Regtmmg^gftonM yn (Meßen, Vrcmbplatz Nr. S, ehte öffentliche Provinzialausschußsitzung statt. Die TageSorb* nima ist folgende: 1. Enteignung von Grundstücken des Karl Stern zu Homberg a. Ohm »ur Erbauung der Nebenbahn Nieder-Gemünden—Nieder-Osleiden. 2. Die Bürger- meisterwahl in Reinhardshain. 3. Beschwerde des Guts- pSchterS Bornemcrnn zu Obbornhofen wegen Sperrung eines Verbindungswegs zum Bahnhof Bellersheim.
•* Kon zert des Akademischen Gesangvereins »m Mittwoch, den 10. Dezember in der Stadtkicche. In einem früheren Artikel haben wir darauf bingewieseß, wie die Aufführung eines Requiems in der AdoentSzeit als ein Nachklang deS kürzlich verstoffenen Totenfestes auf- zufaffen sei, gleichzeitig aber auch die Brahm'sche Komposition eine Uebersührung in die freudenreiche AdventSzeit bedeute, denn BrahmS hat, abweichend von manchem anderen Tondichter, tn seinem weihevollen Werke Trost und frohe Hoffnung verkündet. Schließt eS doch den 6. Teil mit den verheißenden Worten ,Jch will Euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet*. Kann es wohl eine herrlichere Zusicherung deS kommenden Trostes geben? Aber nicht allein das Werk selbst, sondern auch die Ausführung deffelben läßt auf eine Reihe weihevoller Stunden zählen. Unter Trautmann'S umsichtiger Leitung sind Chor und Orchester bestens geschult, vortreffliche Solisten, wie Fräulein Carola Hubert und Herr August Leimer gewonnen. Daneben wird Herr Adolph Hempel aus München, ein ausgezeichneter Orgel-VirtuoS, auf seinem gewaltigen, ausdrucksfähigstem Instrumente einige Solovorträge zu Gehör bringen. Es bedarf wohl keiner weiteren Worte, um jeden Freund ernsterer Genüffe zur Teilnahme an diesem Kirchenkonzerte zu veranlaffen, um so mehr, als auch den weniger bemittelten durch die Hauptprobe am Dienstag Gelegenheit dazu geboten ist.
"Kunstverein. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet die diesjährige Verlosung unter den Ver- einsmitglcedern, Samstag, den 20. d. M., in der Kunsthalle zu Darmstadt statt. Die zu den Gewinnen gehörigen Oel- gemalde, Aquarelle usw. sind bis zum Verlosungstage in der Kunsthalle in Darmstadt ausgestellt. Neueintretende Mitglieder können gegen Zahlung des Jahresbeitrags von 10 Mark, noch an der diesjährlichen Verlosung teilnehmen.
** Der Thermometer sinkt noch immer. Heute morgen zeigte er —12 Grad Celsius.
** Ausbildungskurse für Sattlermeister. Die Großh. Centrale für die Gewerbe in Darmstadt schreibt und: .Wir beabsichtigen in den Monaten Januar bis März kommenden Jahres erstmals Meifterkurse für Sattler von 12tägiger Dauer zu veranstalten und zwar für die Teilnehmer aus der Provinz Oberhesseu unter Leitung deS Herrn LouiS Völzing in Großfelda sPost Ehringshausen). Zu diesen Kursen werden nur im Großherzogtmn ansäffige Sattlermeister, aber keine unselbständigen Gehilfen zugelaffen; eine Ausnahme kann nur bei einem älteren Meistersohn gemacht werden, der dem Vater voraussichtlich bald im Geschäft folgt, oder daffelbe bereits mit leitete. In diesen Kursen wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten, ein Kummet und ein Unterkummet nach mitgebrachtem Maß unter Anleitung zu fertigen. DaS erforderliche Handwerks- zeug, wie Sattlerhammer, Beißzange, Scheere, Schärf- und Zuschneidmeffer, Einbindahle, Hastenleiher, sowie mehrere Riehmenahlen, Drahtahlen und Sattlerahlen sind von den Teilnehmern mitzubringen, dagegen werden die zu den Arbeiten benötigten Rohmaterialien rc. an diejenigen Teilnehmer, welche da8 von ihnen gefertigte Kummet am Schluffe des Kursus mitnehmen wollen, zum Selbstkostenpreis abgegeben. Die Dauer der einzelnen Kurse wird, wie schon angedcutet, auf zwei Wvchen bemeffen. Die Unterrichtsstunden find von 8—12 Uhr und von 2—6 Uhr nachmittags angesetzt. DaS Unterrichtsgeld von 5 Mk. ist zu Beginn deS Kursus von jedem Teilnehmer zu entrichten. Auswärtigen unbemittelten Teilnehmern kann auf Vorlage entsprechender Zeug- niffe das Unterrichtsgeld erlösten werden, oder eS kann einmalige Fahrt und Rückfahrt 3. Wagenklaste vergütet und eine Beihülse bis zu zwei Mk. täglich zur Bestteitting der Kosten deS Aufenthaltes bewilligt werden. Gesuche um Zu- lastung zu diesen Kursen sind an die oben genannte Behörde zu richten. Der erste KurS wird vom 5.—17. Januar k. I. abgehalten.
0 Allendorf a. d. Lda., 3. Dez. Nachdem Pfarrer E ck st e i n von hier im vorigen Jahre eine Lichtbilder-Dor- führung veranstaltet hatte, die unS mit Jerusalem bekannt machte, hatte er am Dienstag abend seine Gemeinde sowie die Umgegend eingeladen, sich gegen geringes Entgelt „Luthers Leben" in Lichtbildern anzusehen. Ter große Saal des Gastwirts Lüll war bis auf den letzten Platz gefüllt; die schönen, farbenprächtigen Gemälde, die auf einen großen, weißen Schirm gezaubert wurden, ernteten reichen Beifall. Zu den einzelnen Bildern deklamierten Knaben und Mädchen entsprechende Verse, auch sangen alle Anwesenden zu den Klängen eines Harmonium? einige unserer schönsten Kirchenlieder. So wurde durch diese Vorführung nicht ttut dem Auge etwas geboten, sondern auch da? religiöse Gefühl wachgerufen und jeder in andächttge Stimmung versetzt. Der eingegangene Geldbetrag kommt der hiesigen Kleinkinderschule zugute.
§8 Ruppertenrod, 3. Dez. Heute zog nxxh eine ssroße Schar Kraniche vorüber. DaS ist eine seltene Erscheinung bei so später Zeit und so großem Zwischenräume zwischen den ersten Zügen im November und dem heutigen. Aber richtige Vorboten de? MnterS, als die doch die Kraniche bekanntlich gelten, finb die heutigen gewesen. Bei eisiger Luft wirbelt der Schnee ununterbrochen vom Himmel, so daß die Schneedecke bereits Diesen, Flur und Feld überzogen. Die wenigen Vögel, die noch zu erblicken sind, geraten jetzt in ernste Not; man vergesse ihrer nicht!
88 Flensungen, 3. Dez. Einen kurzen, rasch vorübergehenden Streik hat vorgestern die Vogelsberger Holzindustrie auf der benachbarten Mücke gehabt. Als am Morgen dieses Tages den Arbeitern eröffnet wurde, daß durch die schlechte Lage der Industrie überhaupt eine Verringerung der gewährten Löhne um 10 Prozent dufteten müsse, da legten die ca. 30 Arbeiter sofort die Arbeit nieder. Don dem richtigen Gedanken aber bald wieder erfaßt, daß Arbeit trotz geringem Lohnabzüge mehr einbringe als Nichtschun, nahmen gestern morgen die Arbeiter wieder ihre Bcschäfttgungen aus.
Der Hcmeindewaisenrat.
Manchem unserer hessisch-m Leser wird der An^druck unbekannt sein. Mit Recht! Denn der Gemeindewaisenrat ist ein erst durch daZ Bürgerliche Gesetzbuch auch in Hessen eingeführtes Rechtsinstitut oder, besser gesagt, der Name ist für Hessen neu. Tie Aufgaben, die d-r rHae Ge- meindewais"nrat hat, hatten zum großen Teil schon die hessischen Ortsgerichte seit 1852. Preußen übertrug erst durch die Vormundschaf^Sordnnng von 1Q75 die gleichen Aufgaben einem G-'me-'ndeorqan, da? es G'meindewailen- rat nannte, und von hier ist das Dort in da? Bürgerliche Gesetzbuch übernommen worden. Dieses hat die Aufgaben des Gemeindewaisen''ats nur weiter ausgedehnt; es behandelt sie in den 85 1675, 1849—1851. Die Organisation des Instituts ist jedoch dm Einzelstaaten überlassen. Da in Hessen, wie erwähnt, die Ortsgerichte zum Teil schon dieselben Verrichtungen hatten, betraute man sie auch mit der Durchführung der nnren Pflichten. Diese limen dem Gesamtortsgericht ob. Es besteht aus einem Vorsteher ^meist dem Bürgermeister) und aus mehreren Gericktts- märmern, nämlich ans zwei in Gern«ttnden mit wen-ger als 2000, aus 4 in Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern, aus 6 in Darmstadt, Offenbach, Mainz, Dorm? und Gießen. Tie Mitglieder werden durch das Justizministerium widerruflich ernannt. Ta? Dmtsaericht hat daS Vorschlagsrecht nnd setzt firfi zu bpm Zweck mit dem Kreisamt in? Bmehmen. Die Dienstaufsicht und Disziplinargewalt steht dem Amtsgericht ru. Alle Geschäfte des Gemeindewaisenrats werden in der Regel von dem Gesamtortsgericht erledigt. S"ine Aufgaben als Gemeindewaisenrat sind kurz folgende:
ES hat die Vormünder zu überwachen, insoweit ihnen die Eiu^hung und Beaufsichtigung der Mündel überlassen ist.
Es hat dem Vormundschaftsgericht Anzeige zu machen, falls ihm Gefährdungen des Vermögens eines Mündels bekannt werden.
Es hat diesem Gericht Auskunft zu erteilen über das persönliche Ergehen und Verhalten eines Mündels.
Kommen ihm Fälle zur Kenntnis, tn denen ein Vorwund, Gegenvormund oder Pfleger zu bestellen ist, so hat es dies dem Gerichte mitzuteilen und gleichzeitig die zur Nebernahme dieser Aemter geeigneten Personen vor- znschlagen.
Der Gemeindewaisenrat derjenigen Gemeinde, in di? ein Mündel seines Bezirks verzieht, ist von diesem Wegzug zu benachrichtigen.
Grobe Mißbräuche der elterlichen Gewalt seitens de? Vaters oder der Mutter eines Kindes sind dem Vornnrnd- schaftsaericbt anznzeigen.
Alle diese Verpflichtungen des OrtsgerichtS sind überaus klar nnd durch die mannigfachsten Beispiele eingehend erläutert in einer Gießener Dissertation: Der Ge- meindewai'smrctt im deutschen Recht von Gerichtsaeeessist Dr. jur. Eise, Verlag von Strupve und Winkler, Berlin 1902. Der Verfasser geht zunächst auf die geschichtlichen Grundlagen deS Gemeindewaisenrats etn, schildert sodann seine Organisation in den größeren deutschen Staaten, besonders ausführlich die in Hessen, behandelt im dritten Kapitel die Aufgaben des Gemeindewaisenrats nach Reichs- und Landesrecht (speziell auch seine Pflichten auf dem Gebiet der Zwangserziehung Minderjähriger) und bespricht zum Schluß die Mängel deS Instituts, wobei er gleichzeittg zu deren Abstellung beherzigenswerte Vorschläge macht. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß in dieser Monographie zum erstenmal eine für die öffentliche Wohlfahrtspflege außerordentlich wichttge Einrichtung eingehend gewürdigt wird, das Institut der sog. Waisenpflegerinnen. Sie haben die Aufgabe, unter Leitung des Ortsgerichts bei der Deauffichtigung der im Kind"salter stehenden Mündel und bei der Ueberwachung weiblicher Mündel mitzuwirken, sie sind berechtigt, von Vormündern, Eltern und Pflegeeltern die hierzu erforderliche Auskunft einzuziehen, die Mündel in den Wohmmgen anfzusuchen und die wahrgenommenen Mängel zur Anzeige zu bringen. In Hessen besteht dieses Institut zur Zett ttitt in Offenbach und WormZ (hier Armenpflegerinnen genannt); nach dem Gesetz ist die Einführung noch möglich in Darmstadt, Mainz und Gießen. Für Mainz ist eine entsprechende Anregung bereits erfolgt. Auch für Gießen dürfte es sich empfehlen, dieser Frage näher zu treten.
Tie Schrift kann, wie dies auch von fachmännischer Seite in der hessischen Rechtsprechung vom 1. Oktober 1902 geschehen ist, den Gemeinden zur Anschaffung warm empfohlen werden; sie wird den OrtSgerichten in allen einschlägigen Fragen ein sicherer und zuverlässiger Wegweiser sein. —i—
Vermischtes.
* Limburg, 4. Dez. Im benachbarten Nieder-Erbach stürzten laut „Nassauer Boten" gestern nachmittag auf der Schiefergrube zwei jugendliche Arbeiter mit dem Förderwagen in einen 25 Meter tiefen Schacht und blieben sofort tot
* Bochum, 4. De^. Vie amtlich mitgeteilt wird, sind bei dem Brandunglück in der Konditorei von Köster sieben Personen umgekommen. Zwei, die als tot bezeichnet wurden, sind gerettet. Ta? Befinden der im Krankenhause untergebrachten Verletzten ist befriedigend. Die die „Doch. Ztg." mitteilt, ist der Regierungspräsident RenverS au5 Arnsberg behufs ?Mtnerfung über daS genannte Drand- unglück hier eingetroffen.
* Wien, 4. Tez. Auf einer Diese des Militär- SchießplatzeS war heute vornrittag eine Abteilung Soldaten 0,amit beschäftigt, einen Baum zu fällen, als'dieser plötzlich umstürzte und den Hauptmann, welcher die Soldaten-Abteilung befehligte, tötete.
* S a n F r a n c i ö c o . 4. Dez. Auf dem Dampfer „Pro- gresso", welcher sich in einer hiesigen Werft befand, explodierte ein Oelbehälter. 11 Mann der Besatzung werden oermißt Die übrigen wurden tot aufgefunden. Ter Sebad-n b*h-nnt 200 000 Dollar.
• Mit amtlichen Geldern durchqebrannt war der Posthalter Kernisch anS Lvderburg. AuS einem Briefe, den die HeimatSbebörde auffing, sah man, daß er nach Berlin gefahren war. Hier ermittelte ihn die Kriminalpolizei in einem Privatbotel, nahm ihn fest und führte ihn der Heimatsbehörde wieder zu.
punll und Nlillrnschast.
— Hieronp'nn» form *. Nach einem Leben voll reichen Schaffen« und schwerer Fämp’e ift, wie schon durch Tel^aramm flirt berichtet, tuercmnmu- Vorm <"r »• I. tvinr* Laude^-mann» zu Brünn im 82. Jahr« eroinen Rude emaefedrt. Bon klein I
md schwach und leidend, seit dem 16. Jahre taub infolge Lälmiun« und saft blind, überwand er Dank der Mitbille seiner Familie und seiner ebenen Willenskrast alle vbnüschen Hindernisse, und wie er unablälüa an feiner allgemeinen philosophischen Bildung arbeitete, ko entkaltete er von der Fuaend bis zum späten Alter eine nufteri ordentlich schöpkenkche Thätiakeit. die firti auf Lyrik, Ermbluuaey und Philosophie erüreckte. Am 9. Auaust 1821 zu Nikolsburg in T/nliren als Sohn emeS Kaufmanns neboren, lenkte er schon nl< Ionalinq von 22 Fahren die Aufmertamkeit auf üch mit feiner mobamedanifchen Faustsage .Abdul* ; 1S47 kolgten .Wiens poetische Schwingen und Federns die wegen ihrer Angriffe au» die steukur den Dichter zur Flucht nach Berlin und zur Annahme "keines SrfiriftfteUemnnienfi veranlaßten. Fn Wien wirkte er dann als Publizist und Kritiker. Nach seiner Verheiratung (185«) lebte er erst in Baden bei Wien, von 1873 an in Dresden und endlich während des letzten, durch schwere Leiden aetnibfen Jahrzehnts in Brünn. Neben einer stattlichen Reihe von Novellen und Romanen ist an seine Werke philosophischen Charakters zu erinnern, an bie philosophisch-kritischen Streifmqe 1873), .Naturgemäß' (2. A. 1883) und an den »grundlosen OvtimiSmus' (]R94i. E,m rhflo- fophischer Hauch befreit auch viele seiner zartempsundenen Gedichte, denen er noch 1897 einen .Nachsommer' folgen ließ.
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Mainz, 4. Dez. Bor dem Schwurgericht Hatte üch vor» gestern der Gerichtsvollzieher Heinrich Dokel aus Bingeu wegen Verbrechens im Amte zu verantworten. In 45 Fällen hatte D. im Zwanasvollstreckungsversahren falsche Beurkundungen vorge- nommen, ebenft) im W.'ch'elproteswerfahren in einer großen x?[n- mhl von stallen das Protestorotokoll gar nicht in Gegenwart der Wechfellchuldner mlfgenommrn, bei Pfändungen soll er gar keine Pfandzeichen angebracht, bei Versteigerungen andere Erlösdeträge eingetragen und auf diese Weise etwa 500 Mk. unterschlagen, lein Dienstregister falsch geführt und üch auf Kosten der Schuldner bet Zuferaten von der ZeitungSerpedinon 10 bis 25 nCt Rabatt haben gewähren lassen. D. leidet an epileptischen Anfällen, er war, wie sich durch die Verbandlimq heranSstellte, für fernen verantwortungs- vollen Posten vollständig unfähig. Den Geschworenen wurden 123 Fragen vorgelegt, von denen sie nur vier bejahten. Eckt Nachts 12 ", Uhr konnte das Urteil gesprochen werden; es lautete auf drei Monate und eine Woche Gefängnis. Die Strafe wird mit der Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Dofel tft bereit» im Amte mit drei Monaten Gefängnis bestraft, auch vom Dienste fusspendien.
Wiesbaden, 4. Dez. In dem bekannten Prozeß der (5 hnm« vagner-stabrik Moet vu Ebandon in Epernay gegen die 6hnm- vagner-Fabrik Söhnlein in Schierstein, in welchem die erstere von der letzteren 1 Million Entschädigung verlangt, weil üe behauptete, Mir Saufe der kaiserlichen Pacht .Meteor' in New Bork fei ihre Marke Rbe'ngold verwendet worden, hat das Landgericht hier heute einen Beweisbefchluß ertasten. Danach foll der deutfche Botschafter in dlmerika v. Holleben als Zenge darüber vernommen werben, ob die Marke der französischen Firma zur laufe verwendet worden ist tmb ob er mit Zustimmung des Präsidenten fRoofevelt Rheingold als Taufwein bestimmt habe, und endlich, ob er dem Agenten der Firmg Söhnlein telegraphisch mit geteilt habe, eS sei Rheingold verwendet worden.
Berlin. 4. Dez. In dem hente zu Ende gestlhrten Prozeß gegen den Grasen Pückler hat der Gerichtshof nach langer Zeugenvernehmung erkannt, daß sich der Angeklagte der Beleidigung der Strafkgmmer des LgndgerichtS schuldig gemacht, die ,h>i in einem früheren Verfahren verurteilte. Die ZeittmgSberichte über seine Rede, die durch Zeugen heute erschüttert werden sollten, wurden als zuverlästig anerkannt, aber Graf Pückler trotzdem nur zu einer Geldstrafe von 600 Mk. verurteilt.
Ein bewegtes Leben. Das Gericht der 1. Marine-Inspektion zu Kiel hatte gegen den Matrosen Elev zu verhandeln und ver- urteUte den Angeklagten zu der geringsten gesetzlichen Strafe, 150 Mk. Geldbuße. Cleo hat seinen Fehltritt schon schwer gebüßt. Er wanderte hn Jahre 1899 vor seiner Aushebung nach Belgien aus. Als er dort keine Arbeit sand, lenkte et seine Schritte nach Patts; wo er auf dem Terrain der Ausstellung Arbeit zu finden hoffte Da auch hier seine Hoffnung zunichte wurde, ging er nach bourg. Nachdem er von dort aus einige kleine Seefahrten gemacht hatte, meldete er sich eine? Tages beim deutschen Konsul, um nach Deutschland geschafft zu werden. Ter Konsul bedeutete ihm, aus einem nach Deutschland fahrenben Schiffe gegen Arbeit Freisahtt nachzusuchen. Vielleicht wäre eS Elev gelungen. Zu seinem Unglück beteiligte er sich aber an einer Kneiperei, und im Zustand der Trunkenheit ließ er sich für die Fremdenlegion an werb en. Der Transport ging sogleich von Statten. Erst m Matteille kam Elev zur richttgen Besinnung. Schon nach kurzer Dienstzeit in Algier machte er einen Fluchtversuch, wurde aber eingefangen und wegen Desertion tu drei Jahren Gefängnis verurteilt, durch besondere« Gnadenakt jedoch schon nach acht Tagen begnadigt. Bi« zum September d. Js. hat er dann getreulich seinen schweren Dienst versehen, bis ihm als Posten an der marokkanischen Grenze die Gelegenheit geboten wurde, nach Marokko zu entkommen. Mit ihm flohen einige Kameraden. Durch die Hilfe des spanischen Ronlull in Marokko gelangte Elev nach Malaga und van hier durch Vermittlung deS deutschen Konsuls nach Deutschland, wo er seit seiner Rückkehr bei der 1. Matrosen-Division dient.
Handel und Verkehr. Valkswirtschasl.
— Der AufflchtSrat der Charlottenburger «»fferwerke hat beschlosten, der gegen Ende Januar nächsten Jahres einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 13V4 Proz. vorzuschlagen.
— Der Stadt Northeim wurde die AuSgabe von Mart 10000 00 3'/, proz. Anleihe genehmigt.
— In der in Stralsund abgehaltenen Generalvettamml'mq der Vereinigten Stralsunder Svielkarten-Fabnken-Aktiengesellschaft wurde die sofort zahlbare Dividende auf 6 Proz. festgesetzt.
— Ter Aussichtsrat der Zuckerraffinerie Braunschweig Hal eine Dividende von 4 Proz. (L D. 6 Proz.) vorgeschlagen.
Märkte.
Gießen, 5. Dez. Sei dem am 26. und 26. November hier stattgesimdenen Markte waren aufgehrieben 1016 Rindvieh 869 Schweine. Der nächste Markt findet am 9. und 10. Dezember statt- am letzten Tage auch Krämermarkt.
Meteorologisl^e Beobachtungen
der Station Gießen.
Dezember
Barometer auf 0' reduziert
der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windttchtung
Windstärke
Detter
9“ $ 754,6 —7,1 9” f, 757,1 1 - 9,3 r* \\ 757,8 —12,1
1 1
Höchste Temperatur Niedrigste ,
2.0
1,8
1,6 am
70
68
k-k k—k
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