Ausgabe 
4.8.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mwersttäts-Mchrichtell.

)( Gicßcu, 31. Juli. Am 7.11. August d Js. findet die

12. Allgemeine deutsche christliche Studenten»

Vermischtes.

Berlin, 2. Aug. Gestern nachmittag v e r g i f t e t e sich der angebliche Rittergutsbesitzer Bernhard Nergtin mit Cyankali, nachdem kurz vorher der Versuch sich zu erschießen, mißglückt war. Die Ursache des Selbstmordes ist nicht ermittelt.

* München, 2. Aug. Man liest in derAllg. Ztg.": Vor einiger Zeit ging die Nachricht durch die Presse, daß eine hiesige Frauensperson sich erbötig gemach habe, mit einem nur ihr zur Verfügung sichenden Mittel den erkrankten König Eduard von Englaudzuretten; ferner, daß diese auf das hiesige englisch Konsulat be­rufen worden sei, dort Anweisung erhalten habe, nach Lon­don zu reisen bis schließlich sich die ganze Geschichte als ein auf Reklame abzielendes Manöver entpuppte. Um was es der heilkundigen Dame zu thun war, beweist ein gegenwärtig hier erscheinendes Inserat folgenden Inhalts: Bin gezwungen, mein durch Londoner Reise so rasch be­rühmt gewordenes Kräutermethgeschäft ,st!ebenstau" an kapitalkräftige Persönliches sofort zu verkaufen. Hoher Verdienst!" Folgt Unterschrift.

* Paris, 2. Aug. Äm 8. d-M. findet die Verstei­gerung der Schlösser der Familie Humbert statt. Dasjenige von Vives-Taker wird mit 200 000, das von Ordouville mit 100 000 Frs. ausgeboten. Ein Auto- mo-bilfahrer überfuhr heute auf der Fahrt von HLvre nach'Hersleur eine 73jährige Frau, die sofort tot war.

* Paris, 3. Aug. In Dijon ging gestern abend ein furchtbares Gewitter nieder. Es fielen taubeneigroße Hagelschlossen. Dächer wurden abgedeckt und Bäume ent­wurzelt. Der Bahnverkehr ist teilweise eingestellt. Auch an .anderen Orten sind ebenfalls schwere Gewitter nieder­gegangen. In Clermont wurde eine Frau durch Blitzschlag g.etötet. In Tülle zündete der Blitz 20 Häuser sind abgebrannt und hundert Personen obdachlos.

* Aus den Bergen. Der Assessor Ludwig Maas aus Berlin, der als Kurgast in Zermatt im schweizerischen Kanton Wallis weilt, wird seit mehreren Augen v ermißt. Er unternahm am Montag nachmittag einen kleinen Aus­flug nach der Trift oder hohen Alm und ist seitdem ver­schollen. Es wird daher vermutet, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Die zur Auftuchung des Verschwundenen ausgesandten Führerkolounen sind resultatlos zurückgekehrt.

* Ein polizeilicher Mißgriff ist in Ober- -Schönweide bei Berlin vorgekommen. In dem 19Jahre alten Kellner Richard Gabriel, der seit Monatsfrist als Kell­ner in Tabberts Waldschlößchen angestellt ist, und in Ober-Schönweide sich ansässig gemacht hatte, glaubte ein Polizeibeamter einen von der Leipziger Staatsanwalt­schaft gesuchten Raubmörder nach der Persönllchkeits- beschreibung zu erkennen, die zusammen mit dem Steck­brief auch der Ober-Schöneweider Polrzer zugegangen war. Nach Prüfung des Signalements schritt der Pollzeidiener um Mitternacht im Restaurationsgarten zur Verhaftung des Kellners G., indem er ihm erklärte, er stehe im Ver­dacht, einen Raubmord und eine schwere Körperverletzung verübt zu haben. Gleichzeitig wurde dem verblüfft drern- schauenden Kellner die bei derartigen Verhaftungen ge- gebräuchliche Handfessel angelegt. Der Vorgang war von den Gästen, die sich zum Aufbruch rüsteten, bemerkt worden und hatte peinliches Aufsehen erregt. Gabriel selbst wurde für die Nacht im Spritzenhau fern ter n r e r t, nachdem er die Frage, ob er sich bereits einmal rneipzig aufgehalten, entschieden verneint hatte. Am nächsten Mor­gen um 8 Uhr wurde er jedoch nach kurzer ^ernehmung aus der Haft entlassen. Der ihn belastende Verdacht schwand nämlich bei einer nochmaligen Vergleichung des Raubmörder-Signalements mit dem Aeußeren des Gabriel. Während der Gesuchte 1,71 Meter groß ist und erneu flotten Schnurrbart trägt, ist G. von kleiner Figur und hat einen sehr schwachen Schnurrbart.

M Lindenfels, 2. Ang. Das Fest des hessischen Ganverbandes der Vereine deutscher Stu­denten zur fteier seines 10jährigen Bestehens nahm am 29. und 30. Juli einen glänzenden Verlauf. Nach einem Be- !grüßungsfrühschoppen zu Bensheim und nach dem Mittag­essen erfolgte bei herrlichem Sonnenschein in langer Wagen­reihe die Fahrt nach Lindenfels durch das wunderschöne S<Mnberger Thal. Unter lautem Jubel ber dicht Spalier bildenden Zuschauermenge erfolgte der Einzug durch die Ehrenpforte, die das Städtchen seinen Gästen zum Empfang errichtet hatte. Um y29 Uhr versammelte man sich im Hotel $um Odenwald" zu einem Kommers. A. H. Germer er- dffuete die Feier mit dem begeistert aufgenommenen Hoch­ruf auf Kaiser und Landesherrn. Dann folgte Lied auf Lied und Rede auf Rede. Die Festrede hielt unter gespanntester Aufmerksamkeit A. H. Redakteur Dr. H ö tz s ch - Berlin. Er sprach von des deutschen Volkes großen Zukunftsaufgaben in dem Weltmachtskampf der Völker, und wie die V. V. d. St- flaut ihrer Geschichte und ihres Namens diesem Volke zum 'Dienst an ihrem Teil verpflichtet seien. A. H. Gerichts- acoessist Noäck begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Es folgten dann die Dankreden der Begrüßten und der Reihe nach die der zahlreich erschienenen Vertreter der einzelnen Vereine des Kyffhäuserverbandes. Der Weidhofener Verband der wehrhaften V. V. d. St- in Oesterreich hatte telegraphi­schen Gntß geschickt. Nach dem Kommers ordneten sich die Versammelten zu einem Fackelzug zur Ruine. Geheimnis­volle Stille herrschte in dem alten Gemäuer, als A. H. Dr. Mahr 5as Wort ergriff. Seine hochpoetischen, mar­kigen Worte klangen aus in das Hoch auf das deutsche Vaterland. Die begeisterte Fesfftinunuvg hatte ihren Höhe­punkt erreicht. Unter demGaudeamus igitur" wurden die Fackeln zusammengeworfen, und die Fidelitas trat in ihre Rechte. Die Quartiere, auch die Massenquartiere im Schul- und Turnsaal, waren wohl recht gut gewesen, denn frisch fanden sich am Morgen des zweiten Festtages die Teil­nehmer wieder zu ftohem Thun im Zwinger der Burg zusammen. Die ausgelassene Frühschoppenstimmung wich nodj einmal würdigem Ernste, als Pfarrer Freienfeener- Liudenfels herzliche Worte der Zustimmung zu den natio- naleu Bestrebungen der Vereine richtete. Nach gemeinsamem Essen wurden die Wagen wieder bestiegen. Diesmal be­teiligten sich auch die Damen in stattlicher Zahl, Bundes­schwestern, Kurgäste aus Lindenfels und zahlreiche Damen von Bensheim Die Fahrt ging nach der sagenumwobenen ghtine Rodenstein. Es war Nacht geworden, als der fröh­liche Zug wieder in Lindenfels ankam. Nach einer lustigen Damenkneipe war das Fest zu Ende. Als die Studenten sich von den Bewohnern von Lindenfels verabschiedeten, klang es ftoh von beiden Seiten: Auf Wiedersehen!

Konferenz statt, zu der auch die Studenten der hiestgen Uni­versität emgeladen sind.

Marburg, 3L Juli. Professor Dr. Friedrich V o gt in Breslau hat den Ruf als Nachfolger des Prof. Schröder ange­nommen und wird seine Vorlesungen bereits mit dem Beginn des Wintersemesters hier eröffnen.

Salzburg, 3. August. Hier fand die erste ordeittliche Hauptversammlung des Salzburger Hochschul­vereins statt, die als Antwort auf die klerikale Agitation, um Errichümg einer katholischen Universität, die Forderung nach einer staatlichen Unwersität in Salzburg erhebt. Sämtliche deutsch­österreichischen Hochschulen, deren Prosessorenkollegien, wie auch die Studentenschaft und viele Universitäten des deutschen Reiches waren bei dem Kommers, sowie bei der Hauptverhandlung ver­treten. Bisher sind eingetroffen: Professor Paal aus Erlangen und Professor v. Frey aus Würzburg; ferner werden erscheinen: das Ehrenmitglied des Vereins, Professor Felix Daten als Ver­treter der Universität Breslau und Graf Tumoulin-Eckart als Vertreter der Universität München. Gleichzeilig veröffentlichen alle klerikalen Blätter Ausrufe zu Sammlungen für die Gründling der katholischen Universität.

Aus Würzburg wird geschrieben: Unserer Universität droht wieder ein großer Verlust: Professor v. Leube soll an die Stelle Gerhardts nach Berlin berufen werden und dürste den Ruf annehmen. Leube ivar übrigens auch in Würzburg der Nachfolger Gerhardts. Aus Greifswald wird gemeldet: Ter Oberarzt der medizinischen Klinik und Privatdozent an der hiesigen Unwersität, Dr. Hugo Lüthje, folgt am 1. Okrober seinem nach Tübingen berufenen bisherigen Chef, Proseffor Dr. Ludolf K r e h l, an die Tübinger Universität. Heber den Ausfall der juristif ch e n mündlichen Prüfung an der Uni­versität Erlangen wird berichtet: Von 81 zugetassenen Kandi­daten ist einer zurückgetreten, 78 haben bestanden, darunter einer mit Auszeichnung, zwei sind durchgefallen. Die Universitäten von Paris, Aix, Marseille, Besanyon, Caen, Dijon, Greiwble, Lyon, Montpellier, Naney, Lille, Toulollse, Clermont und Rennes haben für das laufende Schuljahr das Recht erhalten, Reifezeug­nisse für den Un t erri ch t im Deutschen zu erteilen. Zum Rektor der Berliner Universität ist Professor Gierke gewählt worden.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

New-York, 3. Aug. Der R i n d f l e i s ch t r u st ist mit einem Kapital von 150 Mill. Doll, perfekt geworden.

Wochenbericht. Der Geschäftsumsang der abgelaufenen Woche war sehr geringfügig, wenngleich die Schwankungen au vereinzelten Gebieten größere Ausdehnung angenommen haben. Die Berichte aus den Industriegebieten lauten nicht ermutigend. Immerhin zeigen sich Umstände, die auf eine langsame, allmälig fortschreitende Besserung hindeuten. Es ist eben nicht allein die erschlaffende Sommerzeit, es sind die gesamten Verhältniffe, die das Börsenleben bedrücken. Auch in der vergangenen Mochte machte sich rege Kauflust für unsere 37, und 3proz. Papiere bemerkbar. Fremde Staaten, insbesondere Russen, Rumänen und Türken, ferner Chinesen waren gefragt. Spanier und Serben konnten ihren Kurs nicht halten. Von Jndustriewerten ist nichts günstiges zu melden; die Nachrichten aus dem Jndustriebezirk lauten recht unbefriedigend und so zeigt dies Gebiet ein recht wechselvolles Bild. Gelsenkirchen und Hibernia unverändert, Harpener 2pCt. niedriger, Bochum und Laura 5pCt. niedriger. Einzelne Werte wie Eschweiler Bergwerk, Concordia, Eschweiler Eisen büßten bis 10pCt. ein. Für Schiff- sahrts-Aktien notierten die Kurse einige Joints niedriger. Ekektrizitäts- Aktien gedrückt. Sehuckert 12pCt. niedriger. Auch die anderen Werte dieser Gattung büßten einige ausgenommen circa 6pCt. ein. Textilwerte fanden Beachtung. Für Zementwerte war die Tendenz ferne einheitliche. Eine feste Haltung bewahrten bei sehr geringem Geschäft die Bankaktien. Oesterr. Kredü etwas höher.

Märkte.

Grünberg, 2. August. Fruchtmarkt. (Durchschnitts­preis pro 100 Kilo.) Weizen 00.00 bis 00.00 Mk., Korn 15.00 bis 00.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 17.00 bis 17.34 Alk., Erbsen 20.0000 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 22.5000.00 Mk., Kartoffeln 3.00 bis 0.00 Mk.

fc. Frankfurt a. M., 4. Aug. (Telegr. Oria.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl- preise. Zum Verkaufe standen 403 Ochsen, darunter 133 aus Oesterreich, 45 Bullen, darunter 1 aus Oesterreich, 801 stütze, Fersen, Stiere und Rinder, 1 Kuh aus Oesterreich, 269 Kälber, 000 Schafe und Öämmel,932 Schweine, OZiegen,140Ziegen-,OSchaslämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewichl; Ochsen 1.Qualität 7072Mk., 2. Qual. 6167 Mk., 3. Qual. 6062 Mk.; Bullen l.Qual. 58 bis 60 All., 2. Qual. 5456 Mk.; Kühe 1. Qual. 6668 9JIL, 2. Qual. 6163 Mk., 3. Qual. 5254 M, 4. Qual. 4345 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: 1. Qualität7880 Pfg., Lebendgewicht 4849 Pf., 2- Qual. 7275 Pfg., Lebendgewicht 4346 Pfg., Schlacht­gewicht 5963 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6466 Pfg., 2. Qual. 6062 Pfg., 3. Qual. 6700 Pfg.; Schweine 1. Qual. 53-00 Pfg., Lebendgewicht 66 Pfg., 2. Qual. 54 Pfg^ Lebendgewicht 5800 Pfg., 3. Qual. &k-58 Pfg., Lebendgewlchl 0000 Pfg. Ueberstand unbedeutend, Geschäft gut, alles verkauft.

fc. Frankfurt a. M., 4. Aug. (Orrg.-Telegr. desGießen. Am.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarklpreise. Weizen Mk. 0(100-17.75, Kuchefsischer Mk. 00.00-00.00, La Plata Mk. 17.75-18.00, Kansas Mk. 17.7o-18.00, Roggen (hteftger) Mark 16.5000.00, Gerste (Wellerauer) Mk. 00.0000.00, Franken­felder Mk. 00,0000,00, Hafer All. 17.50I8.0O, Mais Mk. 12.2o00.00, Weizenmehl 0 All. 25.00-25.50 2. Qualität Mk. 23.00

bis Mk. 23.50 , 3. Qualität Mk. 2LoO00.00 , Roggenmehl 0 Mk. 24.0000.00, 1. Qualität Mk. 22^000.00, Weizenkleie Mk. 8.7o bis Mk. 0.00, Roggenklcie Mk. 9.500.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis All. 00.00, Frarcken, Pfälzer, Ried Alk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

Verichtssaal.

ed. Darmstadt, 3. Aug. Ferien st rafkammer. Eine vielversprechende Diebm scheint die kaum 16 Jahre alte Marga­rethe Schakau aus Maar, Kreis Lauterbach zu werden. Als, sie im April d. I. aus der Erziehungsanstalt Ohlystift bei Gräfin- Hausen entlassen wurde, nahm sie daselbst ein Druckkleid und zwei Schürzen mit, welche anderen Zöglingen daselbst gehörten; sie ent­wendete ferner bei einem späteren Besuch dort einen Unterrock. Sie kam infolgedessen ins Schwesternhaus in Gießen, stahl hier ein Portemonnaie mit 5 Mk. Inhalt, ferner eine Schürze, ein Stück Seife rc. Sie hat diesmal ihre Strafthaten härter zu büßen und wird mit einem Jahr Gefängnis bestraft.

Ein Pistolenduell beschäftigte die erste Ferienstrafkammer am Landgericht II zu Berlin. Auf der Anklagebank stand der cand. phil. Heinrich Prandel mit feinem Kartellträger stud. med. Karl Kothen. Prandel befand sich in der Nacht vorn 1L zum 12. Dezember v. Js. imStrammen Hund" am Oranienburger Thor. Dort geriet er mit dem stud. med. Werk zusammen, dem er ein Schimpfwort an den Kopf warf. Da in dem LokaleBurg­frieden" herrscht und Jedem der Wiedereintritt ins Lokal verwehrt wird, der dort einmal Streit provoziert, so ließ Werk den Prandel herausrufen und verlangte von diesem die Karte. Prandel zeigte seine Karte nicht, nannte aper Namen und Wohnung. Als er während dem noch mit einem anderen Kommilitonen sprach, gab ihm Werk einen Schlag ins Gesicht. Am anderen Tage ließ Prandel den Werk durch Kothen fordern und zwar auf Pistolen. Es wurde eine Distanz von 10 Sprungschritten und einmaliger Kugelwechsel vereinbart. Das Duell sand in der Jungfernhalde statt. Werk erhielt einen Schuß in die-Brust, der chn schwer ver­letzte. Nach seiner Wiedergenesung wurde er vom Militärgericht er besuchte die Pepiniere zu vier Monaten Festungshaft verurteilt. Prandel gab den Thatbestand zu, und Kothen gestand auch ein, daß er keinerlei Versuche gemacht habe, eine Versöhnung herbeizuführen oder den Zweikampf zu ver­hindern. Das Urteil lautet für Prandel aus vier Monate, für Kochen auf zwei Wochen Festungshaft.

Krieskasten der Redaktion.

E. B. Von dergeschmackvollen" Aeußerung des Professors Dr. D. gelegentlich einer der letzten öffentlichen Promotionen haben wir S. Magn. dem Rektor Profeffor Dr. Hansen Mitteilung ge­macht.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldunge» des Gießener Anzeigers.

sd. Darmstadt, 4. Aug. Der Großherzog wird sich am Mittwoch nach London zu den Krönungs- est lichte iten begeben. In seiner Begleitung werden sich Generaladjutant Oberst v. Wachter und Flügeladjutant Ritt­meister Krämer befinden. Die Prinzessin Ludwig von Battenberg reist am Donnerstag nach London. Der dortige Aufenthalt ist nur auf einige Tage vorgesehen.

Berlin, 4. Aug. Die Dauer der Rutzla.ndrei.se des Kaisers ist verlängert worden. Die Kaffev- Flotille fährt erst am 13. oder 15. wieder zurück.

Berlin, 4.Aug. Im gestrigen 6 Stunden-Rennen um den großen Preis von Friedenau siegte Rodt mit 358,544 Klnr.

Berlin, 4. Aug. Gestern wurde auf der Oberspree; ein Ruderboot von einem Dampfer überraunt. Von den beiden Bootsinsafsen, ein Herr und eine Danre, ist die letztere ertrunken. Gestern abend wurde hier im Hotel Imperial der Verbandstag der Handelsgärtner Deutfckstands eröffnet.

Kiel, 4. Aug. Kurz nach 7% Uhr trat die ^Hoheu- zollern" mit dem Kaiser au Bord, in Begleitung der KreuzerPrinz Heinrich" undNymphe" die Reife nach Reval an.

Zittau, 4. Aug. Bei einem Radrennen stürzte gestern der Rennfahrer Behr aus Aussig so unglücklich, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

London, 4. Aug. Wie dieTimes" aus Johannes­burg vom 2. ds. Mts. melden, suchen die großen Berg. werks-Etablissements Arbeitskräfte. Da Kafferu z. Zt. nicht zu haben sind, sollen Arbeitskräfte vom Ausland herbeigezogen werden.

London, 4. Aug. Daily Mail meldet aus Sidney, dort herrsche große Aufregung über die Entdeckung eines neuen Scandals, veranlaßt durch die Zurückbeför­derung der Truppen aus Südafrika. Bei der An­kunft des ersten Dampfers wurden an Bord 130 Fälle von ansteckenden Krankheiten festgestellt. Außerdem litten über 100 Soldaten an nicht ansteckenden Krankheiten. Das Schiff war so überfüllt, daß 200 Soldaten keine Decken chatten und während der ganzen Fahrt auf Deck schlafen mußten. Im Schiffslazareth war nur Platz für 15 Kranke. Die Bevölkerung verlangt eine genaue Untersuchung und Be­strafung der Schuldigen.

London, 3. Aug. Steijn ersuchte den Spezial- korrefpondenten desDaily Telegraph", der mit ihm reffte, das Gerücht unbegründet zu erklären, daß er nicht den Boden Englands betreten wolle, er beabsichtige im Gegenteil, einige Zeit in England zu verbringen, bevor er nach Afrika zurückkehre, und die Kinder in eine englische Schule zu schicken.

London, 4. Aug.Daily Telegraph" meldet ans New-Pork, daß die Firma Amour in Unterhandlungen getreten sei zwecks eines Trusts für die Lieferung dos Eonservef leifches.

London, 4. Aug. Das BlattObserver" veröffentlicht einen Artikel über eine neue Gruppierung der eura*j päischen Staaten, die daraus enfftanden fei, daß der König von Italien einen Besuch in Petersburg gemacht und einen solchen in Paris plane. Der Dreibundsvertrag enthalte keine Offensivklausel gegen Frankreich und Rußland.

London, 4. Aug.Daily Mall" meldet aus Amster­dam, daß Steijn während seiner Reise erklärte:Wir können augenblicklich England nur zwingen, die Bedingungen des Friedensvertrages inne zu halten. Ich zweffle nicht daran, daß wir schließlich durch die Polllik zurückgewinnen werden, was wir durch den Krieg verloren haben. Ich bin über­zeugt, daß die afrikanische Politik siegen wird."

Marseille, 4. Aug. Mariueminister Pelletan hiett Ms einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett eine Rede, in der er ausführte, der Klerikalisnrus wende neue Berstcllungskünste an. So hätten Damen der böheren Gesellschaft am vergangenen Sonntag auf dem Plare de la Concorde die Marseillaise gesungen und be­hauptet, die jetzige Regierung sei unwürdig, der Republck zu dienen.Wir werden", schloß Redner, nicht nach Cg n o s s a gehen, wtt werden nickst vergessen, daß un ser c Väter die Welt gegen religiöse Phantome er-^ o.berten und die Menschheit mit der Freiheit' beschenkten.

Rom, 4. Aug. In Venedig fand eine neue Kata­strophe statt. Die Lufterschütterung eines Donnerschlages be­wirkte den Einsturz des großen Seitenfeusters und eines Telles der Säulen der Basilika St. Johann und Paul. Die Bevölkerung ist sehr erregt. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Plan (Böhmen), 4. Aug. Die hiesige Gemeinde-Ver­tretung hat den alldeutschen Abgg. Dr. Schülk und Hauck einstimmig ihr Mißtrauen ausgesprochen und fordert die beiden Abgeordneten auf, ihr Ättmdat niederKulegen.

Klageufurth, 4. Aug. Das bekannte Benedit- tin er stift wurde vom Fürstbischof Dr. Kohn käuflich erworben. Dasselbe soll für französische OrdeuA- geistliche eingerichtet werden.

Telephonischer Kursbericht

3x/2% Reicheanleihe . . 103.15 3% do. ... 9325 37,0/o Konsole .... 102.70 3% do......92.90

372% Hessen .... 100.80 372% Oberhessen . . . 98.50 4% Oesterr. Goldretne . . 103.80 4YI,% Oesterr. bilberrento 102.05 4% Ungar. Goldrente . . 102.25 40/0 Italien. Rente . . . 103.20 472% Portugiesen . . . 47.10 3°/. Portugiesen. .... 29.20 156 0. Türken .... 28.50

Türkenlose......114.15

4% Griech. MonopoL-Anl. 43.20 4V, 5o äussere Argentiner.

3% Mexikaner .... 26Z0 4727a Chinesen .... 92.10 Electric. Sehuckert . . . 92.40 Nordd. Lloyd . . . . 106.70

Kreditaktien.....216.90

Diskonto-Kommandit. . . 184.40 Darmstädter Bank . , . 135.40 Dresdener Bank .... 144J?0 Berliner Handelsges. . . 155.80 Oesterr. Staats bahn . . . 152.20 Lombarden ..... 18.00 Gotthardbahn ..... 170.60 Laurabütte ...... 191.50 Bochum . ...... 180.00 Harpener......163.60

Tendenz: fest.

Eiweiss C^kes

Zu haben bei Hofl. J. Jkloux, Seltersweg No. 25. 3505