Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
J>ie heutige Summer umfaßt 10 Seiten.
Geisteskranke.
borgen onimen werden kann, die nicht überall zur Hand
Politische Tagesschau.
Die nächste Militärvorlage.
3. Februar:
laufen es P i st o l e n du e l l ausgetragen hatte und dieser» halb zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt worden tvar, ist aus dem Iust izdien sl entlassen worden.
'• ^.p rtz gegen den bremischen riegerberein zu Ungun,ren des ersteren und des nr.fnnbpa h»a Teutschen Kriegerbundes endgiltig ent- 23 gegen ö <s>tinv» ritt aus dem Deutschen Krieger-
Nr. 29
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Zamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. $Bei lag der Brü h l'sche Unioers.-Buch- u.Stein druckerei (Pietsch Erben
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Anzeiger Gießen.
Fernsprechanschluß Nr. 51.
Aer Kasseler Tnöerprozeß.
(Fortsetzung aus dem 1. Blatt.)
Ter zweite Angeklagte, Rittergutsbesitzer Arnold Sumpf, erklärt, daß er sich völlig den Darlegungen seines Bruders anschließen könne. Er habe sich, soweit es ihm als Nichtkaufmann möglich war, zu orientieren gesucht- Alle Anlagen, die er besichtigte, hätten einen hervorragenden Eindruck gemacht. Chemiker und Techniker seien überall entzückt gewesen- Es wäre ihm nur bange gewesen wegen des rasenden Tempos in den Vergrößerungen. An mehreren Tochteranlagen sei er beteiligt gewesen auf Veranlassung Schmidts, bei einzelnen, o Santa Maria, Memel, sei er auch im Aufsichtsrat oder Vorstand gewesen. In den Sitzungen hörte man immer nur ba§ Beste. Ob Schulze-Dellwig auch im Aufsichtsrat von Santa Maria war, weiß ich nicht. Ich glaube, daß er auch dazu gehörte. Darauf, daß der' Bruder in den Vorstand der Bosnischen Eassagesellschaft eintrete, ist Schmidt nicht eingegangen. Jetzt bin ich überzeugt, daß Schmidt meinen Bruder nicht hat in die Karten sehen lassen wollen. Niemals aber ist mir der Gedanke gekommen, daß etwas Unreelles vorliege, trotibem mein Bruder manchmal sagte: Na, der Schuipt macht uns wieder einmal etwas vor. — Präs.: Was waren das für Dinge?
Ausland.
Paris, 3. Febr. Während feines Besuches in Peters» b u r g wird Präsident Loubet die Einweihung einer neuen Brücke über die Newa vornehmen, die von französischen Ingenieuren und Arbeitern erbaut worden ist. Im übrigen steht bisher nur fest, daß die Reise nach den stammet- wählen stattfinden wird.
— Tas Zivilgerichtverurteilte den Kriegs» in in ist er aus die Klage des Exoberst P i e q u a r t, diesem alle ihn betreffenden Dokumente und Briefe auszuliefern, die sich noch in den Prozeß- und Untersuchungsakten des Kriegsministeriums befinden.
— Die Kammer oerät die Vorlage, betreffend nachträgliche Bewilligung der während der Vertagung des Parlaments durch Dekret eröffnenden Kredite für den E m p f a n g d e s K a i s e r s v o n R u ß 1 a n d. Tejeante verliest tnt Namen der Sozialisten eine Erklärung, in der gegen die Kredite Einspruch erhoben wird- Er bringt eine Tagesordnung ein, die sich gegen die Geldver geud- un g und gegen die Haltung der republikanischen Regierung gegenüber dem Selbstherrscher von Rußland tadelnd ausspricht. Ministerpräsident Waldeck-Rvußeau crimbcrt, die Regierung würde sich einer Pflichtverletzung schuto.g gemacht haben, wenn sie nicht die erforderlichen Kredite für den Empfang des Herrschers eines pefreundetenundver- bündeten Volkes eröffnete. (Lebhafter Beifall.) Sembat (Sozialist) erklärt, Rußland sei n ia; t de r Verbündete Frankreichs, denn es sei auf Rußlands Geheiß geschehen, daß Frankreich Mytilene räumen mußte. Der Ministerpräsident und Minister Deleasss widersprechen dieser Behauptung. Teleassö erklärt, die Regierung habe die Pflicht gehabt, dem Kaiser von Rußland einen .Empfang zu bereiten, wie er seiner und Frankreichs würdig sei, auch hätten sämtliche Generalräte Frankreichs iyreFreude über die Ereignisse ausgesprochen- Frankreich verfolge eine weitausschauende Politik und diese führte zu dem Bündnis, das beiden Völkern Nutzen bringe- Alle diejenigen, deren Bestreben nach einem Gleichgewicht in den Machtverhältnissen der Welt gehe, müßten hieran Mitarbeiten- Hierauf wird die Tagesordnung Dejeante mit 496 gegen 46 Stimmen abgelehnt und die Kredite werden mit 502 gegen 46 Stimmen bewilligt-
Z>ie südafrikanischen Iriedensveryandiungen.
Tr- Leyds, mit dem der Brüsseler Korrespondent der „Frkf. Ztg." eine Unterredung hatte, verhielt sich re- ermerter als je zuvor. Er müsse sich durchaus auf , die Erklärungen beschränken, die er an ein Pariser Blatt gemacht habe- Dennoch ließ er in der Unterhaltung durchbucken, daß erdieAnerkennungderSouveränität der Republiken nicht mehr als diktatorische conditio sine qua non ansehe. Vom Kriegsschauplatz lauteten die Nachrichten sehr günstig, und die Generale d ä ch t e n n i ch t a n e i n e Uebergabe- Nur über die Kindersterblichkeit würde furchtbar geklagt- Leyds hat die Absicht, nach dem Haag zu reifen. Die deutsche Regierung hat bis heute noch leine Mitteilung von dem Inhalte der englischen Antwortnote auf den holländischen Friedensvorschlag erhalten und dasselbe ist bei den anderen Kabinetten vorauszusetzen. Nach einer Londoner Depesche der „Daily Mail" ins dem Haag, werde sich die holländische Regierung der mrch die englische Antwort gegebenen Möglichkeit bedienen, ihre Vorschläge abzuändern. Man treffe Vorbereitungen zu einer neuen Friedensaktion. Ter deutsche Gesandte im Haag hatte eine lange Besprechung mit dem englischen Gesandten Howard, und dieser hatte mit dem niederländischen Minister des Aeußern Lynder und, dem Ministerpräsidenten Kuyper in der Wohnung des letzteren eine Besprechung. Tie „Morning Post" behauptet, Krügers unversöhnliche Haltung erregt in den holländischen Regierungskrisen lebhaftes Mißfallen-
Eine neue amtliche englische Verlustliste meldet, daß bei dem am 31. Januar bei Burghersdorp erfolgten Zusammenstoß von Panzerzügen 5 Soldaten getötet und 5 verwundet wurden-
bereits so nahe gekommen, — und die von der Budgetkommission vorgenommenen Abstriche ändern hieran im wesentlichen nichts —, daß fürs nächste Etatsjahr Raum geschaffen ist zur Nachforderung der 7000 Mann, die bekanntlich zur Verstärkung der Jnfanteriebataillone Verwendung finden sollen. Tie Abgeordneten der Linken wer- den sich umsomehr veranlaßt sehen, in dieser Sache um Auskunft zu ersuchen, als der preußische Kriegsminister seinerzeit erflärte, die Verstärkung der Jnfanteriebataillone sei zur Durchführung der zweijährigen Tienstzeit unbedingt erforderlich. Verzichtet die Regierung auf die Bewilligung dieser 7000 Mann, dann erscheint die Vermutung nicht unbegründet, daß die Militärverwaltung gegen die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit Bedenken trägt. Bis- ' her ist der Regierungsstandpunkt bekanntlich dahin präzisiert worden, daß es zu einem abschließenden Urteil über die zweijährige Dienstzeit noch an hinreichenden Erfahrungen fehle. Man will wissen, es bestehe nicht die Absicht, die zweijährige Dienstzeit dauernd gesetzlich festzulegen, bevor der Reichstag der Erhöhung der Friedenspräsenzstärke zugestimmt hat. Darnach ist anzunehmen, daß vielleicht schon das nächste Etatsjahr eine neue Militärvorlage zu tage fördert. Bestimmte Erklärungen der Heeresverwaltung sind für jetzt natürlich nicht zu erwarten, allenfalls nur hinsichtlich der Nachforderung der 7000 Mann. Doch für welchen Zeitpunkt immer die Militärverwaltung die Nachforderung der 7000 Mann in Aussicht stellen mag — sie werden aller Voraussicht nach nicht allein, sondern im Rahmen und als Teilstück einer neuen Militärvorlage gefordert werden.
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'zu Gunsten dieses Befähigungsnachweises erklärt.
— Die Ausweisung zweier russischer Studenten, der stud. Phil. Johann Augustynowicz und ^btgniero Brodzki, welche sich durch ihre Teilnahme an dem hiesigen Universitätskrawall lästig gemacht haben
- -Ä PelfomCn“,rif^1 Et-rS-iL schreibt unterm ftem LfsischEVes^UL S
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Ter Antrag des Abg. Lenzmann (Freis. Volksp.) im Reichstag wegen reichsgesetzlicher Regelung der Aufnahme von Geisteskranken in Irrenanstalten und der Aufenthaltsverhältnisse in diesen Anstalten betrifft eine Frage von großer Bedeutung. Es befinden sich in deutschen Jrren- anItalien 66 000 Geisteskranke. Auf dem Gebiete der Irrm- pflege berühren sich so verschiedene Gesichtspunkt», daß man schon aus diesem Grunde mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen hat- In erster Linie sind die Geisteskranken eben Kranke, denen Heilung, oder wenigstens Linderung zu bringen eine Aufaabe der ärztlichen Wissenschaft ist. Weiter aber bedarf das Publikum des Schutzes gegen die Handlungen unzurechnungsfähiger Personen, und insofern kommen sicherheitspolizeiliche Momente in Betracht. Endlich kann die Geisteskrankheit die Ursache der Erwerbsunfähigkeit des von .ihr Befallenen sein und! dadurch die Fürsorge der Armenpflege erforderlich machen. Tie bestehenden öffentlichen Irrenanstalten reichen bei tveitem nicht aus zur Unterbringung aller der Anstaltspflege bedürftigen Geisteskranken. Bei uns zu Lande wird durch tue vom Landtage beschlossene Errichtung einer Provinzialirrenanstalt in Gießen, die auch unseren Medizinstudierenden sehr zu Gute kommen wird, diesem Mangel wesentlich abgeholfen. Andererseits hat man durch Anlegung von Jrrenkolonien und Jrrenstationen für die leichteren Fälle, außerhalb der geschlossenen Anstalten, nach Kräften Abhilfe zu schaffen gesucht, ohne jedoch einen völlig befrieMgenben Zustand zu erreichen- Als vorzugsweise der
Ausnahme in Die Anstalten bedürftig werden angesehen y£UI|uJ£5
SKSft? bie gemeingefährlichen Irren, im Interesse der Berlin, 3. Febr. Der ftaifer nahm heute abend öffentlichen Sicherheit, andererseits die heilbaren Kranken, im Kasino der bereinigten Artillerie- und ^naenieurfrfnile abnitnml^ JU ^harlottenburg an der Abschiedsfcier des zum fommatu
"E1' JJ*"" der Geisteslrankc ohne sachgeniaße Be- dleren den General des 1. Armeekorps ernannten bisberiaen n. der Reget nur M^cchme^sujern^thr^UntÄbringung^tmItetl.^—Änstenieur- und Pionierkorps Arhrn. v. d. Goltz be? unb %en auJä«' - Wie die „Post" aus Konstantinopel meldet, hat
U auf Sm Pavier n man bleiben werde; die Konzession bilde auch einen Beweis
et. 4$<LpTCL ö^eht. Jciayt nur ist es für den er- des Vertrauens in die Macht her <*« hu ttri«
kme volli^sH be. vrelen Kranen lange Zwtsch^ sondern^auch lange Hessen Früchte genieß werde '
®11e8ungszustand e n ab, sodaß cs langer Beobachtung B ° tschafter von Osten-Sacken beaeA am 4 4Sr
bebazf, um über bie Gememgesährtichkett ein sicheres Ur- die F°i?r seines bvjä hrtgen Dten st j nb il äum s Ter
tränten erst dadurch festgestellt, daß er bereits Unheil an-1 er der Würde seines versönlicben Auftretens die föMi'vnn Z^^t hat- W geht aus alledem hewor, daß die Hinzu- die ihn icher
?^"d?/^^-s^^-^?b6^chdung über das Vorhanden- Salons seiner liebenswürdigen hochgebildeten Gemahlin sein der Geisteskrankheit eine zlvar populäre, aber zu be-! waren schon zu jener Zeit der Mit^elvunkt hes rrcMf
B-b-N sn veranlassende Forderung ist - ri - schaftlickl?n Leken^ SpLer hat S ö Te- m^il KU 9ruLhar!n»i! L KUner?t^T^> besonders, s a n d t e r erst in Darmstadt, dann in München auf ^ÄSen WfcanJet eine Boben gewirkt Di- Ernennung des bewübr?en
Anstalt ‘^refrf1^nter^™ltrrUn® chner öffentlichen Kenners beutscher Verhältnisse zum Botschafter in Berlin
Ä;, ^CILn ?Egcn, die gegen mehrere im März 1885 wurde in unseren leiteirden Kresten mü 'Kntitrfx b «to°.ril slnd, sind immer hm mit besonderer Sympathie begrüß
d/ Behauptungen über dies - Das pr7uß Abgeordnetenhaus setzte heute
Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 4. Febrnar 1902
O /"X rx. Bezugspreis,
J v. j MM monatlich 7bPs.,viertel»
GietzenerAnzeiger -
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für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für »Stadt und Land' und ,GerichlSsaal':R.Ditt» mann; für den Anzeigenteil: Hans BeL


