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ummarische Uebersicht ab' und schickt es an die Geschäfts- telle des Oberhess. Obstbauvereins, die es prüft und daraus ieht, ob in der Gemeinde Interesse für die Obstbaukultur herrscht. Dieser Verpflichtung stehen auf der anderen Seite Prämien gegenüber, die den tüchtigsten Obstbaumwärtern gewährt werden, wobei natürlich alle Umstünde in Rechnung gezogen werden und nicht etwa die von allerlei Zu- älligkeiten abhängige größere Anzahl der Arbeitsstunden den Ausschlag giebt. Des weiteren soll dem Baumwärter, der beide Prüflingen bestanden hat, außer dem Diplom in Zukunft ein Zeichen gegeben werden, das ihn als im Dienst befindlich dokumentiert, und zwar in Gestalt eines geschmackvollen Metallplättchens mit der Aufschrift „geprüfter Baumwart" und einem Wappen mit den hessischen Landesfarben." Wo der Paumwart es tragen will, bleibt ihm überlassen. Zu dieser Neuerung veranlaßte den Ausschuß die Erwägung, daß jemandem, der sich auszeichnen kann, dadurch ein gewisser Vorzug gegeben werde.
Die Generalversammlung erklärte sich mit der Einführung von Arbeitsbüchern sowie mit der Gewährung dieser Auszeichnung einverstanden.
Weiter teilte Dr. v. Peter mit, daß der Ausschuß die Einrichtung eines Bezi r ks baum w ar ts für die Kreise Gießen und Friedberg beschlossen habe. Für die Kreise Schotten, Alsfeld und Lauterbach ist ein solcher bereits ernannt worden. Dieser Bezirksbaumwart soll den Baum- -varten nicht Konkurrenz machen, sondern sie unterstützen, d. h. dorthin geschickt werden, wo er dringend gebraucht wirb cesp. wo der Baumwart mit der Arbeit nicht fertig wird. Und da sein Tageslohn auf 4 Mk. festgesetzt ist, kann er auch dadurch den Baumwärtern bezüglich der Wertschätzung ihrer Arbeit nur von Nutzen sein.
Nun erörterte Professor Reich elt-Friedberg das Thema „Ob st zolle". Er trat für einen mäßigen Schutzzoll auf frisches Obst ein und wies von vornherein den etwaigen Vorwurf einer agrarischen Agitation ab, da bei uns nicht die Großgrundbesitzer, sondern hauptsächlich die kleinen Landwirte die Obstbautreibenden flnd, ebenso den Vorwurf, daß das Obst bei uns immer noch hohe. Preise habe. Denn der Obstbau sei bei uns aus dem extensiven Betriebe jetzt in den intensiven übergegangen. Früher habe man nichts für den Obstbau gethan und darum auch keine Kosten gehabt. Je intensiver aber die Arbeit werde, desto höhere Kosten würden auch verursacht. Wir pflanzten jetzt wegen der guten Obstpreise Tausende von jungen Bäumen für unsere Nachkommen, müßten dann aber auch Vorkehrungen treffen, daß ihnen für unsere aufgewendete Mühe entsprechender Lohn werde. Das sei nicht möglich, wenn das Ausland uns mit Obst überschwemme. Die Einfuhr in Deutschland habe in den letzten Jahrzehnten rapid zugenommen. 1880—84 sei die Einfuhr 1,3 mal so groß gewesen wie die Ausfuhr, 1895—98 3,7 mal so groß, 1898 bis 1900 bereits 9 mal so groß. Was! solle da aus dem Obstbau werden, wenn bei einem wirtschaftlichen Niedergang weniger Obst konsumiert werde? Dabei sei nicht zu verkennen, daß die gesteigerte Einfuhr auch zurückzuführen sei
auf die Bevölkerungszunahme, den steigenden Wohlstand, die größere Erkenntnis dieses gesunden Nahrungsmittels, im Zusammenhang damit auf die Vermehrung der Keltereien und Konservenfabriken, ferner darauf, daß durch die Industrie und den Bau von Landstraßen viele Ländereien, die früher mit Obstbäumen bepflanzt gewesen, wegg.nommen seien. Aber auch das Ausland habe jein Möglichste^ gethan, um den Obstexport zu erleichtern, durch Tarifermäßigungen nach der Grenze usw- Wenn der Obstbau in vielen Teilen Deutschlands nicht vorwärts komme, so sei das darauf zurückzuführen, daß die Nachbarstaaten ihre Grenzen durch hohe Sa-utzzölle geschlossen hätten- Wenn die infolge der Thätigkeit "staatlicher Vereine errichteten Anstalten ertragreich würden, könnte Deutschland seinen Obstbedarf selbst decken'- Ja, das könnte es heute schon, wenn ein mäßiger Schutzzoll auf frisches Obst gelegt und die vielfach angeregten Tarifermäßigungen durchgeführt würden- Durch den Schutzzoll würde ferner auch gewisfen Machenschaften vorgebeugt, die darauf hinzielten, die Obstpreise zu stürzen- Den Zoll würde nicht der deutsche Konsument, sondern der ausländische Produzent tragen, der nicht aufhören würde, sein überschüssiges Obst zu importieren. Der Redner beantragte am Schluß seiner Ausführungen die Annahme folgender Resolution:
„Die Hauptversammlung des Oberhessischen Obstbauvereins erachtet es im Interesse der Hebung und Erhaltung des deutschen Obstbaues vor allem für nötig, daß auch ein Zollschutz für unverpacktes Obst Wirtschafts- und Mostobst eingeführt werde, und erklärt im übrigen folgende Zollsätze für zweckmäßig: 1) Aepfel, Birnen, Quitten unverpackt oder in Säcken 3 Mk., 2) Aepfel, Birnen, Quitten in anderer Verpackung 10 Mark, 3) Aprikosen, Pfirsiche 12 Mark, 4) Pflaumen aller Art, Kirschen, Weichsel, Mispeln 3 Mk., 5) Hagebutten, Schlehen, sowie anderes nicht vorstehend genanntes Kern -und Steinobst 3 Mk., 6) Erdbeeren 15 Mk., 7) Himbeeren 5 Mk., anderes Beerenobst 3 Mk., Obstwein 24 Mk."
Ein Frankfurter Obsthändler erklärte sich gegen die Notwendigkeit eines Zollschutzes auf Obst- Durch einen Aepfelzoll von 3 Mk- würden die Aepfelweinkeltereien erheblich geschädigt, die kleinen sogar vernichtet werden- — Dr- v. Peter bestritt dies. Die kleinen Keltereien brauchten nur Obst aus der Umgegend- In schlechten Jahren kelterten sie gar nicht, in guten dagegen soviel, daß sie für 2—3 Jahre Vorrat hätten- Es thue vor allem not, den Landwirten zum Bewußtsein zu bringen, daß nach oben Verständnis für die Frage des Obstbaues herrsche, damit sie Neuanpflanzungen wagten-
Sodann ergriff nochmals Graf Oriola das Wort- Er sei in keiner Weise geneigt, sich auf einen bestimmten Zoll festzulegen, und wolle nur noch einige Punkte zur Sprache bringen- Er sei Mitglied der deutschen Eisenbahntarifkommission resp- des Verkehrsausschusses. Dort seien bei der Frage der D e t a r i f i e r u n g des Obstes eine große
Obsthandels gefallen sei. Er habe gegen eine Detarifter- ung dann nichts mehr einzuwenden, wenn ein entsprechender Schutz unseres inländischen Obstes gegen das Zollausland durch Einführung entsprechender Zolltarife einträte. Solange ein derartiger Schutz nicht eintrcic. könne er im Interesse de« obstproduzierenden Kreise nicht ür eine Ermäßigung der Eisenbahnfracht auf Obst sein- (L et auch angeführt worden, daß speziell im Osten sehr häufi das Obst zu einem Spott-^ preise weggegeben werden müsse, weil die Eisenbahntarifs zu hoch seien, um das Obst aus dem Osten nach dem Westen zu bringen, daß hieran, aber auch an der Unregelmäßigkeit der Ernten die mangelhafte Rentabilität der Obß- pflanzungen im Osten liege. Er halte es für viel besser, daß wir das Obst aus den östlichen Provinzen bekämen, als daß aus dem Ausland frisches Obst eingeführt und dem deutschen Landwirt im Osten der Import unmöglich gemacht werde- Schon aus diesem Grunde sei er für einen mäßigen Zoll auf Mostobst- Er lege einen speziellen Wert darauf, daß von vornherein erklärt werde, sie hielten auch einen Zollschutz für unverpacktes Obst für durchaus geboten-
Zum Schluß bemerkte Oekonomierat Schlenke, daß es mit dem Obst wie mit dem Getreide sei- Es sei durchaus zweifelhaft, ob selbst bei einem verhältnismäßig hohen Schutzzoll die Preise wesentlich erhöht werden würden- Das Ausland aber werde seinen Ueberfluß an Obst auch trotz der Schutzzölle hereinbringen und ihn nicht ins Wasser werfen. Durch den Schutzzoll wolle man nur erreichen, daß die Preise nicht derartig sänken, daß die Produkte geradezu unverkäuflich würden- — Daraus schloß Graf Oriola die Versammlung-
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sikalienhandler hgewerbehaus, lligung solcher di Zlrafantrag 5 Vereins ge- ünq wird ge- lviderrechtbch
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Opernhaus.
Dienstag den 7. Januar*): „Bajazzo"; hierauf: „Cavalleria rnstieana“. Mittwoch den 8. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Aschenbrödel" Abends geschlossen. Donnerstag den 9. Januar: „Der polnische Jude"; hierauf: „Loppelia". Freitag den 10. Jan. geschlossen. Samstag den 11. Januar, abends halb 7 Uhr: „Die Walküre". Sonntag den 12. Januar, nachmiUags halb 4 Uhr: „Aschenbrödel"; abends 7 Uhr: „Die verkaufte Braut". Montag den 13. Januar geschlossen.
Schauspielhaus.
Dienstag den 7. Januar: „Lumpaei Vagabundus". Mittwoch den 8. Januar: Einmaliges Gastspiel des Fräulein Irene Trisch vom Deutschen Theater in Berlin: „Johannisseuer^'. Donnerstag den 9. Janunr: „Lumpaci Vagabundus". Freitag den 10. Januar: „Mamsell Tourbillon". Samstag den 11. Januar: Zum Gedächtnis Bauernfelds: Neu eiustudiert: „Bürgerlich und romantisch". Sonntag den 12. Januar, nachmittags 3 Uhr: „Kabale und Liebe". Abends 7 Uhr: „Lumpaci Vagabundus". Montag den 13. Januar: „Bürgerlich und romantisch .
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
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