Ausgabe 
5.4.1902 Erstes Blatt
 
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rischen Überforderungen zu wahren. Der Oberbürgermeister erklärte in der gestrigen Stadtoerordnetensitzung, daß, wenn er dieser Einladung Folge leiste, ihn weniger die Zolltarif­frage als die Oktroi frage interessieren würde. Wegen Aufhebung des Oktrois würden demnächst hessische Städte in Worms protestieren In geheimer Sitzung bewilligten die Stadtverordneten Mk. 200,000 für die Errichtung des hiesigen Goethe-Denkmals. Das Komitee hatte um Mk. 500,000 gebeten.

Darmstadt, 4. April. Dem ,,N. Hess. Vollsbl." wird mit Bezug auf die auch uns von einem Darmstädter Bericht­erstatter zugegangene Mitteilung von zuständiger Seite ge­schrieben: Hinsichtlich des Defizits der Künstlerkolonie- Ausstellung ist Ihnen falsches berichtet worden. Der ge­naue Fehlbetrag hängt von dem Ausgang mehrerer schwebenden Prozesse und sonstiger Verhandlungen ab, wird aber aller Voraussicht nach den Betrag des Garantiefonds nicht ganz erreichen, geschweige denn ihn um 31 000 Mk. überschreiten. Es ist deshalb auch unwahr, daß versucht werde, die Garantic­zeichner zur Deckung dieser weiteren Summe heranzuziehen.

Bensheim, 4. April. Der frühere am Georg Ludwigs- Gymnasium in Darmstadt aus der Affaire Dettweiler be­kannte Gymnasiallehrer Dr. Ahlheim, hielt sich während der Osterfeiertage in seinem Heimatsort, dem benachbarten Lang- woden, auf und spielte am Nachmittag des 1. April mit dem 7jährigen Töchterchen des Peter W. von Elmshausen, Las bei seiner Großmutter Witwe A. war. Das Kind lag im Bett und A. saß auf dem Bettrand, indem er mit einem Gewehr hantierte. Hierbei entlud sich durch einen Zu­fall der Schuß, und die Ladung drang dem Kinde in den Kopf. Nach einer Stunde trat der Tod des Kindes ein. Der Thäter stellte sich selbst der Behörde, die Ermittelungen wurden alsbald eingeleitet.

b. Mainz, 4. April. Nach einer Mitteilung hiesiger Blätter hat das Kriegsministerium in Berlin das ganze frei­werdende Festungsgelände in dem nahen Kastel dem Reichsschatzamt verkauft.

Mainz, 4. April. Die Handelskamm er hat in Ueber- einstimmung mit den Interessenten den von der Eisenbahn­direktion Mainz geplanten Annahmeschluß für Fracht­güter anstatt wie bisher um 7 Uhr abends um 6 Uhr ab­gelehnt.

fc. Frankfurt a. M., 4. April. Der Lokomotiven­durchbruch im hiesigen Hauptbahnhof wird demnächst ein interessantes Nachspiel vor der Zivilkammer des hiesigen Landgerichts haben. Im Wartesaale saß nämlich ein Herr, gerade im Begriff, eine Tasse Kaffee zu trinken, als das schwarze Ungetüm hereinbrauste. Obwohl der Passagier nun zwar äußerlich nicht beschädigt wurde, erlitt doch sein Nerven­system einen solchen Stoß, daß er jetzt an heftigen Nerven­anfällen leidet, die ihm das Arbeiten unmöglich machen. Er hat deshalb den Eisenbahnsiskus auf eine lebenslängliche Rente verklagt, da er sie gutwillig nicht hergeben wollte.

Weilburg, 4. April. Der russische Oberst v. Eich Holz traf heute in Begleitung des Flügeladjutanten des Groß­herzogs von Luxemburg, Major van Dyk, hier ein und legte int Auftrage des Zaren am Sarge des Herzogs Wil­helm, des Vaters des Großherzogs, in der Gruft der evange­lischen Kirche einen Kranz nieder.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Pfeddersheim hat aus bis jetzt noch unbekannter Ursache sich der Bürgermeister Willenbücher einen Schuß in die Schläfe beigebracht. Der Verwundete wurde in das Krankenhaus nach Worms gebracht, wo er eine Stunde später verstorben ist.

Vermischtes.

*Berlin,4. April. Ein bei seinen Eltern wohnender Gürtler, der in der letzten Nacht plötzlich tobsüchtig wurde, suchte seinen Vater zu erwürgen und verletzte seinen Bruder, der dem Vater zur Hilfe eilte durch einen Messerstich an der Hand. Ter Kranke wurde nach der Charitee gebracht.

*Swinemünde,4. April. Neun mit Mauersteinen beladene Hass kühne sind nachmittags im Haff ge­sunken. Ter SchleppdampferLothar Bucher" rettete von 16 Mann der Besatzung zwei. Tus Schicksal der übrigen ist ungewiß.

* Lüttich, 4. April. Eine Frau warf ihre beiden Kinder in einen Teick und stürzte sich als­dann nach. Die Frau und eines der Kinder ertranken, wahrend das zweite Kind durch die herbeigeeilten Nach­barn gerettet wurde.

* Marseille, 4. April. In einer hiesigen Gastwirt­schaft erschoß gestern ein junger Mann den Wirt, weil dieser sich weigerte, dem bereits angetrunkenen Manne weitere Getränke zu verabfolgen. Der SohndesWirtes bemächtigte sich der Waffe des Mörders und tötete den­selben.

* Lawinenstürze. Wie aus Bern gemeldet wird, werden aus dem Kanton Wallis gewaltige Lawinen­stürze gemeldet, welche großen Schaden anrichteten. Tie Simplonstraße ist bei Ganterbrücke auf eine Strecke von 73 Meter Lange weggerissen. Turch ungeheuren Schnee­fall ist der Simplonverkehr auch auf der Südseite zwischen Jselle und der Schweizer Grenze, ebenso wie die Pa,sage zwischen Fiesch und Oberwald gestört.

* Frauenmord. Wie aus Gl atz gemeldet wird, wurde die Botenfrau Moser auf der Landstraße ermordet und beraubt aufgefunden. Ter Mörder hatte der Frau den Kopf abgeschnitten und denselben in ein in der Nähe befindliches Wasser geworfen. Ein Portemon­naie mit 35 Psg. Inhalt wurde ein Stück von der Leiche aufgefunden, während eine große Summe, welche die Frau bei sich getragen, geraubt war.

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M. Gießen, 4. April. Strafkammer. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Oberstaatsanwalt von Hestert. Der Spediteur Kaspar Schott aus Gießen ist des Hausfriedensbruchs, des strafbaren Eigcn- nufces und der Bedrohung angeklagt. Von dem Bleichermeister Schmall in Gießen war dem Beschuldigten eine Stallung ver­mietet, die ihm jedoch, da er mit den^Zahlungen in Rückstand ge­blieben, gekündigt worden war. Die Stallung wurde geräumt und von Schott aus einige Pscrdegeschirre und verschiedene andere Gegenstände zurückselafsen, an denen jedoch, wie er mußte, Schmall sein Zurückbehaltungsrecht wegen der Mietzinsrückstände geltend machte. Später kam Schott in die Hofraithe des Schmall, um die Sachen zu Idolen; der mehrfachen Aufforderung, dieselbe zu ver­lassen, kam schott nicht nach, bedrohte vielmehr den Schmall noch damit, daß ev ihm den Schädel einschlagen werde. Die von

Schmall zurückbehaltenen Gegenstäirde nahm er wider dessen Willen weg. Er wird wegen der oben erivähnten Delikte zu eurer Ge­samtgefängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt. Der Schausteller Max Walldorf war mit mehreren anderen begangenen gemein­schaftlichen Körperverletzung zu 4 Wochen Gefängnis verur­teilt worden. Seine Berufung wird kostenfällig als unbegründet verworfen, da feststebt, daß der Angeklagte in Gemeinschaft mit andern mehrere Studenten, die abends nach Hause gingen, ohne Veranlassung angerempelt und einen derselben mit einem Stock ge­schlagen hat. Gegen den Schuhmacherlchrling Ludwig Fießler aus Grünberg wird unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Verbrechens im Sinne der §§ 77, 43 des Strafgesetzbuchs verhan­delt und auf eine sechsmonatliche Gefängnisstrafe erkannt. Der Tienstknecht Konrad Oppermann aus Mahr hat in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember v. Js. mit einem anderen Dienst­knecht in einem Friedberger Gasthaus zusammen logiert und, als er früh morgens abreiste, einen Hundertmarkschein aus der Brief­tasche seines Kameraden mitgenommen. Trotz seines Leug­nens wird er des Diebstahls überführt, da einmal fest- gestellt werden konnte, daß er wußte, daß und wo der Bestohlene einen größeren ersparten Geldbetrag in Fornt von Hundertmark­scheinen bei sich trug, zum anderir aber das Vorhandensein des Geldes im Laufe des 20. noch konstatiert worden war, der Dieb­stahl mithin, da der Bestohlene das Geld stets in seinem Rock mit sich führte, diesen aber erst vor dem Schlafengehen abgelegt hatte, nur während der Nachtzeit konnte ausgeführt worden sein. Da das Zimmer während der fragt Nacht verschlossen war, so konnte kein anderer als der Angeklagte der Dhäter gewesen sein eine An­nahme, die dadurch zur Gewißheit wurde, daß derselbe, vorher nur im Besitz von wenigen Geldmitteln, noch im Laufe des 21. ver­schiedenen Personen einen Hundertmarkschein vorzeigte, über dessen Erwerbung er sich nicht ausweisen konnte. Trotz seiner Unbestraft- heit erhält der Angeklagte eine sechsmonatige Gefängnisstrafe mit Rücksicht auf das erhebliche Diebstahlsobjekt, den groben Ver­trauensmißbrauch und die Wegnahme gerade von Ersparnissen. Da wegen der Höbe der Strafe Fluchtverdacht begründet erschien, wurde gegen den Verurteilten Haftbefehl erlassen. Der Schuh­macher Andreas Seipp von Heuchelheim wird wegen Verbrechens im Sinne des § 176, 3 des Str.-G.-B. unter Zubilligung mildernder Umstände zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verhandlung gegen den Markscheider Ludwig Henrich aus Gießen wegen Körperverletzung wird, da eine Hauptzeugin nicht erschienen ist, auf den 18. April vertagt.

Bochum, 4. April. Die Strafkammer verurteilte den Stadto. Ludwig Böß er aus Herne wegen schwerer Beleidigung des Land­rats Gerstein, des Bürgermeisters Schäfer, sowie des Magistrats zu 9 Monaten Gefängnis. Bößer wurde wegen Fluchtverdachts so­fort verhaftet.

Leipzig, 4. April. Das Reichsgericht verwarf heute die Revision Goncz und Genossen gegen das vom Thorner Ge­richt am 12. September v. I. im Prozesse gegen 60 polnische Gym­nasiasten wegen Geheimbündelei gefällte Urteil.

Nürnberg, 4. April. Die Strafkammer verurteilte wegen Vergehen gegen § 249 a Abs. 3 H.-G.-B. älterer Gattung, begangen am 3. Oktober 1899 durch unrichtige Anmeldung des erhöhten Aktienkapitals der Aktiengesellschaft Süddeutsche Wasserwerke in München, nach zweitägiger Verhandlung die damaligen Aufsichts­räte der genannten Gesellschaft, Kaufmann Karl Distler-München zu 7000 Alk. und Rechtsanwalt Justizrat Merzbacher-Nürnberg zu 12000 Mk. Geldstrafe, eventuell zu 1 Jahr Gefängnis sowie zur Tragung der Kosten.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- uud Hütterr- Aktieugesellschast. Die Darmstädter Bank hat an der Berliner Börse den Prospekt über Mk. 7 075 000 Stammaktien, Alk. 17100 000 Vorzugsaktien, Mk. 8 Millionen 41 eproz. und Mk. 8 Millionen bproz. Hypothekaranleihe genannter Gesellschaft eingereicht.

Neue russische Anleihe. Tas Gesamtresultat der Subskrip­tion ergab eine mehr als hundertfache Zeichnung. Ter Haupt­anteil der Zeichnungen enffällt auf Deutschland, wo auch speziell Anmeldungen, bei denen die Zeichner behufs Dokumentierung einer dauernden festen Kapitalanlage sich der Verpflichtung unterzogen, die ihnen zugeteilten Stlicke während einer längeren Zeit nicht an den Markt zu bringen, in außerordentlichem Maße ein­gingen.

Elektrizitätsgesellschaft Schultert. In einem offenbar in- fpiriten Artikel desB. T." wird gesagt, daß die beiden Direk­toren der Schuckert-Gesellschaft, Natalis u. Petri, zwar tüchtige Kräfte sind, aber es fehle immer noch an einem eigentlichen obersten Leiter, der unter den gegebenen Verhältnissen eine sehr schwere verantwortungsreiche Ausgabe zu übernehmen hätte. Erst wenn diese Persönlichkeit gefunden wäre, würden die Verhandlungen mit der Allg. Elektrizitätsgefellschaft in ein aktuelles Stadium treten können.

Zellstofffabrik Waldhof Mannheim. Einer direkten Mit­teilung zu Folge ergiebt der Abschluß für 1901 einen Ueberschuß auf Warenkonto von Mk. 2544478; i. V. betrug derselbe Mk. 3199785. Zu Abschreibungen sollen 193703 Mk. (383 061 Mark ordentliche und 135 000 Alark Extraabschreibungen) verwendet werden. Für außerordentliche Abschreibungen sind diesesmal Mk. 500000 bereitgestellt und für Abschreibungen auf Maschinen Mk. 250000 vorgesehen. Die Spezialreserve soll 65000 Mark (V. Mk. 200000 erhalten und somit auf Alk. 1800000 gebracht werden. Der Pensionsfonds ist mit Mk. 14658.89 bedacht und stellt sich bann auf Alk. 300000. Die Dividente ist mit 15 Proz. wie im Vorjahr auf 9 Mill. Mk. Aktienkapstal vorgesehen.

Aktiengesellschaft für Etektrizitätsautageu in Köln. In der außerordentlichen Generalversammlung der Aktiengesellschaft ür Elcktrizitätsanlagen legte die Verwaltung Den neuen Sanirungs- plan vor mit der Abänderung, daß die Barzahlung auf die Vor­zugsaktien von Mk. 1250 auf 1050 ermäßigt und die in Zahlung gegebenen zusammengelegten Aktien statt zu Alk. 800 zu Alk. 1000 in Anrechnung gebracht werden sollen. Dieser Sanirungsplan, der die durchaus notiüenbtgen Alk. 2 500 000 neues Geld bringe, sei das Aeußerste, wenn man überhaupt eine ernste Sanirung wolle. Rechts­anwalt Hirfchel-Berlin, der etwa l/s Millionen Alk. Aktien vertritt, beantragte die Einsetzung einer Revisionskommission. Dieser An­trag wurde jedoch abgelehnt. Gegen das Resultat wurde von Rechtsanwalt Hirschei Protest eingelegt.

Tie Süddeutschen Wasserwerke, Akt.-Ges., verteilen ür 1901 teilte Dividende, weil Die Frankfurter Filiale ungünstig gearbeitet hat.

Tabak. Wir sind nicht in der Lage, über nennenswerte Ab- chlüffe im Tabakgeschäft während der abgelaufenen Woche berichten zu können. Das Geschäft liegt sehr ruhig. Tie Händler sind jetzt eifrig bemüht, vor der zweiten Fermentation das Putzen der Tabake zu vollenden. Es zeigt sich täglich mehr, daß die Tabake aller Gegenden mehr faule Ware enthalten, als man sich beim Einkauf vor stellte, was natürlich auch auf die Preisgestaltung nicht ohne Einfluß bleibt. In losen Pfälzer Rippen geschäftslös, lose feine 99,50 Alk., gebündelte 1111,50 Alk.

Biehmarkt. Tie Erwartungen, daß an den einzelnen Märkten nach den Feiertagen das Geschäft sich etwas besser gestaltet, haben sich nicht bewahrheitet, im Gegenteil lag etwas Flaue in demselben, und der Handel kann im allgemeinen nur als mittelmäßig be­zeichnet werden. Prima Qualitäten Großvieh standen wie immer im Vordergrund des Handels, und hauptsächlich die größeren Märkte hatten hierin sehr flotten Absatz, während bei Den mittleren und kleineren Märkten Sie Umsätze bebeutenS geringer waren, teil­weise sogar ziemlich Lleberftanb blieb. Mittlere Qualitäten würben nur an ben heroorragenberen Märkten etwas lebhafter gehanbelt, während an einigen kleineren Orten fast gar keine Nachfrage be­täub. Kälber im allgemeinen flott gehanbelt, an einigen Plätzen konnte sogar der Bedarf gar nicht gedeckt werben, währenb einige kleinere Märkte großen Ucberftanb hatten. Fette Schweine im all­gemeinen ziemlich gehandelt, jedoch erstreckte sich der Hauptumsatz wiederum nur auf den Bedarf größerer Plätze, während an kleineren Märkten hierin ziemlich Ueberftand blieb.

Gießen, 5. April. Al arktbe richt. Auf dem heutigen Wocheimiarkt kosteten: Butter pr.Psd. 1,101,20 Alk., Hühnereier i Stck. 6 Pfg., Guiisccicr 1112 Psg., Enteneier 7 Pf., Käse pr. Stuck 58 Pf., Kasematte 2 Stet. 0OPfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen per

Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0P01,00 Mk., Hühner pr. Stuck 1,001,70 AN., Hahnen pr. Stück 1,201,70 Mk., Enten pr. Stück 2,402,70 AN., Gänse pr. Pfb. 0000 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60-66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,503,80 AN., We i ßkraut pe Stuck 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,508,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 915 Pfg., in Körben 1215 Psg. Trauben 3550 Pfg.

Neueste Weisungen."

Originaldrahtmeldungeit des Gießener Anzeigers.

Berlin, 5. April. Dem Grafen Pückler-Kleiu» Tschirne ist der Abschied als Leutnant der Landwehr bewilligt worden.

Berlin, 5. April. Nachdem bei dem Abbruch des Hauses Roßstraße 6 bereits dieser Tage unter dem ge* ma uerten F.u ß b o d e n eines Kellergewölbes einzelne menschliche Knochen gesunden wurden, fand man heute vormittag an derselben Stelle die Knochenreste einer Frau und eines Kindes, zwei Hundeschädel, die Sohle eines Frauenstiesels und den Beschlag einer Säbelscheide. Ter Fußboden über dem Keller war von ungeübter Hand zugemauert. Möglicherweise liegt ein früher begangenes Verbrechen vor.

Tilsit, 5. April. Der Intendant Graf Tyskie- wicz zu Polangen (Rußland) wurde nachts durch einen durchs Fenster abgegebenen Flintenschuß getötet und die Frau des Ermordeten verletzt. Jedenfalls sind zwei Personen an dem Morde beteiligt.

Frankfurt a. M., 5. April. Beim Reinigen des Oberlichtes im alten Wintergarten des Frankfurter Hofs stürzte der 29jährige Glasergehilfe Wilhelm Scherer durch eine Scheibe auf den Fußboden herab und war sofort tso t.

London, 5. April. Cecil Rhodes hat in seinem Testament bedeutende Summen für Erziehungszwecke bestimmt und besonders die Un iv ersitä t Ox f o r d reich bedacht. Außer Freistellen für Studierende aus den englischen Kolonieen und den Vereinigten Staaten von Amerika werden in einem besonderen Eodtzill 15 per­manente Stipendien von je 250 Pfund Sterling für deutsche Studierende gestiftet. Tie Auswahl von Studierenden zur Besetzung dieser Stellen ist dem deutschen Kaiser überlassen.

London, 5. April. Cecil Rhodes bezeichnet u. a. in seinem Testament ein gutes Einvernehmen zwischen Deutschland, England und Nordamerika als eine sichere Gewähr des Weltfriedens., Tie Morgendlätter kommentieren das Testament sehr ein­gehend und finden darin den Beweis, daß Cecil Rhodes von höchsten Patriotismus beseelt war.

Plymouth, 5. April. Die an Bord des Dampfers Dunra" aus Südafrika eingetroffenen Offiziere erklärten, im ganzen seien 31 Anklagen gegen australische Offiziere eingereicht worden, darunter nicht weniger als 7 wegen Er- mordnng von Frauen und Kindern.

Brüssel, 5. April. In Bezug auf die Nachricht von dem letzten Gefechte Delareys beim Hartfluß erklärte Dr. Leyds: Besondere Bedeutung gewinne dieser Erfolg durch die Anwesenheit Stejns und der Friedensboten bei Delareys Kolonne. Von strategischem Standpunkt sei der Erfolg um so größer, da Botha Natal bedroht und jetzt in seinen Be­wegungen freier wird, da die Engländer ihre Hauptmacht gegen Delorey konzentrieren müssen. Leyds bestätigte, daß die Buren im Westen der Kapkolonie starke Positionen einnehmen, und über eine große Anzahl gut bewaffneter Anhänger verfügen. Indessen vermied es Leyds, die Forderung der Unabhängigkeit näher zu bestimmen.

New York, 5. April. Präsident Roosevelt hat eine Untersuchung eingeleitet über die von dem Gouverneur des Staates Louisiana gemachte Mitteilung, wonach sich in diesem Staate ein englisches Lager befinde, zwecks Sendung von Pferden und Mauleseln nach Südafrika. Der letzte Ministerrat beschäftigte sich säst ausschließlich mit dieser Angelegenheit.____________________

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S/gO/o Reicheanleihe . . 101.80 3% do. ... 92.55 3Vt% Konsole .... 101.90 3% do.....92.30

3*/2% Hessen .....100.30

3% Hessen ...... 4% Oesterr. Goldretne . . 102.90 4*/.,% Oesterr. äilberrento 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 101.15 4°/ Italien. Rente . . . 101.00 4x!3 % Portugiesen . , . 43.70

°/ Portugiesen. .... 28.45 1% C. Türken .... 27.80 Türkenloso......111.80

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Tendenz: s

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.fort u. Hl.. 5. April 1902.

8u/q Mexikaner .... 26.65 4Vs /o Chinesen . , . . 90.00 Electric. Schlickert , . . 111.50 Nordd. Lloyd ...... Kreditaktien , . . . . 211.80 Diskonto-Kommandit. . . 194.20 Darmstädter Bank . . . 139.00 Dresdener Bank .... 138.00 Beniner Handelsges. . . 154.00 Oesterr. Staatsbahn . . 142.70 Lombarden ..... 17.50 Gotthard bahn.....167.50

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