Ausgabe 
2.12.1902 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Kerzi

betrat

Es starben an:

Tuberkulose der

Sikh Kleff

RÜO'

®run 21.5 nacht und 10 U

600

Lie

260

Sk

5 Men! iltljkN atiffo sch«' 27. T bcftxa1

tbitfi nm

Hm>"

ftm (Ro ftim

W«i

vom

2.-15. Jahr

daß drr 1 über Lehr ju f bis, flfnb

Mttti

Vw.

hbi

Ilben

9b tri a>

Len-

*2 N* ^ip<r ImdK

*n

2lnm.: Tie in Klammern gefegten Ziffern geben an, wie r;e der Todesfälle in der betreffenden Krankheit mif von auSwärtS not Gießen gebrachte Kranke kommen.

er h) lei.

jrtiFi N *ie ;

Beiße Jjgen derlei

Ben f-

>< b

Forma« vorzügliches Schuupfcumittell

Familien Nachrichten.

Gestorben: Frau Marie Wagner, geb. Räder in Lffenda-

Gerichtssaal.

Berlin, 29. Nov. Ter sozialdemokratische Stadtver­ordnete Riealer mürbe heute in der 2. Strafkammer des Landgerichts II wegen Beleidigung des Potsdamer Re­gierungspräsidenten, begangen in der Spandauer Stadtver­ordnetenversammlung zu 100 Mk. Geldstrafe event. 20 Tagen Gefängnis verurteilt.

Leipzig, 29. Rov. Der am 10. November vom Schwurgericht Weimar wegen Mordes der Frau .Harz in Jena zum Tode verurteilte 28 Jahre alte Schlosser Behnert aus Nordhausen stand heute vor dem hiesigen Schwurgericht unter der Anklage, am 9. Dezember v. I. die Trödlerin L o r y in Leipzig ermordet und beraubt zu haben. Bch- nert gestand die That ein und wurde wegen Raubmordes auch hier zum Tode und dauerndem Verlust der Ehrenrechte verurteilt. Ein Mordgenos'e an der Leipziger That, der 1884 zu Waldschnitz bei Aussig in Böhmen geborene Schiffs­bauer Stroppe konnte nur zu 15 Jahren Gefängnis ver­urteilt werden, da er zur Zeit seiner Unthat noch nicht 18 Jahre alt gewesen war.

* Eine Rabenmutter aus der englischen Gefell- schäft stand dieser Tage vor den Londoner Gerichten unter der Anklage, ihre Tochter mißhandelt zu haben; die über sie verhängte Geldstrafe von 1000 Mark steht in merkwür­digem Kontrast zu der Thatsache, daß erst jüngst zwei Arbeiter, die ein Pferd mißhandelt hatten, zu längerer Gefängnishaft verurteilt wurden. Tie Dame (Gattin eines angesehenen Friedensrichters!) hatte, um nur einige Bei­spiele anzuführen, ihrem Kinde Bienen unter die Kleider gesteckt, sie hatte es mit Brennesseln im Gesicht fürchterlich zugerichtet, es mehrere Stunden lang im Winter auf einem Baume frieren und oft auf Tage ohne Nahrung gelassen, sodaß das unglückliche Geschöpf (ein Mädchen) seine Nah­rung in dem Futternapfe des Hundes suchen mußte.

Zusammen: Erwachsene: im

1. Lebensjahr:

Feuilleton.

_. Von Arnold Aöcklins Persönlichkeit entwirft .Idols Frev nach den Erinnerungen seiner Züricher Freunde 'M Tezemberheft derDeutschen Rundschau" ein an inter­essanten Einzelzügen reiches Bild. Er schildert die äußere Erscheinung des Meisters, b*c Gottfried Keller mit der emesschweizerischen Majors älterer Sorte" verglichen hat, und hebt besonders den Eindruck hervor, den man von seinen graublauen Augen empfing. Sie waren von den Zidern stark überschnitten, sodaß sic wie aus einem Dreieck heransleuchteten und etwas Beachtendes, Forschendes, hatten. Sie waren auch von ungewöhnlicher Scharfe. Als Böcklin eines Tages mit einem Freunde in Zurich über die Meisenbrückc ging, blieb er plötzlich stehen und deutete auf einen Weih, der hoch in der Luft kreiste und den der andere eben nc»ch wahrnahm.Sehen Sie! Zm linken Flügel sticken ihm einige Schwungfedern: brnm 1J. ec JJi seinem Fluge gehemmt." Er verunochte einen kleinen -Jogel auf dem höchsten Zweig eines großen Baumes $U Kennen, den keine Begleiter nicht nrehr sahen, oder er machte aus die zartesten Krallenspuren der Vögel im Schnee aunnerk^am. auf den Eindrilck, wo die beim Äuffliegen ab­stoßende schwinge den Boden berührt hatte. Allerdings ~ n, cr l^chrzehntelange Hebung und Gewöhnung mit. ©em Juae war völlig normal gebaut, wurde jedoch nach dem fünfzigsten Jahre weitsichtig, sodaß ihm beim Arbeiten mit einer Brille nachgeholfen werden mußte.

Bo al ins Spannkraft. die ibm immer wieder aufhalf, beruhte mif einer eigentümlich'm Mischung von robustem Wesen und Sensibilität. Das Gefühl keiner Kraft erfüllte ihn mohlio und verlieh ihm etwas Männliches, Gelassen^, aus sich Ruhendes. Sie leistete ihm die Gewähr einer langen Jugend und damit des ungehemmte Schaffens. Jung will und muß ich sein :das gehört zu meinem G-lchäft", schrieb er noch int März 1896 an einen Freirnd Als die Gebrechen des Alters kamen, peinigte ihn der Gedanke, daß die Kraft

sollte man Wuch hoffen dürfen, daß ein besserer Anschluß der auf dieser Linie verkehrenden Züge herbeigeführt wird. So trifft z. 23.~ber Abends von Gelnhausen kommende Pcr- sonenzug auf Station Sießen um 7 Uhr 25 Minuten ein. und um 7.26 fahrt ein Per'onenzug von dort nach Londorf ab. Wer also aus dem Lumdathal mit oben genannten- Zug von der Richtung Gelnhausen Gießen kommt, har ba= Vergnügen, noch dreiviertel Stunde auf Bahnhof Gieße,, zu warten und dann mit dem nächsten Zug Gießen-Kasie' bis nach Lollar zu fahren, daselbst ausrusteigen, aisbarn bis D-aubringen, Mainzlar, Trais rc. bei finsterer Aack- winterlichem Detter, den schmutzigen Weg zu Fuß rurückleger zu können; eigenes Fuhrwerk dürfte den Wenigsten >ur Verfügung stehen und auch den Meisten schwer balter solches -auttreiben zu können. Welche Gefühle bei den- jenigen vorherrschen, welche Anwohner dieser neu eröfs neten Bahnlinie sind, und in die Lage kommen, mit be^ betr. Zuge von der Linie Gelnhausen-Gießen /u kommen mag sich jeder selb'st leicht ausmalen können. Denn dies- Zeilen dazu beitragen, daß hier eine Aeuderung zum Besten- eintritt, dann ist der Zweck dieser Zeilen erreicht und der Dank vieler gewiß. Andernfalls dürfte eine gemeinschast. liche Eingabe der Ortsvorstände an der Strecke Lollar-Len- dorf belegener Orte sehr zweckmäßig sein.

Anmerkung der Redaktion. Ursprünglich sollten die Züge der Nebenbahn Londorf-Lollar m Lollar endigen, bis die Weiterführung bis Gießen im 3n- teresse des Publikums stattfand. Weiter ist schon, wie wir hören, in Erwägung gezogen worden, wie weit es möglich sein wird, die Anschlüsse in Gießen an andere Linien noch zu verbessern.

nissen der Neuzeit entsprechenden Verkehrsmittels zu setzen wünschten. Die beiden Herren, welche offenbar der zeit­raubenden und ansttengenden Notwendigkeit deszu Fuße Gehens" überhoben zu sein wünschten, erbrachen nämlich ein auf unbebautem Terrain gelegenes Wagenhaus und stahlen daraus ein dem Baumeister Frttsche in Charlotten- burg gehöriges Automobil im Werte von 5000 Mk. Sie vergaßen jedoch etwas sehr Wichtiges: nämlich den Kessel mit Kühlwasser zu füllen, und so explodierte der Cylinder der Maschine, kurz ehe die Herrschaften nach Wilmers­dorf kamen. Unterdessen hatte Baumeister Fritsche die Polizei verständigt und die heilige Hermandad kam gerade zur rechten Zeit. Beide Missethäter waren durch die Ex­plosion aus dem Fahrzeug geschleudert worden. Ter eine hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß er nach dem Krankenhaus transportiert werden mußte, der andere wurde -verhaftet. Für die nächste Zeit werden die Jünglinge wohl keine Gelegenheit finden, ihrer Vorliebe für den Automobil­sport zu huldigen, ein wenn auch schwacher Trost für den Herrn Baumeister, dem durch die Mißhandlung seines Autos" ein Schaden von 500 Mark entstanden ist.

* Vom Treber-Sckrnidt. Neuerliche Meldungen verschiedener Blätter über den Stand des gerichtlichen Verfahrens gegen den Treberdirektor Schmidt sind dahin klarzustellen, daß nach hierhergelangten Nachrichten die französische Regierung sich einverstanden erklärt hat, den Auslieferungsbeschluß auch auf andere Delikte als die mit Hem persönlichen Konkurs Schmidt zusammenhängenden auszudehnen, also auch auf solche, welche die Schädig­ung der Treberaktionäre herbeiführten. Der Wortlaut des Beschlusses liegt aber noch nicht hier vor. Wann daher die öffentliche Verhandlung gegen Schmidt stattfinden wird, kann jetzt kaum mit Sicherheit gesagt werden.

* Eine verwegene Raubthat wurde in der Nackt vom letzten Freitag auf Samstag, nach Telegrammen Londoner Blätter aus Amerika, kaum zwei Kilometer von der Stadt Davenport im Staate Iowa verübt. Davenport liegt am Mississippi, an der Grenze von Iowa nach Illi­nois. Ein von Davenport kommender Nachtzug wurde eine halbe Stunde vor Mitternacht an einem Bahnübergänge durch ein rotes Signallicht auf der Linie zum Stehen ge­bracht. Mährend Lokomotivführer imd Heizer nach dem Manne spähten, der die Signallampe vorhielt, wurden sie durch i0ine kleine Bande von fünf durch schwarze Masken unkenntlich gemachten Räubern überrumpelt und mit vor­gehaltenem Revolver gezwungen, die Personenwagen von dem aus Lokomotive, Gepäckwagen und dem sogenannten Expreßwagen bestehenden" Teile des Zugs loszukoppeln. Der Expreßwagen gehört der Privatgesell­schaft, die, als Erpreß Company bekannt, die Beförderung von Wertgegenständen und auch die Postsendungen ver­mittelt. Hierauf wurde der Gepäckschaffner und der Agent der Expreß Company, wieder unter Androhung des Todes, gezwungen, ihre Wagen zu öffnen und wieder die Lokomo- ttve zu besteigen, wo drei der Banditen sie bewachten. Während die übrigen im Expreßwagen barm gründliche Untersuchung hielten, wurde die Maschine mit den beiden Wagen drei Kilometer weiter gefahren und die Personen­wagen auf der Linie zurückgelassen. An Ort und Stelle anaekommen, sprengten die Banditen den im Expreßwagen aufgestellten Kassenschrank der Gesellschaft mit Dynamit, beraubten ihn seines ganzen, auf 20 000 Dollars geschätz­ten Inhalts und schlugen sich mit der Beute in den Wald. Etwas über einen Kilometer vom Schauplatz der That wurde im Laufe der Nacht einem Landwirt ein Wagen und ein Gespann Pferde gestohlen, das gegen Tagesanbruch von einer Farm, mehrere Kilometer weiter, bemerkt und er­kannt wurde. Man vermutet, daß die Räuber damit das Weite gesucht haben. Inzwischen waren nach Abfahrt der Lokomotive mit den Gepäckwagen einige von den Reisenden, die bis dahin auch von den Revolvern der Räuber im Schach gehalten worden waren, ausgestiegen, auf der Bahn­strecke nach Davenport geeilt und hatten die Polizei alar­miert, die sich alsbald zur Verfolgung der frechen Schnapphähne auf den Weg machte. Meldungen von einem Erfolg ihrer Spürthätigkeit sind bislang noch nicht ein­gelaufen.

,* Was für Nebeneinkünfte amerikanische Universitäten haben. Bei einem Fußballwettkampf, der kürzlich zwischen den Mannschaften der amerikanischen Universitäten Pale und Princeton stattfand, wurden 32000 'Lollar (128 000 Mk.) an Eintrittsgeldern eingenommen. L*a die Unkosten nur 2000 Dollars betragen, bleibt ein Reingewinn von 30 000 Dollars, der gleichmäßig zwischen den beiden Universitäten geteilt wurde. Das Resultat von Wettkämpfen gegen Entree auf geistigem Gebiete wäre zweifellos ein gewaltiges Defizit gewesen.

Aus Camburg wird geschrieben:Theodor Körnett', eine vieraktigeBiographische Handlung" von Stefano Do- naudy, war die dritte Opcrn-Neuheit am Hamburger Stadt theater in dieser Spielzeit. Die Feuerprobe verlief, von einer glänzenden Darstellimg unterstützt, vortrefflich. be­sonders der sehr wirksame dritte Akt mit der äußerst fernen Instrumentierung des Gebetes der dem Geliebten Körner (Pennarini) nach Breslau gefolgten Braut (Frl. Schloß1 und die dramatische Schwurszene brachten dem Komponisten und den Künstlern lang anhaltenden Applaus.

In Wien ist HauptmannsT er armeHeinriw^ mit erst sich steigerndem starken, dann vom dritten Akte ab mit sich abschwächendem Erfolge aufaeführt worden. Fott- dauernde Qualen ermüdeten. Tie Erlosungsszene im vierten Akt war wieder ein Höhepunkt. Der letzte Akt fand wegnt seiner pictisttschen Mystik wenig Teilnahme. Die Darstell­ung von Kainz und Frl. Medeisky war vorzüglich.

Joses Laufs arbeitet jetzt an feinem neuen Hohen- zollcrndramaUnterm Sturmyut". Im Mittelpunkt der Dichtung stehl die Gestalt des großen Kurfürsten.

Oskar WildesSalome", die in Berlin ver­boten wurde, ist soeben vom Intendanten Baron zu Pullik für das Hoftheater in Stuttgart erworben worden und wird am 19. Tezember dort zur ersten Aufführung gelangen. Für die Darstellung der Salome wurde Frau Gertrud Evsoldt gewonnen, welche die Rolle in Berlin am ,Kleinen Theater" mit so großem Erfolge gespielt hat und von der Direktion der genannten Bülme für zwei Abende freige­geben wurde.

Ratziputzli" ist der Titel eines DühnenmürchenS, dessen Verfasserin Frau Cäcilie Töpler-Denzel ist, die Witwe des verstorbenen Professors Döplcr der Aeltere. Ihr Sohn, der junge Töplcr, wird zu dem Werke, dessen Erstaufführung voraussichtlich in Hamburg ftattfinbet, by Dekorationen und Kostüme entwerfen, während die Ge­schwister Rubensohn in Altona die hierzu erforderliche Musu komponieren werden.

und das Jugendgefi'chl ihn verlassen sollten. Er wies jede Hilfeleistung zurück und empfand es bitter, wenn man seinen nnthsam gewordenen Gang ober seine schwer gewordene Zunge bemerkte. In Konstanz wollte er, ber schwere, siebzigjährige Mann, bei Verwanbten eines seiner Söhne ein Fahrrad besteigen, znm ersten Mal in seinem Leben, unb ben Abmahnenden entgegnete er:Das kann ich schon!" Vor bem Abgrund packte ihn zuweilen dämonische Lust, dem Alter und dem Tod herausfordernd entgegenzulachen. Als seine jungen Zechgeirossen bei einer der häufigen Zu­sammenkünfte in San Domenico ein burleskes Leichen­begängnis veranstalteten, indem sie einen der ihrigen auf eine Bahre oder etwas ähnliches legten und herumtrugen, stellte sich der grei'e Böcklin an die Spitze des funebren Zuges und schlug mit zwei Pfannendeckeln die schaurige Totenmusik." Und andererseits verlor ber sensible Mann das innere Gleichgewicht io leickt, daß er der geringsten Wider­wärtigkeit ansbog. Oft öffnete er Briefe nicht, die nach ihrer Herkunft ettvas Unangenehmes zu enthalten drohten, und er trug so fortwährend ein kleines Archiv von unge­lesenen Dokumenten in der Rocktasche mit sich herum. Die Furcht vor Erschütterungen hielt ihn vom Theater fern. Schon als Vier-igjähriger erklärte er, er gehe so ungern dorthin, weil er bei einer Situation, die ihn ergreife, un­willkürlich weinen mürfc, daß ihm die dicken Thränen die Wangen herabliefen. Als er in Zürich seinem Vorsatze ein­mal untren wurde, um denFidelio" zu hören, bemerkte man, wieder sich während der Kerkerszene wiederholt die Augen wischte. Ein Nichts, ein Eindruck, den ein Anderer taum spürt, legte sich seinem Schaffen leicht in den Weg Ter Bildhauer Bruckmann, fein Schwiegersohn, trat eines Tages ins Nebenatelier, in den Bau, wo er zu arbeiten pflegte, und begann, ohne zu wissen, daß fein Schwieger- vater nebenan war, laut die Marseillaise zu pfeifen, hörte 1 dann aber nach den ersten vier Taften zufällig auf. Böcklin konnte nicht anders, er mußte die Melodie weiterpfeifen, 1 kam bann herüber und sagte: .Herrgott, jetzt hast Du mir glücklich ein Motiv totgepfiffen."

Kandwirtschast.

Gießen, L Dez. Bei der kürzlich in Würzburg abgehaltenen Getreide-Ausstellung konnte man sich überzeugen, roic vorteilhaft die Verwendung einer Getreidereinigungsmaschine mit Zentrifuge für den Saatverkauf ist. Tie ausgestellten Maschinen (von mehreren Firmen) sonderten Unkrautsamen, zerbrochenes, minderes, mittleres und schweres Getreide in einer solch vorzüglichen und leichten Weise, daß man erstaunt sein mußte. Welche Vorteile eine der­artige Maschine für den Landwirt bringt, gleichviel ob er für den Verkauf Getreide zieht oder für eigenen Bedarf, ist einleuchtend. Am rentabelsten wäre, nach demPrakt. Wegweiser", Würzburg, die Anschaffung einer Getreidezentrifuge, wenn eine Gemeinde ober mehrere Landwirte sich zusammen zum Kaufe und zur Benützung entschließen könnten.

Berg (Pfalz). Die erste Pfälzer TabakverwertungSgenoffen- schaft (Zigarrenfabrik) e. G. m. b. H. dahier erhielt bei ber Aus­stellung des Bauernvereins in Gernsheim (dessen) ein Div- l o m für her-vorragenbe Leistungen auf dem Gebiete ber Selbsthilfe in ber Landwirtschaft.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Deutsche Raucher.

Rauchet deutsche Zigarren und nicht Havanaimporten, deren Fabrikation jetzt Rockefellers Petrolenni-Portemonnaie füllt. Früher waren Havanaimporten bestes Zigarrenfabrikat, heute ist es Trustmache der nordamerikanischen Tollarkonige. Sie haben es, die Herren Amerikaner, wahrlich in der kurzen Zeit, in der sie im Besitz der berühmten Havaneser Zigarrenfabriken sind, herrlich weit gebracht. Zur Zeit der unabhängigen Privatindlistrie mar ein Zigarrenmacher auf Kuba ein rarer Artikel, ber sich die Ar­beitsgelegenheit ausfucken konnte, und wurde für seine Kunst nach deutschen Begriffen fürstlich entlohnt. Jetzt, ivo der Trust die be­deutendsten Fabriken im Besitz hat, gehen diese Leute, die sich nicht mit Unrecht Künstler in ihrem Fach nannten, betteln! Des Räisels Lösung ist sehr einfach. Ter Trust kann mit Recht die Zigarrenfabrikation auf Kuba als seine Domaine betrachten, eine wirkliche Konkurrenz hat er nicht mehr. Folglich wird derAr­tikel" nach echt amerikanischer Art grünblid) ausgeschlachtet, wie's nach unserer naiven Auffassunggar nicht Mode ist". Jetzt muß an benFlores" rc. so gut wie alle? verdient werden, denn ber Trust hat's nötig. Er hat m seinem brutalen Kampf, freie ehrliche Existenzen zu vernichten, so viel Millionen springen laffen, baß er sich an den kubanischen Fabriken gründlich erholen will unb muß. Jetzt werben natürlich solcheRauch Du sie extra muros" ver­brochen, daß es wenig Wunder nehmen kann, wenn die einst so blühende Industrie, die in ber Branche nicht ihres Gleichen hatte, ihrem Niedergang entgegengeht.

Auf der neu eröffneten Bahnstrecke Lollar-Lon- >orf ist durch Einschaltung einiger Züge bem reisenden Publikum etwas Entgegenkommen gezeigt worden, nun

Eisenbahn Zeitung.

Wiesbaden, 28. Nvv. Der Minister der offent- licheri Arbeiten hat an die Handelskammer Wie-- baden nachstehenden Erlaß gerichtet:Von dem Wunsche der Handelskammer wegen Belassung der Sttecke Castel- Oberlahnstein bei der Eisenbahn-Direktion Frank­furt a. M. habe ich Kenntnis genommen. Ich bemerke indessen, daß über eine etwaige Mtrennung dieser Streck vom Frankfurter DirektivnZbezirke bisher eine endgilti« Entscheidung nicht getroffen ist, daß aber selbstverständ­lich, bevor Entscheidungen über derartige Grcnzverschieb- ungen getroffen werden, den Behörden der allgemeinen Landesverwaltung Gelegenheit gegeben wirb, dazu Stell­ung zu nehmen. Im übrigen kann die Hanbelskammer her- sichert sein, daß, falls etwa im Hinblick auf die Eisen­bahn-Neubauten um und bet Mainz Grenzver'ckiebune/n zwischen den Bezirken ber Eisenbahn-Direktionen in Frank furt a. M. unb in Mainz erforberlich werben sollten, meine vornehmste Sorge der Pflege bes Verkehrs, unb zwar ebensowohl des Lokal-, wie des Durchgangsverkehrs gelten wird."

Geheizte Gütertvageu läßt die bayerische Dahnvci-waltuu« auf den Strecken AschaffenburgMünchen, PaffauWürü'uky, HofWürzburg und zurück während des Winters zweimal wecken: lich verkehren behufs Beförderung von Obst, Gemüse. 'Kartoffeln. Bier, Wein usw., soweit diese Güter im inneren bayerischen 5>cr kehr zur Aufgabe kommen, gegen einen Frachtzuschlag von 40pCt der tarifmäßigen Fracht.

giddjrntlidif Ilrbrrfidjt brr Cobtüfnllf in brr Stabt Sitfa.

47. Woche. Vom 16. bis 22. November 1902.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 22,08,

nach Abzug von 6 Ortsfremden: 10,04V<r.

Kinder

Lungen

1

1

Keuchhnsten

1

1

Ltmgenerweiterung

1

1

Neubildung

1(1)

1(1)

eingckl. Bruch

1 (1)

1 (1)

Herzleiden

2

2

Nierenentzündtmg

2(2)

2(2)

Lebensfchwäche

1 (1)

1(1)

Sturz tn einen Pfahl 1 (1)

KD

Summa:

11 (6)

9(5)

1(1)

" 1