Ausgabe 
4.3.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

der bürgnlicheu Ehrenrechte auf die Tauer von fünf Mchtsunwa^Raab^tt dafür ein, den Angeklagten nicht ins Zuchthaus zu schicken rurd ihn mit Gefängnis zu bestrafen, damit i m die Möglichkeit bleibe, sich zu belfern und spater ein" anderes Leben zu beginnen. Jedenfalls aber bitte er lAeriäü^'hof, einem Klienten, der über drei Monate ü* in Untersuchungshaft befindet, diese auf die zu erkennende Strafe als verbüßt in Anrechnung zu bringen.

$ Xer wird zu sechs Jahren Zuchthaus, unter Anrechnung von zwei Monaten der Untersuchungshaft, ver­teilt Außerdem werden ihm die bürgerlichen Ebrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren ab­erkannt. Der Angeklagte erkennt die Rechtskraft dev Urteils sofort an. ______

Vermischtes.

Posen 4. Mär^. Aus die von Posen nach Muro- wana-Goslin führende Person en post wurde in der Sonntag-Nacht ein Ueberfall verübt, da sie eine arvße Geldsumme beförderte. Der Ueberfall mißlang. Ein Thäter wurde verhaftet.

Posen, 3. März. DemPosener Tageblatt" wird aus Gnesen gemeldet, am gestrigen Sonntag früh 7 Uhr wurde auf dem Wege zwischen Napeleouowo uiü> Groß-Srowntnik die Leiche des Grundbesitzers und Schulkassenren­danten Burdzinski aus dem letztgenannten Orte mit tiefen Mesjerstichen im Kopfe gefunden. Tie sofort angestellte Untersuchung habe ergeben, daß Burdzinski aller Wahrschein­lichkeit nach bereits auf seinem Hvse ermordet und mit seinem eigenen Wagen nach der Fundstelle gebracht ist Als der That dringend verdächtig ist der 20jährige Marikin Jagodzinski verhaftet worden.

Hamburg, 4. März. Der DampferHartfell" ist unweit Peterhead infolge Nebels gestrandet und voll­ständig wrak geworden. Der Kapitän und drei Mann sind ertrunken.

Mons, 3. März. Auf dem hiesigen Bahnhof stießen zwei Güterzüge auf einem Nebeugeleise zusammen wobei zwei Dahn beamte getötet wurden. Der Mate^ rialschaden ist ziemlich erheblich.

Budapest, 3. März. Zwischen den Abg. Grafen Stefan T^-sza und Stefan Rakovszky fand heute nachmiUaa anläßlich der Vorgänge in der Sitzung des Abgeordneten- hau,es vom Samstag ein Duell statt, bei dem Rakovszkn am rechten Oberarm schwer verwundet wurde.

Aus Stadt und Land.

Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten stnurunttr genauer Quellenangabe:Gre«. Auz. gestattet.» Gießen, 4. März 1902.

Gießener Bolksbad. Im Februar wurden 6339 Bäder verabreicht gegen 7863 im Januar 1902 und 5092 im Februar 1901 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 249 Bäder gegen 281 im Januar 1902 und 208 im tfcbruav 1901. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3212 Männer, darunter 486 zu 10 Psg., 538 Frauen, 62 10

Wannenbäder 1. Klasse 219 Männer, 59 Frauen,

2. 581 351

Dampf- und Heißlustbäder, sowie Massage zusannnen 118 Männer, 22 Frauen. Brausebäder 1153 Männer, 86 Frauen. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt. Das Bad von einer Person besichtigt.

* Frühlingsanfang. Zwar trennen uns noch 3 Wochen von dem Tage, an dem nach dem Kalender der Frühling beginnt. Die Natur jedoch hat in diesem Jahre schon jetzt, wenigstens teilweise, ihr Frühlingsgewand angelegt. Erst kürzlich konnten wir von einem Birnbäume berichten, der schon jetzt in voller Blüte steht; heute brachte man uns einen völlig entwickelten Citronenfalter, der munter in unseren Redaktionsräumen uinherslatterte. Und auch der übliche Schmutz, der sich alljährlich bei Frühlingsanfang einzustellen pflegt, fehlt nicht.

* Die hessischen Oberförster zu Pferde. Unter Bezug­nahme auf eine Bemerkung in unserer gestrigenPolitischen Wochenschau" wird uns von beteiligter Seite folgendes freund­lichst mitgeteilt:

Unsere hessischen Oberförster haben seither eine Pferdesourage von 800 Mk. bezogen und merdeii diese auch fernerhin beziehen. Es waren von der Regierung statt 800 Mk. 900 Mk. angesordert und nur diese 100 Mk. mehr sind gestrichen worden. Unsere Ober­förster werden also auch in Ziüunft, und hoffentlich recht häufig, ihr Rößlein im Wald und auf der Heide tununeln, zum Nutzen und Frommen unseres schönen hessischen Waldes!

* * DieTauzliude" auf dem Gleiberg. Zu Deutschlands merkwürdigen Bäumen zählt unstreitig die große Dorflinde auf dem Gleiberg. Der Baum, im VolksmundeTanzlinde" oder auchMusikantenbaum" genannt, dürfte seinem Aus­sehen nach wohl über 250 Jahre zählen. In früherer Zeit haben die Bewohner des Dörfchens Gleiberg, wie dieFkf. Kl. Pr." zu erzählen weiß, in friedlicher Auseinandersetzung ihre Streitigkeiten unter der Linde geschlichtet, während bei festlichen Anlässen die Dorfjugend unter deren weit ver­zweigtem Blätterdach das Tanzbein schwang, wozu die auf den Aesten des Baumes sitzenden Musikanten austpielten. Noch vor 1215 Jahren wurde von den Dorfschönen und ihren Burschen bei der Kirmesfeier auf dem Platze unter der Linde getanzt, wobei für die Musikanten allerdings ein Podium diente, welches auf dem um den Baun: herum errichteten Gerüst ruhte. Jedem Besucher des Gleibergs fällt der Musikantenbaum mit seinen merkwürdigen Aesten und Ver­zweigungen auf. Er befindet sich auf halber Höhe des Berges, dicht am Wege, inmitten eines freien geebneten Platzes, von welchem man in Windungen den Rest des steilen Berg­kegels hinansteigt.

Mainz, 2. März. Die Bürgermeisterei 'hat der Stadt- verordneten-Versammlung den Antrag unterbreitet, an die Reichsregierung, sowie an die Großh. Hess. Regierung das Ersuchen zu richten, eine Summe von 118 000 Mk. zu den Kosten der ersten Baurate für die Restauration der Kur­fürstlichen Schlösser zu bewilligen. Die Stadt Mainz würde dann zu demselben Zwecke eine gleich hohe Summe genehmigen.

* * Kleine Mitteilungen aus Hesien und den Nachbarstaaten. ~ Ju Griesheim geriet der Jnvaliden-Pensioncir Scharlach mit seiner Hauswirtin in Streit, in dessen Verlaus er mit einem schweren Hammer die Frau zu Boden schlug. Schwer verletzt wurde die Frau ins Krankenhaus übers- führt. Scharlach erschoß sich

New York, 3. März. Bei den Ueberschwem- m un gen in Wiltesbarre (Pennshlvanien), wo hundert Fa­milien obdachlos sind, sind sechs Personen um ge­kommen. Der Eisenbahnverkehr auf den nach Norden führenden Linien ist gestört. Die Stadt Albany ist über­schwemmt. Wie aus den überschwemmten Gebietsteilen gemeldet wird, siird Millionen von Dollars an Eigentum verloren gegangen. 2 3 Menschen sind int> en letzten 24 Stunden u m g e k o m m e n.

* In der Examensangst. Auf einem Berliner Realgymnasium sind bei der letzten Abiturientenprüfung böse Dinge vorgekommen, die für einzelne der Beteiligten ver­hängnisvolle Folgen haben können. Die Abiturienten 19 an der Zahl standen seit Mitte voriger Woche im Examen und hatten bereits den größten Teil der schriftlichen Themata erledigt, als die Prüfung plötzlich abgebrochen wurde. In das Amtszimmer des Direktors war eingebrochen, und man hatte an den bereits abgelieferten Examenarbeiten Korrekturen vorgenommen. Anscheinend ivaren auch bei dieser Gelegenheit die noch zu bearbeitenden Themata in die Hände der Abiturienten gelangt. Kurz nach der Eröffnung der Unter­suchung meldete sich ein Abiturient als Thäter. Er ist der Sohn des in einem Berliner Vorort ivohnhaften Baunieisters H. und ivurde sofort au§ der Anstalt verwiesen. Ueber seine Mit­schuldigen verweigerte er die 2(u§)agc, doch steht bereits fest, daß wenigstens noch zwei Mitschüler an dein Einbruch be­teiligt waren. Die Abiturienten bewahren über den Vorfall strengstes Stillschweigen. Gegenwärtig schweben Erwägungen, ob die Abgangsprüfung in nächster Zeit noch einmal gänz­lich von vorn beginnen soll, oder ob die Examinanden auf ein halbes Jahr zurückgestellt werden sollen. Letzterer Fall würde allerdings ohne Bildung einer Parallelklasse nicht durchführbar sein, da unter Zurechnung der zu Ostern über­tretenden neuen Oberprimaner die Klasse gegen dreißig Schüler fassen würde. Auch dürste man Bedenken tragen, die nicht beteiligten Abiturienten unter den Folgen der That einiger Schuldiger leiden zu lassen.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Buderuo'fche Eisenwerke, Wetzlar. In der dieser Tage abgehaltenen Sitzung des Aussichtsrats gelangte der RechnungS- abschluß für das Jahr 1901 zur Vorlage. Die Abschreibungen wurden auf 854 822 Alk. st. V. 490000 W.) und die weiteren Zurück­stellungen auf 350 000 Mk. st. V. 200 000 Alk.) festgesetzt. Die Ge­samtzurückstellungen betragen somit 1 204 822 Mk. (i. V. 690000 Alk.) Der Reingewinn beziffert sich hiernach auf 752 866 Mk. (i. V. 745 892 Mk.) Der an» 25. März 1902 in Frankfurt a. M. statt­findenden ordentlichen Hauptversammlung soll eine Dividende von 7 p E t. aus das gaiuc Aktienkapital von 7 500 000 Mk. vor- aeschlagen werden. (Im Vorjahr erhielten die Aktien A und B im Betrag von 6 000 000 Mk. 9 pCt. und die Akllen C im Betrag von 1 500 000 Mk. 4>/r pEt.) Außerdem sind 37 643 Mk. st. B. 87 295 Mack) für die gesetzliche Rücklage, 64 831 Alk. st. V. 86 963 Alk.) Gewinnbeteiligung für Aufsichtsrat und Vorstand/ 100 000 Mk. (i. V. 0 Mk.) Zurückstellung zum Unlerstützungssonds, 14 000 Mk. st. V. 12 000 Alk.) für Belohnungen art Beamte und für gemeinnützige Zwecke vorgesehen. Vortrag auf neue Rechnung 16 688 Alk. st. V. 5297 Mk.)

Emissionen und ihre Erfolge. In serieuden Bankkreisen machen tue exorbitanten Ueberzeichnungen der jüngst aufgelegten neuen Anleihen einen unangenehmen Eindruck. So hat bei der kürzlich aufgelegten 3% Hamburger Anleihe das Zeichnungssieber wieder einen geradezu unheimlichen Grad erreicht. Das sind Er­scheinungen, dte einen unsoliden Anstrich haben. Bei der Mehrzahl derer, dte an einer solchen Subskription teilnehmen, kommt es nut noch aus einen kühnen Federstrich an. Es muß wirklich einmal etwas geschehen, dantit das leichte Umsichwersen mit Millionen nicht noch weitet" um sich greift, meint ein finanzielles Blatt. Wenn auch bei unseren Anlagewerten ersten Ranges eine unmittelbare Gefahr dadurch nicht entsteht, so reißen doch bei solcher Gewöhnung mit der Zeit lose Grundsätze ein, und der, effektive Anlage suchende Kapitalist kommt durch solche Methoden ms Hintertreffen. Was aber geschehen muß, das rveiß das Finanzblatt nicht und wir wissen es, aufrichtig gesagt, auch nicht; cs müßte denn fein, daß der Zeichnende bei Der Zeichnung eine weit höhere Summe zu hinterlegen hat, als dies bis jetzt üblich ist.

Diokontogcsellfchaft. An der heutigen Börse waren un­günstige Dividendengerüchte im Umlauf. Bisher wurde die Divi­dende auf 8l 2 Prozent geschätzt, gegen 9 Prozent i. V. Nun ver­lautet, daß der Dividendenvorschlag irur auf 8 Prozent gehen werde. Der Kurs der Diskonto-Kornmandit-Anleihe ist deshalb tun 1.10 Prozent aurüefgegangen und auch die übrigen Bankaktien schloffen wesentlich niederer; Darmstädter Bank 1.40 Prozent, Kredit­aktien 1 Prozent.

Westdeutsche Bank vorn». Jonas Cahn Bonn. Das Unter­nehmen hat einen Brultogervinn von Alk. 808657 (Vorj. Alk. 1160489) erzielt. Nach Abzug der Unkosten verbleiben 599858 Alk. (Mk. 914031) wovon All. 307423 (Mk. 105376) abgeschrieben werden. Die Dividende rvird nur mit 2 Prozent gegen 7 Prozent i. V. ausgerichtet. Das ungünstige Resultat ist un Wesentlichen auf die Kölner Filiale zuruckulsichren, deren Liquidation zur geeig­neten Zeit herbeigeführt werben soll.

Süddeutsche Baut in Maunhei»»». Der Nettogewnm dieses Instituts im abgelaufenen Jahr beträgt Mk. 400733 gegen 633962 Alk. i. V. Hiervor» sollen 60000 Mk. auf Außenstände und 70000 Mk. auf Konsortialkonto abgeschrieben werden. Die Dividente be­trägt 4 Prozent gegen 6 Prozent i. V.

Vor» Eisenmarkt. Da der Halbzeugverbarid die Preise für das zweite Jahrviertel um 5 Mark die Tonne erhöhte, beschloß die Vereinigung der Rheinisch-rvestfälischen Bandeisenwerke dieselbe Preiserhöhung für Flußbcmdeisen eintreten zu lassen.

Süddeutsche Bersichcrungsbauk in Karlsruhe. Die Bank wird aufgelöst uni) die Aktien und Passiven werben auf die nen $n gründende Aktiengesellschaft Deutsche Versicherungsbank in Berlin übertragen.

Deutsche Geuossenschastsbank, Berlin. Für 1901 wird die Dividende mit nur 3 pEt. beantragt gegen 5pEt. im Vorjahr. Die Schmälerung des Erträgnisses erklärt sich aus der vorsichtigen Bereithaltung großer disponibler Mittel, um in der vorjährigen Krise die Bank selbst gerüstet zu halten, und der Kunbschast, nament­lich in Genosfenschastskreisen, zur Seite zu stehen. Die Gewinne nähern sich bem Vorjahrsertrag mit Ausnahme für Zinsen, Die 182 000 Mk. weniger brachten, unb Diskonten, bie ein Minus von 140 000 Alk. aufweifen. Die Kommanbite Frankfurt a. M. brachte 222 000 Alk. weniger.

Aktiengesellschaft Farbwerke Mühlheim. Das Institut hat im abgelaufencn Jahr so ungünstig gearbeitet, daß allein 1 070 000 Alk. für Abschreibungen erforberlich finb. Die Reserve im Betrag von 690 000 Alk. ist auch aufgezehrt, so baß noch eine Unterbilanz von 380 000 Alk. verbleibt, zu deren Beseitigung einzelne Verwaltungsratsmitglieder zusammen 400 000 Mk. kostenlos bei- gestenert haben.

Stottwcrk'sche Chokoladefabrrk. Wir haben bereits mit- geteilt, daß die Firma in eine Aktiengesellschaft umgemanbelt wird. Der Hauptsitz ist in Köln. Die dortige Fabrik arbeitet mit circa 1000 Pferdekraft und 500 Arbeitsmaschinen. Zweighäuser hat sie in Berlin, Breslau, München, Wien, Preßburg, Brüffel, Amsterbam, Lonbon, New-Pock unb Chicago.

Dividenden. Die W ü r 11 e m d e rg i s ch e Vereins- b anf unb die W ü r 11 e md e r gisch e Bankanstalt verteilen wieder je 7 pEt. wie im Vorjahr. Die Dividende der Frank­furter Hypothekenbank beträgt 9 pEt.

Tabak. Wir sind nicht in der Lage, über eine Besserung im Geschäft während der abgelaufenen Berichtswoche melden zu tonnen.

Nach außen hin geht das Geschäft äußerst langsam, und die Fabrikanlei» halten infolge des flauen Geschäftsganges nut Be­stellungen sehr zurück, obwohl allerseits die gute Qualität des Tabaks anerkannt wird. In Mannheini wurden umgesetzf. Erne Partie 1901er Gundisandblalt (ca. 500 Ztr.) per sofort genommen zu 25 Alk. von Spekulanten ait Händler, ferner ca. 300 Ztr. Bruhremer von Spekulanten an Fabrikanten per Juli zu 36 Alk., einige hundert Zentner Rheinbayerische Saiidblatt zu Ende 20 Mk^ eine Partie Bergsträßler Tabak z»i Anfang 30 Alk.

Getreide. Die Stimmung für Weizen war wahrend der ab- gelaufenen Woche etwas ruhig. Dre Forderungen der Export- länber konnten sich jedoch ziemlich behaupten unb schließen heute auf ungefähr bemfelben Preisstande wie am Schlüsse der letzten Woche. Roggen fest und höher. Gerste unverändert. Hafer preishaltend. Aiais fest. Die heullgen Notirungen sind: Red­winter 2 139 Mk. Kansas 2 137.50138 Mk. Südruss. Weizen 181 btä 141 Alk. Laplata Weizen feinere Qualitäten 138189 Mk. Ruff. Roggen 110 Alk. Russische Futtergerste 104105 Alk. Russischer Hafer 130142 Mk. Russischer Mais 101 Mk. Donau Mais 104 Alk Mir cd Mais. Laplata Mais rye termö 105 Mk. per Tonne cif Rotterdam. Die Umsätze waren nicht von befonberem Belang.

.Kraftfuttermittel. Die Lage bes Marktes hat sich wenig verändert. Das Frostwetter hat sreilich etwas mehr Nachfrage ge­bracht, im allgemeinen ist bas Geschäft aber als recht still zu be­zeichnen.

Biehmartt. Das Geschäft mt ben einzelnen Märkten konnte sich in ber vergangenen Woche nicht in ber gewünschten Weise be­leben, immerhin aber waren bie Umsätze doch zusriebenstellend. Prima Großvieh wurde säst allenthalben nahezu ansverkaust, nur an einigen kleineren Plätzen blieb geringer llebcrftanb. Mittlere Qualitäten an einigen größeren Plätzen etwas mehr beachtet, der Umsatz hierin kann als gut mittelmäßig bezeichnet werden. Kälber waren in nicht zu großer Anzahl an den einzelnen Märkten an- geboten, der Ab,atz war ein flotter, an einigen größeren Märkten war sehr rasch auSverkaust, unb konnte ber Bebars nicht gebeckt werben. Fette Schweine flott gehanbelt, Läufer unb Milchfchweins etwas besser beachtet. _______________________________

Spielplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheatrr. Opernhaus.

Mittwoch ben 5.März"):Zar und Zimmermann." Donners­tag den 6. Alärz:Hänsel und Gretel". Hierauf:Wiener Wälzer". Freitag den 7. Alärz geschlossen. Samstag den 8. März: Der Freischütz". Sonntag den 9. März, nachmittags halb 4 Uhr: Das süße Madel". Abends 7 Uhr:Die Zauberflöte." Dlon- tag den 10. März, abends halb 8 Uhr:Das süße Mädel".

Schaufpielhaus.

Mittwoch den 4. März:Bürgerlich und romanttsch." Donners­tag den 6. März, abends halb 8 Uhr:Mamsell Tourbillon". Freitag den 7. Alärz:Othello". Samstag den 8. März:Rosen­montag." Sonntag den 9. März, nachmittags halb 4 Uhr: Lumpaci Bagabundus". Abends 7 Uhr:Alt-Heidelberg." Mon­tag den 10. März:Es lebe das Leben".

) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Eingesandt.

(Für Fonn und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Bodenreform.*)

Zuerst fonftatierc ich, daß Herr 8,e ». mir nichts nachweisen kann, was mich als Feiiid einer Umsatzsteuer erscheinen läßt. Der FallHuhn" hat doch mit der Besteuemngssrage nicht das geringste zu thun; um aber einer tiegenbenbübung, als sei ich gewissermaßen Schutzpatron ber Bauinteressenten im allgemeinen unb bes Herrn Huhn im besonberen, entgegen zu treten, erkläre ich solgenbes:

DerStabtvorstanb^ hat nichtgrunbsätzlich" Interessen­ten aus ber Baubevutation ausgeschlossen; ich habe mich ge- rabe bagegen gewandt, baß ber genannten Deputation ein Grund­stücks- und Hypothekenmakler angehören soll; daran an­schließend erklärte ich dann weiter, bie Herren, bie diesen Kollegei.r vorschlagen, können bann auch nichts gegen Herrn Huhn eiiiroenbeit. Bei bieser Gelegenheit würben auch bie bekannten Vorwürse gegen Herrn H. erhoben. Ich bin nun ber Ansicht, baß, wenn einmal derartige Vorwürfe gegen einen Stadtverordneten erhoben werden, die Sache auch gründlich aufgeklärt wird; darüber kann man nicht mit Stillschweigen hinwegkommen. Deshalb habe ich sie neuerdings zur Sprache gebracht, nicht Herrn Huhn zu liebe, son­dern aus der Erwägung, daß jemand als Stadtverordneter un­möglich ist, wenn er derartige Angriffe nicht entkräften kann. DaL weitere in dieser Angelegenheit wird sich noch finden.

Der Herr Verfasser wird nunmehr einsehen, daß es mißlich ist, auf Grund eines Vorganges, der ihm nur oberflächlich bekannt war, Schlüsse zu ziehen, wie er es that. Es fehlt mir weder die Erkenntnis der Tragweite meiner Handlungen, noch fördere ich private Interessen, lieber letztere Andeutung wird niemand mehr staunen, als wie die Interessenten selbst. E. Krumm.

*) Indem wir auch noch diesesEingesandt" zum Abdruck bringen, schließen auch wir uns, der in einem Begleitschreiben an uns zum Ausdruck gebrachten Hoffnung des Herrn Krumm an, daß diesesgrausame Spiel" hiermit sein Ende erreicht hat.

Krieskaflen der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.

H. R. Die Zukunft, Herausgeber Maximilian Harden» kostet pro Heft 50 (nicht 80 Psg.), vierteljährlich 5 Mk. Der Ver­lag befindet sich in Berlin, Friedrichstr. 10.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

März

Barometer auf 0° reduziert

2*1

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Winbrichtung

Windstärke

Wetter

Teniperci

ber Lu

3.

236

750,8

4-

6,4

6,1

86

N.

2

Bew. Himmel.

3.

925

751,0

+

1,4

5,0

98

ENE.

1

^ternh.Himm,

4.

725

751,2

0,8

4,8

100

N.

1

Nebel.

Höchste Temperatur am 2.-3. März 4- 11,1° C.

Niedrigste 2.3. 1,0° C.

Q^idniL Waftßhi Cakes - "Fabrik §

Das Wohlbefinden des Kindes wird nur zu häufig durch Hautaffektionen, Wundsein, Pusteln u. s. w. gestört. Deshalb sollen alle 9)lütter auf den Mahnruf erfahrener Aerzte hören:

Waschet die lieben Kleinen nur mitPatent-Alyrrholin-Seife", welche durch den Alyrrholmgehalt eine große Milde und abso­lute Reizlosigkeit besitzt und so ben besten Einfluß ------------------ auf die iarte Kmberhaut ausübt. lleberaU, auch

in den Apotheken, erhältlich. Man nehme keine andere. 280

Couverts mit Firma UNgst

vrühl'sche Universitäts-Druckerei.