Ausgabe 
2.8.1902 Viertes Blatt
 
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Nr. 179

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gietzener Familien­blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:

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Viertes Blatt. 153. Jahrgang

Samstag Ä. August LSQS

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger w 'e®7

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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BezugSpretSr monatlich7b Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich to Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2PP, auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für »Stadt und Land^ und Gerichtssaal": Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Der deutsche Muer uud die Ketreidezölle.

Anders sieht die Agrarfrage aus, vom Standpunkte 'der Großgrundbesitzer betrachtet, anders, wenn man die Verhältnisse der Mittel- und Kleinbauern zum Maßstabe nimmt. Leider ist diese Frage wissenschaftlich noch nicht genügend geklärt. Einige tüchtige Monographieen, nament­lich über Getreidepreise und Getreidehandel, sowie kleinere Aufsätze behandeln verschiedene Seiten derselben; eine zu­sammenfassende, gründliche, den Interessengegensatz nach allen Seiten beleuchtende Untersuchung besitzen wir leider noch nicht. Diese Lücke wenigstens für den gegenwärtigen Kampf auszufüllen, versucht die SchriftDer deutsche Bauer und die Getreidezölle" eines ungenannten Verfassers. So unzureichend die Grundlagen sind, wofür den Ver­fasser keine Schuld trifft, so viel darum die Ergebnisse noch zu wünschen übrig lassen, wir müssen für den Versuch dankbar sein, und wir wünschen, daß ihn recht viele lesen und studieren.

Vm den einseitig politischen Zwecken dienenden Augen- blicksacheiten unterscheidet sich die genannte Schrift durch ihre fr eng wissenschaftliche Methode. Ihre Quellen sind die antlichen Erhebungen über die Lage der Landwirtschaft, die it den achtziger und der ersten Hälfte der neunziger Jahr< in den verschiedenen Bundesstaaten gemacht worden sind; dazu die amtlichen statistischen Aufzeichnungen über Frucktpreise, Ernteerträge, die verschiedenen Kulturen und tandvirtschaftlichen Betriebe, über den Viehstand, über Fleishproduktion und Fleischverbrauch. Daraus zieht der Verfcsser, teilweise auf den exakten Untersuchungen anderer Gelehrter fußend, seine Schlüsse. Er untersuchte jeden 3roei| der landwirtschaftlichen Thätigkeit und prüft seine Bedeitung für den Großgrundbesitz einerseits, die bäuerliche Wirtschaft andererseits; er erörtert beider Stellung im Welthandel, er forscht nach der Entwickelung, welche die beider, Betriebsformen unter dem Einflüsse der neuzeit­lichen Gestaltung der Welt- und Volkswirtschaft genommen haben, und er kommt dabei zu überraschenden Ergebnissen. Zur Ecklärung seiner Methode, zur Illustration seiner Re­sultate fleckten wir einige thatsächliche Angaben ein.

Se wissen, daß das verschiedene Interesse von Groß­grundbesitzer und Bauer an den Getreidezöllen mit der verschiedenen Größe ihres Besitzes motiviert wird: Die Mehrzahl der Bauern erzeuge wegen der Kleinheit ihrer Wirtschaft gar nicht so viel Getreide, um verkaufen zu Können. Das ist ein sehr wichtiger, aber durchaus nicht der einzige Unterschied, der dabei in Betracht kommt. Wäh­rend der Großgrundbesitzer in der Lage ist, am offenen MarLe zu verkaufen, und so den Marktpreis voll einzu- heimsen, hat die Gestaltung des Getreidehandels und der Getreidemüllerei in ganz Deutschland bewirkt, daß die Bauern auf die Zwischenhändler angewiesen sind. Und der Zwischenhandel erweist sich überall als ein preisdrücken­der Faktor, der die Wirkung höherer Zölle zum Teil aus­gleich:. An die Qualität des Getreides werden im Handel sehr hohe Anforderungen gestellt; der Bauer ist nicht in der Lage, ihnen durch Anbau der passenden Sorten, durch sorgfältige Behandlung des Getreides, durch Uebereinstim- mung von Proben und Lieferungen nachzukommen. Die Getreidepreise schwanken im Lause des Jahres nicht un­beträchtlich; kurz vor und kurz nach der Ernte sind sie am höchsten. Die Großgrundbesitzer pflegen zu diesen Zeiten zu verkaufen; die Bauern bringen das selten fertig, denn dazu gehören Mähmaschinen, und Dampfdreschmaschinen, die sie nicht besitzen. Man hat, um diesen Uebelständen ab­zuhelfen, Ztornyausgenossenichaften zu gründen versucht, aber damit bisher wenig erreicht. Und ferner zeigt die Statistik, daß im Osten Deutschlands, wo der Großgrund­besitz vorherrscht, der Anbau von Roggen und Weizen in den letzten Jahrzehnten fortwährend der Fläche nach ge­

stiegen, int Westen und Süden dagegen, wo Klein- und Mittelbetrieb die Regel bilden, fortgesetzt gefallen ist. Und nicht nur das, auch die relativen (pro Hektar) Ernteerträge an Getreide haben im Osten ebenso andauernd zugenommen wie im Westen und Süden abgenommen. Sind das alles nicht Unterschiede, die bei der Wirkung der Getreidezoll­erhöhung sehr ins Gewicht fallen? Und ihre Zahl ist noch nicht erschöpft!

Ganz die entgegengesetzte Entwickelung zeigt sich in den gegensätzlichen Gebieten bezüglich des Anbaues und des Ertrags von Futtergewächsen und Wiesen. Daraus läßt sich schon ein Schluß auf die Viehzucht zrehen. Wenn die in den letzten Jahrzehnten auck. im Osten stark zugenommen hat, so ist dieses Wachstum dort zum Teil nur ein Ersatz für die enorme Abnahme der Schafzucht; aber selbst ab­gesehen davon, liegt der Schwerpunkt der deutschen Vieh­zucht doch noch ganz im Westen und Süden des Reichs. Der Rindvieh- und Schweinebestand hat sich in den letzten Jahrzehnten außerordentlich gehoben, aber stärker sind noch die Absatzmöglichkeiten für die Produkte der Vieh­haltung gewachsen. Zum Beweise folgende Zahlen, die gleichzeitig zeigen mögen, was es bedeutet, wenn man den Bauern rät, sich immer mehr auf die Viehzucht zu verlegen. Der Fleischverbrauch in Preußen wird für das Jahr 1897 von Schmoller auf 18 Kilogramm auf den Kopf der Bevölkerung geschätzt, im deutschen Reiche für die Mitte der neunziger Jahre auf 30 bis 40 Kilogramm. Der eigentliche Fleischverbrauch findet sich aber in den Städten, wo er bis in die Mitte der neunziger Jahre auf 50, 60, 70 und in einzelnen sogar 80 Kilogramm pro Kopf ge­stiegen ist. Nun erwäge man, daß die Zahl der Großstädte (über 100 000 Einwohner) von 1871 bis 1900 von 8 auf 33, ihre Einwohnerzahl von 1969 000 auf 9109 000 ge­wachsen ist, daß die Mittel- und Kleinstädte, wenn auch nicht in diesem Maße, doch ebenfalls stark zugenommen haben, dann erhält man eine ungefähre Ahnung von dem Absätze, der sich hier der Land wart schäft ausgethan hat, und der ebenso rasch zunimmt, wie dre Industrie und die Bevölkerung wächst. Erwägt man weiter, daß die bäuerliche Landwirtschaft des Westens und Südens diesen Bedarf hauptsächlich deckt, bann begreift man, daß die Viehzucht bei ihr den Getreidebau um das Drei- und Vierfache über­trifft. Rechnet man dazu noch die anderen Produkte der Viehzucht besonders Milche und Butter, des Gemüse- und eines Teiles des Handelspflanzenbaues, alle jene Waren, für die in der Hauptsache der Lokalmarkt in Be­tracht kommt, dann erscheint der Getreidebau für die bäuerliche Wirtschaft von geringerer Bedeutung, nur noch als ein Hilfszweig. Dabei muß man im Auge behalten, daß nur für die Welthandelsgüter, vor allem also für das Brotgetreide, die Preise in den letzten Jahrzehnten gesunken, für Fleisch und andere Waren des Lokalmarktes aber gestiegen sind.

Diese Proben müssen genügen. Aus den durch solche Untersuchung gewonnenen Ergebnissen folgert der Ver­fasser, daß zwischen dem ostdeutschen Großgrundbesitz und der west- und süddeutschen Bauernwirtschaft in ihren Pro- duktions- Und Absatzbedingungen, in ihren gesamten Ar­beitszielen ein unüberbrückbarer wirtschaftlicher Gegensatz bestehe. Erscheint dies Resultat begründet?

Einzelne Folgerungen scheinen, so meint dieStraßb. Post", der wir diese Ausführungen entnehmen, kühn in Anbetracht des beigebrachten Materials. Aber daß die Quellen ungenügend sind, ist nicht die Schuld des Ver­fassers. Wie eindringlich ist unausgesetzt eine öffentlich kontradiktorische Reichtenquete über die Ursachen der land­wirtschaftlichen Not, über die landwirtschaftlichen Zustände im ganzen Reiche gefordert worden! Sce würde den Unter­schied und Interessengegensatz zwischen Bauern und Groß­

grundbesitzern erweisen. Der Prozeß der Industrialisierung der bäuerlichen Landwirtschaft ist weiter fortgeschritten, als man ahnt. Man hat darunter die enge Verflechtung: des Bauerntums mit der industriellen Entwickelung zu ver­stehen. Die Industrie hat durch ihre starke Ansammlung konsumkräftiger Volksmassen dem Bauern einen immer lohnenderen Absatz für jene Produkte geschaffen, in denen er die Konkurrenz des Weltmarkts mit Erfolg bestehen kann oder sogar mehr oder weniger konkurrenzlos dasteht. Die Getreideproduktion verschwindet nicht; was an Große der Anbaufläche verloren geht, wird im Laufe der Jahre sogar ersetzt durch eine gesteigerte Intensität und die durch eine starke Viehhaltung ermöglichte bessere Düngung. Mer der Getreidebau ist nicht mehr Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck. Das Schwergewicht der Landwirtschaft liegt nicht mehr in der Urproduktion, sondern in jenen Zweigen, welche man als dieIndustrie in der Landwirt­schaft" zu bezeichnen Pflegt, weil sie nicht Roh­stoffe schaffen, sondern zu höheren Produkten verarbeiten. Da diese Arbeit zahlreichere Hände in Anspruch nimmt, wird auch die Bevölkerung nicht abnehmen, sondern steigen, wenn auch in mäßigerem Tempo als in der Industrie. Die Interessengemeinschaft zwischen Bürgern und Bauern gegenüber der Grundaristokratie, die früher rein politisch war, ist nun wirtschaftlich geworden; die Industrie hebt das Bauerntum wirtschaftlich mit empor. Zwischen Groß­grundbesitz und Bauerntum, aber hat sich ein wirtschaft­licher Gegensatz entwickelt, so scharf, wie zwischen Industrie und Handwerk, nur von anderem Charakter und mit vet> tauschten Rollen: Hier fällt das Große, und das Kleine steigt!

Nehmen wir einmal an, die Erhöhung der Getreide­zölle komme dem Bauer voll zugute. Bei einer Erhöhung auf 5 Mark wird dann ein Bauer, der von seiner Ernte 20 Doppelzentner glatt verkaufen kann das muß schon ein recht ansehnlicher sein eine um 30 Mark höhere Jahreseinnahme aus Getreide erzielen. Dafür muß er aber die notwendigen Futtermittel infolge der Zoll-Er­höhung vielleicht um 10 oder 15 Mark teurer bezahlen; aus dem Viehverkauf loste er wegen der geringen Nach­frage vielleicht 30 Mark weniger bei der relativ kost­baren Ware kann das auch leicht das Doppelte und Drei­fache werden aus dem Milch«- und Butterverkauf viel­leicht 20 Mark weniger, auch diese Zahl ist gering ge­griffen; des erschwerten Absatzes seiner übrigen Pro­dukte nicht zu gedenken! Dazu muß er die industriellen Waren, deren Produktionskosten verteuert sind, nun selbst teurer bezahlen.

Max Schneidewin veröffentlichte kürzlich einige Briefe des Grafen Caprivi. Einem solchen aus Montreux vom 17. Dllirz 1895 entnehmen wir folgende bezeichnende Stelle:

... In Bezug auf die Agrarier sehe ich schwarz, und eine Revolution auf agrarischer Basis scheint mir nicht unmöglich und für den Augenblick gefährlicher als eine sozialdemokratische. Geht die agrarische Agitation so wei­ter, wer will sie eindämmen? . . . Bedenklich ist auch- die Rückwirkung der agrarischen Hetze auf unser Osfizier- korps, das in erheblichen und einflußreichen Teilen mit dieser Bewegung zusammenhängt. Wenn unser Junker an­fängt, seine Gesinnungen von seinen Einnahmen abhängig zu machen, und wenn er zu Bedingungen seines Royalismus macht, daß der Staat Unmögliches für ihn thun soll, dann ist schon das Beste in unserem kleinen Adel, seine staat­liche Gesinnung, zerstört und fein Wert für den Staat so reduziert, daß man sich fragen kann: Lohnt es dem Staate noch, für diese Klasse Opfer zu bringen?

Nochmals: Der das schrieb, war ein preußischer kom­mandierender General, ein Ministerpräsident und Reichs­kanzler.

Feuilleton.

Die Bodenreform. Grundsätzliches und Geschicht- liches von Ado lfDamaschke, Vorsitzendem des Bundes der deutschen Bodenreformer. 2.50 Mk. Viele Menschen, darunter selbst Gebildete, kennen immer noch weder Namen noch Wesen derBodenreform". Und doch hat diese Formel zur Losung des wirtschaftlichen Problems ihre Zauberkraft auf viele der erlesensten Geister, auf Männer des prak­tischen Lebens und Vertreter der verschiedensten Parteien bei uns in Deutschland bewiesen. Lange Zeit hat man die Bodenreform als unklare Utopie jugendlicher Schwärmer abthun zu können geglaubt, und doch stehen auch bei uns erste Vertreter der ernsten Wissenschaft offen für sie ein. Auch die von interessierten Gegnern manchmal behauptete Umsturzgefahr" der Bodenreform schreckt keinen Wissenden mehr. Tie deutsche Reichsmarine-Verwaltung führt ihre Grundsätze in unserem ostasiatischen Pachtgebiet durch und konstatiert in amtlichen Druckschriften ihre volle Bewah­rung. Bisher gab es kein Buch, das kurz und klar die Gedanken dieser neuen volkswirtschaftlichen Gesamtanschau- Mng so dar gelegt, wie sie sich bei uns entwickelt haben. Diese Lücke füllt das vorliegende Werk Wolf Damaschkes aus. Ter auch bei uns in Gießen in Interessentenkreisen wohlbekannte und mit Recht geschätzte erste .Vorsitzende des Bundes der deutschen Dodenresormer selbst, also der hierzu besonders Berufene, giebt hier eine Einführung in dieses große Gebiet, dessen Sebeutung und Umfang auch in Teutsckf- Lanb stetig wächst, einen Abriß der Geschichte und Theorie der Bodenreform. Das Buch, das volkstümlich, knapp und anschaulich geschrieben ist, wird seines fesselnden Inhaltes wegen jedem Freunde voll?wirt schriftlicher Litteratur Be­lehrung und Genuß bereiten; für jeden aber, der als Freund ober als Gegner der Bodenreform künftig zur

Wohnungsfrage, Agrarkrisis, Hypothekenreform, sozialen Kolonialpolitik Stellung nehmen will, ist es einfach un­entbehrlich.

Soeben gelangte die erste Lieferung des Werkes:Die Blütezeit der deutschen politischen Lyrik von 1840 bis 1850 von Christian Petzet" zur Ausgabe. Tas Werk soll in fünf Lieferungen erscheinen und im Herbst dieses Jahres vollendet sein, und 9 Mk. kosten. Tas Buch scheint bestimmt, die litterarhistorische und nationalgeschicht­liche Bedeutung der politischen Lyrik des bezeichneten Zeit­raumes für unser vaterländisches Schrifttum wie für die geistige Vorbereitung des deutschen Nationalstaates ein­gehend urrd mit reichlichen litterarischen Belegen darzu­stellen. Jede gründliche Prüfung der einschlägigen Litte­ratur zeigt, daß Inhalt und Wert unserer politischen Zeit­dichtung in der Periode von 1840 bis 1850 bisher noch nicht so ausführlich und vollständig geschildert und ge­würdigt worden sinv, wie sie verdienen. Petzets Buch ver­sucht diese Lücke auszufüllen; es will sowohl dem Litteratur- sreund eine sachliche und anziehende Darstellung des großen Schatzes von politischen Gedichten des Jahrzehntes bieten, als auch dem Historiker mrd Patrioten in jener Lyrik den der nationalen Einheit, Macht und Ehre zugewandten Geist nachweisen, der zur Vorbereitung und Grundlegung für das neue Deutsche Reich nicht minder nötig war, als Die Wehrkraft und die Staatskunst, womit nach zwei weiteren Jahrzehnten der Nationalstaat verwirklicht wurde. Die vor­liegende Lieferung enthält die Einleitung, die das deutsche polltische Lied bis 1840, ästhetischen und nationalen Wert vorlegt. Es folgen Abschnitte über denfreien deutschen Rhein" und Hoffmann von Fallersleben. Später sollen dann Dingelstedt, Herwegh, Prutz, Freiligrath, Heine, Geibel, die österreichischen politischen Dichter (Anastasius Grün, Nikolaus Lenau rc.), die Altpreußen und Branden-

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I bürg er (Ernst Moritz Arndt, Wilhelm Jordan re.), die | Schlesier (Rudolf Gottschall rc.), die Sachsen, Thüringer, Niedersachsen, Schleswig-Holsteiner (Julius Mosen, Richard Wagner, Otto Ludwig, Ludw. Bechstein rc.), die Bayern und Franken (König Ludwig von Bayern, Osk. Frhr. v. Redwitz u. a.), die Schwaben, Rheinländer und Schweizer, endlich pseudonyme und anonyme Dichter, Flugblätter, Zeitungs­und sonstige Bolksstimmen behandelt werden. Ter Ver­fasser hat die von ihm geschilderte Zeit miterlebt und in mehr als 50jähriger Thätigkeit in der Presse, zuletzt Chef­redakteur der MünchenerAllg. Ztg.", eine angesehene Stellung eingenommen.

Von der Storckschen LitteraturgeschichtL erscheint soeben in Lieferungen die zweite stark vermehrte und neu bearbeitete Auflage. (Muth'sche Verlagshandlung in Stuttgart.) Die vorliegende erste Lieferung ist mit einem Titelbild von Goethe und Schiller geschmückt. In einem Ueberblick" erhält der Leser zunächst in großen Zügen ein Bild von dem Entwicklungsgang unserer Natronal- atteratur. Die Darstellung selbst beginnt mit der Völker­wanderung und reicht bis zur sächsischen Kaiserzeit. Die int ersten Heft geschilderten Denkmäler: Hildebrondslied, Muspilli, Helrand, .trift, Waltharilied ustv. sind vielfach durch eingestreute Kitteratnrprsbeir veranschaulicht. Tie Vorzüge deS DerkeS scheinen uns frische, von warmer Be­geisterung gertaaeue Herstellung, sichere Beherrschung des gewaltigen Stoffe* ^as beigegebene Inhaltsverzeichnis gewahrt uns Zugleich einen Einblick in die Reichhaltigkeit des Buches. Darnach wird das Dierk neben der klassischen Blüteperiode die nachgoethische Zeit besonders behandeln und einen Führer durch unsere vielgestaltige moderne Litte­ratur bieten. Das S8trr soll in zehn Lieferungen äöOPfg. erscheinen und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehe«.