Ausgabe 
4.9.1902 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

(**) Darmstadt, 4. Sept.

das zu diesem

des Ministeriums jetzt auch das Recht erha

artige Fall, daß über den Nachlaß des

verstorbenen

in Frankfurt

sind dem Beispiel der Schweinemetzger rasch gefolgt, nach

Bekanntmachung der Fleischerinnung ist dev

Preis des Ochsew

auf dem nächsten Sonntag unserm historisch bekannten

Die Darmkrankheit, an der der ürigent der Gürzenich­

fleisches von 75 auf 80 Pfg. das Pfund erhöht worden. Homburg fängt an, sich langsam zu leeren. Der Herzog von Cambridge, der Großherzog von Mecklenburg sind ab­gereist, am Freitag kehrt Lord Salisbury nach London zurück. Die Abreise dieser drei Herren gilt so ziemlich als Signal ;um allgemeinen Aufbruch..

Gieß.Anz.") Dem ständigen Hilfsarbc er in der Abteilung für Bauwesen des Finanzministeriums ftauinspektor Adam Paul ist der Titel Baurat verliehen wöden.

Mainz, 2.Sept. Der Süddeutshen Eisenbahn- Gesellschaft in Darmstadt, der unter lern 17. Juli d. I. von der hessischen Regierung die Konzesfon zum Bau und Betrieb einer elektrischen Nebenbahn von Minz nach Wies­baden verliehen worden ist, hat durch neujliche Entscheidung

Nachbarstaaten. Die Ochsenmetzger

fertigung von Auszügen vorlegen ißt. Diese Taxe kann an einem Tage jedoch nur einmal lansprucht werden, wenn auch der Geometer zur Mittagszeijseine Thätigkeit zu unter­brechen und am Nachmittag fottzu'tzen genötigt ist.

§ Münzenberg, 3. Sept. Heute fand hier eine ge­meinsame Sedanfeier für unsere militärischen Gäste und die hiesige Bürgerschaft, statt; hierbe wirkte die bei uns ein­quartierte Kapelle der 115er nt. Der Friedberger

TaunuSklubWetterau" wird stattfindenden Vereinsausflug Flecken einen Besuch abstatten.

Braunfels, 3. Sept.

Prof. Dr. Franz Wüllner,

Bahnbau erforderliche Gelände innerhalb, der Gemarkung Kastel unter der Beobachtung der Bestin ^ ungen des Ent­eignungs-Gesetzes zu erwerben.Wegen Münz­fälschung wurde heute ein aus dem Vürttembergischen stammender Schneider, der seither in Wormss wohnte, gefäng­lich hier eingebracht. In seiner Wohnun wurden außer einer Anzahl Falsifikate auch eine Gießpfan e konftszirt.

* * Marburg. Viel besprochen wird der gewiß eigen-

des Festzuges, der sich dann auf dem Marktplätze in ge­hobenster Feststimmung auflöste.

(D:ahtbericht des

Universitätsprofessors Dr. Kraetschmar von hier das Konkursverfahren eingeleitet ist. ^Auf Grund zu­verlässiger Informationen ist mitzuteilen, da; die Forderung, welcher der Nachlaß des sehr soliden und in geregelten Ver­hältnissen gewesenen Verstorbenen nicht gewachsen war, von einem Mitgliede seiner Familie geltend gemacht wurde.

* * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den

Konzerte und Direktor des Konseroatciums für Musik, seit langer Zeit leidet, hat eine ernste 3Ändung genommen, die das S ch l i m m st e befürchten läßt) Nachdem Dr. Wüllner mehrere Monate lang in Wiesbadener Kur gewesen, be­findet er sich, wie wir bereits meldM, seit einigen Wochen hier, wo er Besserung zu finden hofft und erst vor Kurzem in diesem Sinne einigen Herren Antrvrt gab, die ihn be­stimmen wollten, in anbetracht seine! geschwächten Gesund­heit von seinen Aemtern vor Beginn fer Wintersaison zurück- jutreten. In den letzten Tagen erlii der Kranke so starke Blutungen, daß er dadurch das Bewußtsein verlor. Heute wurde Wüllner's Zustand von bestinterrichteter Seite als außerordentlich schlecht" und der baldige Eintritt einer Katastrophe als wahrscheinlich lüeichnet.

L.R. Lauterbach, 3. Sept.! Schon seit einigen Jahren wird in unserer Stadt at Sedantage ein Jugendfest gefeiert, das gar rash zu einem wahren Volksfest geworden ist. So wandelen auch gestern die Kinder unserer Stadtschule in farbedchtigem Zuge, unter Begleitung unserer Schüler- sowie devStumpf'schen Kapelle durch die Straßen der Stadt nach dem ilehrwurdigen Hainig. Vaterländische Gesänge, eine packende Festrede, die in über­zeugender Weise den Wert solcher Jugeidseste für die körper­liche und geistige Entwickelung unserer Kinder, sowie deren Bedeutung für eine soziale Gesundung! unseres Volkes her­vorhob, turnerische Aufführungen und httere Spiele der lieben Jugend ließen die Stunden im Flugs verschwinden. Die Eltern unserer Schüler und Freundei unserer Volksschule hatten sich über Erwarten zahlreich empfunden, was ange­sichts der jetzt drängenden Arbeiten in^eld und Wiese um so anerkennenswerter ist. Um 61/, Uhü erfolgte unter den Klängen der Musik und unter fröhlichen iLiedern der Jugend, in welche die Erwachsenen gerne cinstimMen, die Heimkehr

Vermischtes.

* Kiel, 3. Sept. Durch eine Kesselhavarie des

Torpedoboots 8 98 wurden drei Mann schwer verletzt. Das Boot ist heute abend hier eingelaufen. Die Namen der Schwerverletzten sind: Feuermeistersmaal Tausch, Oberheizer Goch, Heizer Mordhorst. Leichtverwundet wurde Heizer

Schmiedendorf.

* Leipzig, 3. Sept. Bei Schloß Schönefeld stürzte heute nachmittag der Neubau eines Wasserthurmes ein. Von 50 dort beschäftigt gewesenen Arbeitern sind 10

umgekommen, 17 schwer und 4 leicht verwundet.

* Brüssel, 3. Sept. Im Bahnhof Manage stieß

oeute ein Personenzug mit einer Rangiermaschine zusammen, wodurch eine Anzahl Passagiere verletzt wurde. Wie aus Brügge gemeldet wird, vernichtete gestern abend in der Umgegend von Thouront ein Cytlon die gesamte Ernte. Außerdem wurden ' 12 Wohnhäuser abgedeckt und <a. 300 Bäume entwurzelt. In Staden stürzte ein Kirchtum ein. In einem Hause in der Nähe von Chövremont wurden iie Leichen von zwei jungen Mädchen aufgefunden, ton denen eine bereits vollständig ii: Verwesung übergegangen

ingert! Aus Bamberg

Verhungert und mit n völlig aufgelegen wurde te, im Koth liegend, die sslerin Anna Kath.

rvar. Eine Untersuchung ist eingelötet

* Im Armenhaus verh " wird derAlg. Ztg." berichtet Ungeziefer übersäet und am RiM

eint Sonntag früh, in ihrem Bei^ etroa 70 jährige Armenhä Geck in Niedermirsberg (Fränl. Schweiz) aufgefunden. Die Bedauernswerte erhielt von den Ortseinwohnern um­schichtig das Mittagessen aufs jy^nfter gestellt, sonst nahm sich niemand ihrer an. Der Bürgermeister will die Ge-

meindedienerssran mit der Pflege beauftragt haben. Diese begab sich jedoch auf vier Tage zum Missionsfeste nach Forchheim. Die Beerdigung tourbe infolge der gerichtlichen Untersuchung auf Mittwoch verschoben. Der Bezirksarzt von Forchheim stellte fest, daß der Tod durch Verwahr­losung und bereits mindestens 24 Stunden vor dem Auf­finden eingetreten sei. Wenn die Quelle, aus der diese Nachricht kommt, nicht so einwandfrei wäre, hätten wir an diese Ungeheuerlichkeit nicht glauben können!

Ein Unfall des Präsidenten Roosevelt. Gestern nachmittag ging uns folgender Drahtbericht aus New-York zu: Der Jagdwagen, in welchem sich Prä­sident Roosevelt und seine Umgebung befanden, stieß zwischen Pittsfield und Leuox mit der elektrischen Bahn zu- s am men. Roosevelt kam mit einigen Quetschungen und Haut­abschürfungen im Gesicht davon, Cortelyou wurde leicht verletzt. Ein Geheimpolizist wurde getötet, der Führer und Schaffner des Straßenbahnwagens verhaftet. Die Pferde des Jagdwagens wurden getötet. Ein später eingettoffenes Tele­gramm aus Pittsfield bestätigt, daß die Verletzungen des Präsidenten Roosevelt nur leicht find. Wie durch ein Wunder entging Präsident Roosevelt einem plötzlichen Tode unweit Lenox, der fashionablen Sommerfrische in Massachusetts. Dort veranstaltete der frühere Bundessenator Dawes eine Wagenfahrt von Pittsfield aus durch die Berk- shireberge. Vier Wagen fuhren mit Im ersten war Roosevelt mit dem Gouverneur Crane von Massachusetts und dem Privatsekretär des Präsidenten Cortelyou, ferner der Kutscher Pratt und neben diesem auf dem Bock der Geheim­dienstbeamte Craig. Nahe vom Country-Club kreuzt die elektrische Straßenbahn die Landstraße, auf der der Prä­sident fuhr. Craig bemerkte, als der Wagen nahe dem Ge­leise war, daß der elektrische Wagen mit gewaltiger Schnellig­keit heransauste, und rief dem Wagenführer zu, einzuhalten. Letzterer beachtete den Zuruf nicht und im nächsten Augen­blicke sauste der elektrische Wagen mit solcher Macht gegen die Kutsche, daß diese total dernolitt wurde. Splitter und Stücke flogen nach allen Richtungen. Die Insassen der anderen drei Wagen sprangen, von Entsetzen erfüllt, aus den Gefährten und glaubten den Präsidenten tot zu finden. In­dessen war der Präsident der erste, der sich erhob, mit sehr zerschundenern Gesicht, mit geschwollenen Backen und blutender Nase. Roosevelt sah sofott nach den anderen Mitgliedern der Gesellschaft, von denen Crane Kontusionen und Cottelyou blutende Schrammen erlitten. Craig ward sofott getötet und entsetzlich zugerichtet, während Pratt eine zertrümmerte Hirn­schale zeigte und wahrscheinlich innerlich verletzt ist. Sein Zustand ist kritisch. Der Präsident dürfte sofott nach seinem Landaufenthalt Oyester Bay zurückkehren. Er ging nach Lenox; er verbat sich jeden Empfang. Craig war einer der ausgezeichnetsten Detektivs Amerikas.

UnioerstMs-NachriHlen.

Berlin, 3. Sept. Im Befinden Virchows ist seit gestern eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten. Der Patient schläft viel. Tie Nahrungsaufnahme ist befriedigend.

Kunst uni» Wissenschaft^-

Brüffel, 3. Sept. Nach einer dreitägigen Beratung, an der Prof. Neißer-Breslau, Lassar, Dr. Isaac, Frau Bieber-Böhm-Berlin und Scheven-Dresden besonderen Anteil genommen, beschloß der zweite internatonale Kongreß pr Verhütung der Geschlechtskrankheiten keine Wünsche zur Abstimmung zu bringen, sondern sie der verantwortlichen Unterschrift der Teil­nehmer zu unterbreiten. Der Kongreß verurteilte einstimmig die heutigen Maßnahmen und die in Deutschland übliche Ausbeutung dieser Krankheiten durch Kurpfuscher.

Gisenssastn-Zeilung.

Süddeutsche Eisenbahngesellschast in Darmstadt. Nach dem Geschäftsbericht wurde in 1901/02 ein Reingewinn von 1 158 127 Mk. erzielt. Die Generalversammlung beschloß, davon 5 >/, pGt. Dividende zu verteilen und 37042 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Unter den Aktiven der Bilanz figuriert das Bahnanlagekonto mit 29 928 755 M. (28 929 921 i. V.), das Konto Neubauten und Erweiterungsbauten 4 276 842 Mk. (3 797 767 Mark). Kassa- und Bankguthaben, die in der vorigen Bilanz mit 1 245 699 Mk. gestanden haben, sind auf 41659 Mk. zurückgegangen. Das Obligationenkonto hat fich um 350000Mk. auf 13500000Mk. erhöht. Die Generalversammlung ermächtigte die Direktion zum Erwerb der Konzession für eine normalspurige Nebenbahn von Ingelheim einerseits nach Frei-Weinheim an den Rhein, anderer­seits nach Jugenheim und Partenheim in Rheinhessen (Selzthal­bahn) und einer normalspurigen Nebenbahn von Station Hetzbach- Beerfelden der Odenwalobahn nach Beerfelden. Sie ermächtigte den Aufsichtsrat und die Direktion, außer der in der General­versammlung vom 10. April 1901 bewilligten Aufnahme einer Obligationenschuld bis zum Betrag von 3 500 000 Mk. den sonstigen Geldbedarf durch Aufnahme einer weiteren Obligationenschuld bis zum Betrag von höchstens 3 500 000 Akk. zu decken.

Gerichtssaal.

Darmstadt, 3. Sept. Vor der Ferienstrafkammer des Land­gerichts erschienen heute die Schreiner Andreas Wagner und Julius Schaaf von Neu-Isenburg, die an dem im Frühjahr da­selbst ausgebrochenen Streik beteiligt waren. Schaaf wurde von der Anklage der Beleidigung Arbeitswilliger in idealer Konkurrenz mit einem Vergehen gegen § 153 der Gewerbeordnung freigesprochen, Wagner zu zwei Wochen Gefängnis ver­urteilt.

Handel und Verkehr. UMswirlschasl.

Börse. Die kräftige Anregung, welche der hiesigen Spekula­tion heute einerseits durch günstige Kurse der New-Äorker Börse, andererseits durch die Auslassung des Präsidenten Roosevelt be­treffs der Bedeutung des amerikanischen Trust's gegeben war, blieb für den Beginn des Börsengeschäftes ohne Wirkung. Der Teil der Spekulation, welcher in jüngster Zett eine Besserung der wirtschaft- liehen Verhältnisse in Aussicht genommen und dementsprechend auf eine Steigerung der Kursniveaus hingearbeitet hatte, führte Reali­sationen aus, weil das Privatpublikum den hoffnungsvollen An­sichten noch nicht beipflichtet und vom Geschäft fernbleibt. Im Verlaufe des Geschäftes stellte es sich jedoch heraus, daß die ameri­kanischen Meldungen doch nicht ohne Beachtung geblieben waren, und da auch von den übrigen auswärtigen Börsen.feste Tendenz gemeldet wurde, so ließen Realisationen und Blanko-Abgaben sehr bald nach und die allgemeine Sttmmung erhielt wieder einen zu­versichtlichen Charakter was auch verschiedentlich in Kursbesserung zum Ausdruck kam. Rentenwerte, wie Türken, Rumänen und Serben wurden wieder in großen Beträgen gehandett, auf dem Monatmattte wurden die anfangs abgegebenen Eisenwerte, Bochumer und Laurahüt'te, zurückgekauft und eine besonders um­fangreiche Bewegung vollzog sich m den 0 - Aktien d er Dort­munder Union, welche von grotzfmanzieller Sette gekauft werden. Bahnen fest. Die Befestigung der adgememen Tendenz wirkte auch auf den Kurs der Tiskonto-Kommandit und Oesterr. Kreditaksien ein. p w

Preuß. Hypothek-Aktienbank. Der Vorstand der Schutz­vereinigung der Inhaber von Pfandbttefen der Preuß. Hyp.-Akiien- dank fordert die Besitzer von (Sertififaten in geringerem Betrage

als nom. 8000 Mk. auf, ihre Cettifikate bis spätestens 81. Dezember 1902 entweder durch Zukauf auf nom. 8000 Alk. zu ergänzen ober dieselben zu verkaufen. Die Einreichung kann vom 2. September ab erfolgen. . ,

Leipzig, 3. Sept. Die dem Aussichtsrate der Allgemei. nen Deutschen Kreditanstalt oorgelegte Uebersicht deS Standes der Gesellschaft per 30. Juni zeugt von weiterer günstiger Entwicklung der Geschäfte. Trotz des niederen Zinsfußes konnte im ersten Halbjahre ein Gesamtresultat erzielt werden, das in den Endergebnissen die Gewinnziffer des entsprechenden Vorjabrs-Zett- raumes noch übersteigt. Die Filialen in Chemnitz, Altenburg, Gera und Greiz arbeiteten gleichfalls befriedigend, namentlich erstere erfreut sich eines steten Zuwachses an Kundschaft.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Skagen, 4. Sept. Zu dem Unfall auf dem Tor­pedoboot 8. 98 wird gemeldet: Als sich der Unfall er­eignete, herrschte schweres Wetter. Ein großer Teil der Be­satzung war seekrank, sodaß anfangs allgemeine Verwirrung entstand. Durch Zufall befand sich auf dem Boote ein Arzt, sodaß die Schwerverletzten sofort Hilfe fanden. wnrde ihnen das Zeug vom Körper geschnitten. Nach Anlegung eines Notverbandes wurden sie auf das Linienschiff Kaiser Wilhelm II. überführt und dort behandelt.

Berlin, 4. Sept. Tie Berliner Morgenpost berichtet ans Budapest: Gestern nachmittag fand hier ein blu­tiges SäbeldueN zwischen dem Uerikalen Redak­teur Benitz ky und dem Champion des ungarischen Athletenttubs Eugen Asb oth statt. Ersterer erhielt einen wuchtigen Hieb, der ihn zu Boden schleuderte, wäh­rend Asboth durch einen scharfen Kopfhieb lebensge­fährlich verwundet zusammensank.

Leipzig, 4. Sept. Das Kttegsgericht veruttellte den Leutnant vom 107. Jnf.-Regt. Weiß aus Berlin wegen Fahnenflucht und schwerer SittlichkeitSver- brcchen zu 13 Monaten Gefängnis und Ausstoß­ung aus dem Heere.

London, 4. Sept. Tie Generäle Botha, Dewiett und Telarey wurden heute im Kolonialamt von Cham­berlain empfangen. Sie haben gestern chr Hobel nicht verlassen und auch niemanden empfangen. Die Ge­rüchte, wonach Chamberlain sich weigere, den Forderungen der Generäle Folge zu leisten, werden nicht als ernst be­trachtet. Wie es heißt, verlangten die Burenführer außer der Zubilligung politischer Rechte ihrer Mitbürger auch, eine Erhöhung der Summe zum Wiederaufbau der Farmen von drei Millionen Chamberlain hatte Kitchener zu­rückberufen, um an den Verhandlungen teilzunehmen.

Wien, 4. Sept. Der Zeichner Humbett Dimin ich, welcher an Italien Pläne von Panzerschiffen geliefert hatte, wurde zu 16 Monaten schwerem Kerker ver­urteilt.

Lienz a. d. Drau, 4. Sept. Auf den Eisenbahnzug, mit dem sich Erzherzog Eugen ins, Manöver begab, wurhe während der Fahrt ein Stein geschleudert, welcher das Fenster des Coupes traf, in dem der Erzherzog Platz genommen hatte. Der Erzherzog blieb unverletzt.

Agram, 4. Sept. Wegen Abreißens des Standrecht­plakates wurden mehrere Personen, wegen abfälliger Kritik des Standrechtes, eine andere Person vor das Standgericht gestellt. Die Bevölkerung ist ruhig.

Telephonischer Kursbericht»

3* */a% Reichsanleihe . . 102.40 3°/o do. ... 92.60 3Vi% Konsols .... 102.40 3% do. ..... 92.25 31/a% Heesen .... 100.45 3% Öberhessen . . , 99.50 4% Oesterr. Goldrente . . 103.80 4/2% Oesterr. Silberrente 102.20 4% Ungar. Goldrente . . 102.20 4% Italien. Bente . . . 103.60 4/a% Portugiesen . . . 52.00 3°/j Portugiesen. .... 31.60 1% C. Türken .... 29.85 Türkenlose..... 125.80

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.25 4/a% äussere Argentiner.

8% Mexikaner .... 26.85 4,/29/q Chinesen .... 92.70 Electric, ßchuckert . . . 92.20 Nordd. Lloyd . . . . 108.50

Kreditaktien.....216.80

Diskonto-Kommandit. . . 189.10 Darmstädter Bank . . . 138.90 Dresdener Bank .... 145.40 Berliner Handelsges. . . 158.00 Oesterr. Staats bahn , . . 156.20 Lombarden . , . , . 20.20 Gotthardbahn ..... 17740 Laurahütte ...... 202.00 Bochum.......185.30

Harpener......167.00

Tendenz: fest.

Biel begehrt mit ihren 100 000 Mk. als Haupt­gewinn sind die Wohlfahrtslose; sie sind deshalb auch stets rasch ausverkaust. Darum ist zu empfehlen, mit dem Ankauf nicht zu säumen. Dieselben sind bei dem Haupt-Debit Ad. Müller u. Co^ Bankgeschäft in Darmstadt, Neckarstr. 11, Hamburg, Gr.Johannis­straße 21, und auch bei hiesigen Verkaufsstellen jetzt noch zum amt­lichen Preise ä Nck. 3.30 zu haben. 6156

Bekanntmachung.

In das hiesige Handelsregister wurde heute bezüglich des Spar- und Vorschußvereins Aktiengesellschaft Großen- Linden eingetragen: Die Verttetungsbefugnis des Vorstandes ist dahin geändert, daß 2 Vorstandsmitglieder allein berech­tigt sind, die Gesellschaft zu vertreten.

Gießen, am 1. September 1902. 6160

Großherzogliches Amtsgericht.

Bekanntmachung.

In das hiesige Genossenschaftsregister wurde heute be­züglich des Spar- und Vorschußvereins Alten-Buseck e.G.m.u^). eingetragen: Landwirt Ludwig Becker IV. zu Alten-Buseck ist an Stelle des ausgeschiedenen Heinrich Vogel III. zum Kontrolleur gewählt. 6161

Gießen, am 2. September 1902.

Großherzogliches Amtsgericht.

Vergebung Von Bauarbeiten.

Für den Neubau der katholischen Kirche zu Gießen sollen die

W- unö Miimnrbeiteii, sowie die LteiMetznrbeite« vergeben werden.

Bedingungen und Zeichnungen in 1:100 liegen im kathol. Pfarrhause zu Gießen und beim Architekten L. Becker in; Mainz, Pfandhausstraße 5, Detail-Zeichnungen nur beim Architekten offen.

Angebotsformulare sind gegen vorherige Einsendung des Betrages (2 Mk. für die Erd- und Maurerarbeiten, 1.50 Mk, für die Steinmetzarbeiten) vom Architekten zu beziehen.

Angebote sind bis zum 18. September einzuscnden an den 6169 Kathol. Kirchcnvorstaud zu Gießen.