Ausgabe 
4.11.1902 Zweites Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt a. jH., 4. November

Tendenz: fest.

4*/i% äussere Argentiner

Forman (Schnupfenäther)

7738

i6enEoloitie bei ch spielende ÄÜ tet, zwei Hütt

91.80

101.15

99.80

102.90

klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watte (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pfg.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt.

4°/j Italien. Rente 4*/2% Portugiesen 3°/ Portugiesen. .

156 0. Türken . Türkenloso . . .

4% Oriech. Monopol

3 56 Oberhessen . .

4% Oesterr. Goldrente .

37,% 3% 37,% 3% 87,%

Reichsanleihe do.

Konsole « do. . .

Hessen

Bois de la Lmbre er Straße Mrzat zertrüMÄ mrde. tten Arm-Md Dm-

*) Wir erfahren heute, daß das Herrn Pirr anonym zugegangene Zeitungsblatt von einer Biertischgesellschaft ausging, die mit einer Randbemerkung nichts als einen kleinen harmlosen Scherz zu machen beabsichtigte. Ter Ur­heber des Scherzes bekennt sich als einen Wähler des Herrn Pirr.

Obgleich die polizeiliche Vorschrift in Gießen besteht, daß in Wirtfchaftslokale von den Gästen keine Hunde mitgebracht werden dürfen, wird dennoch von vielen Hundebesitzern diesem Verbot so gut wie keine Beach­tung geschenkt. Es wäre daher von Seiten der Polizei nötig, daß die Wirtschaften häufiger und speziell aus diesem Grunde von den Schutzleuten besucht würden. Tas Publikum würde ein «solches Vorgehen dankbar begrüßen.

X.

1902.

. 26.10

. 93.00 . 81.00 . 102.25 . 211.08 . 188.50 . 137.90 . 143.20 . 156.70 . 150.70 . 19.60 . 181.00 . 201.00 . 167.75 . 167.40

3% Mexikaner . . 47,70 Chinesen . . Electric, bchuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn , Lombarden . . . Qotthardbahn . . . Lanrahütte . . . . Bochum .....

Harpener . . . .

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. . 102.00

. . 91.8p . . 102.05

sssant, und besonders lassen die lebhaft sprühenden grauen Lugen Intelligenz erkennen . Besonders viel wurde in Petersburg über Großfürst Paul und Frau v. P. gesprochen, - als bekannt wurde, daß der Großfürst ihr ein kostbares altes Collier geschenkt habe, das er von seiner Mutter geerbt hatte. Frau v. P. legte den Schmuck zu einem Hof- boll an. Die Kaiserin-Mutter erkannte ihn, worauf dem - Ä wßfürsten Vorstellungen gemacht wurden. Dies geschah im vorigen Winter. Großfürst Paul hat von seiner jetzigen 8-emahlin bereits ein Kind. Dieser Fall steht übrigens nicht vereinzelt da. Kaiser Alexander II. schloß seinen rffen, den Großfürsten Nikolaus Konstantinowitsch, den Meren Bruder des Großfürsten Konstantin, schlechter I'lreiche wegen aus dem Heer. Diese Strafe traf auch den Großfürsten Michael, der gegen den Willen Alexanders III. 1891 die Gräfin von Merenberg heiratete, die vom Groß- hLr^og von Luxemburg den Titel einer Gräfin Torby er» Großfürst Michael wurde übrigens vor wenigen fahren vom Zaren empfanaen und wieder in die Armee ausgenommen. Seine Gemahlin ist jedoch bei Hofe nicht ge= se'hen worden.

Kunst und Wissenschaft.

Dreödeu, 1. Nov. Die fünsaktige KomödieD ie ©ered)- ,:gkeit" von Otto Ernst erlebte heute im hiestgen kgt. Schau- iv: slhause ihre Erstaufführung. Es ist ein stark humoristisches c: üd, das den Verzwelflungskampf eines aufstrebenden Künstlers je.-zen eine sehr pesnmistljch gekennzeichnete Preßmacht schildert. S ößtenteils infolge vorzüglicher Darstellung errang es einen un° jKtrittenen starken äußeren Erfolg. Der anwesende Autor wurde nchrsach gerufen.

In der soeben erschienenen Nummer 44 derGarten- onu b e" gelangen weitere Mitteilungen aus Lebenserinner- ingen des Präsidenten Paul Krüger zur erstmaligen ^«cöffentlichung.

Des Odenwälders Dichters C. G. Reuling's »Sch atz- ;»ä der" ist soeben ins italienisch übersetzt und in Neapel zur l«fführung angenommen worden.

Rom, 3. Stov. Die Versuche einer Verständigung mittelst )«ahtloser Telegraphie an Bord des KreuzersCarlo Merto" von Portland nach Halifax haben ein befriedigen- )cs Resultat ergeben. Marcom foimte sich trotz des schlechten .A.itters mehrmals mit der Gegenstatwn verständigen.

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gestellt Behörde zur Auch. ^Ile.nundden ^Klein-Linden W ^chießbogen * Mgmn zielte' "b l ich der jüngere ins Auge Junge mußte

Wt werden. - In ernes dortigen An- man vermutet, daß LahnarbeiterMül. hriges Dienst- steht im Mer von )ei Muin-Weserbahn tionsgebäudeö irs ch ob en wurden.

Unweisttüts-Nachrichten.

Halle, 3. Nov. Auf das Huldigungstelegramm der Festoer- bmmlung zur vierhundertjährigen Gedenkfeier der Uni- r«rsitat an den Kaiser ging dem Rektor der Universität c'bgraphisch folgender Dank des Kaisers zu: Der Kaiser und Icnig haben das Gelöbnis der Treue anläßlich der gestrigen Feier )e: Universität gern entgegenzunehmen geruht und lassen für diese lunbgebung mit dem Wunsche vielmals danken, daß die Unwer- itict auch fernerhin stets von ihrer edlen Aufgabe, eine Pflanz- läte deutscher Wissenschaft und Gesinnung, sowie der Liebe zum verlande und seinem angestammten Herrscherhause zu sein, er- ület sein möge. Auf Allerhöchsten Befehl. Geh. Kabinetsrat von luränus. Unter den zahlreichen übrigen Glückwunschtelegrammen E-nden sich solche von den gegenwärtig versammelten Provinzial- ynoden von Brandenburg und Pommern.

Der Direktor des Berliner städtischen statistischen Amtes, . Regierimgsrat Prof. Dr. Böckh, beging, wie wir bereits ni Heilten, am 31. Oktober sein bOjähriges Jubiläum als amtlicher ol-atistiter. Zu diesem seltenen Gedenktage ist ihm eine große Zahl !lt*reffen und Glückwunschschreiben von Behörden und Privatper- bntm zugegangen, darunter von der großh. Hess. Zentralstelle für :a»desstatistik. Prof. Böckh hat an seinem Jubiläumstage beim lMagistrat sein Entlassungsgesuch zum 1. Januar 1903 eingereicht.

Gerichtssaal.

0 Gießen, 31. Okt. Schöffengericht. Gegen die Obsthänd­lerin, Witwe S. aus Gießen, war Strafbefehl ergangen, weil sie Sonntags nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr in der Bahnhosstraße Obst feügehalten hat. Gegen diesen Strafbefehl hat sie Einspruch erhoben, weil um diese Zeit Gottesdienst im Sinne des Gesetzes, auch nicht in der katholischen Kirche, abgehalten würde. Tas Ge- richt war nicht in der Lage, die letztere Frage sofort zu entscheiden, weshalb die Sache vertagt wurde. Aus die Entscheidung kann man gespannt sein, da sie für sämtliche an offenen Ständen ihre Waren feilbietenden Verkäufer von weittragender Bedeutung ist. Der Russesteinmacher Daniel Sch. aus Burkardsfelden hat in der Erregung einem seiner Kameraden ein Bierglas, aus dem er gerade trinken wollte, an den Kopf geworfen. Hierfür er­hält er 35 Mk. Geldstrafe. Der Oekonom Pr. und dessen Knecht hatten sich wegen Tierquälerei zu verantworten. Sie sollen in überaus roher Weise ein am Zügel geführtes Pferd mit der Peitsche mißhandelt und ihm einen großen Stein in die Weichen geworfen Haden. Da dies durch Zeugen, welche dem An­geklagten darüber Vorwürfe gemacht hatten, nachgewiesen werden konnte, erging Urteil auf je zehn Tage Haft. Der Former Gustav I. aus Magdeburg hatte aus Freude über feine Entlassung vorn Militär etliche Schoppen zu viel getrunken. Im Bahnhofs­gebäude beleidigte er aus Hebermut die Beamten, schlug eine Fensterscheibe entzwei und leistete den Schutzleuten, die ihn ver­haften wollten, tyätlichen Widerstand, sodaß er gefesselt auf die

Arbeiterbewegung.

Paris, 3. Nov. Die Delegierten der Bergarbeiter und Grubengesellschaften hielten gestern in Lille eine Versammlung ab. Die Gesellschaft des Nord-Departements erklärte sich im Prinzip mit dem Vorschläge alle strittigen Punkte einem Schieds­gericht zu unterbreiten, einverstanden. Ebenso soll die yrage der Lohn-Auszahlung durch ein Schiedsgericht beigelegt werden. Die Delegierten der Grubengesellschaften lehnten es jedoch ab, die Minimallohnfrage ebenfalls einem Schiedsgericht zu unter­breiten: Der Spruch des Schiedsgerichts soll unwideruflich sein.

Carmaux, 3. November. Eine von etwa 3000 Arbeitern besuchte Versammlung beschloß gestern einstimmig die Fort­setzung des Ausstandes, nachdem ihnen die Antwort der Regierung auf das letzte Schreiben der Delegierten auf die Protest­note bekannt gegeben worden war.

LenS, 3. Nov. Im Kohlenbecken von Pas de Calais ist vor­gestern die Nacht sehr unruhig verlausen. Zahlreiche Patrouillen Ausständiger machten die Runde um die Gruben. An mehreren Stellen mußte die Kavallerie eingreifen, doch ist kein wirklich ernster Zwischenfall zu verzeichnen. Die Arbeit ist noch immer völlig eingestellt.

Ealitälen KsWgm , wo übermorgen bie r ungaiifän Maler« Wev, /raiyöMen Qätte eröffnet mer> BeleuchtungHrM ns bie »atioi t vnMM schl! inem Saal, wo schor bet Paals, baruntc rt und drei st ar! > aus englischem tu»

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Schiffsnachrichten.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Brem en, 31. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdampserFrankfurt", Kapitän P. Albrecht, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Galveston angefonimcn.

Bremen, 1. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdampserWillehad", Kapitän! E. Werner, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr mittags wohlbehalten in Balimore angekommen.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Im gestrigen Eingesandt muß es im ersten Absatz heißen: Auf Grund dieser Anschauungen habe ich die betr. Mitteilungen gemacht, ohne hierbei einen freihändlerisch rc.

Ter Schlußsatz war in dem Manuskript als Nachtrag geführt, hat also mit der Entgegnung auf dasEingesandt" von Herrn Schiente nichts zu thun. Durch! Hinzusetzung kann der Anschein erweckt werden, als sei Herr Schiente als der anonyme ZeitungsAusender gemeint. Meinerseits ist dieses nicht bezweckt, denn ich habe die Ueberzeugung, daß Rand­bemerkungen, wie sie mir zugingen, nicht der Ansicht von Herrn Schiente entsprechen?) Pirr.

Polizeiwache gebracht werden mußte. Heute erhält er wegen Ruhe­störung eine Woche Haft, wegen Widerstands gegen die Staats« geroalt, Beleidigung und Sachbeschädigung eine Gesamtstrafe von 10 Wochen Gefängnis. Sodann wurde der Taglöhner B. aus Gießen wegen Diebstahls und Hehlerei zum Nachteil des Eisen- bahnfiskus zu einer Gesamtstrafe von fünf Wochen, der Arbeiter Eufebio Maguani wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung, begangen an dem Gastwirt Dreher dahier, zu einer Gesamtstrafe von vier Wochen, die Dienstmagd Anna P. wegen Diebstahls von Kleidungsstücken und wegen Unterschlagung zu einer Gesamtstrafe, von gleichfalls vier Wochen Gefängnis verurteilt.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.

Darmstadt, 4. Nov. Prinz Heinrich wird heute abend nach Kiel abreisen.

Frankfurt, 4. Nov. Auf dem Bahnhof zu Vilb el wurde gestern abend 10 Uhr der 22 jährige Weißbinders Ickler aus Vilbel von einem Cisenbahnzuge über­fahren und sofort getötet.

Berlin, 4. Nov. Seitens der politischen Freunde des verstorbenen Abg. Rickert wird am Mittwoch abend im Künstlerhause eine Gedächtnisfeier veranstaltet werden, wobei der Reichstags-Abg. Schrader seinem lang­jährigen politischen und persönlichen Freunde einen Nachruf widmen wird.

Wilhelmshaven, 4. Nov- Ein 22 jähriger junger Mann, der sich mit seiner 16jährigen Geliebten zu­sammengebunden hatte, stürzte sich in den Ems? Jade-Kanal.

München, 4. Nov. Bei einer Konferenz des, Eisenbahnministers Budde mit dem bayrischen Minister­präsidenten von Crailsheim soll die Erweiterung der Verkehrswege nach Norden, die über Bayern führen, besprochen und da Preußen jetzt bessere Beding­ungen als früher gewährt, die Main-Kanalisiert ung von Offenbach bis Aschaffenburg im Priw-. zip feftgelegt sein.

London, 4. Nov. Heber die Konferenz zwischen den Vertretern der Kolonien und der Reich s> regierung wird bekannt, daß Chamberlain bei der Er­öffnung derselben die Ansicht aussprach, die Reichsfödera- tion auf politischem Gebiete liege in der ganzen Möglich­keit, die Forderung einer solchen Föderation müsse aber von den Kolonien ausgehen. Der Vorschlag, den Kolo­nien die Vertretung in beiden Häusern des Parlaments einzuräumen, würde die Regierung in günstigem Sinne er­wägen, er halte indessen die Errichtung eines beratenden Ausschusses für das Reich für die geeignetste Form einer Vertretung der Kolonien. Earl of Selborne hielt in der Konferenz eine Rede über die maritime Verteidigung nrtb führte aus, daß im Falle eines Krieges die Flotte sich sofort konzentrieren werde, um die feindliche Flotte zu zerstören. Die maritime Verteidigung komme also gar nicht in Frage.

Aden, 4. Nov. In Bata geht daS Gerücht, daß Truppen des Mullah einen englischen Posten in. der Nähe von Schotte überrumpelt und zahlreiche Kamele erbeutet haben. Es herrscht große Aufregung-,

Wien, 4. Nov. Wie von informierter Seite nkitgeteiU wird, galt die Audienz, welche der Berliner Botschafter von Szögyeny beim Kaiser hatte hauptsächlich der Frage der Handelsverträge. Szögyeny sei der Ueberbringer sehr wich­tiger Mitteilungen über Stand und Aussichten des deut­schen Zolltarifs gewesen, welche dem Ministerpräsi­denten von Körber und von Szell zur Richtschnur für ihr ferneres Verhalten dienen sollen. Infolge dieses Re­ferats dürfte in den allernächsten Tagen ein entscheiden­der Schritt in den Ausgleichs-Verhandlungen erfolgen.

Sofia, 4. Nov. Mehrere Blätter beschuldigen offen Zankoff und Lindstanoff als die intellektuellen Urheber der Ermordung Stambulo ffs und veröffentlichen die diesbezüglichen Briefe Lindskanoffs.

Petersburg, 4. Nov. In einem Dorfe in der Nähe von Wologda hat eine 42jäbrige Bäuerin, die mit ihrem Schwager, ein Liebes-Verhäftnis unterhielt, ihre neun unehelichen Kinder unmittelbar nach der Geburt erdrosselt und vergraben. Sechs Kinderleichen wurden bisher aufgefunden.

öat Großfürst Paul Rußland verlassen und sich Frau Pisbol- teto an trau en lassen. Daraus ist s. Z. das auch von uns Diedergegebene Gerücht entstanden, daß er aus Rußland entflohen fei. Er ist wohl nicht entflohen, wird aber k«um in die Heimat zurückkehren, da Zar Nikolaus die Genehmigung zu dieser Ehe seines Onkels nicht er­teilt hat. Großfürst Paul hat mit dieser geheimen Ehe e igentlich das Beispiel seines Vaters, des Zaren Alexanders IL, nachgeahmt, der sich, wie erinnerlich, un- inittelbar nach dem Tode feiner Gattin mit der Fürstin Hnrewsky-Dolgoruky trauen ließ, um die drei Kinder zu legitimieren, welche fie ihm geboren hatte und die heute alb vollgiltige Kinder des Zaren angesehen und irn Hos- lalenber auch als solche verzeichnet werden. Wie Pariser glätter melden, weilt Großfürst Paul im Augenblick in fiaris. Er tritt dort nicht offiziell auf, während fein gleich­falls in der französischen Hauptstadt weilender Bruder, ^wßfürst Alexis, mit den offiziellen und gesellschaftlichen kieisen verkehrt. Großfürst Paul ist auf der Hochzeitsreise in Paris. Er besucht mit seiner jungen Frau die Theater und iLestauvants, unterhält sich bei den Rennen und auf den Lwmenaden des Bois de Bonlogne. Seine Gattin ist etwa 30 Jahre alt, mittelgroß, schlank. Ihr Gesicht verrät echt ss-wischen Typus; ohne schön zu sein, ist es doch, sehr inter-

DaS durch GerbardtS Tod erledigte zweite Ordinariat für innere Medizin an derBer 1 tner Hochschule hat, wie wir bereits meldeten, Prof. Dr. Friedrich Kraus, Direktor der medizinischen Klinik in Graz erhallen. Die Ernennung von Kraus ist insofern bemerkenswert, als er der erste Deulsch-Oesterreicher ist, der während der ganzen Zeit des Bestehens der Berliner Hochschule ein Ordinariat in der medizinischen Fakultät erhalten hat. Welche Gründe die Wahl der Universitätsverwaltung gerade auf ihn ge­lenkt haben, entzieht sich, wie wir in der ,Allg. med. Zentralztg." lesen, völlig der Beurteilung, indes Kraus zwar ein tüchtiger Kliniker und Gelehrter, aber schließlich doch nur unus de multis ist. Wenn seine Berufung darauf zurückgeführt wird, daß für die vakante Lehrkanzel ein Mann in den mittleren Lebensjahren gewonnen werden sollte, so haben wir in Deutschland zum wenigstens zwei Dutzend Kliniker von mindestens der gleichen Bedeutung, die sämt­lich dieser Bedingung genügt hätten, wie z. B. Käst, Martins, v. Mering, Goldscheider, v. Noorden, Grawitz, Krehl, Romberg, His, Friedrich Müller, Sticker u. A. DieBert. Korr." meldet: Prof. Kraus ist zum Professor an der Universität Berlin unter Ver­leihung des Charakters als Geh. Medizinalrat ernannt worden.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berlin, 3. Nov. Eine Anzahl von Interessenten beschloß heute, hier einen Verein deutscher Tuch- und Wollen- ivaren-Fabrikanten zu gründen.

Die Ltadtgemeinde Nürnberg wird demnächst von der 1901 beschlossenen Anleihe von 40 Mill. Alk. weitere 8 Mill. Mk. ausgeben. Entschieden ist noch nicht, ob ein 37, oder 4 pCt. An­lehen gewählt wird.

Die von der Deutschen Gasglühlicht-Aktieu-Gcsellschaft für das Jahr 1901/02 festgesetzte Dividende von 7 pCt. 70 Mark pro Aktie, wird von jetzt ab ausgezahlt.

Märkte.

Gießen, l.Noo.Mark tbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Psd. 0,901,00 Mk., Hühnereier pr. St. 78 Pfg., 2 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneie OOPfg., Käse vr. Stck. 59 Pf., Kasematte 2 Stck. 50 Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg. Linsenpr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,600,80SDlf., Hühner pr. St 1,001,30 Mk., Hahnen pr. Stück 0,701,50 M?., Enten pr. Stück 2,003,00 Mk., Gänse pr. Psd. 5062 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6064 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6872 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 5070 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,ob5,00 Alk., Weißkraut per Stück 0000 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 3,303,50 Nck., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 000 Pfg., in Körben 0000 Psg. Trauben 0000 Psg.

Die Marktzeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzelt überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiesenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, feilgeboten werden.

47,56 Oesterr. Silberrente 101.30 456 Ungar. Goldrente . . 101.80 - ' ... 103.60

. . 50.45 . . 31.85 . . 28.75 . . 125.00 -Anl. 44.40

& August auf Befehl eines Unteroffiziers furchtbar miß­handelt, auf den Kasernenhof hinabäeworfen und in folg e- Lessen gestorben sei, erfährt dieNationatztg.", daß an maßgebender Stelle von dem in derLstd. Volksztg." ge­schilderten Vorgänge nicht das Mindeste bekannt sei. Ge­meldet i stlediglich, daß Daltrusch infolge eines Unglücks- ffalles Schädelbruch erlitten habe. Vor dem Sturz befand sich Baltrusch in angetrunkenem Zustande. DieNat.- Itg." hebt als auffallend hervor, daß die Witwe Baltrusch Lber den Vorfall fast ein Vierteljahr geschwiegen hat. Tas Blatt meldet ferner, daß die nötigen Untersuchungen seitens Ler maßgebenden Stellen bereits veranlaßt find.

Wan erinnert sich des hübschen Schwankes bon Max Trey er ,^Jn Behandlung", in dem ein Arzt eine Aerztin streit. Tas hat fich jetzt in Wahrheit in einem schwäbischen Städtchen zugetragen. In Plienmgen verehelichte fich die Doch ter des dortigen Distriktsarztes, Dr. Sch eif fele, die nraktische Aerztin, Frl. Dr. med. Elise Scheiffele, mit dem ütalienischen Arzt Dr. med. Parlabo. Das Doktor-Ehepaar will fich in Palermo niederlassen.

I*TieHeiratdesGroßsürstenPaulAlexan- browitfch. Eine auffällige Petersburger Meldung in rmserem gestrigen Blatte lautete, der Kommandeur des Uardekorvs, Generaladjutant Großfürst Paul Alexandro- witsch, sei aus dem Dienst verabschiedet worden. Der Kommentar zu dieser in so ungewöhnlicher Form voU- zzogenen Entlassung liegt jetzt vor. Wie nämlich aus Rom gemeldet wird, hat vor drei Wochen in Livorno die Ver- rnählung dieses Großfürsten, eines Bruders des verstorbenen ä Zaren Alexander III., mit der Gattin des Jngenieuroberften tu. Pistolkow stattgefunden. Ter Großfürst war mit der L891 verstorbenen Prinzessin Alexandra von Griechenland verheiratet und ist Vater zweier Kinder. Er felbst ist 1860 xeboren. Irn Sommer hat Frau v. Pistolkow die Scheidung Don ihrem Gatten und die Trennung der Ehe durchgefetzt. Ävoßfürst Paul versprach, die Tame nicht zu heiraten, ober g_ib wenigstens Ursache zur Voraussetzung, daß er diesen Schritt nicht unternehmen werde. In aller Stille nun