Ausgabe 
4.12.1902 Zweites Blatt
 
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angenommenen Tiere gesehen. Westerburg hat dieserZ eugin auch nritgeteilt, daß Obermeyer die Zimmer erst hab« machen lassen, weil er das Hotel habe verkaufen wollen, er habe ein Wanzenvertilgungsmittel in die Farbe gethan und damit daS Ungeziefer entfernt. In vier Zimmern hat nach Angabe der Zeugin der Angeklagte Wanzen konstatiert, und diese Fremdenzimmer seien darauf von demselben g«. reinigt worden. Westerburg habe dann die fünf Räume der Mansarde auf Wanzen untersucht und auch überall «solche gefunden. Frau Kiechle erklärt, daß infolge der Wanzenplage in dem Jahre die Gäste ausgezogen seien, wodurch sie großen Schaden gehabt hätte. Frau Kiechle versichert, der Angeklagte sei aus freien Stücken an sie herangetreten und hätte sie auf das Vorhandensein der Wanzen aufmerksam gemacht. Der Angeklagte verwahrt sich dagegen, daß er sich zum Wanzenverttlgen angeboten hätte. Frau hechle habe ihm erzählt, daß sich das Dienst- personal, welches in der Mansarde geschlafen, wegen Wanzen beklagt habe, und da habe er gesagt, man könne ja mal nachschauen, baß er aber die Fremdenzimmer untersuchit hatte, erinnere er sich nicht. Ter Hausdiener Stelling vom ,,Thüringer Host' bekundet, daß er seinerzeit die Stellleiter in das Fremdenzimmer getragen habe, die der Angeklagte benutzt habe, um nach Wanzen zu suchen: er habe gesehen, wie dieser auf der Hand der Frau Kiechle etwas gezeigt hat, und dabei äußerte:Sehen Sie, das sind Wanzen. Hier sitzt alles voll von Wanzen." Tie Wirtin habe ihn, den Hausdiener, dann aus dem Zimmer geschickt. Ter Zeuge erklärt auf Befragen des Vorsitzenden weiter, er habe vor Wanzenstichen nicht schlafen können, so arg sei es damit gewesen. Er wisse genau, daß die Fremdenzimmer im ersten und zweiten Stock des Hause? ebenfalls verwanzt gewesen seien. Tie Gehilfen des Angeklagten hätten seines Wissens die Zimmer 7, 8 und 9 geweißbindert und die Tapeten repariert. Eine Reihe von Zimmermädchen und Köchinnen schildert die Wan^enplage im Hotel, darunter auch und zwar recht drastisch die Köchin Julie ©eiden- stücker.Tie Mansarden waren die reinen Wanzennester.", meint diese Zeugin, die bei der Untersuchung zugegen war. Tie Fremdenzimmer sind nach der Darstellung der Zeugin so voll von Ungeziefer gewesen, daß. als Kiechle das Haus übernahm, man bis heute die größte Arbeit hatte, der Plage Herr zu werden. Ter als Zeuge vernommene Weiß- btnderweister Stamm von Bad Nauheim bekundet, daß er imThüringer Host' das Hinterhaus geweißbindert hat und in dessen Raumen Wanzen zu vertilgen hatte. Zu derselben Zeit hat mich der Angeklagte im Vorderhaus gearbeitet, und dieser hat ihm gelegentlich einmal mitgeteilt, daß auch dort Ungeziefer sei; ob er damit gesagt haben will, daß auch Wanzen in den Fremdenzimmern gewesen seien, kann der Zeuge nicht sagen, hat aber die Rede von Söcjlerfnirg so aufgefaßt, als wenn dies der Fall gewesen sei. Ter Zeuge Hugo Obermeyer von Hanau hat denThür. Host' von seiner Schwiegermutter vor ca. 31/2 Jahren über­nommen und 21/2 Jahre lang bewirtschaftet. Es sei, während er Inhaber gewesen, nie von seinen Gästen über eine Be­lästigung durch Wanzen geklagt worden. In dem Hinter­hause, wo er im Sommer mit seiner Familie gewohnt hat, waren allerdings Wanzen vorhanden. Ebenso in der Mansarde, wo das Personal des Hauses geschlafen habe, seien wohl Manzen gewesen. Ties sei aber in Nauheim nicht anders, wo diese Plage durch den häufigen Wechsel der Leute eingeschleppt werde. Ter Zeuge bestreitet, dem neuen Käufer oder dessen Ehefrau gegenüber versichert zu haben, daß im Hanse keine Wanzen seien. Bei der Heber- nähme habe man schon kleine Blutflecken an der Wand für Spuren von Wanzen gehalten imb ihm dieselben gezeigt, er habe aber erklärt, wie dies auch der Fall gewesen sei, daß diese Flecke von Schnaken herrühren. Unwahr sei auch, wenn der Angeklagte behauptet habe, er habe in seinem Auftrage die Fremdenzimmer geweißt, um die Wanzen darin zu verttlgen. Die von der Verteidigung geladenen Leumundszeugen sagten im allgemeinen günstig für den Angeklagten aus. Tie Ehefrau Kiechle versichert auf die Frage des Vorsitzenden noch einmal, daß Obermeyer, als er in Worms war, ihr und ihrem Manne gegenüber ausdrück­lich die Zusicherung gegeben habe, daß derThüringer Host' rein sei von Ung^iefer imb Wanzen. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen.

Ten Gesck>worenen wirb die Frage wegen Meineids vorgelegt. Auf Antrag des Rechtsanwalts Kak die weitere Frage, ob eventuell der geleistete Eid fahrlässig falsch ab­gegeben sei.

Staatsanwalt Reuß erklärt als Einleitung zu seiner ein- stündigen Rede, es sei wohl niemals eine Meineidssache einfacher und beweiskräftiger den (^Geschworenen unter­breitet worden, als der heutige Fall. Eine ganze Reihe von einwandfreien Zeugen belasten den Angeklagten, daß er wissentlich falsch unter Eid ausgesagt habe. Obermeyer hat zweifellos in doloser. arglistiger Weise den Käufern des Thüringer Hofes" verschwiegen, daß derselbe verwanzt war. ihm lag daran, das Hotel gut zu verkaufen. Herr Reuß erläutert den Geschworenen, was der Angeklagte beschworen und was die Beweisaufnahme dargethan habe. Es sei vom Angeklagten, der ein kluger und intelligenter Mensch sei, dumm und albern, zu enlärcn, er w'sse nicht mehr, daß er in den Fremdenzimmern, in sämtlichen fünf Man- sardeurciumen bei seiner Untersuchung Wanzen gefunden und vorgezeigt habe. Welches Motiv den Angeklagten zur Begehung des Verbrechens geleitet, das sei allerdings nicht erwiesen, auch schwer zu sagen; eS sei möglich, daß Obermeyer ihn dazu angestiftet habe, aber darauf komme es gar nicht an gegenüber der offensichtlichen Gewißheit daß der geschworene Eid des Angeklagten wissentlich falsch geleistet sei; er bitte daher die Geschworenen, die gestellte Schuldfrage wegen Meineids zu bejahen.

Ter Verteidiger, Rechtsanwalt Katz, plaidierte auf Be­jahung der gestellten ©dpulbfragc wegen fahrlässigen F-alsch- eides. Ter Angeklagte behauptet, er habe die Vorgänge, die als Belastung gegen ihn in der Verhandlung vorgeführt seien, vergessen, er habe sie nicht mehr im Gedächtnis ge- habt, als er den Eid schwur, um den eS sich handele. ES sei möglich, daß es so sei, das Gegenteil dieser Behauptung seine? Klienten sei nicht erwiesen. Ein Weißbinder in Bad Nauheim habe häufig Wanzen zu entfernen, dies komme da, wo ein starker Fremdenznstrvm herrsche, häufig vor, und es sei nicht verwunderlich, wenn der Angeklagte den einzelnen Fall, wo dies geschehen, nicht behalten habe. Tas Wissentliche des falschen Eides müsse von der Anklage er­wiesen werden, ehe man jemand deshalb verurteilen "dürfe. Ter Verteidiger überläßt es den Geschworenen, hier ui entscheiden, weist aber noch darauf hin. daß im Zweifels­falle der Wahrspruch zu Gunsten des Angeklagten lauten müsse.

Nach erfolgter ReLtsbelehrung durch den Vorsitzenden Und nach beinahe 40 Minuten währender Beratung ver- kündet der Obmann, Landwirt Möbs von Gettenau, den

Wahrspruch der Geschworenen, der auf wissentlichen Meineid lautet. Ter Staatsanwalt beantragt 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre und dauernde Eidesunfähigkeit. Ter Ver­teidiger überläßt die Ausmessung der ©träfe dem Gericht. Tas Urteil lautet unter Einbeziehung der vom Schöffen­gericht Bad Nauheim erkannten vier Wochen Gefängnis auf3Jahreund 10 Tage Zuchthaus, 5 Jahre Ehr­verlust und dauernde Eidesunfähigkeit; zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft kommen auf die erkannte Strafe als verbüßt in Abzug. Tie Höhe der ©träfe wurde damit begründet, daß die That des Angeklagten im höchsten Grade gemeingefährlich sei. Hierzu komme, daß der Schaden, der durch das Thun von Westerburg hätte entstehen können, ein sehr erheblicher gewesen wäre, wenn nicht zufällig noch andere Zeugen vorhanden gewesen wären. Andererseits habe das Gericht erwogen, oaß Westerburg noch unbestraft sei, denn dessen Verurteilung in Bad Nauheim komme als Vorstrafe nicht in Dettacht, darum sei unter das bean­tragte Strafmaß erkannt worden.

Aus Stabt und fand.

Gießen, den 4. Dezember 1902.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, nm 3. Dezember die Notare Ge­heimen Justizrat Dr. Karl Braden in Mainz, Geheimen Justizrat Hermann Jöckel in Friedberg und Otto Hall- wachs in Darmstadt zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Ferdinand Gallus in Darmstadt, Dr. Julius Neen in Wörrstadt und Ernst Metz in Nidda zu stellvertretenden Mitgliedern des DiSziplinarhofs für Notare, die Notare Justizrat Dr Karl Schuler und Justizrat Ernst Schmeel in Darmstadt zu Mitgliedern, die Notare Dr. Karl Klein­schmidt in Darmstadt und Otto von Brentano di Tremezzo in Offenbach zu stellvertretenden Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Starken­burg, die Notare Justizrat August Metz und Hermann Katz in Gießen zu Mitgliedern, die Notare Atthur Stahl in Bad-Nauheim und Ludwig Röm Held in Gießen zu stell­vertretenden Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Oberhessen, die Notare Justizrat Heinrich Köhler in Osthofen und Justizrat Karl Wolf in Mainz zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Peter Hubert in Oppenheim und Otto Schwarz in WonnS zu stellvettreten- den Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Rheinhessen sämtlich für die Zeit vom 1. Januar 1903 bis Ende Dezember 1905, zu ernennen.

** Audienzen. S. K. H der Groß her zog em­pfingen am 3. Dezember den Oberstleutnant Frhrn. von Normann, Kommandeur des Gendarmerie-Distrikts Ober» Hessen, den Rektor der Landesuniversität Gießen Professor Dr. Krüger, den Professor Dr. Vossius von Gießen, den Professor Dr. Drude und den Professor Dr. Fromme von Gießen.

Die Eulenspiegeleien des Wetters scheinen fortan bau cm. Nachdem vorgestern abend noch eine milde, feuchte Luft geweht hatte, wurde es gestern oomüttag plötzlich wieder kälter, nachmittags >/.,3 Uhr zeigte die Queckfilber- fäu(e deS Thermometers schon 6° ('., abends 8° C., um dann in der Nacht noch tiefer zu sinken. Heute morgen herrschte noch eine Kälte von 9® C. (Vgl. unsere meteo­rologische Beobachtungen.)

-AuS dem Bureau des Sta d 1t he a t e r S. Es sei hiermit nochmals auf das am Freitag stattfindende Gast- spiel des Herrn Richard Kirch vorn Frankfurter Schauspiel­bause hingewiesen. Dasselbe findet im Abonnement bei er­höhten Eintrittspreisen statt. Der Künstler spielt denUriel Ae 0 sta*. Ferdinand Pfohl, der scharfe Kritiker derHam­burger Nachrichten^, nennt seinen ,Uriel Acosta" eine Ge­stalt, der daS Wort SalomoS, daß Wissen Schmerz bereitet, auf die Stirne geschrieben sei, und nennt seine Darstellung ein Balancement von Intelligenz und Schönheitsgefühl".

- D ie Ferber'sche Universitäts-Buchhandlung (C. Koch), Seltersweg 87, übersendet uns ihren diesjährigen elegant auSgestatteten Weihnachts-Katalog. Das vor­nehme Werk ist mit größter Sorgfalt zusammengestellt und bringt besonders alle Neuerscheinungen aus sämtlichen (Sc­hieten der Litleratur zur Kenntnis des Publikums. Wer ein gutes Geschenk zu kaufen beabsichtigt, wird auS der Fülle der aufgefühtten Erscheinungen leicht eine passende Gabe zu finden wissen, mag diese für Kinder, für die reifere Jugend oder für Erwachsene bestimmt fein. Wie wir hören, gelangt die g roße Auflage des Katalogs in den nächsten Tagen zur Ver­breitung an den Kundenkreis der genannten Firma.

Eis ver ein. Der Eisoeroin hat heute um 1 Uhr die Eisbahn wieder eröffnet.

** Von der Kanalisation. Infolge der strengen Kälte sind die Arbeiten der Kanalisation 3um größten Teil eingestellt worden.

Beiträge für daS Bennigsen-Denkmal. Bis zum 22. November ds. IS. sind auS Oberhessen die nach­stehenden Beiträge für das Bennigsen-Denkmal eingegangen, be;w. gezeichnet worden: Dr. Fuhr, Amtsrichter, Gießen, 10 Mk., Heyligenstaedt, Kommerzienrat. Gießen, 20 Mk., Jean Kirch, ©tabtocrorbneter, Gießen, 20 Mk. Im Ganzen sind in der Provinz Hessen-Nassau, Großherzogtum Hessen und Thüringen 3305 Mk. gezeichnet worden.

Alldeutscher Verband (Ortsgruppe Gießen) Kommenden Freitag, den 5. Dezember, Anfang 8 X[1 Uhr abends, hält bet Verband im Eafce Ebel eine Versammlung ab, in der Oberlehrer A11end 0rf überWas ist alldeutsch? Der alldeutsche Gedanke und die alldeutschen ßielc' sprechen wirb.

1. MeicheS, 3. Dez. Der 17 jährige einzige Sohn des Landwirts L. hat sich in der elterlichen Hofraite erhängt. DaS Motto zur That ist unbekannt.

Darmstadt, 3. Dez. Staatsminister Rothe hat an die Zweite Kammer die Mitteilung gelangen lassen, daß S. K. H. der Groß Herzog ihn zur Entgegennahme der auf schriftlichem Wege eingehenden ständischen Adresse er­mächtigt habe.

Mainz, 3. Dez. Gestern abend hat sich in unserem Nachbarotte Bretzenheim ein bedauerlicher Unglücksfall zu- getragen. DaS Kind eines bärtigen Tünchers, im Alter von 12 Jahren, hatte hier in Mainz beim Kohlensuchen an einem Kohlenlager eine Dynamit-Patrone gefunden.

Durch trgenb eine Ursache expl0dierte die Pattone aus dem Heimweg, wodurch dem Kmd die eine Hand abgerissen und die beiden Augen derart verletzt wurden, daß eS er. blindete. In der Straße, in welcher die Patrone erplobicrte sind eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert worden. Tu' Staatsanwaltschaft hat Untersuchung eingeleitet.

" Ehlhalten, 3. Dez. Unsere Einwohnerschaft wurde in später Nachtstunde deS gestrigen TageS in nicht geringe Aufregung versetzt. Der 17 jährige Fabrikarbeiter ErnstBach aus Niedernhausen unterhielt mit der gleichaltrigen Fabrikarbeiterin Christine KauS von hier ein LubeSver- hältnis. Es scheint, daß daS Mädchen in letzter Zeit daß Verhältnis brechen wollte. Gestern abend fuhr Bach mit der Kaus von Höchst nach Niedernhausen; sie gingen von da über Niederjosbach nach Ehlhalten, wo sie nachts zwischen 11 und 12 Uhr ankamen. Nach kurzem Streit auf der OttSstraße verwundete Bach die KauS durch einen Revolver schuß. Die Kugel drang dem Mädchen in die Brust, die Verwun- bete brach bewußtlos zusammen und war bis heute noch nicht vernehmungsfähig. Bach lief nach der That in einen nahen Wiesengrund und tötete sich durch einen Schuß. Die Kugel drang ins Herz und führte den augenblicklichen Tod herbei.

Vermilchtes.

Großfeuer in Bochum. AuS Bochum, 3. Dez^ wird berichtet: Heute Nacht brach in einer hiesigen Kondi. torei Grobfeuer auS, durch welches das Gebäude bis auf den Grund niederbrannte. Eine Anzahl von im Hause wohnenden Personen sind dabei ums Leben gekommen. Wie derBochumerAnzeigcr* meldet, wurden bis jetzt aug den Trümmern acht Leichen hervorgezogen. Fünf Personen werden noch vermißt. Wie dieWests. Volksztg.« meldet, ist das Großfeuer in der Konditorei von Kösters nachts 12 Uhr entstanden. Das Feuer, welches in der Backstube zum Ausbruch kam, verbreitete sich mit großer Schnelligkeit übet daS ganze Haus. Da die Treppen einstürzten, war eS den Hausbewohnern, welche im tiefsten Schlafe lagen, unmöglich, daS Haus zu verlassen. Ein Diensttnädchen, welches auS dem Fenster auf die Straße sprang, blieb mit zerschmetterten Gliedern auf der Straße liegen. Ferner stürzte ein 13|5är. Mädchen, welches sich am Fensterrahmen angeklammert dal:,, bevor man e§ retten konnte, auf die Straße hinab unf erlitt schwere Verletzungen. Die Feuerwehr konnte nur mit gtofon Mühe sich in da? brennende Haus Eingang verschaffen. Noch in der Nacht wurden drei Tote geborgen, während dm Schwerverletzte und ein Leichtverletzter nach dem Krankenhaus gebracht wurden. Bis heute Vormittag 10 Uhr waren im (Sanken neun Tote geborgen , man befürchtet jedoch, daß noch weitere Tote sich unter den Trümmern befinden. Da die Aufräumungsarbeiten mit großen Schwierigkeiten ver­bunden sind, muß die Feuerwehr sehr vorsichtig zu Wecke gehen. Der Brand wurde am Vormittage gelöscht.

' Die Erbschaft des Dienstmädchens. Aus Mailand wird gemeldet: In Tortona starb Don Mgoüino Borasi, Advokat der bischöstichen Kurie. Unioerfaktbin seines bedeutenden Vermögens, das auf mehr als 200 000 Lin geschätzt wird, ist fein Dienstmädchen, dessen 11 jährige» Sohn Borafi schon vor mehreren Jahren alsNeffen* aba>- tiert hatte.

-Neueste Wel-nnuen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.

Berlin, 4. Tez. Aus Riga wird gemeldet, daß bei einer Erplosion von Aethergasen rn der chemischen Fabrik von Miclentz zwei Personen getötet und drei schwer verletzt wurden.

Berlin, 4. Tez. Nach einer Pariser Meldung des Lok.-Anz." hält die Pariser Polizei die weitere Verfol­gung der Familie Humbert für aussichtslos. Tu? ffffaire gelange wahrscheinlich schon im Januar zur Fällung des Kontumats-Urteils vor 0)erich1.

London, 4. Tez. Tie englische Regierung hat samt- liche deutschen Hafen-Behorden telegraphisch erfnrft. forschung nach dem Verbleib einer aus Südafrika käm­menden Goldsendung im Werte von 3 250 000 anzu­stellen, welche angeblich in den letzten 14 Tagen fn (hir^a eintraf, und an den Erpräsidenten Krüger oder an Tt. Leyds adressiert gewesen sein soll. Man glaubt, daß diese Sendung im Norden von Transvaal vergraben gewesen und nun an Krüger gesandt worden ist.

Swansea (Dales), 4. Tez. Tie englische Brayegmar" nach der Delagoa-Bett unterwegs, wurde wegen heftigen Sturmes gezwungen, in die Bai von Ws- eaya einzulaufen. An Bord des Dampfers befanden sich ünf spanische Matrosen, die unterwegs auf genommen wer- )cn waren. Das Schiff derselben war mit 25 Mann Be- ätzung untergegangen. Fünf andere Männer retteten suv in eine Barke, aber man glaubt, daß auch diese umgt» kommen sind.

Paris, 4. Dez. DaS in der Avenue de la Grande Armee gelegene Grundstücr der Familie Humbert gelangt am 17. Dezember zur Versteigerung. Tie Humbertsre Besitzung in Toulon ist für den Preis von 705500 FraneS verkauft worden. Der Name deS Käufers ist bisher nvrt

bekannt.

Prag, 4 Dez. Anläßlich deS Einzuges deS Erzherzog- Franz Karl kam eS in der Nähe deS deutschen ^h^attrs aus unbekannter Ursache zu einer Panik unter der dicht gedrängten Menge. Viele Personen, darunter mehrere Kru­der wurden zu Boden geworfen und zahlreiche von der übet sie hinwegstürmenden Volksmenge teils schwer verletzt.

Telephonischer Kursbericht«

Frnnl« fort e.. 4 Dexember 1902.

S/t/o Reicheanleihe . *"/. do. . .

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1 % C. Türken . . . Türkenloee.....

4®/o Oriech. Monope - Anl. 4/,X loeeere Argentiner

. 102.00 I fr'/n Mexikaner . .

. 91.35 47 Chinesen , .

. 101.85 1 El-etrie. Rc> nckert . .

. 91 35 I Nordd Lloyd . . .

. 100.00 j Kreditektien . . .

. 99 80 ! Diekonto-Kommandit .

. 102.90 Dannetldb r Bank . .

101.40 Dresdener Bank . . .

. 101.45 Rer iner Handeeeree.

. 103.30 Oeaterr StaaUbahn . .

. 49.80 , Lombarden . , .

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--Laura Otte . » .

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. | Tendenz: etilL

. 2410 . 90« . 80.00 . 94.50 . 211 10

189 30 . 136 70 . 143.00 . 15610 . 147 20

1700

17970

202.50 . 16840

167.40