Ausgabe 
5.11.1902 Erstes Blatt
 
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in Jonasthät 21100 Mk. eingestellt. Gegenüber der in der Denkschrift zu dem Etat für 1899 für Schulbauten des Trakehner Hauptgestüts einstweilen vorgesehenen 51000 Mk. wurden allo 53 050 Mk. mehr bewilligt. Die Schulbauten werden Enoe 1902 fertig sein.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. November 1902.

* * Gedenktage. Am 6. November 1771 wurde in Prag der Erfinder der Lithographie, AloyS Senefelder, »geboren. Als es chm gelungen war, die vertiefte und erhöhte Manier des Steindrucks zu entdecken, verließ Seneselder die Ungeschlagene Theaterlaufbahn und errichtete in München eine chemische Steindruckerei, druckte Landkarten, farbige Blätter, Lie den Oelgemälden gleichen, und Noten. Der Musik- Verleger Andrs in Offenbach zahlte Seneselder für seine Er­findung des Notendrucks 2000 Thaler.

* Konzert-Verein. Am nächsten Sonntag werden rott die Bekanntschaft einer Sängerin machen, die trotz ihrer Jugend, heute schon in erste Linie zu stellen ist. Von einer Novize kann hierbei nicht gesprochen werden, liegen uns doch aus verschiedenen großen Städten Berichte ernster und strenger Kritiker vor, die Fräulein Agnes Leydhecker, so heißt tdie junge Sängerin, als eine ausgereifte Künstlerin bezeichnen. Hoch intereffant ist es dabei, daß in einigen Berichten der Mezzo-Sopran, in anderen der Altstimme besonderes Lob zutell wird. Fräulein Leydhecker ist also im Besitz einer ungewöhnlich umfangreichen Stimme, die zu den Seltenheiten zu zählen ist. Die KunstzeitschriftMusik- und 2£)eaterroelt* in Berlin brachte im vorigen Jahre folgenden Artikel:

Der Liederabend von Agnes Leydhecker ließ uns die höchst erfreuliche Bekanntschaft mit einer ungewöhnlichen stimmlichen, seelischen und geistigen Begabung machen. Der Künstlerin aus- oiebiger Mezzosopran ist in guter Schule erzogen, strömt in allen Drei Registern wann und ungehindert aus und ist durch sorgsanie und vernünftige technische Arbeit befähigt, Humor und Ernst gleich Mähren Ausdruck zu verleihen. Sie sang Bach, Mozart, Brahms, Gluck und Beethoven und gab damit lauter Juwelen ihres gesang- künstlerischen Vernwgens. Auch sechs Lieder von Arnold Mendels­sohn befanden sich auf dem Programm."

* Oeffentliche Lesehalle. Im Oktober 1902 wurden 2067 Bände verliehen. Davon kommen auf: Er­zählende Litteratur 1010, Illustrierte Zeitschriften 458, Versdichtungen 43, Jugendschnften 243, Litteraturgeschichte 24, Länder- und Völkerkunde 55, Kulturgeschichte 24, Ge­schichte und Biographien 68, Naturwiffenschaft, Tech­nologie 65, Seewesen 13, Gesundheitslehre 12, Philosophie und Religion 14, Staatswiffenschaft 5, Sprachwissenschaft 4, Fremdsprachliches 9 Bände. Nach auswärts kamen 36 Bände.

8 Butzbach, 4. Nov. Infolge einer telegraphischen Falschmeldung war gestern Vormittag das Gerücht in hiesiger Stadt verbreitet, der hölzerne Wachtturm auf dem nahen Schrenzerberg sei gegen Morgen abgebrannt. Dies ist aber nicht der Fall, vielmehr steht der Turm die Nachbildung eines römischen Wachtturmes nach persön­licher Ueberzeugung noch in seiner ganzen Größe auf dem alten Platze. Das Gerücht ist lediglich darauf zurückzuführen, daß bei dem Turme angeblich ein Feuerchen gesehen und dann ohne weiteres ein Brand des Turmes gemeldet wurde; der Turm ist jedoch völlig unbeschädigt. Der Gesangverein Orpheus" dahier begeht am Samstag sein diesjähriges Stiftungsfest, wobei ein gemeinsames Mahl den leiblichen Bedürfnissen der Vereinsmitglieder Rechnung tragen soll.

ti. Stockhausen bei Lauterbach, 4. Nov. Zur Er­innerung an den großen Brand am 29. März 1899, dem

ein großer Teil des Dorfes, die Oberförsterwohnung und die Postagentur zum Opfer fielen, hatte die Gemeinde die Er- richtung eines kirchlichen Feiertags geplant. Tie Synode und das Oberkonsistorium erteilten die Genehmi­gung.

Kassel, 4. Nov. Daß Kommoden und Kaffen­schränke samt ihrem oft kostbaren Inhalt gestohlen und weg­geschleppt worden find, ist dagewesen, daß aber ein Neubau samt darin aufbewahrten Werkzeugen gestohlen werden und spurlos vom Erdboden verschwinden kann das dürste denn doch noch nicht dagewesen sein. Der Fall hat sich jetzt in Steinbruch bei Wattenbach ereignet. Als der Besitzer des besagten isoliert stehenden Hauses nach längerer Abwesenheit eintraf, um die Räume zu besichtigen, fand er das Haus nicht mehr vor. Es war wirklich gestohlen, bis auf den Grund abgebrochen vom Erdboden verschwunden. Ter mehrere Stunden entfernt wohnende Verwalter des Hauses konnte dem auf so peinliche Weise überraschten Eigentümer als ein­ziges Ueberbleibsel des ehemaligen Besitzes nur die Schlüffel überreichen. Tie gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

iöchsle Temperatur am 2.-8. November + 8,0 °C.

Niedrigste , , 2.-3. , + 0,8 C.

4.

November

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Wetter

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+ 7,9 + 1,0 M

E. BE. ENE.

*6

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Sonnenschein siernh. Himmel Heller Hunmel

Kunst und Wissenschaft.

Ein unbekanntes Gedicht von Schiller wird den Mitgliedern der Goethe-Gesellschaft in diesem Jahre als besondere Beigabe yim 17. Bande der Schriften der Gesellschaft vor Weihnachten zugehen. Pvos. Tr. Suphan berichtet darüber in derWeim. Ztg." als Ergänzung eines dort erschienenen Referats über einen von chm gehaltenen Vortrag:Tie betreffende Stelle in meinem Vortrage bezog sich auf die Veröffentlichung des Schcklerschen Entwurfs zu einem großen GedichteDeutschland". Tiefe wird zur Zeit vorbereitet. Aus etlichen zur Erklärung dienen­den Blättern wird denn auch über den Anlaß der Dichtung zu reden sein, die man bisher unzutreffend alsSäkular­gedicht" zu bezeichnen Pflegte. Zu Unrecht wird in dem Referat der Cousine von Schillers Gattin, Christiana von Wurmb, ein aktiver Anteil an dem Entstehen des Gedichts zugeschrieben. Tem vortrefflichen Wiädchen sind die Ver­ehrer des Dichters für immer zu Dank verpflichtet; schöner und anspruchslos-anmutiger als sie hat niemand Reden aus Schillers Munde ausbewahrt. Ties ist Verdienst genug. Was Schiller zu der jungen intelligenten Verwandten aus Rudol­stadt, während ihm wohl jenes Gedicht im Sinne lag, von Teutschland und dem deutschen Volke gesagt hat, lesen wir (mit den übrigen Auszeichnungen Chrrstianens) in Schillers Leben, versaßt von seiner Schwägerin Caroline v. Wolzogen (II 219):Ten 28. März (1801), als ich Thee einschenkie und von meiner Lektüre des Gibbon erzählen mutzte." Ein Theegespräch an der Esplanade zu Weimar vor hundert Jahren . . ."

Vom Jnterims-Hoftheater in Braunschweig wird berichtet:lleber den Wassern" von Georg Engel hatte einen warmen Erfolg. Tas Stuck war von der Regie

mit Liebe und Feingefühl' inszeniert, das nordische Kolorit war meisterhaft getroffen. Tas DramaUeber den Wassern" erlebte ferner in Warschau, Moskau, Odessa, Lemberg, Stockholm, Kopenhagen, Mailand, Turin, Bukarest und Konstantinopel große Erfolge. Im Dezember sieht Georg Engels neuestes Wirk seiner Prenrisre in Christiania und Paris entgegen.

Dem Coulissen-Aberglauben wurde bei der Eröffnungs-Vorstellung im Neuen Frankfurter S ch au s p i e l h au s e ein kleines Opfer gebracht: auf offener Szene zerbrach man ein Glas. Es war kein Ge- ringener ats Doktor Faust selber, der seine berühmte Phiole zertrümmerte, als er den Gisttrank aus der Hand setzte. Wenn nun in diesem schönen Hause nicht alles nach Wunsch geht, so trifft keinen Mitwirkenden die Schuld.

Kuiversttüts-Kachrichtrn.

Berlin, 4. November. Zum Chefarzt und Leiter-deS neuen Schöneberger Krankenhauses hat der Magistrat den Leibarzt der Königin von Württemberg, Professor Länderer in Stuttgart, gewählt.

Arbeiterbewegung.

Paris, 4. November. Gestern Abend fand eine Konferenz zwischen den Delegierten der Grrrbengefelljchaflen und den Berg- arbeltern im Beisein der von der Regierung ernannten Schleds- rlchler statt. Es kam jedoch zu keinem Resultat.

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Kinzenbach. Bei Korrespondenzen an uns muß unbedingt da? Datum angegeben werden, ohne dieses können bie Korrespon­denzen nicht berücksichtigt werden.

GUTEN DAS BESTE.

Dieses ist die einzige Quaker Oats Packung. Alles andere, somit ausgewogene Waare ist Nachahmung.

Quaker Oats Brei (das Rezept für denFrüh­stückstisch" steht auf jedem Packet) ist schnell zubereitet und ganz besonders zu empfehlen.

Quaker Oats

Leitenstück in dem Meister Anton in HebbelsMaria Mag­dalena* hat. Bei einem Triesch-Gastspiel vor zwei Jahren bot ihn uns Herr Ramseyer in einer trefflichen unver­gessenen Darstellung. Diesmal aber war Herr R. einschlech­ter Musikant", wenigstens in dem Akte, in dem ich ihn sah, verdorben durch allzu indiskrete Farben. So derbe Farben erfordert der Rahmen der Dichtung wahrlich nicht, ebenso wenig solche zerfahrene Hast.Wenn er aufbraust", so charakteri­siert ihn Kuno Fischer,wenn ihm über die Thorheiten der Frau das Blut in den Kops steigt, da kommt er ins komische Pathos und sprudelt von origineller Beredtsamkeit, Witz und Satire, da ist jedes Wort der ganze Mann". Bei Herrn R. fehlte das Runde, Behäbige, Vollsaftige und Herzens­warme dieses groben Schwaben. Die dritte Insassin des Miller'schcn Hinterhauses, um die moderene Bezeichnung für ein derartiges Milieu zu gebrauchen, Frau Jenny, ließ von dem wahren Charakter dieser ins kupplerisch Gemeine über­tragenen Claudia auch kaum etwas ahnen. Herr Gerl ach zeigte mehr von der Würde des allmächtigen Staatsmannes in Haltung und Sprache, als von der Hofluft des Fürsten­dieners. Er hatte gute Maske gemacht und zeichnete den Charakter, den er konsequent festhielt, in starken, deutlich her­vortretenden Linien. Es war aber mehr derb Solides an diesem Präsidenten, als von dem Schleichenden des schuftigen Intriganten; ein hochgeborener Erzschelm ohne höfische Glätte. Der Präsident ist freilich auch die einzige Gestalt in dem ganzen Stück, zu dem der große Dichter in kein rechtes Ver­hältnis hat kommen können. Denn in dieser Gestalt ist alle Schuftigkeit von der Gemeinheit überwogen und für das Ge- memc fehlte dem Dichter der Sinn. Selbst zu dem Dumm- köpf v. Kalb und dem Schurken Wurm gab eS für ihn Brücken und Hinleitungen, die hier, wo nur die niedrigsten Instinkte vorwalten, völlig fehlen und so hat der Dichter sich mit dem Präsidenten als einem Unvermeidlichen zwar aus­kömmlich abgefunden, aber in einer Weise, der man eS nach- fuhlt, wie widerwärtig und verhaßt ihm dieser Geselle im Grunde seiner Seele gewesen ist. Daü Prestiffimo-Finale des zweiten Aktes: der Präsident im Hause deS Kunstpfeifers, erfordert übrigens ein atemlos hastendes, sich in Angst und zornigen Drohungen überstürzendes Spiel. Herr Steinert schwankte mit seiner Darstellung des Wurm zwischen der alten traditio­nellen Jntngantenweise und der modernen diskreten Art; Schauspielerische Tüftelei, theatralischer Aufputz, wie wildes Augenrollen, diabolische Bewegungen :c. sind nicht nach der Art des Herrn St. und das hat vieles für sich. Aber Hallunken von dem Maße deS Wurm ist von dem Dichter zur Pflicht gemacht, entsetzlich zu wirken durch eine Unsumme

von Haß und Niedertracht. Wurm hat z. B. in der Szene, da er sich die seelische Schwäche des bedauernswerten Mädchens zu Nutze macht, ferne dämonische Gewalt zu zeigen, die ihr Opfer suggeriert; er ist nicht nurWurm", sondern auch Schlange. Der Hofmarschall von Kalb, deffen Ahnherren imHamlet", unter dem Geschlecht der Rosenkranz und Güldenstem zu suchen sind, war in der Darstellung des Herrn Zoder von sehr wirkungsvoller, wenn auch etwas übertriebener Komik, und auch Herrn Battige gelang die allzubreite Betonung des Tragischen in der Rolle des alten fürstlichen Kammerdieners, ber soeben zwei Söhne durch die Schachcrwut des Despoten verloren hat, ganz gut.

Im allgemeinen hatte die Regie (Herr Gerl ach) den Text so abgetönt, daß bie Hanblung auf ber Bühne bie ge­fährlichen Stellen, bie in allzu reichlichem Pathos sich er­gehen, nicht sehr erkennen ließ, unb bewies daburch, baß ihr bas rechte Verstänbnis innewohnt. Im Einzelnen sei auf bie Gewohnheit bieses unb jenes aufmerksam gemacht, nach jeher Rebe einen hastigen Spaziergang über bie Bühne zu machen unb den Partnern, die ihm angenehme ober unan­genehme Dinge sagen, ganz egal, verächtlich ben Rücken zu- zukehren. Derartiges ließe sich zum Vorteil für bas Ganze bei einigem Willen boch vielleicht besiegen. Das szenische Bild unb bie Kostüme waren angemessen unb geschmackvoll, unb es sind hier nur zwei Kleinigkeiten, hin­sichtlich deren ich meine Bedenken nicht verschweigen will. Bei uns ist derSaal des Präsidenten" nach alter, ober darum noch lange nicht guter Sitte eine Halle, deren lose Thüren unberufene Lauscher geradezu an locken müflen; man braucht sich jedoch nur einmal die in diesem Raume ge­führten kompvomittierenden Gespräche zu vergegenwärtigen, um zu begreifen, daß diese Szenerie an dieser Stelle un­möglich ist. Unb ebenso würde für das Boudoir der Mil­ford eine geschlossene Tekoration zweifellos geeigneter fein, da die peinliche Unterredung mit dem Major für uns, die Zuschauer, nur noch peinlicher wird, wenn sie bei offenen Thüren vor sich geht, und wir jeden Augenblick das Er­scheinen eines unberufenen Tritten gewärtigen. Es ist na­türlich, daß bei den Dramen unserer größten Klassiker jeder Fehler besonders nahe geht; andererseits aber ist's ebenso natürlich, daß eine stattliche Anzahl von eifrigen Proben nottvenoig ist, ein langes und eingehendes, unge­störtes Studium, zu dem unsere Künstler wohl kaum die Muße finden dürften, besonders bei dem gewiß zu schätzen­den Streben des Tirektors, immer neues dem Publikum zu bieten. Unter dieser letzteren Voraussetzung kann man bie gestrige Vorstellung immerhin alS recht gelungen be­zeichnen,wenn auch manchmal vornehmlich bet einem der Dar­steller, Vergewaltigungen des Textes vorkamen, bie an den Gallima thias erinnern tonnten, ben eine bekannte Theater­

anekdote einem berühmtenFerdinand-Darsteller in den Mund legt:Umengle Dich mit dem ganzen Gurte Deines Stolz- lands! Ich verjüngte Dich ein deutscher Werfling!"

Für verkannte Genies tröstend ist eine Kritik, welche Pros. Blessig von der theologischen Fakultät der Straßburger Universität in seinen Straßburger Gelehrten Anzeigen 1784 über Schillers Fabale und Liebe" ver­öffentlichte. Es heißt darin:Abermals ein Produkt von einem unser brausenden unb unverbesserlichen Kraft­genies, die es sich zur Pflicht gemacht zu haben scheinen, alle, auch die gesundesten Kritiken zu verlachen, und de« Menschenverstände und guten Geschmack zu Trotz die teutsche Theaterwelt mit den abenteuerlichsten Schauspielen heim- zusuchen. Wann wird doch unser Publikum einmal einen so richtigen Geschmack für das wahre Schöne und in der Thal Große beEommen, daß es unseren Dichterlingen durch feilt Mißfallen an den Auswüchsen ihrer verstiegenen Einbll- dungökraft zu verstehen geben wird, daß man deswegen eben nocy kein guter Dichter ist, weil man eine Sprache führt, die von fr er gewöhnlichen Sprache des Men,chen ganz verschieden ist, und daß zu einem guten Trauerspiele mehr erfordert wird, als daß man Räuber, Mörder, Gift­mischer, Kuppler unb Ungeheuer in Menschengestalt unter einander auftreten und sich gegenseitig pöpclhast ous- hudeln, plündern, morden und vergiften läßt, daß einem ium auch in frier KrajLsprache zu reden) die Haare zu Berge stehen, wie die Cedern auf dem Berge Libanon? Wann werden doch unsere Parterre einmal eine so richtige Beurteilungskraft haben, doß sie bey der ersten Vorstellung sogleich ein Theaterstück auspseissen, roorinnen die Sprache teils unsinnig, teils pöpelhaft und obscen ist unb die Cha­raktere und Empfindungen der handelnden Personen über­spannt, geschraubt, verzerrt, mit einem Worte tarikaturcn- und srazzenmäßig sind! Aber freylich, was helfen da alle Kritiken, so lange dergleichen Stücke nicht nur aufgefuhrt, sondern auch beklatscht und bewundert werden! Man kann zwar x?erm Schiller nicht absprechen, baft er einige Anlage zu einem tragischen Tichter hat, welche er aber durch Menschenkenntnis und durch unablässiges Studieren der besten Muster in diesem Fache hätte ausbilden sollen. Daher kommt's nun, daß diese Herren alsdann allerdings niemand, auch nicht einmal die Natur, nachahmen, sondern die ganz rohen Geburten ihres eigenen schwindeliiden Gehirns gleich- sam als ungeleckte Bären in die Welt hinauswerferi, um oesto mehr Areude an diesen lieben Kindern zu haben, je ungestalteter und cchenteuerlicher sie aussehen." So der Straßburger Professor. So siiid sie alle! werden die entgleisten Thcateroichter unserer Kett ausrufen, nämlich die Kritiker. Leider smd es nicht alle Schillers, die schlecht reLsnsiette Stücke schreibe»!