nicht mehr mit den vier größeren Glocken geläutet werden^ um die beträchtlichen Schwankungen auf ein geringeres Maß zurückzuführen. Die Schwankungen sind zur Zeit o stark, daß der Turm, wenn man durch das Grtterwerk blickt, von einer Schlucht des Mendelgebirges zur anderen zu schwanken scheint. Aber wenn auch das Läuten gänzlich eingestellt wird, so ist doch unbedingt und in allernächster Zeit eine gründliche Wiederherstellung des Turmes nötig. Nun wundert es uns sehr, daß Probst Trenkwalder nach dem einstimmigen Urteile der technischen Mitglieder der Kommission .nicht sofort das Läuten mit den großen Glocken hat einstellen lassen. Zu kirchlichen Zwecken genügen doch die drei kleinen vollkommen. Das Unglück, das durch einen etwaigen Einsturz unseres Pfarrturmes würde hervorgerufen werden, würde viel schlimmer sein, als der Einsturz des Campanile in Venedig. Tenn der Turm ist teilweise in die Kirche eingebaut und würde beim Sturze unfehlbar das Kirchendach wahrscheinlich auch das Gewölbe durch- chlagen. Außerdem wäre auch der künstlerische Verlust ür unsere Stadt größer. Wir fügen noch hinzu, daß bereits, aus dem Jahre 1804 ein Plan zur Wiederherstellung „des baufälligen Bozener Pfarrturms" vorliegt, der aber noch immer nicht ausgeführt worden ist. Bisher sind nur unbedeutende Ausbesserungen vorgenommen worden, die natürlich nur eine zweifelhafte, nicht nachhaltige Wirkung haben konnten."
frofte trab diese Verschiebung vollzieht sich in einer Zeit, wo infolge RauchgermsieS der Arbeitsmarkt in der Zigarren- inbuftie sehr darniederliegt.
In den Städten, wo sowieso schon bisher die Herstellung Don Zigarren nur noch vereinzelt vorkam, schläft die Fabrikation vollends immer mehr ein. Nicht einmal die Zigarrensortirer in den Großstädten find zurzeit voll beschäftigt. In Berlin arbeiten die Sortirer, Sortirerinnen, Kistenmacher und Bekleberinnen zu einem Drittel verkürzt. Auf dem Lande sind im Laufe der Monate zahlreiche Arbeitskräfte außer Stellung gekommen. Sofern keine Entlastungen ftattgefunden haben, mußten die Arbeiter zum mindesten sich eine Verkürzung des ihnen wöchentlich zugewiesenen Tabakquantums gefallen lassen, sodaß auf diese Art eine Reduzirung des Verdienstes eintrat.
Endlich wurden, wie immer in schlechten Zeiten, neue Facons, neue Sorten eingeführt, durch die die Akkordlöhne herabgedrückt wurden. Da die Arbeiter sich um Zuweisung von Arbeit drängen, so sind sie geneigt, den Preis chrer Arbeit bei der Einführung einer neuen Sorte geringer anzuschlagen, als sie dies thun, wenn das Geschäft blüht. Ist die Sorte in Arbeit, dann werden ältere Sorten, bei denen die Arbeiter bisher mehr verdient haben, nicht mehr nachgearbeitet. Auf diese Weise sind in den mitteldeutschen Bezirken der Zigarrenindustrie die Lohnsätze gegenüber dem Vorjahre wesentlich zurückgegangen. Soweit die Arbeiter- enllohnung einen Gradmesser für die Lage einer Industrie gewährt, ist die Lage der Zigarrenindustrie gegenwärtig als entschieden ungünstig anzusehen.
** Bläsers Kinematograph. Die gestrige Extra- (Herren)-Vorstellung im Biograph, Oswaldsgarten hier, war vollständig ausverkauft. Die vorgeführten vier Operationsbilder des Professors Dr. Doyen in Paris sind wunderbar scharf und klar, sodaß jeder einzelne Hergang der schwierigen Operation genau zu beobachten war. Heute abend findet eine Wiederholung dieser Vorstellung statt; wir möchten aber raten, daß nervenschwache Herren den Vorführungrn besser fernbleiben. Morgen Sonntag finden die letzten allgemeinen Vorstellungen statt.
** Die elektrische Beleuchtungs-Anlage im Großh. neuen Universitätsgebäude wurde der Firma Max Weißbäcker, Vertreter von Siemens u. Halske, übertragen.
l? Die eigenartig e Uhrenangelegenheit, von der wir vor einigen Tagen berichteten, hat nun doch ihre gütliche Erledigung gefunden. Gleich nach der Rückkehr des dritten Mannes vom Törtche aus der Sommerfrische, war demselben angeboten, er sollte Uhr und Kette zurückerhalten, wenn er dagegen 10 Mark an die Armenkasse zahlen würde. Dieser billige Vorschlag war aber rundweg abgelehnt worden. Durch die Veröffentlichung der Angelegenheit in unserem Blatt veranlaßt, hat sich ein vernünftiger Nachbar der Sache angenommen und einen mageren Vergleich zu Stande gebracht. Ob die Armen der Stadt den Vorteil des Vergleichs haben, konnten wir leider nicht erfahren, da die Beteiligten strenges Stillschweigen über die Friedensbedingungen beobachten. Die bisher entstandenen Rechlsanwaltskosten hat der Uhrmacher übernommen. Die schönen Tage des Törtche sind aber unwiederbringlich dahin und daran hat die goldene Uhr und Kette die Schuld.
•* Die Gießener Familienblätter (Unterhaltungsbeilage des Gießener Anzeigers) enthalten in ihrer heutigen Nummer einen äußerst intcrestanten Auffatz über Ausgrabungen in Oberhessen von unserem K—l-Mü- aröecker. Im Feuilleton wird weiterhin auf Grund authentischer
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 2. August 1902.
f* Die Resultate der Prüfungen für das höhere Lehramt an der hiesigen Universität wurden gestern Nachmittag festgestellt und von de>n Prüfungskom- mistär Geh. Hofrat Professor Dr. Pasch in der kleinen Aula verkündigt. 18 Kandidaten haben die Prüfung bestanden, während drei weitere sich einer Ergänzungsprüfung nach unbestimmter Frist zu unterziehen haben. Die Namen der Kandidaten und die Zensur ihrer Gesamtleistungen sind: ,F. Balser rer. nat. (genügend), E. Bernbeck phil. (gut), I. Como phil ree. (gen.), F. Dreher phil. rec. (gen.), L. Fahz phil. cl. (gut), W. Grüninger math. (gut), M. Halm phiL rec. (gen.), H. Hep ding phil. cl. (äus- gez.), W. Heymann phil. rec. (gen.), Ehr. Kob elt math. (gut), I. Malsy phil. cl. (gen.), H. Molz phil. rec. (gut), H. Sandmann nat. (gut), L. Schäfer phil. cl. (gen.), I. Schulze phil. rec. (gut), O. Weide nat. (gen.), K. Weimer phil. rec (gut), W. Wimmenauer phil. rec. (gut). Die Uckeile der Examinatoren über die Prüfungsfächer werden nach den neueren Bestimmungen nicht in die Zeugniste ausgenommen.
- J-J- Fakultätsprüfungen. Heute Nachmittag 3 Uhr sowie Montag, den 4. August, vormittags 8 Uhr finden in der kleinen Aula der Universität theologische Fakultätsprüfungen statt.
0 Commers der Juristen. Gestern Abend feierte die juristische Fakultät in Steins Garten einen großen Ju- ristencommers, an dem nur Praktikanten teilnahmen.
f* An der hiesigen Universität haben fast alle Professoren ihre Vorlesungen in dieser Woche beendet. Die forstliche Fakultät gedenkt noch bis Donnerstag einschl. zu lesen. In den Laboratorien kann wie üblich bis zum 15. August gearbeitet werden.
* • Promotion. Gestern Nachmittag promovierte auf Grund seiner Dissertation: „Die künstlichen Düngmittel, ihr gegenwärtiger Verbrauch in Deutschland und die Bestrebungen zur Erweiterung ihrer Anwendung" stut. phil. Martin Willner aus Wüstewaltersdorf mit der Zensur magna «•um laude.
* * Auszeichnung. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde dem Mitgliede der fteiwilligen Feuerwehr zu Vilbel Franz Karl Schmidt verliehen.
* * Besitz wechsel. Das Anwesen Haus Nr. 6 in der Ludwigstraße mit dem bekannten Cafe-Restaurant zum „Tivoli" (seither. Besitzer Herr Fr. Jordan) ging gestern durch Kauf um den Betrag von 65 000 Mk. an Restaurateur Bürger (frül)er „zum Taunus", Brandgasse), zu Eigentum über.
Universitäts-Nachrichten.
t Gießen, 2. August. Der Strpendien-Fonds der Hundeshagen - Stiftung , für studierende Forstmänner oder Lameralistcn betragt gegenwärtig 5500 Mk. Die Berwaltung führt zurzeit Geh. Hofrat Prof. Dr. Heß, welcher Beiträge und Anfragen entgegennimmt. Für das kommende Semester wurden zu Bei- itzern gewählt: der konigl. preußische Forstbeflissene O. Borgmann, stud. korest, und A. Mickel, etud. torsst. — Die Hundeshagen-Stiftung ist ein von Geh. Hofrat Prof. Dr. Heß im Jahre 1892 gegründeter Stipendien-Fonds, der dem Andenken des Oberforstrats Dr. Joh. Ehr. Hundeshagen gewidmet ist. Derselbe war der erste Inhaber der ordentlichen Professur für Forstwissenschaft an der Unwersität Gießen.
— Karl Justi, der berühmte Kunst-Historiker in B o n n begeht heute seinen 7 0. Geburtstag. Drei große Werke hat Justi seiner Nation gegeben, und alle drei gehören au dem stolzesten Besitz der deutschen wissenschaftlichen Litteratur, alle drei gehören zugleich zu der noch immer sehr geringen Anzahl deutscher Werke, die sich nicht nur an die gelehrte Welt, sondern an die ganze gebildete Gesellschaft richten. Diese drei Wecke sind fein „Wmckel- mann" (1866—72), sein „Velasquez" (1888) und sein „Michelangelo" (1900). Justi, der am 2. August 1832 in Marburg geboren wurde, widmete sich dem Studium der Theologie und Philosophie. Daß ihn dabei schon früh die Kunst beschäftigte, geht daraus hervor, daß er zum Thema seiner Habilitationsschrift die „ästhetischen Elemente in der platonischen Philosophie" wählte. Aber er lehrte Dozent und als Professor Philosophie. In den letztenJahren seiner Professur in Marburg entstand der „Wmckelmann". Dieses Weck trug ihm einen Ruf nach Bonn ein, wo er 1872 die Professur für neuere Kimstgeschichte übernahm.
Barcelona, 1. August. In der hiesiaen Universität wurden Betrügereien entdeckt. Mehrere Personen sollen falsche, medizinische oder juristische Doktordiplome erhalten tjaben., Der Rektor der Universität wird die Prüfung aller innerhalb der letzten 25 Jahre von der Universität verliehenen Titel verlangen.
Vermischtes.
Köln, 1. Aug. Ter Bankier August Theis, Inhaber des Bank-, Wechsel-- und Effektengeschäftes Ströhmer & Co., wurde hier gestern wegen Betruges und falscher Ge- chfiftsführung verhaftet.
* Braunschweig, 1. Aug. In Süpplingenburg sind nahezu 50 Personen nach dem Genuß von Windbeuteln mit Schlagsahne unter Bergistungs- erscheinungen ertrankt.
* Breslau, 1. Aug. Das gestrige Unwetter richtete in vielen Teilen Schlesiens wieder bedeutenden Schaden an. Es fielen taubeneiergroße Hagelkörner nieder. Stellenweise ist die Ernte vollständig vernichtet.
* M a r s e r l l e, 2. Aug. Im Walde zwischen Marseille und Deyre tst ein Br an d aus gebrochen, der einen gewaltigen Umfang annimmt. Feuerwehr und Militär wurden an die Brandstelle beordert.
♦ Freiburg i. d. Schweiz, 1. Aug. Heute wurde der Mörder Chattvn hingerichtet. Dem Verurteilten standen aus seinem letzten Gange Prinz Max von Sachsen und der Kapuzinerpater Humbert bei. (Diese Hinrichtung ist die erste in der Schweiz seit 10 Jahren. Hoffentlich entschließen sich bald alle schweizerischen Kantone rur gänzlichen Abschaffung der Todesstrafe. D. Red. des „Gieß. Anz.")
* Zwei junge Genfer bestiegen den Mont Saleve bei Genf. Einer von ihnen, William Areski, machte einen Fehltritt, ftür zt e ab und starb.
* Zur Schadhaftigkeit des Glockenturmes der Kirche von San Stefano wird aus Venedig telegraphiert, daß am Turme selbst, dessen Fundament vollkommen unversehrt geblieben ist, dieselben Mauerrisse sich zeigen, wie sie am Campanlle von San Marco beobachtet wurden. Das Mauerwerk löst sich in größeren und Neineren Trümmern vom Bau ab und stürzt unter donnerndem Krachen in die Tiefe. In der Stadt herrscht große Beun- ^^*^T er Pfarrturm von Bozen scheint das Schicksal des Campanile von San Marco teilen zu sollen. Die „Bozener Ztg." berichtet hierüber: ,^8or etwa vier Wochen ist auf Veranlassung der Bezirkshauptmannschaft als Pa- lronatsherrin eine Kommission zusammengetreten, um den baulichen Zustand des Psarrturmes zu untersuchen. Nach eingehender Besichtigung des ganzen Turmes kam die Kommission zu dem Ergebnis, daß es vor allem unbedingt nötig ist, daß das Läuten eingestellt wird. Wenn das nicht in vollem Um fange möglich ist, darf zumindest
Sandel und Uerliehr. Volkswirtschaft.
Essen, 1. Aug. In der Versammlung der Zechenbesigen des Kohlensyndikats wurde u. a. ausgefühck, daß die mitgeteilten Zahlen kein befriedigendes Bild ergäben. Die Beurteilung der Konjunklnr werde bedeutend günstiger, wenn nicht der Mcrß- tab der letzten Konjuntur, sondern der der früheren Jahre an-, gelegt würde. Die Geschäftslage sei genügend bekannt, bie Verhältnisse der Eisenindustrie nicht geklärt. Ein Urteil über die Ge-' taltung der nächsten Zukunft wäre daher noch unmöglich. Der Grad der Beschäftigung sei außerordentlich verschieden. Greifbare Gründe für den Mangel an Vertrauen seien kaum vorhcnrden. das ge)amte Erwerbsleben leide aber darunter. Ter Vorstand tönnej nur hoffen, daß reckt bald eine Wendung zum Besseren eintrete.
Dresden, 1. August. Das feit 56 Jahren bestehende Bankhaus Ed. Rocksch Nachf., Inhaber Commerzienrat Hahn,, hat seine Zahlungen eingestellt. Die geplante Hilfsaktion von Berliner Banken ist erfolglos geblieben. Tie Ursache der Zahlungsemstellungen sind Verluste an industriellen Unternehmungen und Grundstücksspekulationen. Die Firma versendet an die Presse folgendes Kommunique Die Beunruhigung, welche eine Berliner Zeitung hervorgerufen hat, hat in den letzten Tagen einen stacken Run auf das Bankhaus verursacht. Um Niemanden zu benachteiligen, hat das Bankhaus beschloßen, vor der Hand keine Zahlungen mehr zu leisten. Es soll Liquidation herbeigesühtt werden. Der Vorfall erregt das größte Aufsehen.
— Die ordentliche Generalversammlung der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft findet am 10. September statt.. Auf der Tagesordnung stehen außer den gewöhnlichen Verhandlungsgegenständen auch Anträge auf Erwerb der Konzession sürs einige neue Unternehmen und aus Ermächtigung der Verwaltung, die zur Ausführmlg der Neubauten und Erweiterung der be-- stehenden Anlagen erforderlichen Geldmittel durch Aufnahme einen Obligationsschuld zu beschoßen.
Max A. Philipp, Vorsitzender des Auffichtsrats der Tynamit- Akt.-Ges., vormals Alfred Nobel u. Co. ist tu Karlsbad ge-1 ft o r b e n.
Tabak. Die Berichtswoche war im Allgemeinen sehr ruhig. Es sollen einige hundert Zentner Neckarthäler Tabake an Fabri- fanten verkauft worden fein. In Seckenheim wurden einige Kleinigkeiten von Spekulanten an Händler zu 30 Alk. verkauft. Im losen Pfälzer Rippen gefchäftslos, lose seine M. 9—9,50, gebündelte M. 11—11,50. Der inzwischen emgetretene Regen war den int] Felde stehenden Pflanzen sehr Auträglich, nur mar derselbe nichts genügend ausgiebig, beim die Pflanzen sind im Verhällnis zur. Jahreszeit teilweise noch west zurück.
Getreide. Infolge der andauernd matten Haltung der amerikanischen Markte verlief das Geschäft hier in sebr ruhiger Stimmung. Die ameckkanischen Weizen sind heute ca. 3 Mk. billiger, als vor acht Tagen. Rumänien dagegen behauptet seine Preise.. Tie Umsätze waren schwach und beschränkten sich nur auf dass Notwenbiaste. Roggen unverändert. Gerste, Braugerste noch kein] Geschäft, Futtergerste etwas billiger. Hafer unverändert. Mais un- verändert. Tie heutigen Notiertrngen sind: Redwinter 2 M. 124,50' bis 125,50. Kansas 2 M. 124,50—125,50. Südruß. Weizen M. 124 bis 129. Rumän. Weizen M. 124—133. Ruß. Roggen M. 109. Ruß. Futtergerste M. 104. Ruß. Hafer M. 133—144. Donau-Mais fDL 96. Laplota Mais r. t. M. 95 per Tonne cif Rotterdom.
Viehmarkt. Das Geschäft belebte sich während der abgelaufenen Woche etwas besser, aber auch die Umsätze waren äußerst zufriedenstellend. Prima Großvieh wurde flott gehandelt und war rasch aboejetzt, mittlere Qualitäten hierdurch auch besser beachtet. Der Umsatz hierin ist als gut mittelmäßig zu bezeichnen. Kälber flott gehandelt, an einigen größeren Mäckten konnte die Nachfrage nicht befriedigt werden, kleinere Plätze hatten dagegen geruigen Ueberstond. Fette Schweine rasch verkauft, Läufer und Milchschweme^ gut gehandelt.
— Aölu-Miudcuer Lose. PrämienAiehung vom 1. August. Äauptpreife: Nr. 87 591 45,000 Thlr., Nr. 114 001 5000 Thlr., Nr. 119 555 3000 Thlr., Nr. 175 924 2000 Thlr., Nr. 87565 1000 Thlr., Nr. 114 007, 119 596, 119 597, 175 922 je 500 Thlr. Es gewannen Nr. 87 593, 114 017, 119 574, 119 588, 119 589, 119 595, 175 918, 175 931, 175 937, 175 944 je 200 Thlr. Tie übrigen Nummern der am 2. Jimi 1902 gezogenen 4 Serien 1752, 2281, 2302, 3516 ge-
Tagebuchnotizen das Verhalten des Kreuzers „Irene" in den Gewässern der Philippinen geschildert. DerRoman Manneswert von Marie Stahl wird in der heutigen Nummer beendigt. — Am Montag beginnt der Roman Miß Cookson aus New-Pork von Heinrich Lee. Wir werden noch darauf zurückkommen.
Der Gesangverein Cäcilia in Lich beabsichtigt demnächst einen Ausflug nach dem Bieberthal und dem Dünsberg zu veranstalten und zwar in Gemeinschaft mit Gießener und Wetzlarer Sängern.
-o- L o l l a r, 1. August. Am nächsten Sonntag findet im ersten Schulsaale hier nach Schluß der Zeichenschule vorm. gegen 11 Uhr die Ueberreichung der Gesellenbriefe an die vier Prüflinge der ersten freiwill., Gesellenprüfung des hiesigen Ortsgewerbevereins statt. Eltern, Vormünder und Freunde des Handwerks werden der Feierlichkeit wohl zahlreich beiwohnen. Unsere Sonntagszeichenschule erfreut sich eines immer stärkeren Bruches. Selbst die umliegenden preußischen Orte entsenden junge Leute zur Ausbildung. Die gegenwärtige Schüler- zahl beträgt 38.
e. Bad-Nauheim, 1. August. Die Frequenz des hiesigen Bades betrug am 31. Juli: 16 306 Kurgäste, gegen 14 751 zur selben Zeit im vorigen Jahre. Anwesend sind z. Zt. 5714 Kurgäste. Vom 1. April bis 31. Juli wurden 194 946 Bäder gegeben, im Vorjahre 192 835. — Heute Abend fand im Großh. Kuckheater die Aufführung von Wilhelm Wagners Nauheimer Bühnenspiel: „Hier geneset man!" statt. Das aus 6 Teilen bestehende Lokal- tück, das bei seiner Erstaufführung vor zwei Jahren Beifall and, wirkte auch heute wieder mächtig auf die Zuschauer. Der Verfaffer wurde mit Hervorrufen und Rosen bedacht. Die Darstellung war eine sehr gute.
** Darmstadt, 1. August. Der Großherzo g wohnte heute vormittag auf dem Truppen-Uebungsplatze der Besichtigung des 2. Großh. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 61 durch den Kommandierenden General bei.
8. Darmstadt, 2. August. (Eigener Draht- bericht.) Der Großherzog hat dem Pfarrer Friedrich Landmann in Stumpertenrod das evangelische Pfarramt zu Ensheim, Dekanat Alzey, übertragen.
Erbach, 30. Juli. Die drei Bäckermeister haben durch die Ortsschelle bekannt machen lassen, daß sie von heute ab 4 Pfund Brod liefern wollen für 40 Pfg. (seither 43), dabei haben die Betreffenden zur Bedingung gemacht, daß Brod und Mehl, besonders auch die Kuchen, nur bei ihnen geholt wird. Im anderen Falle soll ein Kuchen zu backen 30 Pfg. kosten. Dies ist sehr schön und lobenswert von den Bäckermeistern, nur spricht man hier bereits davon, daß die leidige Konkurrenz beschlossen hätte, noch billiger zu liefern, sehr zum Vorteil der hiesigen Einwohner.
(=) Worms, 1. August. Die Anmeldungen zum Kreisturnfest sind in der letzten Woche überraschend zahlreich eingelaufen. Bis gestern Abend lagen 300 Listen vor. Man erwartet allein 4800—5000 Turner. Die Stadt besorgt für 1500 Personen Massenquartier.
*' Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im „Wetterauer Anz." lesen wir folgende originelle Ecklärung: Um dem hier koursierenden Gerüchte: „Ich hätte am Landgericht in Gießen als Zeuge im Prozeß eines hiesigen Hotel - ?'\cflaurateur§ durch Bestechung des früheren Eigentümers ^eichworen, es seien keine Wanzen vorhanden," vorzubeugen, kann ich den betr. Verbreitern dieses Gerüchts mitteilen, daß es gerade das Gegenteil ist, und werde ich die fraglichen Herren belangen, die das Gespräch in Umlauf gebracht haben. Heinrich Westerburg, Maler- und Weißbindermeister. — Der Landrat des Kreises Hanau, Bernhard von Schenck, ist zum Polizeipräsidenten von Wiesbaden ernannt worden. — In Groß-Karben starb der siebenjährige Knabe des Bahnarbeiters Grünes an Erstickung, nachdem ihm ein Stück Wurst in die Luftröhre geraten war.


