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Aus Kindt und Land.
Gießen, 5. Juli 1902.
— Ermächtigung zur Annahme von Orden. Der Kaiser hat folgenden Personen die Erlaubnis zur Anlegung ihnen verliehener hessischer Ordensauszeichungen ereilt, und zwar das Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großniütigen dem Intendanten des königl. Theaters in Wiesbaden, Kammerherrn v. Hülsen, des Allgemeinen Ehrenzeichens dem Kammerlakaien F i l l i n g e r und dem Lakaien Hill mann, beide vom Hofstaat des Prinzen Heinrich von Preußen.
* * Parlam ent arisch es. Die Erste Kammer der Stände wird Donnerstag den 10. ds. Mts. zusammen- reten.
* * Finanzexamen. Dem im Frühjahr ds. Js. zu Darmstadt abgehaltenen Finanzexamen 1. Kategorie unterzogen sich 6 8 Kandidaten, von welchen nur 28 die Prüfung bestanden. Von hier bestanden mit gutem Erfolg Emil Kinkel, Gustav Mosig und Hermann Noll.
* * Herr Geh.-Rat Oncken erschien zu unserer Freude heute persönlich auf der Redaktion, um uns davon zu überzeugen, daß seine kräftige Natur ein durch die außergewähn- rch hohe Temperatur der letzten Tage hervorgerufenes Unwohlsein vollkommen überwunden hat, und daß er zweifellos in der Lage ist, demnächst seine Lehrthätigkeit an der Universität wieder aufzunehmen.
* * Als Tag der Abreise der Königin Wilhelmine von Schloß Schaumburg ist, wie aus Balduinstein gemeldet wird, der 13. Juli bestimmt worden. Die Ankunft des Prinzgemahls hat sich abermals verzögert.
* * Die dem Verein „Edelweiß" zu seinem zehnjährigen Stittungsfest von den Frauen und Jungfrauen ge- tiftete Fahne ist bei dem Lieferanten derselben, Kaufmann Zuhr (Sonnenstraße), ausgestellt.
* * Das Präser vcsalz. Nach einer Berliner Meldung hat Herr Geh. Medizinalrat Pros Dr. Liebreich ba5 von Schlächtern zur Konservierung des Fleisches benützte Präservesalz als ein ganz harmloses Mittel begutachtet.
* *• Manöver der 21. Division. Die diesjährigen
Mrd'eten, z. B. die mit Glasscherben gespickte Mauer am sDppenheimerschen Garten am Wallthor. — Stadtv. Krumm wünscht umfassendere Maßregeln gegen die Schädigung der Getreidefelder »durch Kornblumensucher. — Bürgermeister Mecum sagt diesbezügliche Erhebungen bezw.Weisungen zu.
Die Verlängerung der Gas-und Wasserlei- tu n g nach den Praff'schen Häusern am Schiffenberger Weg wird genehmigt, die 255 bezw. 318 Mk. betragenden Kosten bewilttgt.
Für die Fortsetzung der Wasserleitung nach der Schul- baracke auf dem Hamm werden 515 ML bewilligt, für die infolge der Sielbauten notig gewordene Verlegung der Gasleitung in der Licher und Grünberger Straße, sowie in der Steinstraße zwischen Eder- und Schottstraße 640 Mk.
Die Abbruchs- und Maurerarbeiten zur Herstellung der früheren Maschinen- und Kesselhallen als Lagerplätze haben einen Mehraufwand von 47 Mk. (Voranschlag 1037 Mk.) erfordert, wogegen die Schreiner- und Scl) lass erarbeiten weniger wie veranschlagt erforderten. Die Arbellsverge- bung wird genehmigt.
Dem Beitritt des Elektrizitätswerkes zur Vereinigung von Elektrizitätswerken wird auf eingehende Begründung des Bürgermeisters zugestimmt, desgl. der Ueber- nahme der Unterhaltung von Erbbegräbnisstätten der verstorbenen Wilh. Reiber Eheleute auf die Stadt gegen ein der Stadt zur Verfügung zu stellendes Kapital von 600 Mk.
Der Wirtschaftsplan für die Waldungen der Stadt Gießen, der u. a. eine Einnahme aus Holz im Betrage von 88 550 Mk. vorsieht, wird genehmigt. Bürgermeister Mecum knüpft daran die Mitteilung, daß im Interesse der Erhaltung des Waldes für die nächsten Jahre mit einem geringeren Holzschlag gerechnet werden müsse.
Der folgende Punkt der Tagesordnung betrifft das diesjährige Jugendfest. Wie Bürgermeister Mecum berichtet, Haben sich Direktion und Lehrerkollegium der höheren und erweiterten Mädchenschule ablehnend geäußert, auch in der Lehrerschaft der Volksschule sei das Fest auf Widerstand gestoßen. Der Bürgermeister befürwortet warm die Abhaltung eines Jugendfestes, da kein Grund vorliege, von den alten Herkommen abzustehen. Der Schulvorstand hat beantragt, das Fest am Mittwoch, den 13. August, abzuhalten. — Stadtv. I a n n erklärt, immer für die Jugendfeste eingetreten zu sein und die Arbeit für die Realschule übernommen zu haben, doch könne er sich denken, daß die große Arbeit einzelne Lehrer veranlasse, sich zurückzuziehen; er habe nur die Bitte, daß eine etwas größere Summe, etwa 60 Pfg. pro Kind, für Preise zur Verfügung gestellt werden möchte. — Stadtv. Krumm bemerkt, daß in den letzten Jahren sich gewisse Klassen von dem Jugendfest absonderten und es dadurch allmählig zu einem Fest für arme Leute werde; man solle es sich deshalb überlegen, ob man für die Folge das Fest halte; für diesmal stimme er dafür, das nächste Mal werde er es sich reiflich überlegen. — Bürgermeister Mecum erklärt, er würde es bedauern, wenn die Befürchtungen Krumms zuträfen; er bitte alle, in den betr. Kreisen für allgemeine Beteiligung zu wirken. — Stadtv. Hanau glaubt nicht, daß es so schlünmsei, wie Stadtv. Krumm es hinstellt, er habe die Ueberzeugung, daß sich alle beteiligen, in anderen Städten habe man erst in den letzten Jahren die Feste eingeführt. — Stadtv. Löber bedauert auch den sich geltend machenden Klassenunterschied, infolge dessen sich nur die ärmeren Klaffen am Feste beteiligen. — Stadtv. Jann glaubt, daß Krumm und Löber zu schwarz sehen, die Realschule habe noch nie gefehlt, auch das Gymnasium habe sich mit den unteren Klassen beteiligt. Die frühere Mischung der Kinder aller Schulen nach >Gleichaltrigkeit ließe sich allerdings nicht mehr durchführen. — Stadtv. Wallenfels will Niemand hindern, sich vom Feste zurückzuziehen und wenn die Lehrer die Leitung mcht übernehmen wollten, so sollte man dieselbe iu die Hände der Turner legen. — Bürgermeister Mecum bemerkte hierzu, daß Oberlehrer Hahn sich für die Abhaltung des Festes ausgesprochen und bereit sei, daffelbe mit zu leiten. — Auf Befragen des Stadtv. Haubach teilt Bürgermeister Mecum mit, daß die Direktton der höheren und erweiterten Mädchenschule aus pädagogischen Gründen und nach Umfrage bei den Eltern zu dem Entschluß gekommen sei, von der Beteiligung am Jugendfest abzusehen. Zur Abhaltung emes Festes mit den Kindern der eigenen Anstalt sei man indeß bereit. Eine frühere, auf die Anfrage des Oberbürgermeisters Gnauth ein- gegangene Antwort der Direktion der höheren und erweiterten Mädchenschule besagt weiter, daß durch Tellnahme der Mädchen am Festzuge dieselben allerlei Zudringlichkeiten, besonders von Studenten und anderen jungen Leuten ausgesetzt seien, dasselbe geschehe auch an den Spielplätzen, die Lehrerinnen seien wehrlos gegen die männliche Jugend. Die Rücksicht auf gute Sitte, Zucht und Ordnung habe viele Eltern veranlaßt, ihre Kinder vom Feste fernzuhalten. — Stadtv. 51 rumm meint, daß sich damit Eltern wie Lehrer das Zeugnis ausstellen, daß ihre Erziehungsthätigkett mangelhaft sei, und die Studenten müßten sich dagegen verwahren, den Kindern gefährlich zu werden. Angesichts tausender von Menschen werde die Sittlichkett nicht gefährdet. Er werde sich nicht zwingen lassen, seine Kinder vom Fest fernzuhalten — Bürgermeister Mecum, der sich im Allgemeinen mit den Ausführungen Krumm's einverstanden erklärt, bemerkt, daß von einem besonderen Fest für die höhere Mädchenschule auf städtische Kosten keine Rede sein könne; die Mädchen nähmen mit ihren Eltern an Festen teil, wo die Gefahren größer seien für die Kinder als bei dem Jugendfeste. Nach weiterer Debatte, in der Stadtv. Hanau empsiehlt, das Kuratorium der höheren imd erweiterten Mädchenschule zur Beteiligung zu veranlassen und den Kindern die Teilnahme am Fest nicht zu verbieten, und Bürgermeister Mecum vorschlägt, Umfrage bei den Eltern der Schülerinnen zu halten oder die Eltern zur Amneldung ihrer Kinder zu veranlassen, wird dem An- trag des Schulvorstandes entsprechend beschlossen.
wurden gestern 12 Pfg. pr. Pfd. von den Händlern gezahlt, ein Preis, wie er lange nicht erreicht wurde. Die Ernte ist nicht so bedeutend wie in den Vorjahren.
Bad-Nauheim, 4. Juli. (W.T.B.) Die zur Zeit hier weilenden amerikanischen Kurgäste sowie zahlreiche Amerikaner aus Frankfurt a. M. und anderen Plätzen Deutschlands begingen heute im Grand Hotel Kaiserhof die Nationalfeier (Independence-Day). Während des Festmahles hielt der amerikanische Generalkonsul in Frankfurt a. M., Herr Richard Günther, eine Rede, in welcher er ausführte: Es wäre die Zeit gekommen, da die Welt vor Achtung zu dem Heranwachsen der Vereinigten Staaten aufsehen müsse. — Seit der Beend igung des spanischen Krieges sei Amerika in die Reihe der Hauptmächte eingetreten und habe jetzt auch mitzusprechen. Früher mußte sich Amerika mit einer zweiten Stellung bei den Mächten begnügen, während England, Deutschland, Frankreich, Rußland, Spanien und Italien mehr mitzureden hatten, wie das große Amerika. Aber nach den Siegen bei Manila, Santiago und San Juan sei Amerika eine Macht geworden, die von den anderen Mächten voll anerkannt werde und kein Neid könne das auslöschen, was das amerikanische Heer und die Flotte geleistet hätten. Eingedenk der Worte des unsterblichen Abraham Lincoln: „Mlldchätig gegen Alle, ungerecht gegen Niemanden" handle Amerika und habe in diesem Sinne dem kubanischen Volke ein freies Kuba geschenkt. Obwohl Amerika keinen Krieg fürchte, noch scheue, so werde es doch lieber seine Lorbeeren im Frieden verdienen. Wir sind sehr fried-
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fertig, wir wollen unser Land nicht ausdehnen, aber wir werden im allgemeinen Wettbewerb suchen, die gleichen Chancen zu erlangen, wie alle übrigen Handelsmächte. Wir |inb glücklich über das freundliche Entgegenkommen des deutschen Kaisers und wir haben gelernt, seine Energie, seinen Patriotismus, seinen guten Charakter und seine Ritterlichkeit zu bewundern. Er war es, der darauf aufmerksam gemacht hat, daß der Vorwurf, die Amerikaner laufen nur dem Dollar nach, ein ungerechter ist. Er hat klar gemacht, daß unsere Ideale sind: Menschlichkeit, Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Der Redner schloß seinen Toast mit einigen Versen, die darm gipfelten, daß das Land, über welchem das Sternenbanner weht, ein gewaltig aufstrebendes Volk trage, voll Arbeitskraft und mit einem unbegrenzten nationalen Kredit. Mr. Herbert Myrich-Springfield, der erste Veranstalter des großen Festes, ertlärte in der darauf folgenden Rede, die Amerikaner liebten Deutschland und kämen mehr und mehr dahin. Die Amerikaner gebrandeten als arbeitsame und aufstrebende Nation eine gute Gesundheit, denn eine solche mache ein tüchtiges Volk, und sie kämen deshalb gerne nach Deutschland, um sich hier bei einem gleichgesinnten uud tammverwandten Volke an den Heilquellen Deutschlands Körper und Herz zu stärken. Inzwischen waren Kabeltelegramme angelangt von den Gouverneuren der Staaten Massachusetts, New-Port, Illinois, Texas und Kalifornien.
Aus Starkenburg, 4. Juli. Dem Standesbeamten eines bei Seeligenstadt gelegenen Nachbardorfes paffierte kürzlich in der Eile der Dienstgeschäfte das Malheur, das standesamtliche Aufgebot eines jungen Brautpärchens im Aushängekasten der Bürgermeisterei verkehrt anzuheften. Die Urkunde blieb auch einige Zeit in dieser Stellung. Die etwas abergläubische Braut schloß nichts Gutes daraus für ihren Ehestand und beschloß, von der Verlobung zurückzutreten. Der Bräutigam trägt sich nun mit dem Gedanken, den Standesbeamten, der den Irrtum beging, für das entgangene Eheglück regreßpflichtig zu machen.
Groß-Umstadt, 3.Juli. Während der letzten heißen Tage wurde ein 22 Jahre altes Mädchen, die Tochter eines hiesigen Weißbindermeisters, im Felde beim Pflanzensetzen von einem Hitzschlage betroffen. Das Mädchen, dem ärztliche Hilfe sofort zu teil wurde, liegt noch heute krank darnieder.
Mainz, 4. Juli. In Sachen der Rayonbeschränkungen äst soeben von dem Kriegsministerium eine wichtige Entscheidung hier eingetroffen, die wohl als Vorläufer der Beseitigung vieler Rayonbeschränkungen der Stadt angesehen werden darf. Auf ein wiederholtes Gesuch eines hiesigen Fabrikanten, auf einem Gelände, welches in dem jetzigen zweiten Rayonbezirk liegt und daher nur mit nichtunter- kellertem Fachwerk bebaut werden darf, ein massives, mit regulären Kellern versehenes Fabrikgebäude errichten zu dürfen, ist, nachdem das erste Gesuch von dem Kriegsministerium in Berlin abschlägig beschieden worden war, jetzt die Entscheidung hier emgetroffen, daß der projektierte Fabrikbau in der beabsichtigten Weise ausgeführt werden darf. Es erscheint selbstverständlich, daß das Kriegsministerium nicht allem diesem einen Fabrikanten diese Bauerlaubnis erteilen kann, sondern andere Baugesuche geradeso behandeln muß.
fc. Gonsenheim b. Mainz, 4. Juli. Der hiesige Gemeinderat hat sich ganz entschieden geweigert, Bestimmungen über den Verkauf von leicht tuberkulösem Fleisch (sog. Freibankfleisch) zu erlassen. In einer Resolution an das Kreisamt heißt es, daß es unmoralisch sei, das Fleisch, welches die Wohlhabenden für ekelhaft und gesundheitsschädlich bezeichnen, für billigeren Preis den Armen zu verkaufen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und der Nachbarstaaten. Gelandet wurde am 3. d. M. bei Mainz von einem Bagger meister an dem Neubau der Eisenbahnbrücke eine aufrecht im Wasser dahertreibende Leiche. Es war der beim Baden am Sonntag in Boden- Heim ertrunkene Schreiner Ehrhardt. — Am 3. d. M. wollte ein Mainzer Wirt oberhalb der Eiseubahnbrücke fischen; als er die Angel ausgeworfen, bemerkte er, daß etwas Schweres daranhiug. Es war eine männliche Leiche, die nur mit dem Hemde bekleidet mar. — Der Sohn achtbarer Eltern in 3)i ainz wurde am Donnerstag wegen Betrugs verhaftet. Es ist derselbe, der vor einigen Tagen mittels einer Zange das Schloß einer Arrestzelle öffnete und aus der Zelle eine Dirne befreite. — Der Fahrbursche eines Offenbacher Automobilbesitzers, der feinen Herrn aus Darmstadt abholen sollte, ist dort nicht eingetroffen und offenbar mit dem wertvollen Motor durchgebrannt. — In Darmstadt wurde eine Frau von einem Schutzmann angehalten, die einen Kinderwagen mit einem Kinde vor sich herschob, während ein zweites nebenher lief. Die Frau tarn aus dem Elsaß, und wollte ihren in Darmstadt bei der Artillerie dienenden Mann besuchen.
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Manöver der 21. Division werden sich vornehmlich im Gelände her Kreise Hanau, Gelnhausen und Büdingen abspielen. Die 42. Infanterie-Brigade (Regimenter 80, 81 und 166) hält die Brigademanöver vom 8. bis 10. September zwischen Hüttengesäß und Büdingen ab, die 41. Infanterie-Brigade (Regimenter 87 und 88) manöveriert zu derselben Zeit zwischen Bischofsheim und Heldenbergen. Die 21. Division hält vom 11. bis 16. September Divisionsmanöver ab, die im Gelände zwischen Vttbel und Gelnhausen stattfinden. Die Manöver des gesamten 18. Armeekorps- (21. und 25. Division) find
18., 19. und 20. September bei Büdingen statt. Tie 25. Division hält zuvor chre Divisionsmanöver zwischen Butzbach, Nidda und Friedberg ab. — Als Ruhetage sind vorgesehen: 7., 11., 14. und 17. September-
fc. Aus Oberhessen, 4. Juli. Für Heidelbeeren
ferne Verwunderung ausgesprochen. Es wird festgestellt, daß die solidarisch für alle Ankäufe in Leipziger Bankaktien verbundenen Mitglieder des Aussichtsrats sich an dem Jnter- ventionskonto mit einer Summe von 3 800 000 beteiligt hatten. Nach Aussage des (Bad^erfiänbigen Herrmann war dabei eine Spekulation geradezu ausgeschlossen. Der sachverständige Plauth meint, die Ankäufe seien im Interesse der Bank geschehen. Wie die Angellagten aussagen, ist das Jnterventionskondo nur eingerichtet, um den Kurs der Aktien zu regulieren. Sodann kommt abermals das Sepa-- rat-Vorschußkonto und die Frage der Fusion Kassels mtt einen Tochtergesellschaften zur Besprechung. Schmidt erwähnt in einem Schreiben vom 15. November 1900 die Fusion, und rechnet für die russische Gesellschaft eine Million Dividende heraus, für die französische 10 Proz., für die norwegische 20, für die italienische 15 Proz. Sachverständiger Plauth sagt aus, daß die Kasseler Trebergesellschaft niemals einen Gewinn erzielt habe. Es seien immer künstliche Gewinne geschaffen, zuerst durch Aktten-Verkäufe, dann durch Uebertrüge auf Tochtergesellschaften usw. Ter Vor- itzende meint, bei der niedrigen Bewertung der Tochtergesellschaften müsse Exner doch wissen, wohin die vielen Millionen gekommen seien. Er habe doch gewußt, daß das Attienkapital und die Reserve der Bank schon verloren gewesen seien. Weder Exner noch Gentzsch haben sich aber nach der Güte der Forderungen an die Tochtergesell- chaften erkundigt, und wollen durch die Bonität der üajfeier Garantien beruhigt gewesen sein. Der Vorsitzende fragt, ob das Geschäft mit den Kasseler Aussichitsräten für die Bank von Vorteil gewesen sei. Darauf erwidert Plauth, daß die Garantien der betreffenden Herren keine besondere Sicherheit geboten haben. Nachdem Plauth, Herrmann und Sieskind über die Forderungsabtretnng des Kasseler Auf- ichtsrats an die Bank sich im Sinne einer Schiebung geäußert haben, wird die weitere Verhandlung aus Samstag 9 Uhr vertagt.
Trockene Flechten. »Ä _________________________ —__nissen, dagegen ist
Odermeyer's Herba-Seife. Bepand:.: 90% Seife, 3% Arrnca, 2° 0 Salbei, 1,5 o arab. Wasserbecherkraut, 3,5% Hariikraut. Z. h.p.^-t. 1,25 Mk. in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder vom Fabrikanten I. Gioth, Hanau, 4335
Der Leipziger Bankprozetz.
XIII..
Leipzig, 4. Juli.
Der Vorsitzende weist darauf hin, daß bei der Bonk ein Konsortium zum Ankauf der Aktien der Leipziger Bank feit längeren Jahren bestanden f/abe. Demselben gehörten Amtliche Mitglieder des Aufsichtsrates an. Ihnen ist erst zu Beginn des Jahres 1901 befainu geworden, daß Exner 1900 bereits U/> Millionen unter Gutheißung des früheren Vorsitzenden des Aufsichtsrates Sachjenröder bei der Lotterre- ynb Darlehenskasse verpfändet hatte. Gentzsch hat barüter
Man verlange überall: oeli's vorzügliche Kronen-Papier-Wäsche 1 ind achte beim Einkauf auf die nebenstehende Schutzmarke.
Daeee §


