Ausgabe 
4.9.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 307 Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Donnerstag 4. September 1902

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Zamilten- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Verantwortlich: 1 für den volit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Sanb* und .Gerichtssaal': (5urI Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Kie heutige Kammer umfaßt 8 Seiten.

An neuesten Meldungen über die Fleischteueruna liefen folgende vor:

Berlin, 3. Sept. Tie alte Linke, die neue AJinfe und dne freie Fraktion Mommsen unter­breiten der Stadtverordnetenversammlung fol­genden dringlichen Antrag: Mit Rücksicht auf die durch die Hemmung der Einfuhr entstandene, die Berliner Bevölke­rung und namentlich die minderbemittelten Klassen der- elbcn in ihrer Ernährung schwer schädigende Fleischteue­rung ersucht die Versammlung den Magistrat in Gemein- chaft mit ihr bei den zuständigen Reichs- und Landes­behörden auf Beseitigung der Einfuhrverbote vorstellig zu werden. Gegen die Fleischnot in Mittel­deutschland werden die größeren Städte Sachsens und Thüringens Milte dieses Monats gemeinsam bei den Reichs- und Landesbehörden Schritte unternehmen.

T a r m st a d t, 3. Sept. Auch die hiesige Stadtver­waltung wird sich dem Vorgehen anderer Städte wegen der hohen Fleischpreife anschliefzen und hat die Stadtverord-

Zur Aleijchteuerung

Tie städtischen Körperschaften von Königsberg i. Pr. hatten eine Bittschrift an die preuß. Staatsregierung ge­richtet, allwöchentlich die russische Grenze für die Ein­fuhr von 1000 Schweinen zu öffnen. Tie Petition wurde ab sch täglich beschiedcn. Aus der von dem Land­wirtschaftsminister v. Podbielski beigcfügten Begründung heben wir, nach Mitteilungen aus KöniAberg, folgendes heraus:

Tie Preise für lebende Schweine sind zwar in ganz Teutschland aus den verschiedensten Gründen gestiegen, ich vermag aber nicht anzuerkennen, daß dadurch eine derartige Beeinträchtigung des Nahrungsstandes der hauptsächlich auf den Genuß von Schweinefleisch ange­wiesenen Bevölkerungsklassen herbeigeführt worden ist, daß vor der Befriedigung dieses Bedürfnisses die Sorge für die Gesunderhaltung der heimischen Viehbestände zurücktreten müßte. In den letzten Monaten sind die Schweinepreise auch bereits erheblich heruntergegangen. Es ist zu erwarten, daß sie infolge der vermehrten Schweinehaltung in nicht ferner Zeit wieder einen normalen Stand erreichen werden." Zum Schlüsse verweist der Minister auf den Unterschied der Untersuch­ungsgebühren für auf dem Königsberger Schlachthof ge­schlachtete Schweine (75 Pfg.) und für die Untersuchung eines auswärts geschlachteten Schweines (2 Mk.). Tie Steigerung der Gebühr für das auswärts geschlachtete Fleisch bis fast auf den dreifachen Betrag der Gebühr für Schlachthausfleisch überschreite offenbar das gesetz­lich zulässige Maß. Eine Herabsetzung der Gebühren werde auf die Zufuhr auswärtigen Fleisches nicht ohne Einfluß bleiben. Ter Minister schließt:Es muß jeden­falls der Versuch gemacht werden, auf diesem Wege dem Mangel an Schweinefleisch abzuhelfen, ehe der nur unter Hintansetzung wichtiger Interessen der deutschen Land­wirtschaft möglichen Zulassung von Schweinen aus Ruß­land näher getreten werden kann."

Dazu wird von freisinniger Seite bemerkt:

Seit dem 1. Juli, dem Tage der Ablehnung der Pe» tition der Königsberger Bürgervertretung, ist das Schweinefleisch mct)t im Preise gesunken. Tie Tifferenz der Untersuchungsgebühr für Schweine, die auf dem dortigen Viehhof geschlachtet werden, und für die, welche auswärts geschlachtet zur Untersuchung gelangen, beträgt 1.25 Mk.

Zur Parade des 5. Armeekorps sind mit Geneh­migung des Kaisers von Rußland der Generalgouverneur von Warschau und Teputationen der Regimenter erschie­nen, von denen ich Chef bin. Ich begrüße die Herren von Herzen und gebe der Freude Ausdruck, daß dieselben am heutigen Tage erschienen sind, dadurch, daß ich Sie auf­fordere, mit mir auf das Wohl des obersten Kriegsherrn der mit uns in treuer Waffenbrüderschaft verbundenen russischen Armee, Seiner Majestät des Kaisers Nikolaus zu trinken. Hurra, Hurra, §urra!"

Die Musik spielte die russische Hymne. Im weiteren Verlaufe des Mahles erhob sich der Kaiser zu folgen­dem Trinkspruch:

Dem 5. Armeekorps spreche ich zum heutigen Tage von ganzem Herzen meinen Glückwunsch aus, es hat bei der Parabe eine Probe auf seine Entwickelung im Frieden gegeben. Ich kann wohl sagen, daß, als die Reihen der Regimenter an mir vorbeizogen, mir die Geschichte des Korps wieder lebhaft vor Augen getreten ist. In ernsten Zeiten haben die gelben Achselklappen sich bewährt. Vor allen Tingeu ist mir dabei das Bild meines unvergeß­lichen Herrn Vaters wieder vor Augen getreten. Ich glaube nicht, zuviel zu sagen, wenn ich dem Korps mit einen Teil des Verdienstes zuschreibe, daß es in den Kriegen, wo es unter dem Oberbefehl meines Vaters ge­fochten, durch seine tapfere Haltung mit dazu gewirkt bat, daß er sich den Marschallstab erwerben konnte. Niemand, in dessen Busen ein Preußenherz schlägt, wird der Königsgrenadiere vergessen, niemand wird vergessen den Moment, als frer Kronprinz auf dem Gaisberge den sterbenden Kaisenberg in seinen Armen hielt. Ich würde aber bei dem Trink-pruch auf das Armeekorps nur zur Hälfte seinen Leistungen gerecht werden, wenn ich nicht zugleich an das andere Armeekorps dächte, was heute im schwarzen Rock, den Hut in der Hand, mit seinen Fahnen vor uns stand, an die 8000 Krieger, die an der Straße aufmarschiert standen. Auch sie haben zu. meiner Seele gesprochen. Es reihte sich dort Kreuz an Kreuz, Schnalle an Schnalle; das sind die Leute, welche die Geschichte des Korps geschrieben, die mitgeholfen haben, unser Vater­land zu einigen, das sind die Kämpfer, die meinem .Vater in die blauen Augen geschaut haben, als sie ihm den Sieg erfochten. In den Glückwunsch an mein Korps möchte ich daher auch die Freude mischen über die vorzügliche tadellose Haltung der Kriegervereine, die ich heute gesehen habe. Mögen diese Leute den jungen Soldaten als Vorbilder dienen, daß der alte Geist jener Kriegs­kameraden sich immerdar bewähren möge. Ich trinke auf das Wohl des 5. Korps. Hurra, Hurra, Hurra!"

Tie Musik spielte den York'schen Marsch. General von Stülpnagel erwiderte mit einem Hoch aus den Kaiser.

Ter Kaiser übergab dem neuen Provinzial-Museum in Posen die Statuen Friedrichs des Großen und Fried­rich Wilhelms II. aus der Berliner Siegesallee im Gyps-Abguß als Geschenk. Tie Statuen sind im Vor­hofe des Provinzial-Museums bereits auf gestellt.

Tie Illumination der Stadt am Abend war all­gemein. Bon öffentlichen Gebäuden prangten int herr­lichsten Schmuck das erzbischöfliche Palais, das Priesterseminar und sämtliche Häuser der Domherren. Tie Anfahrt und Abfahrt nach und von dem Museum veranlaßte stürmische Kundgebungen. Vorder Wohnung des Kaiserpaares waren viele Tausende versam­melt, die diem Konzerte zuhörten und in den Pausen leb­hafte Huldigungen darbrachten. Um halb 10 Uhr war Zapfenstreich.

* *

rieten zur Stellungnahme veranlaßt.

Offenbach a. M., 3. Sept. Eine von ca. 3000 Per­sonen besuchte Volksversammlung im Saalbau, in der Redakteur Philipp Scheidemann referierte, nahm gestern abend einstimmig eine Resolution an den Reichskanzler und die hessische Regierung an, morm ersucht wird, beim Bundesrar auf schleunigste Oeffnung der Reichsgrenzen für die ungehinderte Einfuhr von lebendem Schlachtvieh mit aller Energie hinwirken zu wollen, damit der Fleisch- not gesteuert werde.

M a i n z, 3. Sept.^ Auf Anlaß des Oberbürgermeisters Tr. Gaßner hat die Stadtverordnetenversamm­lung zur Fleischteuerung einstimmig beschlossen, zur Lin­derung der bestehenden Notlage bei der hessischen Regierung und beim Bundesrat dahin vorstellig zu werden, daß die ausreichende und dauernde Versorgung der deutschen Märkte mit -Lchlachtvieh mit allen Mitteln gesichert wird, wozu man die Beseitigung frer Einfuhrbeschränkungen und die Oessnung der Grenzen für allein geeignet erachte. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, das L t l roi auf lebendes Vieh und Fleischwaren vorläufig zu f i ft i e r e il- wurde dem Finanzausschuß überwiesen.

Die Kenner der Posener Verhältnisse urteilen überein­stimmend, daß der Kaiser der Bevölkerung der Provin­zialhauptstadt Posen kein schöneres und mehr willkommenes Geschenk machen konnte, als es durch die Aufhebung des Ravongesetzes geschehen ist. Tie Posener können sich zu der schnellen Lösung der Rayonfrage in der Thal be­glückwünschen. Andere Festungen im Reiche, deren Ent­wicklung als Stadt unter dem Einfluß der strengen Rayon­gesetz-Bestimmungen offensichtlich gehemmt wurde, mußten oft jahrelange Verhandlungen mit der Militärverwaltung ühren, ehe, selbst wenn bei letzterer grundsätzliche Geneigt­heit für die Aufhebung der Rayonbeschränkungen bestand, eine Einigung bezüglich des Preises der vom Fiskus auf­zulassenden Terrains erzielt wurde. Man kann es ja der Militärverwaltung nicht verdenken, daß sie auf Preise hält, und diese kommen schließlich auch den Bürgern von Reichs wegen wieder zu gute, indem die Einnahme-Positionen des Reichshaushaltsetats dadurch eine Erhöhung erfuhren, Geld­orderungen für Militärzwecke also zum entsprechenden Be­lage rechnungsmäßig beglichen werden können. Toch die nächste und bedeutendere Wirkung solcher Preisforderungen eitens der Militärverwaltung ist eine in sozialer Hin- icht ungünstige: die oft dringend gebotene Besserung der Wohnnngsverhültnisse der betreffenden Festungs­tadt durch Erschließung neuer Bebauungsflächen und Er­richtung moderner Häuser verzögert sich. Vielleia)t giebt der Posener Fall Veranlassung, daß die Militärverwaltungen ich bestreben, aus eine möglichst schnelle Erledigung solcher Verhandlungen mit kommunalen Behörden hinzuarbeiten^

Zu der heutigen Frühstückstafel bei dem kaiser­lichen Paare im Generalkommando waren außer der im Hause wohnenden Umgebung der Kronprinz, sowie General v. Stülpnagel mit Gemahlin und Tochter geladen.

Am Nachmittag fand bei der Kaiserin großer Empfang der Damen und Herren der Gesellschaft statt, hierauf Empfang der Generalität beim Kaiser, zu dem auch der Warschauer Generalgouver­neur Tscher tkoff sowie das Offizierkorps seiner beiden russischen Regimenter erschienen. Der Kaiser unterhielt sich längere Zeit mit jedem einzelnen der Herren und rich­tete schließlich an diese folgende Ansprache:

Ehe ich von Ihnen, meine Herren, Abschied nehme, drängt es mich. Ihnen meine Freude auszusprechen, die Offizierkorps zweier meiner russifchen Regi­menter, deren Uniform ichmitStolz trage, in Posen bei unserer Parade habe begrüßen zu können. Ihre An­wesenheit verdanke ich der Güte Sr. Maj. des Kaisers Nikolaus, welcher mir bei meinem Besuch in Reval freu­dige Zustimmung zu Ihrer Einladung gewährte. Ihre Anwesenheit in Posen bedeutet nicht nur einen Besuch der Offiziere meiner schönen russischen Regimenter, son­dern ist auch ein Beweis der alten Waffen­brüderschaft, welche seit einem Jahrhun­dert unsere Heere miteinander verbündet, und daß dieselbe noch lebend ist. Das mögen noch zwer Dhatsachen erläutern. Am Tage Ihrer Ankunft habe ich das Rayongesetz für Posen auf gehoben, wodurch eine friedliche Entwickelung der alten Festungs- stadt ermöglicht wird, zum anderen habe ich die Ehre, heute zum ersten Male vor den Offizieren meiner beiden russischen Regimenter die Schnüre an legen zu können, welche Seine Majestät der Kaiser Nikolaus mit mir als Zeichen unserer per­sönlichen Freundschaft auSgetauscht hat. Sie sollen, nach den eigenen Worten Ihres allerhöchsten Herrn, ein Glied in der festen Kette dar st eilen, welche unsbeide in treuer Freund schaftum- schlingt. Gott gebe seinen Segen dazu, daß es immer jo bleibe."

Ter Kaiser verlieh dem russischen Generalgouverneur T s ch e r t f o f f den Schwarzen Adlerorden und dem Generalmajor Becker, Kommandeur des Peters­burger Leibgarde-Infanterieregiments König-Friedrich Wil­helm III., den Kronenorden 2 .Klasse mit Litern.

Prinz Ludwig von Bayern besuchte heute nach­mittag den Reichskanzler, der am Vormittag dem kommandierenden General, dem Erzbischof v. Stablewski, dem Generalsuperintendenten, Oberbürgermeister Witting, jowie dem Landtagsmarschall Frhrn. o. Wilamowitz-Möllen- dorf und Landeshauptmann v. Tziembowski Besuche ab- gestattet hatte.

Heute abend 7 Uhr fand in den Räumen des Provin­zialmuseums Paradediner statt. Tabei saß der Kaiser rechts von der Kaiserin, gegenüber saß General v. Stülp- nagel, rechts vorn Kaiser folgten an der Haupttafel der Kronprinz, Gräfin Brockdorf, Prinz Friedrich Leopold, Reichskanzler Graf Bülow, der russische Gras Tscherttosf, Generaloberst v. Höhnte, Graf. .Schliessen, links, von dar ,

Kaiserin Prinz Ludwig von Bayern, Fräulein v. Gersdorff, Prinz Albrecht, Gräfin v. Stolberg-Wernigerode, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, Fürst Radolin und General Edler von b er Planitz. General v. Stülpnagel saß zwischen dem Generalleutnant v. Eichhorn und General Richter rechts!und dem Generalleutnant Siemens und Gene­ralmajor Hesse links. An der Tafel nahmen ferner die hier weilende Umgebung, die russischen Offiziere, Kriegs­minister u. a. teil. Beim Paradediner brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch auf den Kais er von Rußland aus:

und auch das sozialpolitische Moment im Auge behalten. Tie die hohe Politik behandelnden neuesten Kaiser reden werden ihre günstige und erfreuliche Wirkung im In- und Auslande nicht verfehlen.

TerGermania" wird von angeblich maßgebendsterSeite mitgeteilt, daß es er ft in letzter Stunde gelungen ist, den Kaiser zu dem Entschlüsse betreffs der Nieder­legung der Wälle in Posen zu b estimmen. Es sei dies ein Berdienst des Oberbürgermeisters Witting, der seinen ganzen Einfluß in dieser Richtung verwandte.

TasArmee-Verordnungsblatt" veröffentlicht eine Ordre an das Kriegsminister ium, datiert Posen, 3. September/ die folgendermaßen lautet: Auf den Mir gehaltenen Vortrag bestimme Ich: die Stadtumwallung von Posen auf dem linken Wartheufer einschließlich des Forts Hake, wird aufgelassen. Tas Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlassen.

Aas Kaiserpaar in Kosen. IL

Posen, 3. September.

Das Kaiserpaar traf kurz vor 9 Uhr auf dem Parade seid bei Lawiea ein. Die Kaiserin, in der Uni­form ihres Kürassierregiments, stieg zu Pferde, der Kaiser ritt mit den Fabnen vor die Front der Parade, wo General v. Stülpnagel den Fronttapport meldete. Der Kaiser übergab mit einer Ansprach e den Obersten der Regimenter die neuen Fahnen. Alsdann ritten der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Albrecht von Preußen, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Prinz Lud­wig von Bayern. Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein, sowie der Gouverneur von Warschau, General Tschertkoff die Front ab. Es fand zweimaliger ÄÄrbei- marsch statt. Der Kaiser führte beide Male das 7. Königs- Grenadierregiment vor. Prinz Ludwig von Bayern fein 47. Regiment. Von nicht zum Korps gehörenden Truppen­teilen nahmen die Danziger Totenkopf-Brigade, die Rati- borer Manen und die Leobschützer grünen Husaren an ihr teil. Die Kaiserin blieb während der ganzen Parade zu Pferde. Prinz Ludwig von Bayern war zumeist in Gesell­schaft des Kronprinzen und des Herzogs Ernst Günther, mit denen er sich angelegentlichst unterhielt. In militä­rischer Hinsicht war dre Truppenschau insofern bemerkens­wert, als auch die neuen seit 1897 bestehenden Regimenter diesmal in der Ausstellung zu drei Bataillonen erschienen und ferner dem Armeekorps eine Maschinengewehr-Ab­teilung gugeteilt war. Die Parade befehligte der kom­mandierende General v. Stülpnagel, neben welchem der Ches des Generalstabes des 5. Armeekorps, v. Kurowski, hiett. Die Haltung der Regimenter war durchweg tadellos. Am Schlüsse war die Staubentwickelung ziemlich arg. Die Kaiserin ritt, bevor sie zur Stadt zurückkehrte, die Front der Kriegervereine, der Kaiser die der Totenkopf-Brigade ab. Tie polizeilichen Anordnungen betreffend den Verkehr waren muft er gütig.

Nach der Parade des fünften Armeekorps und der Kavalleriedivision B kehrte das Kaiserpaar, von der Be­völkerung jubelnd begrüßt, nach der Stadt zurück, die Kai­serin zu Wagen mit einer Eskorte, der Kaiser wiederum an der Spitze der Fahnenkompagnie. Tie Schulen und Vereine bildeten Spalier. Kurz nach iy4 Uhr traf der Kaiser vor dem Generalkommando ein.