Schuloerwalter Schaaf von hier wurde in gleicher Eigenschaft an die seit Oktober v. I. unbesetzte Lehrerstelle noch Herchenhain versetzt. Innerhalb drei Jahren ist dies bereits der fünfte Lehrer in dieser Stelle. Außerdem wurde in dieser Zeit der Unterricht 7 Monate lang von den Lehrern der umliegenden Dörfern versehen.

Birstein, 5. Febr. Ein gefährliches Zusammentreffen mit Wilddieben hatten zwei Fürstlich Psenburg-Birstein- sche For st beamte. Gelegentlich einer Gängeljagd auf Fuchs wurde dem Oberförster gemeldet, daß zwei Wilderer mit Ge­wehren im Forstort Abtstein ständen. Als der Oberförster und ein junger Förster dorthin eilten, erhielten sie von den gut gedeckten Wllderern auf etwa 50 Schritte Feuer, das nicht sofort erwidert werden konnte, da wegen des starken Puloerdampfes der Standort nicht zu erfahren war. Die Forstbeamten ruckten deshalb sprungweise vor, doch gelang es den Wllddieben, durch eine Terrainfalte gedeckt, in die nächstliegende Dickung zu entnommen. Die Thäter, die ge­fährlichsten Wilddiebe der Umgegend, waren jedoch erkannt worden, und noch in derselben Nacht wurden sie inKerbers- dorf aus ihren Betten heraus von den beiden Forstbeamten unter Hinzuziehung des Gendarmen verhaftet und hinter Schloß und Riegel gebracht. Bei dem einen Wilderer wurde, im Bettsttoh versteckt, ein frisch abgeschossenes, zerlegbares Gewehr gefunden.

Darmstadt, 5. Febr. Der Großherzog hat das Pro­tektorat über den Verkehrs-Verein übernommen. Der Evangel. Arbeiter- und Handwerkerverein sandte gelegentlich der Kaiserfeier folgende Depesche an den Prä­sidenten Krüger: »Zur Feier von Kaisers Geburtstag ver­sammelt, gedenken Hunderte von Mitgliedern des Evange­lischen Arbeiter- und Handwerker-Vereins Darmstadt bei der Aufführung des erhebenden Schauspiels »Die Heldin von Transvaal" in teilnehmender Begeisterung des heldenmüttgen Vetteidigungskampfes der tapferen Buren, in trauerndem Mit­gefühl des noch bewundernswerteren Heldentums der leidenden Burenftauen und -Kinder. Möge Gottes Hand, die die Ge­rechtigkeit noch immer zum Siege geführt, Eure Exzellenz und deren ttauerndes Volk durch Kampf zum Siege führen." Darauf erhielt der Vorsitzende des Vereins, Stadtpfarrer Kleberger, folgende aus Utrecht vom 29. Januar datierte, jedenfalls auch weitere Kreise interessierende Antwort: »Ew. Ehrwürden beehre ich mich im Auftrage des Staatspräsidenten der südafrikanischen Republik ganz ergebenst mitzutellen, daß die ihm bei verschiedentlichen Gelegenheiten zu Teil werdenden Beweise der Begeisterung für fein Volk, des Mitgefühls für die notbedrängten Frauen und Kinder, sowie der herzlichen Wünsche für den enbgiltigen Sieg unserer Sache ihm Balsam dünken für die Wunden, welche seinem Herzen geschlagen worden durch das grausame Geschick, unter welchem sein Volk leidet. Tief empfindet er auch jetzt wieder die in Ihrer De­pesche vom 27. ds. Mts. ausgesprochenen Gesinnungen von Hunderten von Mitgliedern des Evangelischen Arbeitervereins Darmstadts, und ich habe den Teilnehmern namens Seiner HochEdlen den wärmsten und verbindlichsten Dank von Herzen auszusprechm. Hochachtungsvollft Der Kabinetschef: Alpscheten."

8. Darmstadt, 5. Febr. Die heute Vormittag erfolgte Ankunft der Prinzessin Elisabeth von Hessen, die feit ber am 15. Oktober erfolgten Abreise der Großherzogin nach Koburg und nach Italien bei ihrer Mutter wellte, gestaltete sich zu einer spontanen Huldigung und Kundgebung für ba§ jetzt 7jährige hessische Fürstenkind. Kammerherr Ober- stallmeister v^n Riedesel hatte die Prinzessin bei der Groß­herzogin in schloß Fabron abgeholt. Das Hochrufen und ^ücherschwenken nahm kein Ende, sodaß der Wagen, in dem bie Prinzessin zur Rechten ihres Vaters Platz genommen hatte, nur sehr langsam burch die Menge durchfahren konnte. Die Veilchenbouquets, die der Prinzessin überreicht wurden, zähtten nach Hunderten.

^cjne Mitteilungen aus Hetzen und den Nachbarstaaten. Eine Jnhaftterung mll besonderen Umständen ist in Ober- Abtsteinach erfolgt. Kürzlich brannte hier zu nächt­licher Stunde die Bäckerei von L. Becker vollständig nieder. Nun hat die Ehefrau Becker bet den gerichtlichen Auf­nahmen den Verdacht der Brandstiftung auf sich gelenkt, sodaß sie nach Wald-Michelbach in Untersuchungshaft gebracht wurde. Da die Frau erst vor 6 Wochen niedergekommen ilt, so mußte ihr Kmd auch mit in die Haft genommen werden.

Vermischtes.

Königsberg i. Pr., 4. Febr. Leutnant Wolf o. Spieß vom Grenadier-RegimentKronprinz" hat sich hier erschossen. Nach derKönigsb. Hart. Ztg." haben in den letzten Jahren zwei Brüder beide ebenfalls Offiziere, der eine sogar in demselben Regiment gleiche Weise geendet.

e Paris, 5. Febr. Der wegen verschiedener in Deutsch­land verübter Betrügereien verfolgte, aus Rußland ge- bürtigte Prinz Sa bin, alias Graf Toulouse-Lautre, wurde gestern verhaftet. Nach Erledigung der notwen­digen Formalitäten wird derselbe nach Deutschland aus­geliefert.

Wien, 6. Febr. Gestern Abend 10 Uhr fuhr auf dem Getreidemarkt ein elektrischer Sttaßendahnwagen in den Fiaker des Herrenhausmitgliedes Herzogs Beaufort. Der Fiaker wurde zertrümmert und der Herzog und die Her­zogin aus deni Wagen hinausgeschleudert. Herzog Beaufort erlitt eine schwere Kopfwunde, die Herzogin blieb be­wußtlos liegen.

Schneestürme in Oesterreich. In Triest herrscht wieder heftige Bora und fürchterliches Schneetreiben. Wegen starker Schneeverwehungen mußte der Verkehr von vielen Lokal-Bahnen Galiziens eingestellt werden.

Kandel und ynkrljr. Volkswirtschaft.

Berlin, 5. Febr. Tie neue 3'/,proz. Anleihe der Stadt Frankfurt a. M. gelangte heute zum erstenmale zur Notiz und stellte sich der Kurs auf 98.70 Proz.

3>/,Proz. bayerische Anleihen. Die Emission von 66 Mill. Mk. 3* > proz. Bayerische Eisenbahn-Anleihe und 20 Mill. 3'/, proz. Bayr. allgemeiner Anleihe findet am 14. Februar d. Js. statt. Ter Emissionspreis wurde aus 99.85 Proz. festgesetzt.

Die würitembcrgischc Hypothekenbank beantragt die Verteilung von 7'/, Prozent Tividende wie im Vorjahre.

Deutsche Rcichsbauk. Entgegen früheren Verlautbarungen wird nun, anscheinend offiziös, mitgeteilt, daß eine weitere Umsetzung des Diskonts der deutschen Reichsbank fürs neue nicht beabsichtigt ist.

Neue Karlsruher Stadtaulcihe. Auf 4*/i Millionen Mark 3'/2°/o Stadtanleihe hat das Höchstgebot von 98.19 /0 die Dresdener Bank und E. Wertheimber in Frankfurt a. M. abgegeben.

Galizische Karl-Ludwigs-Bahu. Die österreichische Regierung hat im Abgeordnetenhaus einen Gesetzentwurf eingebracht, durch den sie ermächtigt werden soll, die im Umlauf befindlichen rückzahlbaren Kronen 92 Millionen 5 Prozent Aktien der genannten Gesellschaft auf niedriger verzinsliche, nicht rückzahlbare Staatsschuldoerschreib- nugen abzustenweln oder sie einzulösen.

Das ungarische Couversionsgeschäst ist näher gerückt als bis jetzt allgemein angenommen wurde. Der Leiter der Oesterr. Bodenkreditanstalt hat sich nach Berlin begeben, um mit den dorti­gen Mitgliedern der Rothschild-Gruppe über die Transaktion zu verhandeln.

Märkte.

Limburg a. d. L., 5. Febr. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Matter. Roter Weizen 14.19 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 10.26 Mk., Gerste 9.10 AU., Hafer 7.80 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

Gerichtssaal.

Wetzlar, 5. Febr. Die Strafkammer verhandelte tl a. gegen den Schafhirten Konrad Hoß von H e i n ch e n bei Altenstadt (Oberhessen) wegen Urkundenfälsch­ung, sowie Betrugs im wiederholten Rückfalle. Kaum wegen Betrugs in Altenstadt zu 4 Monaten Gefängnisi verurteilt, verübte er auch in b-er hiesigen Gegend Schwin­deleien. So stellte er sich selbst Bescheinigungen aus, auf Grund deren er förmliche Kollekten für sich erhob. Die Urkunden hatte er mit dem Namen des Bürgermeisters von Krofdorf twnd eines Dr. Schneider von Gießen unterzeichnet- Auf Grund dieser Bettelbriefe glückte es chm, in Atzbach und Dorlar etwa 30 Mark zu erschwindeln. Meaen der Gemein gefährlich kett des Angeklagten erkennt das" Gericht auf 1 Jahr 7 Monate Zuchthaus, 150 Mark Geldstrafe eventl- 10 Tage Zuchthaus.

Kirchliche Nachrichten.

Hottesdrrull der israelitischen Keligionsgesellschast.

Sabbathfeier am 8. Februar 1902.

Freitag abend 500. Samstag vormittag 880. Predigt. Nach­mittag 330. Sabbathausgang 620.

Wochengottesdienst: morgens 700 Uhr, abends 500 Uhr.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 6. Febr. Zn gut unterrichteten Kreisen wird versichert, der Bundesrat sei entschloffeu, über die borge- s chla ge u en Mind estzölle sürGetreide unter keiueu Umständen hinaus zu gehen. Wo noch Zweifel an dieser Thatsache bestehen sollten, durfte durch weitere autorisierte Kund- gedungen für völlige Klarheit gesorgt werden. In Reichstags- kreisen war, derRat. Korr." zufolge, gestern die Annahme verbreitet, es stehe eine dahingehende bündige Erklärung namens der verbündeten Regierungen in Aussicht.

Kassel, 6. Febr. Direktor Schmidt von der Treber- ttocknungs-Gesellschaft wird vorläufig aus Paris nicht aus- geliefert werden. Ob er als Zeuge kommt, ist auch noch ungewiß. Keinesfalls wird bie Auslieferung noch in dieser Woche erfolgen.

Elberfeld, 6. Febr. (Militärbefreinngsprozeß.) Die Strafkammer verurteilte Baumann zn zwei Zähren zwei Monaten Gefängnis und fünf Zähren Ehrverlust unter Anrech­nung von einem Zahr sechs Monaten Untersuchungshaft. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprocheu.

London, 6. Febr. Auf einem Diner desZuuior Cou- stitutional Club" hielt gestern abend Lord Salisbury eine Rede, in der er sagte, er wolle gern die fteuudliche Gesinnung der holländischen Regierung in jeder Weise anerkennen. Die britische Regierung könne jedoch nicht darüber klar werden, aus welchem Grunde und in welcher Absicht sie den seltsamen Schritt unternommen habe. Sie könne nur annehmen, daß englische Burenfreunde die Beranlafiung gegeben hätten. Man fei jetzt überdies in eine Periode gelangt, wo viele solche Vor­schläge gemacht würden. Ter einzige Grund, weshalb er über diese Tiage spreche, die an sich nicht von sehr großer Wichtig­keit seien, liege darin, daß diese Vorschläge zu einer Zeit er­folgten, wo man mehr Gewicht auf die Eingebungen des Verstandes und weniger ~ auf die des Gemütes legen muffe. Viele liebenswürdige und vortreffliche Leute wünschten vielleicht, England solle alles opfern, nm einen Frieden zusammenzustümpern, der doch nicht andauern würde. Sie müßten aber bedenken, daß von Gefühlen und Empfindungen keine Rede sei. England habe eine Arbeit augefaogeu, die es d u r ch f üh r eu muffe. England suche Sicher­heit. Es würde nicht nur gern, sondern mit Freuden jede Wiederherstellung des Friedens aeeeptieren, bei der die Rechte des Königs anerkannt und die Sicherheit des Reiches verbürgt würde. Diese Sicherhett sei der einzige Entgelt, den England für alle Verluste und Opfer erstrebe. Ter Redner fügte hinzu, es gebe noch andere zu erwägende Fragen,

wenn der Krieg vorüber sei. Die Erhaltung der eng. tischen Position in Zrlaod sei die vitalste Aufgabe, die jetzt dkm Reiche obliege. Versagten die darauf gerichteten Be­strebungen einmal, so würde das Reich in die größte Gefahr gebracht werden, die man je gekannt habe. TaS seien viel wich, tigere Fragen als der südaftikanische Krieg.

London, 5. Febr. Sechs Interpellationen find im Unter. Hanse eingebracht, betreffend den Skandal wegen der Pferde-Ankäufe der Armee. Ter General-Direktor der Rcmonte-Abteilung und andere Beamte weigern fich, ihre De­mission zu geben. Zn einem Interview sagte der ehemalige Unterstaatssekletäc Dilke, die englische Note enthalte durch­aus nicht eine schroffe Abweisung. Er hoffe deshalb, daß die holländischen Bemühungen noch gute Früchte tragen werden.

Haag, 6 Febr- Zn hiesigen maßgebenden Burenkreisen ist man der Ansicht, daß die Aussichten auf Friedens­verhandlungen nicht ungünstig feien. Schalk Burger, Präsident Stein und die int Felde stehenden Generale dürften» falls England nicht unerfüllbare Foederungen stellt, geneigt sein, in Friedensunterhandlungea eiozntreten.

Madrid, 6. Febr. Zn der Kammer brachte der Kriegs» Minister eine Vorlage ein, nach welcher das Rekruten­gesetz dahin abgeändert werden soll, daß die Militärpflicht auf Seminaristen und solche Geistliche ausgedehnt werden darf, die noch kein Gelübde abgelegt haben.

Hannover, G. Febr. Es steht noch nicht fest, ob der Prozeß Falkenhagen am Montag oder Diens­tag nächster Woche verhandelt werden wirb- Wie verlautet, soll Frau Landrat von Bennigsen als Zeugin geladen toer» den und es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß der Termin unter Ausschluß der Oefsentlichkett verhandett wird-

London, 6. Febr. DieTimes" meldet aus ShawA» Hai: Seit dem Tode Li-Hung-Tschangs entwickeln such in bemerkenswerter Weife freundliche Beziehungen zwischen China und Japan. Die Annäherung zeigt sich besonders in der Haltung dsr Bicekönige von Pekschtti und des Aantse-Gebiets, die sich in hohem Grade auf den Rat der Japaner in Reorganifations- und Reformfragen verlassen. Der Korrespoitdenk derDaily Mail" meu>et aus Calcutta, daß die britische Regierung entschlossen sei, sowohl die Absicht, Waiheiwai zu befestigen, als auch es zu einem Platz mit Garnison zu machen, aufzugeben^ Die Garnison werde gegenwärttg beretts zurückge­zogen.

London, 6. Febr. Lord Kitchener telegraphiert aus Pretoria: Oberst Kekcwich berichte: Die englische Truppe unter Major Leader tötete 7 Mann von Delareyh Kom­mando und machte 131 Gefangene, darunter einen Kom­mandanten, den Landdrost von Potgieter und Jan Du Plessis. Die Verlustliste der Engländer ist gering; nie­mand ist gefallen.

Paris, 6. Febr. Die durch ihre wissenschaftlichen Ar­beiten bekannte Schriftstellerin Clemence Roher, eine hervorragende Mitarbeiterin derFronde", ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Heute nacht starb die Schriftstellerin Ratazzi de Rute, verw. Gräfin Solms, eine Enkelin Luzien Bonapartes.

Riom, 6. Febr. Abg. Toscara veröffentlicht in der Tribuna" einen Artikel, in dem er die Parlaments-Mit­glieder auffordert, den Antrag des Königs, seine Zivil- liste herabzujeden, abzulehnen. Wie die Blätter berichten, wird der Battkan zunächst eine Aufforder­ung an alle Priester erlassen, in der jede Beteiligung an irgend einer politischen Bewegung oder Direktion bei irgend einer Partei wie auch jede Mitarbeiter­schaft an politischen Blättern auf das strengste untersagt wird.

New-Iork, 6. Febr. Zur Reise des Prinzen Hleinrich wird gemeldet: Der Pier, auf dem die Hohenzollern" während ihres Aufenthaltes in New-Nork liegen wird, soll in eine riesenhafte, glänzend beleuchtete Empfangshalle umgewandelt werden, wo^u die Arbeiten bereits im Gange sind. Prinz Heinrich wird, wie verlautet, während seines Aufenthalts in New-Iork an Bord der ,,Hohen zollern" wohnen und wahrscheinlich den Pier be­ständig in Anspruch nehmen. Die Kosten der Umgestaltung des Piers trägt der Nordd. Lloyd. Auch eine Einladung zu einem Festmahl im Chinesen-Viertel ist für den Prinzen Heinrich ergangen. Die Stadtverordneten Baltimores verweigern die Annahme des Einladungs-Beschlusses, wett nur 20 Minuten Aufenthalt für den Prinzen vorgesehen werden konnten, nach einer anderen Version wett P r i n - zeu-Besuche das repub titanische Gleich beits- Prinzip verletzen. Am 9. Vlärz soll ein Rendezvous der großen amerikanischen Kegler-Klubs im New-Vorker Nachtklub statt find en. Der Schulrat erbat den Besuch des Prinzen für die Schulen. >

St. Thomas, 6. Febr. Die deutsche Kaiser Yacht ,Hohenzollern" ist hier eingetroffen.

Telephonischer Kursbericht«

Frankfurt a. 11.. 6. Februar.

3*/g% Reiche anleihe . . 102.10 30/j do. ... 91 äO 31/,% Konsole .... 101.95 3°o do.....91.40

3*/2°/o Hessen .... 100.10 3% Hessen ...... 456 Oesterr. Goldrente . 103.15 4* Oesterr. Silberrente 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 101.45 4°/j Italien. Rente , . . 100.80 4*/3 % Portugiesen ... 42.60 30/ Portugiesen .... 28.00

C. Türken .... 28.15 Türkenlose ...... 114.20 4% Griech. Monopo 1-Anl. 44.65

3u/ü Mexikaner 4*/z /(, Chinesen Electric, beb ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges Oesterr. Staatabahn Lom barden . . Gottharibahn , . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . .

4*/$ % äussere Argentiner.

Tendenz: fest.

. 26.85 . 89.50 . 124.00

* 218.10 . 192.60 . 135.30 . 137.20 . 181.50 . 146 00 . 20.30 . 168.90 . 202.00 . 187.00 . 164.60

Leicht löslich \ leicht verdaulich!

an Houiei jCacao