Oktober ist wie folgt festgesetzt worden: Allgemeine Stellung der Partei (Abg. Tr. Bassernurnn und Geh. Jusftzrat Prof. Tr. Kahl,. Finanzielle Beziehung der Emzelstaaten zürn Reich (Abg. Dr. Sattler). Verkehrswesen im Reich und in den Einzelstaaten (Aba. v. Eynern). Wirtschafts- unü Handelspolitik (Abg. Prof. Tr. Paasche. Abg. Roll- fuß-Zittau-. Fragen der Mittelstanbsp olitik (Dr. Hugo Bottger. Abg. Dr. Eckels-, Kolonialpolitik (Abg. Prof. Dr. Hasse-. Sozialpolitik (Abg. Pros. Dr. Hieber. Abg. Hilbck). Organisation und Wahlvorbereitung (Generalsekretär Patzig. Rechtsanwalt Tr. H. Fischer-Köln).
— Die Stadtverordnetenversammlung nahm den bereits gemeldeten Antrag der alten Linken, neuen Linken und der freien Fraktion, dem sich die Sozialdemokraten anschlossen, betreffend die Fleischteuerung, hervorgerufen durch Hemmung der Einfuhr, an.
Krefeld, 4. Sept. Gegen den in Aachen am 31. August gefaßten Beschluß der Delegierten des Web er - verbandes und verwandter Berufsgenossen betr. die Verschmelzung mit dem deutschen Textilarbeiter- verbande, wurde vom Vorstand des Weberverbandes Einspruch erhoben, da nach dem Statut derartige Beschlüsse mit einer Stimmenmehrheit von sieben Achteln erfolgen müssen. Ter Aachener Beschluß wurde mit 29 gegen 25 Stimmen gefaßt Tie gestern abgehaltene Versammlung der hiesigen Filiale des Weberoerbandes, die gleichzeitig den Hauplvorsland stellt, erhob gleichfalls Ein- spruck) gegen den Verschmelzungsbeschluß.
Mannheim, 4. Sept. Ter 4. Kongreß des deutschen Verbandes für kaufmännisches Unterrichtswesen wurde heute nachmittag durxh. den Vorsitzenden Regierungsral Tr. Stegemann-Braunschweig eröffnet. Tie Teilnehmer wurden begrüßt namens des Reichsamts des Innern durch Geh. Reg.-Rat van der Borght, im Auftrage der badischen Regierung durch den Geh. Oberregierungsrat Psisterer-Mannhetm, namens des Großherzoglichen Oberschulrates zu Karlsruhe durch Regierungsral Mair. Ansprachen hielten ferner Oberbürgermeister Beck-Mannheim namens der Stadt, Tirektor Hoftmann namens der Mannheimer Handelskammer, Realschuldirektor Loeßl-Ludwigs- hafen namens der Stadt Ludwigshafen. Tie geschäftlichen Verhandlungen nehmen morgen ihren Anfang.
Stuttgart, 4. Sept. Ter Gemeinderar nahm mit allen gegen die Stimme eines Konservativen einen Antrag an, durch welchen das Ministerium ersucht wird, bei dem Bundesrat und dem Reichskanzler für die O e f fn un g d er Grenzen zur unbehinderten Einfuhtc von lebendem Schlachtvieh, insbesondere Schweinen, einzutreten.
München, 4. Sept. Tas Gemeindekollegmm beschloß heute, das Staatsministerium zu ersuchen, alle Schritte beim Bundesrat und beim Reichskanzler zu thun, um die Einführung von Vieh möglichst zu erleichtern und die Einführung von Schweinen aus Rußland zu gestatten, sowie gegen jede Zollerhöhung aus Fleisch hinzuwirken.
Heer und Flotte.
Wiederholte Zulassung zur Prüfung für den einjährig-freiwilligen D i e n st. Der Reichskanzler hat vorbehaltlich der Abänderung der Wehrordnung genehmigt, daß bei Anträgen von Bewerbern auf wiederholte Zulassung zur Prüfung für den einjährig-frei- willigen Dienst vor den Prüfungs-Kommissionen schon jetzt nach folgenden Grundsätzen zu verfahren ist: „Besteht em Bewerber die Prüfung vor der Prüfungskommission nicht, so ist eine einmalige Wiederholung zulässig. Ist auch diese erfolglos, so darf der Bewerber von der Ersatzkommission 3. Instanz nur in ganz besonderen Aus- nahmesällen zum dritten Male zur Ablegung der Prüfung zugelassen werden. Tie Bestimmungen der Anlage 2, § 16 der Wehrordnung, wonach a) für die wiederholte Zulojsung Voraussetzung ist, daß bie Prüfung noch vor dem 1. April des Kalenderjahres erfolgen kann, in welchem die Bewerber das 20. Lebensjahr vollenden; b) die Prüfung sich in jedem Falle auf sämtliche Prüsungsgegen- tände dertzZ 1 uird 2 der Anlage 2 erstreckt, bleiben auch einer in Kraft. In dem Gesuch des Bewerbers zur Prü- ung ist anzugeben, ob, und wie ost und wo sich der Betreffende eine Prüfung vor einer Prüfungs-Kommission bereits unterzogen hat." Die Kgl. Generalkommandos haben in Gemeinschaft mit der in Betracht kommenden Zivilverwaltungsbehörde die ihrem Bezirke befindlichen Prüfungs-Kommissionen mit Weisung zu versehen.
Ausland.
London, 4. Sept. Lord Roberts, Kriegsminister Brodrick, sowie die Generale Kelly-Kenny, French und Jan Hamilton sind heute nach Deutschland abgereist, um den Kai s erm anö v e rn beizuwohnen.
— Seit dem 7. Juli wurden, wie aus Kapstadt gemeldet wird, 480 Offiziere und 90000 Mann aus Südafrika nach England und den Kolonien zurückbesördert. — Aus k a p st a d t wird ferner berichtet, daß die h o l ländischen Farmer der Kolonie alle englischen Händlerboykottiert haben. Die Letzteren beschwerten sich deswegen bei dem Premierminister Sprigg, wurden aber von diesem mit der Begründung abgewiesen, daß er hieran nichts ändern könne.
Budapest, 5. Sept. Tie serbische Bank in Agram wurde unter militärischen Sck-utz gestellt, da Drohbriefe vorliegen, diese in die Luft zu sprengen. Vrele Verhaftete erklären, daß sie von Agitatoren bezahlt wurden. In Semlin herrscht eine derartige Erregung, daß dorthin sowie nach Sis s ek, wo ernste Juden krawalle drohen, Militär entsendet wurde.
Belgrad, 4. Sept. In Wranja (Südserbien) sand ein Anschlag auf den früheren Abt Sawa, Archiman- driten des Klosters Gabrowatz ^Diözese Risch), statt, angeblich weil er die Amlsthätigkeit des Bischofs Mkanor von Risch in Schriften kritisierte, wodurch eine Untersuchung gegen Nikanor nötig wird. Der Archimandrit Sawa war seit kurzem im Kloster Leptschinje cingesperrl, um Buße zu thun. Er wurde nach Wranja befördert, um vor Gericht gestellt zu werden. Er reizte ben ihn begleiteten Vorsteher be« Klosters Leptschinje auf der Reise durch beleidigende Sck)mähungen, worauf Letzterer ben Anschlag gegen Sawa aiK'übte.
Petersburg, 4. Sept. Das offizielle, vom Leib- accoucheur Professor Ott und bem Leibchirurgen Dr. Hirsch ausgegebene Bulletin über eine Fehlgeburt ber Zarin wird in informierten Kreisen angezweifelt. Wie verlautet, soll es sich hier um einen seltenen Fall von eingebildeter Mutterschaft handeln Medizinische Fachmänner halten es für unmöglich, daß, nackdem her Zustand guter Hoffnung bereits neun Monate über dauertr also ein normales, aber totes Kind haue gcvoren
werden müssen, eine Fehlgeburt so ungefährlich verlaufen könne, daß nicht einmal Erhöhungen der Temperatur und des Pulsschlages bei der Zarin ein getreten wären. Rach einer Version soll es sich um ein Myom handeln. (Myom ist eine gutartige, bis Kindskopf große, aus platten Muskelfasern bestehende Geschwulst, das nur operativ beseitigt werden kann. Red.) Dadurch könnte die Zarin wohl im Glauben bestärkt sein, daß sie sich in gesegneten Umständen befände. Die Zarin ließ sich zudem niemals untersuchen Erst gestern entschloß sie' sich, nach Professor Ott zt: chicken. Dieser Vertrauensmann habe nun konstatiert, das, 'eine Mutterschaft vorhanden sei. Tie damit verbundenen Erscheinungen kommen bisweilen vor. Allerdings könnte auch möglich sein, daß die Kaiserin nicht früher bemerkt haben möchte, daß sie eine Fehlgeburt schon vor einiger Zeit gemacht habe.
— Wie aus Kopenhagen depeschiert wird, herrscht >ort eingelaufenen Privatmeldungen zufolge, am russi chen Kaiserhofe sehr gedrückte Stimmung vor. Tii Zarin bedarf absoluter Ruhe, ihr Befinden nimmt bisher normalen Verlauf.
— Kaiser Nikolaus begiebt sich am 9. d. M. nach Kursk zu den Kaisermanövern und von dort mit einer Familie nach der Krim, wo dieselbe bis Dezember bleibt. Alsdann erfolgt der Gegenbesuch des Zaren beim König von Italien.
Hongkong, 4. Sept. Tie Boxer in Canton erließen eine Bekanntmachung, in der sie das Volk aufreizen, i)ti Ausländer niederzumetzeln. Man glaubt, daß der gestern begonnene Bau der Canton-Hankau-Eisenbahn, owie die für die Bezahlung der Indemnität getroffenen Maßnahmen den Erlaß der Bekanntmachung veranlaßt haben.
43. Aenoffenschaftstag. n.
Kreuznach, 3. Sept.
In der gestern abend abgehaltenen Generalversammlung wurden Tirektor Rat Proebst (München) zum ersten, Justiz'- rat Dr. Alberti (Wiesbaden) zum zweiten und Lankdirektor Weinreis (Kreuznach) zum dritten Vorsitzenden gewählt.
In der ersten Hauptversammlung teilte ber Vertreter bes preußischen Landwirtschaftlichen Ministeriums, Geh. Regierungsrat Brümmer, mit: Das Ministerium ür Landwirtschaft ist seit langer Zeit bestrebt, in den ihr unterstehenden landwirtschaftlichen Schulen das Genossenschastswe sen als Lehrgegenstand einzuführen. Der Anwalt Abg. Tr. C r ü g e r erftatete danach >en bereits gestern im Auszuge mitgeteilten Rechenschaftsbericht und bemerkt: Wir wollen weder Staatshilfe, noch daß in die Genossenschaften Parteipolitik getragen werde. Ich bin entfernt, ber sozialdemokratischen Reichstagsfraktion einen Vorwurf zu machen, aber es ist doch nicht zu leugnen, >aß an ber Spitze einer großen Anzahl Konsumvereine notorische Sozialdemokraten stehen, die das Be- ’treben haben, mit Hilfe ber Konsumvereine die heutige Wirtschaftsordnung umzustürzen. (Rufe: Sehr richtig unb heftiger Widerspruch.) Unsere Genossenschaften dürfen den neutralen Boden niemals verlassen, wenn sie den von Schulze-Telitzsch ausgestellten Grundsätzen treu bleiben wollen. Leute, die in die Konsumvereine den Klassenkampf hineintragen, haben in unserem Verbände keinen Raum. (Stürmischer Beifall und heftiger Widerspruch.) Tie politische Parteistellung der Genossenschaftsmitglieder ist uns vollständig gleichgiltig. Wir können nicht mit Leuten weiter in gedeihlicher Weise Zusammenarbeiten, die, wie von den Konsumvereinen Hamburgs geschehen, in ihrem Wochenbericht einen Satz aus dem Buche des Tr. Riehn abdrucken, der da lautet: „Schulze-Telitzsch sucht mit bombastischen Redensarten die "Nacktheit der deutschen Genossenschaften zu verdecken". (Hört, hört!) Ich erkläre dies Buch für eine Schmähschrift ersten Ranges. (Stürmischer Beifall und heftiger Widerspruch.) Nur durch Festhalten an ben Grundsätzen von Schulze-Delitzsch werde es ben Genossenschaften möglich sein, bem Mittelstanbe und den Arbeitern zu helfen. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.)
Tr. phil. Riehn-Bonn: Ich bebaute, baß Tr. Crüger mein Buch eine Schmähschrift genannt hat. Ich bin ein Verehrer von Schulze-Telitzsch. Ich habe nur sagen wollen: Schulze-Delitzsch nahm erst Anstand, aus dem von ihm Geschaffenen bie notroenbigen Konsequenzen zu ziehen. Die Schulze-Delitzschen Grundsätze sind nicht durchführbar, ohne rücksichtslose Ausschaltung der Konkurrenz. Ich stehe auf bem Standpunkt von Schulze-Telitzsch, Dr. Erüger hält aber an den vor 50 Jahren aufgestellten Grundsätzen fest, die längst der Lächerlichkeit verfallen sind.
Dr. Crüger: Wie jemand, ber ben genannten Satz aufstellt, sich als Verehret von Schulze-Delitzsch aufspielen kann, ist mit unverständlich. Wir können es nicht dulden, daß unsere Genossenschaften zur Führung des Klassen- lampses benutzt werden.
Abg. v. Elm-Hamburg: Indem wir an der Ausgestaltung der Konsumvereine mitarbeiten, stellen wir uno auf den Boden ber heutigen Wirtschastsorbnung. Die heutige Wirtschaftsordnung wird sich selbst umstürzen.
Abg. Pöus-Dessau: Sollten Sie die Arbeiter aus Ihrem Verbände auöschließen, Sie haben ja noch vorläufig die Mehrheit, dann wird bas bet Entwickelungsfähigkeit ber Konsumvereine nicht ben geringsten Schaben thun (Beifall und Wib er sprach.)
Arbeitersekretär Katzenstein-Mannheim: Ter ganze Kampf beschränkt sich lebigUd) auf die ston|umoereme. Die Ktebitvereine werden nach wie vor reaktionär bleiben. (Beifall und Lärm.) Mögen Sie uns ausschließen, Sie werden die Entwickelung der Konsumvereine nicht aufhalten. (Lebhafter Beifall und heftiger Widerspruch.)
Frau Helene Steinbach-Hamburg: Tie große Entwickelung der Konsumvereine ist doch lediglich ben Arbeitern zu öerbanten. (Gelächter.) Wit haben niemals ui den Konsumvereinen Politik getrieben, wir haben nur ben Mut, bie Konsequenzen aus ben Grundsätzen bes Konsum- Vereins zu ziehen. ^Beifall unb Widerspruch.)
Dr. Crüger: Ich will bemerken, baß bie Konsum- Vereine in ber Hauptsache durch bie Einführung ber beschränkt^ Haftung einen so großen Aufschwung genommen haben. Jedenfalls haben die Vorredner heute hervor- gehoben: sie haben das Bestreben, den Mittelstand zu vernichten. Nach diesen Erklärungen haben diese Leute in unserem Betoande leinen Platz. Unser Genossenschastsver- banb verfolgt den Zweck, dem Mittelstand zu helfen; eine Scheidung mit Leuten, die bas Betsteben Haden, den Mittelstand zu vernichten, ist daher je eher desto besser geboten. (Stürmischer Beifall unb heftiger Widerspruch.)
Es tritt danach eine Längere Mittagspause ein. Nach Wiedereröffnung der Verhandlung beantragt Anwalt Tr. Crüger, 99 namhaft gemachte Konsumverein und P r o d u k 11 v g e n o s s e n s ch a s t e n aus dem Berhasde auaiuj^lie&en. Etz ijanöelt sich
hier nicht um Persönlichkeiten, sondern um $toei ent* gegenstehende wirtschaftliche Richtungen.
Arbeitersekretär K atz en st ein- Mannheim: Mit bie fern Antrag wirb jeber juristische Grunbsatz mit Füße, getreten. (Beifall unb Lärm - Ich ersuche, ehe Sie eine< solch schwerwiegenden Antrag annehmen, erst ben Aus» schließenden Gelegenheit zu geben, sich zu verteidigen. (Be» «all unb Lärm.)
Tirektor Werner- Berlin: Tie Herren scheinen jetz Incifen zu wollen. (Beifall und Lärm. Rufe: Un ve r schämtheit! Zur Ordnung!) Tie Herren haben sick logar nicht entblbbet, hier Vereine zu denunzieren. (Särm^ Der größte Schuft im ganzen Land ist der Denunziant Furchtbarer Lärm. Rufe: un v er s ch ä m t e r K e r l -Dani ein Zitat aus dem „Vorwärts" (Lärm-. Sie macher es ja auf Ihren Parteitagen noch bedeutend schlimmer. Be, Ihnen heißt es: „Wer nicht Ordre pariert, fliegt hinaus. ^Lärm.)
Es wurde danach der Antrag gestellt, sämtliche Konsumvereine aus bem Verbände guS- zujch ließen. (Stürmischer Beifall ber Sozialdemokraten.)
Lorenz-Zwickau: Fassen Sie nur diesen Beschluß, bann streichen Sie aber das Wort: „Allgemeiner Verband". Der Verband wird alsdann dem Marasmus oersallen unb Tr. Crüger wird der letzte Anwalt unb auch sein eigener genfer sein. (Stürmischer Beifall unb furchtbarer Lärm )
Auf Antrag bes Abg. Peus unb 30 Genossen fand namentliche A v st i m m u n g statt. Es stimmten 268 Vereine mit ja, 84 mit nein. Danach war ber Antrag Crüger angenommen. Bon Konsumvereinen stimmten 24 für, 55 bagegen.
Es fanb alsbann noch eine Besprechung über eine Reihe von Anträgen statt, die darauf hinausgehen, bem Anwalt das Recht auf Aufnahme eines Vereins in den Verband zu beschränken.
Die Anträge wurden schließlich mit großer Mehrheit abgelebt und danach bie heutige Verhandlung ge- chlossen.
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Aus Stadt and Land.
Gießen, 5. September 1902. Mitteilungen aus bem Publikum werden gern entgegengenommen unb angemessen honoriert.
LU. Von ber Lanbesunioersitätr Zum Nachfolger von Prof. Gundermann ist Dr. R. Wünsch, Privatbozent in Breslau, berufen worden; er wirb am 1. Oktober ein Amt antreten.
'* 5. Hessische Landes lotterte. 6. Klasse. Aus Darmstadt erhalten wir telegraphisch folgende Gewinnliste: Es fielen Gewinne zu je
30 000 Mk. auf Nr. 35925 (nach Mainz);
10 000 Mk. auf Nr. 750 20930 26633;
5000 Mk. auf Nr. 7021 28746;
3000 Mk. auf Nr. 2223 7503 16290 19135 34030 38025 41385;
2000 Mk. auf Nr. 1874 2578 2934 3892 16101 22495 29867 44373 53574 53828;
1000 Mk. auf Nr. 5002 7556 8794 9992 12961 16402 25292 26073 31689 31840 39085 39732 41974 47924 48393 53881. (Ohne Gewähr.)
** Cirkus Maximilian. Auch die Vorstellung von. gestern abend war ziemlich ausverkauft, ein Beweis, welchen Anklang und Beifall das Unternehmen des Direktors Maximlliau B. gefunden hat. Das Programm war im wesentlichen dasielde wie das der ersten.Vorstellung. Außer ben großen Paradenummern des dressierten Stiers und der dressierten Elephanten rief besonders auch ber Sportart der Fr. Telbosque großen Beifall hervor. Die außerordentliche Eleganz, mit der bie Künstlerin ihre Aufgabe absolviert und das präck)tige Pferd in anmutigen Bogen durch die Manege treibt, entzückten das Auge des Kenners ebenso ehr, wie das größere Publikum durch das ruhige, jeder Effekthascherei ferne Wesen der Reiterin gefe^elt wurde. Wir haben schoii geftern unserer Meinung, daß nämlich die Pferdedressur bie Hauptsache des Cirkus sein müsse, Ausbruck gegeben, unb können dies heute nur nochmals wieberholeu. Tas Publikum, unb zwar nicht nur ber Dell, ber Kenner ber Feinheiten ber Pferdebressur ist, will durchaus Doriuiegenb Pferde in der Manege scheu, unb wird olche Vorführungen, wie sie uns Fr. Telbosque bot, immer nil größtem Beifall ausnehmen. Im Einklang steht damit auch, daß die eigentliche Hauptnummer des Programms bie exakte Vorführung der hohen Schule ist. Die gymnastische Ausbilbung des Pferdekörpers: das Piasfteren und Pasfagieren, die verschiedenen Galopparten, bie eie* vierten Gänge, bie Courbette usw. bieten lmmer einen Anblick von höchstem Reiz. Herr Manuel Herzog, ber gestern luieberum Gouette d'or bie Gangarten ber hohen Schule burchmachen ließ, ist ein typischer Vertreter bieses Fachs.
Sitz ist tabellos, seine Haltung burchaus frei von jebem Zwang, unb sein Pserb folgte ben leisesten Intentionen. In ben Cirkus gehört ganz gewiß auch der Jongleur zu Pf erbe. Monsieur Ebmund Loyal ist ein Meister m dieser eigenartigen Kunst, bie im allgemeinen wohl leider nur wenig Vertreter hat. Tas Aufsangen ber Citronen Mittelst eines Florets ist übrigens eine reizende Abwechslung, besonders, wenn wie gestern eine kleine Tarne aus dem Publikum die Citronen so graziös zu werfen versteht. Wir müssen schließlich noch des Herrn tz. Herzog gedenken, der den arabischen Schimmelhengst „Emir" in Freiheit vorführte unb mit seiner wunderbaren Dressur ebenfalls großen Beifall erntete. — Tie technischen Einrichtungen des Cirkus sind musterhaft. Das große Zelt ist verhältnismäßig luxuriös ausgestattet und macht einen sehr behaglichen Eindruck. Wir bedauern bas frühzeitige Scheiben des Herrn Maximilian B. sehr.
nn. Die Gründung einer Zentral-Genossen- schaftSkasse für Handwerker des Großherzogtums Hessen darf nunmehr als gesichert gelten, nachdem vor einigen Tagen in Darmstadt eine Versammlung von Handwerks- meistern stattgefunden hat, in welcher bereits ein Betrag von 20 000 Mk. als GründungSfondS gezeichnet wurde. Um auch dem Kleinhandwerker bie Beteiligung an diesem für ihn segensreichen Institut zu emiöglichen, ist die Ausgabe von Aktien, jedoch nicht unter 200 Mk., geplant, deren Verzinsung zu 4 Prozent erfolgt. Auf eine wesentliche Unterstützung dieses genossenschaftlichen Zusammenschlusses des Hand- iverks hofft man aus den Kreisen ber hessischen Großindustrie'; aber auch die größeren Gewerdeoereine des Landes durften sich demnächst zur Uebernahme von Anteilscheinen für die Zentrallasse bereit finden. Sobald der zum Gründungsfond Erforderliche Betrag vorhanden ist, wird wohl auch von


