fönnten im Jahre zehn Gericktsaffefforen auf Anstellung rechnen (wa§ indes, enÄs Durchschniltsziffer wohl zu hoch gegriffen ist), so würben immerhin zehn Jahre vergüten, bis, die ]ungften jener Affefforen zur Anstellung gelangen. An Jurrsten, welche jroar bie ftSäSprüfung, aber noch nicht bie Staatsprüfung bestanden Laben (Accessisten), sind zur Zeit 184 vorhanden, Wurden von Wen im Laufe der nächsten ^rei Jahre sich auch nur 150 ber Staatsprüfung nut Erfolg unterziehen, und davon auch nur etwa
r.fft sPm Jiistizfache zuwenden, o wurde, wenn wirklich von dm b?rma"n »orpenen G-rich!s°sI°fl°r°n bis zum Eud° jenes qeStrcnimcs infolge von Anstellungen 30 abgehen sollten, bie Ge- Amtzahl ber Gerichtsasiessoren alsdann 173, bie Wartezeü bis mr Anstellung für die jüngsten aber etwa 17 Jahre betragim. Der höchste Bestand an Gerichtsassessoren wäre indessen voraussichtlich auch damit noch nicht erreicht, weil bei der eingangs erwähnten großen Zahl der zur Zeit Rechtswissenschaft Studierenden auch m den weiter folgerLen Jahren der Zugang den Abgang wohl er- Leblick übersteigen wird. Wie hiernach die Anstellung^aussichten, so werden sich auch, nachdem mmmchr die durch die Anlegung des Grundbuchs ueranUten Bedürfnisse einer Aushilfe bei den Amts- aerichten im wesentlichen befriedigt sind, die Aussichten auf staatliche Verwendung für junge Juristen vernmllich von Jahr zu Jahr Ser aXue^unb es kann unter diesen Umständen vor dem Studium der Rechtswissenschaft nur ernstlich gewarnt werden.
*• Theatervereiu. In der am Donnerstag den b. d. llic. stattfindenden Vorstellung werden wir Gelegenheit haben, Herrn Adolf Jürgensen aus Kassel als Gast wieder zu be- grüßen. Im letzten Winter spielte dieser treffliche Charakterdarsteller in Björnsons „Fallissement" den Advokaten Verend so ausgezeichnet, daß sofort der Wunsch laut wurde, den Künstler bald wieder zu einem Gastspiel zu gewinnen. Herr Jürgensen wird am Donnerstag in zwei großen Nollen auftreten, als Tartüffe in Moliöres unsterblicher Komödie und als Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists klassischem Lustspiel „Der zerbrochene Krug".
** Jagdverpachtuug. Die Gemeindejagd in Kinzenbach kam gestern zur Neuverpachtung. Zigarrenfabrikant Rinn in Heuchelheim gab das Höchstgebot mit Mk. 300 ab. Der seitherige Pächter, Rentner Kramer aus Dorlar, hatte von einer Wiederoerpachtung abgesehen.
-Ist em Schnupfen heilbar? Vor einiger Zeit ging unter ber vorstehenben Spitzmarke eine lllotiz durch die Zeitungen, m der gesagt war, daß der Tag, wo ein sicherwirkendes Schnupfenheil- mittel gesunden werden würde, als ein Weltfeiertag begangen werben follte, und daß sich eine solche Nachricht wie em Lauffeuer durch die ganze Welt verbreiten müßte. Die Welt ohne Schnupfen, das wäre ein Zustand, der zu den größten Errungenschaften des neuen Jahrhunderts gerechnet werden sollte. Ist es auch nickt gerade nötig, in ein solches Pathos mit einzustimmen, so darf andererseits nicht verkanM werden, daß der Schnupfen in der That ein liebel ist, das vielfach in seiner Gefährlichkeit durchaus unterschätzt wird. Man übertreiot nicht, wenn man jagt, daß der Schnupfen unter Umständen lebensgefährlich werden kann. Wie unangebracht die Geringschätzung ist, mit der in den meisten Fällen von enter Erkältung gesprochen wird, lehren die zahlreich schweren Krank- heits- und Todesfälle, die durch eine Erkältung verursacht worden sind. Es giebt zahlreiche Personen, bei denen ein Schnupfen oft schwere Lungen-Katarrhe u. A. im Gefolge hat, die unter ungünstigen Umständen zu lebensgefährlichen Komplikationen sichren. Deshalb muß jeder Katarrh, mid besonders der am weitesten verbreitete, der Schnupfen, vom ersten Tage an sorgfältig behandelt werden. Das nach den vorerwähnten pathetischen Worten so ersehnte Schnupfenmittel ist in aller Stille chatsächlich gefunden worden. Auf der letzten (73.) Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Hamburg wurde es den anwesenden Professoren und Aerzten vorgeführt und als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet, weil es bet zweijährigen klinischen Versuchen sich glänzend bewährt bat Das Mittel. heißt „Forrnan" und ist ein Kondensationsprodukt aus Formaldehyd und Menthol. Seine Anwendung ist eine sehr einfache. Bei leichtem Schnupfen genügt die Formanwatte, die in kleinen wohlfeilen Dosen verkauft wird, bei schwerem Schnupfen wird der Fornianäther mittels eines kleinen Glasröhrchens inhaliert. Tas (Eigenartige seiner Wirkungsweise ist, daß das Mittel fast momentan eine Erleichterung im Kopfe und in den Nasengängen verschafft Die Wirkung soll geradezu frappant sein.
fc. Mainz, 4. März. (Tel. des Gieß. Anz.) Die seit dem Tode ihres erwachsenen Sohnes tiefsinnige Frau des pensionierten Bahnbeamten Schäfer stürzte sich gestern abend im Beisein ihres Mannes, ehe dieser sie daran hindern konnte, aus dem Fenster ihrer im 3. Stock befindlichen Wohnung in der Münsterstraße. Sie war sofort tot.
fc. Kassel, 4. März. (Telegr. des Gieß. Anz.) Infolge Nebels wurde vor der Station Alt-Morschen ein Einspänner von einem Personenzug erfaßt und zertrümmert. Der Kutscher wurde thatsächlich zermalmt.
Frinz Keü»rich in Amerika.
In L o u i s v i l l e traf Prinz Heinrich am 2. März um 7.46 Uhr ein. Bürgermeister Grainger bewillkommnete den Prinzen namens aller Bürger, bot ihm das Gastrccht an und überreichte ihm ein Album. Der Prinz dankte und sagte, er sei erfreut über die große Menge der Erschienenen. Der Bürgermeister möge der Bevölkerung den Dank für den Empfang aussprechen. Unter dem Jubel der Menge bestieg der Prinz eine Bank, sodaß er allen sichtbar war. Konsul Pollier-Cineinnati überreichte im Auftrage des deutschen Kriegervereins von Louisville eine Adresse. 400 Sänger trugen unter Mitwirkung von zwei Musikkapellen bei der Ankunft und Abfahrt Lieder vor. Um 10 Uhr fuhr der Prinz nach Jndianopolis weiter und traf dort um 11 Uhr 5 Min. ein. Etwa 15 000 Personen hatten sich in I. zur Begrüßung am Bahnhofe eingefunden. Auch hier überreichte der Bürgermeister ein Album und sagte obwohl sich die deutschen Bürger der Bereinigten Staaten gegenüber sehr pflichtgetreu zeigten, bewahrten sie die herzlichsten und zartesten Erinnerungen an das Vaterland, aber er bewillkommne den Prinzen nicht namens dieser Bürger- klasse allein, sondern namens aller Bewohner der schönen und, gastfreien Hauptstadt Jiidianas ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens. Für die mächtige Nation, d i^e d e r P r i n z r e p r L s e n t i e r e, könne er nur wünschen, daß sie auch fernerhin die beherrschendeStell- ung unter den Völkern der Erde einnehmen möge. Der Prinz dankte herzlich und salutierte. Unter Hurrarufen der Menge setzte sich um 11 Uhr 20 Min. der Zug wieder in Bewegung ulnb traf am 3. d. M. kurz nach 7 Uhr früh in St. Louis ein. Dort fand ein großer Empfang statt, wobei der Mayor Wells eine längere Begrüßungsansprache hielt und die deutschen Militärvereine dem Prinzen eine Adresse überreichten. Prinz Heinrich und das Gefolge bestiegen sodann die Knschen zur Fahrt über die berühmte Eoös-Brücke. Ter Wagen des Prinzen wurde aus der Fahrt durch die Stadt von berittener Polizei und einer Schwadron United Staates Kavallerie eskortiert. Der Prinz wurde überall mit größtem Jubel empfangen. Vor dem Gebäude des St. Louis-Klubs war ein Baldachin errichtet. Die Kavallerie stieg vor dem Gebäude ab und präsentierte. Bei der 'Frühstücksta fei brachte der Bürgermeister Wells das Hoch auf den Präsidenten und den deutschen Kaiser aus. PrinzHeinrich erwiderte:
Herr Bürgermeister und Vertreter von St. Louis! Ich wünsche, für Ihre freundlichen Worte des Willkommens meinen Dank auszusprechen. Ich habe jetzt den westlichsten Punkt auf meiner Reise erreicht. Leider kann ich nicht weiter westlich, um mehr von Ihrem großartigen Lande zu sehen. Doch Sie wissen, meine Zeit ist beschränkt. Seit meiner Ankunft in Amerika bin ich Tag und Nacht durch dieses wunderbare Land gereist. Ich versichere Ihnen, ich bin tief gerührt von der Gastfreundschaft und Freundlichkeit, die ich überall Tag und Nacht erfahren habe. Ich wünsche Ihnen allen, auch allen denen, mit denen ich nickst sprechen und denen ich nicht die Hand schütteln konnte, zu danken. Viele tarnen mitten in der Nacht zum Zuge, um mich zu bewillkommnen, und ich bin von Herzen dankbar. Sie wissen, wessen Vertreter ich bin. Ich möchte, daß Sie alle a.13 Zweck meiner Mission den verstehen, die Bande der Freundschaft zwifchen beiden Ländern zu festigen. Sie sollen wissen, daß Deutschland stets bereit ist, über den Atlantischen Ozean hinweg Grüße zu wechseln und die Hand zu schütteln, wann immer Sie dazu bereit find. Ich bin auch der Vertreter der Nation, die stets kriegsbereit ist, der Nation in Waffen, aber nicht einer kriegslustigen Nation. Die Ausdehnung Ihres Landes, die Größe seines Handels und seiner Hilfsquellen machten einen tiefen Eindruck auf mich, und der Eindruck dieser Großarftig- keit wächst vor mir an jedem Tage der Reise. Ich finde, daß die Vereinigten Staaten es wert sind, uns Freunde zu sein. Trinken wir auf das Wohl und Gedeihen St Louis."
Nach dem Frühstück unternahm Prinz Heinrich eine Rundfahrt durch die schönsten Stadtteile und reiste um 11 Uhr nach Chicago ab, wo er am Abend des gestrigen Tages eingetroffen ist
lieber die Stimmung des Prinzen wird aus Cincinnati gemeldet: Der Prinz, dessen Reise einem förmlichen Triumvhzug gleichkommt, ist ununterbrochen thätig. Er beobachtet scharf, erkundigt sich nach allem Möglichen, besonders über Verhältnisse der Industrie, und macht fleißig Notizen. Während des Aufenthaltes des Zuges in Portage zupfte ein geistesschwacher Taub stumm er mit langem und unftätem Blicke den ihm den Rücken zudrehenden Prinzen am Rockärmel. Der Prinz wandte den Kopf und blickte den Aermften mitleidig an, als Detektivs ihn zurückdrängten. In Tennison wurde ein Knabe gegen die Plattform gedrückt und verletzte sich hierbei den Finger. Prinz Heinrich sprach die Hoffnung aus, daß der Knabe nicht ernstlich verletzt fet
Die Ankündigungen des Washingtoner Wetterburecms für März lassen auch auf eine stürmische Heimfahrt des Prinzen schließen.
In Chattanroga wurde gleich nach der Ankunft des Zuges auf der elektrischen Bahn die Partie nach Loukout Mountain auf der Drahtseilbahn zurückgelegt Das Wetter war trübe. Oben auf dem Aussichtspunkt erklärte General Boilers die Situation vor und an dem Schlachttage von Chickamanga im November 1863. Auf demselben Weg kehrte der Prinz zur Stadt zurück und unternahm dort noch eine kleine Rundfahrt Für die auf den zahlreichen Haltestellen überreichten Blumenspenden von meist kolossalen Dimensionen ist in dem Waggon des Prinzen kein Platz mehr vorhanden, sodaß sie in einem anderen Wagen untergebracht werden müssen. UeberaU sind auf den Bahnhöfen Tausende versammelt Als in einer Nacht um 2 llhr die Lokomotive auf einer kleinen Station Wasser nahm, pochte das wartende Publikum, da der Prinz sich, nicht zeigte, vergebens an die Fenster verschiedener Waggons, um ihn herauszulocken. In Louisville schüttelte, am Wagen entlang gehend, Prinz Heinrich die emporgestreckte Hand eines Deutschen; sofort wurden Hunderte von Händen emporgestveckt Jemand im Marinewagen schüttelte vom Fenster aus die Hände, bis der Zug sich in Bewegung setzte. Auf dem Bahnhofe wachten 100 Polizeibeamte und acht Geheimagenten über die Sicherheit des Prinzen. Nach! dem „B. T." wurden in Ohio zmn ersten Male deutsche und amerikanische Fahnen an einem Fahnen stock getragen. Bei den letzten Empfängen spielten die Deutschen eine besonders hervorragende Rolle. — In Nashville wurde, wie weiter berichtet wird, dem Prinzen ein Spazierstock zum Geschenk gemacht, der ans einem neben dem Grabe des Generals Jackson stehenden Baum geschnitten ist Die Anwesenheit zahlreicher Neger bei den Empfängen und deren Begeisterungsausbrüche bildeten für den Prinzen und seine Begleitung eine Quelle endloser Heiterkeit.
Wie nunmehr, nach einer Newyorker Meldung, feststeh en soll, werde Prinz Heinrich auch Canada besuchen. Tie diplomatischen Vorverhandlungen für den Besuch sotten durch den englischen Botschafter in Washington geführt werden. Der Prinz> der sich nach Canada im elektrischen Wagen begebe, treffe Mittwoch nachmittag in der englischen Kolonie ein, deren Vertreter ihn in Viktoria- park begrüßen solle.
Am Samstag wurde die „Hohenzollern" dem allgemeinen Besuch durch das Publikum zugänglich gemacht. Mehrere Offiziere der Yacht besuchten Edisons Werkstatt in New Jerjey. Ein Gehilfe Edisons macht die Reise im Zuge des Prinzen mit, um kinernatographische dlusnahmen von interessanten Reisebildern zu mcuhen. Man glaubt, daß auch Prinz Heinrich Edisons Werkstatt besuchen werde.
Aus Ottawa wird depeschiert: PrinzHeinrich teilte dem Gouverneur von Kanada Lord Miuto mit, er wünsche während seines zweistündigen Besuchs auf ber kanadischen Seite der Niagara-Fälle als Privatmann betrachtet zu werden. Man erwartet, daß demgemäß alle militärischen Empfangs-Vorbereitungen aufgehoben werden. Lord Minto wird wahrscheinlich seinen Adjutanten zur Begrüßung des Prinzen entsenden.
Nach einem Telegramm aus Newyork schreitet der Ausbau des Meteor verhältnismäßig rasch vorwärts. Man arbeitet eifrig an der weiteren Holzbeklcidung im vorderen Mannschaftsraum. Hinten ist noch eine kahle Eisenwand. Es wird Tag und Nacht gearbeitet. Ob das Schiff jedoch am 20. März die Probefahrt und eine Woche später die Ozeanreise wird antreten können, hängt von der Witterung ab. Die Bemannung der neuen Yacht, 20 Mann, treffen demnächst hier ein.
Aus Chicago liegt folgendes Telegramm vor:
Es war bereits dunkel, als der Zug mit Prinz Heinrich um halb 7 Uhr eintraf. Am Bahnhof war Bürgermeister Harrison, ein aus Bürgern gebildetes Komitee, sowie der deutsche Konsul Dr. Werer zum Empfange anwesend. Vom Bahnhof bis zum Auditorrum-Hotel bildeten 2000 Polizisten und 2000 ehemalige deutsche Soldaten Spalier derart, daß je ein Soldat neben einem Polizisten stand. Prinz Heinrich mit Gefolge fuhren imJIBagen, welche von 500 Kavalleristen eskortiert wurden. Sobald die Wagen vorübergefahrjen waren, traten die Deutschen aus dem Spalier heraus, zündeten Fackeln an und formierten sich zum Fackelzuge, sodaß Prinz Heinrich schließlich von einem ganzen Fackelzuge ge^
leitet wurde. Im Auditorium-Hotel wurden ein Zimmer für den Prinzen und 50 für das Gefolge angewiesen. Eine halbe Stunde nach Ankunft hegann das Festmahl, das zwei Stunden dauerte. Daran anschließend fand ein Konzert in der Waffenhalle des ersten Milizregiments statt, wo unter Mitwirkung des Orchesters das Sck)lachtgebet vom deutschen Männerchor zum Vortrag gelangte. Nach dem Konzert fand im Festsaal des umgewandeltcn Theaters int Auditorium-Hotel ein Festball statt, dem Prinz Hein« rief) beiwohnte. ................
MiverMs Nachrichten.
Der Oberbaudirektor Ludwig Granzins in B remen, Mitglied der Akademie des Bauwesens rmd des Reichsgesundheitsrats, ein hervorragender Techniker und Lehrer, hat am 1. os. seinen 70. Geburtstag gefeiert. — Prinz Georg Wilhelm von Cumberland, der älteste Sohn des Herzogs von Cumberland, wird im. Sommerfemester die Universität Heidelberg beziehen. — Nach Königsberg ist Professor Ernst Hey mann für das Fach des bürgerlichen Rechtes als Ordinarius berufen worden, nachdem er bisher der Berliner Universität als a. o. Professor angehört hat. Prof, peyinann wird dort der Nachfolger von Karl Gareis, der, einst in Gießen, einen Ruf nach München angenommen hat. — Der a. o. Professor für Philosophie an der Universität Basel Dr. Karl Joöl wurde zum o. Professor an dieser Hochschule ernannt, und zwar als Nachfolger des Professors Dr.Karl Groos, der betannt- lich jetzt unserer hessischen Landesuniversität angehört.
Gerichlssaal.
Frankfurt a. M., 4. März. (Telegr. d. „Gieß. Anz.") Der wegen Notzuchtoersuchs, begangen an einem 28jährigen Mädchen aus Niederrad, verhaftete Schutzmann Broll hat vor dem Untersuchungsrichter ein umfassendes Geständnis abaelegt.
Wien, 3. März. Tas Gewerbegericht verurteilte die Reisenden der Pariser Juwelensirma Bouckeron wegen unbefugten Hausierens zu 200 Kr. Geldstrafen. Ein beschlagnahmter Schmuck im Werte von 800000 Kr. verfällt zu Gunsten der Gemeinde Wien.
Briefkasten.
Gießener Neueste Nachrichten. Wer eine solche Tonart an» schlägt, wie Sie, richtet sich selbst und erweist sich als unwürdig nicht nur sachlicher Erwiderung, sondern jeder öffentlichen Beachtung^
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt a. Bl., 4. März.
8*/8% Beichsanleihe . . 102.05 3% do. ... 92.85 37,% Konsole .... 102.05 3% do 92.60
37r% Hessen .... 100.20 3% Hessen .... —.— 4% Oesterr. Goldretne . . 102.95 47Oesterr. Silberrente 101.85 4% Ungar. Goldrente . . 101.25 40/u Italien. Rente . . . 101.00 473% Portugiesen . . . 42.45 8°/ Portugiesen. .... 28.00 1% C. Türken .... 28J.5 Türkenlose ..... 114.20 4% Griech. Monopol.-Anl. 45.50
3% Mexikaner .... 26.80 47s7o Chinesen . « . . 91.20 Electric. Schuckert ... 12040 Nordd. Lloyd .... —.— Kreditaktien , . . . . 219.80 Diskonto-Kommandit. . . 194.70 Darmstädter Bank . . . 138.20 Dresdener Bank .... 136.90 Berliner Handelsges. . . 152.40 Oesterr. Staatsbahn . ♦ . 145.80 Lombarden . . , . . 18.20 Gotthardbahn 169.30 Laurahütte . . . . 4 . 200.00 Bochum . ..... 197.(50 flarpener ..... 163.80
47,% äussere Argentiner —.—
Tendenz: ruhig.
Neueste Melsungen.
Origirraldrahtrneldurrgen des Gießener Anzeigers.
8 Darmstadt, 4. März. (2. Kammer.) Fortsetzung, der Budgetberatung. Präsident Haas richtet an das Haut- die dringende Bitte, die Debatten im Interesse der raschen Erledigung des Budgets zu vereinfachen, damit man möglichst noch in dieser Woche die Budgetberatung beschließen könne. Hierauf werden die Kapitel 16—22 ohne Debatte genehmigt. Bei Hanptabt. 8, „Ministerium des Innern", fragt Frenay nach dem Stand der Revision der Verwaltungsgesetze, er bringt eine große Anzahl Wünsche auf sozial-politischem Gebiet vor. Staatsminister Rothe sagt die Vorlage des Verwaltungsgefetzes . für das nächste Jahr zu. Ulrich bringt Beschwerden über die Handhabung des Gemeindewahlrechts sowie über einzelne Beschlüsse des Kreisausschusses in Offenbach, über die Gewerbeinspektoren rc. vor. v. Brentano sucht Ulrichs Ausführungen zu widerlegen. Staatsminister Rothe nimmt die Selbständigkeit der Verwaltungsgerichtshöfe in Schutz. Ministerialrat Braun sagt die Berücksichtigung der Wünsche Frenays nach Möglichkeit zu. Staatsminister Rothe erklärt die von Frenay beanstandete Benutzung der redaktionellen Teile der Kreisblätter. Hierauf werden Kap. 24—29 genehmigt. Hierauf wird Abschnitt „Lokal- und Polizeiverwaltung" und Kap. 30 „Pro-, vinzialdirektionen und Kreisämter" beraten. Bei Tit. 2 „Kreisgeometer" empfiehlt Ministerialrat Breidert diese Ein
richtung warm.
Hannover, 4. März. Gestern wurde in der Person eines gewissen Josef Anders der Dieb verhaftet, der in Berlin Juwelen im Werte von 75 000 Mk. gestohlen hat.
London, 4. März. Die Morgenblätter veröffentlÜhen Auszüge aus dem Blaubuch, welches gestern über' die Remonte-Angelegenheit von der Regierung veröffentlicht worden ist. Die Unzufriedenheit der Blätter über diesen Skandal ist allgemein. „Daily Mail" sagt, man habe auf das unerhörteste mit dem Gelde der Steuerzahler gewirtschaftet und unzählige Fälle von Bestechungen seien aufgedeckt worden. „Morning Leader" be- nierft, daß die letzten Kämpfe die Engländer 5000 Pferde
gekostet haben.
London, 4. März. Der „Standard" meldet aus Herks- dorp vom 1. März: Die Abteilung Donops, die mit dem Convoi gefangen genommen wurde, bestand aus 5 8 0 Mann mit 2 Feldgeschützen, 1 Pompon- und 2 Maxim- kcmonen.
Brüssel. 4. März. Jrn letzten Augenblick erklärten die Deutschen auf der Zuckerkonferenz, daß sie einige untergeordnete Punkte der Konvention nicht annehmen könnten und sich hierüber neuerdings mit ihrer Regierung verständigen müßten. Infolge dieser unerwarteten Haltung ist die endgiltige Unterzeichnung der Konvention aufgeschoben worden. Einer der deutschen Delegierten ist nach Berlin abgereist, doch erwartet man seine baldige Rückkehr, um die Arbeiten der Konferenz zum Abschluß zu bringen.
Krakau, 4. März. Nach Meldungen aus Warschau hat der russische Untcrrichtsminister die Schließung der Warschauer technischen Hochschule wegen angeblicher Renitenz der Studenten angeordnet. — Im hiesigen St. Lazarus-Hospital wurden zwei Krankenwärterinnen unter dem Verdacht einen Irrsinnigen ermordet zu haben, verhaftet.


