Ausgabe 
6.2.1902 Erstes Blatt
 
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Eisenbahn-Zeitung.

fc. Höchst a. M., 4. Febr. An der Bahnstrecke Höch ft Königstein wird eben mit Hochdruck gearbeitet. Sogar an den Sonntagen sind Pickel und Schippe in Bewegung. Nächsten Samstag soll bereits eine größere Probefahrt statt­finden.

Oerichtssaal.

Göttingen, 3.Febr. Wegen Herausforderung zum Zwei­kampf hatte sich ber stud. phil. F. Hobohm, wegen Kartell­tragens der stud. ehern. A. Siemens und wegen Miß­handlung und thätlicher Beleidigung der stud. med. F. Wind - Hausen vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Eine Dame hatte die Veranlassung gegeben, daß Windhausen und Hobohm die erbittertsten Feinde wurden. Wiederholt warfen sie sich die gemeinsten Schimpfworte an den Kopf, was schließlich dem Hobohm Veranlassung gab, seinem Gegner durch Siemens eine schwere Säbelforderung über­bringen zu lassen. Windhausen lehnte die Forderung ab, und als ihm Hobohm am selben Abend auf der Straße begegnete, applizierte er ihm eine gehörige Ohrfeige, worauf H., der äußerst kurzsichtig ist und sich in Notwehr glaubte, sich mit beni Revolver zur Wehr setzte. Windhausen wurde zu 1 Monat Gefängnis, Hobohm zu 2 Wochen und Siemens zu 3 Tagen Festung verurteilt.

Aus Stadt und Zand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist»nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet).

Gießen, 6. Februar 1902.

** Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Weiß­bindergehilfen Röder IL in Dorheim, der in Diensten des Weißbindergeschäfts Hieronymus in Friedberg steht, das Allg. Ehrenzeichen mrt der Inschriftfür treue Arbeit" verliehen.

i. Laubach, 5. Febr. Uralter Sitte gemäß tagte am 3. Februar, als am Blasiustage, hier die Blasius- oder Ba umkirch er Gesellschaft. Als vor vielen Jahrhunderten das Dorf Baumkirchen einging und die Bewohner nach Lau­bach übersiedelten, blldeten diese auch in Laubach eine Art

Gemeinwesen mit eigenem Schultheiß, der jedes Jahr am Blasiustag gewühlt wird. Die sogen. Baumkirchener Weide verblieb im Besitz der Gesellschaft und wird noch heute in einzelnen Weidteilen an Diejenigen, die in der Baumkirchner Gemarkung Besitz haben, verlost. Am Blasiustag wird ein mit allerlei alten Sitten verbundenes Fest gefeiert. Zwölf Abiturienten haben am hiesigen Gymnasium die schrift­liche Prüfung vorige Woche beendet, die mündliche wird am 19. d. Mts. stattfinden. Der Musiklehrer der Anstalt, Ober­lehrer Dr. Schmidt, veranstaltete am Sonntag mit zwei aus­wärtigen Herren einen K a m m e r m u s i k a b e n d, der allge­mein befriedigt hat. Der Erlös des sehr gut besuchten Kon­zertes soll nach Bestreitung der Kosten Zwecken des Gymna­siums zu gut kommen. Zum Bcsten der Buren führte am Dienstag im Kasinosaale die höhere Töchterschule in sehr befriedigender Weise das schöne StückTer deutschen Frauen Glückwunsch für den Kaiser" undDorf und Stadt" auf. Durch Mitwirkung einiger Damen wurde das Programm noch erweitert durch gut vorgetragene Duette und Terzette, ferner wurden drei lebende Bilder gestelltDie Spinnstube",Die Tanzstunde" undKaiscrhuldtgung". Der Erlös betrug bei­nahe 50 Mk.

-o Hartmannsham. 5. Febr. ImDarmstädter Hof" kam es am Sonntag Abend zu einer Schlägerei, bei der der eme der Beteiligten einen ziemlich schweren Schlag mit einet Flasche erhielt. Aerztliche Hilfe mußte sofort in Anspruch genommen werden, auch soll die Schädel decke gesprungen sein. Der Angreifer handelte, wie es heißt, aus Notwehr.

& Im Falle einer bejahenden Antwort würde es nötig werden, daß die Regierung S. Brit. Majestät der­jenigen der Niederlande drei Sicherheitsgeleitsbriefe über- mtttelt, welche den Lurendelegierten gestatten, sich frei nach Afrika zu begeben, dort während der ausgemachten Zeit sich frei aufzuhalten und frei nach Europa zurück- Kukehren. Außeroem wäre es nötig, daß die Britische Regierung den Gebrauch eines telegraphischen Code ge­statte, um den Ort zu bezeichnen, wo die obenerwähnten Delegierten mit den Führern der Buren Zusammentreffen könnten.

9. Nach ihrer Rückkehr könnte die Regierung Ihrer Majestät der Königin sie in Verbindung bringen mit von der Regierung S Brit. Maj. ernannten Bevollmäch­tigten und sie würde gerne diesen Herren die nötigen Lo­kalitäten für ihre Zusammenkünfte zur Verfügung stellen.

10. Von da an würde die Regierung Ihrer Maj. der Königin ihre Ausgabe für beeendet ansehen.

11. Es ist ganz klar, daß trotz alledem die so ein­geleiteten Verhandlungen nicht zum Ziele führen könnten; aber die Möglichkeit des Gegenteils ist nicht ausgeschlossen und bei dieser Lage der Dinge erscheint es wünschenswert, den Versuch zur Eröffnung von Verhandlungen zu machen in der Hoffnung, daß sie erfolgreich sind, lind angesichts

BflafcÄöe» sind oft-ein Gegenstand des Spottes, gnklfUQ? llaaCEl obgleich sie in sehr vielen Fällen nicht wie allgemein gedacht, vom übermäßigen Alkoholgenuß, son­dern von Erkältungen kommen. Bei Behandlung mit Öbermeyers Herbaseife erhalten sie nach und nach ihre natürliche Farbe wieder, wie aus einer Reihe von Zeugnissen ersichtlich.Öbermeyers Herbaseife hat mir wunderbare Wirkung gethan, indem ich nach kurzer Zeit von meiner Krankheit (Nasenröte) geheilt war". Garan­tiert einfache, absolut unschädliche Anwendung. Zu haben per Stück Mk. 1.25 in Apotheken und Drogerien oder durch I. Gioth, Hanau a. M. 907

i der Schwierig kett, die für jefce kriegführende Partei besteht, den ersten Schritt in dieser Richtung zu thun, könnte es nützlich sein, daß eine dritte Partei sich der Aufgabe unterzieht und als Bindeglied dient-

Antwort des englischen Ministers des Aeußeren an den niederländischen Gesandten in London.

Auswärtiges Amt, 29. Januar 1902.

Mein Herr! Sie waren so freundlich, mir am 25. d. M. eine Mitteilung der Niederländischen Regierung vorzulegen, in welcher vorgeschlagen wurde, daß, um den Krieg zu Ende zu bringen, Se. Maj. Regierung ein Sicherheitsgeleit der jetzt in Holland befindlichen Burendelegierten gewähren möge, um ihnen möglich zu machen, mit den Burenführern in Südafrika zu beraten. Es wird vorgeschlagen, daß nach der Konferenz die Delegierten nach Europa zurückkehren könnten mit der Vollmacht, einen Friedensvertrag mit diesem Lande zu schließen, und die Niederländische Regierung deutet an, daß sie in diesem Falle in einem späteren Stadium dazu dienen könnte, die Buren-Bevollmächtigten mit diesen Bevollmächtigten, welche von Sr. Maj. Regierung ernannt würden, in Verbindung zu bringen. Die Niederländische Regierung sagt, daß, wenn dieser Plan sich der Regierung S. Maj. empfiehlt, sie bei den Delegierten anfragen werde, ob sie bereit sind, den vorgeschlagenen Besuch in Südafrika zu machen. Es Eann deshalb angenommen werden, daß die Mitteilung, welche ich von Ihnen empfangen habe, auf die Verantwortung der Niederländischen Regierung allein und ohne die Autoritär der Buren-Delegierten oder Führer gemacht worden ist. Se. Maj. Regierung hat die Mitteil­ung bestens erwogen, und während sie die Motive der Humanität, welche die Mederländische Regierung veranlaßt haben, diesen Vorschlag zu machen, vollständig würdigt, fühlt sie, daß sie an ihrem einige Monate nad). dem Beginn der Feindseligkeiten durch die Buren gefaßten und öffent­lich verkündeten Entschlüsse festhalten muß, daß es nicht ihre Absicht ist, ihre Intervention irgend einer fremden Macht in dem südafrikanischen Kriege anzunehmen. Sollten die Buren-Delegierten selbst wünschen, ein Gesuch um sicheres Geleit Sr. Maj. Regierung vorzulegen, so liegt kein Grund vor, warum sie dies nicht thun sollten. Aber Se. Maj. Regierung ist offenbar nicht in der Lage, eine Meinung über ein solches Ansuchen auszudrücken, ehe sie es em­pfangen hat und seine genaue Art kennt, sowie die Gründe, woraufhin es gestellt ist.

Ich kann jedoch darauf Hinweisen, daß es augenblicklich S. Maj. Regierung nicht klar ist, daß die Delegierten irgend welchen Einfluß auf die Vertreter der Buren in Südafrika oder eine Stimme in deren Beratungen haben. Sie haben, wie die Niederländische Regierung sagt, keine Beglaubigungs­briefe oder Instruktionen, die neueren Datums als März 1900 sind. S. Maj. Regierung hatte andererseits erfahren, daß alle Regierungsvollmachten, einschließlich der zu Unter­handlungen, jetzt vollständig auf Herrn Steijn für die Buren der Oranjssflußkolonie und auf Herrn Schälk Burger für diejenigen in Transvaal übertragen sind.

Wenn dem so ist, bann ist es klar, daß das schnellste und befriedigendste Mittel zur Herbeiführung einer Re­gelung eine direkte Mitteilung zwischen den Führern der Buren-Streitkräfte in Südafrika und dem Oberbefehlshaber von S. Maj. Streitkräften wäre, welcher bereits beauftragst ist, sofort jedes Anerbieten, das er empfängt, zur Erwägung S. Maj. Regierung zu befördern.

Unter diesen Umständen hat S. Maj. Regierung be­schlossen, daß, wenn die Führer der Buren in Verhand­lungen einzutreten wünschen, um den Krieg zu Ende zu bringen, diese Verhandlungen nicht in Europa, sondern in Südafrika stattsinden müssen.

Man sollte überdies bedenken, daß, wenn die Buren­delegierten Zett brauchen, um nach Südafrika zu reisen, mit den Burenführern im Felde zu verhandeln und nach Europa zurückzukehren, um die Ergebnisse ihrer Reise be­kannt zu machen, eine Periode von mindestens drei Mo­naten vergehen würde, während welcher die Feindselig­ketten verlängert und viel menschliche Leiden, vielleicht nutz­los, verursacht würden. Ich habe rc.

Lansdowne.

Es ist nicht anzunehmen, daß unsere Gesetzgebung diesen Schritt abseits vom vernunftgemäßen Wege machen wird.

Der Wortlaut der holländischen Mote und der englischen Antwort»

Nachstehend geben wir die beiden Noten in Sachen des südafrikanischen Friedensschlusses in deutscher lieber» setzung wieder. Die holländische Note ist französisch und die englische Antwort englisch abgefaßt.

Memorandum vom 25. Januar 1902, durch den niederländischen Gesandten in London dem engli­schen Minister des Aenßem zugestellt.

L In der Meinung der Regierung Ihrer Majestät der Königin, bilden die außerordentlichen Umstände, unter denen sich ein Teil der Krieg führenden in Südafrika be­findet und die sie verhindern, sich mit dem anderen Telle direkt in Verbindung zu setzen, einen der Gründe der Verlängerung des Krieges, der ohne Unterbrechung und ohne Begrenzung fortwütet und so viel Elend ver­ursacht-

2- In der That, es sind außerordentliche Umstände, daß die eine der krieg führend en Parteien vollständig ein» geschlossen und von der übrigen Welt getrennt ist und daß die Vertreter der Buren in Europa jedes Verkehrs mtt chren, die Truppen kommandierenden Generale beraubt sind. Diese Lage veranlaßt die Schwierigkeit, daß die Auto­ritäten, welche seitens der Buren verhandeln sollten, in zwei Telle geteilt sind, jedes Mittels, gemeinsam zu beraten, beraubt ES ist klar, daß die Burendelegierten in Europa nichts thun können, well sie nicht die Lage der Dinge in Afrika kennen und daß die unter Waffen befindlichen Buren sich der Schritte enthalten müssen, weil sie nicht auf dem Laufenden sind über die Lage der Dinge in Europa

3. Außerdem sind die Delegierten in Europa durch ihre Beglaubigungsbriefe gebunden, die im März 1900 entworfen worden sind und die sie so eng an die Un­abhängigkeit der Republiken binden, daß es ihnen nicht einmal gestattet wäre, die Wiederherstellung des status quo ante bellum anzunehmen, wenn nicht die Differenzen, welche entstehen Eönnten, gleichzeitig geregelt würden-

4. Diese Umstände lassen die Frage stellen, ob ein Anerbieten der guten Dienste, durch eine neutrale Macht gestellt, nicht nützlich sein Eönnte, um wenigstens Ver­handlungen zu ermöglichen, die auf andere Weise nicht eingeleitet werden könnten.

5- Aus diesem Grunde wäre es wichtig, darüber in­formiert zu werden, ob es der Regierung Seiner Britischen Majästet angenehm wäre, von den guten Diensten einer neutralen Macht Gebrauch zu machen, wenn diese guten Dienste sich auf den Versuch beschränkten, die von beiden Parteien zu ernennenden Unterhändler mit einander in Verbindung zu bringen.

6. Vielleicht könnte die Regierung Ihrer Majestät der Königin als geeignet angesehen werden, um diese Aus­gabe auszuführen, weil die Delegierten der Buren sich auf niederländischem Boden befinden, und nur bei dieser Regierung accrebitiert sind

7. Wenn die Regierung Seiner Brttischen Majestät sich dieser Idee anschließt, könnte die Regierung Ihrer Majestät der Königin an die Burendelegierten die An­frage richten, ob sie es annähmen, sich nach Afrika zu begeben, um mit den Führern der Buren daselbst zu beraten und dann nach einem bestimmten Zeiträume (z. B. von 14 Tagen) nach Europa zurückzukehren, versehen mit genügenden für jede Eventualität berechneten Vollmachten und dazu ermächtigt, einen Friedens vertrag zu schließen, der die Buren in Europa wie die Buren in Asiika un­löslich bindet.

Das Beste für die Zähne!

Vt Fl. Odol = Mk. Lm

Vi. . ** o.u

Schisssnachrichtell.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vettreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 3. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdamvserRheins Kapitän H. Walter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 1. Februar 6 Uhr abends wohlbehalten in Newyork angekommen.

da König Friedrich infolge des unglücklichen Ausgangs bei Kunersdorf dringend ihrer Hilfe bedurfte-

Arn 5- Dezember gab Broglie sein Lager bei Gießen auf und marschierte bis Butzbach. In Gießen blieben 2600 Mann unter Blaifel stehen. Der Abmarsch der französischen Truppen brachte oem Herzoge Ferdinand Erleichterung. Er ließ daher am 5. Dezember mittags den Baron v. Blaisel zur Uebergäbe der Festung Gießen auffordern, welches An­sinnen jedoch der Kommandant kurz abwies. Gießen tourbe nun vom Herzoge enger cerniert Der Gürtel der ein­schließenden Truppen der Verbündeten zog sichi von Klein- Linden nach Steinberg, Schiffenberg, Groß- und Alten- Buseck und Wieseck. Prinz Holstein bezog sein Hauptquartier auf der Komthurei Schiffenberg.

Die Festung Gießen besah nur eine aus Erde gebildete Um Wallung. Eine Hauptdeckung gewährten die von der Wieseck und Lahn gespeisten Gräben, an deren Aufeisung die Besatzung und die Bürger von Gießen vom 5. bis 24. Dezember arbeiten mußten, um immer Abzugsgräben offen zu haben. Während dieser Zett wurden häufig Ausfälle aus der Stadt gemacht. Am 7. Dezember um 3 Uhr nad)? mittags ließ man dem Baron v. Blaisel sagen, ein Adjutant des Herzogs Ferdinand wünsche ihn auf der steinernen Lahn­brücke zu sprechen. Blaisel erschien mit dem zweiten Korn-, man baut en Dangermain. Man forderte ihn zum zweiten Male auf, sich zu ergeben. Blaisel antwortete ,daß er an dem Platze sich befinde, um sich zu verteidigen, und daß er sich bemühen werde, die Achtung des Prinzen Ferdinand zu verdienen. Er diene seit 30 Jahren seinem Könige und sei von der Furcht geheilt.

Am 10. Dezember um 6 Uhr morgens ließ der Baron Mattel Lreiwillia" unter , dem Kommando des Mr. do la.

Barces ausmarschieren, um Holz für die Garnison zu fällen und zu gleicher Zeit Wieseck zu überrumpeln. Die Aus­fallskolonne wurde genötigt, sich zurückzuziehen, ohne das gefällte Holz fortschaffen zu können; ihr Führer de la Barres wurde verwundet. Am 13. und 17. Dezember fanden stärkere Ausfälle nach Wieseck hin statt, die gleich^alls zurückge­schlagen wurden:Am 21. bis 22. waren unruhige Tage, inbem die Garnison aus Gießen ä 1000 Mann einen Ausfall gethan, um Klein-Linden des Morgens 3 Uhr zu attaquiren." Die Feinde schlichen sich rechts unter dem Schiffenberg, ferner links über Heuchelheim, während eine dritte Kolonne auf der Landstraße verblieb. Trotz des Ueberfalls von drer Setten versammelten sich die Bataillone und die Kavallerie in Klein-Linden rasch, trieben den Feind aus dem Orte und jagten ihn inConfusion" in die Stadt. Zu gleicher 3eit lief ein Rapport ein, daß die Franzosen unter General ©t Germain mit 3000 Mann den Obersten Freytag in Langgöns überfallen, daß sich der Feind aber genötigt ge­sehen, nach Butzback) zurückzuziehen. An demselben Tage wurde auch ein Angriff auf Lich abgeschlagen. Der Herzog Ferdinand folgte genau den Bewegungen des Feindes und hatte nach allen Seiten ein wachsames Auge. Am 24. De­zember hob der Herzog die Blockade von Gießen auf. Die Veranlassung dazu mag auch die Ungunst der Witterung ge­geben haben . Der hessen-kasselische General Urff berichtet au seinen Landesfürsten: ,chaß in dem gantzen Kriege Kein so fatiganter, indem weder tag noch nacht ruhe gehabt, auch oangereuses commando gehabt, in dem so wohl Vor als! hinter mir den Feind zu observiren habe, welches dan meine Gesundheit sehr berangiret,z

Am 27. «erschien Broglie in Gießen. Er hatte von hier einen Rekognosziernngsrrtt unternommen; aber der dichte

Nebel hinderte ihn an jeder Beobachtung.Se. Durch­laucht der Herzog sind 6et diesen umständen, da die armee durch ein detachirtes Corps, neurlich als Erb Printzen in Sachsen und Imhoff scheu im Münster'schen geschwächt ist, sehr auf der Huth, fals der Feind es wagen sollte, eine bataille zu liefern. Zu dem ende ist schon Vorhero die armee solchergestalt Vertheilet, daß das erste treffen 26 bataillone... die Cavallerie formiert das 2. treffen mit 25 Schwadronen." Die Höhen vom Vetzberg, Gleiberg und Wettenberg sowie die ganze Front waren durch 68 Zwölf- und Sechspfünder, mehrere Haubitzen und 48 Feldstücke ge­deckt.Vom 27. bis 28. hat die Armee auf denen enr- placements au bivag liegen müssen, auf die nachricht von einer Attake am folgenden Tage." Am 28. Dezember rückte die verbündete Armee wieder in die Kantonnements.

Da sich die Schwierigkeiten wegen der Verpflegung immer mehr bei den Verbündeten steigerten, der Herzog Ferdi­nand auch die Hoffnung aufgegeben hatte, sich der Stadt Gießen zu bemächtigen, so mußte er auf sichere und ruhigere Kantonnements Bedacht nehmen. Er brach daher aus oem Lager von Krofdorf am 3./4. Januar 1760 aus; am 6« befand sich das Hauptquartier in Marburg. Von hier mar­schierte die verbündete Armee nach, Westfalen. In Dillen­burg, Marburg und Homberg a d. Ohm blieben noch einige Besatzungen zurück. Die französische Armee rückte nach dem Main hin, um dort Winterquartiere zu beziehen. Gießen behielt eine französische Besatzung. Broglie, ber den Gegner nicht unterschätzte und sich gleichfalls nach Ruhe sehnte, erließ beim Mzuge des Herzogs Ferdinand die Parole: ,Hl sont partis!"