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6.2.1902 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Donnerstag 6. Februar 1008

jährlich

152. Jahrgang

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sietzenerAnzeiaer

General-Anzeiger y

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eietzen

Nr. 31

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Siebener Zamilien- dlätler viermal in der Woche beigelegt.

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Aie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten

Aie Aeier des 80- Kebu tsfages des Frälaten D. KabichL.

Darmstadt, 5. Febr.

Am heutigen Tage, cm dem Prälat D. Viktor Ha­bicht die seltene Feier seines 80. Geburtstages be­geht, wurde dem hochverdienten Jubilar eine Reihe der grössten Ehrungen zuteil. Glückwunschadressen, schriftliche und telegraphische Glückwünsche trafen aus ganz Deutsch­land gestern und beute zu Hunderten ein, und eine Fülle prächtiger Blumenspenden verwandelte seine Wohnung in einen Blütengarten. Es gratulierten u. a. Fürst zu Ysen- burg und Büdingen, Graf und Gräfin zu Erbach- Schonberg, Graf und Gräfin Görtz, der Erbprinz von Leiningen, Finanzminister Gnauth, Präsident Lor- b a ch e r, Ministerialrat Ewald, die Provinzialdirektoren Freiherr v. Gagern und Geheimrat v. Bechtold; der Evangelische Lberkirchenrat in Berlin, zahlreiche Mitglieder der deutschen Kirchenregierungen und der Eisenacher Kir­chenkonferenz, viele hessische Städte und Kirchen gemeinden, die deutscheti Hauptvereine der Gustav Adolf-Stiftung, viele Professoren und Geistliche, ungezählte Privatpersonen rc- Auf Befehl der Kommandantur brachte um 9 Uhr die Ka­pelle des 1. Großh. Jnf.-(Leibg.-)Regsments Nr. 115 unter Leitung des Herrn Musikdirektors Hilge ein Ständchen.

Von 9 Uhr an wurde die Wohnung des Jubilars nicht -leer von Gratulanten. Unter den ersten erschien Herr Geh. Kabinettsrat Röm Held, der folgendes Allerhöchste Kabinettsschreiben überreichte:

Mein lieber Prälat Habicht!

Sie haben heute in voller geistiger und körper­licher Frische Ihr 80. Jahr vollendet, und es war Ihnen vergönnt, den größten Teil dieser langen Lebenszeit dem Dienst der evangelischen Kirche Meines Landes in verschiedenen Remtern bis zur höchsten geistlichen Würde in steter Treue mit großem Eifer und bestem Erfolg zu widmen. Es ist Mir ein Bedürfnis. Ihnen am heutigen Tag zu sagen, wie Ich Mich, dieser Ihnen zu teil gewordenen göttlichen Gnade freue und daß Ich Ihnen von Herzen auch für Ihr ferneres Leben Glück und Segen wünsche. Ihr wohlgeneigter (gez.) Ernst Ludwig.

Staatsminister Rothe gratulierte mit Ministerial­rat Dr. Breidert persönlich und verlas nachstehendes Glückwunschschreiben:

Hochwürdigster Herr Prälat!

Zu dem heutigen Tage, an welchem Euer Hoch würden das 80. Lebenswahr vÄlenden, beehren wir uns Ihnen unsere aufrichtigsten und innigsten Glückwünsche auszu­sprechen und unserer warm empfundenen Freude dar­über Ausdruck zu geben, daß Sie dieses seltene Fest, welches nur den Wenigsten zu feiern vergönnt ift, in so bewunderungswürdiger Frische und Gesundheit be­gehen können. Von der langen Reihe von Jahren, auf welche Sie heute zurückschauen, Haden Sie den größten Teil dem Dienste der Kirche, des Staates und Ihrer Mit­menschen in allezeit treuer und Hingaben der Weise gewid­met, und es ist nur eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn Ihrer langjährigen und ersprießlichen Thätigkeit am heu­tigen Tage rühmend gedacht wird. Gestatten Euer Hoch­würden, daß wir dem Wunsche Ausdruck geben, es möge Ihnen vergönnt sein, noch viele Jahre in ungetrübtem Glück und in ungetrübter Gesundheit zu erleben. Groß­herzogliches M i n i st e r i u m d e s I n n e r n. (gez.) Rothe.

Nun folgte Deputation auf Deputation. Die - Mit­glieder und Beamten des Oberkonsiftoriums gra- tulierten chrem Senior in corpore; in ihrem Namen hielt Präsident D. Buchner eine warm empfundene Glück­wunschansprache. Als Angebinde wurde ein Stich der Hol- beiuschen Madonna in prächtigem Rahmen überreicht- W schlos,en sich an: der Direktor und die Professoren des Friedberger Predigerseminars, die eine tabula gra- tiuatoriu überbrachten, Ihre E^. Exz. Staats Minister a. D. .tr. Finger, Justizminister Dr. Dittmar und Wirkl. Gehermerat D. Goldmann, Ministerialrat Dr. Eisenhuth, eine Abordnung der Dekane der Provinz Starkenburg, der Dekan der theologischen Fakultät der Landes- Unrv.ersität Gießen, Professor Dr. Krüger, die Darmstädter ^tadtgeistlichkeit, geführt von Herrn Stadt- psarrer Petersen, und viele andere.

Um Vs 11 Uhr erschienen in corpore die evangelischen Dekane der Provinz Oberhessen unter Führung des Krrchenrats Meyer von Friedberg, um die nachstehende, der Karl Tamm in Friedberg kunstvoll hergestellte Mrresse zu überreichen:

^Hochwürdiger, hochzuverehrender Herr Prälat! Heute an Ihrem 80. Geburtstage gestatten sich die Dekane der Provinz L.berhessen Ihnen die ehrerbietigsten und herz­lichsten Glückwünsche, darzubringen. Sie haben nahe an 57 Jahren in der hessischen Landeskirche als Pfarrer, als Mitglied der Kreisschul-Kommission, als Dekan, als W- geordneter in der Landessynode, als Oberkonsistorialrat, als Superintendent und als Prälat die mannigfaltigsten und ersprießlichsten Dienste geleistet. Wir Dekane haben an Ihnen zu jeder Zeit einen treuen und wohlmeinenden Berater gefunden, durch dessen Hilfe wir über gar manche Schwierigkeit leichter hinweggekommen sind; und in glei­cher Weise waren sie einem jeden Pfarrer in unserer Provinz ein väterlicher Freund, der stets geneigt gewesen ist, zu er­muntern, in Stunden ernster Bedenken aufzurichten und auf die rechten Wege hinzuweisen, die bei besonders schwerer Pflichterfüllung einzufchlagen sind. Insbesondere haben Sie sich als Mitglied der hohen Kirchenbehörde eifrig bemüht, den Geistlichen unseres Landes eine würdige Stellung zu

geben, damit sie sorgenfreier ihrer hohen Aufgabe, ernste religiöse Gesinnung in unserem Volke jju pflegen, mit Ge­wissenhaftigkeit nachkommen können. Doch nicht nur Ihr Hirtenamt bezüglich der Geistlichen haben Sie mit Treue und Hingebung verwaltet, sondern auch unserer teuren evange­lischen Gesamtkirche die besten Dienste geleistet. Sie sind als Mitglied der hohen Kirchenbehörde und als Vertreter der evangelischen Kirche in der Ersten Kammer für deren Selbständigkeit und Unabhängigkeit eingetreten und haben bei jeder sich darbietenden Veranlassung sich bemüht, feind- seligp, Angriffe tapfer und würdig zurückzuiveisen. Es ist Ihnen eine Herzenssache, unsere evangelisck)en Brüder in der Diaspora zu unterstützen, unb mit besonderer Freude heben wir es hervor, daß Sie als Mitglied der Eisenacher Konferenz die hohe Aufgabe erkannt und gefördert haben, die Bande, welche die verschiedenen evangelischen Landes­kirchen verbinden, enger zu knüpfen, so daß wir hoffen dürfen, dem Ziele einer deutsch-nationalen Kirche näher zu kommen. Diese hohen Ideale, für welche Sie schon in Ihrer Jugend eingetreten sind und welche Sie nie ans dem Auge verloren haben, verknüpfen uns mit Ihnen auf das Festeste. Hochwürdiger Herr Prälat! Es ist eine hohe Gnade von Gott, daß Sie noch an Ihrem 80. Geburtstag in allen Ihren Aemtern stehen, und Ihre ganz außergewöhnliche Rüstigkeit erweckt in uns die Hoffnung, daß Sie uns mit Gottes Hilfe noch für weitere Jahre erhalten bleiben. Aber wie es auch kommen mag, das frohe Bewußtsein können Sie an jedem Tage in Ihrem Herzen tragen, daß Sie durch Ihr freundliches Wohlwollen, durch Ihre reiche Er­fahrung, vielgewandte Sicherheit und eifrige Arbeit sich die Anhänglichkeit und Dankbarkeit sowohl der gegenwär­tigen als der geschiedenen Dekane nicht nur in unserer Provinz, sondern auch im ganzen Lande erworben haben. Gott sei fernerhin mit Ihnen und segne reichlich Sie und Ihre hohen Bestrebungen bis zum letzten Augenblick!" (Folgen die Unterschriften.)

Folgende Vereine hatten u. a. Deputationen entsandt: Der hessische .Hauptverein und der Darmstädter Zweigverein der Gustav Adolf-Stiftung (Professor Trürn- pert, Oberlandesgerichtsrat Rohde und Professor Keil), die ein herrliches Bild Gustav .Adolfs und ein Schreiben des Zentralvorstandes in Leipzig überreichten (das wir im Wort­laut noch mitteilen werden-, der Darmstädter Frauenverein der Gustav Adolf-Stiftung (Frau Oberkonsistorialrat Walz, der hessische Hauptverein und der Darmstadter Zweigverein des Evangelischen Bundes (Oberlehrer Lic. Waltz und Dr. med. Bennighof) und die Darmstädter Volksküche (Geh. Ober­medizinalrat Dr. Neidhart).

Es erschienen ferner dieHerren Oberbürgermeister Morne- weg, der namens der Stadt Darmstadt gratulierte, Staats- minister a. D. v. Starck Exz., Oberftallmeister Riedesel von Eiscnbach Exz., Generaladjutant Oberst von Wachter, Flügeln abjufant Major Röder von Diersburg, Brigadetommandeur Oberst von Schmidt, Geheimrat Dr. ZÄttler und Geh. Kom­merzienrat Buderus, Mitglieder der Ersten Kammer, Hof­bibliothekdirektor Dr. Nick, Divisionspfarrer Neudörfter, stud. Wolf als Vertreter des Gießener KorpsHassia". Schriftliche und telegraphische Glückwünsche trafen ferner ein von Franz Josef Fürsten zu Jsenburg-Birstein, dem Erbprinzen und der Erbprinzesfin zu Isenburg-Büdingen, Kriegsminister von Goßler und Frau in Berlin, General v. Trotha in Berlin, Kammerpräsidenten Geh. Regierungsrat Haas, Freiherr Hey! zu Herrnsheim, den Oberpoftdirektoren Maier in Frankfurt am Main und Holfeld in Darmstadt, Kabinettsrat Menges (namens der Acathildenstiftung) u. v. a. (Darmst. Ztg.)

Auch an zahlreichen poetischen Glückwünschen fehlte es nicht, von welchen wir nach denN. Hess. Volksbl." ben bes Gerieralsuperintenbenten und Wirkt. Oberkonsistorial- rats D. N e b e in Münster folgen lassen:

Hiob 39. 26.

Sag' an: fliegt denn ber Habicht durch Raum und auch durch 3eit, Aus Menschenkunst und Wissen so lange und so weit? Nein, nein das kommt vom Herrn; von Ihm kommt alle Kraft, Er ist es, der das Wollen und das Vollbringen schafft. So fliege, starker Habicht, stark in der Kraft des Herrn, Unb traue Seiner Gnade, und dank ihm, lob ihn gern. Wir aber loben mit Dir und preisen Seine Treu Unb beten, daß die Hülfe wird alle Tage neu, Daß in ber Kraft die Schwinge Dich bis zu Zions Thor Hinausträgt und das Danken erschallt im höhern Chor!

Um 2 III) r vereinte zahlreiche Gratulanten ein Festessen imDarmstädter Host'.

Deutsches Keich.

Berlin, 5. Febr. Ter Kaiser hörte heute den Vor­trag des Chefs des Zivilkabinetts. Heute abend fand beim Kaiserpaar ein Botschafterdiner statt.

Am 9. d. M., dem Tage, an dem Kaiser Wil­helm sein 25 jähriges Offizier-Dienst-Jubi­läum begeht, werden in militärischen Kreisen verschiedene Beförderungen erwartet- Unter anderem dürfte der jetzige Kommandeur des 1. Garde-Regiments z. F., Oberst und Flügeladjutant von Plettenberg zum Inspekteur der Jäger und Schützen und zu seinem Nachfolger der Oberst­leutnant und Flügeladjutant Frhr. v. Berg ernannt wer­den. Ter jetzige Inspekteur der Jäger unb Schützen, der jüngst zum Generalleutnant beförderte General von Ar­nim, soll für einen höheren Posten ausersehen fein.

Tie Einladung des Zaren an Kaiser Wilh elm zu einem Gegenbesuch im Juli erging be­reits rvährend der letzten Entrevue in Danzig und lautete vor allem auch ytr Teilnahme an den Marineartillerie-

Schießübungen bei Reval. Von dort würde sich der Kaiser in Begleitung des Zaren nach Kronstadt und Petersburg begeben.

Gegenüber Gerüchten, daß der Besuch des Prin- zen von Wales in Berlin mit Mißstimmung und vor­zeitig geendet habe, wird offiziös scstgestellt, daß das; leere Erfindungen seien, und es wird offiziös hinzugefügt, daß der Befuch des Prinzen von Wales zu einer gegen­seitigen loyalen und offenen Aussprache über oie Bülow-Cham berlain-Afsai re geführt hat, und daß diese Aussprache, weit entfernt, mit einem Miß- Hang zu enden, in ihrem ganzen Geiste und Inhalt wesentlich dazu beitrug, daß man in ben fnaßgebenden deutschen unb englischen Kreisen den Zwischenfall für definitiv abgethan hält-

Der Inspekteur ber Verlehrstruppen, Gen.-Lt. Rothe, ist, wie wir bereits mitteilten, auf sein Ab- schiebsgesuch mit dem Charakter als General der Ar­tillerie zur Disposition gestellt worden- Bernhard Rothe ist 18-14 geboren, also 57 Jahre alt- Er trat 1862 bei der großh. hessischen Infanterie ein unb würbe 1864 zum Artillerie ko rps versetzt- Den Krieg von 1870/71 machte er als Adjutant der hessischen Division mit und wurde 1872 mit dem hessischen Offi­zierkorps in den Verband der preußstcyen Armee über­nommen. 1888 wurde er Abteilungschef im Großen Ge­neralstab und blieb in dieser Stellung bis 1891, um bann Kommanbant des 9. Feldart.-Regts. zu werden. Nach drei Jahren wurde er als Generalmajor abermals Abt.-Chef im Großen Generalstab unb 1896 Lberquartiermeister. 1898 würbe er Gen.-Lt. unb 1899 Inspekteur der Verkehrs­truppen. Seit 1896 war er im Nebenamt auch Mitglied bes Gerichtshofes zur Entscheidung ber Kompetenzkonslikt.

In der Zolltarifkommission (vgl. Parla­mentsbeilage) bemerkte gestern Frhr. Heyl zu Herrns­heim, die Aufhebung der zinsfreien Zoll­kredite reiche hin, um eine Schädigun g der Land- wirtschaft durch die gemischten Transitlager zu ver­hüten. Tie Aufrechterhaltung der gemischten Transit­lager am Rhein fei notwendig. Schwerin Löwitz (kons.) tritt für feinen Antrag ein. Gothein (frf. Vgg.) bekämpft die gegen die gemischten Tranfitlager gerichteten Anträge unb hebt die Interessen Breslaus hervor- Treesbach ver­wahrt bic Sozialdemokratie dagegen, baß sie eine Lanze für den Getreidegroßhanbel gebrochen hätte- Redner tritt für die Regierungsvorlage mit Streichung der Worte ein: sofern hierfür ein dringendes Bedürfnis vorliegt". Die Aufhebung ber Zollkredite sei der Knochen, den man den bellenden Agrariern hingeworfen habe. Selbstverständlich meine er nur die Agrarier außerhalb des Hauses- Zu der Erklärung Posadowskys ist ausdrücklich festzustellen, daß ber Staatssekretär nur erklärte, daß noch eine Anzahl Transitlager aufgehoben werden würde- Na­men sind vom Staatssekretär überhaupt nicht genannt worden.

Im preuß. Abgeordnetenhause wurde heute die Vorlage betreffend die Heranziehung zu den Kreis­abgaben an die Gemeinde-Kommission verwiesen- ' Es folgte die Fortsetzung der Spezialberatung des Handels­und Gewerbe-Etats beim Titel Ministergehalt unb bei den dazu vorliegenden Anträgen Fetisch (ton).) unb Hitze (Ztr.) betreffenb Lehrlings-Ausbildung durch geprüfte Meister sowie über ben Unter-Antrag Zedlitz. Im Laufe der Debatte erklärte der Handelsminister, daß die Waren­baussteuer im letzten Jahre nur 675000 Mk- einge- oracht habe. Sie scheine aber weiter entwickelungsfähig zu fein. Weiter bemerkt der Minister, daß der Börsen­gesetz-Entwurf bereits dem Bundesrat b er­lieg e. Nach längerer Debatte wurde der Antrag Felisch mit bem Anträge Zedlitz angenommen. Weiter wurde an­genommen, ber zweite Teil des Antrages Dr. Hitze auf Ein­führung bes Befähigungsnachweises für das Baugewerbe. Es folgte das Kapitel Handels- unb Gewerbe-Verwaltung.

Das preuß. Laubes-Oe konomie-Kolle­gium hat heute in seiner letzten Sitzung über ben Staub des Ackerbaus beraten, auch über die Beschädigung ber Kulturpflanzen burch Insekten, Pilze rc.; bann über die Lage ber Forstwirtschaft- Tab ei tarnen natürlich auch ber Zoll auf Ouebracho unb anberc Gerbmittel zur Sprache und Oberlandforstmeister Wesener erklärte ähnlich wie jüngst Podbielski, baß die Schalwälber unrentabel unb eine falsche Kultur seien unb baß man ihnen nicht helfen könne, unb bemerkenswerter Weise trat ein Agrarier, wie Frhr- v. Erfta, ihm barin bei. Ten Schluß üilbete ein Bericht über die Sage des Obst- und Weinbaus-

Eine mit einigen Tausend Unterschriften versehene Petition der P o st a ss i st e n te n ist bem Reichstag übersandt worden- In der Petition wird dieunange­messene bezw. ungenügende Besoldung" derjenigen Poft- assisteuten ausgeführt, welche fünf Jahre nach bestandenem Examen, also nach etwa 9 bis 9i/s Täenstjähren nur 4,50 Mark beträgt Außerdem beschäftigt sich die Petition mit den Anstellungsverhältnisfen. Von ber Verwaltung waren für die Asfistentenklasse 4000 Stellen in den nächsten Etat eiugeestllt, wovon der Bundesrat 1000 Stellen ge­strichen hat- Tie Petenten bitten ben Reichstag um Wieder­einstellung der gestrichenen 1000 Stellen unb um Erhöhung ber Tagesgelbsätze auf 5 Mk. nach einer Wartezeit von fünf Jahren nach bestandenem Examen-

Ein nichtsozialdemokratisches Arbeiter­kartell hat sich unlängst in Berlin unter bem Vor­sitze des Arbeiterjekretärs Behrens gebildet- DieserAus­schuß für Arbeitervertreter-Wahlen und soziale Angelegen- heiten" schließt bereits 12 000 Mitglieder mit ihren Ver­einen zusammen unb will bei allen 2lrbeiteroertreter- Wahlen (gegebenenfalls auch im Reiche^ vorgehen unb sich überhaupt mit den verschiedensten sozialen Angele-