Ausgabe 
3.7.1902 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt.

Donnerstag 3. Juli 1903

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Are Heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.

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Deutsches Reich.

Berlin, 2. Juli. Aus Kiel wird gemeldet: Der Kaiser hatte zur Teilnahme an der heutigen Wettfahrt an Bord desMeteor'" geladen den Großherzog von Sachsen und Prinz Heinrich von Preußen, Mr. Griscom, Mr. Wide­ner, Mr. Robinson und Mr. Armour. DerMeteor" He: als erste Yacht ein und erhielt den zweiten Preis. Zur heutigen Abendtafel auf derHohenzollern" war der Kom­mandant des hier eingetroffenen österreichischen Kreuzers Szigetvar", Proportnik, geladen. Beim Handicap Eckern­förde-Kiel erhielt in der KlasseJawls"Comet" den ersten,Orion" den zweiten, in der KlasseKreuzer-Yachten" Iduna" den ersten,Meteor"" den zweiten Preis. Wind aus Nordwest. Windstärke 9,4.

Graf Pückler-Klein-Tschirne wird am nächsten Freitag hier in einer Versammlung überMeine letzte Ge­richtsverhandlung" sprechen.

Nach demLok.-Anz." ist der Oberleutnant Dr. Hartmann, ein Schwiegersohn des bekannten Groß­händlers Wörmann, der Kolonialabteilung des Auswär­tigen Amtes überwiesen worden.

Wie demBörsen-Cour." von unterrichteter Stelle erklärt wird, ist von einer Vereinbarung zwischen Deutschs­land und Italien einerseits und Deutschland und Oesterreich- Ungarn andererseits, dahingehend, daß die Verlänge- rung der Handelsverträge bis 31. Dezember 1904 gesichert sei, nichts bekannt.

Die Blätter begrüßen das heutige 25jährige Jubi­läum des Patentamtes, in dessen Entwickelung sie ein getreues Spiegelbild des industriellen und gewerblichen Gedeihens Deutschlands erblicken.

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Nr. 153

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Hamilien- blätter viermal in der Woche beiaelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstr atze 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

AernsprtchanschlnßNr.51.

London, 2. Juli. Der Krankheitsbericht von heuts Abend 71/2 Uhr lautet: Das Befinden des Königs macht anhaltend gute Fortschritte; der örtliche Schmerz ist geringer. Den heutigen Tag verbrachte der König sehr gut.

Nach demStandard" wird im Unterhause bereits die Möglichkeit erwogen, daß eine K' n un gsfeier "vch während der lausenden Tagung, etwa in der dritten A u g u st w 0 ch e stattfinden könne. Sobald der König wieder transportabel fein wird, soll er, einem neueren Plane zu­folge, an Bord seiner Yacht geschafft werden, um auf dem Wasser des Solent, des Meerarmes, der die Insel Wight von England trennt, völlige Genesung zu suchen.

Die in Spithead zur Flottenschau versammelt ge» wesene Flotte löste sich heute auf. Der Prinz von Wales hielt heute eine Parade über 1300 Soldaten der indischen Armee ab in Anwesenheit der Königin uni)' anderer britischer und der auswärtigen Fürstlichkeiten, die der gestrigen Parade der Kolonialtruppen beiwohnten. Der Zug begab sich zum Paradeplatz, und wurde in derselben Weise wie gestern von der Volksmenge herzlich begrüßt.

Haag, 2. Juli. Erste Kammer. In der Beantwor­tung der Interpellation van Velden betreffend Frei­lassung der südafrikanischen Kriegsgefangenen erklärte der Minister des Auswärtigen, er habe heute vormittag die Antwort der englischen Regierung erhalten, daß alle Gefangenen sortgeschafft würden, zunächst die Buren, die den Treueid leisten, sodann die, welche ihn nicht geleistet, schließlich die Gefangenen fremder Staatsangehörigkeit, für die England die Ueberfahrt zahlen müsse. Jene, welche selbst die Ueberfahrt bezahlen, konnten sofort abreisen, aber ohne nach Südafrika zu gehen.

Neapel, 2. Juli. DerMattino" veröffentlicht die von anderer Seite bisher nicht bestätigte Nachricht, daß die hiesigen Behörden davon in Kenntnis gesetzt worden seien, daß ein a n a r ch i st i s ch e s K 0 m P l 0 t t gegen das Leben des Sultans geplant sei. Die Anstifter seien Italiener, Tobia Boni und ein gewisser Serriet, die, wie die türkische Polizei glaubt, gegenwärtig sich hier aufhalten.

Wien, 2. Juli. Die Reise des italienischen- nigspaares nach Petersburg und Berlin erfolgt auf di re kte Einladung der Höfe von Berlin und Petersburg. Der König von Italien hat sich auch bereits versichert, daß ein Gegenbesuch des deutschen und des russischen Kai,erpaares in Rom erfolgen werde. Die Reise nach Wien mußte unterbleiben, da die Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß Kaiser Franz Josef im Quirinal erscheint, weil der Papst daran festhält, daß er einen ka­tholischen Herrscher oder Prinzen nicht empfangen könne, der in Rom als Gast des Quirinals weilt. Uebrigens ist es möglich, daß Viktor Emanuel mit Kaiser Franz Josef an einem anderen Orte als in Wien Zusammentreffen werde.

DezugSpreiSr monatlich 75 Pj., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel- jährt, ausichl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenprers: lokal 12 PO auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polil. u. atigern, Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land* und Gerichtssaal*: Curt Plato; für den An» zeigenteil: Hans Beck.

Heer und Flotte.

Kapitän Rosenstock v. Rhöneck. Man meldet aus Cuxhaven vom 2. Juli: Die Leiche des Komman­danten des untergegangenen Torpedobootes 8 42 wurde gestern Abend beim Osterriff treibend gesehen. Das StationsschiffSirius"' ist heute früh ausgegangen, um nach der Leiche, die außerhalb des Fahrwassers trieb, zu suchen. Die Leiche wurde bei Belum on der Ostsee geborgen.

Der Later des Verunglückten war bereits vor Auffindung der Leiche nach Philippsthal zurückgekehrt. Sic soll in Philippsthal bei Vacha bestattet werden. Von seinem Sohne Hans, einem Regierungsbauführer, beglecket, war der alte Herr von Cuxhaven aus mit einem Dampfboot nach der hinter einer vorspringenden Landzunge liegenden, durch mehrere Bojen kenntlich gemachten Unfallstelle gefahren. In tiefem Schmerze den Erklärungen der führenden Marineoffi­ziere und der geretteten Mannschaften des verunglückten Tor­pedobootes folgend, versenkte der erschütterte Vater als letzten Liebesgruß der Mutter an dm unvergeßlichen Sohn einen Strauß blühender Rosen. Wie man aus Vacha berichtet, hat man in den Offizicrskreisen unserer Marine es übel vermerkt, daß die Kapitäne der englischen Yachten, welche sich nach dem Verlassen des sinkenden Fahr­zeuges im Rettungsboot befanden, die Rettungsgürtel an­nahmen, anstatt sie dem heldenmütigen Führer und dem Maschinisten zu überlassen, die gezwungen waren, den Kamps nit den Wellen auszunehmen. Erst als die gurgelnden Wasser um seine Füße schäumten, warf Kapitänleutnant Rosenstock v. Rhöneck seine Jacke von sich, und mit Grüßen an die Seinen sprang er in die Flut, in welcher er seinen Heldentod finden sollte. Ehre dem Andenken des jungen, pflichttreuen Kommandanten, der in seiner Heimat, wo man den still und bescheiden auftretendcn Offizier liebte und schätzte, so bald nicht vergessen wird.

zum Ausdruck. Namentlich Braun-München opponierte heftig gegen dieBrust'sche Diktatur", sodaß Brust, der der Vop. sitzende des Gesamtvjerbandes ist, konstatierte, man stehe vor der Aussicht auf neue schwere Differenzen. Die Sache wurde einstweilen oberflächlich beigelegt, der Ausschluß des Metallarbeiterverbandes (Wieder) wurde nur damit durch­gedrückt, daß Brust die Kabinettsfrage stellte. Beschlossen wurde ferner die Schaffung eines christlichen Reichs­arbeitersekret ariats.

Ist die Materie wirlkichvöllig neu"? Die Ueberschul- dung des ländlichen Grundbesitzes besonders im Osten ist leider einaltes Lied", und ebenso alt find die Bestrebungen, den Grundbesitzern aus dem betrüblicyen, übrigens nicht immer ohne eigene Schuld entstandenen Dilemma heraus­zuhelfen. Nach einer Slatistit aus dem Jahre 1883 (Stich­proben) betrug in 52 preußischen Amtsbezirken die Ver­schuldung bei großen Gütern 53,8 Prozent, bei mittleren 27,9 pCt., bei kleineren 24,1 pCt. des Wertes. Settdem haben sich die Verschuldungsverhältnisse noch wesentlich verschlechtert. Am Ende kommt es auch hier darauf hinaus, daß der Staatmit starker Hand" eingreifen soll. Der Vorschlag, den die Denkschrift des Herrn v. Podbielski auf­nimmt, eine freiwillige Verjchuldungsgrenze für den länd­lichen Grundbesitz einzusühren, ist begreiflicherweise den Gutsbesitzern nicht sympathisch. Private Geldinstitute lassen sich schwerlich auf Geschäfte mit dem Risiko ein, das fünfte Sechstel des Grundstückswerts zu beleihen, damit den not­leidenden Gutsbesitzern aus der Klemme geholfen werde. Wenn aber hier der Staat eingreift, wenn auch nur in der Form von Mitwirkung staatlicher Leistungen, dann können Angehörige anderer Berufstreise, die ebenfalls nicht auf Rosen gebettet sind, mit ebensoviel Recht an den Staat ils Retter appellieren. Es ist genug, daß der Staat sich an der Suche nach Mitteln und Wegen beteiligt, die zur Erleichterung der Lage verschuldeter Grundbesitzer führen können. Stellen sich freilich dabei große Jnter- essentengruppen abseits, mit der unwirsche^ Behauptung, nur durch unmittelbare staatliche Aufwendungen, sowie nur durch hohe landwirtschaftlick>e Zölle, nur durch den Antrag Kanitz, und was dergleichen phantastische Projekte mehr sind auch das famose Branntwein-Verkaufsmonopol des verstorbenen Diest-Daber, für den Miquelnahezu ge­wonnen"" war, gehört dahin, dann wird man einfach zu sagen haben: Wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu helfen. _______

entschädigung. Nicht in gutem Golde, wie vereinbart worden ist, sondern in minderwertigem Silber will die chine­sische Regierung bis auf weiteres die Raten der Entschä­digung an die beteiligten Mächte auszahlen. Genau wie während des ganzen Verlaufes der chinesischen Wirren stellen sich auch diesmal wieder die Vereinigten Staaten auf die Seite der chinesischen Regierung. Natür­lich erheben die anderen Gesandten Einspruch und China wird schließlich doch wohl sich fügen müssen. Wegen der schönen Augen" der Kaiserin-Witwe werden Eng­land und die Vereinigten Staaten kaum die Rolle des nach­sichtigen Gläubigers spielen. Beide rechnen zweifellos auf Gegen-Liebesdienste. Es wäre wünschenswert, daß auch dann, wenn die chinesische Regierung dem Protest der übrigen Mächte nachgegeben hat, England und die Ver. Staaten mit chren Raten in Silber abgefunden werden, in Accep- tierung des gütigen Entgegenkommens.

Chinesische Winkelzüge.

Aus Peking melden heute die offiziösen Telegraphen- Bureaus: Die chinesische Regierung weigerte sich, die Julirate der Entschädigungssumme anders als zum Wechselkurse vom 1. April 1901 zu be­zahl e n. Diese Weigerung wird von den Gesandten als Folge der Mitteilung !b es amerikanischen Gesandten Congar an die chinesische Regierung betrachtet, daß Amerika die Stellungnahme Chinas unterstütze und willens sei, die Zahl­ung auf der erwähnten Grundlage anzunehmen. Die Ge­sandten bringen indessen die Zuversicht zum Ausdruck, daß China, sobald es die lleüerzeugung gewonnen, daß es allein von Amerika unterstützt wird, die Entscheidung der Mehrheit der Gesandten annehmen werde. Die Gesandten sind der Ansicht, daß der Standpunkt Amerikas den Bestimmungen des Pekinger Protokolls zuwider sei. England schlägt jetzt vor, China die Zahlung der Kriegsentschädigung bis 1910 in ©über zu gestatten wegen der großen Verluste, die es infolge der Entwertung des Silbers zu ertragen habe. Die übrigen Gesandten sind der Meinung, daß die Erlaubnis mit der Anerkennung der Behauptungen Chinas gleich­bedeutend sein, die Angelegenheit daher noch verwickeln würde.

Erfreuliche und unerfreuliche Meldungen aus China bringt jetzt fast jeder Tag. Das Erfreuliche ist die Wahr­nehmung, daß die Chine,en erstaunlich rasch sich mit dem Geist der Zeit"" befreunden. Die Errungenschaften unserer Kultur, noch vor einer Reihe von Monaten selbst von hoch­stehenden, gebildeten Chinesen als verderblich bekämpft, ge­nießen heute volle Anerkennung. Riesenhafte Fortschritte machen die Verkehrsprojekte; Eisenbahn- und Telegraphen- Anlaaen sind nicht nur geduldet, sondern geradezu begehrt. Bergbaukonzessionen werden erteilt soeben wieder an ein englisch-sranzösischsss Syndikat in Yünnan und es machen sich Ansätze bemerkbar, die provinziellen Verwal­tungen nach europäischen Mustern umzugestalten. Für die Reorganisation der Mandschurei liegt ein vollständig neuer Plan vor. Kurzum, auf vielen Gebieten vollzieht sich ein überraschend kühner Bruch mit der Ueberlieserung. Das Unerfreuliche sind die anscheinend noch immer nicht unter* 7, Unruhen und Aufstandsbewegungen. Von ein c.9 ert ' Modernen" Seite, den unberechtigten Eigen- ^itzung der kleiner Dankerott-Staaten folgens,

AL ^opsträger bei der Zahlung der St r i t g .4»

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Eine polizeiliche Haussuchung fand gestern in der Druckerei des hiesigen PolenblattesDziennik Berlinski"" sowie in der Privatwohnung des Herausgebers des Blattes statt. Sämtliche Exemplare des im Verlage des Blattes erschienenen Sokol-Liederbuches sind auf An­ordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden.

D r e s d e n, 2. Juli. In der Diözesenversammlung der Ephorie Dresden-Land teilte Konsistorialrat Benz mit, König Georg habe ihm die Versicherung gegeben, daß es die evangelische Kirche unter seiner Regierung ebenso haben solle, wie unter König Albert. Das sollen, habe der König hinzugesügt, nicht bloß Worte, sondern auch Thaten sein. Verlassen Sie sich auf mich!

Düsseldorf, 2. Juli. In der Binnenschiffahrtsäb- teilung des Schiffahrtskongresses wurde heute die Frage der Schisfahrtsabgaben erörtert. Unter anderen Be­richterstattern erklärtöHunter-Manchester,unter den heutigen Verhältnissen sei in vielen Fällen für die Entwickelung eines Staates oder Gegend der Bau eines leistungsfähigen Schiffahrtssystems erforderlich; hierzu bedürfe es allerdings immer eines großen Kapitalaufwandes, da auf eine reich­liche Verzinsung durch Abgaben, welche die Kapitalisten zu Anlagen veranlassen könnte, nicht zu rechnen sei; im Interesse des Staates oder der beteiligten Städte sei es gelegen, das Baukapital aus öffentlichen Mitteln zu be­willigen. Der Hauptberichterstatter war Ministerialrat Fahr, v. Viegeleb en-Darmstadt, der die in Spezialreferaten mehrfach hervorgetretene Ansicht, daß zwischen der Eis en- bahntarifpolitik und der Schiffahrtsabgaben­politik ein prinzipieller Unterschied bestehe, nicht teilte. Wenn vielmehr der Staat in einem Falle grundsätzlich berechtigt sei, für seine Leistungen volles Ent­gelt oder noch mehr zu fordern, so treffe das auch im anderen Falle zu. Es sei Uebereinstimmung aller Bericht­erstatter darin zu konstatieren, daß unter Umständen durch Erhebung von Abgaben eine Deckung von Betriebs-Unter- Haltungskosten, sowie eine mäßige Verzinsung des An­lagekapitals einer Wasserstraße erlangt werden könne. In der Frage aber, ob überhaupt, unter welchen Umständen und unter welchen Voraussetzungen dieses Ziel angestrebt werden solle, seien verschiedene Ansichten laut geworden.

Karlsruhe, 2. Juli. Die Verfassungs-Kom­mission hat sich gestern mit der Frage des direkten Wahlrechts zum Landtage beschäftigt. So weit aus der vertraulichen Sitzung bekannt wird, hat Minister Schenkel die Forderung der Pluralwahl, des Zensus und des mehr­jährigen Aufenthalts des Wählers im Lande vertreten. Die ! Angelegenheit wird in den nächsten Tagen im Landtag , zur Verhandlung gelangen, der am 10. Juli geschlossen wird. , München, 2. Juli. Generalversammlung des Gesamt- .

Verbandes der christlichen Gewerkschaften. Der Ausschuß des Gesamtverbandes wird beauftragt, unverzüg- lich Schritte zur Gründung eines neuen Metallarbeiterver> ' Landes zu thun. Im Saufe der Beratung kamen heftige

größeren^ und kleineren Verbänden

Volitische Tages schm.

Herrn v. Podbielskis neuester Plan.

Aus Berlin, 2. Juli, wird uns geschrieben-

Auffällig häufig tritt ein Gegensatz der Anschauungen zwischen der konservativenKreuzztg,"" und der stramm agrarischenDeutschen Tagesztg." in Erscheinung. Auch letzt wieder hatte das Organ desBunds der Landwirte" über die Pläne des preußischen Landwirtschaftsministers, eine Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes herbeizuführen, ein wenig schmeichelhaftes Urteil geäußert:es solle der Schein geschaffen werden, als ob etwas geschehe." Ganz anderer Meinung ist dieKreuzztg."" Das Blatt miß- bllligt ausdrücklich, daß von vornherein von verschiedenen Seiten die Denkschrift des Herrn v. Podbielski abfällig be­urteilt wird; daß der Minister diese Angelegenheit fest anznfassen gewillt ist, dafür sei ihm die deutsche Land­wirtschaft zu Dank verpflichtet. Auf die Sache selbst geht die Kreuzztg."" nicht ein. Es sei eine völlig neue Materie; offenbar habe der Minister zunächst eine feste Grundlage für wettere posttive Arbeit in der angegebenen Richtung geben wollen.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger v '*

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen