gefdgnffe der in ihrem Bezirk befindlichen Brrefi- taübenWbhaber-Vereine. Die Vereine haben zum 15. D^errGer jedes Jahres der Ortspolizeibehörde Listen ernAureichen, ans welchen, für jedes einzelne Mitglied hervorgehen rnn.fi: Name, Stand, Wohnung jedes Mitgliedes, Zahl seiner Militarbriejtcmben und Lage des Taubenschlages. Die Ortspolizeibehvrde erlaßt Hierauf bis zum 15. Januar des folgenden Jahres die im § 3 Abs. 2 des Gesetzes vorgeschriebene Bekanntmachung.
4. Die Ortspolizeibehörden haben die Befolgung der gesetzlichen Vorschrrften und dieser Aussührungsvor- schristen seitens der Privatpersonen zu überwachen, insbesondere jeden Mißbrauch des Stempels zur strafrechtlichen Verfolgung zu bringen.
Darmstadt, den 10. Dezember 1894.
Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz. Finger. RoAer.
Politische Tagesschau.
Die Zolltarifkommission
nahm am Montag unverändert nach der Vorlage die Positronen 812, Feilen und Raspeln, 813, Bohrer, Zangen, Reben-, Hecken- und Schafscheeren, 814, Reibahlen und Spiralbohrer rc., 815, Hämmer bis 10 Kilogr., Aexte, Beile rc., 816, anderweit nicht genannte Geräte für landwirtschaftlichen und gewerblichen Gebrauch, an. Position 817, Kratzenbeschläge, wurde brreits bei Position 580 erledigt. Ferner nahm sie die Position 818, Spindeln aller Art, nach der Vorlage an, und setzte für Position 819, Weberlitzen, Spulen rc., gemäß einem Anträge Spahn den Zoll auf 15 Mk. statt der geforderten 25 Mk. fest. Die Positionen 820 und 821 sind bereits erledigt. Die Positionen 822, Patentachsen, Halbpatentachsen, 823, andere Achsen, 824, Wagenfedern, und 831, Schlittschuhe und Rollschuhe, wurden nach der Vorlage genehmigt, ebenso die Positionen 827, geschnittene Nägel, und 828, Ofenrohre, Ofenringe, Badewannen, Hausgeräte, Glockengeläute aus Blech; auch 832, Bau- und Möbelbeschläge, fügte dabei nach dem Anträge Gothein die Bezeichnung einer Reihe unter die Position fallender Artikel ein, und nahm sodann unverändert die Positionen 833 bis 836, 838 bis 840, enthaltend verschiedene Eisenwaren, darunter Schlösser, Geldschränke, Eisenmöbel, feine Eisenwaren (Messer, Scheeren, Waffen rc.), Federn, Schreibfedern, an. Pos. 837 war bereits früher erledigt.
Tabak und Bier.
Offiziös wird aus Berlin in der „Münch. Allg. Zig." angekündigt:
„Wenn auch abzuwarten ist, wie die zollpolitische Aktion der verbündeten Regierungen ausgeht, so dürfte doch unter allen Umständen früher oder später die Frage aktuell werden, ob der Tabak oder das Bier in erster Linie zur Deckung der Reichsbedürfnifse heranzuziehen sei. Und da scheint es denn, als ob die Meinungen mehr dazu neigen, der Annahme Berechtigung zuzugestehen, daß vor dem Tabak jetzt das Bier an der Reihe sei. Die Entwickelung der Tabakindustrie hat sich so gestaltet, daß in chr zahlreiche Existenzen, namentlich in Berlin, Hamburg, Bremen, Westfalen und Baden, eine Unterkunft gefunden haben, welche plötzlich in Frage zu stellen, als sozialpolitisch und staatsklug nicht angesehen werden könnte."
Die »Freis. Ztg." bemerkt dazu: Bekanntlich haben schon vor einigen Monaten bei den Beratungen in der Zuckersteuerkommission der Reichsschatzsekretär wie der preußische Finanzminister Gelegenheit genommen, eine Erhöhung der Biersteuer und Tabaksteuer in Aussicht zu stellen. Es wäre also verkehrt, wenn die Tabakindustrie sich durch die offiziöse Ankündigung, daß vor dem Tabak das Bier an der Reche sei, in eine falsche Sicherheit wiegen lasien wollte I
Heer rrud Flotte.
Die Stationsschiffe in Ostafrika. Ein Teil der Presse hatte Klage darüber geführt, daß anläßlich des Thronwechsels in Sansibar kein deutsches Kriegsschiff zur Stelle war, während England sieben Schiffe dort vereinigt hatte. Dies geschah, wie jetzt mitgeteilt wird, weil die beiden für die ostasiatische Station bestimmten Kreuzer „Schwalbe" und „Bussard" dringend zu Zwecken der ostasiatischen Expedition benötigt wurden und bis jetzt in den chinesischen Gewässern zurückgehalten werden mußten. Die Schiffe werden aber bestimmt demnächst von dort abdampfen und direkt nach Deutsch-Ostafrika zurückkehren, woselbst sie verbleiben. Beide Fahrzeuge gehören zu den kleinen, unge- panzerten Kreuzern, haben ein Deplacement von 1120 bezw. 1580 Tonnen, laufen 14 bezw. 15 Seemeilen und sind mit einer Hauptarmierung von je acht 10,5 ow-Kanonen versehen. Der Besatzungsetat zählt 165 bezw. 117 Köpfe.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 5. August 1902.
•* Der Großherzog wird am 15. August aus England in Mainz eintreffen, wo am 16. August der Kaiser als Gast unseres Landesherrn im Großh. Palais erwartet wird. Der Kaiser beabsichtigt bekanntlich, falls nicht eine Aenderung der jetzigen Dispositionen erfolgen sollte, an diesem Tage in Mainz eine Truppenschau abzuhalten.
— Der Großherzog hat am 2. August dem Pfarrer Adolf Clotz zu Wallcrnhausen die evangelische Pfarrstelle zu Holzheim, Dekanat Rodheim, und dem Pfarrverwalter Fritz Schmidt zu Grünberg die zweite evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen.
** Tagesordnung für die Stadtverordneten- Dersammlung, Dcmnerstag, den 7. August 1902, nachmittags 5 Uhr. 1. Baugesuch des Gustav Kreuder für die Neustadt; hier: Anlage eines Erkers. 2. Gesuch des C.Rüb- samen, mn Erlaubnis zur Vornahme von Bauveränderungen an einer Feldscheuer in der Schwarzlach; hier: Dispens. 3. Ueberwölbung des Klingelbachs. 4. Verbreiterung der Rodheimerstraße. 5. Abortanlage im städtischen Schlachthaus. 6. Gesuch um Ueberlassung eines Grabes im Gräberfeld 9 des alten Friedhofs. 7. Nachlaß an Pachtgeld von Triebvierteln an der Grünbergerstraße. 8. Anlage eines elektrischen Kabels in der Löberstraße. 9. Anstellung eines
dritten Lehrers au der Dmffchule des Gymnasiums. 10. Ab- reunung der Vorschule des Gymnasiums von der des Realgymnasiums im katholischen Religionsunterricht.
— Gießener Volksbad. Im Juli wurden 10859 Bäder verabreicht gegen 10737 im Juni 1902 und 12480 im Juli 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 374 Bäder gegen 390 im Juni und 430 Bäder im Juli 1901. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad 4964 Männer, darunter 666 zu 10 Pfg.,
„ 1847 Frauen, „ 428 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klaffe 253 Männer, 196 Frauen,
, 2. „ 703 „ 645 _ „
Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 116 Männer, 34 Frauen. Brausebäder 1659 Männer, 442 Frauen.
* * Ter Ausschuß der Südwe st deutsch en Konferenz für Innere Mission in Hessen (Vorsitzender Pros. Weimar in Darmstadt) hat den evangel. Pfarrämtern eine Ansprache mit der Bitte übersandt, die- elbe bei der Ankündigung und Erhebung der Kollekte ür Innere Mission im August d. I. zur Kenntnis >er Gemeinde zu bringen. Es heißt darin: „Die drei Rettungshäuser unseres Landes sind bereits in die Zeit der fünfzigjährigen Jubiläen getreten. Aber auch die neuen und so notwendigen Anstatten für konfirmierte Knaben in Dillenburg und Aumühle erfreuen sich eines gesunden Aus- chwungs nach innen und außen. Für die ebenso wichtige Arbeit an besserungsbedürftigen weiblichen Erwachsenen besteht die Anstalt in Eckenheim. Sie verdient mehr Interesse, als ihr aus Hessen entgegengebracht wird; denn wenn ie auch nicht aus hessischem Gebiete liegt, gehört doch die Hälfte der Zöglinge unserem Lande an. Tas Wachstum unseres Tia ko nissen haus es zeigt sich in der Anstellung eines Hilfsgeistlichen. In schneller und erfreulicher Weise mehren ich die Gemeinden, in denen unsere Diakonissen einziehen. Aber noch sind viele Bedürfnisse vorhanden, und- noch rufen viele Gemeinden vergeblich nach Hilfskräften. Wir vereinigen uns mit diesen Stimmen und richten ihren Schall an die Gemeinden zurück: Sendet uns Schwestern, damit wir sie eud), zurücksenden können. Tas jüngste und liebste Kind der christlichen Liebe unseres evangelischen Hessenvolkes ist das Epileptischenheim in Nieder-Ramstadt. Es wächst ungeahnt schnell. Tie Zahl der Pfleglinge wird in diesen Tagen 50 erreichen. Auf dem Gebiete der Jugendfürsorge ist ein neuer Zweig in Angriff genommen, der erste „Christliche Verein junger Männer" in unserem Lande ist in Darmstadt entstanden und zählt schon über 100 Mitglieder."
* * Eine Neuerung im Po st wesen. Der „Dtsch. Verkehrsztg." zufolge hat das Reichspostamt mehrere Oberpostdirektionen angewiesen, bei geeigneten großen Postämtern mit einer erweiterten Vorbereitung der Einschreibebrief-Sendungen für die Beförderung der Post größerer Geschäfte und dementsprecherü) einer vereinfachten Einlieferung der Sendungen Versuche anzustellen. Die erweiterte Vorbereitung soll darin bestehen, daß die Sendungen statt bei der Postanstalt bereits vom Absender mit Einschreibe- zetteln beklebt und in ein als Posteinlieferungsbuch dienendes Annahmebuch eingetragen werden. Das Verfahren soll sich auf Postaufträge des In- und Auslandes erstrecken und zunächst auf größere Firmen rc. beschränkt werden, die an jebem Wochentage wenigstens 10 oder bei seltener Einlieferung monatlich wenigstens 100 Einschreibebrief-Sendungen und zwar in größeren Mengen gleichzeitig zur Post liefern.
* * In Amerika verstorbene Hessen. Petier Homrich in Hannah, Mich — Andreas Amend in Dayton, O. — I o h n P. Lutz in Tayton. — W ilh. Eu ker in Baltimore. — Frau TorotheaElisabethaGriese, geborene Kleinschmidt, in Asthton. — Frau Anna Maria Fehr, geb. Koch in Vittsburg. — Frau KatHari n a N e w, Witwe von Konrad New, in Saginaw, Mich — Frau Katharina Trempel, geb. Wolf, in Chicago, Jll. — Friedrich Maxein er in Bunker Hill. — Frau Elisabethe Delp in Allegheny, Pa. — Johannes Ro st in Greenvine, Tex. — Frau Amelie Kennel in Woodsdale, Hamilton, O. — Frau C h r i st i n e E r i v n, geb. Staut, in Gasport, 91. 9). — Albert Bingel in Alleg- henh, Pa.
Bad Nauheim, 4. Aug. Unterhaltungen vom 6. bis 9. August. Mittwoch, 6. August, nachm. von 41/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter Lampionsböleuchtung der Terrasse. Eintritt 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. (große Kurkarten, große Salonkarten und Tageskarten frei). Donnerstag, 7. August, nachm von 4i/2—61/2 und abends von 8—10 aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Meyerbeer- und Schumann-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Tas Opferlamm. Freitag, 8. August, nachm. von 41/2—61/2 und aberrds von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle (Benefiz für Herrn Regisseur Feige): Ter Obersteiger. Samstag, 9. August, nachm. von 4i/2—ßi/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapele. Abends 8 Uhr im Saale Konzert des Kölner Solo-Quartetts. Sonntag, 10. August, Doppelkonzert des Künstler Waldhorn- -QuarteUs aus Hannover und der Kurkapelle.
Heusenstamm, 4. Aug. Im Auftrage der München- Aachener Feuerversicherungsgesellschäst wellte Professor Kolmsbcrger aus München hier, um die Tecken-Ge- mälde in der hiesigen vom Blitz zerstörten Kirche zu untersuchen und die Höhe des angerichteten Schadens an- nähenrd zu bestimmen. Auch ein Beamter der Landesbrandkasse zu Darmstadt traf zu gleichem Zwecke heute nachmittag hier ein. Tie Beschädigungen der herzlichen Gemälde erweffen sich leider als weit schlimmer, als anfangs angenommen wurde. Durch Rauch Ruß und Wasser haben dieselben an der Farbe schwer gelitten. Der Versuch die Bllder durch Abreiben mit Brotkrumen wieder in ursprünglichem Glanze Herstellen zu können, zeigt sich als ungenügend, da wohl die einzelnen Gruppen bestehen und sichtbar bleiben, der herrliche Farbencffekt jedoch _ fast gänzlich geschwunden und verblaßt ist. Herr Professor Kolmsbcrger ist der Ansicht, daß nach, dem Abreiben mll Brotkrumen eine Bearbeitung mit Bernstciufirnis stellenweise genügen könne, an anderen Stellen jedoch eine gründliche Tutb sorgfältige Ergänzung der stärker beschädigten Gemälde notlvendig sei . Letzteres gilt namentlich von dem prachtvollen, über der Orgel angebrachten Decken-Gemälde „Die Erweckung des Lazarus". Dieses von Kennern hoch geschätztc Gemälde ist durch das Wasser zum größten Teile vernichtet und abgcfälleu Nach dem eigenen Wunsche des Patronatsherrn Grafen von ^chvnbvru sollen alle Gemälde wieder so viel als möglich in ursprünglicher Fassung hergestellt werden. Graf von Schimborn weilte dieser Tage selbst hier nud ließ die Ahnengruft öffnen, in der neun Mitglieds der gräfl. Familie ruhen. Tie Gruft zeigte
keinerlei Beschädigung. Tie Renovierungsarbeiten dürfen- mindestens ein Jahr erfordern.
Mainz, 3. Aug. Der Verband der katholischen kaufmännischen Vereinigungen Deutschlands, der vom 14. bis 17. August d. I. hier seine 25. Generalversammlung ab hält, stellt nach dem nun vorliegenden Programm eine Reihe der wichtigsten Standesfragen zur Beratung. An der Spitze steht entsprechend ihrer Wichtigkeit die Lehrlingsfrage. Um dem Kauftnannsstande einen leistungsfähigen Nachwuchs zu sichern, empfiehlt es sich, die Lehrlinge zum Besuche der Fortbildungsschule anzw- halten, und wenn ein wirklicher Erfolg erzielt werden soll, diese obligatorisch für alle Lehrlinge bis zum 18. Jahre zu machen. Die Unterrichtsstunden sind dabei in die Tageszeit zu verlegen. Am Schlüsse der Lehrzell bezw. nach beendigtem Fortbildungsschulunterricht wäre durch eine obligatorische Schlußprüfung ein Zeugnis über die Erfolge der Lehrzeit bezw. des Schulbesuch,es abzulegen. Hand in Hand mit dem obligatorischen Fortbildungsschul- unterricht müssen Maßnahmen gehen zur Bekämpfung der Lehrlingszüchterei. Ebenfalls auf der vorjährigen Generalversammlung wurde die Bestimmung einer Höchstzahl von Lehrlingen als wünschenswert bezeichnet. Lebhaft beschäftigt schon seit langer Zeit die kaufmännischen Gehülfenorganisationen das Eindringen der Frauenarbeit in die kaufmännischen Berufe, mit ihrer die Löhne drückenden Nachwirkung. Eine weitere, in letzter Zeit vielfach erörterte Frage bildet die Errichtung kaufmännischer Schiedsgerichte. Auch hierüber wird voraussichtlich auf der Generalversammlung verhandelt werden. Mit der Warenhaus st euer beschäftigte man sich schon auf der vorjährigen Generalversammlung und überwies auf diese bezügliche Anträge der neugebildeteu sozialen Kommission, die jetzt jedenfalls hinsichtlich ihrer Stellung zu derselben sich äußern wird.
5. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gieße«, Alsfeld und Lauterbach.
Protokoll-Auszug.
Gießen, 30. Juli.
Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Grünewald, Hoos, Katz, Moll,Nowack, Rinn, Röhr, Schirmer, Sch mall, Steinecke, Wallach, Z u r b u ch, sowie der Sekretär Vogel. Entschuldigt fehlen die Herren: Dürbeck, Jhring und Ramspeck.
1?Geschäftsbericht. Eisenbahnwesen. Ein bei der Allgemeinen Deutschen Klein bahn gesellschaft mit Unterstützung Großh. Bürgermeisterei gestellter Antrag, es solle der Fahrplan der Bieberthalbahn ferner in gemeinschaftlicher Beratung der Großh. Bürgermeisterei, der Verwaltung der Bieberthalbahn und Großh. Handelskammer fest- gestellt werden, wurde ab gelehnt, doch soll der Fahrplan- Entwurf behufs Begutachtung' ftühzeitig diesen Behörden unterbreitet werden. —
Der Antrag der Handelskammer Metz beim Deutschen Handelstag, betr. Nichtberechnung des Wagenstandsgeldes an Sonn- sund Feiertagen wurde untersetzt. Wir hatten uns bereits 1898 mit der Frage beschäftigt. (Antrag Verden) Wegen der ablehnenden Hallung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbellen sahen wir jedoch damals von weiteren Schrllten ab. Wir bezeichneten in unserer Eingabe die Berechnung des Wagenstandsgeldes als eine Strafe, die für eine Zeit auf erlegt wird, zu der das Arbeiten gesetzlich verboten wird, während die Berücksichtigung der Sonn- und Feiertage für die Ladefrist der Bah.uverwaltung bezw. der Lieferfrist zu gute kommt.
Zu dem Projekt eines Eisenbahnbaues Fulda-Meiningen sprachen wir der Vereinigung zur Hebung der Verkehrsverhältnisse Fulda unsere Zustimmung aus. —
Bei königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a M. beantragten wir einen Zusammenschluß des S.-Zuges 82 (Hagen- Betzdors-Gießen, der in Gießen abends 9.05 ankommt, mit dem Zug 531 Gießen-Fulda, der Gießen abends 8.42 verläßt und in Fulda 11.19 eintrifft. Durch diesen Zusammenschluß wünschten wir eine direkte Verbindung Hagen-Eisenach (Ab. Fulda 11.44, an Eisenach 133 nachts) erreicht zu fegen. Dem Gesuch konnte wegen der einzuhaltenden Kreuzungen auf der eingeleisigen Strecke Gießen-Fulda nicht entsprochen werden.
Auch eine von uns angeregte Neueinlegung eines Morgenzuges um 7 Uhr von Fulda nach Gießen zum Anschluß an den hier um 10.04 norm, nach Köln und Hayen fahrenden S. 81'konnte für absehbare Zell nicht in Aussicht gestellt werden, da hierfür ein allgemeines Verkehrsbedürfnis nicht vorliege. — Desgl. wurde, bei der Großh. Ver- kehrsinspektion Gießen ein Anschluß des Zuges 529 der Strecke Gießen-Fulda an S. 77 FranksurEeßen angeregt Ab Frankfurt 4.20, an Gießen 5.35, ab Gießen nachm. 5.20, an Fulda 8.35. Das Gesuch wurde an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. weitergegeben, aber abgelehnt, da der S- Zug 77 ab 1. Oktober b. I. eine um 10 Minuten spätere Abfahrtszeit erhält, bamit er in Frankfurt a. M. noch bie Anschlüsse von ben Schnellzügen Nr. 166 (München-Aschaffen- burg-Franksurt)) — wie von uns bereits früher beantragt — und Dir. 47 (Mainz-Frankfurt) aufnimmt Aus diesem Grunbe kann S.-Zug 77 ber erbetene Anschluß an ben Zug 529 nach Fulba, nicht gegeben werden, well letzterer Zug nicht soviel später gelegt unb beschleunigt werben kann, um in Gießen noch diesen Anschluß aufzunehmen.
Auf Anregung bes Vereins zur Förderung wlltschaft-- licher Interessen Hennef a. b. Sieg beantragten wir bei kgl. Eisenbahnbirektion Frankfurt a. M. bie Einführung im Preise ermäßigter Rückfahrkarten uim Besuche ber Aus-- stellung in Düsselborf. Dieser auch von Großh. Bürger-- meisteret Gießen gestellte Antrag würbe abgelehnt und mit» geteilt, baß Arbeiter auf ber Strecke Wetzlar-Köln in einer Anzahl von minbestens 20 Personen einschließlich ihrer sach- verstänbigen Führer, jcboch nur an Sonntagen, in 3. Wagen- klasse zu brei Pfennig für Hin- unb Rückfahrt pro Person unb Kilometer beförbert würben. Wir veröffentlichten btefe Mitteilung in ben brei Kreisblättern unseres Bezirkes.
P 0 st w e s e n. Großh. Ministerium des Innern machte auf § 50 der Postordnung, wonach unmittelbaren Staatsbehörden bie Portobeträgc unentgeltlich gefhinbet werben können, aufmerksam. Wir teilten mit, baß wir gegenwärtig keinen Anlaß hätten, davon Gebrauch zu machen, uns bieses Recht indessen vorbchiellen.
Tie Handelskammer Friedberg legte uns ein Gesuch der Ortsgruppe Butzbach des deutsch-nationalen Hanblungs- gehilfen-Verbanbes um Wieberaufnahme bes Antrages: „Beseitigung der Mißstände bei Ausnahme bes Gesetzes über Sonntagsruhe und Herbeiführung einer einheitlichen Schließung der Laben an Sonntagen um 2 Uhr nachm. zur Zustimmung vor. Wll erwiderten, daß wir nach wie vor an


