Nr. 208
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Erstes Blatt.
152. Jahrgang
Freitag 5. September 1902
GichenerAnzelger
General-Anzeiger "
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Aas Kaiserpaar in Aasen,
in.
Posen, 4. Sept-
Der Kaiser nahm heute früh den Vortrag des Reichskanzlers entgegen, mit dem er auch gestern abend nach dem Zapfenstreich gearbeitet hatte.
Zur Enthüllung des von Bildhauer Böse-Charlottenburg aeschaffenen Kaiser Friedrich-Denkmals trafen der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, die hier anwesenden Prinzen, der Reichskanzler, die drei Kabinettschefs und bas Gefolge vormittags 11 Uhr am Wilhelms- Platz ein. Die Herrschaften nahmen unter dem Kaiserzelt Aufstellung. Zur Feier fanden sich ferner ein: Finanz- mtnister v. Rheinbaben, Kriegsminister v. Goßler, Minister des Innern Frbr. v. Hammerstein, Kultusminister Studt, die Spitzen der Zivilbehörden, die Generalität, die Fürstlichkeiten, Darunter Fürst Ferdinand von Radziwill und die Geistlichkeit beider Konfessionen. Auf den Tribünen und den angrenzenden Straßenzüaen hatte sich das Publikum zahlreich angesammelt. Nach herzlicher Begrüßung der Anwesenden durch den Oberbürgermeister schritt der Kaiser die Front der Ehrenkompagnie ab. Sanger intonierten Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre."
Hierauf hielt Witting die Festrede. Er dankte dem Kaiser für das Gnadengeschenk, das er der Stadt machte. Er erinnerte an die Beziehungen der Stadt zu Kaiser Friedrich, der in den Herzen der Posener schon lange ein Denkmal habe, betonte, daß die Errichtung des Standbildes dem neuen Provinzialmuseum gegenüber ein Symbol für die Pflege von Kunst und Wissenschaft in der Ostmari' im Sinne Kaiser Friedrichs sei und gedachte zuletzt in warmen Worten auch der Kaiserin Friedrich.
Auf einen Wink des Kaisers fiel die Denkmalshülle. Der Vorsitzende des Denkmalkomitees, Oberprüsident von Bitter, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Er führte in seiner Ansprache aus, Liebe und Dankbarkeit hätten das Denkmal errichtet, sie würden es in treue Obhut nehmen bis in die fernsten Geschlechter. Er gelobe namens der Provinz Treue bis in den Tod.
Viele Kränze, darunter von den Stadtbehörden und von Vereinen, wurden niedergelegt. Als erster legte der Kronprinz einen Kranz nieder. Der Kaiser besichtigte das Denkmal und zog den Künstler und viele Anwesende in ein Gespräch. Prinz Ludwig von Bayern wurde lebhaft begrüßt, als er nach der Denkmalsenthüllung das 97. Infanterie-Regiment beim Kaiser vorbeiführte.
Nach der Enthüllung begaben sich Das kaiserliche Paar, der Kronprinz, die Prinzen, der Reichskanzler und die Minister nach dem Landeshause, wo die Provinzial- stände versammelt waren. Provinzial-Landtagsmarschall Frhr. v- Wilamowitz-Möllendorff hielt die Huldigungsansprache und bot dem Kaiser den Ehrentrunk. Der Kaiser antwortete:
„Die patriotischen Worte, durch welche Sie mir und der Kaiserin die Gesinnungen der Provinz Posen entgegengebracht haben, erfüllen unsere Herzen mit Freude und Dank. Sie finden ihre Bestätigung durch den patriotischen Empfang feitenS der diesigen Bevölkerung. Wir befinden uns hier in einer treuen deutschen Stadt und treu ist die Arbeit, welche die Deutschen zur Hebung des Landes hier vorführen. Soll diese Arbeit, deren Endziel die Hebung von Land und Volk ist, zum Nutz und Frommen des Ganzen gelingen, so ist es notwendig, einmal, daß die Deutschen ihren Erbfehler des Parteihaders ablegen, daß der Einzelne das Opfer seiner ausgeprägten Individualität 8it bringen bereit ist, um in der Gesamtheit mit Allen vereint zu wirken, so roie einst die Ritter oes deutschen Ordens, auf perfönliche Ungebundenheit und Bequemlichkeit verzichtend, sich zu dem festen Gefüge des Ordens zusammenscharten, um in anhaltend harter Arbeit die deutsche Kultur zu verbreiten. Zum Anderen versteht es sich von selbst, daß meine Beamten unbedingt nach meinen Direktiven und gehorsam meinen Befehlen ohne Zaudern die Politik durchführen, welche ich für das Wohl der Provinz als richtig erkannt habe. Das ZusamnHn- wirken von Volk und Beamtenschaft unter der Leitung der Krone wird nicht ermangeln, im Laufe der Jahre die segensreiche Entwicklung der Provinz.zu fördern. — Ich beklage tief, daß ein Teil meiner Unterthanen nichtdeutschen Stammes sich nur schwer in unsere Verhältnisse zu finden scheint. Der Grund dazu durfte in z w e i Irrtümern zu suchen sein. Einmal wird in ihnen wachgehalten die Besorgnis vor Antastung ihrer Konfession. Wer behauptet, daß meinen Unlertbanen katholischer Konfession Schwierigkeiten in derAusübungihresGlaubens gemacht oder sie gezwungen werden sollen, von demselben zu lassen, macht sich einer schweren Lüge schuldig. Meine ganze Regierungszeit und meine Worte inAachen beweisen, wie hoch : ch die Religion d. h. das persönliche Verhältnis zu seinem Gott achte, und er beleidigt durch eine solche Verleumdung den Nachfolger des großen Königs, der erklärt hat, ein Jedersolleaufse:neFa?onseligwerden. Der »weite Irrtum ist der, daß die Beforgniß wacherhalten wird, daß die Stammeseigentümlich keilen und Ueberliefe- rungen ausgelöscht werden sollen. Dem ist nicht so. Das Königreich Preußen fetzt sich aus vielen Stämmen zusammen, welche stolz sind auf ihre frühere Geschichte und ihre Eigenart. Das hindert sie jedoch nicht, vor allen Dingen brave Preußen zu sein. So soll es auch hier sein. Ueberlieferungen und Erinnerungen können ruhig bestehen, allein sie sind Geschichte, dec Vergangenheit angehörig. Jetzt kenne ich hier nur fß reufeen, und ich bin es der Arbeit meiner Vorfahren schuldig, dafür zu sorgen, daß diese Provinz unauflöslich mit der preußischen Monarchie verknüpft ist, daß sie stets gut preußisch und gut deutsch bleibe. Diesen Becher, gefüllt mit dem Saft der Reben, die an den Ufern des schönen Rheines gewachsen sind, leere ich auf das Wohl der Provinz Posen und ihrer Hauptstadt an der Warthe!*
Die Rede machte gewaltigen Eindruck. Als sie gegen! 3 Uhr in der Stadt bekannt wurde, begrüßte man sie in der ganzen Stadt mit großer Freude, insbesondere in polnischen Kreisen erregte sie allgemeines Aussehen, umsomehr als der Kaiser entgegen seiner Marienburger Rede äußerte, er beklage etz
tief, baß ein Teil seiner Unterthanen nichtdeutschen Stammes sich nur schwer in unsere Verhältnisse zu finden scheine. Mit sichtlicher Zufriedenheit nahm man zum größten Teil in deutschen Kreisen und auch in der polnischen Bevölkerung die Worte entgegen, jeder könne nach seiner Fa<?on selig werden und jeder könne stolz auf seine Geschichte und ihre Eigenart sein.
Nach der Rede wurden die Anwesenden vorgestellt. Das Hoch auf den Kaiser brachte das älteste Mitglied des Provinziallandtages, Landesökonomie rat Kennemann, aus. Der Kaiser ernannte u. v- a. den Oberbürgermeister Witting zum Geh. Re gierungsrat, den Oberpräsidenten der Provinz Posen, v. Bitter, zum Wirkt- Geh. Rat mit dem Prädikat Excellenz und den Präsidenten der Ansiedelungskommission, von Wittenburg, zum Wirkl. Geheimen Oberregierungsrat mit dem Range der Räte erster Klasse. Kennemann erhielt den Kronenorden zweiter Klasse mit dem Stern. Die Bürgermeister Knobloch-Bromberg und Wolff-Schneidemühl wurden zu Oberbürgermeistern ernannt.
An der Spitze der Mitglieder des Provinziallandtages defilierte vor dem Kaiserpaare Fürst Ferdinand Radziwill. Während der Vorstellung der Mitglieder des Provinziallandtages trat der Reichskanzler auf den Senior der Deutschen der Provinz Posen, Kennemann, zu, beglückwünschte ihn zu der vom Kaiser ihm verliehenen Ordensauszeichnung und dankte ihm für seine dem Deutschtum in der Provinz Posen geleisteten Dienste.
Um 121/4 Uhr besuchten das kaiserliche Paar, der Kron- vrinz und die anwesenden Minister, die Generalität und Die Spitzen der Behörden das hiesige Rathaus. Ter Kaiser und die Kaiserin wurden am Fuße der Treppe des alten Rathauses von Oberbürgermeister Witting und dem Stadtverordnetenvorsteher empfangen und ins alte Rathaus geleitet. Sodann begaben sie sich nach dem Ständehause in den Stadtverordnetensitzungssaal, wo der Ma>- gestrat, die Stadtverordnetenversammlung, mit Ausnahme der polnischen Mitglieder, anwesend waren. Tas Kaiserpaar besichtigte die neuen Stadt- erweiterungspläne, welche von Oberbürgermeister Witting erläutert wurden. Alsdann trug sich der Kaiser, die Kaiserin und der Kronprinz in das goldene Buch der Stadt ein, worauf sie nach erfolgter Verabschiedung namentlich von Oberbürgermeister Witting, das Ständehaus verließen.
Die Kaiserin besuchte am Nachmittag die Krankenanstalt der Barmherzigen Schwestern, das Tiakonissenhaus und die Haushaltungsschule. Im ersteren war der Erzbischof v. Stablewski anwesend.
Der Kronprinz unternahm heute nachmittag mit seinem Adjutanten eine Radfahrtour über Große Schleuse nach der Tombau-Insel. Mit Litewka und Mütze bekleidet, wurde er nicht gleich erkannt. Er begab sich in den Dom, bann in die Marienkirche und kehrte über die Wallischei zurück. Beim Heraustreten aus der Kirche wurde der Kronprinz erkannt und vom Publikum mit Hochrufen begrüßt.
Heute abend 7 Uhr fand bet den Majestäten in den Räumen des Provinzial-Museums ein Diner für bie Provinz Posen statt. Bei dem Mahle saßen an der Haupttafel der Kaiser rechts von der Kaiserin, neben dem Kaiser zunächst Prinz Ludwig von Bayern, Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff, Prinz Friedrich Leopold, Hofdame Gräfin Stolberg, Prinz Heinrich XXVIII. Reuß, Generaloberst von Hahnke, Fürst zu Fürstenberg; neben der Kaiserin der Kronprinz, Hofdame Fräulein v. Gersdorff, Prinz Albrecht von Preußen, Herzog Emst Günther, Reichskanzler Graf Bülow, General Ofraf Schliessen, Wirkl. Geh. Rat v. Lucanus; den Majestäten gegenüber Oberpräsident 0. Bitter zwischen dem Fürsten Rabolin und dem Fürsten Ferdinand Radziwill. Nach rechts folgte zunächst Provinz-Landtagsmarschall von Wilamowitz-Möllendorff, Regierungspräsident Tr. Kruse, Präsident der Ansiedlungskommisswn Tr. v. Wittenburg, Oberlanbesgerichpspräsident Dr. Gryczewski, neben dem Fürsten Radziwill Generalsuperintenbent Tr. Hesekiel, Regiemngspräsident Krahmer, Vorsitzender des Landesaus- ausschusses v. Günther, Landeshauptmann v. Tziembowski.
Gras Bülow empfing heute eine Abordnung her Stadt Bromberg, bestehend aus Oberbürgermeister Knobloch, Stadtvevorbneten-Vorsteher Prof. Bocksch und Rechtsanwalt Wolffen in der Angelegenheit der Errichtung eines landwirtschaftlichen Instituts in Brom- berg. Der Reichskanzler betonte sein Interesse für die Stadt Bromberg und teilte der Abordnung mit, daß bereits für den nächsten Etat die erforderliche namhafte Summe für Errichtung einer landwirtschaftlichen Versuchsstation nebst agrikulturchemischem, physiologischem und bakteriologischem Institut und entsprechenden Lehrkräften in ' Bromberg angemeldet feien. Auch sprach ich Graf Bülow für die gewünschte Erweiterung des Holzhafens in Brah emünd e aus.
Die Haltung der Bevölkerung ist musterhaft. Aus der ganzen Provinz sind die Deutschen hierher geströmt, um den Kaiser zu sehen. Auf her Straße bewegen sich auch viele Polen. Das Kaiserpaar, der Kronprinz und der Reichskanzler werden, wo sie sich zeigen, jubelnd begrüßt. Das Wetter ist herrlich.
Bei Besprechung der Ansprache des Kaisers än die russischen Offiziere bei der Galapafel im Pro- Vinzial-Museum zu Posen sagt die „Post": Diese Ansprache lege vor aller Welt Zeugnis ab, welche herzliche Freund- chaft das deutsche und russische Kaiserhaus miteinander verbindet. Daß bie Erwähnung dieser Waffenbrüderschaft kein leerer Klang fein soll, gehe aus dem Entschluß des Kaisers hervor, das Rayongesetz für Posen aufzuheben. Auch die Unterstützung der „treuen persönlichen Freundschaft zwischen beiden Monarchen" werde ihren Eindruck auf alle jene Leute nicht verfehlen, die noch immer von unausgleich
baren Gegensätzen in den Charakteren des Kaisers und des Zaren zu reden belieben. Aber auch bas gehe aus der Ansprache des Kaisers hervor, daß beide Staaten gewillt seien, ihre Unterthanen polnischer Sprache gerecht und für- sorgend zu behandeln, daß sie aber allen polnischen Treibereien entschlossen entgegentreten würden. — Tie „Berl. Neuesten Nachr." sehen in der Waffenbrüderschaft zwischen den beiden Heeren und in der Freundschaft zwischen den beiden Monarchen die geschichtliche Grundlage bezeichnet, auf der sich lange Zeit hindurch die Freundschaft zwischen den beiden Nachbarstaaten zu einem festen Bande entfalten dürfte. — Tie „Dtsch. Tagesztg." hofft, daß bas Mort von ber Waffenbrüderschaft in Rußland richtig verstanden werden möge, so wie es sicher gemeint worden sei. Tas Ziel solchen Zusammengehens müsse immer die Erhaltung des Friedens sein. — Tic „Voss. Z t g." sagt, der Trintsprnch zeige, daß zwischen Rußland und Teutsch- land und zwischen ihren Herrschern zur Zeit ein herzliches Verhältnis besteht , herzlicheres, als jemals seit dem Regierungsantritt des heutigen Zaren, und daß Frankreich keinerlei Aussicht auf russische Unterstützung hätte, falls es Herrn Anbrs und seinen Freunden gelänge, den „Soldaten ber Zukunft" gegen bas Deutsche Reich mobil zu machen und einen abenteuerlichen Rachekrieg zu beginnen. Tieses Eindruckes werde man sich auch jenseits ber Vogesen nicht erwehren können.
Ter wiederholt vorn Kaiser gebrauchte Ausdmck: „Waffenbrüberschaft" brängt uns bie Frage auf, ob die jüngste Begegnung ber Herrscher zu einer Militärkon- ö e n t i 0 n geführt habe. Der Ausdmck ist aber schon mehrmals in der Vergangenheit gefallen, z. B. in den^aiserlichen Depeschen an seine russischen Regimenter. Trotzdem ist natürlich die Accentuierung dieses nahen Verhältnisses in Verbindung mit dem auszeichnenden Empfang der russischen Offiziere, mit der Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den General Tscherkow in hohem Grade bemerkenswert und ein politisches Ereignis. Eines bedarf allerdings der Aufklärung: Ein Londoner Blatt, bie „Daily Mail", läßt sich melden, die russischen Offiziere hätten mit den reichen polnischen Familien fraternisiert und sie versichert: „Wir sind Eure Brüder!" Man könnte diese Mitteilung ohne weiteres „zu dem Uebrigen legen", zu der bekannten englischen Liebenswürdigkeit, den „Wettern" die Freude zu verderben. Aber wir haben in der „Berl. Morgenpost" ganz ähnliches gelesen, von einer Zus ammen tunft russischer Offiziere mit Polen im „Bazar", unter Absingen polnischer Lieder usw. Wie gesagt, das bedarf der Auf- tlärung, eben weil es kaum glaublich ist, daß bie Gäste bes Kaisers, die Beauftragten eines nah befreundeten Herrschers, )icf) einer derartigen Taktlosigkeit, um kein schärferes! Wort zu gebrauchen, schuldig gemacht haben sollten. Und machen bie Polen Rußland selbst etwa nicht zu schaffen? Es liegt im Interesse ber russischen Regierung, Diesen von mehreren Seiten kommenden Berichten auf den Grund zu gehen und ein Verschulden alsbald und unnachsichtig zu ahnden. Es ist ganz undenkbar, daß deutsche Offiziere, nach Petersburg entsandt, dort auch nur vorübergehend Verkehr pflegen würden mit Persönlichkeiten, bie in so ausgesprochener Opposition stehen, wie es zur Zeit bei den Polen ber Fall ist.Tie zweite Ueberraschung ber Posener Kaiser tage ist bie Ernennung des Oberprchidenten der Provinz Posen, v. Bitter zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Blättermeldungen zufolge hat sich der Kaiser nach der iTenkmalsenthüllungsehr freundlich mit dem Oberpräsidenten unterhalten. Tas bedeutet, daß der „F a l l L ö h n i n g" Herrn v. Bitter keinen Schaden gebracht hat und wohl ebensowenig dem Minister Frhr- v. Rheinbaben.
Die neueste Kaiserrede wird besonders alle die er* freuen, die etwa ein scharfes Pronunciamento gegen den Polonismus befürchtet hatten. Em solches ist ausgeblieben, im Gegenteil ist die Tonatt des Kaisers so versöhnlich als würdig, ohne alle unnötige schroffe Heroorkehrung des Preußen- und Hohenzollerntums, konfessionell wie politisch konziliant. Die Anerkennung des schonen Wottes Friedrichs des Großen als Richtschnur für unsere Zeit wird in allen deutschen Gauen lebhafteste Befriedigung Hervorrufen, und e§ ist anzunehmen, daß die so klugen und guten Kaiserworte ganz besonders von denen wohl verstanden werden, an die sie in erster Linie gerichtet sind. Mögen ihre wünschenswetten Wirkungen nicht ausbleiben!
Deutsches Keich.
Berlin, 4. Sept. Einer Bukarester Meldung zufolge wirb Kaiser Wilhelm demnächst den Besuch des Königs? Karol von Rumänien erhalten. Es sei nicht bekannt, ob bie Zusammenkunft zwischen beiben Herrschern in Berlin ober in einem bayerischen Orte stattfinden werde. Es verlaute ferner, ber deutsche Kronprinz werde den mmänischen Armeemanövern beiwohnen.
— Ter Kaiserin ist vom hiesigen japanischen Gesandten Jnouye im Auftrage der japanischen Kaiserin ber japanische Orden Hokansho (Orden der Krone) überreicht worden.
— Tie konservative Fraktion des Reichstages wird am 20. September, bie deutsche Reichspartei eben- alls am 20. September, das Zentrum am 16. September zusammen treten, um sich über die zweite Lesung des Zolltarifs in der Kommission schlüssig zu machen Die anderen Frakttvnen haben ihre Sitzungen noch nicht angesagt.
— Tas vorläufige Programm für den national- liberalen Parteitag in Eisenach vom 10. bis 1H


