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5.4.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 7»

«rschetut täglich außer SonntagS.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischea Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelcgt.

RotaNonsdrrick u. Ver­lag der Brühl'schen Univeri.-Buch- u. Stein­druckerei (Pietsch Erbend Redaktton, Expedition und Druckerei:

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Erstes Blatt.

152. Jahrgang

Samstag 5. April 1008

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger v **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vezngSpreiSr monaluch7bPs.,v»ettel-t jährlich ölt. 2.20; durchs Abhole- u. Zweigstellen monatlich Ko Pf.; durch! diePost Alk. 2.viertel« jährl. Qußid)L Bcslellg.! Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr»! ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^

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Verantwortlich: für den polit. u. angcm.i Teil: P. Wlttko: für Stadt und Land* und , GcrtchtSs aal': R. D i t t« mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Die Heutige Kummer umfaßt 16 Seite».

Politische Tagesschau.

Graf Posadowsky

ist am Freitag in Stuttgart eingetroffen. Er ver­brachte den Abend beim Ministerpräsidenten v. Breitling. Heute, Samstag, wird Gras Posadowsky vom König em­pfangen. In der preußischen Gesandtschaft findet unter Teilnahme einiger Minister ein Frühstück statt.

DieAllg. Ztg." bezeichnet die Blättermeldung, daß auch die Frage des Jesuitengesetzes Gegenstand her Besprechungen zwischen dem Grafen Posadowsky und den leitenden bayerischen Staatsmännern gewesen sei, als unzutreffend. Im übrigen betont jetzt auch die bayrisch offiziöse MünchenerAllg. Ztg." als Ergebnis der in München gepflogenen Besprechungen, daß die verbünde­ten Regierungen unter keinen Umständen sich auf eine Erhöhung der Minimalsätze für Getreide einlassen und daß auch keine Ein füg ung weiterer M i n i m a t z ö l l e in den Tarifentwurf die Billigung der verbündeten Regierungen finden werde. Ties gelte ins­besondere auch gegenüber der Forderung auf Minimal­zölle für Biehe in fuhr. Ebensowenig würde für die Biebverzollung die Einführung der Verzollung nach Le­bendgewicht statt des vorgeschlagenen Stückzolles die Zu­stimmung finden.

Rach einer Meldung aus Koburg wird Staatssekretär Graf Posadowsky auch mit den thüringischen Mit­tel-Staaten über wirtschaftlicl-e und finanzielle Fragen und den Plan einer Reichs-Finanz-Reform konferieren.

Anlecheprojekte.

Aus Berlin, 4. April, wird uns geschrieben:

Der Erfolg der russischen Anleihe hat selbst die weitestgehenden Erwartungen der hiesigen Finanzkreise über­troffen, und es kann nicht ausbleiben, daß die derart er- wiesene Ausuahmesähigt'eit des deutschen Geldmarktes die Beachtung der Regierungen anderer geldbedürftiger Staaten erregt. Unter dieesn Umständen erscheint es angezeigt, auf die seit längerem bestehende Absicht Spaniens, eine neue Rentenicfyulb zu kontrahieren, hinzuweisen. Man hatte Frankreich die Rolle des Geldgebers zngedacht, doch die Pariser Hochsiuauz verhielt sich allenAnregungen" gegen­über ablehnend. Richt wie von eingeweihter Seite ver­sichert wird aus prinzipiellen Gründen, sondern weil die französischen Emissionshäuser das Ergebnis der Peters­burger Reise des Präsidenten Loubet abwarten wollen. Weniger im Hinblick aus etwaige neue Inanspruchnahme des französischen Kredits seitens Rußlands; es wird vielmehr mit der Möglichkeit gerechnet, daß die russische Regierung den Präsidenten der Republik für den Abschluß einer sranzö- sisch--b ulgarischen Anleihe zu gewinnen sucht. Da hierbei politische Momente mitspielen, würden die Pariser Finanziers dieser Transaktion den Vorzug geben vor dem spanischen Geschäft. Bei solcher Lage der Dinge kann die jüngste Haussebewegung der spanischen Fonds an der Pariser Börse, die sich alsbald aus die Berliner übertrug, nicht wunder nehmen. Es sollgutes Wetter" gemacht werden für diese Papiere, und das ist insofern schon gelungen, als sich die Arbitrageure fortgesetzt inSpanien" engagieren. Die Madrider Regierung mag's mit um so größerem Ver­gnügen sehen, als die Festtage der K ö n i g s kr ö u u n g näher und näher kommen, bei der D e u t s ch l a n d besonders glanzvoll vertreten sein wird. Die Gelegenheit, eine Finanz­aktion am deutschen Geldmarkt anhängig zu machen, er­scheint also unter jedem Gesichtspunkt ungewöhnlich günstig und verlockend. Gegen die Bonität spanischer Renten wird sich bei nüchterner Betrachtung freilich einiges einwenden lassen. Andererseits darf nicht unerwähnt bleiben, daß Spanien seinen Gläubigen niemals solche Enttäuschungen bereitet hat, wie der andere Pyrenäenstaat, Portugal.

Deutsches Reich.

Berlin, 4. April. Ter Kaiser hatte heute eine Besprechung mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts.

Ter Kaiser und der Kronprinz werden am 16. d. M. mit großem Gefolge und einer Anzahl geladener Herren sich von Berlin nach Bremerhaven begeben, um auf Einladung des Norddeutschen Lloyds an einer Aus­fahrt des LloyddampfersKronprinz Wilhelm", die für den 17. und 18. d. 2)L anberaumt ist, und weit hinaus in den nordöstlichen Teil der Nordsee sich erftreaen soll teilzunehmen.

Der Schah von Persien, der auf feiner Europa­reise auch mehrere Tage Gast des Kaisers in Potsdam sein wird, dürste am 28. Mai eintreffen; es wird großer Empfang mit militärischen Ehren stattfinden. Am 30. und 31. Mai wird der Schah den Frühjahrsparaden in Berlin und Potsdam beiwohnen.

Tie verwitwete Prinzessin Anna zu Bent­heim-Tecklenburg-Rheda, geborene Prinzessin Reuß jüngerer Linie, ist in Rudolstadt verschieden. Prinzessin Anna von Reuß j. L. ist 1822 geboren, stand also im 80. Lebensjahre. Sie vermählte sich 1843 mit dem Prinzen Adolf zu Bentheim, der 1874 gestorben ist. Ter älteste Sohn dieser Ehe ist beim Tode seines Oheims, des Fürsten Franz, Chef des Hauses Bentheim-Tecklenburg ge­worden. Er hat einen jüngeren Bruder und drei ver­heiratete Schwestern.

TasMilitärwochenblatt" veröffentlicht die Dis - vositionsstellung de^ kommandierenden Generals des 17. Armeekorps von Lentze und seine gleichzeitige Ernennung zum Ches des Shumer Infanterie-Regiments

Nr. 141. Ferner ist demMilitärwochenblatt" zufolge der Generalleutnant und Kommandeur der 10. Division, von Braunschweig, mit der Führung des 17. Armee­korps beauftragt

DemB. T." zufolge wird der Vizeadmiral Bende­rn a n n als neuer Chef des Admiral st abes genannt.

Von derFöderation revolutionärer Arbeiter Deutschlands" ist zum 1. und 2. Pfingst- feiertag ein Anarchistenkongreß einberufen worden. Ter Kongreßort, der noch geheim gehalten wird, soll von dem Leiter der Föderation .Textilarbeiter Fraulöse in Görlitz, den Anarchisten brieflich mrtgeteilt werden. Tie Tagesordnung für den Kongreß lautet: Bericht über Agi­tation, Organisation und Taktik, sowie Beschluß über Her­ausgabe des AnarchistenblattesTie Freiheit".

Marienburg, 4. April. Amtliches Wahlresultat. Bei der gestrigen Reichstagsersatzwahl im irreife Elbing-Marienburg wurde von Oldenburg (kons.) mit 9205 von 18398 abgegebenen Stimmen gewählt. König (Soz.) erhielt 4930, Professor Zagermann (Ztr.) 2588, Kind­ler (freif.) 1252, Wagner (ul.) 415 Stimmen; acht find zersplittert.

Tresden, 4. April. Ter holländische Ministerpräsi­dent, welcher heute nachmittag in der Villa Strehlen vom Könige in Audienz empfangen wurde, reiste um 7 Uhr abends nach Berlin.

Stuttgart, 4. April. Tie Sleuerkommiffion des Abgeordnetenhauses lehnte heute mit allen gegen eine Stimme die von der Regierung im neuen Konnnunal- steuer-Gesetz vorgeschlagene Lustbarkeitssteuer ab.

Ausland.

Paris, 4. April. DemRappel" zufolge werden in Turin Versuche mit einem neuen Gebirgsgeschütz gemacht. Das Geschütz ist aus Bronze und hat ein Kaliber von 70 Millimeter.

Gestern mürben hier nicht weniger als fünf Bo m- b en in den verschiedenen Stadtvierteln ausgcsunden. Die­selben wurden zur Untersuchung nach dem städtischen Labo­ratorium gebracht.

Eine Note derAgence Havas" besagt: Einige italie­nische und französische Blätter hatten in den letzten Tagen gemeldet, das italienische Konsulat in Nizza habe em gegen den König von England gerichtetes anar^ chistisches Komplott entdeckt, welches für den Fall, daß der König nach Cannes käme, zur Ausführung ge­langen sollte, und die itatienische Polizei habe eine ent­sprechende Mitteilung nach London gelangen lassen. Dieses Gerücht entbehrt jeder Begründung.

Ein Blatt verzeichnet das seltsame Gerücht, das ganze Kabinett gedenke noch vor den Wahlen seine Ent­lassung zu verlangen, jedoch die Geschäfte bis zum Zu­sammentritt der neuen Kammer weiterzuführen. Der Zweck dieser Handlung wäre, zu zeigen, daß die Negierung sich jeder Wahtbeeinstussnng streng enchalten wolle.

Konstantinopel, 4. April. Der Groß Herzog von Oldenburg ist hier nebst Gemahlin eingetroffen. Er hatte eine Audienz beim Sultan und erhielt den Jmtiaz- Orden in Brillanten, die Großherzogin das Großkreuz des Schefakat-Ordens.

^iinutni'n.

An der Londoner Börse herrschte am Freitag nach­mittag große Aufregung infolge oer Meldung, daß die Engländer bei einem Gefecht mit Delarey eine neue Schlappe erlitten hätten. Im jüriegsamt wurde über diese Angelegenheit jede ^luskunst verweigert, man begnügte sich anfangs zunächst mit der Erklärung, daß thatsächlich am 31. März ein Gefecht zwischen Buren unter Delarey und Kemp und einer englischen Kolonne bei Driekuil im westlichen Transvaal stattgefunden hat. Tie Engländer mußten sich verschanzen. Dann aber ent­schloß sich das Kriegsministerium doch zur Verossentlich- ung nachstehenden Telegramms Lord Kitcheners: General Malter Kitcyener Trieknil, er habe am 31. März eine Aufklärungstruppe nach dem Hartfluß gesandt. Tie Truppe fei bald auf Spuren feindlicher Geschütze gestoßen, und verfolgte die Buren während der Nacht acht Meilen weit durch den Busch. Als Erstere auf ebenem Terrain sich entwickeln wollte, stürmten Verstärkungen, welche die Buren inzwischen erhalten hatten, gegen die Flanken der Truppe. Letztere war genötigt, Verteidigungsstellung einzunehmen, uno verschanzte sich eiligst. Es entspann sich ein er­bitterter Kampf. Schließlich rouroen die Buren nach allen Seiten zurückgeworfen. Telarey und Kemp be­mühten sich vergeblich, die Buren, welche 1500 Mann stark waren, zu überreden, den Angriff zu erneuern. Die Buren haben stark gelitten und zogen sich nach Nordwesten und Süden zurück. Auch die Verluste der Briten feien sehr groß. Eine englische Abteilung leistete so lange Widerstand, bis alle Mann gefallen oder verwundet waren.

Das sieht allerdings, wenn man die englischen Beschönig­ungen unbeachtet läßt, wie es sich gehört, stark nach einer neuen englischen Schlappe und einem neuen Erfolge Delareys aus, und es ist anzunehmen, daß diese neuesten Ereignisse nicht ohne Einfluß auf den Stand der Frie­densverhandlungen bleiben werden, worüber sonst die Nachrichten widerspruchsvoll lauten. Die Transvaal- gesandtschaft in Brüssel soll recht zuversichtlicher Stimm­ung fein; nach derWiener Pol. Korresp." hält man in Paris die Aussichten für baldige Herstellung des Friedens für sehr günstig. Daß, wie dasBert. Tagebl." erfährt, in den Unterredungen zwischen dem holländischen Minister­präsidenten Knyper und Berliner politischen Persönlich­keiten die Frage der Friedensverhandlungen nicht einmal

andeutungsweise berührt worden ist, glauben wir ohne weiteres und können nicht annehmen, daß dieser Herr nach feinen üblen Erfahrungen, die er in London gemacht, noch einmal feine Hand in jenen lodernden Kriegsbrand stecken wird, was ja schließlich auch gar nicht seine Sache ist. Der Kämpf von Trieknil läßt wiederum erkennen, daß die Sache der Briten am Kap durchaus nicht glänzend steht. Aber auch davon kann man noch nicht unbedingt eine Beschleunig­ung der FriedensverhcmdUiugen erwarten. Wann hätte ble Sache der Briten am Kap gut gestanden? An schlimmen Situationen ist man nachgerade im englischen Kriegsamt gewöhnt.

Zu der Ermordung von Buren durch a u st r a - l ische Offiziere erklärt eine Mitteilung des englischen Kriegsministeriums unter Darlegung der bekannten That- sachen, daß infolge der eingeleiteten Untersuchung fünf Offiziere im Januar in Pietersburg kriegsge richt- lich a bgeurtei ft wurden, die als Urheber resp. Teil­nehmer an 12 Morden für schuldig befunden wurden. Die Leutnants Handcok und Moraut wurden des Mordes schuldig befunden, zum Tode verurteilt. Tie Urteile lvurden bestätigt und vollstreckt. Dieselben Offiziere werden auch der Ermordung des (deutschen!, Geistlichen Hesse beschuldigt. Obgleich ein starker Verdacht vorlag, daß Hank- eock, von Muorant aufgereizt, die That begangen habe, wur­den die Beweise nicht für hinreichend erachtet, um die Ver- urteitung zu rechtfertigen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. 2lpril 1902

** Konzert. Morgen Mittag finbet in der Südanlage wieder Promenadenmusik statt. Tas Programm dafür ist folgendes: 1. Ouvertüre Norma von Bellini. 2. Krö- nungSmarsch a. d. Op.Der Prophet", von Meyerbeer. 3. Luna-Walzer, von Lincke. 4. Finale a. d. Op.Aida", von Verdi.

** Die Generalversammlung des Vereins akademisch ge- b'ldcter Lehrer Hessens nahm gestern in Mainz ihren Anfang. Der gestrige Tag war der Besichtigung von Mainz und ge­selliger Zusammenkunft gewidmet, während die Hauptver- sammlung erst heute Vormittag stattsindet. Zn der Haupt­versammlung sind der Staatsininister, der Vorsitzende und die Mitglieder der Schulabteilung, der Provinzialdirektor von Rheinhessen sowie der Oberbürgermeister von Mainz eingc- laden worden.

'* In die chirurgische Klinik mußte vor kurzem der schwer verletzte Schreinergeselle Ardt aus Rodheim b. Vilbel ge­bracht werden. Der erst kurze Zeit m Rodheim in Arbeit stehende Geselle hatte eines Abends eine Wirtschaft besucht und diese in angetrunkenem Zustand verlassen. Auf dem Heim­weg geriet er irriger Weise statt in die Hofraite feines Meisters m die nebenan liegende, der ersteren sehr ähnelnde Hofraite eines Metzgers. Letzterer, der auf Arndt inzwischen aufmerk­sam geworden war und ihn wohl für einen Einbrecher ge­halten haben mochte, kam auf ihn zugesprungen und schlug mit einem Hackmesser blindlings auf ihn ein. Arndt, der sich des Ueberfalls nicht zu erwehren vermochte, hatte schwere Verletzungen baoongetragen, besonders hat die linke Hand stark gelitten. Beispielsweise war der sogen. Ningsinger fast durchgehauen und hing nur noch an einem Fetzen Haut.

** Ein hessischer Prinz. In Warmbrunn (Schles.) starb am Dienstag Friedrich Wilhelm Prinz von Ard eck, Ritt­meister ä la suite der Armee. Er war ein Sohn des 1890 verstorbenen Prinzen Wilhelm von Hessen-Philippsthal- Barchfeld und der Prinzessin Marie von Hanau, einer Tochter des letzten Kurfürsten von Hessen. Als diese sich 1857 mit dem Prinzen aus der Seitenlinie des kurfürst­lichen Hauses vermählte, nahm Niemand daran Anstoß, daß sie, einer morganatischen Ehe entstammend, ihrem Gemahl nicht ebenbürtig war; sie und ihre Kinder führten denn auch unangefochten den Namen ihres Gatten und Vaters, auch der jetzt Verstorbene nannte sich Prinz von Hessen-Philipps- thal-Barchfeld. Im Jahre 1872 wurde die Ehe der Eltern geschieden, und 1876 wurde der Prinzessin und ihren vier Kindern vom König vom Preußen der von einer Burgruine an der Lahn entlehnte Name von Ardeck mit besonderem Wappen und unter Belassung des Titels als Prinzessin und Prinz verliehen. Damit war ihnen die Ebenbürtigkeit und die Thronfolgeberechtigung in Hessen genommen. Der jetzt verstorbene Prinz von Ardeck trat darauf in die Armee ein und vermählte sich 1890 mit einer Engländerin, Anna Hollingsworth Price. Da der Ehe feine Kinder entsprossen sind, ist der jüngere Bruder des Verstorbenen, Prinz Karl, geboren 1861 und unvermählt, der einzige männliche Träger des Namens. Die Mutter lebt noch in Bonn.

b Udenhausen b. Grebenau, 4. April. Die hiesige Ge­rn e i n d e j a g d, die wie wir s. Z. gemeldet, an die hiesige Jagd­gesellschaft für 305 Mark verpachtet worden war, ist kürzlich unter Zustimmung des Gemeinderates durch freiwillige Ver­zichtleistung seitens der Jagdgesellschaft, die infolge der Bürgermeisterwahl nicht mehr einig ist, an Kreisrat Dr. Wallau und Baron Riedesel-Lauterbach zu dem gleichen Preis übergegangen. Mit den Arbeiten zu unserer sehr nötigen 93 r ü cf c über die Josse will es nicht vorwärts gehen; woran das liegt, weiß man nicht.

Darmstadt, 4. 2lpril. Von Berlin aus wurde auch an die Stadt Darmstadt eine Einladung gesandt zu der Städter. Versammlung, die sich mit der Zolltarifoorlage beschäftige^