Ausgabe 
5.4.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

gelöst werden. Dieser Pessimist mag sich beruhigen: das Gespenst einer Auflösung steht weder am Königsplatz, noch, irr der Prinz Albrecht st raße Dor der Thür. Wohl aber wächst die Gefahr, daß die deutsche Landwirtschaft um die erheb­lichen Vorteile, die der Tarifentwurf ihr darbietet, gebracht wird, wenn ihre Vertreter es darlauf an- kommen lassen, vor der Erledigung des Entwurfs nach Be­endigung der gegenwärtigen Legislaturperiode mit noch höheren Forderungen in den Wahlkampf zu gehen. Diese Warnung kann nicht zu oft ausgesprochen werden. Sie muß, wie die Dinge stehen, das ceterum censeo aller wirk- lichen Freunde unserer Landwirtschaft sein.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 5. April 1902.

LU. Von der Universität. Herr Prof. Dr. Korne- mann hat den Ruf nach Tübingen angenommen.

** Gastspiel des Ibsen-Theaters aus Berlin. Ein großes Theaterereignis steht unserem kunstsinnigen Publikum nun doch noch, obwohl die Opernvorstellungen der Dessauer in­folge der uns ganz unbegreiflichen Teilnahmlosigkeit der maßgebenden Kreise unterbleiben, bevor, und zwar schon für die nächsten Tage. Das bedeutendste gastierende Ensemble Deutschlands, das rühmlichst bekannte Ibsen - Theater ati§ Berlin, wird auf seiner diesjährigen Tournee auch bei uns gastieren und am 13. d. M.Hedda Gabler", am 14. Rosm ersh olm " zur Aufführung bringen.

* * Kirchliche Dienstnachricht. Der Groß­herzog hat den von dem Grafen zu Erbach--Fürstenau auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Beerfelden, Dek. Erbach, präsentierten Pfarrverwalter Pfarrer Waldeck da­selbst für diese Stelle bestätigt.

* * Von der Reichspost. Am 7. April wird in dem bisher zum Landbestellbezirk des hiesigen Postamts gehörigen Orte Altenbuseck eine Postagentur ein­gerichtet, deren Landbestellbezirk die Orte re. Rödgen, Trohe mit Balzermühle und Trohermühle, Großmühle und Mittelsmüble zugeteilt werden. Wir machen daraus auf­merksam, oaß von diesem Zeitpunkt ab Sendungen von Gießen nach den genannten Orten und umgekehrt nicht mehr nach oer Ortstaxe zn frankieren sind, sondern, den Gebühren für Sendungen nach anderen Postorten unter­liegen. Die Landpost nach Altenbuseck wird nach­mittags künftig 3.15 statt 3.0, von Altenbuseck 10.30 Dorrn, und 6.45 nachm. ab gehen. Vom 7. ab gelangt auch in Wißmar bei Lollar eine Postagentur zur Einrichtung, zu deren Landbestellbezirk Launsbach gehört.

* * Klinikbauten. Die Bauten der neuen Kliniken auf dem Seltersberg scheinen demnächst in Angriff ge­nommen werden zu sollen. Der Staat hat für das Bau- Bureau die ganze erste Etage des früheren Restaurants Zum Reiseonkel" an der Frankfurterstraße gemietet.

* * Besitzwechsel. Das RestaurantStadt Mar­burg" mit dein dazu gehörigen Gelände wurde für 63 000 Mark lan den früheren Inhaber der WirtschaftGermania" in Lollar, Friebr. E Krämer, Derkauft und geht bereits am 1. Juni an den neuen Inhaber über.

* * Das neue Wien er Caf 6, das, wie wir bereits mitteilten, tgerr Gustav Skalizky einrichten will, w.ird im Mittelpunkt der Stadt, und zwar an der Ecke der Plock- und Johannesstraße, seinen Platz finden. Herr Bach, der Besitzer des bekanntlich mit dem Merkur gekrönten Eck­hauses, hat sämtliche, darin im Parterre befindlichen Räume, die über 300 Quadratmeter Fläche enthalten, an Herrn Skalizky zu dem genannten Zwecke vermietet. Das Haus selbst wie auch seine Lage dürften sich außerordentlich zur Einrichtung tD' geplanten Etablissements eignen.

- 50jähriges Jubiläum. Fünfzig Jahre sind es heute her, seit der in weiten Kreisen bekannte Grvßh. Steuerauf­seher Fink zu Gießen sich dem Staatsdienst gewidmet hat. Aus diesem Anlaß sino ihm ganz besondere Ehrungen zu teil geworden. Der Vorstand des Hauptsteueramts hielt in Gegenwart sämtlicher Beamten des genannten Amtes an den Jubilar eine feierliche Ansprache, in welcher er ins­besondere das mustergiltige Verhalten des Jubilars in und außer dem Dienst hervorhob und seine Pflichttreue lobte, die sich darin äußere, daß er in der gewissenhaftesten Er­füllung seiner dienstlichen Obliegenheiten eine besondere Ehre erblicke. Von allen Vorgesetzten, die der Jubilar während seiner fünfzigjährigen Dienstzeit gehabt habe, sei seine gewissenhafte Pflichterfüllung rühmlichst erwähnt worden. - Mit ganz besonderer Freude habe ihn, den Amts- votstand, die Allerhöchste Auszeichnung, die dem Jubilar geworden, erfüllt. Se. Königl. Hoheit der Großherzog habe die Gnade gehabt, ihm das silberne Kreuz des Ver­dienstordens Philipp des Großmütigen zu verleihen. Bei Ueberreichung dieser Allerhöchsten Anerkennung komme er gleichzeitig einem Auftrag der vorgesetzten Ministerial- behörde nach, indem er dem Jubilar deren Glückwünsche zu dieser Auszeichnung und zu dem Ehrentage übermittele. Mit einem dreifachen Hoch auf den Gefeierten endete die Ansprache, welche auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck hervorgerufen hatte. Hieraus erfolgte die Gratulation durch die Beamten und Kollegen des Herrn Fink. Zum bleibenden Andenken an diesen so ehrenvollen Tag wurde dem Jubilar ein zu diesem Zwecke angefertigtes Gruppen­bild sämtlicher Hauptsteueramtsbeamten mit entsprechender Widmung überreicht. Sichtlich gerührt war der Gefeierte, als ihm die Kinder des Obersteuerinspektors Weißen- b ruch einen Blumenstrauß und eine weitere sinnreiche Dedi- kation unter Uebermittelung ihrer Glückwünsche über­brachten. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, sich noch lange seiner derzeitigen geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit zu erfreuen.

** Kaufmännischer Nachwuchs. Seit dem Mo- natswechsel hat sich in den Läden auch der Nachwuchs der Söhne Merkurs eingestellt. Es sind durchweg hübsche, rot­wangige Bürschchen, die sich dem Handelsslaride widmen wollen. Mährend in früheren Jahren allgemein die Kluge laut wurde, daß es an geeigneten Lehrlingen für den Kauf­mann st and fehle, hört man in diesem Jahre nicht nur keine Klage, sondern es wird uns bestätigt, daß infolge des Vorhandenseins einer in ihren Leistungen anerkannten kaufmännischen Fachschule, in der sich die jungen Leute fortbilden können, die Eltern aus kleineren Landstädtchen ihre Söhne, die für den Kaufmann stand bestimmt sind, gern nach Gießen in die Lehre bringen und daß infolge­dessen in unserer Stadt das Angebot von Lehrlingen in diesem Jahre stärker sei als der Bedarf.

** Der Fechtverband Gießen-Lahr, welcher bereits vor mehreren Jahren einen hiesigen Knaben im Reichswaisenhaus zu Lahr hat erziehen lassen, läßt heute wieder einen 8 Jahre alten Jungen aus Gießen dorthin verbringen, der bis zu seiner Konfirmation dort verbleiben soll. Alle aus dem Reichswaisenhaus entlassenen

Jungen sind zu ordentlichen Menschen herangebildet wor­den. Hoffen wir, daß die Anstalt dem Kleinen das ersetzt, was ihm hier fehlte, nämlich die Eltern und die ordnungs­mäßige Pflege und Erziehung.

a. K r o f d o r f, 4. April. Wegen der Vakanz der hiesigen Pfarrstelle kann die Konfirmation nicht am Sonntag nach Ostern, wie es sonst üblich ist, vorgenommen werden. Tie Konfirmanden von Krofdorf und Gleiberg werden erst am zweiten Sonntag nach Osterii in der Kirche zu Krof­dorf durch Pfarrer Geibel aus Dudenhofen konfirmiert. Tie Konfirmanden der Filiale Kinzenbach werden, wie ge­wöhnlich, am Sonntag nach Ostern durch Pfarrer Bingel aus Wißmar konfirmiert.

§§ Rodheim a. Bieber, 4. April. Für die Ort­schaften Fellingshausen, Crumbach und Frankenbach sollte Anfang April von hier aus eine Fahrpost eingerichtet werden. Die seitherige Postbestellung dieser Orte hat sich bei zweimaliger Bestellung als sehr schwierig erwiesen. Jedoch ist diese Neuerung bis zum Juni verschoben worden.

T Wißmar, 4. April. Die bereits früher in Aus­sicht genommene Veränderung in den hiesigen Schul­st ellen ist mit Beginn des neuen Schuljahres vor sich gegangen. Lehrer Müller aus Hörnsheim war schon im November v. I. zum Lehrer der hiesigen dritten Klasse ernannt worden, jedoch unterblieb der Wechsel auf Wunsch Müllers bis zum Frühjahr. Unser bisheriger vierter Lehrer Schuhmacher ist zum Nachfolger Müllers nach Hörnsheim berufen, und die vierte Schulklasse übernimmt Lehrer Mergenthal, der seither die dritte Klasse ver­waltet hat. Auch im benachbarten Launsbach ist ein Wechsel vor sich gegangen, der seitherige Verwalter der zweiten Schulklasse Wettermann ist nach Breitenheim, Kr. Meisenheim, versetzt worden. An seine Stelle tritt Lehrer Cälius, der am Montag in sein Amt ein geführt wird.

Darmstadt, 4. April. Geh. Justizrat Dr. Hermann Weber ist in der vergangenen Nacht hier gestorben. TieOfsenb. Ztg." widmet dem Verblichenen einen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen: Mit ihm ist im 72. Lebens­jahre ein Mann dahin gegangen, der sich um das gesamte Hessenland hervorragende Verdienste erworben hat. Trotz seiner anstrengenden beruflichen Thätigkeit hat er nicht nur in dem kommunalen Leben Offenbachs, dessen Stadt­verordnetenkollegium er mehr als 25 Jahre hindurch als eifriges Mitglied angehörte, sondern auch in dem politischen an allen auf das Wohl des engeren und weiteren Vater­landes gerichteten Bestrebungen als echt deutsch empfin­dender Mann lebhafte Teilnahme bewiesen und oft genug wirkungsvoll zum Wohle der Allgemeinheit thätig ein­gegriffen. Wir erinnern hier nur an feine Wirksamkeit als Abgeordneter der zweiten Kammer, die er, Don dem Vertrauen der Mehrheit zu der ehrenDollen Stellung des ersten Präsidenten berufen, mit hervorragender Umsicht lange Jahre hindurch geleitet hat. Später durch den Landes­fürsten zum lebenslänglichen Mitglied der ersten Kammer ernannt, vermochte er auch hier seine reiche Erfahrung in den Dienst der gesetzgebenden Thätigkeit zu stellen. Am 18. November 1900 beging Geheimrat Dr. Weber unter herzlichster Anteilnahme weitester Kreise seinen 70. Ge­burtstag, und wenige Wochen später, am 22. Januar 1901, war es ihm vergönnt, sein 50jährigcs Dienstjubiläum zu feiern, bei welcher Gelegenheit ihm vom Großherzog die Krone zum Komthurkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen wurde. Leider machten sich um die Mitte des vorigen Jahres erhebliche Gesund­heitsstörungen bemerkbar, die ihn nötigten, seine erfolg­reiche dienstliche Thätigkeit aufzugeben. Zugleich verlegte er seinen Wohnsitz nach Darmstadt.

Darmstadt, 4. April. DerDarmst. Ztg." zufolge ist zwischen der Leitung des Hoftheaters und der Intendanz des Hoftheaters in Stuttgart ein Vertrag vereinbart worden, der das hiesige Theater dem Personal der Stuttgarter H o f o p e r für ein Gesamtgastspiel in der letzten Woche des Monats Mai überläßt. Bei demselben wird der gesamte Kunstkörper der Stuttgarter Hofoper einschließlich der kgl. Hofkapelle und des kgl. Singchors mitwirken. Im Kloset der städtischen Lesehalle entstand gestern abend 61/2 Uhr eine Gasexplosion, durch welche der auf­sichtsführende Beamte Sch. im Gesicht und an den Händen schwer verletzt wurde, sodaß seine Verbringung in das städtische Krankenhaus notwendig wurde. Offenbar hatte ein Unbefugter den im Kloset befindlichen Gashahn geöffnet, denn die Eplosion erfolgte, als Sch. den Raum mit einem brennenden Streichholz betrat, um Licht anzuzünden.

Eisenbahn-Zeitung.

Die preußisch-hessische Staats-Eisen­bahnverwaltung läßt gegenwärtig die hierzu ge­eigneten Personenwagen an den Innenseiten der Abteilthüren, bezw. bei den Durchgangswagen an den Innenseiten der nach den Plattformen mündenden Aus- gangsthüren mit Thürgriffen versehen, durch welche es den Reisenden ermöglicht wird, die Thür en von innen selbst zu öffnen. Diese zur Erleichterung des Aussteigens für das Publikum und mit Rücksicht auf etwaige Unfälle, bei denen ein schnelles Verlassen der Wagen ge­boten ist, getroffene nützliche Einrichtung ist indessen bann nicht ohne Gefahren, sowohl für die Reisenden als für die Zugbeamten, wenn das ordnungsmäßige Schließen der Thüren nach dem Verlassen der Wagen, bezw. nach dem Einsteigen in dieselben unterlassen wird. Insbesondere können durch das Anlehnen an die nicht vollständig ge­schlossenen Thüren der Abteilungen leicht Unglücksfälle durch Abstürzen aus den Wagen herbeigeführt werden. Es ist deshalb im allgemeinen Interesse dringend zu wünschen, daß die Reisenden sich der leichten Mühe des Schließens der Wagenthüren unterziehen, wenn nicht noch andere Reisende bei dem Ein- oder Aussteigen nachsolgen, sowie ferner, daß die Thüren zum Aussteigen erst geöffnet werden, wenn der Zug hält. Durch einen Anschlag an den Thüren der Wagen wird hierauf noch besonders hingewiesen. Von Wich­tigkeit ist auch, daß die in den Abteilen befindlichen Reisen­den sich vor .Abfahrt der Züge von dem Verschluß der Wagen­türen überzeugen und Kinder, sowie jugendliche Personen auf die etwa eintretenden Gefahren durch ihre Begleiter aufmerksam gemacht werden.

Der 31. Kongreß der deutschen Gesellschaft sttr Chirurgie.

III.

In der Donnerstag-Nachmittagsitzung stand die Frage der Unterleibs-Operationen im Vordergrund des Interesses. Die entzündlich-eiterigen Prozesse am Bauch­fell und im Bereiche des Blinddarms ober an dem mit diesem in Verbindung stehenden Wurmfortsatz haben Ver­anlassung zu eingehenden Auseinandersetzungen in Aerzte- kreisen gegeben. Dieinneren" Mediziner und die Chi­

rurgen standen sich lange scharf gegenüber; er ft in der? jüngsten Zeit sind die stark auseinandergehenden Mei­nungen einer Einigung naher gekommen. Einen radikalen Standpunkt nimmt der Frankfurter Chirurg Professor Rehn ein. Die Beurteilung der entzündlichen Eiterungs- prozesse innerhalb der Bauchhöhle unterliegt außerordent­lichen Schwierigkeiten; die mehr gutartigen Prozesse sind nicht mit Sicherheit zu erkennen, und die schweren schwer zu behandeln. Deshalb ist eine frühzeitige Vornahme der Operation unbedingt anzuraten; eine solche ist verhältnis­mäßig ungefährlich und verhütet das weitere Umsichgreifen des entzündlichen Prozesses. Wenn der Ausgang einer Ope­ration ein unglücklicher ist, so liegt das entweder an gewissen unüberwindlichen Schwierigkeiten oder an Mängeln der Operationstechnik. Auch Dr. Spreng e l - Braunschweig tritt auf Grund seiner Erfahrungen für die frühzeitige Vornahme der Operation ein: man sollte möglichst in den ersten 24 bis 48 Stunden eingreifen, ehe das Bauchfell in weiterer Ausdehnung ergriffen ist. Am günstigsten stehen die Chancen, wenn insbesondere bei der Blinodarment- zündung in der unfallfreien Zwischenzeit zur Operation gejajritten wird. Nach Sprengels Feststellungen ist hie Sterb­lichkeit in diesen Fällen eine außerordentlich geringe. Unter allen Umständen soll man was Dr. Roux (Lausanne) hervorhebt streng individualisieren, d. h. jeden Fall nach seiner Besonderheit behandeln und nicht blind darauf losoperieren. Interessante Ergänzungen zu dieser Frage brachte ein Vortrag von Pros. Friedrich (Leipzig.) Er glaubt auf Grund neunjähriger Beobacht­ungen, daß bei der Entwickelung der Bauchfellentzündung sogenannte anaerobe Bakterien im Verein mit anderen. Pilzen eine wichtige Rolle spielen. Diese anaeroben Keime wachsen und vermehren sich nur, wenn der freie Sauer­stoff möglichst vollständig aus dem Nährboden entfernt ist. Zutritt von Sauerstoff oder, was dasselbe besagt, von Lust läßt diese unheimlichen Keime abfterben. Des­halb ist die Lüftung des Operationsgebietes, in diesem Falle des unter dem Bauchfell gelegenen Raumes, ein unbedingtes Erfordernis. Der Eingriff soll stets in der Nähe des Wurmfortsatzes erfolgen, weil dort zumeist die Ursprungsstätte der Erkrankung liegt. Nach der Operation ist das Hauptgewicht auf eine vorsichtige Ernährung zu legen, und zwar schlägt Professor Friedrich Einspritzungen von keimfreiem Oel und Zuckerlösung unter die Haut vor.

Am Freitag trat der Kongreß bereits in früher Mor­genstunde zu feiner sechsten Sitzung zusammen; auf der Tagesordnung stand an erster Stelle Unterleibs-Chi­rurgie. 21 Vorträge und Demonstrationen waren an­gesetzt. Hervorragende Operateure wie Riedel (Jena), von Eiselsberg (Königsberg), Sprengel (Braunschweig), Kocher (Beruh Krönlein (Zürich) nahmen hierzu das Wort; doch boten ihre Ausführungen im wesentlichen nur sachwissen-' sch östliches Interesse. Bemerkenswerte Experimente an Tieren hat Tr. Reerink (Freiburg) angestellt, um den Nachweis zu erbringen, daß man im stände ist, Defekte oder Geschwüre der Magenwand durch Einpflanzung von Tarmstücken zu decken. Dr. Reerink hat diese merkwürdige Operation bis jetzt an einer Reihe Don Hunden aus^ geführt und damit einen überraschenden Erfolg erzielt. Das Darmstück heilte glatt in den Magen ein, es wurde sozusagen zu einem Teil der Magenwand, ohne etwas Don seiner Eigentümlichkeit emzubüßen. Tie beiden Schleimhautstücke, das des Magens und des ein gepflanzten Darmabschnittes, blieben scharf gegeneinander stehen. Der glückliche Verlauf dieser Experimente könnte Veranlassung dazu geben, auch beim Menschen größere Geschwüre des Magens baburaj zur Heilung zu bringen, daß man ent­sprechend große Teile der Darmwand einpflanzt. Einen anscheinend recht nützlichen Apparat, welcher die Gefahren der Chloroform-Beräudung wesentlich herabsetzen soll, zeigte Dr. Roth (Lübeck). Der Apparat ist so konstruiert, daß dem Patienten neben dem eigentlichen Betäubungs­mittel hinreichend Sauerstoff zugefuhrt wird. Gerade die Zufuhr Don Sauerstoff macht die Narkose weniger gefähr­lich, und man ist im stände, selbst schwächliche Kranke mit mattem Puls einer Chloroform-Narkose zu unter­ziehen. Mit dem Kongreß ist eine Ausstellung von medi­zinischen Instrumenten und Apparaten, Mebitamenten und diätetischen Mitteln Derbunben. Besonders reichhaltig ver­treten sind die elektro-medizinischen Apparate, roelaje die Röntgenstrahlen der Heilkunde dienstbar zu machen suchen.

959

der Zähne

Absolühsbestes ^Mundwassern

:A

W 1

jhb zur Notiz, baß Ober-

Mess NSuttern

machsene zu empfehlen, sondern auch bei Kindern und Säuglingen gegen Hautröten, Hautausschläge u. s. ro. mit großem Erfolg an­gewandt roorden ist So schreibt eine Mutter, der die Seife em­pfohlen morden und die sie bei ihrem Kinde probierte:Erbitte mir noch drei Stuck Herbascise. Dieselbe hat sich bei dem hart­näckigen Gesichtsausschlag sehr gut bemährt und ist unser Kind seit dem Gebrauch derselben wesentlich besser. Ich werde nicht ver­fehlen, dieses ausgezeichnete Heilmittel weiter zu empfehlen." Außerdem liegen noch eine Menge vorzüglicher Atteste von be­rühmten Aerzten über die heilende Wirksamkeit der Seife vor. Sie besteht aus 3°/0 Arnica, 2% Salbei, 1,5% arab. Wasserbecher­kraut, 3,5% Harnkraut, 90% Seife, ist also garantiert völlig un­schädlich und kann von jeder Apotheke und Drogerie bezogen werden oder direkt vom Fabrikanten I. Gioth in Hanau a. M. 907

Warnung vor Fälschung

in willen noch in Pulverform noch mit Cacao

W vtlvl gemischt, sondern 179

nnT1 in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist

HILL Dr. Hommels Haematogen echt |