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6.1.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 4

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fcrnsprcchanschluß Nr. 51.

Zweites Blatt.

153. Jahrgang

Montag 6. Januar 1902

sietzenerAilMger

Seneral-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.Viertel­jahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr« Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für Stadt und Land" und Gerichtssaal": R.Dittt mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Are Heutige Yunrrner umfaßt 10 Seite«.

Deutsches Wich.

Berlin, 5. Jan. Der Kaiser hörte gestern die Vor­träge des Staatssekretärs des Reichs-Marineamts und des Chefs des Marine-Kabinetts.

Nach einer Zuschrift aus Bonn wird der Kjaiser anläßlich der Immatrikulation des Prinzen Eitel Friedrich der Stadt Bonn einen Besuch abstatten.

Der bevorstehende Besuch des Prinzen von Wales wird in einem englischen Blatte auf eine dringende Einladung des Kaisers zurückgeführt. In Wirklichkeit hat, wie dieNordd. Allg. Ztg." hervorhebt, der König von Eng­land durch seinen hiesigen Botschafter dem Kaiser die Ab­sicht, zur Beglückwünschung desselben am 27. Januar den Prinzen von Wales zu entsenden, mitteilen lassen. Der Miser hat den Prinzen als Gast zu seinem Geburtstage gern willkommen geheißen.

Der Erb großh erzog von Baden stattete gestern abend dem Reichskanzler .Grafen Blülow einen; längeren Besuch ab.

Das preuß. Staatsministerium trat unter dem Vorsitze des Grafen Bülow heute zu einer Sitzung zusammen. (Wahrscheinlich Mr Feststellung der Thron­rede, mit der der preuß. Landtag am 8. d. M. eröffnet werden wird. D. Red.)

Der Staatssekretär des ReichSschatzamts Freiherr v. Thielmann, der vor Weihnachten an Influenza er­krankt war und dem Reichstag deshalb hatte fernbleiben müssen, ist jetzt wiederhergestellt. Er hat bereits eine Ein­ladung des Landwirtschafts-Ministers v. Podbielski zur Jagd angenommen.

Von gut unterrichteter Seite wird derNatl. Korr." mitgeteilt, daß die in einem Teil der Presse auftauchende Annahme, die verbündeten Regierungen würden nicht alle ihnen M Gebote stehenden Mittel anwenden, um ihrerseits die Verabschiedung der Zolltarifvorlage in dem bevorstehenden Gesetzgebungsabschnitt zu betreiben, durch­aus irrig ist. Immer mehr zeige sich, daß ebenso wie die Industrie und die Landwirtschaft auch der Handel keinen lebhafteren Wunsch hat, als bald zu wissen, wie sie sich in Zukunft einzurichten haben.

DieKöln. Ztg." bespricht an leitender Stelle, offen­bar inspiriert, die letzte Kundgebung derNordd. Allg. Ztg." in der Polenfrage, die formell sich an die galizischen Polen richte, in Wirklichkeit aber wohlerwogene Abwehr­maßregeln der preußischen Regierung ankündige, die sich gegen die Organisation wenden, welche die politischen An- gele/genheiten der gesamten Polen leite. Das lange gehütete Geheimnis der eigentlichen Ziele dieser internationalen Organisation, die ohne staatliche UmwälMng nicht erreichbar feiM, liege heute offen zu Tage, und deshalb sei Bülows Standpunkt unanfechtbar. Die Staatsgewalt verfüge noch über andere Strafmittel als die bisher angewendeten. Ferner werde mit aller Schärfe gegen die polnischen Umtriebe Vvr- gegangen werden, weil sie sich ausschließlich gegen den Be­stand des preußischen Staates richte.

Unter der Spitzmarke ..Sozialdemokrat und Landesherr" schreibt dieFreis. Ztg.":In Sachsen- Altenburg gab dieser Tage der Landtagspräsident- wald den Mitgliedern des Landtages ein Souper, zu dem auch Herzog Ernst in Begleitung des Generals von der Lühe erschienen war. Der hohe Herr schien vortrefflich gelaunt zu sein und zeichnete so fährt der Berichterstatter!

im üblichen Hofftil fort in der ihm eigenen leutseligen Art die verschiedenen Abgeordneten durch lebhafte Unter­haltung aus, darunter auch die beiden Sozialdemo­kraten Horn und Schüler."

Hamburg, 4. Jan. Das neue Schlachtschiff K a i s e r K a;r l d e r Groß e" ist auf der Werft von Blohm und Voß jetzt fertiggestellt und soll morgen den Hamburger Hafen verlassen, um nach Einnahme von Kohlen muh der Nordsee zu dampfen und dort seine auf etwa 14 Tage be­rechneten Probefahrten und Schießübungen auszuführen. Fallen sie zur Zufriedenheit der Vertreter des Reichsmarine- amts aus, so kehrt das Schiff nicht nach Hamburg zurück, sondern fährt direkt nach Wilhelmshaven.

Siegburg, 4. Jan. Für die am 9. Jan. stattfindende Reichstagsersatzwahl im Siegkreise hat die Zen­trumspartei an Stelle des Aba. Dr. Lingens den Landtags- abg. Bester in Honnef als Kandidaten aufgestellt.

München, 5. Jan. Die Nachricht, die Prinzessin Klara von Bayern werde sich mit dem Freiherrn von Cramer-Klett verloben, wird vom Hofe aus als vollständig unbegründet energisch dementiert. Die Prin­zessin Klara ist eine Nichte des Prinzregenten Luitpold, der junge Baron Cramer-Klett wohl der reichste bayrische Grund­besitzer, dessen auf 100 Millionen geschätztes Vermögen von den Eisenwerken seines verstorbenen Stiefvaters Klett in Nürnberg stammt. Er ist protestantisch, hat aber Klöstern in letzter Zeit mehrfach große Zuwendungen gemacht. Der letzte Hofbericht besagt übrigens: Von dem Prinz­regenten wurde am 3 .d. M. in Audienz empfangen Leutnant Frhr. v .Kramer vom 1. Schw. Reiter-Regt., kommandiert zur Eguitationsanstalt, kgl. Kammerjunker.

Der Finanzausschuß der Kammer der Reichsräte be­schloß heute, über den Beschluß der Kammer der Abgeord­neten betreffend die Zulassung von Israeliten als richterliche Beamte zur Tagesordnung überzu­gehen. Ferner beschloß der Ausschuß, über bie in der Kammer der Abgeordneten erfolgten Angriffe auf Reichs­räte, welche Mitglied des Aufsichtsrats der Schuckert- Gefellscha-ftt sind, weder zu verhandeln noch Beschluß zu fassen.

Ausland.

London, 4. Jan. Aus Washington wird ge­meldet: Im Weißen Hause wurde angekündigt, daß Miß Alice Roosevelt die durch den deuffchen Botschafter von Holleben üb ermittelte Einladung Kaiser Wil­helm s, seine auf Staaten Island im Bau befindliche Yacht zu taufen, angenommen habe- Die Einladung des Kaisers war in äußerst freundschaftlicher Fassung aus- gedrückt, und Roosevelt antwortete in gleicher Weise- Der Präsident wird jedenfalls seine Tochter bei der Schiffs­taufe begleiten- Es verlautet auch gerüchtweise, der deutsche Kronprinz werde dazu nach Amerika kommen. Die ritterliche Aufmerksamkeit des Kaisers er­regte in der Familie des Präsidenten lebhafte Genug- thuung; auch die amerikanische Presse spricht sich sehr sympathisch darüber aus- DieNew-York-Times" sagt, derartige Beweise von Takt und Liebenswürdigkeit ge­wönnen (in Wert, wenn sie von Königen kämen.

Brüssel, 4. Jan. Unter dem NamenCompagnie des chemins de fer du Kongo fuperior aux grande lacs africains", hat sich heute hier die neue Gesellschaft kon­stituiert, welche das 1400 Kilometer umfassende Eisen­bahnnetz bauen und in Betrieb nehmen wird, dessen Ausführung der Unabhängige Congostaat beschlossen hat-

Antwerpen, 4. Jan. Wie die letzten Meldungen aus dem Congostaat besagen, sind den aufftändischen Ein­geborenen mehrere hundert Maschinengewehre abgenommen worden. Die portugiesischen Eingeborenen sind von den Congotruppen in verschiedenen Gefechten geschlagen worden-

Rom, 5- Jan. Gestern nacht wurden drei italienische Anarchisten in Neapel verhaftet, die von Portugal kom­mend, verdächtig sind, auf König Carlos ein Atten- tat zu planen-

Rom, 4- Jan. DieAgencia Stefani" meldet aus Washington: Staatssekretär Hay überreichte dem italienischen Botschafter eine offizielle Note betreffend die Lynch un g von Italienern zu Ervin und teilte dabei mit, eine Abschrift des Protestes der italienischen Re­gierung werde den Ausschüssen des Senats und des Re­präsentantenhauses zugestellt werden behufs Unterstützung des Vorschlages des Präsidenten Roosevelt, die Gesetz­gebung dahin abzuändern, daß den Bundesgerichten die Rechtsprechung über Vertragsverletzungen zum Schaden fremdländischer Staatsangehöriger übertragen werde-

Zürich, 4. Jan. Hier starb, 85 Jahre alt, John Reit en b ach, ein alter ostpreußischer Kämpfer gegen Bismarck und Schwiegervater des Züricher Justiz-Direktors; Regierungsrats Dr- Stößel. Als der Kampf der prenßi- scheu Volksvertretung gegen Bismarck im Jahre 1865 seinen Höhepunkt erreichte, erklärte Reitenbach, der damals aus seinem Gute Plicken bei Gumbinnen lebte, öffentlich: er verweigere dem Regiment Bismarcks die Steuern- Reiten­bachs Kamps mit dem Steuerexekutor, der sich zu jedem Steuertermin regelmäßig einstellte, und ihm einen wert­vollen Siegelring, ein Familienerbstück, pfändete, das dann Reitenbach ebenso regelmäßig bei der öffentlichen Auktion wieder erstand, endete erst, als 1866 nach d^m preußisch- österreichischen Krieg das Abgeordnetenhaus der Bismarck- schen Regierung Indemnität erteilte, erst dann stellte Reitenbach seine Steuerverweigerung ein-

Wien, 5. Jan. Das o s fiziö se,,F r e m d e n b l a t tt führt an leitender Stelle aus: Es wäre besser gewesen, wenn im galizischen Landtage Fürst C z a r - toryski die vor dem Eingang in die Tagesordnung von ihm abgegebene Erllärung unterlassen hätte, da dieselbe dem Wirkungskreise des Landtags nicht gemäß war- Wenn der Vertreter dec Regierung trotzdem keine Einsprache erhob, so entsprang sein Verhalten nur dem Wunsche, der Angelegenheit dadurch nicht zu einer größeren Ausdehnung zu verhelfen, und dieselbe möglichst einfach und klanglos zu Ende zu führen- Den beiden Regierungen haben wir es zu danken, wenn das Ueber- schäumen der W r e s ch e n e r A f f a i r e auf dem öster­reichischen Boden und das Anschlägen derselben sowohl im österreichischen Abgeordnetenhause wie im galizischen Landtage keinen Augenblick lang jene Bezieh­ungen tangieren konnten, die zwischen unserer Mo­narchie und der deutschen verbündeten, sowie zwischen den beiderseitigen Regierungen bestehen- Man darf wohl sagen, daß die Wreschener Affaire noch rechtzeitig von jenem klaren Fahrwasser abgeleitet wurde, auf dem sich die Politik der beiden verbündeten Staaten mit voller Sicherheit bewegt- Ter Artikel schließt:Es ist neuer­lich der Beweis erbracht, daß es bei der Innigkeit der beiderseitigen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland keine Zwischenfälle geben kann, die eine Schwierigkeit bereiten können, ober deren plötzliches Auf­tauchen zu fürchten wäre. Die stärkste Wurzel-des Bundes-

Gießener Stadltßeater.

Ein gemachter Mann.

Gesangsposse von Jacobson.

Am gestrigen Sonntag kam unser Ensemble einmal nicht mit österreichisch-ungarischen Spezialitäten, an die unser Sonntagspublikum nach demViehhändler von Oberöster­reich", dem unglückseligenIhr Korporal" re. re. nachgerade wohl schon gewöhnt war. Die guten alten Berliner Possenfabrikanten sind aber doch den Wienern ganz erheblich über, und thatsächlich gilt heute eine Posse nicht für voll, wenn sie nicht in Berlin entstanden und in und um Berlin ifjren Spielplatz hat. Die auf dem Pflaster der deutschen Reichshauptstadt und in den Holzbeständen des Grünewald in der PosseEin gemachter Mann" auftauchenden Personen haben in fast allen Vertretern den althergebrachten Possen­charakter gewahrt und verleugnen nicht ihre Abstammung aus den verschiedensten bekannten deutschen Schwänken und selbst einigen französischen Lustspielen. Aber diese Verwechslungs­und Verkleidungsposse besitzt eine durchgehende Idee und unterscheidet sich darin sowie in der ausnahmsweise äußerst geschickten Zusammenstellung bekannter komischer Situationen und in dem verhältnismäßig ganz erheblich höheren Niveau ihrer wirklich sehr niedlichen Kouplets (ein besonders hübsches Kouplet ist das vom Großpapa im letzten Akt) mit kluger Benutzung alter beliebter Melodien höchst vorteilhaft von mancher noch älteren Berliner Schwester. Auch ist ihre Komik nicht gar so gewaltsam zurecht gemacht, wie man das von der neueren Possenfabrikation auf märkischem Sande leider bis zur Selbstverständlichkeit gewöhnt ist. Vielmehr sprudelt in ihr, und in ihrer Hauptrolle besonders, ein Quell fast natür- üchen Humors, dessen Heiterkeitswirkung belebte und er­frischte, sodaß wohl mancher Theaterbesucher mit dem Maler Randow am Schluß des Stückes ausrief:Ich habe lange nicht so gelacht!"

Herr Woisch, der Nüancenkundige, als dergemachte Mann" mittrichinöser Vergangenheit", an die man aller­dingsnicht tippen" soll, hatte als Darsteller wieder einmal einen sehr glücklichen Tag und war, wenn auch hier und da nicht so ganz sattelfest, fo, doch durchweg, ohne aufdringlich zu werden das gerade ist eine seiner besten Eigenschaften höchst drollig. Indem er alle Minen seiner komischen Zündkraft springen ließ, errang und wahrhaftig! ersang er sich die volle Gunst des Publikums. Die zweite Hauptrolle, um die sich kaum weniger als um die des Rentiers und ehe­maligen Wnrstfabrikanten Pasewalk übrigens früher einer beliebten Büller'schen Figur die ganze Posse schlingt, gab Fräulein Hohenfels, die am reichsten und vielseitigsten be­gabte unter unseren liebenswürdigen Künstlerinnen, die in der Heyermans'fchenHoffnung" als Jo, in BjörnsonsUebcr unsere Kraft" als Frau Pastor Sang 2c. fast ebenso vollendete und reichsten Beifalls würdige Kunstleistungen bot wie als die lockereDame von Maxim". Diese sonst so ernste und besonnene junge Künstlerin, deren schönes, volltönendes Organ für den, der Ohren hat zu hören, mit unangreifbarer Bestimmtheit sagt, daß es in nachdenklichem Herzen und spekulativem Kopfe entstand, hatte sich wieder einmal von einer Seite zu zeigen, die ihrem innersten Wesen offenbar ziemlich fremd liegt; doch ihre Gestaltungskraft ist so groß, daß sie auch für Empfindungen und Charaktereigentümlich­keiten mit vollendeter Sicherheit den zutreffendsten Ausdruck findet, die mit ihrer Eigenart direkt kontrastieren. Sie exer­zierte gestern förmlich im Feuer, mit reizender Frische. Und dann zeigte dieses schneidig ftohlaunige Predigerkind andrer­seits wieder einen hohen Ernst und feinen gefellschastlichen Takt trotz allen verschmitzt-witzigen und kecken Uebermuts. Die Gefahr in Drastik zu verfallen liegt bei ihrer Poffen- rolle ziemlich nahe. Frl. H. aber bot eine tadellose fein- komische Lustspielfigur, gleich liebenswürdig wie ergötzlich. Ihre Innere Veranlagung führt Frl. H. zweifellos zunächst

zu ernsteren Aufgaben ä la Adelheid Runek in Freytags Journalisten", sie wäre jedenfalls auch eine recht gute Minna v. Barnhelm, und gar gern sähen wir sie einmal im klassi­schen Drama, selbst als Iphigenie. Aber ihre Scharfblick macht sie so menschenkundig und zu einer Seelenmalerin mit so reicher Palette, daß sie den verschiedenartigsten darstellerischen Aufgaben gewachsen ist. Neu war es für uns auch, daß Frl. H. sehr Beachtenswertes im Kunstgesang leistet.

Einen nichtsnutzigen Schlingel von Maler stellte Herr Gerl ach außerordentlich wirkungskräftig dar. Auf einem Künstlerfeste Erschien er als fesches Bauernmädel, und, was das Bemerkenswerte daran ist, das machte durchaus nicht den Eindruck eines dummen Zirkusspasses ä la Eharleys Tante. Kann man mehr von einem Darsteller verlangen? Einen köstlichen Prof. Randow gab Herr Namseyer, und als er vollends zu singen anhub, klang es markerschütternd schön. Als sttmmbegabter Sänger zeigte sich Herr Sandor, sicher und munter war Herr Zoder alsungegipster" Lux, ein paar passableBaröne" waren die Herren Leßmann und Schneider, eine wackere Gattin Frau Jenny. Und auch die Damen Brandau, Feige und Ungar waren bester Laune. Kurzum, dieser Possenabend war so seltsam das auch, angesichts der guten Leistungen unseres wackeren Ensembles bei der Lösung von ernschaften litterarischen Aufgaben, klingen mag einer der erfreulichsten der ganzen Spielzeit. Ohne alles steifleinene Gehabe wurde der ganze flüchtige Scherz so überaus flott heruntergespielt, daß man Kleinig­keiten, wie das ziemlich schwerfällig, namentlich in der ersten, der Gesangsszene nicht lebendig genug arrangierte Künstlerfest gern übersah. P, W.

Aus Wiesbaden meldet man: Im hiesigen Resi­denztheater fand am 4- d. M. Otto Ernsts DramaDie größte Sünde" freundliche Aufnahme.

Berlin, 4. Jcm. Die vier Einakter von Arthur