Ausgabe 
5.7.1902 Drittes Blatt
 
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verfolgte. Das Gericht tonnte jedoch der Berufung nach Anhörung des Privatdozenten für Chirurgie, Dr. Bötticher zu Gießen, nfcht stattgeben. Johs. Schneider in, von Alsfeld hatte sich beim Holzschneiden dadurch einen Unfall zugezogen, oaß er mit dem Fuß in die Kreissäge kam, wobei ihm die Zchen abgeschnitten wurden. Die land- und sorstw. Berufsgenossenschaft lehnte den Anspruch ab, da sich der Unfall nicht im landwirtschaftlichen Betriebe er­eignet habe. Ta sich auch die übrigen in Betracht tommen- den Genossenschaften nicht für zuständig erachteten, gab der Vorstand der land- und forstw. BerufsgenosfenschasL die Sache zur Entscheidung über die Frage der Zuständigkeit an das Reichsversich^rungsamt ab. Dieses lehnte eine solche ab, und veranlaßte die Genossenschaft eine Entscheidung

des zuständigen Schiedsgerichts herbeizufuhren. Letzteres gelangte zu der Ansicht, daß sich der Unfall im land­wirtschaftlichen Betriebe ereignet habe und verurteilte die Berufsgenossenschaft zur Zahlung einer 25 prozentigen Rente. Dem in Gemäßheit des § 94 des land- und ferstw. Unfallversicherungsgesetzes gestellten Anträge auf Herabsetzung der dem Georg Merz zu Freiensteinau ge­währten Rente von 40 Prozent auf 20 Prozent mußte das Gericht stattgeben, da erwiesen ist, daß in dem Gesamt­zustande und der darauf beruhenden Erwerbsfähigkeit des Merz eine wesentliche Besserung eingetreten ist. Weaen der Folgen eines am 26. Juli 1900 erlittenen Bruches des rechten Schenkelhalses bezog der Knecht Johann Kratz zu Friedberg eine Rente von 50 Prozent. Auf Grund eines

Gutachtens Gr. Kreisgesundheitsamtes Friedberg setzte die land- und forstw. Berufsgenossenschaft die Rente auf 33 ein Drittel Prozent herab, wogegen Kratz Berufung ver­folgte. Das Gericht wies die Berufung nach Anhörung des behandelnden Arztes als unbegründet zurück. Heinriche Heinemann zu Hainchen will sich! beim Transportieren eines mit 1iy2 Zentner Erde beladenen Karrens einen rechtseitigen Schenkelbruch zugezogen haben. Die Genossen­schaft lehnte den erhobenen Anspruch ab, da der Bruch sich allmählich entwickelt habe. Tie erhobene Berufung verwarf das Gericht, da es zu der Ueberzeugung kam, daß der Bruch nicht plötzlich, d. h. unsallsweise entstanden ist.

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