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sondere den vielen Musensöhneu, die den Haupttekl der Besucher stellten.
— Schwurgericht. In der heutigen Sitzung wurde bie 26 Jahre alte Dienstmagd Anna Lend aus Bürstadt wegen Meineids zu 9 Monaten GesänaniS unter Abrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft verurteil. Ausführlicheres in nächster Nurmner.
tz Butzbach, 1. Oktober. Der hiesige Stadtvorstand hat den erst jetzt bekannt gewordenen Beschluß gefaßt, daß diejenigen Einwohner, bei welchen während der letzten Manöver O ffiziere einquartiert wurden, keinerlei Vergütung hierfür erhalten sollen; anderseits erhöhte er die Sätze für Verpflegung der Nichtoffiziere. Erstere Maßnahme hat in beteiligten Kreisen umso größere Mißbilligung erfahren, als die Stadt für Quartierlasten hinsichtlich der Offiziere Entschädigung bekommt, eine Vorenthaltung der Vergütungen an Quartiergeber der Offiziere aber die ungerechtfertigte Bereicherung des Gememdesäckels auf Kosten eines Teils der Steuerzahler bedeutet. Die so zurückgesetzten Quartiergeber wollen den Beschwerdeweg zur Wahrung ihrer Rechte beschreiten. — Auf recht noble Weise sind in der Nachbargemeinde Nieder-Weisel die Quartiergeber entschädigt worden; dort wird für einen Offizier 2 Mark und für Unteroffiziere bezw. Gemeine 1 Mk. 30 Pfg. pro Tag vergütet.
Bad-Nauheim, 2. Okt. Vom 13. bis 15. Oktober findet hier die Wanderversammlung des deutschenBäder- tageö statt. Die hessische Regierung veranstaltet zu Ehren der Teilnehmer ein Festessen im Kurhause.
I. Büdingen, 1. Okt. Bei Vonhausen fand man gestern Abend die Leiche der Hausiererfrau Molter von Stockheim. Um 5 Uhr nachmittags verließ sie Diebach noch gesund und munter, um 8 Uhr hatte ein Herzschlag ihrem Leben ein rasches Ende bereitet Die Unglückliche wird morgen auf dem Friedhöfe zu Stockheim beerdigt werden.
rg. Holzhausen (Kr. Kirchhain), 2. Okt. Heute vormittag traf der Großherzog zum Besuch des Kaiserlichen Botschafters, Frhr. v. Stumm, im Schloß Neu-Potsdam hier ein.
Vermischtes.
* Berlin, 2. Okt. Neuerdings zirkulieren falsche Zehnmarkstücke in großen Mengen. Es ist gelungen, mehrere derselben anzuhalten. Sie zeigen eine sehr sorgfältige Prägung und stimmen auch im Gewicht mit den echten Zehnmarkstücken überein. Als Münzzeichen tragen sie den Buchstaben B, Jahreszahl 1872.
* Budapest, 1. Okt. Aus der Straße nach LunrkaPojen wurde der Postwagen von Räubern überfallen uitb der Postillon Rtbesku erschösse tu Die Räuber bemächtigten sich sodann der eine größere Summe repräsentierend en ärarischen Gelder, die die Post mit sich führte.
Der Konitzer Mord vor Gericht.
Berlin, den 1. Oktober 1902.
Im Prozeß gegen die „Staatsb.-Ztg." wurde heute als erster Zeuge Bürgermeister Teritius auS Könitz vernommen. Derselbe !iab eingehende Auskunft über seine nach Bekanntwerden des Bev- chwindens von Ernst Winter entwickelte polizeiliche Thätigkett und ste von ihm angeordneten Maßregeln, nachdem am 13. März 1900 üeich enteile unter dem Eis oeSMönchsees, in rot- braunes Packpapier eingewickelt, auigesunden worden waren, lieber alle Reserven hat Zeuge ein genaues Tagebuch ge
führt, daS auf Antrag des Staatsanwalts zur Verlesung gelangt. Der Präsident bemertt sodann gegenüber dem Zeugen Detttius, er weise wohl den Vorwurf vonstch, daß er ein P a r t e i - genösse der Juden sei und alles, waS die Juden belastete, wie Ausdrücken wie Quatsch u. dgl. abgewiesen habe. Zeuge DetttiuS bezeichnet dies als absolut unwahr. Unter den vielen Angriffen, denen er auSaesetzt gewesen sei, rühre mindestens der dritte Teil von jüdischer Gerte her. Aus die Frage deS Staatsanwalts, ob nicht die Agitation gegen die Juden durch die ,StaatSb^-Ztg." wesentlich vergrößert worden sei, antwortet DetitiuS mü Ja. Ter Angeklagte Bruhn bestreitet entschieden, daß er die Erregung gegen bie Juden hervorgerusen habe. Die Erregung sei dauernd geworden, alS Schlächtermeister Hoffmann verhaftet wurde. Nächster Zeuge ist der Kriminal-Kommissar W e b n. Nach seiner Darstellung hat er die Recherchen sowohl aus Christen wie aus Juden ausgedehnt. Aus Lewys Boden und Kellerraum habe er nachgesucht und nichts Verdächtiges gefunden. Er habe damals auf Dem Standpunkt gestanden und teile diesen Standpunkt auch heute noch, daß den Aussagen der Zeugen Maßloff und seiner Schwiegermutter Roß kein Gewicht beizulegen sei, sondern daß diese als ein Lügengewebe ersten Randes zu betrachten seien. Es kommt der vollständige Bericht des Kriminal-Kommissärs an den Ersten Staatsanwalt zur Verlesung, worauf der Kriminal- Jnsoektor Braun vernommen wird. Derselbe berichtet überfeine Lhätigkeit in Könitz und erklärt, daß er nun zu der Ueberzeugung gelangt sei, daß der Schlächtermeister Hoffmann unschuldig sei. Zeuge behauptet weiter, daß die Thäligkeit der Vigilanten Schiller und Rauch der Behörde sehr genutzt habe und ihr brauchbares Material in die Hände lieferte, während das antisemitische Kontrollkonntee mehr geschadet als genutzt habe. Es folgt die Ver- lefung des Berichts, den Braun an feine vorgesetzte Behörde erstattet hat, worauf die Verhandlung auf morgen vertagt wird.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.
Israelitische Religionsgemeinde.
Donnerstag, den 2. und Freitag, den 3. Oktober 1902: Neujahrsfest.
1. Tag. Vorabend: 5" Uhr. Morgens: 7" Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. Predigt 9 Uhr.
2. Tag. Vorabend: 6" Uhr. Morgens: 780 Uhr. Abends: 5" Uhr. Predigt 9 Uhr.
HB. Wahrend der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.
Samstag, den 4. Oktober 1902.
Vorabend 5" Uhr. Morgens 880 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Sabbathausgang 6" Uhr.
Krieskasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Frau L. Tie Adresse lautet: An das Lokalkomitee der Generalversammlung des Bundes deutscher Frauenvereine zu Wiesbaden.
Ihrem Gemahl ttiad) Ungarn. Tie MnigsfamMe, namenMM Königin Alexandra, nimmt lebhaften Anteil cm ihrem Schicksal, und der brittsche Gesandte in Brüssel ist beauftragt, in unoffizieller und freundschaftlicher Weise daselbst Vorstellungen darüber zu machen, daß der König von Belgien sich weigert, gewisse, der Prinzessin teure Legate ihrer verstorbenen Mutter auszugeben.
Paris, 2. Oft Die Ankündigung, daß die Beerbt gung Zolas am Sonntag stattfinden wird, wird von der Bevölkerung günstig ausgenommen. Die Stadt ordnete keinen Grabredner an. Frau Zola erklärte, es existiere sehr wohl ein Testament ihres Gatten. Sie werde heute )as betreffende geheime Fach öffnen. Die BerschiebmP der Beerdigung Zolas bedeutet, daß ZolaS Freunde bte Absicht haben, das Begräbnis zu einer großartigen Polite scheu Manifestation zu gestalten. Alfred DrehsuS, sein Bruder Mathieu und Oberst Picquard sollen hinter dem Sarge marschieren. Die Arbeiterschaft wird in geschlossenen Verbänden dem Toten das Geleit geben. Die Züge der Leiche beginnen sich bereits zu verändern und die Freunde, welche tue Leichenwache halten, lassen niemanden mehx ins Zimmer.
Douai, 2. Okt. In einer Versammlung der Gruben« arbeit er des Bezirks Aniche wurde einstimmig beschlossen, sofort in den Ausstand zu treten.
Lille, 2. Okt- Die Ausstands-Bewegungs welche durch einen Streit der Arbeiter der Gesellschaft Escarpelle in der Nähe von Douai chren Anfang nahm, hat gestern bedeutenden Zuwachs erhalten. Die Ausständig scheu begaben sich, einer bereits früher angewandten TakttF folgend, ganz unerwartet nach den nahe gelegenen Grube»; und forderten die dortigen Arbeiter aus, die Arbett niedev- zulegen. Da keine Gendarmerie anwesend war, wurde der Aussorderung ohne weiteres Folge geleistet. Man befürchtet nunmehr, daß der Ausstand srch über das ganze Departement und das Departement Pas de Calais ausdretten wird. Die' Arbeiter lassen verbreiten, daß, wenn chnen nicht Genüge thuung gegeben würde, sie den Schnellzug PariH^' Lille in dieLuftsprengen würden. Diese Drohung ist um so ernster zu nehmen, als in letzter Zeit dr e i $ 11 c rata t e verübt worden sind, über welche bisher Stillschweigen^ beobachtet wurde. Es ist in den letzten Tagen sestgestellr worden, daß zwischen Douai und Arras Eisenbahnschienen los geschraubt waren. Eine Katastrophe wäre unvermeidlich gewesen, wenn man den Schaden nicht rechtzeitig entdeckt hatte. Infolge dieser Drohung und der Vorwmmnisse wird nunmehr die Eisenbahnstrecke scharf überwacht
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 2. Okt. Der Kaiser ist heute früh auf Station Wildpark eingetroffen und hat sich nach dem neuen Palais begeben.
Berlin, 2. Okt. Dem „Börsen-Kour." zufolge wird voraussichtlich der Schriftsteller Richard Skowronnek im Jahre 1905 das Berliner Theater übernehmen.
London, 2. Okt. Der Berichterstatter der „Times" schließt seine fünf Artikel über die deutschen Manöver mit den Worten: Wenn das alles war, was der Kaiser uns von der deutschen Kriegstheorie zu zeigen hatte, muß ich mit einer großen und viel erfahrenen englischen Autorität sagen, daß es wenig giebt, was uns die Deutschen auf dem Schlachtfelde zu lehren haben. — Die Gräfin Lonyay begiebt sich heute mstt
Telephonischer Kursbericht.
.Frankfurt a. H
31/a°/0 Reichs anleihe . . 101.85
3°/o do. ... 92.25 8V.% Konsole .... 101.80 3°/o do......92.25
3Vr°/o Hessen .... 100.20 8-6 Oberhessen . . . 99.70 4-6 Oesterr. Goldrente . . 103JO 4'/,-6 Oesterr. ßilberrente 101.00 4-6 Ungar. Goldrente . . 101.20 4% Italien. Rente . . . 102.90
4*/,-6 Portugiesen . . . 49.25
Portugiesen. .... 80.80
1-6 0. Türken .... — Ttirkenlose ...... 120.40 4% GriecL Monopol.-Anl. 44J.0 4*/,% äussere Argentiner —.—
2. Oktober 1902.
8% Mexikaner .... 26.50 47r'7o Chinesen .... 91.80 Electric, bohuckert . . . 83.00 Nordd. Lloyd , . J . , —.— Kreditaktien.....216.40
Diskonto-Kommandit. . . 186.80
Darmstädter Bank . . . 185,— Dresdener Bank .... 142.— Berliner Handelsges. . . 155.80 Oesterr. Staatabahn , . . 158.40 Lombarden.....20.60
Gotthardbahn . . . . . 179.— Laurahütte ...... 201.50 Bochum ....... 178.62 Harpener......167.50
Tendenz: ruhig.
Modewaren
Unterzeuge
Strumpfwaren
Kurzwaren
Wollwaren
Weisswaren
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Seltersweg 20. A. Holterhoff Söhne. Seltersweg 20.
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Konkurs-erfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Julius Buch in Gießen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 10. Juli 1902 angenommene Zwangsoergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 17. Juli 1902 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben. 6877
Gießen, 23. Septbr. 1902.
Großherzogl. Amtsgericht.
Stadt. Schlachthaus.
Freibank.
Heute und morgen: GchsMlfch 56 pfg. RiMeifch 56 Pfg.
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