Ausgabe 
2.12.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 283

Gesche»«« «Sgllch auäei Sonnlags.

Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesflschen Landwirt die Siebener Kamilten« blätter viermal m der Woche beigclegL tRoiaiionsbrucf u. Ver­lag der Brüh l'schen Üinvers.-Buch» u.Stem* dreckere» (Pietsch Erden) biedaktton, ErpedrNo» und Druckeret:

Echnlftraße 7.

Kdress« für Depeschenr «uzetger Gießen.

LernlprrchanschlußAr 51.

Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Dienstag 2. Dezember ISO®

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w '4*F

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis, monatlich 76 Pl oiettel-« iädrltch Ml. LL0; durch Aohole- u. Zweigstelle« monatlich 66 Pf.; durch die Post Mk.L. viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tag es nun» irrer bis vormittag» 10 Uhr, ZerlenpreiS: lokal 12 P^ auSwärt» 20 Psg.

Deraalwoeriichr Mr den ooltt. u, all gern. Teil: P. Wittko. für ,8tabt und LanhE uni ElSerichlösaal^ > Gurt 131010; für den An­zeigen teil: Han» Beck.

Die heutige 'Dummer umfaßt 12 Seiten.

Der Kampf um den Antrag Kardorff.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt rmterm L Dezember:

Ter Abg. Richter will sich mit den Sozialdemokraten auseinandersetzen!" Ties Gerücht war heute auf irgend einem Wege auf die überfüllten Tribünen gelangt und spannte die Erwartungen aufs höchste an. Doch der Führer der freisinnigen Volkspartei leitete das Gefecht nicht ein; -dies that Abg. Kunert, ein zu den bewährtestenHans- !eerem" zählendes Mitglied der äußersten Linken. Er brachte übrigens nichts Aufregendes vor. Nach Herrn innert kam Mg. v. Kröcher (kons.), der Präsident des! preußischen Mbeordnetenhanses, zum Wort. Ter Redner Brauchte es mit solchem Freimut, er fand so originelle Wendungen und Mahnungen an die Adresse der bürger­lichen Parteien und auch die der sozialdemokratischen traf Hon, daß auf allen Seiten des Hauses befreiende eiterkeit entstand. Es ging ein ausgeprägt gemütlicher ^ug durch Herrn v. Kröchers Rede. Und doch war es letz­terem bitter ernst mit seinen Mahnungen. Parlamen- üarier müßten in so kriHschen Zeitläuften ihre Pflicht llhun, und dürften nicht auf die Fasanen- oder Hafen- >agd gehen. Gleichgiltigkeit gegen die parlamentarische Nflicht sei der Vorbote der französischen RevoluHon ge­wesen, und die gegenwärtigen Zustände in Deutschland Hätten eine verzweifelte Aehnlichkcit mit denen vor der französischen Revolution. Eine Hefe Bewegung ging bei diesen Worten durch das Haus, nur links erschallte spötti­sches Lachen.

Nach einer mit zwei Ordnungsrufen belasteten Don- rierrede des Abg. Zubeil (Soz.) kam Abg. Richter an die Reihe. Allseitige Spannung, zumal Richter sich zur Redner­bühne begiebt, während er sonst vom Platze aus zu sprechen pflegt. Unter lautloser Stille beginnt Richter. Er sendet sich zunächst gegen den Abg. Dr. Barth (ft. Vgg.), der ihn am Samstag scharf angegriffen hatte.Ich hatte am wenigsten erwartet, daß aus diesem Glashause ein Stein auf mich fliegen würde." Dann begründete Richter irr scharf umrissenen, eindrucksvollen Darlegungen feine Mißbilligung destaktisch verfehlten, in der Form ge­radezu verwerfliches sozialdemokratischen Obstruktions- frldzugs. Der Sache fehlt aber auch der Humor nicht, wie Abg. Richter zum Ergötzen des Auditoriums ausein- amdersetzte.Wenn der Zolltarif zustande kommt, dann firnn sich die Regierung vor allem bei den Sozialdemo- fiaten bedanken. Denn letztere haben einen Dauerredner mach dem anderen vorgeschickt, und dadurch den Mehrheits­parteien die Zeit zum Finden der Verständigungsformel verschafft." Die kräfHgste Wirkung erzielte Richter^ als er MM Schluß erklärte:Wenn sich österreichische Zustände tjn deutschen Reichstag einbürgern sollten, dann würde i»ch eS nicht mehr für eine Ehre halten, dieser Körperschaft amzu gehören."

Tie äußerste Linke schickte gegen Richter sofort ihren Mwandtesten De datier ins Gefecht, den Mg. Bebel. Es gelang ihm aber, trotz aller Entfaltung seines außer- oordentlichen Temperaments, nicht leicht, die Wirkung der

Richter'schen Ausführungen abzuschwächen. Ebensowenig durchschlagend war der Versuch Bebels, Herrn v. Kröcher zu widerlegen. Die hümorisHsche Beleuchtung dieser Aus­führungen gelang Bebel noch am besten, weil er sich hierbei von einer gewissen galligen Art der KriHk frei machte. Bebel meinte, Herr v. Kröcher habe heute die Mschaffung des Reichstagswahlrechts an maßgebender Stelle in em­pfehlende Erinnerung bringen wollen.Tie Urheber des Antrags v. Kardorff sind die Mg. Spahn, Dr. Bachem und Gröber, die.Heiligen drei Könige des Zentrums". Mg. Bassermann, der Adonis des Liberalismus, hat sich als reaktionärer Mephisto gezeigt." Wurden diese, wenn auch etwas bissigen, Scherze mit Heiterkeit ausgenommen, so schlug die Stimmung um, als der Redner, allerdings in bedingter Form, den abwesenden Präsidenten Gras Bal­lestrem alsBüttel" der Mehrheitsparteien bezeichnete. Mit Energie fg-riff hier Vizepräsident Büsing ein, obwohl Bebel sich hinter die Bemerkung verschanzte, er könne vom Rednerpult aus wo er dem Präsidententisch den Rücken kehrt nicht sehen, wer augenblicklich präsidiere. Tie Bemerkung, der Zolltarif sei ein Denkmal von unserer Zeiten Schande, trug dem heißblütigen Führer der Arbeiter­bataillone, der sich heute in völlige Heiserkeit hineinredete, einen Ordnungsruf ein. Der Chor der poliHschen Freunde Bebels fiel ab und zu mit tönendem Beifall ein, Lir­in ende Kundgebungen.

Mg. Tr. Sattler (nl.), der nächste Redner sprach von ihnen als der bekanntenOrchesterbegleitung" unter­blieben heute, ein Umstand, dessen Tr. Sattler mit Genug- thuung Erwähnung that, als eines Beweises der Umkehr und Besserung. Uebrrgens schüttelte Tr. Sattler die über die nationalliberale Unterstützung des Antrags v. Kardorff in Empörung gerateneNational-Ztg." von den Rock­schößen der Partei ab. Das Zensoramt in Parteiangelegen­heiten könne diesem Blatt nicht zugeftanden werden. Ihm, Tr. Sattler, sei der Antrag äußerst unerwünscht, er habe sich zur Unterschrift äußerst schwer entschlossen. Mer das Unterfangen der kleinen Minderheit, dem Parlament chren Willen aufzwingen zu wollen, mache solches Vorgehen er­forderlich. Das möchten auch die Nationalliberalen im Hause und im Lande, die Gegner des Antrags sind, be­denken.

Mg. Thiele (Soz.) drückte sich in einer sehr bilder­reichen Sprache aus. Er sprach von Zollräubern, von modernen Bassermann's chen Gestalten, vom parlamentari­schen Guerillakrieg, vom poliHschen Meuchelmord, von Laurahütten-Moral, und schloß diesen eigen arHgen Reigen mit einer Verunglimpfung des Präsidenten, den er .Hehler der Stehler" nannte. Graf Ballestrem erteilte die an­gemessene Antwort. Eine entschiedene Veredelung hat der Ton darnach doch nicht gerade erfahren. Es ist aber wohl nicht gerade zu befürchten, daß oer Knotenstock in Aktion treten wird, der dem grimmen Abg. Ulrich (Soz.) aus seinem he ssi sch en W ah l kreisezum Drein­schlagen" geschickt wurde. . . .

Abg. Zllrich im Mästdium der Zweiten Kammer.

Die Wahl des sozialdemokratischen Abgeordneten Ulrich als Schriftführer für die zweite hessische Kammer

worüber sich eine Korrespondenz unseres Darmstadter Bureaus jüngst ausführlich äußerte erregt noch immer lebhafte Erörterungen in der Presse. In sehr bemerkens­werter Weise tadeln jetzt auch Mainzer und Darmstädter Blätter die von der Kammermehrheit vollzogenen Wahl Ulrichs. TasMainzer Tagblatt" bezeichnet diese Wcchl mit fetter Schrift als einen ,-Schwabenstreich der zweiten Kammer" und legt in ausführlicher Begründung dar, daß die Mehrheit mit dieser Wahl wohll dem Präsi­denten der Kammer eine Liebenswürdigkeit haben erweisen wollen, da derselbe mit dem neuen Schriftführer eng be­freundet sei. Mit Bezug auf diese Wahl und die näheren Intema erhalten wir jetzt von Herrn Landtagsabgeordneten Brauer, dem bisherigen Inhaber des zweiten Schjrifd führeramtes, folgende Zuschrift:

Ter Umstand, daß ich, wie von verschiedenen anderen Zeitungen auch von der Ihrigen als nationalliberal bezeichnet werde, veranlaßt mich zur RichHgstellung zu er« klären, daß ich keiner Partei angehöre.

Im übrigen vertrete ich den in Ihrem Blatt mit Recht betonten St andpun kt, daß ein Sozialdemokrat nicht in das Bureau eines deutschen Parlaments gehört.

Tie gleiche Stellungnahme hat die natio­nalliberale Partei im vorigen Landtag bethätigt. Trotz ihres auch diesmal einstimmig gefaßten Beschlusses, hierbei zu beharren, hat sie nachgegeben, nachdem Zentrum und die, später derhessischen Volkspartei" angehörigen, Abgeordneten beschlossen batten, den Sozialdemokraten einen Sitz im Bureau zu gewähren. Nicht zum wenigsten hat zu diesem Meinungswechsel die Befürchtung des Präsidenten Haas Betgetragen, daß die nationallib. Partei bei Zu­sammenschluß der anderen Parteien sämtliche Ehrenämter verlieren könnte. (Auch nach dem Prinzip der gleichen und gerechten Verteilung der Aemter? Die Nationallibe­ralen bilden doch immer noch die größte Partei in der zweiten Kammer. T. Red.)

Tie freisinnige Partei hat zu Gunsten der Sozialdemo­kratie jaiut einen Sitz im Bureau verzichtet.

Die wenigen Sttmmen (12) habe ich gegen die verab­redeten Abmachungen von meinen nächsten Freunden er­halten, aber nicht von der späterenHess. Volkspartei", mit deren Mitgliedern ich mit Karell und Joutz im letzten Landtag zusammen die freie wirtschaftliche Vereinigung bildete."

Sehr vielsagend ist die Genugthuung, mit welcher der .LZoftoärts" die Wahl des Dbg. Ulrich begrüßt. Das Blatt schreibt:Die Wahl eines Sozialdemokraten zum Kammer- Schriftführer wäre schon im verflossenen Landtag erfolgt, wenn sich unsere Genoffen darauf eingelassen hätten, etwaige Repräsentations-Verpflichtungen dem Hofe gegenüber zu er­füllen. Tamals erklärten unsere Genossen einfach, daß sie weiter keine Verpflichtungen übemebmen als diejenigen, welche nach der Berfaffung und der Geschäftsordnung von ihnen verlangt werden könnten. Die Folge war, daß ein Sozialdemokrat nicht gewählt wurde. Am Montag haben nun die bürgerlichen Parteien den Versuch, unseren Ge­nossen nur unter gewissen Bedingungen einen Sitz im Prä- sidium zu überlassen, nicht wiederholt. Die GleichherechH- gung unserer Partei ist somit bedingungslos anerkannt worden."

Kin Ausflug in den Karz.

(Nachdruck verboten.)

Berlin, 30. Nov.

Mir war es zu viel geworden in dem Großstadt- tmbel, zu viel der interessanten Leute, der geistreichen Dnterhaltunaen, Kunstausstellungen und Theaterneuheiten r- zu viel Geist und zu wenig Natur.

Und dabei lachte draußen eine Novembersonne, wie frie sonst nur der Oktober noch aufzuweisen hat, lachte liiib lockte, bis ich kurr enffchlossen mein Bündel schnürte imb auf einige Tage tu den Harz ging. Das nächste, das bifte ich wählte Thale. Mends kam ich an und sah von inrni Orte nur Schattenrisse. Ein freundlicher alter Herr nuhm sich meiner an und bald fand ich am Rande des Waldes für Geld und gute Worte Unterkunft und Atzung 6 >i tüchtigen, liebenswürdigen Bürgersleuten. Arn nächsten Morgen war ich in den Bergen. Das ist fteilich ellwas anderes als der Berliner Tiergarten und wenn u noch so festlich dreinschaut.

Mas sind wir doch für Thoren! Wir scbwärrnen für faS Gold, ba§ bei den Venetianern in der Luft Hemm­schwirrt und denken, nur daher stamme der satte Gold- tun der venetianifchen Maler. Und derweil wühlt unser I3?ber Herrgott hier hoch oben im Norden im Golde und schafft eine Landschaft mit Stimmungen und Tonwerten, d. einem Hören und Sehen vergeht. Vom reinsten Avldgelb durch alle Nüancen von Rotgelb bis hinüber zur schweren goldbraunen Bronze. Mte verwetterte Felsen ragen dazwischen hinein vereinzelt tauchen grüne Tannen afif in aft der goldigen Pracht, die Bode springt schäumend vwn Fels zu Fels, plötzlich ein gespenstisches Krachen und Zacken! Ich wende mich erschrocken um, ob gar der r-iockenaeist in Person erscheine statt dessen sind es ganz prosaische alte Weiber, die dürre Zweige von den Bäumen brachen. ....

Ein paar Tage später und von dem goldig Mmmern- öct Bergwalde ist kaum etwas geblieben.

In den Nächten tobte ein Sturm, als jage der wilde Mer mit seiner tollen Schar durch die Lüfte. Sie haben's O getrieben - all die goldenen Blätter haben sie herab- oevirbelt und den Wald kahl und traurig zuruckgelasfen. lii) doch hat auch der seines goldenen Schmuckes be­raubte 23alb feine Reize. Die Felsen schieben sich gigan-

ttscher vor, die schwarzen Bäume erzählen eine eigene melancholische Weise. Wo sich aber verein zell Keine zier­liche Goldblätter gehalten haben, da ist es gerade, als hätte eine verschwenderische Hand blitzendes Cdelgestein ausgestteut. Gegenwart und Sage verquicken sich selt­sam hier.

Noch führt die Hexentreppe hinauf zum Hexentanzplatz, aber so degradiert ist die historische alle Treppe, daß statt der allen Brockendamen seligen Gedenkens nur über- müHge Straßenjungen hinaufklettern und noch dazu ganz einfach auf ihren eigenen zwei Beinen ohne jedes mythische Besenwerk.

Ter Hexentanzplatz existiert noch wie vor Mters, aber die jungen und alten Hexlein, die dort allsonntäglich ihre Zusammenkünfte haben, schauen aus lustigen Augen so fromm und sittsam, daß man ihnen schier keine andern Hexenkünste zuzutrauen wagt, als wie sie allüberall von ihren Schwestern in den Bergen und auf dem flachen Lande geübt werden.

Traurig, aber wahr! Das ganze lustige Gesindel der Hexen, Kobolde und sonstiger böser und guter Geister scheint vor dem Hämmern des Eisenwerkes, vor den qual­menden Schloten der Fabriken die Flucht ergriffen zu haben.

Wie kann sich auch Poesie erhalten in unferm ma? schinenrasfelnden säculum!

Man lese im Reisehandbuch:Thale, ein Dorf von über 10 000 Einwohnern großes Hüttenwerk, das allein über 3000 Menschen beschäftigt.Thalenser Emaillewaren" mit und ohne Fehler; mit Fehlern von fliegenden Händ­lern vertrieben, fehlerlos Ehre, dem Ehre gebührt! in fein aus gestattet en Geschäften an seine Leute verkauft." Geehrte Leserin, jetzt kennst Du Thale, und in so einem emaille- und eisenproduzierenden Neste mit über 10 000 Einwohnern sollte noch Sinn für Poesie fein, für echte rechte Harzpoesie! Kein Wunder, denfft Tu, daß die Hexen und alle guten Geister entflohen.

Ja, fehlgeschosfen! Sei nicht zu voreilig in Deinen Schlüssen! Erscheint der Mensch auch noch so prosaisch in irgend einem Winkel seines Herzens hat er doch ein Keines verschlossenes Heiligtum uni) glückt es, in einem unbewachten Moment einen Blick hineinzuwerfen, sieht man da i>rinnen einen Altar errichtet, auf dem irgend etwas Poetischen oder Heiligem die ewige Flamme brennt.

Ten guten Thalensern ergeht es nicht besser. Auch sie huldigen in der SHNe einem Ideal, das nichts mit ihrem Alltagsleben zu thun hat und dies Ideal ist nie­mand anders alsunser Kronprinz". Tiesunfer" be­tonen sie mit einem Stolze, als hätte des Kronprinzen Wiege mindestens in einem Thaleschen Hause gestanden. Alljährlich einmal kehrt der deutsche Kronprinz auf kurze Zeit in dem behaglichen Keinen Forsthause nahe am Hexentanzplatz ein, um dem edlen Waidwerke zu ftohnen.

Tiese kurze Zeit bildet den Glanzpunkt des Jahres für die Thalenser. Strahlenden Auges erzählen sie von dem Empfang, den ihm seine Thalenser bereiten.Und wie der Kronprinz aus dem Wagen springt, so flott und so frei, und wie er dreinschaut wie er grüßt, das ist alles so ganz anders wie bei andern Menschen so apart und so sonnig, daß einem schier das Herz im Leibe lacht."

Tie niedlichsten Legenden knüpfen sich an die jugend- ftische, herzbezwingende Erscheinungunseres Kronprin­zen" und wollte ich aus der Schule plaudern und verraten, wie alte und junge Damen versuchen, sich Reliquien von ihrem er körn en Helden zu verschaffen es käme viel Trolliges ans Licht. Mer ich weiß nicht, ob es den Beteiligten recht wäre, fürchte auch, die Reliquien könnten von ihrer Wunderkraft einbüßen, wenn sie durch solches Zurschaustellen profaniert würden.

Giebt es denn bei all den Fabriken hier keine Sozialdemokraten?" fragte ich meine Wirtin, als sie nicht müde wurde, mir von dem Besuch des Kronprinzen zu erzählen.I freilich, die giebt es schon und oft machen sie einem viel zu schaffen, aber wenn sie auch arg demo­kratisch sind, unfern Kronprinzen haben sie doch alle gern."

Ich denke bei mir, das ist eine Sozialdemokratte, die ich mir gefallen lasse. Ob da nicht doch einer von den Berggeistern dahintersteckt, so einer von den neckischen guten, die den Menschen alles zur Freud' ersinnen, die Fäden hin und wieder spinnen und wenn sie gleich mal tollen UeBermut treiben, doch sorgen, daß die Kinder ihrer Berge vor Tücke bewahrt bleiben?

So viel ist gewiß auch im November lohnt sich ein Ausflug in die Berge! Man spürt und erfährt da aller­lei, von dem man sich hinter dem warmen Ofen nichts träumen läßt. E.