Ausgabe 
3.3.1902 Erstes Blatt
 
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Gerichtssaal.

,wei Zeugen wurden wegen

m. Ervnberg, 28. Febr. Die Einweichung des hie­sigen Kaiser Friedrich-Denkmals findet am 5. August, dem Todestage der Kaiserin Friedrich, statt. Der Kaiser wird der Feier beiwohnen.

Auszeichnung. Der Großherzog hat zum 1. März dem Kammerchoristen Lang aus Anlaß seiner 35jährigen Dienstzeit das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps

der eben ausgehobenen Erde bedecken. Auf diese Meise wird jede eingeworsene Kartoffel mit dem Ausheben eines neuen Pflanzloches auch zugedeckt.

° Schluß folgt.

Familien Nachrichten.

Gestorberr: Agathe Grein, geb. d'Orville, in Offenbach.

Aus Stadt und Amid.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willtornmen und werden angemessen honoriert.

Gießen, 3. März 1902.

liehe Mißernten vor. v

Der Kartosfelbau hat uns in Deutschland besonders großen Segen gebracht. In keinem Kulturland werden mehr Kartoffeln gebaut als bei uns, da sich Boden und Klmra besonders für den Kartosfelbau eignen. Dre deutsche Be­völkerung ernährt sich durch den beliebten und gewohnten Konsum von Kartoffeln billiger als die anderen Nationen, und das erleichtert unserer Industrie die Konkurrenz auf dem Weltmcnckte.

In unseren Gebirgsgegenden auf dem Westerwald, un Taunus, auf dem Hunsrück, in der Eifel, aus der Rhön, im hoben Thüringerwald, im Fichtelgebirge, Erzgebirge, kurzum auf alle unseren verhältnismäßig armen Gebirgshohen gedeiht die Kartoffel, und der Menschenfreund kann sich dem guten Glauben hingeben, daß auch für die ärmsten Gebirgsbewohner gesorgt ist, wenn bei ihnen dre Kartoffeln aut geraten sind.

In unserer Ackerwirtschast hat der Anbau der Kars, toffeln im großen eine vollständrge Umwälzung hervorge- rufeu. Die Viehhaltung konnte verstärkt werden, als man begann, aus Kartoffeln Spiritus und als Nebenprodukt die als Vieh futter so wertvolle Schlenrpe zu erzeugen. Weite Länderstrecken im sandigen Osten wurden der Bodenkultur erst durch den Kartosfelbau erschlossen. Der aus den billigen Kartoffeln erzeugte 90prozenttge Spiritus eroberte den Weltmarkt, und welche Bedeutung dieser aus den Kar­toffeln erzeugte Spiritus noch gewinnen kann, geht aus den Fortschritten hervor, die die Benutzung desselben zu Beleuchtungszwecken, zur Heizung, zum Betrieb von Loko- mobllen und anderen Kraftmaschinen tagtäglich macht. Er­füllen sich die Erwartungen, die die deutschen Landwirte von der Verwendung des Spiritus auch in dieser Richtung mit gutem Grund erhoffen, gelingt es, daß der Spiritus an dre Stelle des Petroleums tritt, daß er zum Teil die Kohlen ersetzt, dann wird der deutschen Landwirtschaft da­durch besser geholfen sein, als durch manche sonsttge Maß­

haben nicht fetten nur 18 Proz. Stärkemehl und weniger, während die besten Brennereikartofseln 23 bis 27 Proz. Stärkemehl enthalten.

Der Erfolg d es Anbaues der Kartoffeln hangt ab von dem Boden, der Düngung, der Bodenbearbeitung, der aus­gewählten Kartoffelsorte, der Bearbeitung der Kartoffel- Pflanzen unv auch wesentlich von der Aufbewahrung der Pflanzkartoffeln.

Ich beginne deshalb, wenn ich nunmehr von dem An- bau der Kartoffel spreche, nicht mit der Pflanzung, sondern mit der Ernte der Kartoffeln. Die Ernte foll thunlichst bei trockenem Wetter geschehen. Die Kartoffeln muffen trocken in den Keller gebracht werden. Kommen sie feucht, beregnet aus der Erde, so müssen sie erst in einem luftigen Raum abtrocknen und dürfen erst bann in den Keller oder in Erdgruben. Kranke Kartoffeln müssen dabei ausge- schieden, die Pflanzkartoffeln und zwar solche in der Größe eines starken Hühnereies am besten.auch gleich im Herbst herausgelesen und von den zum Essen bestimmten Kartoffeln getrennt aufbewahrt werden. Bei diesem Sor­tieren bleibt aller Schmutz zurück, die Kartoffeln erhitzen

nahmen.

lieber den Anbau der Kartoffeln auf den verschiedensten Böden läßt sich sagen: die Kartoffel gedeiht auf allen Bodenarten, wenn man ihr die zum Gedeihen günstigen Vorbedingungen schasst Sie liebt aber besonders einen tiesgründigen, warmen, leichten, sandigen und humosen Lehmboden und liefert hier bei angemessener Düngung und Behandlung die höchsten Erträge. Kalten, nassen, schweren Boden liebt sie dagegen durchaus nicht Es em stehen hier ganz besonders im feuchten Sommer oder Herb leicht Fehlernten. Dagegen ist im leichtesten Flugsand der Anbau der Kartoffel noch mit Erfolg möglich. Wahrend die Kartoffel aus chr zusagenden Böden bis 150 Zentner guter Knollen liefern kann, sinkt der Ertrag auf weniger vorteilhaften Böden bis aus 40 Zentner herab.

Es giebt, wie schon oben erwähnt, mehr als 3000 Kar- tofselsorten. Man unterscheidet nach der Reifezeit frühe, mittelfrühe und späte Sorten. Die beiden ersteren reifen bei entsprechender Behandlung in 70 bis 90 Tagen, die späten brauchen dazu bis 200 Tage. Ferner unterscheidet man die Kartoffeln nach dem Gebrauch als Speisekartoffeln, Brennereikartoffeln und Futterkartoffeln. Zu Brennerei-

rnirttaeit AbbLngen der Kordilleren gedeiht sie noch hMte M.T Ster gegen die Mitte des 16. Jahrhunde-^ SS, jLiher eroberten, brachten sie, in die §etmat zurnck- Ährtbie Startoffel zum Anbau in die Niederlande, Bur ffJw Durch andere Seefahrer, wie durch

b©nawnMnMei Walther Ruletgh wurde sie 158o bis 1623 in England verbreitet, in Deutschland und »war m

3 fic erst 1717, in Preußen unter Friedrich. Ä«i°^en 1783 angebaut Der Widerwille der mLrkischen Lem gegen ^e «ne Pflai-ze war so gr°L daß sie teils g^altsam gezwungen werden mußten, Kartofseln zu ^^u^Anfang des 19. Jahrhunderts, nach den Frechei^- trieaen wurde die Kartoffel in Deutschland ziemlich all- cmaebaut. Als man aber die Entdeckung machte, man auch aus Kartoffeln Branntwein brennen könne, wutt>^ der Anbau immer stärker betrieben und die Kars- ttllel als Nahrungsmittel, zu Futterzwecken und zur He^ stettung von Branntwein immer stärker und wahrscheinlich ui einseitig angebaut denn etwa int Jahre 184o trat plotz- rkh^bie Kartosfelkrankheit auf und in der Folge so ver­wend daß ost vollständige Mißernten eintraten, ye g»an fam auf den Gedanken, neues Saatgut einzu- «ifiren und machte wirklich die Erfahrung, daß die neuem» Jefaörten Daatkartvffeln sich meist widerstandsfähiger gegen die Kartosfelkrankheit zeigten. Englische undamerikanische Züchter machten es sich zur Ausgabe, neue Kartofselsorten zu erzeugen und diese in den Handel zu bringen. C n bekannter deutscher Kartoffelzüchter, A. Busch aus Groß- Massow in Pommern, führte diese Neuzüchtunaen m Deutsch­land ein, vermehrte oieselben durch Nachzucht und brachte sie in den Handel. Deutsche Landwirte folgten m immer arößerer Zahl den amerikanischen und englischen Züchtern, es entstanden fortgesetzt neue Kartofselsorten, und wir haben letzt deren mehr als 3000 Sorten am Markte, von tonen tausende wieder verschwinden und neue tausende austauchen. Jedenfalls ist erreicht, daß wir Kartofselsorten haben, die sich widcrstaudssühig gegen bie KartosselkrauFeit zeigen uni nute Ernten sichern. Mißraten die Kartofseln auch ein. mal im Westen oder im Osten, höchst selten kommen eigene

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Kartoffelsorte einen umfangreichen Kraittbusch entwickelt ^bruar. Dem Taglöhner Heinrich Schornber eine Tochter, Anna oder nicht. Kartofselsorten, die große Knollen bringen und ^tlbclmma geboren den 22. Januar. Dem Taglöhner Eberhardt besonders die Spatkartoffeln wird man Wetter legen als Schmidt eine Tochter, Susanne, geboren den. Januar. Dem andere. Man schleift die »Rinnen dann entweder mtt einer Fabrikant Emil Horst ein Sohn, Heinrich August, geboren den 11. umgekehrten Egge zu, ober deckt die Pslanzkartoffeln mit Januar. 24. Dem Laternenanstecker Friedttch Schäfer eine Tochter, Lacke oder Spaten oder man spaltet, was in hiesiger Gegend Catharine Elise Wilhelmine Julie, geboren den 24. Januar. Jo- häusiger W>W, Häufelpflug bie zwischen ben ft«

^unen stehni gobttebeuen 3alfen und deckt so die Kav- ^in unehelicher Sohn, Heinrich, geboren den 15. April 1900. toffeln zu. In vielen.Gegenden Seitijchlandö Pflanzt man, Beerdigte. Markusgcmeinde. Den 22. Februar, besonders da wo Arbeitskräfte reichlich zu haben ftnnd, die Ludwig Künkel, Privatier, ein Wittwer, 85 Jahre alt, starb den Kartoffeln mit dem Spaten nach der Schnur oder Keilte. 20. Februar. Johanne saemeinde. Friedrich Schäfer, Zwei Leute an jedem Ende der Schnur spannen diese über | Schriftsetzer, 43 Jahre alt, starb den 24. Februar.

das Feld. Da lvo eine Kartoffel ihren Platz finden soll, ist -----------

in der Schnur oder Kette ein Zeichen angebracht, an der *frdliffanfldn idlteil

Kette entlang stehen eine Anzahl lNänner verteilt, mit dem u j 1 j

Spaten in der Hand. Jedem sind 5 bis 10 Zeichen an derRed Star Linie" Antwerpen.

Kette zugeteilt, er gräbt an ton betreffenden Stellen mit Der VostdampferSouthwark" derRed Star Linie' in je einem Stich ein Pflanzloch, Frauen, die in der Schüxze Antwerpen ist laut Telegramm am 27. Februar wohlbehalten in oder in einem Handkorbe die .Kartoffeln tragen, werfen in | New-Pock angekommen.

jedes Pflanzloch eine Kartoffel. Die Kette wrid Wetter gesteckt, die Männer graben neue Pflanzlöcher, indem sie die in die ersten Pflanzlöcher eingelegten Kartofseln mit

ich, da sie weniger dicht liegen, nicht leicht, und es werden Verluste durch Nachfaulen am besten vermieden.

Frost darf die Kartoffeln in ihren Winterlagen nicht treffen, die Kelleröffnungen müssen gut verwahrt sein. Tritt im Laufe des Winters mildes Wetter cm, so muß tot Keller gelüftet werden. Im fest geschlossenen Keller ent- teht durch die schlafenden Kartoffeln schlechte Lust, wie tm Schlafzimmer der Menschen. Die Kartofseln schlafen, sie atmen und scheiden dabei Stosse aus, die die Lust ver­derben. Deshalb ist das zeitweise Lüsten tos Kellers im Winter bei mildem Wetter so notwendig, tote das tägliche Lüften der Schlasräume tot Menschen. Geschieht das Nicht, so entstehen im einen wie im anderen Falle Krankheiten. Soll die Pflanzkartoffel ün Frühjahr fröhlich wachsen des Großmütigen verliehen. .

können, so muß ihr Winterschlaf gut behütet gewesen sein.» Jubiläum. Die Herren R. und M. Zmheufer Mit der steigenden Temperatur gegen das Frühjahr konnten am Samstag die 10jährige Wiederkehr des Tages hin erwacht die Kartoffel aus ihrem, Winterschlaf, sie fangt -^rn, an dem sie die Firma Aug. Montanus Nachfolger, an zu keimen. Dies muß vor der Pflanzung thunlichst ver- Marttplatz 9, übernommen haben. Zahlreiche Glückwunsch- bindert werden, wenn die Kartosfel, besonders die -ßflan^)ret()en unb -Telegramme sind von nah und fern bei den faitoffcl, im W-rto nM v-rlE foIL Dagegen guAgÄ«^gelaufen.' Die Angestellten überreichten im Winter, die Karwffel nicht zu warm, sonst keimen sie ihren beiden Chefs eine prachtvolle Blumenspende. Auch aus elbft im tiefen Winter. Von Ende Februar ab bei mildem der zahlreichen Kundschaft gingen den Jubüaren viele Glück- Wetter aber lese man auch die g-anz gesunden und im wünsche zu. .

Herbst schon verlesenen Kartoffeln alle 10 Tage einmal Zinsenberichtiguug für in da8 heff. Staatsschuldbuch em. um, schütte sie vorsichtig auf einen anderen trockenen und gctrfl6cnc Forderungen. Zufolge Bekanntmachung des Ministe- sauboren Platz. Bewegt man so die Kartoffeln bis in den I cium§ bec Finanzen vom 18. Februar 1902 kann, worauf Mai hinein regelmäßig alle 10 Tage, so zeigen sich wohl , an dieser Stelle hingewiesen sei, die Berichtigung der Keime in ton Keimailgen der Knollen, die Kemw- werden 3.3 bte m ba§ hessische Staatsschuldbuch eingetragenen £enhrdurch Erzählung bei tor

durch das sogenannte Auskeimen nicht geschwächt, sondern Reichsb ank-H auptkaffe, den sanitlichen Reicheban - behalten chre ganze Äraft. Hauptstellen, Neichsbankstellen und mtt ^a^eneln^^^tl ng ver-

Ende März, wenn stärkere Fröste nicht mehr zu be- sthenen Nebenstellen an solche Personen, Gesellschaften und fürchten sind, trägt man die zum Pflanzen bestimmten Kar- Verwaltungen erfolgen, die kein Gttokonto bei der Reichs­toffeln am besten aus dem Keller in einen luftigen Schlippen 6anE haben.

oder gar auf ton luftigen Hansboton. Hier sollen die Frankfurt a. M., 28. Febr. Der Kaufmännische Kartoffeln äbwelken, d. h. einen Teil ihres Wassergehaltes zz^-ein Leiblicher Angestellter dahier beschloß, Lehr- verlieren. Dabei treten die Keime deutlich hervor. Etwaige stellen für Verkäuferinnen unentgettlich zu ver- Krankhettskeime, die der Schale der Kartoffel anhaften, ^^ln. Unter dem Vorsitz tos Oberbürgermeisters> t erb en ab, es ist diese Art der Behandlung der Pflanz- tolüickes ist fyier ein Ausschuß gebildet worden, der die Kartoffeln eines der wenigen Mittel gegen das Austreten Mündliche wissenschaftliche Forschung über die römische der Kartoffelkrankhett , Munizipal st adt bei Heddernheim in die Wege

So ab gern elfte Pflanzkartoffeln gehen rascher aus- satten soll. Von dem großen, dort entdeckten Friedhöfe ist Inzwischen ist es April geworden. Die Pflanzzell beginnt e-n bloßgelegt worden. Jüngst wurde ein den

ür das mittlere und Südtoutschland auf leichten Boden, gestirnten Himmel darstellendes Grabmonument gesunden, ür die klimattsch günstiger liegenden Gegenden unseres iaut Inschrift von einem römischen Centurio aeftiftet Landes. Der Acker, der Kartoffeln tragen soll, ist im beften ro4)r^en ^st. Unter Führung tos Letters der Ausgrabungen, Kulturzustande. Er ist entweder zu der Vorfrucht gut mit Quilling, werden Exkursionen nach der Gräberstätte Stallmist gedüngt worden das ist der beste, ober per üranua[tet werden, zu denen Legttimationskarten ansge- Dünger ist im Herbst aufgefahren unb_ gilt untergerlügt, ^eben werden sollen.

unter allen Umständen hat der Acker im Herbst eine gute und r. ch st a. M., 28. Febr. Von einer teuren Eisenbahn- ttefe Pflugsurche erhalten. Dann ist der Acker im Fruhiahr ^as ^Höchst. Kreisbl." zu berichten: Mrzlich

abgeeggt und eine weitere Pflugfurche gegeben, pbaB bie tour^e Sttecke Höchst-(Ä>derheim ein Herr aus Weil- Ackerkrume, die im Lause tos Winters sich zusammengesetzt Fahrkarte betroffen. Die Bahnverwaltung soll

hat und gründlich durchfeuchtet war, nun wieder gründlich. festqestellt haben, daß der Schlaumeier schon über gelockert und gelüftet ist. Die.Frühlingswärme kann in e-n Fahr diese billige Fahrt gemacht hat, und chm eche )ie Ackerkrume einbringen und ihn durch warmen für die Strafe von 2400 Mark zudiktiert haben. Auftiahme der Pflanzkartoffeln. , . ~ M -----

Diese sind, falls sie, wie empfohlen, in der Große emes starten Hühnereies ausgesucht worden, nicht zu schneid^, um PflaWgut zu sparen. Schneiden sollte man nur dicke Kartoffeln und auch nur wenn man von Mitte Aprtt biss Mitte Mai pflanzt. . |

Die Pslonzmethoden sind verschieden. Wer un Früh­jahr noch Stallmist zu Kartoffeln geben wttl, fährt ihn nun auf, breitet ihn gut und pflügt die Kartoffeln mtt dem Stallmist ein. Die Kartoffeln werden hinter dem Pfluge eingesteckt, nicht eingeworfen, wie es vielfach geschieht. Die Kartoffel sott nickst auf die Sohle der Furche gelegt, sondern seitlich in den durch die Pflugschar locker hingelegten Boden eingesteckt werden daher die Frage des Nachbarn an den Nachbarn, habt ihr eure Kartoffeln schon

gesteckt? Wer hätte nicht schon Kartoffeln Hutter

dem Pfluge gesteckt ober nicht wenigstens zugesehen, und wäre es nur geschehen beim Durchfliegen einer Feld­flur im Frühling und im Eisenbahnzuge. Das Bücken beim Kartofselstecken verursacht leicht Kreuzschmerzen, und mau fleht bann, wie gleichgiltige Leute oder Leute, die ohne die nötige Aufsicht sind, die Kartoffeln in die Furche fallen lassen und es tot Kartoffel überlassen, sich einen Platz in der Furche zu suchen. Die Kartoffel sucht sich! naturgemäß ton ttefsten Punkt, sie kommt aus die Sohle der Furche zu liegen und nicht- in die gelockerte Ackerkrume. Das Rad des , ,

Borderpsluges oder der Huf des Zugtteres zerquetscht sie m{t einer Mark Inhalt entwendet. Er roirb, da er wiederholt bäutta oder stösst sie von ihrem Platze. Gehen die Kar- rückfällig ist, zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, fünf Jahren toffeln später auf, so stehen sie lückenhaft, ungleichmäßig, Ehrverlust und Stellung uMer Polizeiaufsicht verurttckt. Der und liefern einen geringeren Ertrag ober es geht wider Karl Bingmann von Stockhauen war von dem Schost^igerlcht ff*, ^Tern »rmen g a uund toe Redens-- Laubach von der Anklage der Körperverletzung mangels Beweises

Erwarten gut, rtotz aller chleryasten Eit, unb bie Reo^ I gesprochen worden. In der heutigen Verhandlung konnte der art wirb wahr, baß namliai bie dümmsten ~eute pie dicksten I ^geklagte jedoch überführt werden, trotzdem mehrere eidliche Aus- Kartoffeln bauen. Wer nut lunitlichem Dünger düngen wttl, refne Thäterschast in Abrede stellten. Der Angeklagte wurde läßt wohl auch bei dieser Art zu pflaiizen, künstlichen Dünger: 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Zwei Zeugen wurden wegen Knochenmehl, Holzasche, aufgeschlossenen Peruguano (dieser Verdachts des Meineids sofort verhaftet.

vielleicht der beste Dünger für Kartoffeln) in bie Nähe-----

der gesteckten Kartosfel beistreuen. Ein <Eßlöffel voll ge- IwU ÜUS dk« Kirlheüblilhttü -tt StW GlktzkN. Haltreichen Düngers genügt für eine Knolle, wenn der Acker - 9 Evanaeliscke Gemeinde

sonst in alter Kraft ist, oder ftisch mit Stallmist gedüngt war. arkusaemeinbe. Den 22. Febr. August

Wer die Kartoffstn nicht im letzten Moment mit Stall- ^uard Christian Karl Klemmrath, Küfer zu Gietzen und Minna mist düngt und die Kartoffel nicht hinter dem Pfluge stecken Mathilde Friederike Ida Albert, Tochter des verstorbenen Kunst- will, sondern nach dem Marqueur pflanzen will, zieht mit un^ Handelsgärtners Friedrich Albett zu Zerbst. Lukasge- diesem Instrument auf dem wie oben geschildert gut vorto'- meinde. Den 22. Februar. Franz, genannt Xaver Äod), Ran- reiteten Feld flache Furchen, Nipnen, bie parallel neben gttrer zu Gießen und Martha Christiane Pauline Hofmann zu

M. Gieße«, 28. Febr. Strafkammer. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vettrat Staatsanwalt Reuß. Tie Ehefrau Ludwig Spangenberger, aus Oberschmrtten, wegen Diebstahls vielfach vorbesttaft, hat ver­schiedenen Lerüen Gegenstände von geringem Wert entwendet und wird wegen Diebstahls im wiederholten Rückfall zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Wäscherin Marianne Wildack aus Grünberg war durch das Schöffengericht dortselbst wegen Dieb­stahls eines Hemdes zu einer eintägigen Gesängnissttase verurteilt worden. Das Berufungsgericht hiell die Identität des gestohlenen urid des bei der Angeklagten beschlagnahmten Hemdes für nicht sestgestellt, ebensowenig die Thäterschast der Angellagten. Rück­sicht hierauf und auf die Unbesttastheit der schon 20 Jahre als Wäscherin thätigen Angeklagten, hob das Gericht das erstinstanz­liche Urteil auf und sprach die Angeklagte von Strafe und Kosten frei. Die Verhandlung gegen die Georg Tost, Friedrich Menges und Friedrich Flick von Großen-Lmden wegen Sach­beschädigung, wurde zwecks Erhebung weiterer Beweise auf den 18. März vettagt. Der vielfach nnt Zuchchaus vorbestrafte Johannes Reuet von Lauterbach hat im Juli v. Js. einem Tag­löhner von dort eine silberne Taschenuhr und ein PortemowiOie

kartofseln wählt man die stärkemehlreichsten Kartoffeln aus, da man im Brennereigewerbe der Besteuerung wegen dar­auf angewiesen ist, möglichst viel Spiritus aus einer be­stimmten Menge Kartoffeln zu gewinnen, um das Geschäft v rentabel zu gestalten. Die Speisekartoffeln haben oft viel j einander lausen und deren ttefster Punkt noch im lockeren Wurzbach weniger Stärkemehl, als die Brennereikartoffetti, liefern auch oft geringere Erträge, zeichnen sich aber durch Wohlgeschmack aus. Futterkartoffeln sollen die höchsten Erträge Liefern, wenn auch der Stärkemehlgehalt darunter leidet. Sie