von einem in Abrede,
3. März.
Merkens ri
P. Gich.cn, Verhandlung gegen Jakob Geyer aus
»teresfcnpolitik auf beiden Seiten zu bekämpfen, „ist die schwere Aufgabe, welche die Ncichü- „regierung in den bevor st eh en de »Verhandlungen „zu erfüllen bat."
Gewiß wird sich durch den Verfasser nicht jeder über- zeugen lassen; doch scheint die Lektüre der besprochenen Schrift wohl geeignet, zu einer Verständigung Über manche ungeklärte Frage der Zollpolitik einiges beizutragen.
verlebten Frau Geyer zu Hilfe kamen, haben von die bald nach der Thal die Besinnung verlor, und starb, nichts für den Angeklagten Belastendes erfahren. Dre Stieftochter des Angeklagten, Ehefrau Kließ, geb. Magner, hat ihre Mutter nicht mehr bei Besinnung an- aetroffen. Sie deponiert jedoch, Marie Geyer habe ihr gegenüber behauptet, der Angeklagte habe seinem Opfer nicht in der Stube, sondern als diese die Treppe hinaus gewollt, mit dem Messer den verhängnisvollen Stich beigebracht. Die Verwandten des Angeklagten verweigern, ,so weit sie gesetzlich dazu berechtigt sind, ihr Zeugnis.
Tte an die Geschworenen gestellten Schuldfragen sind auf Totschlag und bei Verneinung desselben auf Kör- -er Verlegung mit tätlichem Erfolg gerichtet. 3it beiden Fragen wird auf Antrag des Verteidigers, Rechtsanwalts Raab, die Nebenfrage nach mildernden Umständen gestellt.
Oberstaatsanwalt v. Dessert begründet die Anklage und plaidiert in erster Linie auf Totschlag. Es bleibe ich ganz gleich, wo der tätliche Stich gefallen. Marie Geyer, bic einzige Zeugin der That, habe zwar des Zeugnis verweigert, ihre Stiefschwester aber, Frau Meß, betätige, was die Anklage behauptet. Wenn die getötete Frau ihrem Manne den Ein sitz in dem ihr und ihren Kindern erster Ehe gehörenden Hause nicht gewahren wollte, so hatte sie Recht, denn Geyer hat nichts gethan, um dieses Recht zu verdienen. Er hat nichts gearbeitet und ist ein Trinker geworden. Der Angeklagte hat mit uw- begreiflicher Rohheit gehandelt und seine eigene Frau mit dem Messer umgebracht; er mußte sich auf alle Fälle sagen, daß der Ausgang der Tod sein könne. Der Angeklagte hat sich auch gesagt, um in seiner Sprache zu reden: „Ich gebrauche das Messer, und wenn meine Frau auch die Kränke davon kriegt." Wenn die Ge- jchworeiien nicht überzeugt sind, daß hier ein Totschlag vorliegt, so müssen sie die Schuldfrage wegen-Kör per- Verletzung mit tätlichem Erfolg bejahen. Ganz entschieden aber seien dem Angeklagten mildernde Umstände in beiden Fällen zu versagen. Geyer hat seine Ehefrau mit dem Messer niedergestoßen, er hat sich dann um die todwniide Fran nicht im geringsten gekümmert. Als die Frau bereits im Todeskampf lag, hat er in Begleitung des Gendarmen das Sterbe.zimmer betreten, und wie die Zeugen bekunden, nicht die leiseste Spur von Reue gezeigt. Der Umstand, daß der Angeklagte geständig ist, kann ihm angesichts des Umstandes, daß er die That nicht leugnen konnte, nicht hoch angerechnet werden, und seine Angetrunkenheit bei der Thal war nicht weit her. Der Gerichtshof werde auch bei Zumessung der Strafe innerhalb des vom Gesetz gewollten ordentlichen Strafmaßes mildernde Momente zu Gunsten des Angeklagten nicht in Betracht ziehen dürfen.
Der Verteidiger. Rechtsanwalt Raab, betonte, daß man die That des Angeklagten nur beurteilen könne nach seinem vorliegenden Geständnis; es mangele an einem Zeugen, der den Vorgallg, mit angesehen habe, da die Tochter Marie vom Recht der Zeugnisverweigcrung Gebrauch gemacht habe. Sein Klient habe seine Frau icicht täten wollen. Ebensewenig liege der voni Oberstaatsanwalt herangczogenc Dolus eventualis zur Annahme des Totschlags vor. Dem Angeklagten falle Körperverletzung mit tötlichein Erfolg zur Last, er bitte die Geschworenen, ihm mildernde Umstande zuzubilligen, da auch dann noch das Strafmaß hoch genug bemessen sei, um die That des An-
Zeugnisverweigerung Gebrauch. Die Zeugen, die der schwer horftmt-nn strftm (Heuer ru .Dille kamen, haben von dieser,
geklagten zu sühnen.
Nach der Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden, Landgerichtsrat Sandmann, beraten die Geschworenen etwa 20 Minuten, worauf ihr Obmann, Professor Dr. Haupt- Gießen, den Mahrjpruch verkündet: Die Sch n l d f r a g e wegen Totschlags wurde verneint, dagegen wird der Angeklagte der Körperverletzung mit tödlichem Erfolg unter V e r n e i n u n g der Frage nach mildernden Umständen für schuldig befunden.
Oberstaatsanwalt v. tzessert beantragt, auf 8 I a h r c Zuchthaus zu erkennen. Tas Gesetz lasse zwar e ine Gefängnisstrafe nicht unter drei Jahre im vorliegenden Falle zu. Der Angeklagte aber verdiene diese Milde nicht, er habe nicht nur roh und brutal an seiner Ehefrau, gehandelt, sondern es ermangele auch an jedem Grund, der den Angeklagten zu der That veranlaßt haben könne. Seine Handlungsweise sei auch uu höchsten Maße ehrlos, und deshalb stelle er auch den Antrau, auf Werkeunuug
frau das Krersamr den Wirten in Merkenfrrtz verbotM habe, ihm fernerhin Schnaps zu verkaufen; dadurch habe er gegen die Frau noch mehr Groll bekommen. Geyer erklärt vor etwa 20 Jahren wegen Körperverletzung zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt zu sein.
Ter Angeklagte behauptet, am 21. November morgens um 9 Uhr noch nüchtern d. h. ohne das Geringste gegessen zu haben, nach Gedern gewandert zu sein, um dorr Glas zu einer ihm bestellten Fensterscheibe zu holen. Auch in Gedern will er nichts gegessen haben, wohl aber hat er an drei Stellen Schnaps getrunken. Lediglich, weil, er sich nicht sicher aus den Beinen gefühlt, habe er den Glaseinkauf in Gedern unterlassen, obschon er das Geld dazu in der Tasche hatte. Er sei dann nach Merkensrrtzt zurück gegangen. Als er dort seine Wohnung betrat, habe )ie Frau geschimpft. Er will dann noch etwas zu essen verlangt, aber die Antwort erhalten haben, „wo Tu ge- offen hast, da kannst Du auch fressen". Er will dann me Tischschublade geöffnet, und ein darin liegendes Trsch- messer genommen haben, um sich Brot abzu schneiden. Ta sei die sehr erregte Frau auf ihn zugesprunaen, habe ihm mit beiden Händen in den Vollbart gegriffen und ihn nach unten gezogen. Er habe davon Schmerzen gehabt, weshalb er seine Frau mit der linken Hand nach unten gedrückt, und ihr mit der anderen Hand mit dem Tischmesser einen wuchtigen Stoß über die Schulter in )ie linke Seite verletzt habe. Zu Anfang der Szene fei eine 16 Jahre alte Tochter Marie gegenwärtig gewesen; ob diese im Zimmer geblieben sei, wisse er nicht. Die getroffene Ehefrau habe das Zimmer zuerst verlassen; er sei ihr sofort gefolgt und habe sich aus Angst eine Treppe höher in sein Zimmer begeben, ohne sich um die schwer Verletzte zu kümmern. Das Messer, nut dem er die Ä)at ausgeführt, will er mit nach oben genommen haben, ohne aber zu wissen, wo er es dort gelassen hat. Geher hat sich dann in seinem Zimmer von innen em-
gerieglt. „ .
Tie Beweisaufnahme bestätigte int großen und ganzen, was Geher über sein Verhältnis zu seiner Ehefrau gesagt hat. Tie Frau wird allgemein als eine ruhige Person geschildert, die bestrebt war, das schlechte eheliche Verhältnis zu dem Angeklagten nicht bekannt werden zu lassen. Die einzige Zeugin, die bei der in Frage tehenden That zugegen war, die Tochter Marie des Angeklagten, macht von dem Rechte der
Gegenden beilegt, ab.
Aus sandigem Boden oder sandigem Lehm, aus großen Flächen stellt man auch die Pflanzlöcher, in welche die Kartoffeln eingesteckt werden sollen, dadurch her, daß man über das gut eiugeebnete Feld eine walzeuartige Maschine fährt, deren Walzen in angemessener Entfernung hölzerne Bolzen trägt, welche beim llmbrcljcn der Walze Löcher in die Erde drücken, in welche die nachfolgenden Arbeiter die Pslanzkarlosseln einstecken und leicht mit Erde bedecken. Diese Pflanz methode ist mir aus leichtem sandigen Boden auf großen Flächen angebracht und geht rasch und gut von statleu.
Man Hal auch KartoffellegemLschiuen eingeführt, die selben leisten aber bei der verschiedenen Form und Größe der Pflauzl'arlofseln vorläufig noch ungenügende Arbeit.
Bei allen Pslauzmethodcn ist daraus zu achten, da; die Pflanzkartossel nicht zu tief in den Boden kommt. Tic Erdschicht, die auf der einzelnen Kartoffel liegt, soll nicht dicker sein, als die. .^rrtosfel selbst.
Tas Kartoffelpslanzen im großen im Felde, lmbe ich hiermit geschildert, und wende mich nun dem Pflanzen und der weiteren Behandlung der ansgegaugeneu Mar- fe|Mn iui Garten oder auf kleineren Grundstücken in der Rahe der Stadt zu. So manckier Mann und so manche
Frau, die der Beruf oder Lebensschickiale vom Lande in )tc Stadt geführt haben, und die die hosfnungsfrohe Jugend auf dem Lande in frischer Luft, im grünenden und blühenden Gelände verlebt haben, sehnen sich heraus aus ')cm Gedränge der Straßen, aus Staub und Hitze, hinaus auf ein Fleckchen Land, auf dem sie nach eigenem Ermessen schalten und walten dürfen. Wenn die Früh- lingslnft weht, möchte jedes hiuauszielien, wie vor Jahren und den Garten bestellen. Tas Notwendigste für die Küche: Suppengrünes, Gemüse, die ersten frischen Kartoffeln selbst Heranziehen, wenn möglich auch ein paar Stachelbeeren und ein bescheidenes Blumenbeet. Bel unserer heutigen Besprechung sollen nur die Kartoffeln heraugezogen werden Hier kommen nach meinem Dafürhalten nur die Frühkartoffeln in Betracht. Die vorjährigen Kartoffeln ans deiii Keller wollen nicht mehr recht munden, sie sind auch tvohl alle geworden. Da unb dort werden Früh- Kartoffeln angeboten, sie sind aber schändlich teuer und chlecht, weil sie uoch unreif sind. Könnten wir uns doch ür diese Zeit ein paar Kartoffeln bauen, sagt sich die orgende Hausfrau. — Im August sind die Kartoffeln choii wieder billig, da lassen sich schon ein paar Zentner .etukaufeu, ohne daß die Lücke im Geldbeutel zu groß
Also wer nur über ein kleines Stück Gartenland für Kartoffeln verfügt, wird nur Kartoffeln bauen wollen ür die Zeit, wo käufliche Kartoffelu teuer und schlecht ind, für die Zeit vom 1. Juli bis 1. August. Das sind 30 Tage, und für diese 30 Tage reichen je nach dem Ertrag und nach der Größe der Familie zirka 100 Kartosselstücke. Wie fangen wir es an, recht frühe und auch recht gute Kartoffelu in dieser Menge zu erzeugen?
Ich nehme au, daß das ganze Gartengrundstück im Herbst gut umgegrabeu und dabei gedüngt ist. Mit dem Stalldünger wird es einen Haken haben. Wenn es auch n größeren Städten Dünger genug giebt, so ist das Her- beischafsen des Düngers wohl sehr umständlich und kost-- pielig. Billiger wird der kleine Gartenbewirtschafter wohl leben falls mit künstlichem Dünger auskoiumen. Aus der Stadt bei Horndrechölern erhielt man die für den Gartenbau so wertvollen Hornspäue. Beim Beschlagschmied giebts ebenfalls Horuabsälle. Da derartige Düngemittel nicht genügend vorhanden sind, so rate ich, aufgeschlossenen Beruguauo zu kaufen, der ist zentnerweise zu haben. Vs Pfund auf den Quadratmeter jedes Jahr gegeben, ist eine clir reiche Düngung für alle Gartengewächse incl. Kar- offeln und kostet pro Quadratmeter zwei Pfennig. Das Gartenland für Kartoffeln wird im März, wenn der Boden gehörig abgctrocknet ist, nochmals gegraben unb dabei wenn nötig, mit dem Rechen geebnet.
Tie Pslanzkartoffelu sind aiifbewahrt wie ich es oben geschildert' Der 15. März kommt heran, das Wetter ist chon frühlingsmäßig, wenn eS hier und da auch uachts noch Eis giebt ober tagsüber ein lustiges Schneegestöber. — Mir suchen unö die zum Pflanzen bestimniten 100 Kartoffeln sorgfältig ans, legen dieselben je eine, wenn wir das möglich machen können, in einen mit gewöhnlicher Gartenerde gefüllten Bluiueutopf, decken sie leicht mit Erde und stellen die Töpfe in 'einen Raiirn, in den die Sonne scheint, das mäßig warm ist und gut gelüftet wird. Können wir statt der teuren Blumentöpfe alte Spahnkörbe aus Fischhandlungen ober ähnliche Behälter bie nichts kosten, haben, um so besser. Fehlen uns alle derartigen Behälter, so nehmen mir eine flache offene Kiste mit chua handhohen Seitenwänden, durchlöchern, den Boden mit einem stärkeren Bohrer, füllen die Kiste mit sandiger Oartcncrbc unb legen auf biefe die aus- gewähllen Pslanzlarlosfeln für unser Frühkarloffelbeet. Da bie Kartoffeln nicht nahe aneinander liegen dürfen, so sind wohl einige solcher flüchtig husarnmeugenagelter Kisien notwendig. Tie Kisten werden in einem mäßig warmen Raum ausgestellt, die Kartoffeln leicht mit Erde überdeckt unb biefe mäßig angegossen. Die Kartoffeln beginnen alsbald zu keimen und Wnrzelii zu bilden. Blättchen entwickeln sich, und nun wird es Zeit die Kartofsetti ins freie Land zu bringen. Am besten tragt man die so heran- gezogenen Pflänzlinge in der Kiste auf das zu bepflanzende Gruiidstück, gräbt in angemessenen Zwischenräumen flache Pflanzlöcher aus und setzt in jede.; eine der aus der Kiste genommenen Pflanzen. Da diese mit ihren Wurzeln schon etwas ineinander gewachsen sind, so trennt man ie mit einem Messerschnitt, so daß der Ballen der Pflanze möglichst ganz bleibt. Ein AnSeinanderrctßen der Pflanze würbe nachteilig sein. Jede einzelne Pflanze wird sorglich in ein Pflanzloch eingebettet, mit der Hand lose Erbe herangezogen und der Wurzelballen mit Erde bedeckt, bis zu den Blattspitzen. Hat die Märzluft die Erde sebr trocken gemacht, jo ist ein mäßiges Au gießen vorteilhaft.
Tie Pflanzen wachsen bei sorgfältigem Verfahren rasch und gut an. Vor Nachtfrösten muß man natürlich diese frühe Pflanzung schützen. Man bedecke ;ie abends, auch wenn lein Frost zu drohen scheint, mit Fitzen von alten Säcken, sonstigen ganz dünnen Stoffen von allen Kleidern uhu. zu. Für 100 Kartoffelpflanzen braucht man 100 Lappen, die ca. 25 Zentimeter lang unb ebenso breit sind. Tie lassen sich beschaffen und wiederholt benutzen. Sie schützen die Karloffelpslauzeu vor den leichten Nachtfrösten Ende März, im April und im Mai. Der Vorsichtige schützt auf diese Weise mit wenig Zeitaufwand seine Pfleglinge und hat bann bic Freude des Erfolges.
___________Schluß folgt.___
Unter die „Wunder auf der Reife des Prinzen Heinrich" zählt die freifinnige „V v s s. Z t g." die Begegnung des Prinzen mit Karl Schurz unb das Pressebankett bei Anwesenheit des Drilders des Kaisers:
Prinz Heinrich von Preußen ist ein Hohenzoller, und er trug das Verlangen, sich in Newyork Karl Schurz vorstellen zu lassen unb ihm bewundernd die Hand p drücken. Der Bruder des Kaisers dem alten Revolutionär, der Vertreter einer mächtigen Dynastie beut steckbrieflich verfolgten H o ch verrät c r! Dieser Hochverräter wurde einer der ersten Staatsmänner bet Vereinigten Staaten, einer ihrer glänzendsten Redner, Advokaten und Zeitlinas- schreiber, ein tüchtiger General, ein ausgezeichneter Ge- • sandter, Senator, Minister des Innern. Karl Schurz ist der erste Deutsche, der nicht mir in die Geschicke der Vereinigten Staaten beslinimend eiiigegriffen, sondern auch ein Ministeramt erreicht und tadellos geführt hat. Er hat wte kein anderer dazu beigetragen, das Ansehen des deutschen Namens in den Vereinigten Staaten zu erhöhen unb gute Beziehungen zwischen seinem alten Vaterlaude und seiner neuen Heimat zu pflegen. Der Hoheuztoller hat ans der Geschichte gelernt; er ist frei von jener Engherzigkeit, die in geschichtlichen Ereignissen noch nach Meuschenaltern nut persönliche Schuld und die Schuld nur bei den politischen (.Wegnern sucht. Daß Karl Schurz für die deutsche Einheit kämpfte, daß er einen deutschen Dichter, der im Zuchthaus Wolle zupfen, die eutwürdigeudste Behandlung erdulden und sich mit Prügelstrafe bedrohen lassen mußte, mit Lebensgefahr der Freiheit uub der Wissenschaft und Kunst wiedergab, das wird ihm heute der Bruder des Kaisers nicht als Ver> brecheu, sondern als Verdienst aurechneu, wie sich gebührt. Soll aber die Gerechtiakeit des Urteils nur denen gegneniiber am Platze fein, bie in Amerika leben und zu Ehren gekommen sind, nicht auch denen, bic längst unter dem grünen Rasen in heimischer Erde ruhen?"
Die „Hamb. Nachr.", das bcfaniitc Bismarckblatt, ' meinen dazu: ,/Diese etwas stark aufgctragciic Schmeichelei wird ihren Zweck, in Amerika Stimmung zu machen, nicht verfehlt haben. Wir fürchten nur, baß die Eloge manchen drüben wie hüben zu Kopfe steigen und darin allerlei Unheil in Gestatt von Wahnvorstellungen anrichten wird." Daß aber bic deutsche Presse nicht Grund hat, auf die Behänd, hing seitens der Regierung in Deutschland stolz zu sein, betonen die „Leipz. N. Nachr.":
Wenn di.se 'seltsame unterscheidende Wü.dig.ng nicht ausschließlich zurückgeführt lucrocn |oh aui die dem Deutschen innewohnende Bewunderung für alles Fremde, so ließe sich nur bic Erklärung finden, daß vielleicht in den letzten zwölf Jahren sich auch das Urteil des Kaisers über die deutsche Presse geändert hat, und schon sehen wir die Morgenröte des Tages Heraufziehen, an dem Prinz Heinrich an einem Festmahle der deutschen Presse tcihilmmt und, wie er in Amerika von den tapferen Farragut sprach, so hier daran erinnert, daß der größte bcu 11 rl) e I o n r nalist Otto v. Bis marck h ie ß,und daß in bi r Ehrentafel der deutschen Presse sich auch Namen wie Gustav F r e y t a g uub Heinrich von Treitschke befinden. Zunächst freilich bescheiden wir uns unb harren der kommenden Tinge. Und, ganz leise ins Ohr geflüstert, wir bezweifeln noch, ob je der Tag vommen wird, da unsere ersten Redakteure unter bic Excellcnzen rangierkm unb die Lokalredakteurc MajorSraug erhalten.
Wenn es nun auch Gewäsch ist, wenn ein Berliner Blatt selbstbewußt in Anlehnung an das Wort beS Kaisers sagt, baß „ein Tiageö sch rifr steiler, der Jahrzehnte lang Millionen Lesern daS HorständniS des öffentlichen Lebens, der Politik unb der Sozialpolitik vermittelt unb unablässig Belehrung unb Meinungsausvitdung gcfäct hat, ein kommandierender General des großen Kultur ka mp f es de r sDt ensch hc i t sei, demgegenüber auch bic strahlendste Militär- und Höslingsunisorin nichts besagen will, so ncnß doch erwünscht werden, baß unserer hcnnischen Beanttenhicrarchic der Linic der kaiserlichen Liebcnswürdigtcit gegen bic Presse nicht nur für Amerika, fonbern auch für bas beutsche Vaterland ausgehe. Wenn ber Prinz Heinrich den Zeitungsmännern bie be|onoerc Liebenswürdigkeit sagt, fein Bruder, der Kaiser, meine, daß Paeß- leutc in Amerika beinahe mit seinen kommanbierenden Generalen rangieren, so mögen auch für und Brosamen von des Herrn Tische abfallen. Wir könnten sie gebrauchen, fo lange noch ZeugniSzwang, fliegender Gerichtsstand, die im Falle Bredenveck herrfcheude Preßauffaffung unb manches andere befteht.
Aever den Anöau der Kartoffel tat Kette unb im Karten
(Fortsetzung statt Schluß.)
Alle biefe Pflanzmclhobcu haben ihre Mingel und ihre Vorzüge. Welche Methode man bevorzugt, hängt von der Bodeuveschasseuheit, von der Geschicklichkeit der Arbeiten in der betreffenden Gegend und von der Bedeutung, die inan einer sorgfältigen Arbeit in den verschiedenen
wegen Totschlag S.' .
Ter Angeklagte, ein Mann, dessen Gesicht mächtigen Voltbart umrahmt ist, stellt nicht den Tod seiner Ehefran durch einen Messerstich herben geführt zu Hatzen. Auf Veraulassnug des Vorsitzenden sclnl- bert Geher seine persönlichen Verhältnisse. Er hat vor etwa 20 Jahren seine acht Jahre ältere Ehefrau, die da nuils Witwe mit zwei Kindern wär, geheiratet. ^ie besä in Mer teuf ritz ein Hänschen. Aus Gehers Ehe entflammen drei Mädchen im Alter von 16 bis 20 Jahre, von denen die jüngste Tochter Marie noch im Hause war, als der Angeklagte das ihm zur Last gelegte Verbrechen an seiner Ehefrau beging. Zwischen beit Eheleuten Geyer bestand bis vor ctiua 5 bis 6 Jahren ein leidliches Verhältnis. Geyer verlangte vor sechs Jahren, daß ihm die. Ehefrau das Recht des Einsitzes in dem ihr unb den Andern aus erster Ehe gehörenden Hause eiuräiouen sollte, wozu bic Ehefrau sich angeblich nicht verstehen wollte. Hierdurch sei Zank uub Hader zwischen ihnen entstauben, er habe ich nach und nach dem Trunk ergeben, und habe auch leine Lust mehr ^ur Arbeit gespürt. An saug November v. I habe er erfahren, daß auf Veranlassung der Ehe-


