Mt Gestern haben zwei Knaben aus Kastel wieder einen Derartige unbesonnenen Streich ausgcführt, der sehr leicht hätte ernste Folgen nach sich ziehen können. Die Bengel steckten eine Grasfläche in der Nähe des Pulvermaga- zins Nr. 16 in Brand, und es war bereits eine Fläche von ca. zwei Hektar abgebrannt, als die Feuerwehrabteilung der Pioniere auf dem Brandplatz erschien und das Feuer ^^Bin gen, 2. April. Dem Vernehmen der „Darmst. Ztg." nach, beabsichtigt Rittergutsbesitzer Carl Puri- celli, eines seiner an der Mainzcrstratze stehenden Häuser, ein schönes großes Haus nebst großem Garten, ru einer Blindenanstalt einzurichten. Vorerst hat er noch ein neben dem seinigen stehendes Haus, das der Stadt gehörte, zum Preise von 35 000 Mark dazu gekauft.
LÜorws, 3. April. Eine größere hiesige Firma hat für Steuerhinterziehungen mehr als 100 000 Mark nachzuzahlen.
• * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei Dienheim wurde von einem von Mainz kommenden Extrazuge der 18 Jahre alte Küserbursche Jugenheimer tot- gefahren. Er war der Sohn eines Bahnwärters und hat vermutlich auf den Schienen gehend die Behausung seines Vaters aufsuchen wollen.
Vermischtes.
* Berlin, 4. April. Der Maurer Jankowski stürzte bei der Ausbesserung eines Hauses vom dritten Stockwerk ab und war sofort tot.
* Berlin, 3. April. Wie das „Berliner Tageblatt" erfährt, wurde noch ein weiteres Medium unter polizeiliche Beobachtung gestellt. Von einer Verhaftung ist Abstand genommen worden. Es handelt sich um die in spiritistischen Kreisen bekannte Wittwe Petri, deren Spezialität war, ihren Anhängern Rosenkränze, welche die Bekenner der katholischen Religion zu religiöser Uebung gebrauchen, als Apporte darzureichen. Aber auch Grüße im Grabe ruhender Angehöriger übermittelte sie. Frau Petri soll geständig sein und zu ihrer Entschuldigung angeben, daß sie die Dummheit ihrer Kunden im Jnteresie ihrer Kinder ausgebeutet habe.
• Berlin, 3. April. Wie dem „Lokalanzeiger" aus Paris telegraphiert wird, fand man in der Wohnung des kürzlich verstorbenen Abbös Dubouche, des Pfarrers von Orgibet, nach Oeffnung eines Holzverschlages auf einem armseligen Lager die seit 15 Jahren v ers ch ollene Th e- rese Dubouche. Aus deren verworrenen Angaben scheint ihervorzugehen, daß sie von Jemandem Geld zu fordern hatte.
* Münster, 3. April. In der Nähe der Station «Haltern stießen zwei Güterzüge zusammen. Der Materialschaden an drei Lokomotiven und 10 Wagen ist behütend. Menschen wurden nicht verletzt.
• Hamburg, 3. April. Der Reichspostdampfer .Preußen" stieß heute Vormittag auf der Ausfahrt mit dem einkommenden dänischen Dampfer „ DrriEauf der Elbe zusammen. „Orrik" wurde unter Hilfe eines Schleppers in den Jndiahafen eingebracht, wo er am Quai sank. Die Mannschaft ist gerettet. Der Reichspostdampfer ^Preußen" setzte anscheinend unbeschädigt feine Fahrt fort
* Riesa, 3. April. Gestern stürzte der 12jährige Schulknabe Jänichen unweit der Elbe in die Jahne. Seine Mutter, welche ihn retten wollte, wurde im Wasser vom Schlage getroffen. Mutter und Sohn ertranken.
'London, 3. April. In dem Kohlenbergwerk zu Dunfermline in Schottland fand eine Explosion statt Vier Arbeiter wurden getötet.
* Paris, 3. Aprll. In Nimes wurde bei einem -gestern abgehaltenen Stiergefecht ein Stierkämpfer von dem Thiere erfaßt und getötet.
* Paris, 2. April. Der Romanschriftsteller Dubut de Lafore st stürzte sich heute nachmittags aus einem Fenster seiner im vierten Stock telegenen Wohnung in selbstmörderischer Absicht auf die Straße und erlitt tätliche Verletzungen.
• Wien, 3. April. Aus Anlaß der Verteilung einer testamentarischen Spende von 5000 Kronen kam es vor dem Leopoldstädter Gemeindehause heute zu einem derartigen An dränge, daß ein Infanterist und mehrere Personen erheblich verletzt wurden.
* New-Pork, 3. April. In Atlantic City brach in dem Teile der Stadt, in dem sich die Hotels befinden, Feuer aus. Man wandte sich nach Philadelphia um Hilfe, und es trafen von dort auch drei Spritzen ein. Das Tarlton- Hotel war gegen Mittag bereits völlig zerstört, während sechs andere Hotels noch brannten. Man befürchtete, daß sämtliche Hotels in Flammen aufgehen, zumal starker Wind herrscht.
* Mädchenhandel. Die „Nuova Antologia" in Rom -veröffentlicht einen mit Daten belegten Artikel des italienischen Diplomaten Marquis Paolucci über den Handel mit italienischen Mädchen. Paolucci verweist auf die Zustände zu Sandhosen bei Mannheim, wo Hunderte toskanischer Mädchen systematisch an Leib und Seele zu Grunde gerichtet würden.
Kunst und Wissenschaft.
Am zweiten Osterfeiertag wurde im Frankfurter Opernhause Gustave Charpentiers Musikroman „£uif e" gegeben. Der Beifall des vollen Hauses war besonders vom zweiten Aktschluß an, bei welchem der anwesende Komponist zuerst durch sein Erscheinen dankte, außergewöhnlich stark. Charpentier wurde noch oft gerufen, schließlich im Verein mit dem Dirigenten Tr Rottenbera und dem Regisseur Krähmer, die das Werk wit vielem Fleiß in die Hand genommen haben. Julien und Luise wurden von Herrn Heusel und seiner chm erst kürzlich angetrauten Gattin ehedem Fräulein Schweitzer, recht gut gesungen und gespielt, das Ellernpaar Luises nicht minder tüchtig von Herrn Pröll und Fräulein Fesca. Für die Ausstattung bei der Krönung der Muse des Montmartre war viel geschehen.
Prof. W. S ieglin in Berlin hat unweit von Huelva im südlichen Spanien, am Zusammenfluß des Odiel und Rio Tinto, ein Heiligtum der alten Iberer entdeckt, das älteste, von'dem wir bis jetzt Kunde haben. Es war ein Tempel der Göttin der Unterwelt mit zwei der Göttin geweihten Höhlen. Die verlautet, beabsichtigt Professor Sieglüi vor allem die beiden Höhlen, deren Boden mit einer breiten Schicht Schutt bedeckt ist auszugraben. '
-Arbeiterbewegung.
Fiume, 3. April. Nachdem heute vormittag die ausständigen Hafenarbeiter der Adria-Gesellschaft Tumulle hervorgerufen hatten,
weswegen 76 Ausständige verhaftet und davon 23 in Hast behalten wurden, trat nachmittag plötzlich Umschlag ein, indem die Ausständigen die ihnen gemachten Vorschläge annahmen und die Arbeit ivtcbcr nimm hm en.
Krieskasten der Kebaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.
H. C. m Grüningeu. Unsere gestrige Notiz beruht aus einer uns gegebenen irrtümlichen Auskunft. Wie wir heute erfahren, wird lt. Verordnung vom 19. März 1853 zur Vollziehung des Finanzqesetzes vom 29. Dezember 1852 eine Abgabe vom Besitzer von Nachtigallen im Betrag von 5 Gulden erhoben. Diese Abgabe besteht noch heule, und zwar werden für das Stück und Jahr 8.60 Mk. erhoben.
Kandel und Uerbehr. Uollrswirtschafl.
Madrid, 3. April. Eine halbamtliche Note erklärt, daß der Verwallungsrat der Bank von Spanien den Entwurf des Finanzministers nicht annehme, den die Regierung morgen der Kammer verlegen werde.
Neue russische Anleihe und die Börse. Obwohl genauere Ziffern momentan noch nicht bekannt sind, so steht cs doch jetzt schon fest, daß die neue russische Anleihe einen ganz phänomenalen Erfolg gehabt hat, abgesehen von der kolossalen Anzahl der Zeichner und der Höhe der gezeichneten Beträge ist hervorzuheben, daß die Zeichnungen mit Sperrverflichtung einen außergewöhnlich großen Betrag ausmachen, was darauf schließen läßt, baß das Papier in Kapitalistenkreisen, als eine vorteilhafte dauernde Anlage betrachtet wird. — Die Börse verhielt sich jedoch dieser günstigen Nachricht gegenüber ganz kühl; ja die Bankaktien haben den Riesenerfolg mit einer kleinen Baiße begrüßt und sind ein halbes Prozent und ettvas darüber zurückgegangen. SDlan ist eben in den Börsensälen aufs äußerste nerftimmt darüber, daß die Friedenshoffnungen wieder nahezu auf den Nullpunkt gesunken sind. Laut einem Telegramm der „Daily Mail" aus K r o o n st a d t verlangt England immer noch von den Buren bedingungslose lieber gäbe und an eine solche ist, das sieht auch die Börse ein, borläufig gar nicht zu denken. — Die Anleihe, für die, wie wir mitieiltcn, das hiesige Bankhaus Herz Zeichnungen entgegennahm, ist auch hier sehr stark gezeichnet worden. Nach einer letzten Meldung ist bte Anleihe bereits mehr als hundertfach überzeichnet worden, so baß Sperre eintreten mußte.
lieber Italiens Finanzlage wirb gemelbet, baß laut vorgelegtem Bubget ber Ueberschuß sich für's erste auf Lire 25 040 406 stellt (6 Millionen mehr als i. 93.) und baß berselbe noch wesentlich größer werben bürste. Laut „Pol. Storr." ist auf einen Ueberschuß von 40 Millionen Lire zu rechnen. Doch sei für bie enbgültige Konsolibierung bes Staatshaushaltes bie Orbnung ber Eisenbahn- frage unbebingt erforberlicb. Es muß entschieden werben, ob bie Eisenbahnen ferner ben Gesellschaften überlassen bleiben ober ob sie in ben Staatsbetrieb genommen werben sollen.
Deutsche Rcichsbank. Wir haben geftern bereits mitgeteilt, baß bie Anforderungen an bie Deutsche Reichsbank zum Quartalwechsel erheblich ivaren. Die Anspannung wirb mit auf bie Vorbereitungen für bie russische Anleihe zurückgeführt. Auch sollen größere Gelbbeträge nach England gegangen sein. Eine Besserung ber wirtschaftlichen Lage, bie zu größeren Ansprüchen an bie Bank Anlaß gegeben hätte, läßt sich bisher mcht feststellen.
Die Union-EleUrizitätsgesellschaft Berlin teilt in ihrem Jahresberichte mit, baß bie Aussichten für bas laufenbe Jahr als befriebigenbe bezeichnet werben könnnen. Der Reingewinn beträgt runb l1/, Millionen Mark und es gelangen 6 Prozent Divibenbe zur Verteilung.
f Bom oberen Vogelsberg, 3. April. Einen überaus hohen Preis haben in biesem Frühjahr in hiesiger Gegenb bie jungen Ferkel. Das Paar, 6—8 Wochen alt, kostet 50—60 Mark, während um biese Zell bas Paar nur 36—40 Mk. kostete.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
In der Stadtkirche.
Samstag den 5. April, nachmittags 2 Uhr: Beichte.
Pfarrer Dr. Grein.
In der Johanneskirche.
Samstag ben 5. Aprll, nachmittags 2 Uhr: Beichte.
Pfarrer Euler.
Sonntag, Quasimodogeuiti, den 6. April.
G o t t e s o i e n st.
In der Stadtkirche.
Vormlltags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Stonfirmation ber Kinberaus ber Markus- unb Militärgemeinde.
Im Anschluß daran Feier des heil. Abendmahls.
Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Vogt.
Die Kinüeckirche der Matthäusgerneinde am Sonntag den 13. Aprll und die Vorbereitung dazu fallen aus.
In der Johanneskirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler.
Konfirmation der Kinder aus der Lukasgemeinde; im Anschluß daran Feier des hell. Abendmahls.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
An diesem Tage nach allen Gottesdiensten besondere Sammlung für die Armen.
Katholische Gemeinde.
S amstag ben 5. April.
Nachmittags um 5 Uhr unb abenbs um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag ben 6. April.
Weißer Sonntag.
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor unb in berfeiben Austeilung ber heil. Kommunion.
„ „ 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.
, „ 9'/> Uhr: Hochamt mit Predigt. Erste heiL
Kommunion ber Kinber.
Nachmittags um 3 Uhr: Anbacht mit Segen.
Montag Vormlltags um 8 Uhr; Amt für bie Erstkommunikanten.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde.
Samstag, ben 5. April 1902.
Vorabend: 644 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr.
Sabbathausgang: 760 Uhr.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 5. April 1902.
Freitag abend 630. Samstag vormittag 880 Predigt. Nachmittag 400. Sabbathausgang 760.
Wochengottesdienst: morgens 6" Uhr, abends 6°° Uhr.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Kiel, 4. April. Hier ist ein allgemeiner Streik im Baugewerbe ausgebrochen. 2000 Arbeiter des Boutz and Werks legten die Arbeit nieder, da eine Einigung wegen des Lohnes mit den Innungen nicht erzielt werden konnte.
Stuttgart, 4. April. Ter Tages « Schnellzug Berlin-Stuttgart entgleiste gestern infolge des schadhaften Zustandes einer Schwelle beim Passieren der Station Rottershausen. Der Heizer und zwei Passagiere wurden verletzt. Bis morgen Abend muß der Verkehr durch Umsteigen aufrecht erhalten werden.
Tübingen, 4. April. Ter Philosoph und Universitätsprofessor Dr. Edmund Pfleiderer, der Bruder des Ber
liner Theologen, ist gestern hier gestorben. E. Pfleiderer war 1842 in Stetten bei Eannstadt geboren.
London, 4. April. »Daily Chroniclc" meldet, Mllner erbat einen Kredit von drei Millionen Pfund, um in Südafrika neue Eisenbahnen zu bauen und die bestehenden Linien zu verbinden und zu erweitern. — „Reuters Bureau" meldet aus Kroonstad vom 2. Aprll, Delarey und Kempf befinden sich bei Steijn.
London, 4. April. Aus Brüssel wird berichtet: Tas Ergebnis der Buren-Konferenz gestatte die Mitteilung, daß die Einstellung der Feindseligkeiten noch nicht in Aussicht gestellt werden könne, da die englische Regierung es noch immer ablehne, die Unabhängigkeitsfrage anzuerkennen. Tic Burendellgierten erklärten, die englische Regierung verlange die Uebergabe der Buren noch bevor sie mit Schalk Burger in Unterhandlungen trete. Diesem Verlangen werde jedoch keine Folge gegeben, solange England nicht eine Grundlage ausgestellt haben wird, welche eine Garantie dafür ist, daß die Unterhandlungen Aussicht auf Erfolg haben. Auch über die Frage der Unabhängigkeit herrscht dieselbe Ansicht. Die Buren könnten in dieser Hinsicht von ihren Forderungen nicht abgehen. — Chamberlain ist nach Birmingham abgereist, wo er die nächste Zeit verbleiben wird. —< Ter australische Kabinettschef Banton hat ein Telegramm an Lord Salisbury gesandt, in welchem er erklärt, eS liege nicht der geringste Anlaß vor, gegen die Hinrichtung der beiden australischen Offiziere zu protestieren. Eine solche That werfe die Schande auf das ganze australische ^kontingent zurück, wenn man die That nicht entschiedeir mißblllige. Salisbury drückte Barton den Tank für die von ihm an den Tag gelegte Ansicht aus.
Loudon, 4. April. Die Marconi-Wirclees-Tele- graph-Company unterzeichnete einen Kontrakt betr. ben Verkauf ihrer amerikanischen Rechte unb Patente an eine amerikanische Gesellschaft mit einem Kapital von 6 150 000 Dollars. Die kanadische Regierung schloß einen Vertrag ab, worin sie einen Beitrag von 16 000 Pfd. Sterl. für bie Errichtung einer Marconistation an ber kanadischen Küste für Uebermittlung drahtloser Telegramme an England verspricht.
Brüssel, 4. April. Beim Eintreffen ber „Daily Mall*- Rachricht aus Pretoria betreffend bie Friebens -Beding- ungen hieß es in hiesigen Burenkreisen, biese Bebingungen seien ber hiesigen Gesandtschaft von ber Burenregierung mit Genehmigung ber englisch en Regierung übermittelt worben unb hüllen bereits ben Gegenstand der vorgestrigen Beratungen geblldet. Aus amtlicher Quelle wird diese Annahme als unzulleffend und die Nachricht ber Daily Mail als englischer Ballon d'essai bezeichnet. Dr. LeybS verschanzt sich noch hinter biplomallscher Reserve. Die Stimmung ber Gesanbtschast ist jedoch zuversichtlicher denn je.
Paris, 4. April. Der „Temps" veröffentlicht eine lange Korrespondenz aus Rom, die sich mit der Unterredung zwischen Bülow und Prinetti sowie ihren Folgen beschäftigt. Der angeblich von italienischer Seite stammende Artikel spricht zunächst von der Annäherung, die sich zwischen Italien und Frankreich vollzogen hat und sagt dann, zu der Unterredung in Venedig über, gehend, Bülow habe Prinetti naturgemäß keine festen Vor-, schlüge machen können. Er habe die Erwartung geäußert, daß ber Reichstag die Handelsbeziehungen mit Italien nicht abbrechen werde, worauf Prinetti versichert habe, daß in diesem Falle der Dreibund erneuert werden würde. Man glaubt in Rom, daß in der Unterredung von Prinetti auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, den Dreibund-Vertrag mit Rücksicht auf die Annäherung zwischen Italien und Frankreich um^ugeftalten. Frankreich wünsche nicht den Austritt Italiens aus dem Dreibunde herbeizuführen. Dann könnte aber Italien die gegen Frankreich gerichteten Vertrags-Bestimmungen nicht mehr annehmen.
Cettinje, 4. April. In hiesigen Hofkreisen wird versichert, daß der kürzliche Bestich des Landgrafen AlexanderFriedrich vonHessen am hiesigen Hose mit einer neuerlichen Verlobun g im montenegrinischen Fürstenhause zusammenhängt.
Peking, 4. April. Reuter-Meldung. Man glaubt, bie Unterzeichnung bes Mandschurei-Vertrages findet statt, sobald man sicher ist, daß die übrigen beteiligten Mächte keine Einwendungen mehr machen. Im Prinzip ist ber Vertrag bereits angenommen.
Telephonischer Kursbericht
3Va°/o Reichsanleihe . . 101.80 80/q do. ... 92.35 3*/,% Konsole .... 101.85 3»/0 do.....92.20
3 *,'2% Hessen .... 100.30 396 Hessen .... —.— 4% Oesterr. Goldretne . . 103.10 4'/, 96 Oesterr. Silberrente 101.60 496 Ungar. Goldrente . . 101.20 4o/o Italien. Rente . . . 100.90 41/. 96 Portugiesen . . . 43.90 3°/ Portugiesen. .... 28.50 196 C. Türken .... 27.85 Türkenlose 111.70 4% GrieojL Monopol -Anl. 44.25 41/, 96 äussere Argpntiner —.—
3% Mexikaner .... 26.55 W/o Chinesen .... 90.00 Electric. Sch ackert . . . 111.50 Nordd. Lloyd —.— Kreditaktien , . . . . 218.3'3 Diskonto-Kommandit, . . 194.40 Darmstädter Bank . . . 139.00 Dresdener Bank .... 188.30 Berliner Handelsges. . . 154.00 Oesterr. Staatabahn . • . 144.25 Lombarden .... 17.70 Gotthard bahn 167.50 Laurahütte ..... 201.50 Bochum ...... 197.75 Harpener ..... 167.25
Bekanntmachung.
Der Voranschlag ber Gemeinbe Obbornhofen pro 1902/03 liegt vom 8. April ab acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf hiesiger Bürgermeisterei offen.
Obbornhofen, den 4. April 1902.
Großherzogliche Bürgermeisterei Obbornhofen.
Lesch Horn. 2726
Mobiliar- Versteigerung.
Dienstag den 8. April, nachmittgs 2 Nhr, werden aus dem Nachlaß des Herrn E. Loos in dessen Hause Sonnenftraße Nr. 30 dahier nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert:
Lophas, Kleiderschränke, Kommoden, 1 vollstünd.
Bett, Tische und Stühle, 1 Küchen-Einrichtung, verschiedene Hausgeräte, em großer, zu verschiedenen Ge- schästszwecken sich eignender guter Ladenschrank mit Glasaufsatz, 1 Ladentheke, 1 Goldwalze, 1 Ziehbank mit Eisen, 1 Schleifstein, 1 Arbellstisch und diverse Werkzeuge.
2725 I. A.: Schneider.


